Sytemausfall bei vollbremsung

BMW 5er E39

bmw sagt nur beim alten neuen kaufen

alle lese

nicht so gut von bmwu

http://www.daserste.de/plusminus/beitrag.asp?iid=254

Autokauf ist Vertauenssache – und das nicht erst, seit die Hersteller immer öfter mit Sicherheitsaspekten werben. Doch was, wenn die Elektronik dann nicht einwandfrei funktioniert? Wie gehen Hersteller mit diesem Problem und ihren Kunden um?

Unfälle bei Polizeieinsätzen
Polizei Berlin. Rund 80.000 Mal im Jahr müssen die Beamten der Polizei zu Einsätzen raus. Sie sind gewiefte Fahrer. Aber Ende letzten Jahres kam es zu zwei unerklärlichen Unfällen. In den Unfallberichten der Beamten heißt zum Beispiel: „Beim Betätigen des Bremspedals brach das Heck aus.“ Und: „... lange Rechtskurve, an deren Ausgang der FuStW (Red.: Funkstreifenwagen) auf den linksseitigen Gehweg geriet ...“

Die Schuld schob man schnell den Fahrern zu. Ein Sicherheitstraining wurde angeordnet. Doch dabei kam die wahre Ursache ans Licht. Die Sicherheitssysteme ABS und DSC der BMW-Dienstafahrzeuge können nach einer Vollbremsung versagen, berichtet Uwe Hundt von der Berliner Polizei: „BMW ist sofort, nachdem sie die Meldung erhalten haben, nach Berlin geeilt und hat nach einer kurzen Diskussion bestätigt, dass es in Extremsituationen, nämlich einer Vollbremsung, dazu führen kann, dass ein Systemausfall von der Technik aufgezeigt wird und danach ABS und die Stabilitätskontrolle ausfällt.“

Die Reaktion des Herstellers
Laut dem damaligen Besprechungsprotokoll erklärte BMW: „Sollte ein solcher Fall wider Erwarten (...) eintreten, ist nach Möglichkeit anzuhalten und der Fahrdienst über das weitere Vorgehen zu befragen. Ist das nicht möglich, ist der Zündschlüssel abzuziehen und die Türen mit der Fernbedienung zu betätigen.“ Gegenüber [plusminus sprach BMW von Einzelfällen. Das wollten wir genauer wissen. Auf einer Teststrecke machten wir Bremsversuche.

Die Ergebnisse
Nach einer Gewaltbremsung, einem so genannten „Bremsschlag“, signalisierten die Kontrollleuchten das Aus für ABS und das Stabilitätssystem von BMW, DSC. Die Folge ist ein unkontrolliertes Schleudern des BMW-Touring. Genau das, was dieses kombinierte Sicherheitssystem gerade verhindern soll. Für den Kfz-Sachverständigen und Unfallforscher Michael Weyde steht fest: „Das Steuergerät müsste getauscht werden, und ich gehe davon aus, dass es hier ein kombinierter Systemfehler ist, und zwar auf der einen Seite die Steuerung der Elektronik und ein Drucksensor, der regelt, dass der interne Bremsdruck nicht zu hoch wird.“

BMW und die Berliner Polizei
Wenn das stimmt, dann handelt es sich um einen konstruktiven Mangel, der bei allen Fahrzeugen des Typs E 39 auftritt. Bei der Berliner Polizei hat BMW bereits alle Fahrzeuge dieses Typs auf eigene Kosten umgerüstet. Das hat geholfen, so der Unfallforscher weiter: „Das alte Problem tritt bei diesen umgerüsteten Fahrzeugen nicht mehr auf. Auch nicht bei ganz extremem Bremsdruck, wie man ihn im normalen Fahrgeschehen gar nicht aufbringen kann, weil man sich so stark gegen das Lenkrad gar nicht halten kann. Und es ist auch erkennbar, dass eine ganz andere Art des Bremspedaldrucks, also das Gefühl, das man hat, wenn man bremst, in den neuen Fahrzeugen vorhanden ist.“

Alle sind gleich, aber einige sind gleicher
Gegenüber [plusminus hat BMW erklärt, Fälle wie bei der Berliner Polizei könnten im normalen Fahrbetrieb nicht auftreten. Und: Bei Ausfall der Sicherheitssysteme stünden schließlich immer noch die normalen Bremsen zur Verfügung. Auf seiner Internetseite zeigt der Hersteller, wie wichtig gerade ABS und DSC sind.

Die Aussagen von BMW bringt Juristen wie Dr. Peter Macke, den Präsidenten des Oberlandesgerichts Brandenburg, auf die Palme: „Ich halte das für kühn, wenn ein Hersteller wirklich so argumentieren wollte. Ich wiederhole: Wenn das Sicherheitssystem, für das sie bezahlt haben, ausfällt, hat das Fahrzeug einen Mangel, und Sie haben als Käufer alle Rechte wegen dieses Mangels.“

Kein Problem für Privatleute, sagt BMW. Vor wenigen Tagen bei Krefeld. Volker A. ist mit seinem BWM 525 Touring, Typ E 39, unterwegs. Nach einer Vollbremsung schalten ESP und DSC ab. Die Warnlampen gehen nicht mehr aus. Volker A. erzählt: „Ich bin genötigt worden, eine Vollbremsung zu machen mit diesem Fahrzeug, und da musste ich bis zum Stillstand abbremsen. Und plötzlich sind sämtliche Warnleuchten im System an und bleiben auch an, die gehen also nicht mehr aus. Jetzt habe ich mal grade in der Betriebsanleitung nachgeschlagen, und da gibt es einfach einen Hinweis, dass die Bremse normal noch funktioniert, aber die Systeme eben nicht mehr, und man soll das vom BMW-Service überprüfen lassen.“

Keine Rückrufaktion
Der Fehler tritt nur dann auf, sagt BMW, wenn man mit extremer Kraft auf die Bremse tritt – mit mehr als 120 Kilopond. Wissenschaftler aber sagen, dass bei Notbremsungen Kräfte bis zu 150 Kilopond auftreten können. Volker A. will jede Situation für eine Vollbremsung vermeiden. Die Räder blockieren nach Ausfall des Systems sofort.

Rechtsanwalt Oskar Riedmeyer sieht BMW in der Pflicht: „Man kann das durchaus als Schweinerei bezeichnen, wenn der Hersteller weiß, das es einen Mangel gibt und trotzdem keine Rückrufaktion macht, obwohl er hier das Leben seiner Käufer aufs Spiel setzt.“

BMW weiß von dem Mangel. In den Fällen der Berliner Polizei hat das sogar den Innenausschuss beschäftigt. In dem Protokoll der Sitzung vom 6. September 2004, das [plusminus vorliegt, heißt es von Innensenator Körting:„(...) der Chip habe geändert werden müssen, um den Ansprüchen gerecht zu werden. Diese Nachkonstruktion habe BMW (...) zugesagt.“

Fazit
Die Berliner Polizei kann wieder sicher fahren. Was jedoch ist mit den anderen 22.000 Fahrzeugen des Typs E 39, die in Deutschland zugelassen sind? Für den Kfz-Sachverständigen und Unfallforscher Michael Weyde steht fest: „Entscheidend ist, dass der Normalbürger als Fahrer das (Ausfallen des Systems) auslösen kann, indem er eine starke Bremsung macht.“

Dieser Text gibt den Fernseh-Beitrag vom 26.10.2004 wieder. Eventuelle spätere Veränderungen des Sachverhaltes sind nicht berücksichtigt.

2 Antworten

Probleme beim Bremsen E 39

Als ich die Sendung von plusminus gesehen habe, war ich ganz schön auf 180! Ich habe dann einen Kontakt zu einem "Sehr Freundlichen" genutzt und dieses Thema angesprochen! Anbei seine bzw. das Statement von BMW an den Händler:

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Hallo,

da bin ich jetzt momentan genauso überrascht wie Sie. Ich informiere mich gerade bei der Technik über die Sache und gebe Ihnen bescheid.

viele Grüße

E.

PS: ich fahre selbst einen E39 und habe bereits an 2 Fahrertrainings mit dem Fahrzeug teilgenommen mit den entsprechenden Bremsungen dazu. Bei mir trat nichts auf, Anfragen von Kunden diesbezüglich hatte ich bis dato auch noch nicht. Auch vom Forum hier oder anderen ist mir bis jetzt diesbezüglich nichts aufgefallen.

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offizielles Statement der BMW AG

Die angesprochenen Situationen bei der Polizei Berlin sind nicht im normalen Fahrbetrieb auf öffentlichen Strassen aufgetreten und nach allen unseren Erkenntnissen nicht praxisrelevant. Sie werden dort auch nicht auftreten, es sei denn, sie werden hier bewusst und gezielt zum Zwecke eines Notbrems-Trainings herbeigeführt. Das belegen auch unsere Daten aus dem Feld, wo bisher keine derartigen Fälle aufgetreten sind.
Ursächlich für diese Situationen, die ausschließlich im Rahmen spezieller
Fahrertrainings auf abgesperrten Testgeländen aufgetreten sind, ist dabei das konzentrierte Aufbringen extremer und unnötig hoher Betätigungskräfte des Bremspedals von größer 120 Kp.
Diese Kräfte liegen um Faktor 6 über der für eine ABS-Vollbremsung
notwendigen Pedalkraft von circa 20 Kp. Bei einer Notbremsung in realen Verkehrssituationen werden maximal Werte von 70-80 Kp erreicht.

Auch bei regulären Einsatzfahrten der Berliner Polizei im öffentlichen
Straßenverkehr sind solche Situationen unseres Wissens nach noch nie aufgetreten. Eine solche Situation wäre im Falle der Berliner Polizei aufgrund der in allen Polizeifahrzeugen installierten Unfalldatenschreibern in jedem Fall nachgewiesen worden.
Würde die oben genannte, extrem unwahrscheinliche Situation im normalen
Fahrbetrieb dennoch einmal eintreten, kann die eingeleitete Notbremsung bei voller Funktionalität des ABS-Systems mit abgeschaltetem DSC-System zu Ende geführt werden. Erst bei Stillstand des Fahrzeuges oder bei vorzeitigem Abbruch der Vollbremsung wird das ABS-System abgeschaltet.

Das Abschalten der Systeme würde dem Fahrer dabei zeitgleich über die entsprechenden Kontrollleuchten im Instrumentenkombi signalisiert. Die Bremsanlage ist in ihrer sonstigen Leistungsfähigkeit nicht beeinträchtigt. Das DSC-System trägt im übrigen bei einer Notbremsung nicht signifikant zur Fahrstabilität bei.

Nach Abstellen des Motors und anschließendem Motor-Neustart, nachdem die
Zündung länger als 5 Sekunden ausgeschaltet war, wäre das Fahrstabilitätsregelsystem darüber hinaus auch wieder voll funktionsfähig.

Nach unserer festen Überzeugung liegt kein Mangel vor, da der Fall aus den
oben angeführten Gründen weder praxis- noch sicherheitsrelevant ist. Die
Umrüstung bei den Fahrzeugen der Berliner Polizei geschah nur auf den
ausdrücklichen Wunsch der Berliner Polizei.

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Soviel hierzu. Für mich als Laien klingt das ganze recht plausibel! Vor allem aber vertraue ich dem Händler! Wenn der sagt, daß er von dem Problem noch nie gehört hat, dann ist das für mich auch so!

Stellt sich allerdings die Frage, was plusminus damit bezweckt!?

Gruß
Grinsekatze

Ich glaub, ich werde es mal ausprobieren. Nur wird wahrscheinlich das Problem sein, dass 60 - 70 km/h dafür nicht reichen werden. Und auf der AB werd ich es garantiert nicht ausprobieren.

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