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15.04.2019 17:27    |    spaetbremser    |    Kommentare (4)    |   Stichworte: 55 AMG, 55 Kompresssor AMG, AMG, Kompressor, Tuning 55 Kompresssor AMG

Hallo zusammen.

 

ich werde des Öfteren gefragt, was besser ist als Tuning:

Am Kompressor ein kleineres Kompressorrad montieren, oder an der Kurbelwelle ein grösseres Rad montieren?

 

Hier mal mein Versuch einer Antwort:

 

Grundsätzlich:

Unten Größer ist besser als oben Kleiner!

Warum?

  1. Weil der Umschlingungswinkel des Kompressorrades auf 2 Seiten kleiner wird, wenn das Rad kleiner wird. Daraus ergibt sich eine gesteigerte Schlupfneigung und die Leistung geht teilweise in Riemenbröseln und Quietschen auf. dem kann man in teilen mit einem Belt Wrap Kit begegnen.
  2. Das Kurbelwellenrad ist ein Verschleissteil! mit der Zeit geht die Elatomerentkoppelschicht kaputt und es muss aufgewechselt werden. Ein Tune über das Kurbelwellenrad schlägt 2 Fliegen mit einer Klappe: Verschleissreparatur UND Leistungssteigerung.

 

Ich würde von allen Kompressorrädern mit weniger als 84mm die Finger lassen!

Warum?

Bis zu 84mm kann man originale Kompressorräder abdrehen mit einem guten Dreher. Diese Räder verfügen über ein geeignetes Lager und einen Stahlring.

Kleiner als 84mm muss ein kleineres Lager verbaut werden und 99,9% der Räder werden aus Alu gedreht (einfacher zu bearbeiten mit höherer Standfestigkeit der Drehmeissel).

Das birgt 3 Nachteile:

  1. Die Rollen im Lager haben aufgrund des geringeren Durchmessers eine deutlich erhöhte Eigendrehzahl und sterben mit der Zeit den Hitzetod (Pittings), da es keine geeigneten Lager -in Tragzahl und Drehzahl- auf dem Markt gibt, die auf die Nabe des Kompressors passen. Laufleistungen solcher Lager von 5.000-25.000km sind mir bekannt. danach sind die kaputt.
  2. In dem dünnen Aluring ist aufgrund des weicheren Material keine ausreichende Einpresspassung möglich. Und da sich Alu (Ring) und Stahl (Lageraussenring) unterschiedlich ausdehnen, kann es zu Rutschen des Lageraussenrings im Alu bei warmem Motor kommen, vor allem beim Einkuppeln (ruckartig mit hohen Kräften). Das Kompressorrad verschleisst. Laufleistungen von <5.000km bis zum Ausfall sind mir bekannt, ein Beispiel davon habe ich zur Ansicht in der Garage liegen.
  3. Für <84mm braucht man ein neues Rad, was in der Regel aus Alu gefertigt wird. Das birgt 3 weitere Unterrisiken:
    • Das Riemenprofil wird in der Regel eckig ausgeführt, was reduzierte Kräfte vom Riemen übertragen lässt. Schliesslich sind spezielle Riemeneinstichmeissel extrem teuer (Objekt zur Anschauung in meiner Garage).
    • Die Nieten der Kupplungsscheibe sind wiederzuverwenden, da es diese auf dem freien Markt nicht käuflich zu erwerben gibt. Der Kompressor nimmt je nach Leistung zwischen 50-70KW Leistung auf. Da macht es für mich keinen Sinn mehrfach verwendete Nieten zu benutzen. Im besten Fall brechen diese und die Federlaschen fressen sich nur durch die vordere Motorabdeckung. Schlimmstenfalls erwischen sie die Wasserleitung oder eine der Ölleitungen. Die Folge ist eine gemütliche Heimfahrt mit dem ADAC-Abschlepper.
    • Fertigungsgenauigkeit: Oft werden die Kompressorräder schnell und in Masse produziert und Detail, wie zB der Abstand zwischen Kupplungsscheibe und Kupplung wird in den Toleranzrechnungen nicht berücksichtigt. Das kann unter umständen zu einem deutlich zu hohen Lüftspiel führen, was zu ruckartigem Kompressoreinkuppeln führt.
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15.09.2019 01:40    |    vbaudi1

meld dich bitte per pn lg


Deine Antwort auf "Teil 3: [55 Kompressor] Kompressorübersetzung: was ist besser?"