Welches Motoröl?
Hallo,
würd mal wissen wollen, was das beste Motoröl ist? Welche Erfahrungen habt ihr im Bezug auf Motoröl gemacht?
Gruß Gorge
Beste Antwort im Thema
Also ich bin mal vor vielen Jahren einen alten Opel Rekord meines Bruders gefahren, der hatte die 100.000er Grenze längst überschritten. Als ich Öl nachkippen wollte, konnte ich vor lauter Siff die Gleitflächen der Nockenwellen kaum noch erkennen. Um meinem Bruder, bzw. seinem Wagen was Gutes zu tun, habe ich an der Tanke irgendein Vollsynthese-Zeugs gekauft und einen halben Liter reingeleert. Der Wagen lief daraufhin weicher und leiser. Ein paar Wochen später schraubte ich wieder den Öleinfülldeckel auf - und siehe da, die Nockenwellen waren so sauber, als ob der Motor fabrikneu wäre. Die Additive in diesem halben Liter Öl hatten gereicht, um alle Ablagerungen zu lösen.
Seitdem schwöre ich auf Vollsynthetik.
Meine Favoriten: Mobil 1, Shell Helix Ultra, Aral Supertronic und Total Quartz 9000, und zwar jeweils in der Visko-Klasse 0W-40 bzw. 5W-40.
Aber Achtung, nicht jedes Vollsynthetische ist gut:
Ich hab mal den Fehler gemacht, Poweroil aus dem Baumarkt zu kaufen, weils so schön billig war und hab damit einen Ölwechsel bei meinem damaligen Auto (Fiat Panda) gemacht. Obwohl vollsynthetisch, bildeten sich schwarze Schlieren im Öl als Vorläufer von Schwarzschlamm!
Das war mir eine Lehre, beim Öl spart man immer am falschen Ende.
Die Vorteile von Vollsyntheseöl liegen darin, dass es langlebiger ist als Mineralöl, seine guten Qualitäten länger behält, auch in Extremsituationen.
Diese Qualitäten wären z.B. eine bessere und schnellere Schmierwirkung, bessere Reinigungswirkung, besserer Oxidationsschutz des Motors vor aggressiven Säuren, die bei der Verbrennung entstehen und vieles mehr. Die Mehrkosten bei der Anschaffung haben sich manchmal innerhalb eines Ölwechselinvertalls amortisiert, da der Ölverbrauch geringer ist und man meist kein Öl nachfüllen muss zwischen den Ölwechsel.
Ich kenne einen, dessen Wagen soff 1 Liter Öl auf 1000 km, d. h. bis zu seinem Ölwechsel bei 15.000 km hat er 15 Liter Öl nachgekippt. Hauptsache, billiges Öl. Die Umwelt dankt! :-(
Ich konnte ihn nicht davon überzeugen, mal was anderes als 15W-40 zu probieren, weil das in seinem Handbuch stand. Und da stand auch, dass bis zu einem Liter pro 1000 Km normal sind. Also hat er fleissig nachgekippt. Manchen ist eben nicht zu helfen.
Um auch mal gleich mit ein paar weitverbreiteten Irrtümern aufzuräumen, sei noch erwähnt, dass man sehr wohl vollsynthetisches mit mineralischem Öl mischen kann, genauso wie verschiedene API- oder ACEA-Spezifikationen und auch verschiedene Viskositätsklassen. Ebenso stimmt es nicht, dass man bei Motoren nach einer gewissen Zeit nicht mehr von mineralisch auf vollsynthetisch umsteigen kann.
Wichtigtuer setzen eine Menge Hoaxes diesbezüglich in Umlauf, dahingehend, dass Motoren dann reihenweise an verstopften Ölleitungen eingehen oder sturzbachmässig das Öl verlieren, weil sich Dichtungen in Nichts auflösen, etc.
Naja, wer es glauben mag... der wird dann wahrscheinlich auch voller Dankbarkeit gute Bewertungen abgeben. Only bad news are good news.
Teilsynthetischen Ölen traue ich allein schon deswegen nicht über den Weg, weil sich rein theoretisch jedes Mineralöl, in dem sich auch nur ein einziger Tropfen Vollsynthetisches Öl befindet, teilsynthetisch nennen darf. Wie gross der jeweilige Anteil ist, steht nämlich wohlweisslich nirgends. Das riecht mir sehr nach Bauernfängerei.
Zu den API- und ACEA-Klassifikationen nur so viel: Ich halte sie für korrupt. Eine API-, genauso wie eine ACEA-Klassifikation ist käuflich. Beim American Petroleum Institiut z.B. bekommt man für 600 $ + Umsatzbeteiligung am Ölverkauf die Klassifikation verkauft. Zitat:
"Die Schmierstoffhersteller prüfen in Eigenverantwortung (Selbstzertifizierung) Ihre Produkte ab. Eine Listung bei API ist gegen Bezahlung entsprechender Lizenzgebühren (min. 600$ + Umsatzbeteiligung) möglich, und erlaubt die Nutzung des API-„Donut“. Eine Überprüfung der Schmierstoffqualität durch API wird im Unterschied zu den meisten Fahrzeugherstellerfreigaben aber nicht durchgeführt!", nachzulesen hier:
http://www.transalp.de/.../KFZ_schmierstoffe.pdf
Selbst die Schmierstoffhersteller machen kein Geheimnis daraus:
"Die Auslobung der API- und ACEA-Klassifikationen erfolgt weitestgehend in einem sogenannten Selbstzertifizierungssystem. Dem Schmierstoffhersteller wird es dabei selbst überlassen, die in eigener Regie durchgeführten Teste auszuloben.", nachzulesen hier:
http://www.castrol.de/.../m_klassifikation_3.html
Das erklärt auch, wie Billigsvollsynthesetöle (z.B. Poweroil aus dem Baumarkt) zu ihren API SL-Qualifikationen kommen.* (Fortsetzung im 2. Teil)
Eins vorneweg: Ich bin kein reicher Snob, sondern fahre jetzt eine 13 Jahre alte Klapperkiste (Citroen BX 16), gekauft vom Schrotthändler, doch mit 2 Jahren TÜV - und solange sollte das Teil noch halten. Dennoch, oder gerade deswegen, habe ich mal Mobil 1 ausprobiert.
Aber der Reihe nach: Der Motor hatte beim Kauf schon über 157.000 KM und die rabenschwarze Brühe tropfte kaum noch vom Ölmessstab, so sehr war sie eingedickt.
Also als erstes Öl gewechselt. Dazu kaufte ich für 22 € das LiquiMoly 10W-40 (Finger weg!) im 5 Literkanister. Der Motor klapperte ab und zu, und schon nach 5000 KM hatte sich am Öleinfülldeckel eine helle, wachsartige Schicht gebildet.
Jetzt kommts:
Da ich nach 5000 KM eh Öl nachfüllen musste und die freie Tankstelle dieses Mobil 1 (0W-40) für 12,50 € in der Literdose anbot, welches ich kurz vorher bei Esso für 19 € nochwas gesehen hatte, griff ich kurzentschlossen zu und kippte einen Liter in den Motor, um ihm was Gutes zu tun.
Was dann geschah, hat mich zuerst erschrocken: Auf dem Nachhauseweg qualmte mein Auto so stark aus dem Auspuff, dass ich dachte: "Na klasse, jetzt wird das gute teure Öl einfach verbrannt, vielleicht war es doch zu dünn?"
Aber am nächsten Tag hat sich das Qualmen nach dem Warmfahren gelegt und mir fiel auch auf, dass der Motor gar nicht mehr klapperte. Und je länger ich fuhr, umso weicher schien der Motor zu laufen. Nach ein paar Wochen öffnete ich den Öleinfülldeckel - und siehe da: Die helle, wachsartige Schicht war weg!
Das würde auch das kurzzeitige Qualmen erklären: Die Additive in dem guten Öl haben die Ablagerungen aufgelöst und diese wurden verbrannt.
Das Öl hat mich voll überzeugt: Der Motor läuft leiser, der Ölverbrauch hat abgenommen (vorher 1 Liter auf 5000 KM, jetzt nur noch ca. ein viertel Liter auf die gleiche Entfernung), ich schone somit die Umwelt und meinen Geldbeutel und meinen Motor.
Und das lediglich durch das Auffüllen von nur einem Liter Mobil 1! Wers nicht glaubt, solls ausprobieren!
Nochwas:
Vor dieser Mobil 1-Ölkur lief mein Wagen mit Müh und Not 170 km/h, obwohl 176 km/h im Brief stehen, jetzt jedoch fast 180! Ich erkläre mir das dadurch, dass die Kolbenringe in der Kolbennut mit Ölkohle verbacken waren, was zu schlechter Kompression und somit Leistungsverlust führte, die Additive in dem guten Öl die Ölkohle jedoch auflösten, die Kolbenringe dadurch frei wurden und nun zur Zylinderwandung hin wieder richtig abdichten. Fazit: Mehr Leistung und geringerer Ölverbrauch.
Was viele Motorölzusätze nur versprechen: Dieses Motoröl hält es.
Übrigens:
Mobil 1 (0W-40) ist Erstbefüllöl bei Porsche, Aston Martin und AMG! Lasst euch also nicht kirre machen von Leuten, die Bedenken haben, dass bei so einem dünnen Öl der Schmierfilm reissen könnte.
Ebenso gehört ins Reich der Fabeln, dass man bei einem Motor mit hoher Laufleistung kein vollsynt. Öl benutzen sollte, wegen evtl. Verstopfung von Ölkanälen durch losgelöste Ablagerungen. Die gute Dispergierwirkung bewirkt eine Feinstverteilung, welche die Fremdstoffe in Schwebe hält und somit besteht diese Gefahr nicht. Ansonsten wäre Mobil (US-Firma) in den USA längst im Zuge von Schadensersatzprozessen Pleite gegangen.
Merke:
Kein Auto geht an zu gutem Öl kaputt, sondern an zu schlechtem – und kein Auto hat zu viele Kilometer, um ihm gutes Öl zu gönnen!
Im Gegenteil, je mehr Kilometer auf der Uhr stehen, umso nötiger ist gutes Öl, umso dankbarer reagiert der Motor darauf. Da kann das gute Motoröl dann zeigen, was in ihm steckt.
Und wenn jetzt der Einwand kommt:
„Aber im Handbuch meines alten Golf, meines Ford Granada, meines Opel Rekord, meines sonstwas steht doch 15W-40!!“, dann soll sich derjenige bitte mal daran erinnern, ob es damals, als diese Autos konstruiert wurden, es überhaupt 0W-40er Öle gab. Was es damals nicht gab, kann logischerweise auch nicht im Handbuch stehen! Das ist so, als würde ein Arzt es ablehnen, moderne Arzneimittel zu verschreiben, weil es zu Zeiten seines Studiums diese nicht gab.
Was ich auch nicht mehr hören kann, sind die gutgemeinten Ratschläge einiger selbsternannter Spezialisten: „Bleib einfach bei dem Öl, das vorher drin war“ (und wenn’s die letzte Brühe war…)
Ich jedenfalls habe es mir abgewöhnt, mit solch ewiggestrigen Zeitgenossen zu diskutieren, die nach dem Motto zu gehen scheinen: „Was der Bauer nicht kennt, isst er nicht!“
Natürlich ist es diesen auch ein Gräuel, Vollsynthetiköl mit Mineralöl zu mischen, 10W-40er mit 0W-40er, verschiedene Güteklassen, etc.
Tja, was soll ich sagen, die scheinen ein ideologisches Problem damit zu haben, so in etwa: Nurr rrasserreines Öl darrf in meinem Motorr sein, jawollja!!!
Nun gut, ich glaube, ich schweife etwas ab... ;-)
Fakt ist, alle Motoröle sind miteinander mischbar, und Fakt ist, dass beim Auffüllen mit besserem Öl sich die Qualität verbessert und beim Mischen mit schlechterem Öl sich verschlechtert. Klar, eine komplette Füllung mit besserem Öl ist das Optimum. Aber in meinem Fall ist das eh nicht nötig, denn ich fahre keinen Aston-Martin Sportwagen, sondern eine alte Franzosenschaukel.
Und dafür reichen die Additive, die in einem Liter Mobil 1 drin sind. Und dafür reicht auch mein Geldbeutel.** (-->)
107321 Antworten
Zitat:
Original geschrieben von wastlsepp
Von den 0W-40 erfüllen die Voraussetzung MB 229.5 und Porsche-Freigabe (keine Gewähr auf Vollständigkeit):Aral Super Synt 0W 40
Castrol Edge rs 0W 40
Mobil 1 0w 40
Shell Helix Ultra 0W 40
Shell Helix Ultec 0W-40Dazu von Mobil und Shell mehrere Versionen (einige davon jedoch in D wohl nicht erhältlich)
Weder das genannte Castrol noch das Aral noch das Shell Helix Ultec verfügen über eine Freigabe nach MB 229.5, das Ultec besitzt auch keine Porsche-Freigabe. Heute nochmals überprüft anhand der Hersteller-Angaben. Das Castrol und Aral haben eine 229.5
1, das Shell Helix Ultec eine 229.3. Dazu ein Screenshot von der Castrol-Seite und ein
Link zum Shell-Ultec-Datenblattim PDF-Format. Dieser Thread besteht in letzter Zeit leider zum nicht unbeträchtlichen Teil daraus, Deine Falschinformationen richtigzustellen. Es wäre hilfreich, wenn Du das Checken des Inhalts Deiner Postings nicht stets anderen überlässt, sondern diesen Job selbst übernimmst, BEVOR Du hier was verbreitest. Dass ein 5W-40er ohne VI-Verbesserer auskommen soll, war auch so ein Korken.
Zitat:
Original geschrieben von wastlsepp
Insgesamt sind jedoch die Anforderungen auch in bezug auf Verschleißschutz bei der 229.5 gegenüber der 229.3 nochmals erhöht.
Wirklich? Gibt es zu dieser Behauptung genauere Angaben und vor allem einen externen Beleg aus offizieller Quelle (MB oder ein namhafter Schmierstoffhersteller)? Angesichts der sonstigen Verlässlichkeit Deiner "Infos" sind solche Zusatz-Quellen unumgänglich.
Zu den Mehrbereichsölen, die angeblich ohne VI-Verbesserer auskommen sollen: Es gibt solche Öle, nämlich 25W-40er für Bootsmotoren. Bleiben wir lieber bei den Ölen für Pkw.
Zitat:
Original geschrieben von MichaelN
Das würd mich jetzt auch mal interessieren.Zitat:
Original geschrieben von neverman
zwischendrin vielleich zur Auflockerung eine Frage zu den VW-Normen😁brandaktueller Golf 6 TSI (gestern ausgeliefert) - die BA sieht für longlife die Normen 503 01 und 504 00 vor, was ja nicht weiter verwundert.
Ohne longlife wird für die TSI-Motoren die 502 00 angegeben, was immer noch nicht verwundert UND die 505 01 - also die "alte Pumpe-Düse-Norm"....was zumindest mich auf den ersten Blick verwirrt.
Und wenn man die Wahl hat: sollte man dann lieber eins nach VW 503.01 oder eins nach 504.00 nehmen?
Die 503.01 wird seit Oktober 2007 nicht mehr lizensiert - deren Ablöse ist die 504.00. Da die Lizenz/Freigabe eine Dauer von 2 Jahren hat, sollte spätestens Ende diesen Jahres diese Norm aus den Regalen verschwinden.
Ich würde zur 504.00 raten, da sind die Anforderungen an den Verschleißschutz etwas höher... (
siehe auch hier)
Zitat:
Original geschrieben von wastlsepp
Aha, Shell also .... (gut!)
Früher DEA ... noch viel besser 😁
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Zitat:
Original geschrieben von W. Dohl
Weder das genannte Castrol noch das Aral noch das Shell Helix Ultec verfügen über eine Freigabe nach MB 229.5, das Ultec besitzt auch keine Porsche-Freigabe.
So sehe ich das auch. Die Datenblätter stammen zwar von 12.2007, aber Shell würde neue Freigaben nicht verschweigen. Die sind sehr bedacht auf ihr Image ...
Zitat:
Original geschrieben von JeanLuc69
Die Raffinerie in Leuna und die in Wesseling stammen aus derselben Epoche und wurden seinerzeit (Mitte der 30er-Jahre) spiegelbildlich gebaut ... ursprünglich, um aus Braunkohle durch "Kohleverflüssigung" Treibstoffe herzustellen.Zitat:
Original geschrieben von Hunter123
Ok das finde ich gut . Und was hälst du von denen ?? Wie gesagt habe mit dem Highstar schon echt gute Erfahrungen gemacht vor allem in Sachen Laufruhe , Ölverbrauch , und Kaltstart kein Hydroklackern und nichts !!Die dort ansässige HC-Produktion ist die einzig verbliebene, welche noch mit Hochdruck-Wasserstoffreaktoren arbeitet, die das anerkannt reinste und beste HC-Produkt bereitstellen.
Was Leuna betrifft, bin ich mir nicht mehr sicher, ob die Produktion mittlerweile nicht auf Mitteldruckverfahren umgestellt wurde, da wir in Wesseling seinerzeit jede Menge Ersatzapparate aus Leuna übernommen und aufgestellt haben. 😁 Aber man kann davon ausgehen, daß die Qualität dort nach wie vor spitzenmäßig ist.
Die Raffinerie in Leuna ist auf Kraftstoffe ausgelegt. Schmierstoffe oder deren Derivate fallen hier allenfalls als "Abfallprodukt" an. Die Raffinerie ist ein Neubau und geht aus den "Nachwendeschweinerein" zwischen H.Kohl, der Treuhand und Elf-Aquitaine hervor (auch bekannt unter dem Stichwort "Leuna-Affäre"😉.
Die HC-Produktion fand ihre Anfänge in der ursprünglichen Minol-Raffinerie in Krumpa (damals VEB Mineralölwerk Lützkendorf - gegründet 1936). Die Leuna-Affäre war der Abgesang dieser Raffinerie, da Elf keine Raffinerie-Kapazitäten im Umkreis von 50km duldete. Sämtliche heute im Einsatz befindlichen HC-Synthese-Verfahren fanden in Krumpa (ca. 15km Luftlinie westlich von Leuna, südlich des heutigen Geiseltalsees) ihre Ursprünge.
Noch was für Zahlenfetischisten: das Mineralölwerk hat den halben Ostblock mit Schmierstoffen versorgt. Der jährliche Ausstoß von Schmierstoffen/-produkten lag bei ca. 330000 Tonnen. Kein Pappenstiel wenn man bedenkt, das der Jahresbedarf an Schmierstoffen in Deutschland heute bei ca. 1 Millionen Tonnen liegt.
Zitat:
Original geschrieben von lmclehmann
Die HC-Produktion fand ihre Anfänge in der ursprünglichen Minol-Raffinerie in Krumpa (damals VEB Mineralölwerk Lützkendorf - gegründet 1936). Die Leuna-Affäre war der Abgesang dieser Raffinerie, da Elf keine Raffinerie-Kapazitäten im Umkreis von 50km duldete. Sämtliche heute im Einsatz befindlichen HC-Synthese-Verfahren fanden in Krumpa (ca. 15km Luftlinie westlich von Leuna, südlich des heutigen Geiseltalsees) ihre Ursprünge.
Thanks ... das erklärt auch, warum Wesseling quasi komplette Kammern mit HC-Apparaten "für Lau" bekam.
Zitat:
Original geschrieben von wastlsepp
Also zum mitdenken:Zitat:
Original geschrieben von lmclehmann
Verstehst du auch, was du liest? Der Verweis bestätigt, das man ein Mehrbereichs-Motoröl nach SAE nicht gänzlich ohne VI-Verbessere einstellen kann... Und es heißt lMclehmann...nicht das ich einen gesteigerten Wert auf einen dämlichen Nick lege, zeigt es aber, wie du die Dinge hier aufnimmst und verstehst...
1. Sind SAE 5W und 30 Viskositätsklassen?
2. Ist ein SAE 5W-30 Öl ein Mehrbereichsöl nach SAE?
3. Ist Mobil 1 5W-30 demnach ein Mehrbereichsöl nach SAE?WENN man also die drei Fragen mit ja beantworten kann, DANN muß man unter Zugrundelegung des Sachverhaltes "Mobil 1 uses no viscosity improvers in their 5W-30" logisch zwingend zum Schluß kommen, daß Mobil 1 5W-30 ein Mehrbereichsöl nach SAE IST, das KEINE VI-Verbesserer enthält.
Du machst komplette Berufsstände arbeitslos. Googelst ein Seite raus, die besagt, das M1 5W30 ohne VI-Verbesserer auskommt, ohne auch nur einen technischen Fakt zu nennen... An dieser Stelle spare ich mir ein "Respekt" und stelle die Diskussion mit dir ein. Da du nicht mal den Versuch unternimmst, dir über technische Sachverhalte, Kennzahlen und Normungen Gedanken zu machen, habe ich keine Lust mehr auf eine weitere Zeitverschwendung an dich zu diesem Thema...
Zitat:
Original geschrieben von wastlsepp
...Mir ist es ja egal, was sich jemand in seinen Motor hineinschüttet. Aber hier im Thread geht es ja um das "beste Motoröl", oder? Und das "Bessere" ist halt der Feind des "Guten"!...
Ist das Bessere dann aktuell nicht das Aral Super Tronic 0W-40 und somit der Feind des Guten Mobil 1 Supersyn 0W-40 ?
Aral:
# API SM/CF
# ACEA A3/B4/C3
# BMW LL-04
# MB-Blatt 229.31/229.51
# Porsche-Freigabe
# VW-Normen 502 00 und 505 00 (01/97)
# VW-Norm 503 01 (09/99)
Exxon:
# API SL/CF
# ACEA A3/B3/B4
# BMW LL-01
# MB 229.3/229.5
# Opel Long Life Service Fill GM-LL-A-025
# Opel Diesel Service Fill GM-LL-B-025
# Porsche-Freigabe
# Volkswagen 502.00/505.00
Das Teil hier ist ja echt nicht schlecht:
http://sas-origin.onstreammedia.com/.../index.html
Erstaunlich wie manche Freigaben doch gegen andere (selbst aktuelle) verblassen.
Gruß
Mike
Naja ... ich werde Ende der Woche 4l Shel Helix Ultec 0W-40 in meinen Motor kippen und den letzten Ölwechsel vornehmen. Soo schlecht wird das Öl nicht sein.
Wenigstens habe ich gelernt, daß man demnächst besser vorher die Produktdatenblätter studiert ... 😁
Zitat:
Original geschrieben von JeanLuc69
Wenn Du erlaubst ... ich verbessere mich in diesem Punkt ein wenig :-)Zitat:
Original geschrieben von lmclehmann
Um es mal festzuhalten und so, das ich es auch verstehe...du bist zunächst der Meinung, das Bewegungsenergie der Radikale ausreicht, um ein weiteres Molekülspalten hervorzurufen???Die Bewegungsenergie (ist eine direkte Funktion der Temperatur) kann meiner Meinung nach u.U. die Bindungsenergie einer an einem anderen Molekül befindlichen Gruppe übersteigen (Kriterium für die Zerstörung derselben), was bei einer Sigma-Bindung - Kohlenstoff-Kohlenstoff-Einfachbindung, wie man sie z.B. im Grundöl antrifft - jedoch unwahrscheinlich ist.
:::
Das Cracken wird gemeinhin durch Druck und Temperatur vereinfacht (alte verfahrenstechnische Glaubensregel: viel hilft viel). Zudem können im Motoröl befindliche Metallpartikel (Abrieb) eine derartige Reaktion noch katalytisch beeinflussen.
:::
Wir nähern uns des Pudels Kern... Das Cracken von Paraffinkatsch zum Schmierstoff geschieht meines Wissens über verschieden Verfahrensschritte. In jedem Fall sollten aber mindestens 400°C (wahrscheinlich eher mehr) und ein Katalysator vorhanden sein (sonst bedarf es wahrscheinlich 800°C oder um ein vielfaches höhere Drücke). Was mich zu den nächsten Fragen bringt: welche zustände hinsichtlich Druck und Temperatur herrschen in einer HC-Anlage und sind diese äquivalent zum Motor? Reden wir bei den Temperaturen von Umgebungstemperaturen oder von der Temperatur des Mediums?
Metalldeaktivatoren sollen im fertig formulierten Motoröl die katalytische Wirkung der Metallpartikel unterbinden...
Ursprünglich ging es ja um die Frage, ob die Verdampfung durch Additive aufgehalten werden kann. Wenn man mal ganz nüchtern alle Theoreme und Theorien zu diesem Thema betrachtet, denke ich, das die Einflüße der Verdampfung aus dem Grundöl wesentlich (um Größenordnungen) höher anzusehen sind, als die aus den von dir beschriebenen Zusammenhängen. Wenn es tatsächlich diese Einflüße gleichberechtigt zu den Grundöl-Verdampfungsverlusten gibt: müsste am Ende eines Wechselintervalls der Ölverbrauch ansteigen. Und wenn die von dir beschriebenen Zusammenhänge so eintreffen und ihre Wirkung zeigen: hätte man beste Bedingungen für eine rasche Oxidation und damit Eindickung des Öls, die einen Wechsel unausweichlich macht...
Zitat:
Original geschrieben von JeanLuc69
So sehe ich das auch. Die Datenblätter stammen zwar von 12.2007, aber Shell würde neue Freigaben nicht verschweigen. Die sind sehr bedacht auf ihr Image ...Zitat:
Original geschrieben von W. Dohl
Weder das genannte Castrol noch das Aral noch das Shell Helix Ultec verfügen über eine Freigabe nach MB 229.5, das Ultec besitzt auch keine Porsche-Freigabe.
Er hat Recht ... MB führt das Ultec 0W-40 in der Liste 229.5 auf.
Klick
Zitat:
Original geschrieben von W. Dohl
Wirklich? Gibt es zu dieser Behauptung genauere Angaben und vor allem einen externen Beleg aus offizieller Quelle (MB oder ein namhafter Schmierstoffhersteller)? Angesichts der sonstigen Verlässlichkeit Deiner "Infos" sind solche Zusatz-Quellen unumgänglich.Zitat:
Original geschrieben von wastlsepp
Insgesamt sind jedoch die Anforderungen auch in bezug auf Verschleißschutz bei der 229.5 gegenüber der 229.3 nochmals erhöht.
Zu diesem Aspekt gibt es folgendes - Zitat aus MB Betriebsstoffvorschrift:
"Blatt 229.5 (Mehrbereichsöle)
Diese Leichtlauf-Motorenöle sind für bestimmte Pkw-Motoren
(BR 100, BR 200, BR 600), Nfz-Motoren aus dem Pkw-Bereich
(BR 100, BR 200, BR 600) und Industriemotoren aus dem Pkw-
Bereich (BR 100, BR 200, BR 600) freigegeben
Verwendung siehe Blatt 223.2.
Die Anforderungen für eine Freigabe dieser Motorenöle sind in
der Tabelle"Mercedes Benz spcifications for engine oils (sevice fill)
aufgeführt. Für diese Motorenöle gelten die Basianforderungen
entsprechend ACEA A3-04 und B4-04. Darüber hinaus gibt es
weitergehende Anforderungen der Daimler AG.
Gegenüber Blatt 229.1 und 229.3 zeichnen sich diese Motorenöle
aus durch:
- höchste Qualität (hinsichtlich Verschleiß und Sauberkeit) für
freigegebene Pkw-Motorenöle
- noch weiter verbessertes Kraftstoffeinsparungspotenzial
- Potenzial für noch längere Ölwechselintervalle (in
Verbindung mit neuen Ölfiltereinsätzen)
- weiter verbesserte Umweltverträglichkeit."
Zitat Ende.
Zum Vergleich: unter Blatt 229.3 ist von 'höherer' Qualität hinsichtlich Verschleiß gegenüber 229.1 die Rede, in 229.5 von 'höchster' Qualität hinsichtlich Verschleiß gegenüber 229.1 und 229.3.
Quelle: siehe Anhang S. 28
Gruß
Zitat:
Original geschrieben von lmclehmann
Wenn es tatsächlich diese Einflüße gleichberechtigt zu den Grundöl-Verdampfungsverlusten gibt: müsste am Ende eines Wechselintervalls der Ölverbrauch ansteigen.
Wobei sicher viele Fälle existieren, in denen Kondenswasser- sowie Treibstoffeintrag (speziell bei Motoren, die nur selten optimale Betriebstemperaturen erreichen) ein Absinken des "tatsächlichen" Ölstandes maskieren. Ich bemerke bei meinem Motor (fahre ca. 2000 km im Monat 95% Autobahn - Motor ist also immer warm) ein deutlich stärkeres Absinken des Olstandes zum Ende des Wechselintervalls hin.
Als gleichberechtigt zu den Grundöl-Verdampfungsverlusten würde ich Molekülzerstörung im Öl aber nicht bezeichnen ... eher als zusätzliche Belastung für das Öl bzw. zusätzliche Herausforderung für den Schmierstoffhersteller.
Zur HC-Anlage:
Das HC-Hochdruckverfahren arbeitet katalytisch mit Wasserstoffpartialdruck zwischen 300 und 320 bar bei knapp 450-480°C. Mehr gibt die (zugegebenermaßen alte) Werkstoffseite nicht her. Druck und Temperatur beeinflussen meines Erachtens neben der eigentlichen Aktivierung der Reaktion auch Umsätze bzw. Gleichgewichtseinstellung (will sagen, man könnte m.E. mit geringeren Temperaturen und geringerem Druck eine Reaktion durchführen - es geht ja letztlich nicht darum, innerhalb einer Stunde das komplette Motoröl zu cracken).
Modernere HC-Verfahren arbeiten mit besseren (bzw. geeigneteren) Kat-Materialien und 16-25 bar Wasserstoff bei ähnlichen Temperaturen. Das erhöht wesentlich die Betriebssicherheit. Wasserstoff mit 300 bar stellt die Anlagentechnik schon vor gewaltige Probleme.
Zitat:
Original geschrieben von JeanLuc69
Er hat Recht ... MB führt das Ultec 0W-40 in der Liste 229.5 auf.Klick
Stimmt, nach der BEVO-Liste haben aber auch das Castrol Edge 0W-40, das Aral Supersynth 0W-40 und das Shell Helix Diesel Ultra 0W-40 eine 229.5. Daraufhin habe ich eben nochmal die Datenblätter von
Castrolund
Shell Helix Diesel Ultraangesehen, doch keine 229.5 in Sicht. Ein Aral Super Synth 0W-40 mit angeblicher 229.5 gibt es zwar nur für den Export, laut Aral aber mit folgenden Freigaben und somit ebenfalls ohne 229.5:
API SJ / CF; ACEA A3 , B3; Mercedes-Benz specification for product service sheet 229.1 and 229.3; Porsche Approval; VW-Norm 502 00 and 505 00 Issue 1/97; VW-Norm 503 01 Issue 9/99(Link)Diese Angaben habe ich eben von der Aral-Seite umgehoben, in der MB-Betriebsstoffliste stand das Öl hingegen schon im Herbst 2007 mit 229.5 drin. Entweder bei Castrol, Aral und Shell stimmen die Webseiten und Datenblätter mehrfach nicht, oder bei MB sind Fehler unterlaufen. Schwierig, denn beide Varianten sind unwahrscheinlich.