SCHRECKLICH: Alles gemacht und dann...Katastrophe :(

BMW 3er E36

Habe bei meinem 318 M40 diese Woche einen neuen (großen) Nockenwellensatz reingemacht, den siffenden Ölfilterbock abgedichtet (neue Dichtung und O-Ring), neuen Zahnriemensatz (klar), neue Wasserpumpe eingebaut, neue Kühlerschläuche (alles vorbeugend), Ölfilter und Öl neu. Vor zwei Wochen neue mehrschichtige Pleuellagerschalen (Standardmaß) von und mit Absprache von Ingo Köth reingemacht mit neuer Ölwannendichtung und neuem Öldruckregelventil.
Das macht man eben, wenn man an der Bude hängt.
Auch Ansaugkrümmer neu abgedichtet, Spritschläuche etc.
Dann entlüftet nach TIS, kein Problem.

Voller Vorfreude angelassen, Leerlauf stabilisiert sich, läuft ganz normal, rund und schön wie in Dingolfing an seinem Geburtstag, den 01.02.1991 bei seinen ersten Atemzügen.

Dann nach 10 Sekunden: Hartes Tuckern, schlimmer wie beim Diesel, läuft plötzlich nur noch auf 2 Zylindern, geht aus. Nochmal angelassen, jetzt nur noch auf einem Zylinder, wie ein Traktor; ein großes Fragezeichen wächst immer größer in meiner Birne.
Sehe plötzlich im Rückspiegel riesige Nebelschwaden, kann den Zaun nicht mehr sehen. Scheiße, was ist denn hier los.
Kopfdichtung? Nicht nach 2 Minuten. Dann geguckt, ziehe den Schlauch vom LL-Regelventil ab und es sprudelt reines Kühlmittel raus, ein richtiger grüner Schwall vom guten Glysantin G48 Protect Plus 🙁
Das Fragezeichen stößt schmerzhaft gegen die innere Hirnrinde. Nachbar geholt (Kfz-Meister), meint ne, hat er noch nicht gesehen sowas, aber auf jeden Fall dick was schief gelaufen. Scheiße.

Kerzen raus, sehen schleimig aus, Schleim schmeckt süßlich.
Vor dem Durchdrehen Steuergerät raus, Zündspule ab.
Dicken Luftschlauch abgezogen, nachm Luftfilter geguckt und quatschnass vollgesogen. Anlasser gedreht, es sprudelt Kühlwasser in die Drosselklappe. Und gute Nacht.

Ursache: Schläuche Kurbelgehäuseentlüftung und Drosselklappenvorwärmung vertauscht, bei Nr.7 hat in den Einlass Kühlwasser gepumpt, ein Teil ist zurückgeflossen in den Luftfilter. Insgesamt ca. einen Liter Kühlmittel. Meister meint, das wars, hat bestimmt nen Wasserschlag, Ventile krumm, Pleuel gebrochen und so weiter, da sich Wasser nicht zusammendrücken lässt, ist das wie Metall auf Beton. Denke drüber nach und komme zu dem Schluß: Der hat Recht.
Könnte probieren nochmal neues Öl reinzumachen, drückt mir seinen Kompressionsprüfer in die Hand und sagt "viel Glück, auch wenns unwahrscheinlich ist".

Kompression gemessen, alle viere haben gleichmäßige 14 bar, damit kann man leben, laut TIS sollen es eig nur 10 bis 11 bar sein.
Komme aus dem tiefen Tal der Tränen wieder hoch und es keimt Hoffnung. Neues Öl rein, Kerzen gesäubert, alles wieder zusammen und gestartet, verschluckt sich ein paar mal und dann schlägt das Herz wieder. Riesige Nebelschwaden, Fußgänger bleiben stehen, denken es brennt. Fahre raus, erst vorsichtig, die neuen Hydros füllen sich mit dem neuen Öl, er läuft gut und hat auch wieder volle Leistung.

Trotz allem schlimm, dass es passieren musste. War der festen Überzeugung daß das Kühlmittel gerade durch die Drosselklappe fließt und nicht gewinkelt. Kleiner Fehler mit großer Wirkung.
Hoffe die Lagerschalen, die ich vor 3 Wochen neu gemacht hatte, sind noch ok. War ja Wasser im Drucköl. Und daß der neue Zahnriemen nichts abbekommen hat.

Also Jungs, schaut lieber einmal mehr hin als alles zu schnell zusammenzukloppen, nur weil ihrs nicht abwarten könnt, die neue Nocke zu fahren.

Beste Antwort im Thema

Habe bei meinem 318 M40 diese Woche einen neuen (großen) Nockenwellensatz reingemacht, den siffenden Ölfilterbock abgedichtet (neue Dichtung und O-Ring), neuen Zahnriemensatz (klar), neue Wasserpumpe eingebaut, neue Kühlerschläuche (alles vorbeugend), Ölfilter und Öl neu. Vor zwei Wochen neue mehrschichtige Pleuellagerschalen (Standardmaß) von und mit Absprache von Ingo Köth reingemacht mit neuer Ölwannendichtung und neuem Öldruckregelventil.
Das macht man eben, wenn man an der Bude hängt.
Auch Ansaugkrümmer neu abgedichtet, Spritschläuche etc.
Dann entlüftet nach TIS, kein Problem.

Voller Vorfreude angelassen, Leerlauf stabilisiert sich, läuft ganz normal, rund und schön wie in Dingolfing an seinem Geburtstag, den 01.02.1991 bei seinen ersten Atemzügen.

Dann nach 10 Sekunden: Hartes Tuckern, schlimmer wie beim Diesel, läuft plötzlich nur noch auf 2 Zylindern, geht aus. Nochmal angelassen, jetzt nur noch auf einem Zylinder, wie ein Traktor; ein großes Fragezeichen wächst immer größer in meiner Birne.
Sehe plötzlich im Rückspiegel riesige Nebelschwaden, kann den Zaun nicht mehr sehen. Scheiße, was ist denn hier los.
Kopfdichtung? Nicht nach 2 Minuten. Dann geguckt, ziehe den Schlauch vom LL-Regelventil ab und es sprudelt reines Kühlmittel raus, ein richtiger grüner Schwall vom guten Glysantin G48 Protect Plus 🙁
Das Fragezeichen stößt schmerzhaft gegen die innere Hirnrinde. Nachbar geholt (Kfz-Meister), meint ne, hat er noch nicht gesehen sowas, aber auf jeden Fall dick was schief gelaufen. Scheiße.

Kerzen raus, sehen schleimig aus, Schleim schmeckt süßlich.
Vor dem Durchdrehen Steuergerät raus, Zündspule ab.
Dicken Luftschlauch abgezogen, nachm Luftfilter geguckt und quatschnass vollgesogen. Anlasser gedreht, es sprudelt Kühlwasser in die Drosselklappe. Und gute Nacht.

Ursache: Schläuche Kurbelgehäuseentlüftung und Drosselklappenvorwärmung vertauscht, bei Nr.7 hat in den Einlass Kühlwasser gepumpt, ein Teil ist zurückgeflossen in den Luftfilter. Insgesamt ca. einen Liter Kühlmittel. Meister meint, das wars, hat bestimmt nen Wasserschlag, Ventile krumm, Pleuel gebrochen und so weiter, da sich Wasser nicht zusammendrücken lässt, ist das wie Metall auf Beton. Denke drüber nach und komme zu dem Schluß: Der hat Recht.
Könnte probieren nochmal neues Öl reinzumachen, drückt mir seinen Kompressionsprüfer in die Hand und sagt "viel Glück, auch wenns unwahrscheinlich ist".

Kompression gemessen, alle viere haben gleichmäßige 14 bar, damit kann man leben, laut TIS sollen es eig nur 10 bis 11 bar sein.
Komme aus dem tiefen Tal der Tränen wieder hoch und es keimt Hoffnung. Neues Öl rein, Kerzen gesäubert, alles wieder zusammen und gestartet, verschluckt sich ein paar mal und dann schlägt das Herz wieder. Riesige Nebelschwaden, Fußgänger bleiben stehen, denken es brennt. Fahre raus, erst vorsichtig, die neuen Hydros füllen sich mit dem neuen Öl, er läuft gut und hat auch wieder volle Leistung.

Trotz allem schlimm, dass es passieren musste. War der festen Überzeugung daß das Kühlmittel gerade durch die Drosselklappe fließt und nicht gewinkelt. Kleiner Fehler mit großer Wirkung.
Hoffe die Lagerschalen, die ich vor 3 Wochen neu gemacht hatte, sind noch ok. War ja Wasser im Drucköl. Und daß der neue Zahnriemen nichts abbekommen hat.

Also Jungs, schaut lieber einmal mehr hin als alles zu schnell zusammenzukloppen, nur weil ihrs nicht abwarten könnt, die neue Nocke zu fahren.

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Boah,  böse Geschichte, hab direkt mitgezittert!!!

Dann hoffe ich mal, dass es nun alles ok war und nix defekt ging. War ja nur kurz kann man da hoffentlich sagen...

Gruß

Olli

Krasse Sache, hat sich fast wie ein Alfred Hitchcock Band gelesen. Aber gut das er wieder läuft!!!

trauriges thema, aber schön geschrieben

Boah Alter..... 😰

Ich drück dir die Daumen,das da alles glatt gegangen ist,BMW Motoren sind hart im Nehmen....

Greetz

Cap

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Danke fürs Beileid. Denke aber daß zumindest die Pleuellagerschalen und Kolbenbolzen stark beansprucht wurden. Das harte Tuckern, was ich wohl mein Leben lang nicht vergessen werde, hat sicherlich irgendwo Spuren hinterlassen; ich will gar nicht wissen, was da für Kräfte in dem Motor gewirkt haben.
Nach einem Lagerschaden hört er sich nicht an, er läuft sehr ruhig und leiser als vor der ganzen Aktion. Es bleibt mir jetzt nur die Hoffnung, daß keine Folgeschäden entstanden sind. Fahre ihn jetzt erstmal so, brauche ihn ja. Jeden Tag insgesamt 70km zur Arbeit. Und ich darf dabei nicht vergessen, daß es eig ein Wunder ist, daß er überhaupt noch läuft, und das sogar ruhiger als vorher.

Zitat:

Original geschrieben von h4rley


Und ich darf dabei nicht vergessen, daß es eig ein Wunder ist, daß er überhaupt noch läuft, und das sogar ruhiger als vorher.

Naja, nun isser sauber von innen... *duckundweg* 🙂

Hi,

würde nochmal nach ein paar KM die Kompression messen. Ich bin mir sicher, dass die sich wieder auf ihre 10-11 Bar einpedelt. Die 14 Bar kamen mit sicherheit von dem Wasser, das in jeder Ritze drin war und somit auch eine dichtende Wirkung hat.

Weiterhin gute Fahrt.

VG
Thomas

Werd ich machen habe mir gerade einen neuen Kompressionstester bestellt zum Einschrauben, der vom Nachbar war nur mit Gummikonus. Tja, sauber ist er das stimmt, von innen quasi hochdruckgereinigt 🙁

Gibt es davon vielleicht Bilder? Wo man ersehen kann welcher Schlauch mit welchem Steckplatz genau vertauscht wurde?

Ich baue meinen 320i auch gerade wieder komplett zusammen und ging bis Dato davon aus, dass es "fast nur" Plug&Play ist... hab jetze etwas bammel

Hast ja echt nochmal Schwein gehabt, trotzdem fein geschrieben die Geschichte...

Gruss Daniel

Ja, ich werde morgen mal Bilder machen. Habe auch schon den neuen Kompressionsprüfer liegen, habe aber Angst vor dem Ergebnis, deswegen noch nicht gemacht. Bin am WE zu meiner Freundin nach Köln gefahren (ca. 300km), hab ihn auf der Bahn so gedroschen wie seit 10 Jahren nicht mehr (180 Sachen 😰) und irgendwie habe ich das GEFÜHL, daß er nicht mehr so gut geht wie vorher. Vor allem der Anzug an der Ampel von 0 bis 70 ist irgendwie behäbiger. Aber wir werden sehen, die Wahrheit kennt nur der unbestechliche Kompressionsprüfer. Poste dann die Ergebnisse mit den Fotos von der entscheidenden Stelle...

vll. hast du auch die NW etwas verdreht

stimmt der zündzeitpunkt?

Also nur mal wegen der Vollständigkeit die Ergebnisse des Kompressionstests.

Kompressionstest bei Vollgas (Drosselklappe geöffnet) durchgeführt, DME-Steuergerät ausgebaut, Anschlüsse der Zündspule abgebaut.
Je Zylinder ca. 5 bis 6 Sekunden drehen lassen, Kompressionsprüfer hat ein Rückschlagventil (sehr hilfreich).

Ergebnis: Alle 4 Zylinder liegen bei exakt 14,2 bar, deckt sich mit dem Ergebnis des Prüfers vom Nachbar, das Wasser hat ihm also nichts ausgemacht 😁 😎

Die Spekulationen mit minimal verstellten Steuerzeiten sind berechtigt, da ich ja bei Einbau der neuen NW das Nockenwellenrad umbauen musste. Das größte Problem ist aber das Spiel zwischen dem NW- Rad und der Zentrierung auf der NW selbst, da kann man es locker 2 Zähne hin und her drehen! War aber bisher zu geizig, eine Absteckbrücke mit Zentrierdorn für 45 Euro zu leisten. Werde versuchen, es auszuleihen, oder ich kaufe sie eben doch für die nächsten 10 Riemenwechsel, wenn er noch solange lebt 😉

Das Kerzenbild sieht soweit auch ganz gut aus, sind aber bald fällig.

Anbei die Bilder. Zuletzt noch eins von der alten NW kurz vor dem Ausbau, etwas eingelaufen ist sie, aber wahrscheinlich hätten auch neue Schlepphebel mit Druckstücken und Hydros ausgereicht.

14,2 bar liest sich ja mal sehr ordentlich!!! Schadet ihm aber nicht dier neue wenn alles andere auch neu gekommen ist 😉

Ne Frage am Rande:Ölwanne auch neu abgedichtet bzw. war sie auch dicht?

Gruss

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