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30.05.2017 21:30    |    martinb71    |    Kommentare (36)    |   Stichworte: Fahrzeugpflege, Innenpflege, Lackschutz, Polieren

Solche Angebote bringen nichts!Solche Angebote bringen nichts!

Im Forum wird oft nach einem guten Aufbereiter in der Umgebung von Stadt X gefragt. Hier pflegen die meisten aktiven Helfenden ihre Fahrzeuge selbst und deshalb es schwer bis gar nicht möglich einen Aufbereiter zu nennen. Da ein User sich über die OT Beiträge in einem Thread Luft gemacht kam mir die Idee wenigstens eine Hilfestellung zur Auswahl eines geeigneten Aufbereiters zu erstellen.

 

Was sollte man also beachten?

Als erstes sollte man sich genau überlegen welche Leistungen man mit welchem Ergebnis beauftragen möchte. Das hört sich vielleicht blöd an, aber es macht schon Sinn sich damit zu beschäftigen.

Angebote für eine komplette Aufbereitung Innen und Außen für 150,- können einfach nicht perfekt sein. Warum? Ganz einfach. Eine Aufbereitung kostet eine Menge Arbeitszeit + Material + Strom und Wasser, die Miete muss auch bezahlt werden. Schlicht und ergreifend kann eine 150,- Aufbereitung nur eine schnelle und ungenaue Sache sein. Lackdefekte können dabei nicht entfernt, sondern werden nur zugeschmiert und nach ein paar Wochen sieht der Lack wie vorher aus. Für so eine Aufbereitung bleibt aus betriebswirtschaftlicher Sicht nicht mehr als 3 Stunden Arbeitszeit zur Verfügung, die restlichen Kosten müssen ja auch noch abgedeckt werden und ein bisschen Gewinn übrig bleiben. Für das Geld kann keine Firma 6, 8 oder mehr Stunden den Lack von allen entfernbaren Kratzern befreien. Das erst mal vorab um ein bisschen Verständnis für den Aufwand zu bekommen. Je nach Lackzustand kann eine Aufbereitung auch 2 Tage dauern.

 

Jetzt zu den eigen Punkten, die man bei der Suche beachten sollte.

 

Wo fängt die Suche an, meistens vermutlich über das Internet, das geht schnell und bietet eine breite Auswahl. Da fängt es aber auch schon an. Über eine Internetpräsenz in Bezug auf die Optik lässt sich natürlich streiten und die Geschmäcker sind verschieden, nur darum geht es hier nicht. Was bietet die Seite? Reichlich Bilder von glänzenden Sportwagen sind ja toll, aber hat der Anbieter wirklich diese Kundschaft? Nicht davon blenden lassen. Wichtiger sind Informationen zum Leistungsumfang und irgendwelche Pauschalangebote können nicht seriös sein. Schon alleine die Fahrzeuggröße macht einen Unterschied und den Zustand gesehen zu haben kann niemand den Aufwand einschätzen. Außer es wird was von Nano bla bla geschrieben und der Lack bzw. die Kratzer werden generell nur mit einer Füllpampe zugeschmiert und so ein glänzender Lack vorgegaukelt.

 

 

Ein seriöser Aufbereiter wird nie einen Festpreis am Telefon oder per Mail nennen, denn ohne das Fahrzeug Vorort gesehen zu haben und mit dem Kunden den Leistungsumfang und vor allem das gewünschte Ergebnis zuklären, kann der Aufbereiter kein Angebot unterbreiten.

In dem Angebot sollte auf jeden Fall die kpl. Leistung aufgelistet sein. Sehr wichtig sind auch Informationen wie man das Auto anschließend pflegen sollte. Dabei ist meistens die bisherige Fahrzeugwäsche und sonstige Pflege zu verändern bzw. anzupassen.

 

Bei der Angebotseinholung Vorort sollte man sich einen Eindruck von der Firma machen. Ich nenne dazu mal den Begriff Hinterhofwerkstatt. Steht dort gerade ein bereits aufgearbeitetes Fahrzeug, dann sollte man sich das Ergebnis anschauen. Wenn ein Auto gerade in Bearbeitung ist fragen ob man sich die Vorgehensweise anschauen darf. Wenn man Glück hat ist ein Teil bereits poliert und ein Teil noch nicht.

 

Lasst euch nicht von irgendwelchen wundertollen Begriffen wie Nano- oder Keramikversiegelung blenden. Eine Keramikversiegelung kostet alleine mehrere Hunderter, das Produkt ist schon sehr teuer.

 

Was ist mit Folgekosten? Versiegelungen müssen meistens jedes Jahr wiederholt werden. Dabei langen die Anbieter meistens kräftig zu, denn dabei ist ohne großen Aufwand Geld zuverdienen.

 

Diese ganzen Punkte sollte man bei der Suche überdenken und sich dabei die Frage stellen, ob man vielleicht nur bestimmte Leistungen in Anspruch nimmt und einen Teil Selbermachen kann. Ok nicht jeder traut sich zu mit einer Maschine den Lack zu polieren, aber ein Wachs oder eine Versiegelung aufzubringen ist kein Hexenwerk und kann jeder Selbermachen. Natürlich gibt es auch ganz spezielle Versiegelungen für die man mehr Kenntnisse braucht und daher das Selbermachen für einen ungeübten nicht zu empfehlen ist. Den Innenraum kann auch jeder aussaugen und die Armaturen abwischen und mit einem Pflegemittel behandeln. Bei starken Verschmutzungen in den Polstern wird es schon schwerer, aber möglich ist das auch.

 

Ich möchte hier mit diesem Artikel niemanden davon abhalten einen Aufbereiter zu beauftragen, die Entscheidung muss jeder für sich selbst treffen. Dieser Artikel soll ja bei der Suche helfen einen guten, seriösen Aufbereiter zu finden, denn hier im Forum sind wir nicht wirklich in der Lage Aufbereiter zu empfehlen. Dabei ist es für einen Pflegeverrückten wie mich eigentlich fast unmöglich einen Aufbereiter zu empfehlen, denn alleine die Zeit, die ein Hobbypfleger in die Aufbereitung investiert um es möglichst perfekt zu machen, wird wohl kaum jemand bezahlen wollen.

 

Eine Aufbereitung machen zulassen wird also immer eine Mischung aus Anspruch und der Bereitschaft den Preis dafür zu bezahlen sein.

Wichtig ist natürlich auch der Vergleich und nicht nur beim Preis, sondern bei den Leistungen. Daher empfehle ich immer 2-3 Angebote ein zuholen.

 

Merkliste:

- Leistungsumfang: Was will ich beauftragen? Oder mache ich bestimmte Sachen selber?

- Eindruck der Firma: Blick in die Werkstatt, bereits aufbereitete Autos anschauen

- Erklärung der Vorgehensweise durch den Aufbereiter

- Wie soll das Ergebnis ausfallen?

- Nicht von irgendwelchen toll klingenden Produktnamen blenden lassen, erzählt wird viel

- Angebot mit ausführlicher Leistungsbeschreibung

- Was muss nach der Aufbereitung beachtet werden - Pflegehinweise

- Folgekosten

- 2-3 Angebote einholen

 

Ich bedanke mich für die Anregungen und Stichpunktsammlungen bei den Usern carkosmetik, cleanfreak1, GrandPas und jupdida

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08.04.2017 22:08    |    martinb71    |    Kommentare (26)    |   Stichworte: Lackschutz, Waschen

Einfache Lackpflege für Benutzer von Textilwaschanlagen

 

Auch ein Fahrzeug, das in der Waschanlage gewaschen wird, kann nicht nur sauber sondern auch gepflegt aussehen. Es macht keinen Sinn ein normales Wachs als Lackschutz aufzutragen, da es in der Waschanlage durch die Chemiekeule meist beim ersten Mal restlos entfernt wird. Auch eine teure Versiegelung hat mit der Chemie in der Wachanlage Probleme und bringt bei weitem nicht die versprochene Standzeit.

 

Bei der Wahl der Waschanlage sollte folgendes beachtet werden:

Wichtig ist, dass vor der Einfahrt in die Waschanlage eine Vorreinigung durchgeführt wird. Dabei sollte das Auto mit einem Reiniger (Schaum) eingesprüht und danach mit dem Hochdruckreiniger gründlich abgespült werden. Der grobe Schmutz kommt dann gar nicht mehr in die Waschanlage und damit ist die Gefahr wesentlich geringer, dass die Waschwalzen mit den Sandkörnern und Co. den Lack verkratzen können. Bei Portalanlagen, die nicht schlechter sein müssen, muss die Vorreinigung selbst gemacht werden. Bei einigen Waschstraßen wird leider die Vorwäsche nicht nur mit Schaum und HDR sondern auch mit einem Schwamm gemacht und das ist ganz schlecht. Mit einmal in den Wascheimer eintauchen, werden oft halbe Autos übergewischt und dadurch wird der Dreck im Schwamm wie Schleifpapier auf dem Lack hin und her gerieben und Kratzer sind vorprogrammiert.

Oft werden die Fahrzeuge bei der personellen Vorwäsche an den kritischen Stellen die die Waschtexilien nicht erreichen können z.B. Nummernschild Mulden,oftmals das gesamte Heck bei einigen Modellen, von Hand nach bearbeitet, dieses dann bitte nicht mit einem Schwamm, dieser hat 9867 Heckwäschen hinter sich, das Personal ruhig darauf hinweisen das man dies nicht möchte. Die Waschstraße muss die Sauberkeit des Fahrzeugs garantieren, dafür bezahlt man ja auch, nur bitte nicht mit einem alten Schwamm!! Wenn man die Problemzonen seines Fahrzeugs kennt, könnte man hier z.B. selber vorarbeiten.

 

Die Waschstraße nicht als erster Kunde (Samstagsfrüh um 8), wenn sie gerade geöffnet wurde nutzen. Die Waschstraße muss "anlaufen" sprich die Waschtextilien sind trocken, auch wenn augenscheinlich viel Wasser zu sehen ist,die Textilien sind nicht durchnässt, andere Nutzer gerne vor lassen.

 

Viele Waschstraßen bieten "Vorwasch-Programme" an. Das ist keine Vorwäsche, wie gerade beschrieben wurde. Der Grobe Dreck darf gar nicht erst in die Anlage kommen, damit ist die Gefahr sich Kratzer einzufangen schon fasst gebannt. Diese zusätzlichen Waschprogramme oder Sonderprogramme haben kaum bzw. keinen Nutzwert, die Vorwäsche gehört von "Personal" oder selbst händisch durchgeführt!!

Das Geld für das Anlagenwachs oder wie es auch immer mit tollen Namen versehen wird kann man sich auch sparen. Es hält nur sehr kurze Zeit - überspitzt von 12 - Mittag.

Wie ihr seht, nicht nur bei der Handwäsche gilt es einiges zu beachten, wenn man bei den Pflegemethoden achtsam walten lässt, können auch Waschstraßen gepflegte Fahrzeuge nicht nur sauber sondern auch gepflegt sein.

Waschstraßen sind schon sehr lange keine Fahrzeug und Lack Zerstörungsmaschinen mehr, es kann sich kein Waschstraßen Betreiber Schäden an den Fahrzeugen erlauben.

Wer seinen Lack zwischen den Waschanlagenbesuchen schützen und pflegen möchte, dem empfehle ich einen Detailer oder ein Sprühwachs. Das schützt für ein paar Wochen bis zur nächsten Wäsche und ist in ein paar Minuten aufgetragen.

 

Das kann jeder für kleines Geld anwenden.

 

Was wird dafür gebraucht?

 

- MF-Trockentuch am besten 2 Stück

- Detailer oder Sprühwachs

- 5 MFT 320 GSM aufwärts

 

Produktempfehlungen

 

MF-Trockentücher:

 

- Orange Baby

- Lupus Super Plush 530

- Liquid Elements Silverback XL Trockentuch

- usw.

 

Detailer / Sprühwachs

 

- Quick & Shine von KC - mein Favorit

- P 40 von Chemical Guys

- Sonax Xtreme BilliantShine Detailer

- usw.

 

MFT 40 x 40 cm

 

- Buffing 380

- Detail 380

- Super Detail 530

- Super Plush 530

- usw.

Es gibt auch teurere MFT das muss jeder selbst entscheiden.

 

Die Vorgehensweise bei einem Detailer ist denkbar einfach. Aufsprühen, mit dem MFT drüber wischen und fertig. Um die bereits fertigen Bauteile nicht beim Sprühen wieder einzunebeln empfiehlt es sich den Detailer auf ein MFT zusprühen und damit den Detailer auf dem Lack zu verteilen. Mit einem sauberen MFT nachwischen.

Detailer sind auch sehr gut geeignet schonend Vogelkot vom Lack zu entfernen, bevor dieser Schaden anrichtet.

 

Viele Sprühwachse lassen sich genau so wie ein Detailer verarbeiten. Es gibt aber auch welche, die mit einem Applikatorpad aufgetragen werden. Dann kurz ablüften lassen bis ein Schleier entsteht und dann mit dem MFT aufpolieren. Das geht auch sehr schnell ohne Anstrengung fast wie Staub wischen.

 

Viel Spaß bei der Fahrzeugpflege :)

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