Welches Motoröl?

Hallo,

würd mal wissen wollen, was das beste Motoröl ist? Welche Erfahrungen habt ihr im Bezug auf Motoröl gemacht?

Gruß Gorge

Beste Antwort im Thema

Also ich bin mal vor vielen Jahren einen alten Opel Rekord meines Bruders gefahren, der hatte die 100.000er Grenze längst überschritten. Als ich Öl nachkippen wollte, konnte ich vor lauter Siff die Gleitflächen der Nockenwellen kaum noch erkennen. Um meinem Bruder, bzw. seinem Wagen was Gutes zu tun, habe ich an der Tanke irgendein Vollsynthese-Zeugs gekauft und einen halben Liter reingeleert. Der Wagen lief daraufhin weicher und leiser. Ein paar Wochen später schraubte ich wieder den Öleinfülldeckel auf - und siehe da, die Nockenwellen waren so sauber, als ob der Motor fabrikneu wäre. Die Additive in diesem halben Liter Öl hatten gereicht, um alle Ablagerungen zu lösen.
Seitdem schwöre ich auf Vollsynthetik.

Meine Favoriten: Mobil 1, Shell Helix Ultra, Aral Supertronic und Total Quartz 9000, und zwar jeweils in der Visko-Klasse 0W-40 bzw. 5W-40.

Aber Achtung, nicht jedes Vollsynthetische ist gut:
Ich hab mal den Fehler gemacht, Poweroil aus dem Baumarkt zu kaufen, weils so schön billig war und hab damit einen Ölwechsel bei meinem damaligen Auto (Fiat Panda) gemacht. Obwohl vollsynthetisch, bildeten sich schwarze Schlieren im Öl als Vorläufer von Schwarzschlamm!

Das war mir eine Lehre, beim Öl spart man immer am falschen Ende.

Die Vorteile von Vollsyntheseöl liegen darin, dass es langlebiger ist als Mineralöl, seine guten Qualitäten länger behält, auch in Extremsituationen.
Diese Qualitäten wären z.B. eine bessere und schnellere Schmierwirkung, bessere Reinigungswirkung, besserer Oxidationsschutz des Motors vor aggressiven Säuren, die bei der Verbrennung entstehen und vieles mehr. Die Mehrkosten bei der Anschaffung haben sich manchmal innerhalb eines Ölwechselinvertalls amortisiert, da der Ölverbrauch geringer ist und man meist kein Öl nachfüllen muss zwischen den Ölwechsel.

Ich kenne einen, dessen Wagen soff 1 Liter Öl auf 1000 km, d. h. bis zu seinem Ölwechsel bei 15.000 km hat er 15 Liter Öl nachgekippt. Hauptsache, billiges Öl. Die Umwelt dankt! :-(

Ich konnte ihn nicht davon überzeugen, mal was anderes als 15W-40 zu probieren, weil das in seinem Handbuch stand. Und da stand auch, dass bis zu einem Liter pro 1000 Km normal sind. Also hat er fleissig nachgekippt. Manchen ist eben nicht zu helfen.

Um auch mal gleich mit ein paar weitverbreiteten Irrtümern aufzuräumen, sei noch erwähnt, dass man sehr wohl vollsynthetisches mit mineralischem Öl mischen kann, genauso wie verschiedene API- oder ACEA-Spezifikationen und auch verschiedene Viskositätsklassen. Ebenso stimmt es nicht, dass man bei Motoren nach einer gewissen Zeit nicht mehr von mineralisch auf vollsynthetisch umsteigen kann.

Wichtigtuer setzen eine Menge Hoaxes diesbezüglich in Umlauf, dahingehend, dass Motoren dann reihenweise an verstopften Ölleitungen eingehen oder sturzbachmässig das Öl verlieren, weil sich Dichtungen in Nichts auflösen, etc.
Naja, wer es glauben mag... der wird dann wahrscheinlich auch voller Dankbarkeit gute Bewertungen abgeben. Only bad news are good news.

Teilsynthetischen Ölen traue ich allein schon deswegen nicht über den Weg, weil sich rein theoretisch jedes Mineralöl, in dem sich auch nur ein einziger Tropfen Vollsynthetisches Öl befindet, teilsynthetisch nennen darf. Wie gross der jeweilige Anteil ist, steht nämlich wohlweisslich nirgends. Das riecht mir sehr nach Bauernfängerei.

Zu den API- und ACEA-Klassifikationen nur so viel: Ich halte sie für korrupt. Eine API-, genauso wie eine ACEA-Klassifikation ist käuflich. Beim American Petroleum Institiut z.B. bekommt man für 600 $ + Umsatzbeteiligung am Ölverkauf die Klassifikation verkauft. Zitat:

"Die Schmierstoffhersteller prüfen in Eigenverantwortung (Selbstzertifizierung) Ihre Produkte ab. Eine Listung bei API ist gegen Bezahlung entsprechender Lizenzgebühren (min. 600$ + Umsatzbeteiligung) möglich, und erlaubt die Nutzung des API-„Donut“. Eine Überprüfung der Schmierstoffqualität durch API wird im Unterschied zu den meisten Fahrzeugherstellerfreigaben aber nicht durchgeführt!", nachzulesen hier:

http://www.transalp.de/.../KFZ_schmierstoffe.pdf

Selbst die Schmierstoffhersteller machen kein Geheimnis daraus:

"Die Auslobung der API- und ACEA-Klassifikationen erfolgt weitestgehend in einem sogenannten Selbstzertifizierungssystem. Dem Schmierstoffhersteller wird es dabei selbst überlassen, die in eigener Regie durchgeführten Teste auszuloben.", nachzulesen hier:

http://www.castrol.de/.../m_klassifikation_3.html

Das erklärt auch, wie Billigsvollsynthesetöle (z.B. Poweroil aus dem Baumarkt) zu ihren API SL-Qualifikationen kommen.* (Fortsetzung im 2. Teil)

Eins vorneweg: Ich bin kein reicher Snob, sondern fahre jetzt eine 13 Jahre alte Klapperkiste (Citroen BX 16), gekauft vom Schrotthändler, doch mit 2 Jahren TÜV - und solange sollte das Teil noch halten. Dennoch, oder gerade deswegen, habe ich mal Mobil 1 ausprobiert.

Aber der Reihe nach: Der Motor hatte beim Kauf schon über 157.000 KM und die rabenschwarze Brühe tropfte kaum noch vom Ölmessstab, so sehr war sie eingedickt.
Also als erstes Öl gewechselt. Dazu kaufte ich für 22 € das LiquiMoly 10W-40 (Finger weg!) im 5 Literkanister. Der Motor klapperte ab und zu, und schon nach 5000 KM hatte sich am Öleinfülldeckel eine helle, wachsartige Schicht gebildet.

Jetzt kommts:
Da ich nach 5000 KM eh Öl nachfüllen musste und die freie Tankstelle dieses Mobil 1 (0W-40) für 12,50 € in der Literdose anbot, welches ich kurz vorher bei Esso für 19 € nochwas gesehen hatte, griff ich kurzentschlossen zu und kippte einen Liter in den Motor, um ihm was Gutes zu tun.
Was dann geschah, hat mich zuerst erschrocken: Auf dem Nachhauseweg qualmte mein Auto so stark aus dem Auspuff, dass ich dachte: "Na klasse, jetzt wird das gute teure Öl einfach verbrannt, vielleicht war es doch zu dünn?"
Aber am nächsten Tag hat sich das Qualmen nach dem Warmfahren gelegt und mir fiel auch auf, dass der Motor gar nicht mehr klapperte. Und je länger ich fuhr, umso weicher schien der Motor zu laufen. Nach ein paar Wochen öffnete ich den Öleinfülldeckel - und siehe da: Die helle, wachsartige Schicht war weg!
Das würde auch das kurzzeitige Qualmen erklären: Die Additive in dem guten Öl haben die Ablagerungen aufgelöst und diese wurden verbrannt.

Das Öl hat mich voll überzeugt: Der Motor läuft leiser, der Ölverbrauch hat abgenommen (vorher 1 Liter auf 5000 KM, jetzt nur noch ca. ein viertel Liter auf die gleiche Entfernung), ich schone somit die Umwelt und meinen Geldbeutel und meinen Motor.
Und das lediglich durch das Auffüllen von nur einem Liter Mobil 1! Wers nicht glaubt, solls ausprobieren!

Nochwas:
Vor dieser Mobil 1-Ölkur lief mein Wagen mit Müh und Not 170 km/h, obwohl 176 km/h im Brief stehen, jetzt jedoch fast 180! Ich erkläre mir das dadurch, dass die Kolbenringe in der Kolbennut mit Ölkohle verbacken waren, was zu schlechter Kompression und somit Leistungsverlust führte, die Additive in dem guten Öl die Ölkohle jedoch auflösten, die Kolbenringe dadurch frei wurden und nun zur Zylinderwandung hin wieder richtig abdichten. Fazit: Mehr Leistung und geringerer Ölverbrauch.
Was viele Motorölzusätze nur versprechen: Dieses Motoröl hält es.

Übrigens:
Mobil 1 (0W-40) ist Erstbefüllöl bei Porsche, Aston Martin und AMG! Lasst euch also nicht kirre machen von Leuten, die Bedenken haben, dass bei so einem dünnen Öl der Schmierfilm reissen könnte.
Ebenso gehört ins Reich der Fabeln, dass man bei einem Motor mit hoher Laufleistung kein vollsynt. Öl benutzen sollte, wegen evtl. Verstopfung von Ölkanälen durch losgelöste Ablagerungen. Die gute Dispergierwirkung bewirkt eine Feinstverteilung, welche die Fremdstoffe in Schwebe hält und somit besteht diese Gefahr nicht. Ansonsten wäre Mobil (US-Firma) in den USA längst im Zuge von Schadensersatzprozessen Pleite gegangen.

Merke:
Kein Auto geht an zu gutem Öl kaputt, sondern an zu schlechtem – und kein Auto hat zu viele Kilometer, um ihm gutes Öl zu gönnen!

Im Gegenteil, je mehr Kilometer auf der Uhr stehen, umso nötiger ist gutes Öl, umso dankbarer reagiert der Motor darauf. Da kann das gute Motoröl dann zeigen, was in ihm steckt.

Und wenn jetzt der Einwand kommt:
„Aber im Handbuch meines alten Golf, meines Ford Granada, meines Opel Rekord, meines sonstwas steht doch 15W-40!!“, dann soll sich derjenige bitte mal daran erinnern, ob es damals, als diese Autos konstruiert wurden, es überhaupt 0W-40er Öle gab. Was es damals nicht gab, kann logischerweise auch nicht im Handbuch stehen! Das ist so, als würde ein Arzt es ablehnen, moderne Arzneimittel zu verschreiben, weil es zu Zeiten seines Studiums diese nicht gab.

Was ich auch nicht mehr hören kann, sind die gutgemeinten Ratschläge einiger selbsternannter Spezialisten: „Bleib einfach bei dem Öl, das vorher drin war“ (und wenn’s die letzte Brühe war…)

Ich jedenfalls habe es mir abgewöhnt, mit solch ewiggestrigen Zeitgenossen zu diskutieren, die nach dem Motto zu gehen scheinen: „Was der Bauer nicht kennt, isst er nicht!“
Natürlich ist es diesen auch ein Gräuel, Vollsynthetiköl mit Mineralöl zu mischen, 10W-40er mit 0W-40er, verschiedene Güteklassen, etc.
Tja, was soll ich sagen, die scheinen ein ideologisches Problem damit zu haben, so in etwa: Nurr rrasserreines Öl darrf in meinem Motorr sein, jawollja!!!
Nun gut, ich glaube, ich schweife etwas ab... ;-)

Fakt ist, alle Motoröle sind miteinander mischbar, und Fakt ist, dass beim Auffüllen mit besserem Öl sich die Qualität verbessert und beim Mischen mit schlechterem Öl sich verschlechtert. Klar, eine komplette Füllung mit besserem Öl ist das Optimum. Aber in meinem Fall ist das eh nicht nötig, denn ich fahre keinen Aston-Martin Sportwagen, sondern eine alte Franzosenschaukel.
Und dafür reichen die Additive, die in einem Liter Mobil 1 drin sind. Und dafür reicht auch mein Geldbeutel.** (-->)

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Zitat:

Original geschrieben von Sir Donald


Zitat:

Original geschrieben von Sterndocktor

Davon abgesehen: Steht bei Ford nicht in den BAs, dass man auch eins nach ACEA A3/B3 o. A3/B4 nehmen kann, wenn grad kein anderes zur Hand ist?

Steht so drin
😁 Steht so drin
[...]
Sorry, muss ich widersprechen. In den aktuellen BAs sind andere Öle nur noch zum Nachfüllen erlaubt.
Gruss

Zitat:

Original geschrieben von M15a


Und du werd erst mal erwachsen, dein Nickname sagt eigentlich alles über dich aus...
Aber zurück zum Thema: Wer beginnt die 762ste Abhandlung über VW-Longlife-Freigaben...?

Hallo,

es geht hier um Öl und alles was damit zusammenhängt, Diskussionen um Hybrid solltest du im entsprechenden Thread z.B. hier besprechen....die persönlichen Attacken (egal von wem oder wer angefangen hat) sind völlig unnötig und auf MT nicht gerne gesehen....also Back to Topic denn es geht hier um Öl und nichts anderes...weiterer Spam und off Topics ,egal von wem,werden kommentarlos gelöscht.

mfg Andy

MT-Moderation

Zitat:

Original geschrieben von Sterndocktor


Ja, die gibts leider auch bei unseren - aus dem selben Gund wie bei den BMWs.

Fährt man jetzt aber längere Zeit nur in der Stadt rum, oder nur gemütlich über die Landstraße, dann wird im normalen Betrieb trotzdem keine ausreichend hohe Abgastemp. erreicht (zumindest im Winter dann nicht).

Ist das längere Zeit so, dann sammelt sich immer mehr Ruß im Filter u. irgendwann wäre der total verstopft. Deshalb gibts da auch Drucksensoren, welche das rechtzeitig feststellen. Dann muß man mit gezielten "Nacheinspritzungen" etwas nachhelfen. Also praktisch Sprit verpulvern um die Abgastemp. zu erhöhen u. den DPF aufzuheizen. DAS ist dann diese "Regenerationsphase", welche eine bestimmte Zeit lang dauert.

Und jetzt kommt das Problem: Was ist jetzt, wenn das Auto nicht so lange gefahren wird, damit das abgeschlossen werden kann und das Auto immer nur ein paar km bewegt wird und dann wieder abgestellt?

Dann beginnt das bei jeder Fahrt wieder neu von vorne u. der Motor läuft dauernd in der Regenerationsphase! Problem entsteht aber wie erwähnt nur bei augeprägtem und längerem Kurzstreckenbetrieb. Wir arbeiten an einer Lösung.

Gruß

Und das Ganze führt dann zu irrem Spritverbrauch, vor allem im Winter.

11-12 Liter bei einem E200D im Taxibetrieb!!!!!

Zitat:

Original geschrieben von swissdriver


Hallo Sterndocktor,

wie sieht des aus mit dem Fuchs 0w-20 was sind da nachteile, konkret würde ich das mal in meinem sunny von 1988 ausprobieren wollen so zum spass oder lieber finger von lassen?

grüsse euch

können wir nun mit dem eigentlichen thema weitermachen? quatscht euch doch per pn aus. meine frage ist ja wohl wegen dieser streiterei untergegangen

hat jemand ne idee zu meiner frage??

danke grüsse euch

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Hm, wo ist denn da der Spaßfaktor? Bestenfalls wirst Du doch feststellen, dass der Motor gut damit läuft. Wenn Du Pech hast, bekommst Du Öldruckprobleme, die Du gar nicht bemerkst (Anzeige??), oder erhöhten Ölverbrauch. Hier haben wir ja nun wirklich ein "dünnes" Öl.

Betr. TITAN GT1 SAE 0W-20 v. Fuchs:

Stimmt - mit dem kann das was Jan geschr. hat wirklich passieren (kin Visko liegt bei 100°C nur bei 8,9 mm²/s)!

Dazu kommt dann noch die Elastomer-Verträglichkeit. Würde wahrscheinlich nicht lange dauern, bis mit dem die ein oder andere Dichtung leckt.

Die Porsche fahren damit beim Carrera-Cup zwar ohne Probleme, aber da zählen ja ganz andere Dinge. Und werden die dann nach jedem Rennen eh zerlegt u. überholt - wenn nötig.

Deshalb hat dieses Öl ja auch keine einzige Hersteller-Freigabe - außerdem paßt es auch in keine mir bekannte Norm.

Hatte ich nur zum Spaß mal getestet, weil ich sehen wollte, ob das was die Fuchsleute erzählt hatten stimmt - dass das trotz extrem niedrigem HTHS einen sehr stabilen Schmierfilm hat. Das stimmt wirklich, nur ist es deshalb noch lange nicht für den Alltagsbetrieb geeignet.

Gruß

@hl66 und sterndocktor:

Diesen fabelhaften Sauberkeitsgrad habe ich gerade aus gegebenem Anlaß an meiner Giulia beobachten müssen. Der Ölverbrauch stieg doch extrem (auf 2 L/1000 km trotz Mobil1 5 W 50), so daß ein mechanischer Defekt zu befürchten war. Befürchtung eingetreten: Zylinderkopf kpl. überholungsbedürftig, Ventilführungen ausgeschlagen, zwei Auslaßventile gelängt, Schaftdichtungen nicht mehr vorhanden.

Der Motor ist ganz auseinander und wird komplett neu gemacht (Kolben, Buchsen und Laufbüchsen neu usw.). Die Demontage erfolgte nach rund 20000 km mit ausschließlich Mobil1 5 W 50. Das Öl war ca. 7000 km zum Schluß im Motor und noch mittel-honigfarben. Zylinderkopf komplett sauber, Ölwanne komplett sauber und ohne irgendwelche Anhaftungen. Kolbenringe sauber und nicht verklebt, Laufflächen gleichmäßig, keine nennenswerte Abnutzung in den Totpunkten. Ölpumpengehäuse und Sieb tadellos sauber. Steigkanäle im Motorblock ohne Ablagerungen und völlig durchgängig.

Der Kurbeltrieb hätte sogar wieder verendet werden können, das Ausmessen hat keinen nennenswerten Verschleiß ergeben. Trotzdem wird die KW nitriert, der Kurbelrieb feingewuchtet mit Kupplung und die Kolben und Pleuel auf 1/10 gr ausgewogen.

Habe schon die nächste Ladung M1 gekauft - was sonst soll wohl meine Maschine für die nächsten 100+tkm sauber halten und bestens schmieren??

Markus

P.S.: Fahre selber auch "E". An meinem alten hat MB zusammen mit dem Händler eine Zylinderkopfdemontage wegen abgebrochener Glühkerze mitsamt kostenlosem Ersatzwagen bezahlt - nach 92.000 km und mehr als drei Jahren. Schade, daß dieser Thread zwischendurch so viel "OT" erleiden muß ...

Zitat:

Original geschrieben von triuemphel


... Ventilführungen ausgeschlagen, zwei Auslaßventile gelängt, Schaftdichtungen nicht mehr vorhanden.

Hattest Du den zuvor auch im Winter mit dem 20W-50er gefahren (kann mich noch erinnern, dass Du vorher ein 20W-50 verwendet hattest). Weil, bis mit so einem auch die Ventilführungen geschmiert werden, dauert eine "Ewigkeit".

Ist dann kein Wunder, dass die total im Eimer sind. Sondern eher ein Wunder, dass das so lange gedauert hat.

Noch etwas zur Überholung:

Habe ich das richtig verstanden, dass am Block, also an den Zylinder-Laufflächen nichts gemacht wird? Frage ist nur wegen der Art der Bearbeitung. Wenn die alten Kolben weiter verwendet werden, kann man die Laufflächen ja eh nicht bearbeiten (sofern das beim betr. überhaupt mgl. wäre)

Gruß

Hallo Sternendoc,

welche Auswirkungen hat in der Praxis in unseren Breiten der Pour Point?

Beim Mobil z.B. bei: Pour Point, ºC, ASTM D 97 -54°

Beim Castrol RS 0W-40 liegt er bei -63°. Wäre das Castrol dadurch das theoretisch bessere Öl in der Startphase nach einer klirrend kalten Winternacht?

Gruss Mad

Wenn man auschließlich M1 verwendet und "sehr rechtzeitig" wechselt, reichen die enthaltenen DIchtungspflege Additive aus, um die Dichtungen und Dichtringe auch im hohen Alter geschmeidig und 100% dicht zu halten oder kann man hier noch besseres tun indem man immer einen Schuß Dichtungspflege zugibt ? Wenn ja, welche Dosierung. Hat das irgendwelche Nachteile auf Dauer ?

Ob der Pourpoint bei minus 54 oder sogar erst bei minus 63°C liegt, spielt eigentlich überhaupt keine Rolle.

Was für den Kaltstart zählt, ist einzig u. alleine die dyn. Visko bei Minusgraden. Kann sein, dass die bei einem Öl, welches noch einige °C weiter unten stockt, bei z. B. minus 25°C sogar etwas höher (= schlechter) ist, als bei einem anderen, welches einige °C früher stockt.

Je kälter das Öl, umso zäher wird es. Außerdem bilden sich ab einer bestimmten Temp. dann auch noch Paraffin-Kristalle, wodurch es dann ab einer bestimmten Temp. kplt stockt, also überhaupt nicht mehr fließfähig ist (ist ähnlich wie beim Dieselsprit).

Durch bestimmte Substanzen (Pourpoint-Verbesserer) kann ich die Bildung der Paraffin-Kristalle nochmal etwas verzögern, bzw. bewirken, dass die nicht so groß werden u. die auch noch am Zusammenballen hindern. Dadurch stockt das Öl dann nochmal etliche °C weiter unten.

Beispiel: Wir haben ein 0W-40er, dessen Grundöl normalerweise z. B. bei minus 48°C stocken würde. Der Pourpoint, also der Punkt bis wohin es gerade noch fließfähig ist, würde dann bei minus 45 liegen.

Hier kann ich den Stockpunkt durch Pourpoint-Verb. dann bis ca. minus 57°C noch weiter nach unten verschieben. Pourpoint liegt dann bei minus 54.

Auf die dyn. Visko bis ca. minus 40°C hat das aber im betr. Beispiel dann keinen Einfluß!

Gruß

P. S. Den Pourpoint kann ich nicht direkt messen. Sondern kann ich nur den Stockpunkt (wo es dann überhaupt nicht mehr fließt) messen. Den Pourpoint erhalte ich, indem ich zum Stockpunkt einfach drei °C dazu rechne, also drei °C wärmer.

Danke für die Erklärung und das bestätigt auch meine Einschätzung.

Gruss Mad

Hallo Sterndocktor,

bis zu Deiner "Umölungsempfehlung" lief er ausschließlich mit 20 W 50 (Fuchs Titan). Ich habe ihn allerdings aus eben der Besorgnis um Durchschmieren nach dem Start erstmal ca. 1 bis 2 Min. im Leerlauf bei ca. 1200/min laufen lassen und vorher das Gaspedal nicht mal angeguckt.

Kolben, Kolbenbolzen und Laufbuchsen kommen auch gleich neu rein, ebenso KW-Lagerschalen.

Deren Tragbild war aber erstaunlich gut, keine einseitigen Abtragungen und noch gleichmäßige Graphitschicht (das ist doch Graphit, oder?). Mein Werkstattmeister vermutet, daß der Motor mal billig "von unten" gemacht wurde und der Kopf tatsächlich über 30 Jahre alt war. Er ging auch schier nicht vom Block, weil er wohl in Italien ohne Frostschutz betrieben wurde und die Bolzen ziemlich korrodiert waren.

Ich habe ihn wirklich nicht geschont, nach dem Warmwerden (Ölthermometer an Bord) mußte er auf der AB auch mal permanent 5000/min laufen und beim engagierten Landstraßenfahren konnten auch mal 6000/min anliegen. Leistung hatte er selbst zum Schluß noch, obwohl das Laufgeräusch doch deutlich "nicht mehr neuwertig" war.

Markus

P.S.: Getriebe und Hinterachse wurden auch gleich gemacht. Das auf Castrol-vollsynth. umgeölte Getriebe ließ sich bis zum schluß auch kalt leicht und präzise schalten, nur waren altersbedingt die Synchr. des 2. Ganges und die Lagerung der Hauptwelle defekt. Die Sauberkeit der Komponenten beim Öffnen war überzeugend, die Zahnräder selber waren bis in die Flankenspitzen auch unter einer Lupe ohne Beanstandung. Gleiches gilt für das Diff., bei dem nur die Lagerung der Eingangswelle hin war.

Mit dem vollsynth. Öl werde ich auch die überholte Achse nicht mit vergrößertem Ölhaushalt (Dustanzring) betreiben, weil ich davon ausgehe, daß die hohen Temp. bei Ab-Fahrten das Öl abkann. Ist ein Giulia-Problem, weil das Diff. bei hohen Tempi nicht mehr einwandfrei von Kühlluft umströmt wird und das Diff. dan relativ heiß läuft.

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