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Sparsamste Geschwindigkeit

Themenstarteram 27. Juni 2011 um 12:32

Hallo,

 

da ich 70-80% Autobahn fahre, habe ich mir die Frage gestellt, bei welcher Geschwindigkeit ich am wenigsten verbrauche.

 

Rein physikalisch müsste das doch bei 60 km/h im 5. Gang sein (~1700 min-1).

 

Andererseits brauche ich dann aber für eine Strecke exakt doppelt so lang, wie wenn ich mit 120 km/h fahr. D.h. der Motor ist länger an...

 

Daher bin ich mir nicht ganz sicher, ob geringe Drehzahl automatisch geringster Verbrauch ist ...

 

 

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330 Antworten

Ich denke nicht, dass hier eine pauschale Antwort möglich ist. Dies dürfte bei jedem Fahrzeug anders sein.

Und wehe du fährst wirklich mal aus Spritspargründen nur mit 60 oder 80 über die AB...! :D

HIER findest du die Infos zum Thema Geschwindigkeit und Verbrauch...

Ich würde dir als Einstieg sowieso die komplette Seite empfehlen...

--> Beste Spritsparseite EVER!!!

Zitat:

Original geschrieben von firebird24489

Hallo,

da ich 70-80% Autobahn fahre, habe ich mir die Frage gestellt, bei welcher Geschwindigkeit ich am wenigsten verbrauche.

Rein physikalisch müsste das doch bei 60 km/h im 5. Gang sein (~1700 min-1).

Andererseits brauche ich dann aber für eine Strecke exakt doppelt so lang, wie wenn ich mit 120 km/h fahr. D.h. der Motor ist länger an...

Daher bin ich mir nicht ganz sicher, ob geringe Drehzahl automatisch geringster Verbrauch ist ...

Bei 60 km/h ist er zwar doppelt so lange in Betrieb, allerdings durchlaufen alle Bauteile den selben Weg wie bei 120 km/h. Aber bei 120 km/h ist der Luftwiderstand sowie alle anderen Reibungswiderstände größer als bei 60 km/h.

-----> Je schneller desto mehr Verbauch (im selben Gang)

Jetzt könnte man sich noch streiten ob es "gesünder" für den Motor oder besser für den Verbrauch ist, wenn man das Auto bei 60km/h warm fährt oder bei 120km/h...

Auf alle Fälle sollte die Heizung im Winter nicht auf höchstmögliche Temperatur eingestellt sein, wenn man einen Kaltstart macht, denn so würde sich nur der große Kühlerkreislauf öffnen, was dafür sorgt, dass der Motor länger braucht um warm zu werden...wenn ich ab 50°C Kühlwassertemperatur die Heizung hochdrehe, dann hab ich vielleicht sogar eher warm im Auto als derjenige der gleich mit voller Heizkraft losfährt...

Kürzere Kaltlaufphase = geringerer Verbrauch

Die Antwort auf Deine Frage hat mehrere Teile:

1. Physik: Arbeit = Kraft x Weg. Zu beachten: In der Formel steht "Weg" und nicht "Zeit"! Am sparsamsten ist also, was die geringste Kraft für die Fortbewegung erfordert. Beim Auto ist das die geringstmögliche Geschwindigkeit, weil der Widerstand (Luftwiderstand, Reibung) mit der Geschwindigkeit zunimmt. Das kennt wohl jeder vom Fahrradfahren.

2. Der Motor Deines Autos hat einen Punkt, in dem er am effizientesten arbeitet. Das ist beim reinen Dahingleiten (sehr niedrige Last) normalerweise der Punkt mit der geringsten Drehzahl pro Kilometer. Das heißt also: geringste mögliche Drehzahl (oberhalb Leerlaufdrehzahl) im höchsten Gang.

3. Das Auto hat zusätzlich einen "Ruheverbrauch", z. B. für die Elektrik (Licht, Klima, Zündung, usw.). Dieser Verbrauch fällt pro Zeit an, was den Verbrauch pro km steigen läßt, je langsamer man unterwegs ist.

 

Punkt 3 spielt eine eher untergeordnete Rolle. Damit ergibt sich meist: der geringste Verbrauch ergibt sich bei der niedrigstmöglichen Drehzahl (d. h. Leerlaufdrehzahl plus ein Schluck) im höchsten Gang. Besonderheitten wie "pulse and glide" lassen wir mal außen vor.

Auf der Autobahn bist Du am sparsamsten unterwegs ohne gleich ein Verkehrshindernis zu sein, wenn Du hinter einem LKW hinterherfährst. Dieses Tempo ist bei einem Klein- oder Kompaktwagen zwar bis zu dem Vierfachen der Minimalgeschwindigkeit im letzten Gang (je nach Übersetzung und wie elastisch der Motor ist), aber man sollte auch nicht den Verkehr behindern.

Für die physikalische Effizienz ist es am Besten, die Drosselklappe soweit vorhanden (bei Fiat und BMW sind mit PKW-Motoren ohne Drosselklappe bekannt) so weit wie möglich offen zu haben, dem Motor also möglichst viel von seinem bei der Drehzahl verfügbaren Drehmoment abzuverlangen. Da insbesondere beim Rollen wenig Leistung abverlangt wird und Leistung äquivalent zu dem Produkt aus Drehmoment und Drehzahl ist, sollte man mit möglichst niedriger Drehzahl unterwegs sein.

Aber Vorsicht: Zu niedertourig sollte man auch nicht fahren, da dies die Lager im Motor recht stark belastet. Zudem versucht der Motor bei zu niedrigen Drehzahlen durch eigenständiges Gasgeben dagegenzuhalten. Dies gilt in der Nähe der Standdrehzahl, wo halbwegs moderne Motoren mit Schubabschaltung diese abschalten, um nicht beim Auskuppeln unter Leerlaufdrehzahl zu fallen.

Gefährlicher ist aber das mit den Lagern. Wenn es ruckelt, sollte man zurückschalten schon längst zurückgeschaltet haben, denn ein Lagerschaden ist sehr teuer. Mein Bruder hatte mal einen und es war da genauso teuer, den Motor zu wechseln wie das Pleuellager einzeln. Er hat den Motor wechseln lassen.

Manchmal lohnt es auch einen Blick in das Fahrzeugbuch zu werfen. Da sind oftmals auch Angaben zum Spritsparen in Zahlen drin bzw. oft auch eine Angabe, bei welchen Geschwindigkeiten in welchem Gang der Motor den besten Wirkungsgrad hat.

Beispiel: Bei meinem Auto steht da, wenn ich 120 km/h fahre, verbrauche ich im Schnitt 15-20%(!) mehr Benzin als wenn ich 90 km/h fahre. Ist zwar logisch, dass höhere Geschwindigkeit = höherer Verbrauch, aber wenn man das mal wirklich in % da stehen hat, erstaunt es einen doch wie viel 30 km/h manchmal ausmachen können.

Ich klemme mich auf der Autobahn eigentlich fast immer hinter einen LKW. Die fahren meist sehr konstant 85-90 km/h. Heißt, da wird man im Durchschnitt viel seltener bremsen und wieder beschleunigen (was Sprit frisst), als wenn man sich mal rechts, mal links auf der AB vorarbeitet. Je nach Verkehrssituation und Streckenausbau.

Außerdem - so meine Meinung - ist es so auch stressfreier. In der Regel schneidet einen keiner, der vor einem einschert - die überholen in 99% der Fälle den LKW statt sich schnell dahinter und vor dich zu quetschen - und zweitens überholen dich automatisch die Hinterleute schon von weitem (meistens). Da fährt selten einer dicht auf und benimmt sich, als würde er dich anschieben wollen. So zumindest ist mein Eindruck. Wenn man keinen LKW vor sich hat, könnte man des Öfteren meinen, die kommen erstmal entspannt mit 140+ km/h daher und fahren absichtlich dicht auf, als würden sie ausprobieren, ob du dann nicht schneller fährst oder sie dich doch überholen müssen. :rolleyes:

Insgesamt brauche ich bei ~ 90 km/h ungefähr 10-20 Minuten länger als mit ~ 120 km/h - auch je nach Verkehrsaufkommen. Also gar nicht mal so groß der Unterschied.

Ich für meinen Teil investiere die Zeit aber gerne (mehr Zeit zum Musik hören :D), weil ich ja weiß, wie viel Benzin ich da im Vergleich sparen kann bei meinem Wagen.

Also ein Blick in das Handbuch kann sich lohnen!

Gruß

Zitat:

Original geschrieben von meehster

Auf der Autobahn bist Du am sparsamsten unterwegs ohne gleich ein Verkehrshindernis zu sein, wenn Du hinter einem LKW hinterherfährst. Dieses Tempo ist bei einem Klein- oder Kompaktwagen zwar bis zu dem Vierfachen der Minimalgeschwindigkeit im letzten Gang (je nach Übersetzung und wie elastisch der Motor ist), aber man sollte auch nicht den Verkehr behindern.

... stimmt mach ich auch manchmal. Oder Reisebusse, die sind etwas schneller unterwegs.

Zitat:

Original geschrieben von meehster

Für die physikalische Effizienz ist es am Besten, die Drosselklappe soweit vorhanden (bei Fiat und BMW sind mit PKW-Motoren ohne Drosselklappe bekannt) so weit wie möglich offen zu haben, dem Motor also möglichst viel von seinem bei der Drehzahl verfügbaren Drehmoment abzuverlangen. Da insbesondere beim Rollen wenig Leistung abverlangt wird und Leistung äquivalent zu dem Produkt aus Drehmoment und Drehzahl ist, sollte man mit möglichst niedriger Drehzahl unterwegs sein.

.... genau. Es ist ein Trugschluss, dass bei der niedrigsten Drehzahl der Verbrauch am niedrigsten ist.

Der niedrigste Verbrauch geht nämlich mit dem besten Wirkungsgrad ein. Und der ist bei fast voll geöffneter Drosselklappe, oder reden wir besser von "fast voller Last" im Bereich des höchsten Drehmomentes.

.... siehe auch hier:

http://de.wikipedia.org/wiki/Verbrauchskennfeld

Da sieht man wunderbar den niedrigsten - Achtung!!! - "spezifischen" Verbrauch.

Für den effektiven Verbrauch, bzw. Streckenverbrauch kann man das aber auch näherungsweise ansetzen. Liegt aber etwas drunter - von der Drehzahl.

der "Stevie"

Zitat:

Original geschrieben von gromi

...

Auf alle Fälle sollte die Heizung im Winter nicht auf höchstmögliche Temperatur eingestellt sein, wenn man einen Kaltstart macht, denn so würde sich nur der große Kühlerkreislauf öffnen,...

Die Aussage zum großen Kühlkreislauf ist Unsinn. Der wird einzig durch den Thermostat geöffnet. Darum ist es auch Unsinn, im Winter ne Pappe vor den Kühler zu stecken. Aber die Diskussion hatten wir ja schon ein paarmal...

Zitat:

Original geschrieben von steviewde

Zitat:

Original geschrieben von meehster

Auf der Autobahn bist Du am sparsamsten unterwegs ohne gleich ein Verkehrshindernis zu sein, wenn Du hinter einem LKW hinterherfährst. Dieses Tempo ist bei einem Klein- oder Kompaktwagen zwar bis zu dem Vierfachen der Minimalgeschwindigkeit im letzten Gang (je nach Übersetzung und wie elastisch der Motor ist), aber man sollte auch nicht den Verkehr behindern.

... stimmt mach ich auch manchmal. Oder Reisebusse, die sind etwas schneller unterwegs.

Habt Ihr alle Eure Zeit im Lotto gewonnen?

Ich fahre, um irgendwo anzukommen, nicht, um meine Zeit auf der AB zu vertrödeln. ;)

Noch zum eigentlichen Thema:

Die zeitbezogenen Verbrauchswerte liegen nach BC bei 0,7 bis 1,1L/h, je nach Beanspruchung der Klimaanlage und anderer Verbraucher. Der BC ist da auch ein schöner Helfer, dem man damit auch eine Geschwindigkeitsempfehlung entlocken kann. Meine persönliche Auswertung hat -für den Fall von gerader Fahrbahn, Windstille und fehlender Anhängemöglichkeit an einen Reisebus- als Bestwert etwa Tempo 70 ergeben. Zum Testen eignen sich da die norddeutschen Landstraßen besonders gut.

Zitat:

Original geschrieben von MartinSHL

Zitat:

Original geschrieben von steviewde

... stimmt mach ich auch manchmal. Oder Reisebusse, die sind etwas schneller unterwegs.

Habt Ihr alle Eure Zeit im Lotto gewonnen?

Ich fahre, um irgendwo anzukommen, nicht, um meine Zeit auf der AB zu vertrödeln. ;)

Ich fahre meistens etwa 180 bis 200 km/h und habe dadurch Spritkosten von knapp über 8 €/100 km. Aber besser so als 10 € pro Woche zu sparen und dafür dann zwei Stunden (ebenfalls pro Woche) mehr auf der Autobahn verbringen müssen, so meine Sicht in meiner Position.

Aber viele Leute (ich früher mal auch) haben es mehr Zeit übrig als Geld und deswegen wird dann hinter nem LKW hinterhergefahren. Und die LKW-Hinterherfahrer finde ich besser als die Leute, die mit Tempo 130 oder noch weniger die linke Spur blockieren.

Ist halt die Frage, wie wertvoll einem seine Zeit ist. Als Hartz-IVler siehts anders aus wie bei einem "Bin wichtig" Manager oder einem angestellten Außendienstler, der wie ein Gestörter von Kunde zu Kunde ballert um überhaupt fertig zu werden. Als Selbstständiger, der quasi seine eigene Rechnung bezahlt wird das Ergebnis der gleichen Tätigkeit wiederum ein anderes sein.

Ich hab ganz gute Erfahrungen mit Tacho 160-170 km/h gemacht. 2/3 der Nenndrehzahl meiner Karre, man kommt zumindest gefühlt gut voran und auch das ist viel wert. Die Differenz zum langsameren Verkehr ist überschaubar, den erforderlichen Sprit kann ich mir "gerade so eben" leisten.

Der Zeitvorteil bei noch höherem Speed ist marginal. Bei 89 km/h LKW Schleichspeed im Vergleich zu real erreichbaren 130 Durchschnitt und damit 160-170 Marschgeschwindigkeit macht man je Stunde bereits 40 km gut. Für die der Sparsame 30 Minuten investieren muss. Bei weiteren 40 km/h obendrauf spart man nur noch gut ne Viertelstunde und erreicht den erforderlichen 170er Schnitt zudem nicht wirklich, dazu müssten nennenswerte Etappen mit ungestörten 220 möglich sein. Das heißt viel Kraftstoffverbrauch (200 km/h = 20 l bei meinem) für wenig Ergebnis. Bei 245 steigt "mein" Spritverbrauch sogar auf 35l/100km. Da faucht nicht der Motor, das ist die Kavitation der Kraftstoffpumpe ... nach 60.000 km in den letzten 15 Monaten glaub ich dieses Fazit ziehen zu können.

Die ökonomischste Geschwindigkeit ist die mittlere sich auf der linken Spur einstellende Geschwindigkeit. Wer wie beim Brummirennen deutlich langsamer fährt hält auf, wer schneller fährt gewinnt wenig. Und mangels Rechtsüberholerlaubnis lässt sich wenig dran ändern.

Übrigens hab ich in der Schweiz und Frankreich einen ähnlichen Schnitt wie in Deutschland. Was allerdings an der geringen Fahrzeug und vor allem LKW Dichte liegt (selten eine geringere wie die maximal erlaubte Geschwindigkeit) und nicht an der physikalischen Sinnlosigkeit einer zügiger Fahrt. Ich wäre sofort für Tempo 130 (also Tacho 150), wenn im Gegenzug Brummirennen effektiv abgeschafft würden. Ob die 85 oder 88 im Schnitt fahren macht auf 10h gerade mal 30 km und damit 20 min Fahrzeit aus.

 

 

 

Zitat:

Original geschrieben von steviewde

.... genau. Es ist ein Trugschluss, dass bei der niedrigsten Drehzahl der Verbrauch am niedrigsten ist. Der niedrigste Verbrauch geht nämlich mit dem besten Wirkungsgrad ein. Und der ist bei fast voll geöffneter Drosselklappe, oder reden wir besser von "fast voller Last" im Bereich des höchsten Drehmomentes.

Der höhere Energiebedarf bei höherer Geschwindigkeit frißt meist die Einsparung durch den höheren Wirkungsgrad völlig auf. Interessant wird das nur bei Fahrten bergauf o. dgl.

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