Strassenverkehr und (Über)Forderung
Ein paar aktuelle Diskussionen lassen meine Gedanken zusammenfassend zur Thematik der (Über)Forderung im heutigen Strassenverkehr schweifen.
Was denkt Ihr darüber und/oder wie ergeht es euch "beim täglichen Wahnsinn auf den Strassen"?
War es früher besser, oder einfach nur anders? Wie denkt Ihr über den Faktor Mensch im ganzen - wird der heutige Verkehr zu viel, Stressfaktor? Warum sind teils immer mehr Leute manchmal offensichtlich überfordert, übersehen Dinge oder begehen wesentliche Fehler oder Irrtümer?
An manchen Tagen habe ich das Gefühl, als ob das komplexe System mit allem drum und dran, immer mehr zur (Über)Forderung führt bzw. stellweise sich der Kollaps schon abzeichnet...
Bin auf euere Ansichten gespannt!
Beste Antwort im Thema
Zitat:
Original geschrieben von neunter
Was denkt Ihr darüber und/oder wie ergeht es euch "beim täglichen Wahnsinn auf den Strassen"?
Hab weniger den Eindruck dass es Überforderung ist. Glaube dass ist mehr Gedankenlosigkeit und zunehmender Egoismus. Rücksicht und vorausschauendes Fahren bleibt dabei zunehmend auf der Strecke.
Dazu kommt in vielen Regionen mehr Verkehr, mehr Stau, schlechtere Straßen, ...
129 Antworten
Zitat:
Original geschrieben von Pepperduster
Man kann doch deswegen nicht gesetzlich unterschiedliche Geschwindigkeiten für einzelne Fahrzeugmodelle einführen.
... da wäre ja ein noch grösseres chaos vorprogrammiert, abgesehen von der frage, wie man das kontrollieren will, wenn nicht direkt die geschwindigkeit am auto begrenzt würde...
die thematik der situationsbedingten geschwindigkeit wurde in meinem fall in der fahrschule nur kurz angeschnitten, halt die üblichen 2 sätze dazu und das wars. m.e. wird dieses wichtige thema deutlich untergraben.
andere problematik: unter sicherheitsaspekten werden immer mehr helferlein ins auto verbaut. ich will nicht alle als schlecht und unnütz abstempeln, doch kann hier der eigentlich gute sinn schnell zur gefahr werden. den leuten wird das denken abgenommen, die konzentration bewegt sich hin zu anderen tätigkeiten als dem fahren.
gepaart mit der überreglementierung - selbst ordnungshüter sind auf die dicken bücher angewiesen - und dem ganzen schilderwald sind das schnell viele faktoren, die gleichzeitig beachtet werden müssen. ...
Zitat:
Gerade Porschefahrer gehören übrigens zu den angenehmsten Verkehrsteilnehmer, im Wissen um die längs- und querdynamischen Fähigkeiten ihres Fahrzeuges, legen sie zu 99% ein sehr souveränes und trotztdem zügiges Fahrverhalten an den Tag!
erm, ja - und warum finden sich dann überdurchschnittlich viele dieser fahrzeuge als teils ziemlich zerdepperte unfallwagen auf den schrottplätzen wieder?! zuerst von polemik schreiben, um im nächsten satz gleich selber weiter zu machen...
Zitat:
Original geschrieben von neunter
erm, ja - und warum finden sich dann überdurchschnittlich viele dieser fahrzeuge als teils ziemlich zerdepperte unfallwagen auf den schrottplätzen wieder?! zuerst von polemik schreiben, um im nächsten satz gleich selber weiter zu machen...Zitat:
Gerade Porschefahrer gehören übrigens zu den angenehmsten Verkehrsteilnehmer, im Wissen um die längs- und querdynamischen Fähigkeiten ihres Fahrzeuges, legen sie zu 99% ein sehr souveränes und trotztdem zügiges Fahrverhalten an den Tag!
Es handelt sich um meine subjektive Einschätzung begründet durch meist positive Erfahrungen im Strassenverkehr; dass ein solches Fahrzeug auch mal zerlegt wird, liegt dann meist daran, dass auch hier jemand überfordert war, diesmal nicht mit dem Strassenverkehr als solches, sondern mit dem Leistungspotential des Fahrzeugs.
Hierbei muss ich letzterlude recht geben. Diese Fahrzeuge fallen mir regelmäßig auch eher durch ein faires Verhalten auf. Negativ fallen mir hinsichtlich des aggressiven Fahrstils eher die aufgepimpten Kisten auf, als Sportwagen und große Limos.
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dann habe ich die aussage von letzterlude falsch aufgefasst - so ergibt sich ein anderes bild. die aussage von winni kann ich unterschreiben.
Zitat:
Original geschrieben von letzterlude
Gerade Porschefahrer gehören übrigens zu den angenehmsten Verkehrsteilnehmer, im Wissen um die längs- und querdynamischen Fähigkeiten ihres Fahrzeuges, legen sie zu 99% ein sehr souveränes und trotztdem zügiges Fahrverhalten an den Tag!
Dann habe ich eben genau den einen aus 100 getroffen... also was...
Wo das jetzt Polemik sein soll... 🙄
Und wegen den 4 Ringen... Tatsache... ebenfalls keine Polemik... 😁
Das Gegenteil können mir die Fahrer dieser Fahrzeuge gerne beweisen... also ich hätte nichts dagegen... für mehr Rücksicht... weniger Stress... wollen wir das nicht alle?
Zitat:
Original geschrieben von neunter
Zitat:
Zitat:
erm, ja - und warum finden sich dann überdurchschnittlich viele dieser fahrzeuge als teils ziemlich zerdepperte unfallwagen auf den schrottplätzen wieder?!Zitat:
Gerade Porschefahrer gehören übrigens zu den angenehmsten Verkehrsteilnehmer, im Wissen um die längs- und querdynamischen Fähigkeiten ihres Fahrzeuges, legen sie zu 99% ein sehr souveränes und trotztdem zügiges Fahrverhalten an den Tag!
Wo ist die (gefälschte) Statistik, die das bezeugt?
Zitat:
Wer hält dich davon ab die Regeln einzuführen /zu ändern? Mit den dir gegebenen rechtlichen Mitteln?
Die geringen Chancen auf ein Amt als Verkehrsminister, schon weil ich CDU und FDP verachte.
Zitat:
Es kann weder weniger noch mehr Eigenverantwortung geben. Warum habe ich ausreichend erleutert. Was du in deinem Beispiel nicht beachtest, ist schlichtweg die Tatsache, dass es für das Tempolimit 80 km/h einen Grund geben könnte, den du aus deiner Perspektive nicht siehst. Und wenn es nur Lärmschutz ist und eine Güterabwägung zwischen deiner Freiheit schneller fahren zu dürfen, und der Freiheit der Anwohner, schlafen zu können, ist. (nur ein Beispiel, weil ich eine dreispurige Autobahn in der Nähe habe, die Nachts auf 80 limitiert ist).
Wenn du die Anwendung einer Regel nicht akzeptierst, steht es dir natürlich frei, dies prüfen zu lassen. Ist vielleicht auch mit Arbeit verbunden.
Eine Erläuterung hast du gegeben und die ist fehlerhaft.
Weniger Eigenverantwortung erreiche ich durch unflexible restriktive Beschilderungen für jede Situation. Mehr Eigenverantwortung erreiche ich durch weniger oder flexible Schilder.
Es gab mal eine Befragung von Autofahrern, wieviel Schilder sie wahrgenommen haben (30 Schilder waren es). Die Antworten bewegten sich um einen Mittelwert von 8 mit einer Varianz von 5.
Tempolimits in Baustellen 60 km/h auf Blech in der Nacht, wozu?
Fußgänger-Ampeln, die 24h lang alle paar Sekunden auf rot schalten, wozu?
Die Behauptung, daß ich bei meiner subjektiven Wahrnehmung Gründe für eine bestimmte Beschilderung übersehe, ist möglich, um die gehts hier aber nicht, sondern um offensichtlich übertriebene Beschilderungen. Regeln sollen sich immer an den "gegenwärtig geltenden gesellschaftlichen Vorstellungen" orientieren. Momentan befinden wir uns in einer Leistungsgesellschaft, also müssen auch im Straßenverkehr Regeln herrschen, bei der sich Sicherheit und Dynamik die Waage halten. Zu oft schlägt die Waage aber in Richtung Sicherheit zu Lasten der Dynamik aus.
Den Versuch der Darstellung, die Befürworter so darzustellen, daß wir nur höhere Limits zum Rasen wollen, kann ich auch nicht so stehen lassen. "Warum habe ich ausreichend erleutert".
Zitat:
Original geschrieben von downforze94
Mehr Eigenverantwortung erreiche ich durch weniger oder flexible Schilder.
Meinst Du mit "flexiblen Schildern" sowas wie "80km/h bei Nässe" oder "120 km/h zwischen 6 Uhr und 20 Uhr"?
Davon halte ich nichts. Die Erfahrung zeigt, dass "Nässe" schon sehr unterschiedlich wahrgenommen wird, von der Uhrzeit ganz zu schweigen...
Zitat:
Es gab mal eine Befragung von Autofahrern, wieviel Schilder sie wahrgenommen haben (30 Schilder waren es). Die Antworten bewegten sich um einen Mittelwert von 8 mit einer Varianz von 5.
Derlei Umfragen sind meiner Meinung nach mit Vorsicht zu genießen.
Ich nehme mal an, dass da evtl. mehrere Verkehrszeichen geistig zu einem zusammengefasst wurden ("30 an Schultagen" und was es da gibt) oder eben von vornherein verdrängt, weil sie auf einen nicht zutreffen (etwa "Bahnübergang rechts" für Geradeausfahrer, Halte- und Parkverbote für Nichtanhalter)
Zitat:
Die Behauptung, daß ich bei meiner subjektiven Wahrnehmung Gründe für eine bestimmte Beschilderung übersehe, ist möglich, um die gehts hier aber nicht, sondern um offensichtlich übertriebene
Beschilderungen.
Und wenn Du in Deiner subjektiven Wahrnehmung hier Gründe übersiehst, kommt Dir die Beschilderung übertrieben vor... Insofern gehts da durchaus auch darum.
Zitat:
Regeln sollen sich immer an den "gegenwärtig geltenden gesellschaftlichen Vorstellungen" orientieren. Momentan befinden wir uns in einer Leistungsgesellschaft, also müssen auch im Straßenverkehr Regeln herrschen, bei der sich Sicherheit und Dynamik die Waage halten. Zu oft schlägt die Waage aber in Richtung Sicherheit zu Lasten der Dynamik aus.
Was willst Du jetzt genau damit sagen?
Elderian
Zitat:
Original geschrieben von Karl-der-Käfer
Zitat:
Original geschrieben von neunter
Zitat:
Original geschrieben von Karl-der-Käfer
Wo ist die (gefälschte) Statistik, die das bezeugt?Zitat:
erm, ja - und warum finden sich dann überdurchschnittlich viele dieser fahrzeuge als teils ziemlich zerdepperte unfallwagen auf den schrottplätzen wieder?!
Also ich kenn ja einige Schrottplätze, aber aufgefallen ist mir das persönlich noch nicht . Deswegen würden mich auch konkrete Zahlen interessieren.
Bei Nässe kann man diskutieren, die Uhrzeit ist eindeutig, also erfüllen solche Schilder schon ihren Zweck.Zitat:
Meinst Du mit "flexiblen Schildern" sowas wie "80km/h bei Nässe" oder "120 km/h zwischen 6 Uhr und 20 Uhr"?
Davon halte ich nichts. Die Erfahrung zeigt, dass "Nässe" schon sehr unterschiedlich wahrgenommen wird, von der Uhrzeit ganz zu schweigen...
Was da wie zusammengefaßt wurde, weiß ich nicht mehr.Zitat:
Derlei Umfragen sind meiner Meinung nach mit Vorsicht zu genießen.
Ich nehme mal an, dass da evtl. mehrere Verkehrszeichen geistig zu einem zusammengefasst wurden ("30 an Schultagen" und was es da gibt) oder eben von vornherein verdrängt, weil sie auf einen nicht zutreffen (etwa "Bahnübergang rechts" für Geradeausfahrer, Halte- und Parkverbote für Nichtanhalter)
Je öfter sich Eindrücke an der selben Stelle bestätigen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, daß der Eindruck richtig ist. Irgendjemand hat auch mal gesagt, daß etwas so lange richtig ist, bis ein Gegenargument gefunden wurde.Zitat:
Und wenn Du in Deiner subjektiven Wahrnehmung hier Gründe übersiehst, kommt Dir die Beschilderung übertrieben vor... Insofern gehts da durchaus auch darum.
Daß unsere Beschilderung teilweise beschissen ist.Zitat:
Was willst Du jetzt genau damit sagen?
Zitat:
Original geschrieben von downforze94
Bei Nässe kann man diskutieren, die Uhrzeit ist eindeutig, also erfüllen solche Schilder schon ihren Zweck.
Wie gesagt: Meine Erfahrung zeigt, dass sich praktisch niemand an diese Schilder hält, egal wie nass öder spät es ist. Von daher bin ich für eine unbedingte Ausschilderung.
Zitat:
Original geschrieben von downforze94
Was da wie zusammengefaßt wurde, weiß ich nicht mehr.
Ivh konnte auf die Schnelle leider auch nur rausfinden, dass diese Umfrage anscheinend vom ADAC druchgeführt wurde, mehr nicht.
Wichtig ist nur, dass entsprechend korrekt gefahren wird, nicht dass man sich an alle Schilder erinnert, nachdem man vermutlich ziemlich unvorbereitet "aus dem Verkehr gezogen" wird.
Zitat:
Original geschrieben von downforze94
Je öfter sich Eindrücke an der selben Stelle bestätigen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, daß der Eindruck richtig ist. Irgendjemand hat auch mal gesagt, daß etwas so lange richtig ist, bis ein Gegenargument gefunden wurde.
Dei Eindrücke der gleichen Person an der gleichen Stelle in vermutlich ziemlich ähnlicher Situation... so arg viel trägt das nicht zur Objektivität bei.
Zitat:
Original geschrieben von downforze94
Daß unsere Beschilderung teilweise beschissen ist.Zitat:
Was willst Du jetzt genau damit sagen?
Da gebe ich Dir durchaus Recht.
Nur ein Beispiel: Ich kenne Schilder für eine Höchstgeschwindigkeit (Zeichen 274) für
- 10 (Parkhaus)
- 20 (Straße, von beiden Seiten von großen Firmen gesäumt)
- 30
- 40 (kurz vor einer scharfen Kurve)
- 50 (zwischen zwei Ortschaften)
- 60
- 70
- 80
- 100
- 120
... da frag ich mich echt, obs die alle braucht. Würden nicht Schritt, 30, 50, 80, 100 reichen?
Elderian
Ich habe den Eindruck, daß etliche PKW-Fahrer überfordert sind, wenn sie eine BAB über die Ausfahrt verlassen.
Hier wird oftmals das Tempo falsch eingeschätzt. Ich habe heute das 3. Mal in 5 Jahren erlebt, daß der Vordermann die Leitplanke in der Ausfahrt zur Spurführung nutzen mußte, weil das Heck ausbrach. Bei 2 dieser Erlebnisse war die Straße feucht, heute war sie trocken, aber das hat auch nichts genutzt.
In allen 3 Fällen waren es Hecktriebler....
Zitat:
Original geschrieben von Drahkke
Ich habe den Eindruck, daß etliche PKW-Fahrer überfordert sind, wenn sie eine BAB über die Ausfahrt verlassen.Hier wird oftmals das Tempo falsch eingeschätzt. Ich habe heute das 3. Mal in 5 Jahren erlebt, daß der Vordermann die Leitplanke in der Ausfahrt zur Spurführung nutzen mußte, weil das Heck ausbrach. Bei 2 dieser Erlebnisse war die Straße feucht, heute war sie trocken, aber das hat auch nichts genutzt.
In allen 3 Fällen waren es Hecktriebler....
Das Problem liegt dann an mangelnder Beachtung des Tachometers. Da man sich an die höhere Geschwindigkeit gewöhnt hat, kommt einem, bei der Abfahrt, die Geschwindigkeit als viel geringer vor und dann hilft nur noch die Leitplanke oder ein beherzter Tritt auf die Bremse. 😁
MfG aus Bremen
Zitat:
Dei Eindrücke der gleichen Person an der gleichen Stelle in vermutlich ziemlich ähnlicher Situation... so arg viel trägt das nicht zur Objektivität bei.
In der Statistik wird es genauso gemacht und daraus dann der Mittelwert abgeleitet. Je höher X, desto genauer der Mittelwert.
Die Eindrücke der gleichen Person.., ja wessen Eindrücke sonst, eine gespaltene Persönlichkeit habe ich nicht und Gedankenlesen funktioniert auch nur etappenweise.