Fri Jul 20 17:32:59 CEST 2012
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rpalmer
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Kommentare (15)
| Stichworte:
Erfahrungen, Erfahrungsaustausch, Korrosion, Korrosionsschutz, Oldtimer, Rost, Rostschutz, Youngtimer
[bild=2]Wer ältere Fahrzeuge bewegt, der wird sich irgendwann auch mit dem Thema Rostbeseitigung auseinandersetzen müssen. Bei jeder Anwendung wurde der Rost so gut wie es geht mechanisch entfernt (CSD Scheibe und Schleifstein), anschließend wurde nach Herstellervorgabe verarbeitet. [bild=3]BOB Rostschutz BOB ist kein Rostumwandler, sondern versucht den Rost luftdicht einzukapseln um diesen zu stoppen. Dazu verdrängt das Mittel die Restfeuchte aus der Korrosion und muss anschließend mit der Grundierung geschützt werden, da sonst kein Schutz gewährleistet wird. Ich habe die BOB Serie an mehreren Stellen meines Fahrzeuges (VW Vento) angewandt: + Schnell zu verarbeiten, die Versieglung kann nach 60min grundiert werden; die Grundierung nach 2h [bild=4]Lesonal R46 R46 ist eine klassische Rostschutzgrundierung, die aber auf maschinell entrosteten Blech (D.h. vorhandener Porenrost) aufgetragen werden kann. Ich habe dieses Produkt an meinem verblichenen Fiesta MkI angewandt, rund um die rostigen Radläufe. In den zwei Jahren geschah nichts; später entdeckte ich die Dose nach Jahre des Vergessens und behandelte die Schwellerköpfe (2010) meines Ventos. Anschließend wurde dünn Wachsunterbodenschutz aufgetragen. Diese sind bis heute rostfrei, wurden aber vorher durch Pelox RE entrostet. Hammerite Metallschutzlack Hat am Auto eigentlich nichts verloren, weil es aushärten soll und somit sich Harrrisse bilden, durch die dann wieder Feuchtigkeit eindringen kann. Ich habe damit 2010 die Bremstrommeln meines Fahrzeuges nach grober Handentrostung gestrichen, nach den zwei Jahren hat sich noch nicht viel getan, außer dass der Lack an einigen Stellen wieder abgeplatzt ist, da dort die Felgen anliegen. Auf den Bremssattel habe ich es noch nicht aufgetragen, mich würde da interessieren wie es mit der Hitzebeständigkeit ausschaut. - Teuer [bild=5]Brantho Korrux Nitrofest Laut dem Hersteller braucht man mit dieser Grundierung keinen Rostumwandler mehr, grob entrosten reicht, den Nitrofest saugt den alten rost in sich auf und versiegelt diesen dauerhaft. Ich habe das geglaubt und die abgeschliffene Unterbodenseite vom Schweller damit gestrichen, anschließend wurde dünn Unterbodenschutz aufgepinselt. Resultat: Nach einem Jahr war wieder Rost zu sehen, es hatte die Grundierung durchdrungen und löst den Unterbodenschutz an. War wohl doch nichts mit der Roststoppenden Wirkung. Allerdings habe ich den gründlich entrosteten Rahmen meines Motorrollers damit grundiert. Nach der Austrocknung hatte ich einen sehr widerstandsfähigen Oberflächenbezug, der auch Hammerschläge ohne Schäden überstand. + Als Grundierung auf rostfreiem Blech gut zu gebrauchen VW Korrosionsschutzlackierung + Schnelle Trocknung (15 Min) [bild=6]FluidFilm FF ist seit Jahren im Schiffsbau bekannt und dient hauptsächlich zur Konservierung von Hohlräumen. Es kann aber auch als Konservierung am Unterboden eingesetzt werden, da es den Rost durchdringt und konserviert. Es muss allerdings von Zeit zu Zeit wieder aufgefrischt werden (Erneute Anwendung) da es mit der Zeit abgewaschen wird. Ich habe damit im Winter 2010 den Unterboden meines 2. Ventos bepinselt/eingesprüht, auch bereits rostige Stellen wurden damit behandelt. Ich musste zwar nach 2 Monaten die Anwendung wiederholen, doch das Mittel tat was tun soll, es verhinderte den Ansatz von erneuter Korrosion und die Roststelle am Längsträger breitete sich nicht weiter aus. + Gute Roststopperwirkung [bild=7]Owatrol Öl: Fertan Fertan wirkt chemisch und zersetzt zunächst den Rost, um anschließend eine leicht schützende Schicht zu hinterlassen. Es scheint von der Wirkung her die Leute zu polarisieren, manche schwören darauf, andere sehen es als völlig wirkungslos an. Wer sich strikt an die Verarbeitungshinweise hält (Gründlich abschleifen, anschließend entfetten, zweimaliger Anstrich, gründliches Abwaschen, langes Einwirken (24h, danach nochmalige Anwendung, also 48h res.) UND diese Schicht dann grundiert) kann damit durchaus dem Porenrost zu Leibe rücken. Ich habe wohl einen Fehler bei der Verarbeitung gemacht, denn nach 2 Jahren brach der Rost durch die Grundierung durch. Vllt. war aber auch der Rost bereits zu stark. Wie auch immer, die Stelle ist nun durch ein Neuteil ersetzt. - Aufwändige Verarbeitung Teroson Wachsunterbodenschutzspray [bild=8]Teroson Terotex Unterbodenschutz Elaskon Agro Pelox RE Pelox wirkt ganz anders als die anderen vorgestellten Mittel, denn als entfernt den Rost vollständig, man hat also quasi neues Blech hinterher. Man entrostet soweit wie möglich, um die Zahl der Anwendungen zu verringern. Anschließed trägt man Pelox satt auf, durch die leichte Dickflüssigkeit klappt dies auch an fast senkrechten Flächen. + Entfernt den rost vollständig Von Hacki81 auf Motor-Talk kam der Tipp, dass man mit 85%iger Phosporsäure dieselbe Wirkung erzielt.
[bild=1] TimeMax ColorDaueraktiver Unterbodenschutz Das neuste Zaubermittel in meinem Fundus. Ich habe es noch nicht getestet. |
Fri Jul 20 18:59:26 CEST 2012 |
Hacki81
Hihi, ich werde zitiert.
Für die Wirksamkeit von reiner Phosphorsäure habe ich hier auch noch ein paar Bilder im Anhang.
Fertan funktioniert so ähnlich wie Phosphorsäure, es basiert auf der sogenannten Gallussäure. Diese reagiert mit Rost, und produziert dabei Eisengallat. Bei der Phosphorsäure entsteht eben Eisenphosphat. Beides sind chemisch wenig aktive, aber auch mechanisch wenig belastbare Substanzen. Bei der anwendung von Fertan müsste im Prinzip auch immer wieder geschrubbt werden, bis einfach kein Rost mehr da ist...
Ich gehöre also zu denen, die davon nichts halten. Wenn schon, kann man den Rost gleich richtig entfernen, und nicht einfach nur übertünchen.
Owatrol öl ist mmn. auch alter Wein in neuen Schläuchen. Es handelt sich dabei um sogenanntes Halböl, eine Mischung aus Leinölfirniss und Terpentinöl. Durch seine dünne Viskosität und lange Trocknungsphase dringt es Tief in den Rost ein, ausserdem "trocknet" es nicht per se durch Verdunstung von Lösungsmitteln, sondern durch Oxidation. Dabei entzieht es dem Rost gleich noch den gebundenen Restsauerstoff, und hemmt ihn dadurch enorm. Das ist übrigens auch der Grund, warum Leinöl (und auch Owatrol!) getränkte Lappen feuer fangen können. Diese oxidative Reaktion ist Exotherm - es wird Warm. Ja, sogar Heiss.
Damit habe ich Persönlich auch ganz gute Erfahrungen gemacht, auf dem letzten Bild sieht man unten Links das "rostvergrößerte Wasserablaufloch"; welches ich 2 Jahren kurzerhand mit Owatrol eingepinselt habe. Es ist bisher nicht weitergerostet.
Übrigens - Leinölfirniss und Terpentin aus dem Baumarkt ist wesentlich billiger als Owatrol, und funktioniert genauso gut.
Gruß
Fri Jul 20 20:45:03 CEST 2012 |
xRenox
Ich nutze seit Jahren Mike Sanders Korrosionsschutzfett. Habe damit alle Hohlräume mit der Lanze geflutet und seitdem nie wieder Rost gehabt. Es hat (natürlich besonders bei Wärme) auch eine sehr gute Dauerkriechwirkung und kriecht daher auch in Bereiche, wo man beim Versiegeln nicht hinkam.
Fri Jul 20 21:33:04 CEST 2012 |
Spurverbreiterung48838
@ Hacki81: könntest du mir mal bitte die Bilder erklären? Mit was bearbeitet? Wie lange hat es gedauert? Das letzte Bild hat aber nicht mit den anderen zu tun?
Gruß
Fri Jul 20 21:41:00 CEST 2012 |
ICBM
Hammerite an der Bremstrommel hält bei mir am Civic seit fast 10 Jahren - auch bei anderen Autos auch am Sattel ohne Probleme. Gut vorbereitet und 2-3 Schichten gepinselt und gut isses 😉
Fluidfilm als Spray verwende ich gerne als Schmiermittel für rostige Gelenke und beginnende Roststellen - FluidFilm in der Dose zum verpinseln an rostigen Flächen ähnlich wie MikeS.
mfg
Fri Jul 20 21:52:59 CEST 2012 |
Hacki81
Die ersten paar Bilder sind im laufe von 2, 3 Tagen entstanden. Die Bearbeitungsschritte waren dabei immer gleich. Phosphorsäure auftragen, warten bis sie ausgetrocknet ist, und dann frische auftragen. Zwischendurch mit der Drahtbürste abgebürstet. Groben rost mit dem Schraubenzieher abkratzen.
Anbei noch 2 Bilder - Phosphorsäure als Bad zusammen mit Oranex (bzw Orangenreiniger HT) und nem schuss Aceton... Entlackt und Entrostet wie beim Sandstrahlen.
P.s., Meine Erfahrungen decken sich weitgehend ...
Brantho korrux: taugt nix, höchstens auf absolut rostfreiem blech, aber da würde ich doch dann eher einen 2K Zinkphosphatprimer benutzen..
Fluid film: Tolles zeug, Wäscht sich schnell ab im Spritzwasserbereich, als AS-R aus der dose aber sehr einfach und "zwischendurch" aufzutragen.
Owatrol: Scheinbar auch tolles zeug. Damit habe ich auch meinen Holzschaltknauf wieder sehr schön bekommen, ist halt Leinölfirniss.
Fertan: Taugt nix. Höchstens um Rostfreies blech zusätzlich zu schützen, wenn man minderwertige grundierungen à la Brantho korrux benutzen will..
Elaskon Agro: Sieht scheisse aus, aber wirkt prima, und ist trotz der bezeichnung als "temporärer" schutz sehr langzeitresistent, selbst gegen die Waschanlage. Ebenfalls sehr leicht aus der Sprühdose aufzutragen.
Pelox RE: Zu teuer, siehe Phosphorsäure..
Mike Sanders: Auch tolles zeug. 😉
Fri Jul 20 22:06:52 CEST 2012 |
Spurverbreiterung48838
Habe mal ein Bild angehängt. Ist nicht von meinem Auto sondern aus dem Netz. Da wo die Schraube sitzt ist alles verrostet auch in dem Holraum wo dei Schraube drinne ist. Ich brächte mal ein Tipp wo mit ich es behandeln kann, auch mit dem Hinweis den Rost in dem Holraum dewr Schraube zu entfernen.
Sat Jul 21 00:12:33 CEST 2012 |
jcwfan
Ich kam mit Brunox epoxy gut über die Runden.
Losen Rost entfernt, kurz angeschliffen, aufgepinselt. Ergiebig, keine Grundi nötig.
Fertan ist nicht das Produkt meiner Wahl. Ähnliche Erfahrung wie oben beschrieben. Wollte auch nicht jedesmal viel Blech "runterhobeln", daher Umstieg auf Epoxy und Ruhe war.
Mit Hammerite habe ich lediglich den Luftfilterdeckel eingepinselt, es ist genau das oben beschriebene passiert und seither niemals mehr verwendet. (Deckel war mir nicht wichtig, war nur ein Versuch)
Mike Sanders, super! Kriecht überall hin, selbst nach über 10 Jahren noch (Sommerhitze).
Dann haben wir ein super geniales Fett aus der Industrie, leider wissen wir nicht, wie es heißt, daher bei uns der "heilige Gral" genannt.
Super dünn aufzutragen, spülte sich nicht ab, stoppte den Rost oder schützte davor (jahrelang). Daher besonders für Radkästen, Längsträger, Querlenker etc. Kriegt man selbst mit Spezialseife kaum von den Fingern.
Mein Feind: Dieser schwarze Unterbodenschutz. Härtet aus, bildet Risse, Feuchtigkeit dringt ein und man bemerkt es nicht bzw. zu spät.
An fiesen Stellen (Schweller) habe ich diesen entfernt und bin auf halbwegs klaren Unterbodenwachs umgestiegen. Hier hatte ich alles im Blick. Nachbehandlung vorsichtshalber ca. alle 2-3 Jahre. Marke "Presto", da gibt es mit Sicherheit besseres, aber für meinen Zweck hat es erstmal gereicht. Wäre aber umgestiegen.
Alle mir bekannten, zugänglichen Gummistopfen gefettet. (Mit dem o. g. "Superfett"😉
Div. Schrauben gefettet oder ggf. durch weniger rostempfindliche ersetzt.
Für die Gummidichtungen (besonders Glasdach) hat sich das gute, alte, billige Melkfett bewährt. Ca. 2 mal im Jahr drauf, hielt auch diverse Waschgänge stand.
Ansonsten schwöre ich auf Carnaubawachs. Lack wie neu, obwohl unsere Youngis immer draußen stehen.
An Stellen, wo weniger "gespült" wird, habe ich ein Konservierungswachs von Sonax genommen. Es wird mit der Zeit optisch "bröselig" konservierte dennoch ganz gut.
Sat Jul 21 01:19:09 CEST 2012 |
schipplock
Owatrol ist nicht mit Fluidfilm zu vergleichen; Owatrol trocknet; Fluidfilm nicht. Ich benutze beides ganz gern; Fluidfilm sogar fuers Cockpit und fuer Tuerdichtungen. Bei Owatrol soll man darauf achten, dass man es mehrmals verarbeitet, da es Rost auch loest und blankes Metall freilegen kann, was dann wieder rostet. Fuer mich ist deswegen die Kombination Owatrol und Fluidfilm perfekt: den Hohlraum erst mit Owatrol fluten und wenn es trocken ist mit Fluidfilm fluten (am besten sind natuerlich Wachse, aber Fluidfilm ist einfacher zu verarbeiten).
Zum Geruch: Fluidfilm riecht genial; Owatrol riecht eben nach Holzschutzzeug 🙂. Fluidfilm aus der Spraydose hat mich mal fast aus dem Schuh kippen lassen.
Fertan an der richtigen Stelle verwendet ist einfach gut. Ich habe damit die Unterseite der Motorhaube bearbeitet, die durch die Hitze an einigen Stellen rostete; ich habe nach der Verarbeitung keinen weiteren Schutz aufgetragen, und es ist bis jetzt kein neuer Rost dazu gekommen. Huebsch ist aber anders 🙂.
Sat Jul 21 02:05:01 CEST 2012 |
Ingo.M
Ich habe vor ein Paar Jahren Teile des Unterbodens vom Golf meiner Mutter entrostet und mit Hammerite Zinkgrund gestrichen, nach Abtroknung mit Tectyl (Lösungsmittelhaltiges Gelb/Bräunliches Wachs Konservierungsmittel) versiegelt, da ist bis jetzt auch kein Rost zu sehen.
Für den Lack nehme ich 2x im Jahr 3M Hochglanz Politur 09376 (sehr feine Politur, nur nicht auf Kunstoff kommen lassen, gibt Flecken) und Collinite 915 Wachs (hält die 6 Monate durch). Davor hatte ich Rot/Weis Mittelchen und Bootswachs, die waren auch ganz gut.
Gruß Ingo
Wed Aug 01 22:56:21 CEST 2012 |
Druckluftschrauber133184
Klasse Bericht! 🙂
Ich schwöre selber (auch) auf Pelox und Brantho Korrux.
In nächster Zeit möchte ich mich mal mit dem Mike Sanders Fett vertraut machen.
Zu dem FluidFilm fällt mir nur ein, dass man tierisch aufpassen muss dass es nicht mit frischem Unterbodenschutz in Berührung kommt, da der einfach zu weich wird.
Aber sonst nur gute Erfahrung.
Beim Owatrol Öl sollte man wirklich die Anleitung beachten und wirklich nur rostbefallende Flächen einschmieren, da es sonst nicht so eine gute Haftung besitzt.
Wed Aug 22 16:13:34 CEST 2012 |
Druckluftschrauber133184
Mal ein kleines Update:
Ich habe am Wochenende zusammen mit einem Kollegen das Mike Sanders verarbeitet mit der empfohlenen Pistole. Und ich war echt überrascht wie einfach es doch ging.
Thu Jul 11 11:33:13 CEST 2013 |
myselfmyself
....
Wed Mar 26 02:10:52 CET 2014 |
ANTARHO
Wenn ich so alle Tests und Erfahrungsberichte zusammen fasse
wo es um Rostbekämpfung geht und womit auch dann
meist positiv genannte Produkte sind : Pelox ER als Rostentferner,
Branto Korrux Nitrofest als Rost stoppende Grundierer, bestehende Unebenheiten
auszugleichen am sichersten eignet sich hier Epoksid Schpachtel, der
wiederum grundiert, geschliffen und lackiert werden soll
Danke
Fri Oct 10 23:32:19 CEST 2014 |
dodo32
...wenn ich mich mal einklinken darf: ich besorge also Phosporsäure, pinsle damit z.Bsp. schlecht zugängliche Stellen an Achsteilen ein, wiederhole mehrmals, spüle ab und kann dann im Grunde mit Brantho grundieren?
Tue Jun 28 19:11:27 CEST 2016 |
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