Ist das die Zukunft von PHEV? : Was mich bewegt
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Was mich bewegt

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12.09.2022 17:15    |    notting    |    Kommentare (87)    |   Stichworte: Förderung, Ladeleistung, PHEV, Reichweite

Logo: Ist das die Zukunft von PHEV?Logo: Ist das die Zukunft von PHEV?

Hallo!

 

Ab 2023 gibt’s keine staatliche Kaufprämie für PHEV mehr. Immerhin gibt’s dann noch die günstigere Dienstwagen-Besteuerung. Trotzdem scheinen sich PHEV weiterzuentwickeln. Haben PHEV evtl. doch noch eine etwas längere Zukunft als viele denken?

 

Schon vor ca. 3 Monaten hatte Mercedes offenbar den bereits aus höheren Fahrzeug-Klassen bekannten PHEV-Antriebsstrang auch für den „kleineren“ GLC vorgestellt: https://www.electrive.net/.../

  • 31,2kWh brutto Akkukapazität
  • >100km nach WLTP (weil PHEV wie immer WLTP-City)
  • 11kW Typ2 Serie, 60kW CCS optional (ziemlich genau 2C)
  • 2t Anhängelast, 100kg Stützlast (zum Vergleich: Der nun schon etwas ältere EQC hat wie die EQA 4MATIC 1,8t Anhängelast und der EQS und EQA 2WD 750kg)

 

Dort steht allerdings nicht, dass dieses PHEV Plug&Charge kann und div. PHEV- und BEV-Modelle von Mercedes diese Funktion nun per OTA bekommen, natürlich nur wenn man CCS (ggf. als Option dazugekauft) hat, weil Typ2 die nötige Kommunikation um das Fahrzeug zu identifizieren nicht vorsieht. Davon hatte ich erst vor ein paar Tagen gelesen: https://www.electrive.net/.../

 

So kann man schon eher einen ganzen normalen Arbeitstag rein elektrisch fahren. Bisher war in dieser Klasse das in der Praxis mit meist eher 40-50 realen km rein elektrische Reichweite immer etwas knapp, weil: https://de.statista.com/.../

Zitat:

Knapp 50 Prozent aller befragten Auto-Pendler gaben im Jahr 2019 an, dass ihr Wohnort mindestens 20 Kilometer oder mehr von ihrem Arbeits- bzw. Ausbildungsplatz entfernt liege [...]

Eben „mindestens“. Zudem sind die Vorklimatisierung aus dem Akku (wenn man daheim nicht laden kann), Umwege zum Einkaufen etc. da garnicht drin.

 

Auch ist 11 und erst recht 50kW (in meiner Gegend ist letztere an Supermärkten & Co. schon sehr selten und mehr gibt’s garnicht) deutlich schneller, sodass laden am Supermarkt (sofern es das dort gibt) oder sogar auf Fernstrecken viel mehr Sinn macht als wenn man mit den heute üblichen 3,6kW bei 15-30min halten kaum Reichweite reinbekommt. Plug&Charge macht es für Firmenauto-Fahrer sogar noch angenehmer zu laden, wenn die Firma einen entsprechenden Ladetarif für das Fahrzeug einrichtet. Auch wenn es wie gesagt technisch bedingt leider nur mit CCS geht, was es vermutlich bei fast allen PHEV bestenfalls optional gibt.

 

Kenne zudem auch immernoch genügend Fälle, wo ausreichend daheim oder öffentlich laden nicht sinnvoll möglich ist oder die Anhängelast der anvisierten BEV nicht reicht. Dann macht ein PHEV einfach mehr Sinn, vor allem mehr Sinn als einen Stromerzeuger neben dem Auto laufen zu lassen, wenn’s keine andere sinnvolle Möglichkeit gibt zu laden.

 

Wie ich bereits aus https://www.motor-talk.de/.../...tar-zur-phev-foerderung-t7199130.html hervorgeht, finde ich, dass man bei der Förderung längst die rein elektr. Reichweite und Ladeleistung hätte erhöhen müssen. Dann würden PHEV auch mit Sicherheit mehr rein elektrisch gefahren werden, was die Begründung war, die Kaufprämie und die vergünstigte Dienstwagen-Besteuerung abschaffen zu wollen. Als die Regierung das aktuell letzte Mal darüber diskutiert hat, wurde wie oben geschrieben nur ersteres für PHEV abgeschafft.

 

Kann mir vorstellen, dass bei zu geringem PHEV-Angebot potenzielle Käufer eher auf Verbrenner als auf BEV ausweichen werden. Damit ist der Umwelt noch weniger geholfen. In meinem Artikel https://www.motor-talk.de/.../...enner-phev-und-bev-2022-t7338105.html schrieb ich bereits, dass die Kostenvorteile des PHEV nach realen Rabatten vor allem ohne die Kaufprämie sehr gering sind, insb. für Wenigfahrer.

 

Wenn das Angebot an gebrauchten PHEV mit o.g. höherer Reichweite größer wird, könnten durch den Faktor Dienstwagen-Besteuerung die gebrauchten PHEV etwas günstiger sein als Verbrenner.

 

Fazit

Von der steigenden Reichweite und Ladeleistung von PHEV profitieren aufgrund der Lieferzeiten, bald eingestellten Kaufprämie und niedrigere Preise nach Rabatten bei Verbrennern eigentlich nur noch Dienstwagen-Fahrer. Die höheren Ladeleistungen werden dort hoffentlich den rein elektrisch gefahrenen Anteil erhöhen, weil öffentlich Laden mit mehr Leistung endlich einigermaßen bis viel (CCS) Sinn macht. Plug&Charge (nur mit CCS möglich) dürfte es noch attraktiver machen ein PHEV öffentlich zu laden.

Vielleicht werden diese Fahrzeuge dann auf dem Gebraucht-Markt deswegen etwas günstiger angeboten werden können als vergleichbare Verbrenner, weil die möglicherweise mit einkalkulierte Prämie nun als Rabatt weitergegeben wird. Allerdings wird das ein paar Jahre dauern, bist diese besseren PHEV auch gebraucht angeboten werden bzw. es ein nennenswertes Angebot gibt. In dieser Zeit wird die Reichweite, Ladegeschwindigkeit und Ladeinfrastruktur für BEV hoffentlich nochmal um soviel besser werden, wie sie in den letzten paar Jahren besser wurde. Dadurch könnten BEV attraktiver werden – und gebrauchte PHEV, weil immer weniger Leute reale Probleme mit BEV haben aufgrund der realen Situation mit der Ladeinfrastruktur oder z. B. auch mit der Anhängelast. Aber man kann nicht ausschließen, dass es dann immernoch Leute gibt, die aufgrund ihrer Situation mit einem PHEV viel besser dran sind als mit meinem BEV.

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12.09.2022 18:49    |    Dr. Shiwago

Bei PHEV bekomme ich immer Bauchschmerzen. Es ist im Grunde ein technischer Overkill. Man schleppt immer zwei schwere Antriebe mit sich herum, von denen immer einer überflüssig ist - irgendwie unlogisch.

Braucht man tatsächlich häufig ein Langstrecken- oder Zugfahrzeug, sollte man gleich einen Diesel kaufen. Blödsinnig den mit einem Benziner, der ständig einen schweren, meist ungenutzten Elektroantrieb mit sich herumschleppt, ersetzen zu wollen. Man stelle sich vor, Hamburg - München mit Anhänger und man schleppt noch ständig einen E-Motor samt Batterie mit sich herum - einfach unsinnig.

Wird das PHEV überwiegend zum Pendeln benutzt, kann man das meist rein elektrisch bewältigen und es macht überhaupt keinen Sinn, täglich einen Verbrennungsmotor spazieren zu fahren. Mein Tipp: Ein Elektroauto anschaffen und für die zwei, drei Fahrten im Jahr, wo das Elektroauto nerven könnte, einen Verbrenner mieten.

Alternative zum PHEV ist: BEV plus Verbrenner-Mietwagen bei Bedarf. Oder in einem elektrischen Firmen-Fahrzeugpool, einige Diesel-KFZ für Problemfälle vorhalten.

Fazit: Das PHEV kann getrost weg.

12.09.2022 19:10    |    notting

@Dr. Shiwago:

- Es ging mir auch um Situationen, wo man bestenfalls sehr unregelmäßig nennenswert laden kann und es für BEV eher nicht reicht. Soll man nur deswegen auf einen reinen Verbrenner?

- Kenne viele Leute, bei denen die Anhängerfahrten sehr wetterabhängig sind (Grüngut wegfahren, Rasenmäher auf ein Grundstück außerhalb fahren, Fest in der Pampa feiern, ...). Und das Wetter ist meist zu spontan für die wenigen Mietwagen mit AHK. Gerade bei Kleinwagen ist AHK aber noch so eine Sache.

- Bei uns ist die nächste halbwegs brauchbare Mietwagen-Firma ca. 20km weit weg. Und nicht an jeder Mietwagen-Firma kann man einfach das Privatautos stehen lassen und 24/7 das Mietauto abgeben _und_ dann direkt mit dem Privatauto von dort heimfahren. D.h. Mietwagen kann auch deswegen sehr umständlich sein. Mal ganz davon abgesehen, dass wenn "jeder" ein BEV hat, "alle" gleichzeitig für die Sommerferien einen Verbrenner wollen, die Mietwagen-Firmen für solche Nachfragespitzen aber aus wirtschaftlichen Gründen nicht Fahrzeuge kaufen wollen, die den Rest vom Jahr überflüssig sind.

 

notting

12.09.2022 19:28    |    Dr. Shiwago

Es mag auch wenige Fälle geben, wo ein PHEV durchaus Sinn macht. Grüngut wegfahren, Rasenmäher transportieren oder in der Pampa feiern, funktioniert auch mit dem BEV. Es sei denn man wohnt in Hamburg und der Rasenmäher muss nach München. Und die meisten BEV-Fahrer werden auch mit ihrem BEV in Urlaub fahren. Lieber ein paar Ladepausen einlegen, als stundenlang in so einer Verbrenner-Rappelkiste sitzen.

12.09.2022 19:29    |    notting

Zitat:

@Dr. Shiwago schrieb am 12. September 2022 um 19:28:14 Uhr:

Es mag auch Fälle geben, wo ein PHEV durchaus Sinn macht. Grüngut wegfahren, Rasenmäher transportieren oder in der Pampa feiern, funktioniert auch mit dem BEV. Es sei denn man wohnt in Hamburg und der Rasenmäher muss nach München.

Tja, nur haben die meisten BEV-Kleinwagen keine offizielle Anhängelast.

 

notting

12.09.2022 19:34    |    Dr. Shiwago

Viele PHEV-Kleinwagen gibt es auch nicht.

12.09.2022 19:44    |    notting

Zitat:

@Dr. Shiwago schrieb am 12. September 2022 um 19:34:27 Uhr:

Viele PHEV-Kleinwagen gibt es auch nicht.

Vllt. sehe ich das zu sehr mit der Renault-Brille.

Zoe (BEV-Kleinwagen): 0kg offizielle Anhängelast

Captur (PHEV-Kleinwagen): IIRC 750kg offizielle Anhängelast.

BTW: Den Megane BEV gibt's mit >500kg AH-Last auch nur in der Variante mit großem Motor _und_ großem Akku.

 

notting

12.09.2022 20:52    |    XF-Coupe

Ich habe ja vor dem Enyaq einen PHEV gefahren und bin der Meinung der PHEV ist besser als sein Ruf. Bei mir hat das Streckenprofil im Alltagsverkehr gut zur Reichweite von 60 km bei optimalen Bedingungen gepaßt, so dass ich im Alltag meist zu über 90% elektrisch gefahren bin. Einzig auf der längeren Strecke war man überwiegend mit dem Verbrenner unterwegs.

 

Hier bringt das Setting mit 30 kWh-Akku, 11 kW AC-Laden und 60 kW DC-Laden nochmals deutliche Verbesserungen. Damit hatte ich auch meine Langstrecken zu deutlich mehr als 50% elektrisch bewältigen können, weil man ja den Akku bei einer 30-minütigen Kaffeepause wieder vollbekommt und damit wieder locker 100 km elektrisch fahren kann. Mit meinem PHEV mit 3,7 kW Ladeleistung wollte ich bei einer solchen Kaffeepaus für bestenfalls 2 geladene kWh nicht die Säule für ein BEV blockieren.

 

Ich denke, es ist ein Fehler, dass die Förderung für PHEVs komplett fällt. Ohne Förderung sind solche PHEVs für den Privatkunden preislich uninteressant und derjenige, der sich noch nicht an ein BEV rantraut, wird nochmals zum Verbrenner greifen.

 

Bleibt zu hoffen, dass wenigstens solche PHEVs nach der Dienstwagennutzung in vernünftigen Stückzahlen auf dem Gebrauchtwagenmarkt zu finden sind.

 

Und jetzt bitte nicht wieder das Totschlagargument mit den unbenutzten Ladekabeln der PHEVs bringen. Mein Enyaq hat mittlerweile über 4.000 km gelaufen und auch da liegt das Ladekabel bisher ungenutzt im Ablagefach unter dem Kofferraum.

12.09.2022 21:51    |    Lumpi3000

Ich kann mich über meinen PHEV nicht beklagen.

 

Hier durchs Dorf fahr ich elektrisch, alles andere mit dem Benziner. Ladesäulen gibts hier natürlich keine, da muss man dankbar für Strom und fließend Wasser sein.

Bis ich an der Autobahn bin muss ich mit dem vergleichbaren (bzw in dem Fall sogar baugleichen) BEV am nächsten Schnelllader wieder anhalten :rolleyes:

13.09.2022 01:25    |    Hanuse

Zitat:

@Dr. Shiwago schrieb am 12. September 2022 um 18:49:44 Uhr:

Bei PHEV bekomme ich immer Bauchschmerzen. Es ist im Grunde ein technischer Overkill. Man schleppt immer zwei schwere Antriebe mit sich herum, von denen immer einer überflüssig ist - irgendwie unlogisch.

Braucht man tatsächlich häufig ein Langstrecken- oder Zugfahrzeug, sollte man gleich einen Diesel kaufen. Blödsinnig den mit einem Benziner, der ständig einen schweren, meist ungenutzten Elektroantrieb mit sich herumschleppt, ersetzen zu wollen. Man stelle sich vor, Hamburg - München mit Anhänger und man schleppt noch ständig einen E-Motor samt Batterie mit sich herum - einfach unsinnig.

Wird das PHEV überwiegend zum Pendeln benutzt, kann man das meist rein elektrisch bewältigen und es macht überhaupt keinen Sinn, täglich einen Verbrennungsmotor spazieren zu fahren. Mein Tipp: Ein Elektroauto anschaffen und für die zwei, drei Fahrten im Jahr, wo das Elektroauto nerven könnte, einen Verbrenner mieten.

Alternative zum PHEV ist: BEV plus Verbrenner-Mietwagen bei Bedarf. Oder in einem elektrischen Firmen-Fahrzeugpool, einige Diesel-KFZ für Problemfälle vorhalten.

Fazit: Das PHEV kann getrost weg.

Deine Annahme, dass man immer zwei schwere Antriebe mit sich herumschleppt, von denen immer einer überflüssig ist nicht unlogisch sondern falsch.

Es ist ja nicht so, dass immer nur einer von beiden Antrieben die ganze Arbeit verrichtet sondern das wird intelligent aufgeteilt um möglichst effizient unterwegs zu sein - zumindest im dafür vorgesehenen Fahrmodus.

 

Bei meinem BMW 330e ist das der Hybrid Eco Modus, wenn man das Navi nutzt teilt er sich ne Akkuladung und den rekuperierten Strom auch bei Fahrten über 500 km so ein, das möglichst wenig Benzin verbraucht wird. Sei es durch Unterstützung des Elektromotors bei Bergfahrten oder auch beim Fahren mit konstanter Geschwindigkeit, laut Bedienungsanleitung "Der Elektromotor entlastet durch automatisches Hinzuschalten zeitweise den Verbrennungsmotor".

 

Dadurch ist man auch auf Langstrecke sparsamer unterwegs als mitm Benziner, bei ständigen Langstrecken macht natürlich ein Diesel momentan noch mehr Sinn…

13.09.2022 11:51    |    Frada84

Ich fahre ebenfalls einen PhEV, gerade auch weil ich einen Anhänger ziehen möchte. Ganz bestimmt werde ich mir keine zwei Fahrzeuge hinstellen um elektrisch in die Arbeit pendeln zu können und für den Anhängerbetrieb ein eigenes Fahrzeug vorzuhalten.

Da hohe Anhängelasten kaum ein bezahlbares BEV aufweisen kann (von der mangelnden Reichweite überhaupt nicht zu reden) fällt ein BEV raus. Bevor ich also weiterhin mit einem Diesel 7 - 8 l im städtischen Berufsverkehr und 10 - 12 l im Anhängerbetrieb verbrenne, fahre ich aktuell mit rund 16 - 20 kw/h in der Stadt und 10 - 12 l + 1 kwh (jeweils auf 100km) im Gespannbetrieb.

 

Könnte mit einem reinen BEV Fahrzeug vielleicht etwas niedriger sein, aber ich finde so schlecht sind die Verbräuche auch nicht. Besonders finde ich die Ruhe und den gleichmäßigen Antrieb in so einem Fahrzeug sehr gut und ich denke auch innerstädtisch ist es nicht vom Nachteil, weniger Emissionen, sei es Abgas oder Geräusche zu produzieren.

 

Sehr schade finde ich aber auch, die geringe Ladeleistung, selbst beim BMW X5 ist nur eine Ladeleistung von 3,6 kw über Typ 2 möglich. Auch könnte die Kapazität bei netto rund 20 kwh liegen, würde mir im Alltag hier und da schon weiterhelfen, aber auch mit 45 - 50 km kommt man schon recht weit.

13.09.2022 13:19    |    wirme

Ich fahre seit 1,5 Jahren einen Volvo XC40 Hybrid.

Tolles Auto aber die Reichweite ist totaler Mist.

Obwohl ich nur 20 km pro Tag fahre, muss ich das Auto täglich laden, weil es ca. 30 kWh/100 km braucht.

Auf der Autobahn bei 120 km/h liegt der Benzinverbrauch bei ca. 7 Liter/100 km.

Irgendwie beides nicht das "gelbe vom Ei".

 

Jetzt habe ich den EQC bestellt und bin mal gespannt wie ich damit zurechtkomme.

Der hat eine Anhängerlast von 1.800 kg.

 

Geladen wird der dann auf der Arbeit - da haben wir eine 200 kVA PV Anlage.

13.09.2022 20:14    |    Hanuse

Warum ist das totaler Mist wenn man nen Hybrid täglich laden muss? Das ist kein Aufwand und alles andere macht doch bei nem Hybrid keinen Sinn…

14.09.2022 06:17    |    wirme

Zitat:

@Hanuse schrieb am 13. September 2022 um 20:14:42 Uhr:

Warum ist das totaler Mist wenn man nen Hybrid täglich laden muss? Das ist kein Aufwand und alles andere macht doch bei nem Hybrid keinen Sinn…

Wo steht in meinem Post, dass ich das tägliche Laden Mist finde ?

Ist zwar umständlich weil wir auf der Firma noch kein Wallbox haben, aber damit kann ich leben.

 

Die Frage ist doch eher, wie lange der Akku dann hält.

 

Gehen wir mal von 1.000 Zyklen aus und 40 km Reichweite aus.

1.000 Zyklen x 40 km Reichweite = 40.000 km.

Das würde in meinem Fall bedeuten, dass der Akku nach 3 Jahren neu müsste.

 

Bei einem reinen E-Auto mit 400 km Reichweite wären das 400.000 km.

14.09.2022 08:33    |    Hanuse

Sorry aber das ist Quatsch - die Akkus und die Ladesteuerung der PHEVs sind fürs tägliche Laden ausgelegt, der Akku geht nicht nach 1000 Ladezyklen kaputt. Da brauchst Dir also keine Sorgen machen…

14.09.2022 09:05    |    Lumpi3000

Ich kann da nur für meinen Ioniq Plug-In sprechen. Hyundai gibt (bzw. hat gegeben) 8 Jahre oder 200.000km Garantie auf die Hochvoltbatterie ...

Der Punkt ist aber, das es nicht bedeutet das die Batterie dann kaputt ist, sondern die Ladekapazität ist dann geringer.

14.09.2022 10:15    |    wirme

Zitat:

@Hanuse schrieb am 14. September 2022 um 08:33:50 Uhr:

Sorry aber das ist Quatsch - die Akkus und die Ladesteuerung der PHEVs sind fürs tägliche Laden ausgelegt, der Akku geht nicht nach 1000 Ladezyklen kaputt. Da brauchst Dir also keine Sorgen machen…

Ich halte das nicht für Quatsch.

Es mag schon sein, dass der Akku auch 2.000 oder mehr Zyklen hält.

Die Reichweite wird mit der Zeit aber nachlassen.

 

Volvo gibt eine Akku Garantie auf 8 Jahre oder 160.000 km.

Ich gehe mal davon aus, dass der Akku nur bei einem Ausfall ersetzt wird.

Wenn die Kapazität "schrumpft", fällt das unter normale Alterung.

 

Nicht das ich falsch verstanden werde.

Mit einem größeren Akku und 0,5 % Versteuerung, wäre der Hybrid mein Favorit.

Mit der 1 % Regel mach der Hybrid keinen Sinn mehr für mich.

14.09.2022 10:34    |    Tom9973

Aus meiner Sicht hat der PHEV sein eigenes Fahrprofil. Diesen in Richtung Verbrenner oder BEV zu verbiegen, ist einfach unsinnig.

Dieses Fahrprofil liegt dort, dass nicht nur zur Arbeit gependelt wird und nicht oder kaum mal eine Langstrecke gefahren wird. Es liegt dort, wo tatsächlich beide Antriebe auch genutzt werden (muss nicht gleichzeitig passieren). Ein PHEV der 90% der Kilometer elektrisch macht oder 90% mit dem Verbrenner, der hat das Thema verfehlt. Das trifft sicher nicht auf jeden zu, aber diese Fahrprofile gibt es und für die macht es Sinn.

 

Ich fahre jetzt seit bald 3 Jahren PHEV. Die Jahreslaufleistung beträgt rund 20.000km/Jahr (während manches Lockdowns auch weniger), dabei entfallen ca. 12.000km (60%) auf Langstrecke und 8.000km (40%) auf Kurzstrecke. Letztere ist geprägt vom Weg zur Arbeit, 15km einfach (der Schnitt liegt übrigens bei 18km). Das ist ein Profil, da macht es Sinn.

 

Dabei fange ich mit einem ganz sicher nicht an, auf der Langstrecke zu laden. Wer das will, wer das tut, der kauft sich ein BEV (denn die können das viel besser). Darum braucht es aus meiner Sicht auch keine großartige Ladeleistung bei einem PHEV. Nur über die Akkugröße kann man im gewissen Rahmen diskutieren. Es muss halt für den Alltag reichen. Wenn es jemand 30km einfach zur Arbeit hat, dann braucht der eher 15kWh netto. Der Akku muss halt auch nicht jeden Ausnahmefall abdecken. Natürlich habe ich auch drei, vier Fälle im Jahr, wo 2kWh mehr im Akku es verhindert hätte, dass der Verbrenner ran muss. Aber: So what? Die Regel muss abgedeckt sein, nicht die Ausnahme.

 

Darum sind PHEVs mit den rund 50km Reichweite schon im Groben richtig dimensioniert. Dabei will ich nicht sagen, dass für manch einen etwas mehr richtig ist, der soll und darf dann natürlich auch eines sich zulegen, was etwas mehr kann (gibt es ja auch). Wer da aber komplett daneben liegt von seinem Fahrprofil und ja, das gibt es auch mehr als genug, für den ist es nichts. Das PHEV ist nicht deshalb schlecht, weil es Fahrprofile gibt, wo es nichts taugt.

14.09.2022 11:21    |    wirme

Ich fahre 20.000 km pro Jahr:

 

9.000 km < 30 km

4.000 km < 100 km

5.000 km < 500 km

2.000 km < 700 km

 

Da macht der vollelektrische mehr Sinn.

Zuhause lade ich PV Strom für 10 Cent/kwh netto.

Auf der Langstrecke besteht oft die Möglichkeit bei Kunden oder Lieferanten zu laden.

14.09.2022 13:02    |    Hanuse

Zitat:

@wirme schrieb am 14. September 2022 um 10:15:50 Uhr:

 

Ich halte das nicht für Quatsch.

Es mag schon sein, dass der Akku auch 2.000 oder mehr Zyklen hält.

Die Reichweite wird mit der Zeit aber nachlassen.

 

Volvo gibt eine Akku Garantie auf 8 Jahre oder 160.000 km.

Ich gehe mal davon aus, dass der Akku nur bei einem Ausfall ersetzt wird.

Wenn die Kapazität "schrumpft", fällt das unter normale Alterung.

 

Nicht das ich falsch verstanden werde.

Mit einem größeren Akku und 0,5 % Versteuerung, wäre der Hybrid mein Favorit.

Mit der 1 % Regel mach der Hybrid keinen Sinn mehr für mich.

BMW gibt z.B. ne Garantie über 8 Jahre und 100.000 km auf mind. 70 % Kapazität, ich nehm also an Volvo macht das ähnlich.

 

Und die 0,5 % Besteuerung bleibt vorerst, also auch kein Thema.

 

Bei deinem Fahrprofil ist ein BEV sicher die bessere Wahl, bei meinem Fahrprofil passt mein PHEV, wie beim Vorposter, wie die Faust aufs Auge. Ich brauch im Alltag weder mehr Reichweite noch ne schnellere Ladeleistung. Umsonst würd ich das natürlich mitnehmen aber Mehrkosten dafür würden sich für mich nicht lohnen. Wozu einen größeren Akku zahlen und das Mehrgewicht immer mitschleppen, wenn man es nicht braucht?

Es mag Fälle geben die mehr Reichweite brauchen aber da ist dann meist ein BEV die bessere Wahl…

14.09.2022 14:53    |    wirme

Ich habe im April / Mai bestellt.

Da war im Gespräch, dass die 0,5 % für den Hybrid entfallen.

Deswegen habe ich mich für einen BEV entschieden.

War eine Mercedes Aktion mit Leasingfaktor 0,99 % und in 8 Monaten lieferbar.

Wenn ich den Volvo verlängert hätte, wäre es genau so teuer geworden.

15.09.2022 20:03    |    towe96

Viel wichtiger als die Förderung wäre ja, dass das E-Kennzeichen endlich wegfällt bzw. bei Ummeldungen nicht wieder vergeben wird.

15.09.2022 20:56    |    Tom9973

Zitat:

@towe96 schrieb am 15. September 2022 um 20:03:35 Uhr:

Viel wichtiger als die Förderung wäre ja, dass das E-Kennzeichen endlich wegfällt bzw. bei Ummeldungen nicht wieder vergeben wird.

Warum?

16.09.2022 08:05    |    towe96

Damit öffentliche Ladestationen nicht stundenlang von PHEVs belegt sind, die ihre 5 kWh-Batterie mit 3.6 kW laden um 0.05l Benzin zu sparen.

16.09.2022 08:31    |    Frada84

Ich denke die PhEV sollen gerade elektrisch fahren und nicht mit dem Benziner, oder warum haben die PhEVs so einen schlechten ruf?

16.09.2022 09:09    |    towe96

Elektrisch verschwenden sie Strom, auf Benzin Benzin. Das schlechteste beider Welten, was unbegründet Subventionen erhält und Ladesäulen blockiert.

16.09.2022 09:50    |    wirme

Zitat:

@Frada84 schrieb am 16. September 2022 um 08:31:13 Uhr:

Ich denke die PhEV sollen gerade elektrisch fahren und nicht mit dem Benziner, oder warum haben die PhEVs so einen schlechten ruf?

Wegen der 0,5 % Regel werden die Hybrid gerne als Dienstwagen verwendet.

Da ist es dann oft so, dass die Autos zu 100 % als Verbrenner laufen.

16.09.2022 09:55    |    Frada84

Zitat:

@wirme schrieb am 16. September 2022 um 09:50:01 Uhr:

Zitat:

@Frada84 schrieb am 16. September 2022 um 08:31:13 Uhr:

Ich denke die PhEV sollen gerade elektrisch fahren und nicht mit dem Benziner, oder warum haben die PhEVs so einen schlechten ruf?

Wegen der 0,5 % Regel werden die Hybrid gerne als Dienstwagen verwendet.

Da ist es dann oft so, dass die Autos zu 100 % als Verbrenner laufen.

Ja eben, sie sollen nicht auf Benzin fahren, aber an der Ladesäule dürfen sie auch nicht stehen. Obwohl einige zumindest in den Städten auch rein elektrisch fahren sollen sie auch keine E Kennzeichen haben dürfen...

 

Wenn ein Hybrid elektrisch genutzt wird, dann hat dieser doch genauso ein Anrecht darauf eine Ladesäule zu nutzen wie andere Teilnehmer auch. Ansonsten braucht man sich auch nicht zu beschweren, wenn die Hybride nicht geladen werden und ausschließlich mit Benzin gefahren werden.

16.09.2022 11:02    |    Tom9973

Zitat:

@Frada84 schrieb am 16. September 2022 um 09:55:59 Uhr:

Ansonsten braucht man sich auch nicht zu beschweren, wenn die Hybride nicht geladen werden und ausschließlich mit Benzin gefahren werden.

Die Logik hinter der Forderung, dass PHEVs nicht geladen werden dürfen ist, dass entsprechende Personen anschließend viel besser und begründeter argumentieren können, dass PHEVs ja nie geladen werden.

 

Übrigens kann man daher gehen und erzählen, dass E-Mobilität ja vollkommen untauglich ist, weil man damit ja kaum weiter kommt als 150km (siehe Renault Zoe von 2013). Genauso kann man die ersten PHEVs mit 5kWh Batterie und 3,6kW Ladeleistung daher nehmen und seine Vorurteilen fröhlich weiter pflegen. Dass auf beiden Seiten nicht nur die Erstzulassungen, sondern selbst der Bestand anders aussieht ... wen interessiert das schon?

16.09.2022 17:32    |    notting

Zitat:

@towe96 schrieb am 16. September 2022 um 08:05:19 Uhr:

Zitat:

@Tom9973 schrieb am 15. September 2022 um 20:56:41 Uhr:

Zitat:

@towe96 schrieb am 15. September 2022 um 20:03:35 Uhr:

Viel wichtiger als die Förderung wäre ja, dass das E-Kennzeichen endlich wegfällt bzw. bei Ummeldungen nicht wieder vergeben wird.

Warum?

Damit öffentliche Ladestationen nicht stundenlang von PHEVs belegt sind, die ihre 5 kWh-Batterie mit 3.6 kW laden um 0.05l Benzin zu sparen.

Anscheinend hast du dich mit dem Thema noch nicht richtig beschäftigt. Bei vielen Ladesäulen ist ein E-Kennzeichen keine Voraussetzung. Vermutl. u.a. wg. E-Fahrzeugen ohne amtl. Kennzeichen, also mit Versicherungskennzeichen.

https://presse.adac.de/.../...warr-an-oeffentlichen-ladestationen.html

 

Und warum hast du offensichtl. nix gegen BEV, die nur genauso lahm laden, entweder weil scheiße gekauft oder gezielt z. B. in den Fahrzeugeinstellungen gedrosselt?

 

Außerdem haben viele Wallboxen und Ladesäulen fest montierte Typ2-Kabel, sodass es recht wahrscheinlich ist, dass das mitgelieferte Ladekabel auch bei PHEV unbenutzt bleibt.

Und selbst wenn PHEV nicht geladen werden: Immerhier rekuperieren sie. In der Praxis dürfte gerade bei Firmenfahrzeugen ein Diesel ohne Rekuperation mit seinen NOx die Alternative gewesen sein.

 

Bin allerdings eben auch der Meinung, dass die Förderrichtlinien viel früher mehr Ladeleistung und elektr. Reichweite hätten erfordern müssen.

 

notting

16.09.2022 19:48    |    Tom9973

Zitat:

@notting schrieb am 16. September 2022 um 17:32:02 Uhr:

Anscheinend hast du dich mit dem Thema noch nicht richtig beschäftigt. Bei vielen Ladesäulen ist ein E-Kennzeichen keine Voraussetzung.

Es sind nicht wenige, da ist es keine Voraussetzung, bei vielen aber ist das Voraussetzung. Es ist halt die wesentliche Nummer, die durch das E-Kennzeichen bewirkt wird.

18.09.2022 16:14    |    jennss

Ein Problem beim Phev ist die Akkulebensdauer. Da hilft ein größerer Akku auch nur bedingt, denn wenn man mehr km mit einer Ladung fahren kann, erhöht sich zunächst mal der elektrische Anteil an den Kilometern. Es werden aber kaum weniger Zyklen pro Jahr sein. Man fährt nur weniger mit Benzin. Auch ein Toyota RAV4 mit 70 km WLTP-Reichweite hat nur 5 Jahre/100000 km Akkugarantie. Ein E-Auto mit 60 kWh wird viel weniger Zyklen im gleichen Zeitraum verfahren und somit länger halten. Die üblichen 8 Jahre/160000 km sind allermeist ein sehr niedrig angesetzter Wert, quasi ein Standard. Im Schnitt kann man wohl von 1500 Zyklen ausgehen. Wenn ein Phev mit relativ großem Akku vielleicht real 60 km schafft und zu 80% elektrisch fahren kann, kommt er auf ca. 110000 km. Bei einem E-Auto mit realen 300 km kommt man auf 450000 km.

 

Ein weiterer Punkt ist, dass man beim Phev nur dann die volle Leistung hat, wenn man mit Benziner fährt. Wer zu 80% rein elektrisch fährt, ist deutlich langsamer unterwegs als mit vergleichbarem E-Auto. Eine Frage des Fahrspaßes. Das war für mich auch entscheidend, von Phev auf E-Auto zu wechseln.

 

Je besser die Ladeinfrastruktur wird, desto weniger spricht gegen das E-Auto. Bei vielen ist es schon jetzt voll allroundtauglich. Phevs sind aber wertvoll, um den Wechsel zu schaffen. Direkt auf ein E-Auto zu wechseln, hätte ich auch kaum den Mut gehabt. Jetzt weiß ich, dass es für mich sehr gut funktioniert.

j.

18.09.2022 20:51    |    Tom9973

Ich sehe das nicht so eindeutig, dass der PHEV ein Problem mit der Akkulebensdauer hat. Was man heute schon sehen kann, die Zyklen sind nicht so furchtbar schlimm für die Alterung. Wesentlich weniger klar ist, was macht die kalendarische Alterung? Schwer zu sagen. Aber sollte die ein echter Faktor sein, dann wirkt sie sich weit schlechter auf BEVs aus. Was man heute aber schon sagen kann, das wird wenn es Faktor wird, erst im zweistelligen Alter ein Faktor. Bei einem BEV endet so etwas in einem solchen Alter schnell im Totalschaden, ein kleiner PHEV Akku dürfte um Faktoren günstiger sein und damit wahrscheinlich immer noch eine Option auszutauschen.

Und zu guter Letzt: Wenn die Kapazität des Akkus sinkt, dann ist das beim BEV ein Faktor, der echt nicht ohne ist. Wo ist der irgendwann raus bzw. verliert echt massiv an Wert? Mit 40% Akkukapazität würde ich noch meinen einfachen Arbeitsweg schaffen (müsste dann nur doppelt so oft laden). Drunter wäre es noch ein Vollhybrid und im Zweifel, wenn der Akku gar nicht mehr will, wäre es ein übergewichtiger E220d.

25.09.2022 19:17    |    wurst1

100.000 km Test Niro PHEV kein Verlust Akku Kapazität. BMW I3 erste Baujahre haben noch so um die 70%-80% Kapazität laut AB Test . Entsprechend würde mein jetziger Plug in , aktuell 54 km elektrische Reichweite immer noch 38 km schaffen.

 

Das dürfte für die meisten Wege zum Bäcker immer noch reichen.

 

Für mich persönlich ist Plug in eine Brückentechnologie, größter Segen dass diese Fahrzeuge durch die Städte abgasfrei und viel leiser fahren.

 

Die Zukunft ist der reine Elektro, viele auch defektanfällige Bauteile des Verbrenners entfallen. By the way, wenn ein moderner Verbrennungsmotor nach 7-8 Jahren den Geist aufgibt sind auch hohe Kosten fällig.

 

Für meinen Teil, nach 2 Jahren Plug in mit traumhaft niedrigen Vebräuchen von 2-3 Litern Benzin/100 km zzgl. Strom umgerechnet etwa 4 Liter Benzin/100 km, werde ich auf einen reinen Elektro wechseln , da der elektrische Antrieb in punkto Laufkultur und Drehmoment einfach überlegen ist.

 

Wer jeden Tag mehrere Hundert Kilometer fährt, für den kommt immer noch ein Diesel in Betracht.

 

Im übrigen der Werterhalt eines Plug in auf dem Gebrauchtwagenmarkt ist aktuell unschlagbar. :)

25.09.2022 20:51    |    jennss

Zitat:

@Tom9973 schrieb am 18. September 2022 um 20:51:53 Uhr:

Ich sehe das nicht so eindeutig, dass der PHEV ein Problem mit der Akkulebensdauer hat. Was man heute schon sehen kann, die Zyklen sind nicht so furchtbar schlimm für die Alterung.

Wo sieht man das? Unser BMW 225xe hat nach 52000 km/3 Jahren bei nur 37% Elektroanteil deutlich an Kapazität verloren und bei Mercedes war das im Forum hier auch schon zu lesen. Selbstverständlich macht die Zyklenzahl viel aus. Aber nicht alles. Beim Phev könnte man etwas retten, wenn man den Nutzungsbereich stark verkleinert, also z.B. einen 25 kWh-Akku einbaut und nur die Hälfte davon netto freigibt, denn dann würde der Akku quasi nur im Bereich 25% bis 75% betrieben werden, was ihn schont. So große Brutto-netto-Differenzen kenne ich aber nicht von Phevs.

 

Zitat:

Wesentlich weniger klar ist, was macht die kalendarische Alterung? Schwer zu sagen.

https://efahrer.chip.de/.../...hre-haltbarkeit-von-e-auto-akkus_109529

15 bis 20 Jahre Akkulebensdauer sind demnach recht wahrscheinlich. Dann wird er wohl nur noch etwa 2/3 Kapazität haben.

 

Zitat:

Bei einem BEV endet so etwas in einem solchen Alter schnell im Totalschaden,

Im Schnitt werden BEVs sicher länger halten als Verbrenner. Bei sehr geringen Jahresfahrleistungen haben Verbrenner Vorteile, bei hohen BEVs.

 

Zitat:

Und zu guter Letzt: Wenn die Kapazität des Akkus sinkt, dann ist das beim BEV ein Faktor, der echt nicht ohne ist. Wo ist der irgendwann raus bzw. verliert echt massiv an Wert? Mit 40% Akkukapazität würde ich noch meinen einfachen Arbeitsweg schaffen (müsste dann nur doppelt so oft laden).

40% Restkapazität? Das geht wohl kaum. Ich denke, unter 60% wird der Akku nur noch schlecht zu fahren sein, da er dann an Leistung verliert.

j.

25.09.2022 21:01    |    jennss

Zitat:

@wurst1 schrieb am 25. September 2022 um 19:17:55 Uhr:

100.000 km Test Niro PHEV kein Verlust Akku Kapazität.

Welcher Test? Kapazität ausgelesen? Wie viel E-Anteil?

 

Zitat:

BMW I3 erste Baujahre haben noch so um die 70%-80% Kapazität laut AB Test .

Ja, die hatten noch 22 kWh, wie heute schon manche Phevs. :)

 

Zitat:

Für mich persönlich ist Plug in eine Brückentechnologie, größter Segen dass diese Fahrzeuge durch die Städte abgasfrei und viel leiser fahren.

 

Die Zukunft ist der reine Elektro,

Ich denke, sehr viele Phev-Fahrer wechseln danach auf Elektro.

 

Zitat:

Im übrigen der Werterhalt eines Plug in auf dem Gebrauchtwagenmarkt ist aktuell unschlagbar. :)

Unser 225xe wurde nach Rückgabe für ca. 18500 € angeboten, bei Neupreis 44000 €, nach nur 3 Jahren/52000 km. Ein Tesla hat da viel weniger Verlust. Aber jetzige Phevs könnten jetzt wenig Verlust haben, weil es bald keine Förderung gibt.

j.

25.09.2022 21:47    |    nickydw

Die Mercedes PHEV sind schon ziemlich gut, Diesel sowie Benzin. Kaufen würde ich mir trotzdem keinen, dafür passt mein Fahrprofil einfach nicht. Für jemand der tagtäglich 20km zur Arbeit fährt und jedes WE 500km zu Tante Martha mag ein PHEV interessant sein. Ein Fahrzeug das mehr richtung Elektroauto mit range extender geht fände ich besser. Akku noch ein wenig größer, 2 Zylinder Verbrenner oä der nur Energie erzeugt und nicht die Räder antreibt, der dann mit leerem Akku noch 150-160kmh schafft. Zwei vollständige Antriebsstränge wie es Mercedes macht mit 300PS+ sind zwar nice to have aber im Alltag völliger overkill, vor allem bei Gewicht und Komplexität.

 

Lange Strecken Hänger ziehen mit einem BEV macht keinen Sinn, Verbrauch ist minimum doppelt so hoch, bei Wohnwagen/Aufbauten geht es bis 3x. Da muss man dann schon viel Zeit mit bringen und viele Ladesäulen sind nicht auf Hänger ausgelegt, also entweder abkoppeln oder zuparken.

 

Über die Akkulebensdauer würde ich mir weniger Gedanken machen, die hat man als Kunde sowiso selbst in der Hand. Außerdem schützen die Hersteller ihre Kunden (und ihre Garantie) vor eigener Dummheit, denn die Akkus können gar nicht vollständig leer/voll gemacht werden. Wenn man seinem Akku was gutes tun will läd man ihn nur bis 90% und entläd nur bis 10%, dann hat man die Lebensdauer sofort verdoppelt bis verdreifacht. Die "ich tanke voll" Mentalität sollte man bei Batterien besser ablegen.

25.09.2022 23:01    |    jennss

Zitat:

@nickydw schrieb am 25. September 2022 um 21:47:04 Uhr:

Die Mercedes PHEV sind schon ziemlich gut, Diesel sowie Benzin.

Zum GLC350e: https://www.motor-talk.de/.../...rungen-zum-glc-350e-t5982156.html?...

 

Zitat:

Ein Fahrzeug das mehr richtung Elektroauto mit range extender geht fände ich besser. Akku noch ein wenig größer, 2 Zylinder Verbrenner oä der nur Energie erzeugt und nicht die Räder antreibt, der dann mit leerem Akku noch 150-160kmh schafft.

Die Frage ist dann aber: Warum nicht gleich einen richtigen Bev mit größerem Akku? Der hält auch entsprechend länger.

 

Zitat:

Lange Strecken Hänger ziehen mit einem BEV macht keinen Sinn, Verbrauch ist minimum doppelt so hoch, bei Wohnwagen/Aufbauten geht es bis 3x.

3x? Also mit Bev + Anhänger fährt man ja nicht so schnell wie ohne Anhänger. Soweit ich weiß, sind es ca. 30 bis 35 kWh/100 km mit Wohnwagen (Model 3). Das ist durchaus noch mit brauchbarer Reichweite, also mehr als 2 Stunden Fahrt bis zur Pause.

 

Zitat:

Da muss man dann schon viel Zeit mit bringen und viele Ladesäulen sind nicht auf Hänger ausgelegt, also entweder abkoppeln oder zuparken.

Genau. DAS ist aktuell noch das Problem.

 

Zitat:

Wenn man seinem Akku was gutes tun will läd man ihn nur bis 90%

Ich lade beim Bev im Alltag nur bis 80%. Aber beim Phev habe ich immer bis 100% geladen, weil die Reichweite sonst eben ziemlich klein wäre. Ich glaube, Phevs werden fast immer bis 100% geladen.

 

Zitat:

und entläd nur bis 10%, dann hat man die Lebensdauer sofort verdoppelt bis verdreifacht.

So viel sicher nicht.

j.

26.09.2022 11:21    |    Tom9973

Zitat:

@jennss schrieb am 25. September 2022 um 20:51:53 Uhr:

Wo sieht man das? Unser BMW 225xe hat nach 52000 km/3 Jahren bei nur 37% Elektroanteil deutlich an Kapazität verloren und bei Mercedes war das im Forum hier auch schon zu lesen.

Da sieht man ja durchaus auch ganz gut, wo die Reise hingeht. Natürlich gibt es bei der Zyklenzahl auch Grenzen. Bei Extrembeispielen kann das irgendwann auch zum Problem werden. Grade die Mini-Akkus der ersten Generation bei PHEVs, kombiniert mit entsprechendem Extrembetrieb (500 Vollzyklen jährlich beim Mitforisten) hinterlassen dann durchaus irgendwann Spuren. 70% waren es nach 4 1/2 Jahren oder rechnerischen 2250 Vollzyklen.

 

Meiner ist jetzt 3,5 Jahre alt und hat rund 500 Vollzyklen hinter sich (kein ernsthaft messbarer Kapazitätsverlust erkennbar). Rechne ich das auf 2250 Vollzyklen hoch, dann landet man bei knapp 16 Jahren. Ob das so eintritt oder die kalendarische Alterung da vorher auch noch was nimmt ... da bleibt ein Fragezeichen.

 

Verfällt man also nicht in Extreme, werden die Akkus bei BEVs, aber auch bei PHEVs meiner Meinung nach eine gute Lebensdauer bringen. Unterstellt man bei PHEVs der zweiten oder gar dritten Generation aber ein Problem, muss man das bei BEVs auch annehmen.

 

Und wie gesagt, fragezeichenbehaftet ist für mich auch ganz klar, was passiert bzw. wie geht es weiter unterhalb der 70%? Geht das mittel- bis langfristig gut? Wenn nein, dann brauchen wir auch mit Second-Life gar nicht erst anfangen. Wenn das funktioniert wird grade im PHEV-Bereich kaum ein Akku das Second-Life sehen, weil der eben auch noch mit 50% seine Aufgabe machen wird.

 

Vielleicht noch zum Wertverlust: Zahlen von damals und heute sind echt nicht vergleichbar. Der Automarkt, egal was für ein Antrieb, ist massiv durcheinander. Suche ich nach meinem, so bietet Mercedes den mit 3,5 Jahren für das Geld an, was ich damals für den mit 10 Monaten bezahlt habe.

26.09.2022 13:35    |    wirme

Mein PHEV hängt täglich an der Steckdose, weil ich keine 2 Tage mit dem Akku auskomme.

Irgendwann nervt so was dann.

Ich habe heute Bescheid bekommen, dass mein BEV 2 Monate früher (Ende Oktober) kommt.

Wären dann < 7 Monate Lieferzeit ab Bestellung.

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