Starke Vibrationen bei hohen Geschwindigkeiten (ab 150 kmh)
Hallo Zusammen,
Ich habe folgendes Problem seit über einem Jahr:
Mein Auto vibriert stark ab 150kmh (als ob man über geriffelte Strasse fahren würde).
Es vibriert komplette Karosserie (man spürt es am ganzem Auto)
Das Fahrzeug liegt aber auf der Strasse wie ein Brett.
Folgende Teile würden ausgetauscht:
- Reifen zwei Mal
- Felgen
- Querlenker
- Bremse vorne hinten
- Gummis am Aggregatenträger
- Stossdampfer hinten
- Gelenkwellen vorne Aussen
- Radlager hinten
Ich bin fassungslos
Was könnte es sonst noch sein?
Danke im Voraus
Gruß
45 Antworten
Nun wird es mit den Begrifflichkeiten schwierig.
Wo ist bei dir der Unterschied zwischen Gelenkwellen und Antriebswellen bei einem Fronttriebler? Antriebswellen sitzen im Getriebe, die meisten nennen jedoch die Gelenk- bzw. Kardanwellen so. Die 3 Begriffe werden leider immer querbeet geworfen. Also wurden die Wellen komplett Innengelenken und nicht nur die Außengelenke getauscht?
Dann bleibt bei einem Fronttriebler in der Tat nichts mehr übrig.
Bei einem Firmenwagen wurde die Gelenkwelle (zwischen Getriebe und Rad) bei ähnlichem Verhalten durch eine günstige ersetzt, nach kurzer Zeit waren die Vibrationen, bzw. das Schaukeln, wieder vorhanden. Danach hat die Werkstatt eine etwas teurere genommen, seit dem ist Ruhe.
Hi,
Die Gelenkwellen außen wurden getauscht.
Die inneren waren in Ordnung.
Dabei ist die ganze Achse ausgebaut worden.
Wir haben auch das Auto aufgebockt und auf 50kmh beschleunigt um zu überprüfen ob die Welle gerade ist.
Zitat:
@Analog45 schrieb am 18. August 2019 um 16:17:30 Uhr:
Die Vibrationen sind nicht konstant. Wenn Du konstant fährst, werden die stärker und schwächer (ca. 4 Sekunden schwach, dann 4 Sekunden steigen die, danach 4 Sekunden stark, und 4 Sekunden schwächen die wieder).
Das ist eine Schwebung, also eine Überlagerung von mind. zwei Unwuchtsquellen, die mit geringfügig unterschiedlicher Frequenz vibrieren/schwingen. Zum Beispiel zwei unwuchtige Räder/Bremsscheiben/Antriebswellen. Ist ja normal, dass ein Rad im Vergleich zum anderen einen geringfügig unterschiedlichen Abrollradius hat. Somit dreht beispielsweise ein Rad an der Vorderachse (VA) um ca. 0,2% schneller, als das andere VA-Rad. Damit gekoppelt drehen auch die jeweiligen Bremsscheiben und Antriebswellen mit dieser abweichenden Drehzahl. Sofern Unwuchten vorhanden sind, können die beide sich additiv überlagern.
Da die Drehfrequenz erst bei Tempo 150 eine Vibration anregt und typischer Weise vorhandene Radunwuchten bei Raddrehzahlen um das Tempo 100 bis 120 herum spürspar sind, gehe ich nicht von einer Radunwucht aus. Mein Tipp liegt hier bei den Antriebswellen bzw. ihren beiden Lagerpunkten innerhalb des Getriebes. Getriebe ist fest? Getriebestütze auch?
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Dann tippe ich auf die im Getriebe befindlichen Lager der beiden Antriebswellen oder unwuchtige Antriebswellen.
Es vibriert auch, wenn die Antriebswellen nicht mehr auf Torsion belastet werden (ausgekuppelt/ Gang rausgenommen)?
Ja, es vibriert immer wenn du 150kmh erreicht hast (unabhängig davon im welchem Gang, ob im Leerlauf, oder mit gedrückter Kupplung)
Zitat:
@Analog45 schrieb am 19. Aug. 2019 um 08:27:13 Uhr:
Die Gelenkwellen außen wurden getauscht.
Die inneren waren in Ordnung.
Dabei ist die ganze Achse ausgebaut worden.
Damit meinst du, dass lediglich die äußeren, jedoch nicht die inneren Gelenke getauscht worden sind?
Mit Achse meinst du, dass die Wellen ausgebaut wurden?
Hi,
Wir haben die beiden Antriebswellen ausgebaut und untersucht und dabei die beiden äußere Gelenke ausgetauscht.
Innere waren in Ordnung.
Aber wenn innere Gelenke defekt wären, würde ich das nicht beim Beschleunigen und im Lenkrad spüren?
Ich vermute den Fehler eher hinten. Langsam frage ich mich, ob die El. parkbremse nicht der Übeltäter ist.
Die hinteren Felgen werden wärmer als die vorderen.
Es führt also etwas zur Reibung.
Bei allen meinen Audis, die ich bis dato hatte, blieb früher oder später die Handbremse fest.
Damals hat zwar nichts vibriert, aber vielleicht diesmal hat sich die Bremsscheibe verzogen
(es fängt an zu vibrieren und überträgt diese über die Sättel auf die Karosserie)?
Hat jemand von Euch schon mal eine Erfahrung mit krummen Scheiben hinten gehabt?
Danke im Voraus
Gruß
Du hast doch geschrieben, dass die Bremsen neu gekommen sind?
Bei mir habe sich krumme Scheiben so ausgewirkt, dass ich beim sanften Bremsen an eine Ampel eine leicht pulsierende Bremswirkung hatte.
Was wurde denn an der Bremse hinten erneuert? Drehen die Räder aufgebockt leicht?
Zitat:
@Analog45 schrieb am 19. August 2019 um 13:33:13 Uhr:
Innere waren in Ordnung.Aber wenn innere Gelenke defekt wären, würde ich das nicht beim Beschleunigen und im Lenkrad spüren?
Die Drehzahlen der unwuchtigen* Antriebswellen sind identisch mit den Raddrehzahlen. Je schneller Du fährst, desto höher ist die Drehzahl der Antriebswellen. Die Massenunwuchtskräfte nehmen bis zum Erreichen der Eigenfrequenz immer weiter zu. Daher sollte es keine Abhängigkeit von der Beschleunigung geben, sondern lediglich von der Drehzahl bzw. Fahrzeuggeschwindigkeit. Was Du ja auch beschreibst.
Klar, alles auffällige natürlich erstmal ausschließen bzw. instandsetzen. Ich tappe natürlich auch im Dunkeln.
Was mich aber wundert, ist, dass die Drehfrequenz Deiner Vibration höher ist, als es bei Radunwuchten typischerweise der Fall ist. Wenn die Frequenzen wachsen, dann ist das schwingende System steifer. Da Du eine Schwebung beschreibst, hast Du zwei Vibrationsquellen, die mit nur kleinem Unterschied in ihrer Frequenz schwingen. Daher war der Gedanke, dass die Antriebswellen, die ja mit Raddrehzahl drehen, entweder selbst unwuchtig sind, oder aber deren Lagerpunkte nicht mehr stimmig sind. Da außen das System schwingungsweicher wird, sollten hier die Anregungen bei Tempo 100...120 die Eigenfrequenzen anregen. Im Inneren, also Richtung Getriebe wird das System steifer, so dass die Eigenfrequenzen ansteigen. Daher bleiben die Antriebswellen in Getriebenähe als mögliche Ursache übrig.
Wie schon gesagt, dass ist nur eine Theorie. Wenn Du was an der Hihterachse verbessern kannst, dann würde ich das natürlich erstmal zuerst angehen.
(*) Unwuchtige Antriebswellen sind hier natürlich nur angenommen. Wenn es jedoch zuträfe, dann gäbe es die beschriebene Wirkung.
Was mich irritiert ist die Angabe, dass der Wechsel alle 4 Sekunden ist. Die Räder drehen ja nahezu gleich schnell und da würde ich denken, dass der Wechsel in wesentlich längeren Intervallen sein müsste.
Antriebswellen auf Verdacht komplett neu machen ist ja auch nicht ganz günstig.
Bei den Autodocks ging es vor kurzem auch um Vibrationen. Allerdings nur so bei 100 km/h rum und einem Ford Fiesta. War auch ein getriebeseitiges Tripode Gelenk.
Bei den Autodocks ging es vor kurzem auch um Vibrationen. Allerdings nur so bei 100 km/h rum und einem Ford Fiesta. War auch ein getriebeseitiges Tripode Gelenk verschlissen. Video Ab ca. Mitte des Films.
Zitat:
@Schubbie schrieb am 19. August 2019 um 16:31:46 Uhr:
Was mich irritiert ist die Angabe, dass der Wechsel alle 4 Sekunden ist. Die Räder drehen ja nahezu gleich schnell und da würde ich denken, dass der Wechsel in wesentlich längeren Intervallen sein müsste.
Antriebswellen auf Verdacht komplett neu machen ist ja auch nicht ganz günstig.
Nennt sich Schwebung. Ein Rad bzw. eine Antriebswelle dreht sich geringfügig schneller als das andere Rad bzw. die andere Antriebswelle. Somit „takten“ beide Räder mal gleichphasig und dann wieder gegenphasig. Bei das eine Rad das andere wieder „eingeholt“ hat, kann dann schon mal mehrere hundert Umdrehungen dauern, was sich durchaus über mehrere Sekunden hinziehen kann.