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10.03.2019 14:05    |    notting    |    Kommentare (33)

Wieviel real erreichte max. Ladeleistung soll dein nächstes (ggf. auch erstes) E-Auto haben?

Hallo!

 

Während

- ein selbsternannte E-Auto-Vorreiter gerade dabei ist die ersten Ladesäulen aufzustellen die die 150kW-Marke erreichen bzw. überschreiten (https://www.electrive.net/.../)

- und es hierzulande schon seit mind. einigen Monaten immer öfter sogar 350kW-CCS-Lader gibt (zusätzl. zu den rel. vielen 50kW-CCS-Ladern vor allem an der Autobahn, zumindest bei uns)

 

setzt die Schweiz 150kW als Minimum(!) für Ladesäulen auf Rastplätzen! -> https://www.electrive.net/.../

Das bedeutet auch, dass sich die Anzahl der CCS-Lader in der Schweiz mit mind. 100kW vervielfacht. Soweit ich das bei Goingelectric.de sehe, gibt‘s aktuell nur ca. 2-3 dutzend Orte in der Schweiz mit sowas (vermutl. meist Raststätten). Und nicht alle davon haben mind. 150kW CCS. Nun werden alle 100 Rastplätze dazukommen.

Goingelectric CCS-Ladesäulen mit >=100kW in und nahe an der SchweizGoingelectric CCS-Ladesäulen mit >=100kW in und nahe an der Schweiz

 

Das ist aber auch schlicht logisch. Z. B. der Audi e-tron kann mit 150kW laden. Und selbst Kleinwagen wie der Renault Zoe II und der Peugeot e-208 werden Ende diesen oder Anfang kommenden Jahres 100kW CCS können. Wobei ich mich allerdings noch frage, ob da nicht im Endeffekt wie bei Hyundai und Kia nur mit 70kW geladen wird (https://www.motor-talk.de/.../...o-schnell-wie-man-meint-t6300850.html), obwohl dort selbst beim kleinsten Akku die 70kW weniger als 2C sind. Die beiden frz. Kleinwagen sollen wohl eher mind. einen 50kWh Akku haben.

 

Zudem wird es wohl den Druck auf die Raststätten erhöhen, mehr Ladeleistung anzubieten. Man muss ja bedenken, dass wenn während einer kurzen Pause von 15min mit 150kW lädt (also solange nicht gedrosselt wird wg. Akkuschutz), hat man nicht mal 40kWh geladen. Damit kann man auch auf einer schweizer AB eher nicht 2-3h mit übl. Geschwindigkeiten (also möglichst 120km/h) ununterbrochen weiterfahren bis ohnehin die nächste Pause empfohlen wird. D.h. man muss schon mind. eine halbe Stunde Mittag essen, dass das ansatzweise reicht. Aber es sind eben auch noch viele 100kW-Lader an Raststätten die evtl. nicht immer sofort frei sind, man also erst nach dem Essen laden kann, wie gesagt diese Kleinwägen werden wohl aktuell eher max. nur 100kW können, etc.

 

Zu guter Letzt: Bitte nehmt auch an der Umfrage teil. Ja, 350kW ist auch >=100kW, aber ich denke man versteht wie's gemeint ist auch weil nur eine Option ausgewählt werden kann :-)

 

PS: Es geht hier u.a. nicht darum ob (die Aufzählung ist nicht abschließend und wird ggf. noch erweitert):

- es genügend andere DC-Ladesäulen als CCS gibt

Hat Dir der Artikel gefallen?

Ergänzung von notting am 22.07.2019 16:21

Noch mehr Ladepower innerorts: https://www.electrive.net/.../

EnBW hat die erste von 10 HPC-Säulen im Stadtgebiet von KA aufgestellt (nachdem Virta schon vor längerer Zeit eine mit 100kW an einer Tankstelle am Stadtrand nahe der Autobahn aufgestellt hatte).

Zitat:

Bis zu 150 kW stellt der High Power Charger bei einer DC-Ladung bereit. Wollen zwei Fahrzeuge gleichzeitig laden, teilt sich die Ladeleistung auf bis zu 75 kW pro Anschluss auf, heißt es in einer Mitteilung. Neben CCS und CHAdeMO verfügt der Schnelllader auch über einen Typ-2-Stecker.

notting

Ergänzung von notting am 22.07.2019 16:53

Hier weiß ich nicht ob eher inner- oder außerorts, aber immerhin 100kW: https://www.electrive.net/.../

 

notting

Ergänzung von notting am 25.07.2019 13:34

Österreich: https://www.electrive.net/.../

Dort soll später auch noch ein Pufferakku in Betrieb genommen werden. So wie ich das lese sind dann aber trotzdem "nur" 700kW drin. Lt. Ausschreibungsunterlagen für schweizer Rastplätze sind pro Rastplatz 600kW vorgesehen - ohne Akku.

 

notting

Ergänzung von notting am 18.06.2020 16:26

Staatliche Ausschreibung in Deutschland: https://www.electrive.net/.../

1.000 Standorte mit 1-2stelligen Anzahl von Ladepunkten, z. T. sogar 3stellig.

Mindestleistung eines DC-Ladepunktes: 150 kW.

 

An der Nord-Süd-Autobahn hier sind auf ca. 100km sind 6 ansatzweise gleichmäßig verteilte Orte wo man mit >=150kW laden kann. Nur Einzelfällen kann man diese Orte nur von einer Fahrtrichtung aus vernünftig anfahren und in der anderen Fahrtrichtung gibt's diese Möglichkeit im Umkreis von 1km nicht. Südlich davon ist aber eine sehr große Versorgungslücke obwohl eine Großstadt fast mitten an diesem Bereich liegt.

 

notting

Ergänzung von notting am 29.06.2020 18:54

Der erste derartige Schnelllader auf einem Rastplatz in CH wurde eröffnet: https://www.electrive.net/.../

Zitat:

Dabei handelt es sich um zwei 150-kW-Schnelllader und einen 50-kW-Triple-Charger.

Davon bin ich etwas enttäuscht, denn in den Teilnahmebedingungen steht:

Zitat:

Das ASTRA stellt für jeden Rastplatz als Basislösung die Stromanschlüsse bis und mit Trafostation (in der Regel 630 kVA) sicher. Es stellt zudem den nötigen Platz für Trafostation zur Verfügung und trägt die Fixkosten für den Bau der Trafostation und der Zuleitungen. Abzüglich der Bezüge sonstiger Verbraucher auf dem Rastplatz kann der Betreiber in der Regel 600 kW für den Betrieb der Ladestation beziehen.

D.h. da wären z. B. 4x 150kW oder 2x 300kW mögl. gewesen.

 

notting

Ergänzung von notting am 29.06.2020 18:55

Gut dass es Fast-Food-Läden sind, wo diese Schnelllader hinkommen oder nicht? https://www.electrive.net/.../

 

notting

Ergänzung von notting am 30.07.2020 20:20

Mehr Ladepower innerorts: https://www.electrive.net/.../

 

notting

10.03.2019 15:54    |    nickydw

Ladeleistung kann man nie genug haben auch wenn man dabei die Batterie stresst/abnutzt. Die Ladeleistung begrenzen kann ja dann jeder manuell wie er es braucht. Wenn jeder nur 5-10min läd bräuchte man sehr viel weniger Säulen und Platz. Nur überschätzen viele den Bedarf an so viel Leistung, reden sich ein sie müssten 1000km am Tag fahren können und fahren dann nur einmal im Jahr zu Tante Martha on die Nordsee.


10.03.2019 16:01    |    notting

Zitat:

@nickydw schrieb am 10. März 2019 um 15:54:05 Uhr:

Ladeleistung kann man nie genug haben auch wenn man dabei die Batterie stresst/abnutzt. Wenn jeder nur 5-10min läd bräuchte man sehr viel weniger Säulen un Platz. Nur überschätzen viele den Bedarf an so viel Leistung, reden sich ein sie müssten 1000km am Tag fahren können und fahren dann nur einmal im Jahr zu Tante Martha on die Nordsee.

Die Leistung muss aber auch da sein, wo man sie braucht. Wenn man z. B. 200km reale Reichweite hat und alle 100-150km passende und ausr. Leistung bietende Ladesäulen sind, muss man ggf. schon nach ca. 50km an der 1. laden damit man sicher genug Saft hat um auch zur 2. zu kommen. Dann plant man evtl. noch Reichweiten-Reserve damit man zur Not nochmal eine weiterfahren kann falls es da Probleme gibt (überlaufen, geht nicht, ...), etc. ...

Oder anders ausgedrückt: Lieber die Ladesäulen etwas verteilen statt sie an einem Ort zu konzentrieren, ähnl. wie bei herkömml. Tankstellen. Die Nachfrage wird sich IMHO zumindest zu einem gewissen Grad dann verteilen (klar dass z. B. Raststätten wg. dem Mittagessen etc. generell eher angefahren werden, gibt aber auch div. Pendler auf der AB die überhaupt nicht planen im Normalfall irgendeine Raststätte anzufahren).

 

notting


10.03.2019 16:08    |    nickydw

Ladesäulen nur an größeren Raststätten anzubieten wäre ein Fehler. Es muss nicht jeder Parkplatz dafür ausgebaut werden, aber spätestens alle 30km sollte es Möglichkeiten geben. Dazu gehört aber auch ein fähiges Navi, welches mir anzeigt wie viel % Rest ich an den nächsten Säule haben werde, dann kann ich mit dem rechten Fuß steuern ob ich ankomme. Idealerweise, so wie bei Tesla, gleich mit momentaner sowie geplanter Belegung, bei der heutigen Vernetzung eigendlich kein Problem.


10.03.2019 20:33    |    Goify

Mir ist völlig unklar, womit die Ladesäulen mit deutlich über 100 kW betrieben werden sollen. In der Regel liegen keine passenden Kabel in der Straße. Hat man Glück, liegt die notwendige Stromstärke bereit und man braucht "nur" für etwa 50.000 € einen passenden Trafo, um auf die richtige Spannung runter zu kommen.

Ausgemachter Blödsinn sind die neuen Ladesäulen mit integriertem Akku, die 24 h mit moderater Leistung geladen werden und dann beim Laden kurzzeitig die hohe Leistung liefern können. Denn dann hat man nochmal den Wirkungsgrad vom Laden und Entladen des Akkus der Ladesäule, sodass das E-Auto endgültig schlechter als ein Diesel-PKW wird.


11.03.2019 18:22    |    notting

Zitat:

@Goify schrieb am 10. März 2019 um 20:33:18 Uhr:

Mir ist völlig unklar, womit die Ladesäulen mit deutlich über 100 kW betrieben werden sollen. In der Regel liegen keine passenden Kabel in der Straße. Hat man Glück, liegt die notwendige Stromstärke bereit und man braucht "nur" für etwa 50.000 € einen passenden Trafo, um auf die richtige Spannung runter zu kommen.

Ausgemachter Blödsinn sind die neuen Ladesäulen mit integriertem Akku, die 24 h mit moderater Leistung geladen werden und dann beim Laden kurzzeitig die hohe Leistung liefern können. Denn dann hat man nochmal den Wirkungsgrad vom Laden und Entladen des Akkus der Ladesäule, sodass das E-Auto endgültig schlechter als ein Diesel-PKW wird.

Wenn du dich von meinem News-Link zur entspr. Webseite der schweizer Behörde durchklickst, findest du https://www.astra.admin.ch/.../ASTRA_Teilnahmebedingungen.pdf

Zitat:

1.6. Stromanschlüsse

Vorleistung ASTRA:

Das ASTRA stellt für jeden Rastplatz als Basislösung die Stromanschlüsse bis und mit Trafostation (in

der Regel 630 kVA) sicher. Es stellt zudem den nötigen Platz für Trafostation zur Verfügung und trägt

die Fixkosten für den Bau der Trafostation und der Zuleitungen. Abzüglich der Bezüge sonstiger Verbraucher auf dem Rastplatz kann der Betreiber in der Regel 600 kW für den Betrieb der Ladestation

beziehen.

Der Bau der Anlagen erfolgt durch das versorgende EVU, anschliessend übernimmt das EVU im Regelfall die Anlage in sein Eigentum. Die Trafostation wird in Absprache zwischen dem ASTRA, dem

EVU und dem Betreiber nach Möglichkeit so nah als möglich bei der geplanten Ladestation errichtet.

Die Erschliessung der Ladestation mit der Trafostation ist Sache des Betreibers.

Falls seitens des Betreibers eine höhere Leistung (zusätzlicher Transformator) gewünscht wird, so hat

er die dadurch entstehenden Mehrkosten selber zu tragen. Grundsätzlich beschränkt sich die Vorleistung des ASTRA auf das durchschnittliche Kostenvolumen für die erwähnte Basislösung.

Betrieb:

Das ASTRA trägt die Kosten bei einem allfälligen Ersatz des Trafos (bei Materialschäden ober bei Erneuerung).Vorbehalten bleibt eine Kostenübernahme bei einem Defekt durch Eigenverschulden des

Betreibers.

Das ASTRA beteiligt sich darüber hinaus an keinen weiteren Kosten (z.B. Energiekosten, Netznutzungsbeiträge, betrieblicher Unterhalt der Trafostation).

Ja, das kostet sicher ein paar EUR, äh, CHF. Bzw. ich sehe in den Dokumenten dort auch nix bzw. Pufferakkus.

 

notting

 

PS: Strenggenommen muss zumindest nach dt. Regelungen die Wirkleistung in W, die Scheinleistung in VA und die Blindleistung in var angegeben werden (SI-Präfixe sind natürl. erlaubt). Nur falls sich einer über die Einheit "VA" im von mir zitierten Text wundert.


11.03.2019 22:10    |    Tillamook

Ganz ehrlich, ich bin mit 50 kW CCS schon sehr sehr zufrieden. Bei einem nicht mal 20 kWh auch kein Wunder :D


12.03.2019 17:43    |    notting

Zitat:

@Tillamook schrieb am 11. März 2019 um 22:10:50 Uhr:

Ganz ehrlich, ich bin mit 50 kW CCS schon sehr sehr zufrieden. Bei einem nicht mal 20 kWh auch kein Wunder :D

Ja, deutl. mehr als 2C sind aktuell etwas heftig. Aber mit sowas macht aber Autobahn vermutl. ohnehin nur bedingt Spaß ;-)

Aber es ist ja auch gut mögl., dass dein nächstes E-Auto deutl. mehr kann bzw. auch verträgt :-)

 

notting


13.03.2019 10:26    |    Goify

Notting, die oben von dir genannten 630 kVA sind Leistungswerte, wie man sie für mittlere Fabriken benötigt. Das ist schon eine ganz heftige Hausnummer und dazu braucht es ein Gebäude in Größe einer Fertiggarage. Wenn die das dann neben jede dritte Ladesäule stellen wollen, sieht das natürlich traumhaft schön aus.

Wohlgemerkt geht das auch nur, wenn die passende Leitung in der Straße liegt.


13.03.2019 16:45    |    JürgenS60D5

VA drückt ja "im "übertragenen Sinne" die Anschlussleistung von "Wechselstromgeräten" aus. Lassen wir diese Feinheit Gleichstrom vs Wechselstrom mal raus...

 

630 kVA sind 630*1000 VA. Also 6.300.000VA....

 

Am Ladegerät hinten kommen ja üblicher Weise 400V raus. Bei 120kw, wären das 300 Ampere.

 

Wenn 6.300.000VA zur Verfügung stehen, wären das bei 400V: 15.750A, genug für 52 120Kw-Säulen, die alle gleichzeitig mit voller Ladeleistung betrieben werden können. Oder halt 27 240er....

 

Manche hier finden ja 2C als "ganz schön heftig". Der grösste Akku hat 100kWh, wäre bei 2C eine Ladeleistung von 200kW. Genug Luft in alle Richtungen.


13.03.2019 17:12    |    onzlaught

630kVA sind 630.000VA.

 

6.300.000VA sind 6,3MVA


13.03.2019 17:15    |    Goify

Richtig, es sind dann 5,2 Säulen zu je 120 kW und das ist eine übliche Elektro-Tankstelle. Die braucht dann eben jedes Mal einen Trafo mit 630 MW kW und wiegt 1,5 t.


13.03.2019 17:21    |    onzlaught

Hä?

5,2 Säulen zu 120kW sind bei mir 624kW, womit wir irgendwo 629,37 MW verlieren würden.

Grob 630 Megawatt Verlustleistung, ich wette in der Umgebung wird es gut warm.

 

Es sind wohl 52 Säulen, trotzdem stimmt da was mit den Kommastellen nicht.


13.03.2019 17:29    |    Goify

Stimmt, 630 kW sind 5 Säulen á 120 kW Ladeleistung. Ein paar kW sind noch Puffer. Dann stimmt die Rechnung und deckt sich auch mit meinen Erfahrungswerten im Industriebau.

Ich habe gerade die MW und kW vermischt.


13.03.2019 19:00    |    notting

Zitat:

@JürgenS60D5 schrieb am 13. März 2019 um 16:45:24 Uhr:

VA drückt ja "im "übertragenen Sinne" die Anschlussleistung von "Wechselstromgeräten" aus. Lassen wir diese Feinheit Gleichstrom vs Wechselstrom mal raus...

 

630 kVA sind 630*1000 VA. Also 6.300.000VA....

Falsch, wie hier andere Leser auch schon festgestellt haben. Zähle mal die 0en nach ;-)

 

Zitat:

Am Ladegerät hinten kommen ja üblicher Weise 400V raus. Bei 120kw, wären das 300 Ampere.

Richtig. Aber wenn die Säule 3phasig angebunden ist, verteilt sich der Strom entspr.

 

Zitat:

[Fehlerhafte Folgeschlüsse entfernt]

 

Manche hier finden ja 2C als "ganz schön heftig". Der grösste Akku hat 100kWh, wäre bei 2C eine Ladeleistung von 200kW. Genug Luft in alle Richtungen.

100kWh-Akkus sind aktuell auch aber noch die Ausnahme. Selbst der Audi e-tron hat "nur" 95kWh.

 

notting


14.03.2019 08:51    |    JürgenS60D5

lol, multiplizieren müsste man können


16.03.2019 12:04    |    Batterietester176

ich stelle mal hier eine Frage, vielleicht sind hier ja Spezialisten unterwegs.

Alleine in Deutschland haben wir rund 47 Millionen Autos zugelassen, und der feste politische Wille ist, diese in einigen Jahren alle elektrisch fahren zu lassen.

 

Wenn ich jetzt mal die Oldtimer, Spezialfahrzeuge und sonstige Vehikel mit geringer Laufleistung wegrechne, und mal ganz vorsichtig von 20 Millionen Autos ausgehe, die täglich geladen werden müssen, und dazu noch annehme, dass die Ladeleistung pro Auto und Tag nur 50kWh beträgt, komme ich auf eine Milliarde Kilowattstunden, die an Energie täglich alleine fürs Auto bereitgestellt werden müssten.

 

Lt. Internet haben wir in Deutschland eine installierte Kraftwerks-Maximal-Leistung von rund 180 Gigawatt. Eine Milliarde Kilowattstunden sind 1000 Gigawattstunden, wenn ich die Autos über zehn Stunden voll laden würde, z.B. über Nacht, müsste ich 100 Gigawatt alleine für das Laden der Akkus aufbringen. Wenn ein Teil der Autos dann noch über Schnellladegeräte tagsüber geladen wird, würden wir relativ schnell auf Lastspitzen kommen, die die deutschen Kraftwerkskapazitäten überschreiten - und hier sind noch die ganzen "schmutzigen" Kraftwerke mit eingerechnet, und nicht die Probleme der Energieverteilung berücksichtigt.

 

Ich bin kein ideologischer Elektroauto-Gegner. Mir schwirrt nur angesichts solcher Zahlen der Kopf, und ich bin immer wieder fasziniert, wie locker in Zusammenhang mit dem Auto mit solchen Werten rumgeworfen wird. Beim Elektroauto gibt es nach wie vor zwei ungeklärte Faktoren - einmal der Akku selber, und zum anderen die Frage, wie die ganze Energie in praktikabler Zeit zum Auto kommen soll. In den ganzen öffentlichen Debatten wird immer nur gefragt, wann die Vehikel endlich billiger werden, und in Tests werden die zweifelsfrei tollen Fahrleistungen hervorgehoben, niemand erklärt dem Mann von der Straße mal plausibel, wie das gehen soll, wenn in Zukunft nicht nur ein paar Technik-Freaks, sondern das ganze Land elektrisch fahren soll. Um es nochmal zu betonen - ich bin nicht gegen das Elektroauto, absolut nicht, ich finde nur, dass man sich um die Lösung der Kernprobleme kümmern muss, bevor man eine umwälzende Technologie auf die Menschheit loslässt.

 

Nur zur Erinnerung - vor nicht mal 20 Jahren wurde der Diesel wegen seiner guten CO2-Bilanz von der Politik zum ultimativen Umweltfreund erklärt. Viele Autos, die schon seit 2006 nicht mehr in alle Städte dürfen, tragen noch den blauen Umweltengel. Was dem Diesel eigentlich am Ende das Genick bricht, war der Umstand, dass sich alle Entscheider von Anfang an die Scheuklappen vor den Problemen des Diesel aufgesetzt haben, und die negativen Nebeneffekte so lange ignoriert haben, bis die ganze Technologie in Ungnade gefallen ist. Was mich so verärgert, ist, dass man es beim Elektroauto wieder ganz genauso macht. Man investiert Milliarden in eine neue angeblich umweltfreundlichere Technologie, für die das ganze Land umgekrempelt werden muss, und ignoriert schon am Anfang die Kernprobleme, statt sie mit Priorität anzugehen - obwohl man gerade beim Diesel live demonstriert bekommt, wo das am Ende hinführt.

 

Vielleicht hat ja hierzu mal jemand ein paar sachliche und erbauende Worte parat.

 

Gruß Frank


16.03.2019 16:07    |    notting

Zitat:

@nick_riviera schrieb am 16. März 2019 um 12:04:33 Uhr:

ich stelle mal hier eine Frage, vielleicht sind hier ja Spezialisten unterwegs.

Alleine in Deutschland haben wir rund 47 Millionen Autos zugelassen, und der feste politische Wille ist, diese in einigen Jahren alle elektrisch fahren zu lassen.

 

Wenn ich jetzt mal die Oldtimer, Spezialfahrzeuge und sonstige Vehikel mit geringer Laufleistung wegrechne, und mal ganz vorsichtig von 20 Millionen Autos ausgehe, die täglich geladen werden müssen, und dazu noch annehme, dass die Ladeleistung pro Auto und Tag nur 50kWh beträgt, komme ich auf eine Milliarde Kilowattstunden, die an Energie täglich alleine fürs Auto bereitgestellt werden müssten.

Leistung wir aber in kW angegeben. kWh ist aber eine Einheit für Energie.

Außerdem bitte SI-Präfixe korrekt verwenden bzw. 2x hintereinander ist sinnfrei. 50kWh/Auto * 20MAutos = 1TWh.

Wobei 50kWh lt. meiner Abschätzung meistens für >=200km reichen sollte, auch auf der AB wenn man nicht permanent Vollgas fährt.

 

Zitat:

Lt. Internet haben wir in Deutschland eine installierte Kraftwerks-Maximal-Leistung von rund 180 Gigawatt.

Lt. https://www.energy-charts.de/power_inst_de.htm sind es 2018 etwas mehr als 200GW gewesen.

D.h. wenn es keine anderen Verbraucher gäbe, bräuchte man bei der Leistung ca. 5h um in alle 20MAutos 50kWh reinzuladen.

 

Zitat:

Eine Milliarde Kilowattstunden sind 1000 Gigawattstunden, wenn ich die Autos über zehn Stunden voll laden würde, z.B. über Nacht, müsste ich 100 Gigawatt alleine für das Laden der Akkus aufbringen.

10h sind das doppelte von 5h, d.h. dann würden nur die Hälfte der 200GW zum Laden von E-Autos benötigt (jaja, gibt noch andere Verbraucher, aber in der Nacht wird i.A. weniger Strom gebraucht als tagsüber).

 

Zitat:

Wenn ein Teil der Autos dann noch über Schnellladegeräte tagsüber geladen wird, würden wir relativ schnell auf Lastspitzen kommen, die die deutschen Kraftwerkskapazitäten überschreiten - und hier sind noch die ganzen "schmutzigen" Kraftwerke mit eingerechnet, und nicht die Probleme der Energieverteilung berücksichtigt.

S.o. Außerdem bedeutet 50kWh/Auto * 20MAutos in 10h vollzuladen eine durchschn. Leistung von 5kW/Auto. Schnelllader werden aber i.d.R. nicht über Nacht genutzt, weil man die Kiste dann noch wegfahren muss bzw. sie für daheim zieml. teuer sind (z. B. China-Hersteller über tschechischen Importeur 50kW DC-Lader für 12kEUR netto(!)). Vllt. am Abend auf dem Weg von der Arbeit heim für Laternenparker bzw. im Notfall. Aber da werden auch nicht alle gleichzeitig laden, zumal die Anzahl der Schnellladesäulen begrenzt bleiben wird, so wie es heute auch nur begrenzt Tankstellen gibt. Und wer daheim laden kann, wird eben i.d.R. mit max. 22kW laden. Viele E-Autos können aktuell aber nicht mal das über Typ2 (z. B. ist in D 1phasiges Laden meist auf 4,6kW begrenzt) bzw. selbst wenn müssen sie den Ladevorgang spätestens bei ca. 80% Ladezustand drosseln, wenn der Akku z. B. nur 22kWh groß ist.

Eine große Stromtrasse um dem Strom-Verteilungsproblem in D zu begegnen wird IIRC gerade gebaut. Auch wenn ich es idiotisch finde sie im Boden zu verlegen auch weil mehr Energieaufwand bei der Wartung als wenn sie oberirdisch ist.

 

Zitat:

Ich bin kein ideologischer Elektroauto-Gegner. Mir schwirrt nur angesichts solcher Zahlen der Kopf, und ich bin immer wieder fasziniert, wie locker in Zusammenhang mit dem Auto mit solchen Werten rumgeworfen wird. Beim Elektroauto gibt es nach wie vor zwei ungeklärte Faktoren - einmal der Akku selber, und zum anderen die Frage, wie die ganze Energie in praktikabler Zeit zum Auto kommen soll. In den ganzen öffentlichen Debatten wird immer nur gefragt, wann die Vehikel endlich billiger werden, und in Tests werden die zweifelsfrei tollen Fahrleistungen hervorgehoben, niemand erklärt dem Mann von der Straße mal plausibel, wie das gehen soll, wenn in Zukunft nicht nur ein paar Technik-Freaks, sondern das ganze Land elektrisch fahren soll. Um es nochmal zu betonen - ich bin nicht gegen das Elektroauto, absolut nicht, ich finde nur, dass man sich um die Lösung der Kernprobleme kümmern muss, bevor man eine umwälzende Technologie auf die Menschheit loslässt.

 

Nur zur Erinnerung - vor nicht mal 20 Jahren wurde der Diesel wegen seiner guten CO2-Bilanz von der Politik zum ultimativen Umweltfreund erklärt. Viele Autos, die schon seit 2006 nicht mehr in alle Städte dürfen, tragen noch den blauen Umweltengel. Was dem Diesel eigentlich am Ende das Genick bricht, war der Umstand, dass sich alle Entscheider von Anfang an die Scheuklappen vor den Problemen des Diesel aufgesetzt haben, und die negativen Nebeneffekte so lange ignoriert haben, bis die ganze Technologie in Ungnade gefallen ist. Was mich so verärgert, ist, dass man es beim Elektroauto wieder ganz genauso macht. Man investiert Milliarden in eine neue angeblich umweltfreundlichere Technologie, für die das ganze Land umgekrempelt werden muss, und ignoriert schon am Anfang die Kernprobleme, statt sie mit Priorität anzugehen - obwohl man gerade beim Diesel live demonstriert bekommt, wo das am Ende hinführt.

Jede Technologie hat IMHO div. negative Nebeneffekte, auch E-Autos. Aber schau dir mal den Link an, den ich gepostet habe. Die installierte Leistung geht auch stetig hoch.

 

notting


16.03.2019 17:05    |    Batterietester176

wenn das so stimmt, dann sieht es wirklich recht gut aus, danke für den Link.

 

Hast Du vielleicht auch noch Informationen, wo man etwas über den Stand bei der Akku-Entwicklung erfahren kann ?

 

Gruß Frank


16.03.2019 17:13    |    notting

Zitat:

@nick_riviera schrieb am 16. März 2019 um 17:05:37 Uhr:

wenn das so stimmt, dann sieht es wirklich recht gut aus, danke für den Link.

 

Hast Du vielleicht auch noch Informationen, wo man etwas über den Stand bei der Akku-Entwicklung erfahren kann ?

Also die kommende Generation von E-Kleinwagen (Zoe II und e-208) sollen wohl schon ca. 50kWh-Akkus mit 100kW CCS bekommen. Hyundai/Kia bieten schon eine Weile auch 64kWh an. Das Model 3 gibt's mit 50-75kWh bzw. inzw. ist 85kWh das Minimum beim Model S. Was VW in absehbarer Zeit bringen wird, soll wohl auch ganz ordentl. sein. Hier und da gibt's natürl. neue Forschungsergebnisse, die man insb. auf E-Auto-News-Seiten findet, aber bis das in einem Serienauto landet...

Mehr kann ich dazu gerade nicht sagen.

 

notting


16.03.2019 17:54    |    Goify

Ich sehe den Blackout trotzdem schon kommen und bin auch mit Notstromer gewappnet. Die Argumente, dass wir Strom ins Ausland verkaufen würden, sind auch wenig sinnvoll, denn das ist ja der Sinn des Stromverbunds, sodass gegenseitig ausgeglichen wird. Wir beziehen ja auch Strom aus dem Ausland. Es stimmt jedoch, dass in Summe im Jahr 2018 50 TWh mehr exportiert als importiert wurden. Da mein Taschenrechner begrenzt ist, kann ich nicht ausrechnen, wie weit man mit 50 TWh kommt, wenn ein Auto 20 kWh/100 km benötigt.


17.03.2019 08:10    |    Trackback

Kommentiert auf: jennss:

 

Golf vs. ID Neo

 

[...] wären

Viel mehr Ladesäulen braucht man IMHO nicht. Was man braucht, sind Ladesäulen mit mehr Leistung und E-Autos die schneller laden. Die Schweiz macht's vor, zumindest was ersteres angeht: https://www.motor-talk.de/.../...er-z-b-auf-rastplaetzen-t6572310.html

Dann könnte [...]

 

Artikel lesen ...


18.03.2019 13:32    |    nickydw

50kW/h sind doch viel zu hoch gegriffen. Die Durchschnittsfahrleistung liegt bei 44km? am Tag, bei einem angenommenen Verbrauch von 20kW/h wären das 8,8kW/h pro Tag das lässt selbst mit einem Schuko Stecker laden. Geladen wird dann vorzugsweise in der Nacht, wo es sonst eh keine nennenswerte Belastung gibt. Bis mal eine größere Anzahl (50%) von E Autos unterwegs ist vergehen mindestens noch 5-7 Jahre. Wo soll da bitte ein Problem sein?


18.03.2019 13:55    |    notting

Zitat:

@nickydw schrieb am 18. März 2019 um 13:32:57 Uhr:

50kW/h sind doch viel zu hoch gegriffen.

Die Einheit gibt's eh nicht weil Leistung pro Zeit physikalisch bedingt zieml. sinnfrei ist.

 

Zitat:

Die Durchschnittsfahrleistung liegt bei 44km? am Tag,

Hast du sein Posting nicht gelesen?

Zitat:

Wenn ich jetzt mal die Oldtimer, Spezialfahrzeuge und sonstige Vehikel mit geringer Laufleistung wegrechne, und mal ganz vorsichtig von 20 Millionen Autos ausgehe, die [...]

-> In deinem Durchschnittswert dürfte von mehr Autos (weil auch wenig gefahrenen Autos mit drin sind) ausgegangen worden sein.

 

Zitat:

bei einem angenommenen Verbrauch von 20kW/h wären das 8,8kW/h pro Tag das lässt selbst mit einem Schuko Stecker laden. Geladen wird dann vorzugsweise in der Nacht, wo es sonst eh keine nennenswerte Belastung gibt.

... aber die Leute nach dem Laden die Ladesäule nicht freimachen können wenn sie schlafen bzw. viele halt Laternenparker sind...

 

Zitat:

Bis mal eine größere Anzahl (50%) von E Autos unterwegs ist vergehen mindestens noch 5-7 Jahre. Wo soll da bitte ein Problem sein?

Hatte ihn schon drauf hingewiesen, dass die Kraftwerksleistung stetig steigt.

 

notting


18.03.2019 14:39    |    nickydw

Mein Fehler, ich meinte natürlich kWh und 50kWh sind m.M.n. deutlich zu hoch gegriffen. Das momentan noch nicht jeder in der Stadt laden kann ist zwar richtig, aber erstens muss (noch) gar nicht jeder laden und zweitens kann man das ändern, dafür gibt es viele Konzepte.

Sollte es wirklich einmal zu einem erhöhten Strombedarf kommen, ich glaube nicht daran, kann man immer noch ein neues Kraftwerk aufstellen oder ein altes reaktivieren.


31.03.2019 20:02    |    Trackback

Kommentiert auf: Was mich bewegt:

 

Mehr Ladepower auch zu Hause!

 

[...] teuer: https://www.motor-talk.de/.../...-sind-dc-lader-so-teuer-t6550884.html

 

Andererseits kommen mehr und mehr öffentl. Ladesäulen mit >=100kW CCS hoch, oft an typ. Langstrecken-Rastpunkten, aber immer mehr auch innerorts. Z. B. https://www.goingelectric.de/.../ (nahe A5-AS [...]

 

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16.05.2019 19:03    |    Trackback

Kommentiert auf: jennss:

 

Ideale Orte für Ladesäulen?

 

[...] "Nur-Ladesäulen-Tankstellen", die man wenn Platz ist selbst auf Rastplätzen einrichten kann, wie es in CH gerade gemacht wird: https://www.motor-talk.de/.../...er-z-b-auf-rastplaetzen-t6572310.html

Bei P&R, Parkhaus & Co. ist leider meist zu wenig Platz und die Leute lassen die Autos stundenlang am [...]

 

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Deine Antwort auf "Mehr Ladepower! - z. B. auf Rastplätzen!"