ForumFahrzeugtechnik
  1. Startseite
  2. Forum
  3. Wissen
  4. Fahrzeugtechnik
  5. Vollbremsung(PKW) ohne Betätigung des Bremspedals auslösen?

Vollbremsung(PKW) ohne Betätigung des Bremspedals auslösen?

Themenstarteram 30. Januar 2012 um 10:44

Hallo, ist es möglich bei einem PKW eine Vollbremsung auszulösen, ohne dass das Bremspedal betätigt wird? Ich weiß, dass es möglich ist einen Bremsassistenten so umzuprogrammieren, dass dieser über ein Signal eine Vollbremsung selbtständig einleiten. Jedoch würde ich gerne wissen ob es auch noch andere wege gibt? z.B. durch ein zusätzliches Drucksystem? Wo am besten ansetzen um den Druck einzuleiten? Weiter Vorschläge?

Beste Antwort im Thema

Welchen Sinn soll eine solche Einrichtung haben?

42 weitere Antworten
Ähnliche Themen
42 Antworten
Themenstarteram 30. Januar 2012 um 12:26

Zitat:

Original geschrieben von Meik´s 190er

Man könnte aber z.B. über ein zusätzliches Ventil über den Bremskraftverstärker einen Bremsdruck aufbringen. Wäre die Frage ob der aursreichend wäre ohne zusätzliche Fusskraft. Ggf. könnte man hier aus den Behindertenumbauten auf einen verstärkten Bremskraftverstärker umbauen um den nötigen Druck zu bekommen.

Der Bremskraftverstärker funktioniert jedoch nicht mit Hydraulik sondern über ein Unterducksystem.

Und wo sollte dieses Ventil denn angebracht werden wenn man mit unterdruck arbeitet?

Beim BKV schau doch bitte, wie dieser vom Bremspedal auf der Eingangsseite angesteuert wird. Manche werden direkt über Gestänge, andere über eine kleine Hydraulik (ähnlich Kupplung) angesteuert.

http://www.kfz-tech.de/Bremskraftverst.htm

Beim oben verlinkten Funktionsprinzip würde ich einen Luftnippel auf die rechte Seite machen und diesen bei Auslösen einer externen Notbremsung mit 0,5-1 bar Steuerdruckluft beaufschlagen. Alternative wäre eben ein Pneumatikzylinder, der auf das Gestänge der BKV-Eingangsseite wirkt. 90 kg Druck sollten für eine Vollbremsung eigentlich reichen.

 

 

Themenstarteram 30. Januar 2012 um 13:15

Zitat:

Original geschrieben von GaryK

http://www.kfz-tech.de/Bremskraftverst.htm

Beim oben verlinkten Funktionsprinzip würde ich einen Luftnippel auf die rechte Seite machen und diesen bei Auslösen einer externen Notbremsung mit 0,5-1 bar Steuerdruckluft beaufschlagen.

Woher nimmst du diese Druckangaben?

Also mal einfach gesehen: Ein loch in den BKV bohren und darüber einen Luftdruck mit Rüchschlagventil beaufschlagen?

Zitat:

Original geschrieben von GaryK

Alternative wäre eben ein Pneumatikzylinder, der auf das Gestänge der BKV-Eingangsseite wirkt. 90 kg Druck sollten für eine Vollbremsung eigentlich reichen.

Ein Pneumatikzylinder an den Eingang des BKV zu hängen habe ich auch schon überlegt, jedoch wird das sehr schwierig werden durch die sehr geringen Platzverhältnisse.

Zitat:

Original geschrieben von Meik´s 190er

Zitat:

Original geschrieben von Ironass

Wo hat denn ein Brempedal einen "hydraulischen Ausgang"? Das Bremspedal ist doch direkt mit dem Bremskraftverstärker verbunden an den erst das Hydrauliksystem angeschlossen ist.

Man könnte aber z.B. über ein zusätzliches Ventil über den Bremskraftverstärker einen Bremsdruck aufbringen. Wäre die Frage ob der aursreichend wäre ohne zusätzliche Fusskraft. Ggf. könnte man hier aus den Behindertenumbauten auf einen verstärkten Bremskraftverstärker umbauen um den nötigen Druck zu bekommen.

Das ESP ist eh bei einer Vollbremsung funktionsunfähig, wenn eh schon alle Räder an der Haftgrenze abgebremst werden kann sowieso keine zusätzliche Bremskraft an einzelnen Rädern aufgebracht werden.

Nicht ganz richtig.

Erstmal gibt es quasi keine Trennung zwischen ABS und ESP, wird über die gleichen Ventile angesteuert.

Zudem wird im Rahmen vom ESP der Gier- und Lenkwinkel ausgewertet um das Fahrzeug stabil zu halten.

Das geschieht auch bei einer Vollbremsung, um ein ausbrechen den Fahrzeuges zu verhindern.

Hier kann ESP keine Räder "mehr" also maximal Verzögern, aber einfach einige Räder weniger verzögern um das Fahrzeug zu stabilisieren.

Der BKV funktioniert dadurch, dass bei einer Vollbremsung auf der linken Seite Unterdruck und rechts Normaldruck herrscht. Das Steuerventil sorgt ggf. für die Be- und Entlüftung der rechten Seite.

Wenn du also genügend Steuerluft draufhaust, dass der BKV auf der rechten Seite trotz Belüftung durch sein integriertes Steuerventil nahezu Umgebungsdruck erreicht, dann müsste der aus der Vollbremsung nicht mehr herauskommen. Zischt ordentlich, sollte aber auch ordentlich bremsen. Mehr wie ein paar hundert Millibar plus ne dicke Leitung wirst du nicht benötigen.

Bin Verfahrenstechniker und kein Maschinenbauer, gucks dir unbedingt selbst an bevor du am BKV rumbohrst. Dass du mit diesem nicht mehr im Straßenverkehr fahren darfst (BE erloschen) sollte dir klar sein.

 

@TE

Also ich bin der Meinung, wenn ihr es "richtig" machen wollt, müsst ihr den Bremsvorgang über das ESP einleiten und kontrollieren. Wie euch sicher bereits bewusst ist, wird das leider nicht einfach sein, weil ihr dazu Hilfe vom OEM des Systems benötigt (wahrscheinlich Bosch).

Grüße

Zitat:

Original geschrieben von snooopy365

Hier kann ESP keine Räder "mehr" also maximal Verzögern, aber einfach einige Räder weniger verzögern um das Fahrzeug zu stabilisieren.

Um den Bremsweg nicht unnötig zu verlängern wird das aber kaum realisiert.

Wenn man über den BKV geht ist das aber eh kein Thema, einfach die eine Seite mit Außenluft per Ventil belüften und gut ist. Alternativ kann man per Hydraulikpumpe und Ventile zwischen Hauptbremszylinder und ABS/ESP-Ventilblock Druck einsteuern. Von Zylindern im Innenraum sollte man wenn es eine gescheite Lösung werden soll eher absehen. Wird rein kosten- und aufwandsmäßig eh niemand realisieren. Wenn möglich mit so wenig weiterer Hardware arbeiten -> gucken dass man das über ESP und ggf. Kombi mit BAS realisiert bekommt. Die Hardware ist ja schon vorhanden.

Themenstarteram 30. Januar 2012 um 16:11

Erstmal muss ich mich hier für Eure rege Beteiligung am Thema bedanken!

Ein weiteres Problem ist, dass das System möglichst frei von einem speziellen Fahrzeug ist und sozusagen eine Universallösung darstellen soll.

Daher kann man nicht über den Bremsassitenten gehen da viele (etwas) ältere Fahrzeuge solchen garnicht besitzen.

Desweiteren sollte man auch unabhänging vom Hersteller (Bosch, Teves, ...) sein.

Also sind wohl die zwei Varianten an den BKV mit Druckluft zu gehen sowie hinter den BKV mit Hydrodruck am sinnvollsten.

Dabei bin ich mir aber sehr unsicher, ob diese Möglichkeiten eine dauerhafte Lösung darstellen oder eher für ein paar wenige (viell. 10?) Vollbremsungen geeignet sind. (Haltbarkeit der Ventile etc...)

Themenstarteram 30. Januar 2012 um 16:17

Zitat:

Original geschrieben von Meik´s 190er

Wenn man über den BKV geht ist das aber eh kein Thema, einfach die eine Seite mit Außenluft per Ventil belüften und gut ist.

Bist du dir sicher das Aussenluft aussreicht um eine Vollbremsung auszulösen - vergleichbar mit der per Bremspedal?

Zitat:

Alternativ kann man per Hydraulikpumpe und Ventile zwischen Hauptbremszylinder und ABS/ESP-Ventilblock Druck einsteuern.

Da stellt sich auch wieder die Frage ob dies eine dauerhafte Lösung darstellt (Haltbarkeit der Ventile etc.)

Themenstarteram 30. Januar 2012 um 16:19

Bezogen auf die Haltbarkeit:

Wir sprechen hier übrigens von einer Lösung für den Dauertest-Betrieb, d.h. mehrere Vollbremsungen täglich!

Zitat:

Original geschrieben von Ironass

Bezogen auf die Haltbarkeit:

Wir sprechen hier übrigens von einer Lösung für den Dauertest-Betrieb, d.h. mehrere Vollbremsungen täglich!

Wo ist bei Hydraulik das Problem? Kein Thema da dauerhaltbare Ventile und Pumpen zu kreieren. Bei Dauerbetrieb würde ich auch eher von dem Eingriff in die ESP-Geschichte abraten, die Anlage ist auf gelegentliche Eingriffe ausgelegt, nicht auf dauerhaften Druckaufbau.

Um wirklich voll zu bremsen würde ich etwas Druckluft aufschlagen. Wenn du nur die Umgebungsdruckseite des BKV belüftest, so wird der über das Steuerventil versuchen wieder Unterdruck aufzubauen. Damit hast du einen Druckgradienten, der ggf. keine volle Bremswirkung gestattet. Könnte man mit Belüftungsventilen nebst sehr großem Querschnitt ausprobieren obs für eine Vollbremsung reicht.

Mit ein paar hundert Millibar aus einer "belastbaren" Druckluftquelle kann der durch das Steuerventil vermutlich ansaugen was er will, der bekommt diese hundert Millibar ÜBERDRUCK auf die Verstärkerseite, das Steuerventil versucht wegen "Pedal oben" einen Druckausgleich hinzubekommen. Was dieses durch den hohen Volumenstrom nicht schaffen wird. Damit sollte die Bremse zuknallen, ggf. muss man noch den Bremspedalschalter auslösen um das ABS/ESP nicht zu verwirren.

Wenn der Wagen einen elektrischen Bremskraftverstärker hat ... verloren. Mein Audi MJ2003 hat noch einen pneumatischen wie ich grad gesehen habe.

Ich würde auch sagen das dieses System dann NUR in nicht ESP Autos zum Erfolg führt.

ESP Fahrzeuge schmeißen sicherlich direkt einen Fehlercode raus.

@Meik´s 190er

Bin der Meinung das die meisten Fahrzeuge das nach wievor regeln. Der Sicherheit wegen.

Kurze Bremswege sind ja nicht da ziel, sondern ein beim Bremsen sicher zu steuerendes Fahrzeug.

Da hat man schon bei der Einführung des ABS deutliche Rückschritte gemacht in Sachen Bremsweg.

Themenstarteram 30. Januar 2012 um 19:14

Zitat:

Original geschrieben von snooopy365

Da hat man schon bei der Einführung des ABS deutliche Rückschritte gemacht in Sachen Bremsweg.

Das würde ich so nicht sehen, denn alles hat seine Vor- und Nachteile.

Somit kommt deine Aussage zwar als Nachteil raus aber auch nur auf trockener Fahrbahn.

Auf feuchtem/nassen/eis/schnee usw. Untergrund ist dagegen der Bremsweg kürzer.

Ausserdem muss man nicht unbedingt in jeder Gefahrensituation immer den kürzestes Bremsweg haben sonder lieber die Möglichkeit das Fahrzeug noch zu Steuern.

Was bringt dir ein sehr kurzer Bremsweg wenn dieser nicht ausreicht um vor dem Baum zum stehen zu kommen? Da habe ich doch lieber die Möglichkeit durch das ABS dem Baum auszuweichen!

Themenstarteram 30. Januar 2012 um 19:18

Zitat:

Original geschrieben von GaryK

Um wirklich voll zu bremsen würde ich etwas Druckluft aufschlagen. Wenn du nur die Umgebungsdruckseite des BKV belüftest, so wird der über das Steuerventil versuchen wieder Unterdruck aufzubauen. Damit hast du einen Druckgradienten, der ggf. keine volle Bremswirkung gestattet. Könnte man mit Belüftungsventilen nebst sehr großem Querschnitt ausprobieren obs für eine Vollbremsung reicht.

Meinst du denn, dass der BKV bzw. die Membran dieser Belastung standhält dauerhaft Vollbremsungen durchzuführen ohne den Zusatzdruck vom Bremspedal?

Deine Antwort
Ähnliche Themen
  1. Startseite
  2. Forum
  3. Wissen
  4. Fahrzeugtechnik
  5. Vollbremsung(PKW) ohne Betätigung des Bremspedals auslösen?