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Schuldfrage bei Kollision auf schmaler Straße

Themenstarteram 11. Mai 2012 um 23:06

Hallo zusammen,

es würde mich interessieren wie in folgendem Fall die Schuldfrage geklärt werden könnte:

Angenommen, auf einer schmalen Straße ohne Fahrbahnmarkierung fahren zwei engegenkommende Fahrzeuge aneinander vorbei.

Ein Fahrzeug ist aber zu weit links und die Fahrzeuge streifen sich / Spiegel werden abgerissen.

Woher kann man jetzt wissen wer zu weit links war? Solch Situationen gibt es ja ziemlich oft, in engen, zugeparkten Straßen. Wo man denkt "das war knapp".

Wenn sich beide Fahrer nicht einigen können, wird die Schuld dann einfach geteilt? Auch wenn einer offensichtlich zu weit links war? Man könnte es meistens gar nicht beweisen.

Sowas ist mir noch nicht passiert, aber es interessiert mich, weil ich nicht wüsste wie ich mich in einem solchen Fall verhalten sollte.

Was meint ihr dazu?

Gruß

kryptos92

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205 Antworten

Der Klassiker für 50/50. Keine wollte anhalten !

Naja - Missachtung des Rechtsfahrgebotes würde ich hier auch verneinen wenn man das Kostenrisiko eingehen will.

Ansonsten aber natürlich Schuld auf beiden Seiten.

Ist doch gut ausgegangen - geringer Schaden und zumindest der Junior hat hoffentlich gelernt (oder lernt es in einer Probezeitmaßnahme?!), wie man es richtigerweise an solchen Stellen machen sollte - zumal die enge Straße so nah zuhause ja sicher bekannt war.

Sehe ich so wie mein Vorredner, rechts vom Audi sind auch locker noch 20 cm Platz. "Vom Gas gehen" hat hier offensichtlich nicht gereicht, gerade auf solchen Straßen muss man immer damit rechnen, dass hinter der Kurve etwas unvorhergesehenes passiert. Dem Bild nach zu urteilen läuft der gezeigte Traktor auch max. 40 km/h. Durch die lauten Abroll- Getriebe- und Motorgeräusche und nicht zuletzt die großen Abmessungen wirken landwirtschaftliche Fahrzeuge oft schneller, als sie sind.

Klar kann der Fahrer des größeren Fahrzeugs sich keine Vorfahrt erzwingen, aber ich mache (soweit möglich) grundsätzlich Platz und halte - wenn nötig - auch an. Das ist für den PKW-Fahrer im Allgemeinen sehr viel einfacher, als für LKW oder landw. Fzg..

Hier Missachtung des Rechtsfahrgebots zu unterstellen halte ich allerdings auch für unsinnig.

Zitat:

@tiger55 schrieb am 13. Okt. 2020 um 01:11:39 Uhr:

Während der Unfallaufnahme kam ein Linienbus, der Bauer hatte den Traktor mittlerweile so weit nach rechts gefahren wie er konnte. Der Bus konnte nicht vorbeifahren und musste samt Fahrgästen warten bis der Traktor nach Unfallaufnahme weiter fuhr (!).

Wie ist denn der Traktor beim Weiterfahren doch am Linienbus vorbeigekommen? Wenn das ging, hätten doch auch A6 und Traktor sich unfallfrei begegnen können.

 

Grüße vom Ostelch

Der Bus war hinter dem Traktor, er kam ihm nicht entgegen. Er konnte nicht vorbeifahren. (Wäre es in Gegenrichtung "passieren"? Vorbeifahren bedeutet doch in Fahrtrichtung links am Hindernis vorbei...)

Ach ja. So wird es gewesen sein. Danke.

 

Grüße vom Ostelch

sehr ärgerlich das ganze - dem Bußgeldbescheid würde ich widersprechen, trotz Zeugen wird der Schaden aber wohl 50/50 geteilt....

das würde dann ja trotzdem bedeuten, dass die Vers. des Traktors Den halben Schaden von tiger55 übernehmen müsste - und wenn der Traktor keinen Schaden hat, wäre das gut für seine SF.....

oder habe ich da etwas vergessen ?

Danke für Eure Einschätzung, ich muss jetzt aber auch nochmal paar wichtige Aspekte hier einwerfen:

1) ja bei der 50/50 Pauschalregelung würde die HaftPflicht des Traktors 50% unseres Schadens zahlen, der Traktor hat keinen Schaden

2) Die 50/50 wird hier relativ sicher Richtung 75/25 gehen, weil der Traktor mit 3m ein deutlich höheres Betriebsrisiko mit sich bringt (als ein anderer normaler PKW)

3) Nichtsdestotrotz sehe ich hier die Haftung des Traktors bei 100% weil bei meinem Sohn KEIN Fehler nachzuweisen ist.

a) Wenn Ihr schreibt "ggf. anhalten" "über die weiße Linie wäre noch Platz gewesen" ... es war ja hier nicht so dass mein Sohn ein "stehendes" Hinderniss passiert hat und dabei die volle Kontrolle der Situation hatte, der Traktor kam ihm mit 30-40km/h ja entgegen und er ihm mit ca. 50km/h. Er hat sofort die Geschwindikeit reduziert auf 30-40km/h - 70 waren erlaubt, das Ganze war ja vor einer Kurve ... und nicht über hunderte Meter schon einsehbar und keiner macht außerorts dann eine Vollbremsung .. aber selbst dann wäre der Tranktor ja an ihm vorbei weil der seine Geschwindikkeit NICHT reduzierte .. der ist ja sogar erstmal weiter gefahren und hatte die Kollision nicht gemerkt.

b) Insofern ist es kein "Umfahren" des Hindernisses mit Lenkbewegungen wie beim rangieren (!). Die weise Begreunzungslinien sind NICHT Teil der Fahrbahn und dürfen auch erstmal nicht überfahren werden (siehe Straßenverkehrsordnung !!) Der Traktor hätte seinerseits die Linie überfahren müssen (ist eine Ausnahmeregelung) und auf seinen befestigten Seitenstreifen gemusst, aber das ging nicht da dort eine Leitplanke auf seiner Seite war. Das ist aber SEIN Problem und m.E. hätte der Traktor hier proaktiv runter auf Schrittgewschwindikeit gemusst vor der Kurve um dem normalen Verkehr Reaktionszeit zu geben ... es rechnet ja erstmal kein normaler Teilnehmer mit so einem Teil in seiner Spur. Und im Fahren hat mein Sohn alles zumutbare richtig gemacht, Geschwidikeit sofort reduziert, so weit rechts wie erlaubt geblieben, KEINE eigene Gefahr eingehen durch ggf. Berührung des Wulstes weil dann droht die Kontrolle des AUtos zu verlieren.

c) Weiterhin war die Berührung ja nicht mit dem Traktor sondern mit dem Pflug. Wie auf den Bildern zu sehen ist dieser Metallrahmen der über steht in keinster Weise für den entgegenkommenden Verkehr irgendiwe gekennzeichnet. Man sieht da "hindurch" und nimmt das gar nicht beim Fahren als "Hinderniss" war. Das ist ist auch ein Unding.

d) ich sprach mit einigen Traktorfahrern aus meinem Ort und die sagten der traktor machte sicherlich einen Fahrfehler.. er war zu schnell unterwegs... (darf eigentlich nur 25 damit fahren). Fuhr ohne geschwindikeit zu redzieren an die Kurve ran ... war "normal" auf der Fahrbahn wegen der Leitplanke rechte ... Sah dann meinen Sohn um die Kurve kommen und lenkte instinktiv etwas nach rechts "um Platz zumachen" .. dadurch scheert aber der Pflug hinten in die Gegenfahrbahn aus, die sagten 1cm am Lenkrad des Traktors sind 20cm hinten am Pflug.

Unfallpositionen
Unfallpositionen
Unfallpositionen

Durch die Warntafeln ist der Grubber gekennzeichnet und sollte als überbreites Gerät zu erkennen sein.

Das mit den max. 25 km/h ist Unsinn, das gilt nur für Fahrten mit Anhänger bei Führerscheinklasse L bzw. auch Anhänger ohne Zulassung. Hier handelt es sich um ein angehängtes Arbeitsgerät.

Ich kann auch nicht nachvollziehen, warum der Traktorfahrer in der Pflicht sein soll auszuweichen, dein Sohn aber nicht.

Etwas mehr gegenseitige Rücksichtnahme im Straßenverkehr tut immer gut. Das gilt für deinen Sohn (sowohl du als auch wir waren alle nicht dabei, daher finde ich es schwer zu behaupten, dass er sich perfekt und fehlerfrei verhalten hat), als auch für den Traktorfahrer, der sicher hätte langsamer machen müssen. Freches Verhalten am Unfallort muss natürlich auch nicht sein.

Zitat:

@tiger55 schrieb am 13. Oktober 2020 um 11:17:45 Uhr:

Danke für Eure Einschätzung, ich muss jetzt aber auch nochmal paar wichtige Aspekte hier einwerfen:

Wenn du sowieso alles weißt, warum fragst du denn überhaupt erst?

Außerdem wer am helllichten Tag durch einen Grubber (kein Pflug) hindurchguckt, sollte mal zum Augenarzt. In der Nacht würde ich das ja noch gelten lassen, aber bestimmt nicht bei den Verhältnissen die auf den Fotos zu sehen sind. Und man muss eben damit rechnen das Landwirtschaftliche Fahrzeuge bis zu 3m breit sind, sollte dein Sohn in der Fahrschule gelernt haben.

Zitat:

@tiger55 schrieb am 13. Oktober 2020 um 11:17:45 Uhr:

 

3) Nichtsdestotrotz sehe ich hier die Haftung des Traktors bei 100% weil bei meinem Sohn KEIN Fehler nachzuweisen ist.

( ... ) es rechnet ja erstmal kein normaler Teilnehmer mit so einem Teil in seiner Spur.

Ernsthaft? Zukünftig hoffentlich doch!

 

So wie die Landschaft aussieht, scheint das im Schwarzwald, der Eifel oder ähnlichem zu sein.

 

Auch ich lebe in so einer Gegend und kenne die Problematik, zu genüge. Denn ich bin auf solchen Straßen sowohl mit dem PKW als auch mit dem LKW täglich unterwegs.

Da gibt es nur eins: man muss sich bewusst sein, dass hinter jeder Kurve ein anderes Fahrzeug, vor allem Traktoren auf einen zukommen. Das lernt man aber auch schon in der Fahrschule.

 

50/50 bleibt angemessen, denn weder dein Sohn hat angemessen reagiert, noch der Traktorfahrer.

Vielleicht ist er auch einfach mit den Ausmaßen des A6 überfordert und die Angst um die Felgen war zu groß?

Der Traktor hatte jedenfalls keine Ausweichmöglichkeit, dein Sohn schon.

auch wenn ich einige Argumente von tiger55 nachvollziehen kann, wird es immer im Interesse der gegnerischen Versicherung sein, möglichst wenig zahlen zu müssen - so gesehen keine Chance auf mehr als 50:50

Zitat:

@remix schrieb am 13. Oktober 2020 um 11:55:05 Uhr:

auch wenn ich einige Argumente von tiger55 nachvollziehen kann, wird es immer im Interesse der gegnerischen Versicherung sein, möglichst wenig zahlen zu müssen - so gesehen keine Chance auf mehr als 50:50

Wir können hier so viel spekulieren wie wir wollen, entscheiden werden es andere. Das Interesse der gegnerischen Versicherung ist nicht das Maß aller Dinge. Wie die Quotelung in einem Rechtsstreit ausgehen sollte wissen wir nicht. Aber "50:50" ist sicher nicht in Stein gemeißelt.

Grüße vom Ostelch

Also als Landei wo man mit landwirtschaftlichen Fahrzeugen immer wieder konfrontriert wird bin ich auch der Meinung, dass die Schuld des Führers des landwirtschaftlichen Fahrzeuges hier nicht bei 100% liegen kann.

Im Zweifel muss man anhalten.

Und wenn man nicht aneinander vorbei passen sollte muss halt einer der beiden Rückwärts fahren.

In dem Fall das Auto, dass näher eine Ausbuchtung bei sich hat und am Berg das Auto, das von oben kam.

Wenn keiner anhält und beide draufhalten kann meiner Meinung nach die Alleinschuld nicht beim Traktorfahrer liegen.

Zitat:

@tiger55 schrieb am 13. Oktober 2020 um 01:11:39 Uhr:

Ich frage mich WIE KANN DAS ERLAUBT SEIN ??? Ein 3m breites Metallmonstrum OHNE Schutzeinrichtung drumherum über eine kurvige 5m breite Kreisstrasse zu bewegen ???

Es ist auf dem Land damit zu rechnen, dass landwirtschaftliche Maschinen unterwegs sind und diese entsprechend auch mal breiter sein können. Es ist halt Alltag.

Wer nicht damit rechnet, dass andere Fahrzeuge auch mal in die eigene Spur ragen können (vor allem in Kurven) sollte im Interesse der Sicherheit aller bitte sofort den Führerschein abgeben. Das ist schlichtweg völlig weltfremd.

 

Sofern nicht nachgewiesen werden kann, dass der Fahrzeugführer des PKW hier alles getan hat um einen Unfall zu verhindern (und das ist nach den Schilderungen meiner Meinung nach nicht der Fall da das verlangsamen offensichtlich nicht ausreichend war) wird wohl immer eine Teilschuld hängen bleiben.

Shit happens, aber das ist wohl nicht mehr zu ändern.

P.S

Dem Bußgeldbescheid bezüglich Rechtsfahrgebot würde ich dennoch widersprechen.

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