Rentner überfährt Zweijährigen auf Zebrastreifen - Reaktionstest oder Fahreignungstest sinnvoll?

Es ist schon wieder passiert: Ein Rentner (84) erfasst eine Mutter mit Kind auf einem Zebrastreifen in Berlin - das zweijährige Kind stirbt. Kurze Zeit vorher: 91-jähriger Autofahrer überrollt in Marzahn 89-Jährige an Zebrastreifen.

Findet ihr, dass Fahreignungstests ab 70 Jahren verpflichtend sein sollten? Oder auf freiwilliger Basis, dafür mit Anreizen wie z.B vergünstigte Versicherungstarife bei erfolgreichen Bestehen etc.?

Evt. kann auch seitens des Staates/ der Krankenversicherung mit Taxi-Gutscheinen für Arzt-Besuche unterstützt werden. Was meint ihr?

Euer Andre

577 Antworten
Zitat:
@MvM schrieb am 30. August 2025 um 03:59:08 Uhr:
Du hast dir eine Liste erarbeitet, aus der man erkennt, welche Altersgruppe wie viele Unfälle verursacht. (Dass die Zahlen fiktiv sind, spielt zunächst keine Rolle.) Gleichzeitig spekulierst du darauf, dass in dieser Altersgruppe alle die gleiche Fahrpraxis haben. Die Fahrpraxis spielt jedoch ebenfals eine wichtige Rolle.

Ich habe keine Liste erarbeitet, denn die Liste ist vom statistischen Bundesamt. Ich habe lediglich einen Screenshot von der Liste erstellt.

Meine Überlegung ist ganz einfach. Mal ein Beispiel. Verbiete ich allen Autofahrern über 75 Jahre das Autofahrern, gibt es 19000 weniger Unfälle mit Personenschaden wegen Fehlverhalten. Werden alle zwischen 25 und 35 von der Straße genommen, sind es 37000. Welche Variante ergibt wohl weniger Verletzte auf unseren Straßen.

Aus dieser Überlegung ergibt sich dann auch der von dir gemachte Vorschlag:

Der Wunsch, dass Autofahrer regelmäßig ihre Fahrtüchtigkeit überprüfen lassen sollten, sollte daher für alle Altersgruppen gelten. Damit filtert man nicht nur die Leute mit Altersschwäche heraus, sondern auch diejenigen mit wenig Fahrpraxis und jene, die sich wegen ihrer Routine überschätzen.

-----------

Zitat:
@MvM schrieb am 30. August 2025 um 03:59:08 Uhr:
Nur endet dieser Wunsch bei zahlreichen Leuten sehr schnell, wenn sie selbst von dieser Regelung betroffen sind, auch wenn sie die Sicherheit im Straßenverkehr erhöhen würde.

So ist es, es werden immer nur Maßnahmen für andere gefordert und keinesfalls darf man selbst von diesen Maßnahmen betroffen sein.

Da aber durch Untersuchungen alle paar Jahre fahruntüchtige ältere Menschen durch das Raster fallen, dass deren Abbau meist recht schnell erfolgt (innerhalb weniger Monaten), was hältst du von den weiter vorne von mir gemachten Vorschlag:

Zitat:
@Uwe Mettmann schrieb am 29. August 2025 um 21:29:39 Uhr:
Besser wären andere Maßnahmen, wie z.B. die Beratungsmöglichkeiten der Angehörigen und Unterstützung der Angehörigen, die älteren Menschen zu überzeugen, nicht mehr Auto zu fahren. Das ist ein menschlicher Weg und so etwas wird hier in Deutschland immer mehr vergessen. Stattdessen wird Kontrolle und Maßnahme des Staates gefordert.
Mir wäre es auch wesentlich lieber, über solche alternativen Maßnahmen zu diskutieren, als über die Kontrolle von Menschen, hier für nur eine Altersgruppe. Wie seht ihr das? Stimmt ihr mir da zu?

Ja, was ist deine Meinung, sollte man nicht zielführend über alternative Maßnahmen diskutieren bzw. Ideen sammeln?

Diese Frage stelle natürlich auch an alle, die sich hier an diesem Thread beteiligen.

Gruß

Uwe

Zitat:
@tartra schrieb am 29. August 2025 um 20:34:10 Uhr:
Und das man mit drogeneinfluß nicht hinter das Steuer gehört ist wohl unbestritten .. trotzdem kann eine Person seinen Fehler mit Drogen einsehen und sich bessern ... altersbedingte Ausfallerscheinungen, da gibt es Stand heute kein Weg mehr zurück, das ist einfach ein Fakt .. also warum ist es Quatsch, wenn ich schreibe man kann diese beiden Unfallursachen nicht gegeneinander ausspielen??

Gut, anderst gefragt: Wie viele Unfälle lassen wir einem U70 durchgehen bis wir erkennen dass er nichts einsieht ? 10, 20, 30.... ?

Nur Unfälle oder auch Geschwindigkeits, Parkverstöße etc ?

Sollen wir jetzt "Punkte-Konten" einführen ?

Achso.... gibts schon. Altersunabhängig.

Wie geschrieben: Um Bürokratie etc. gering zu halten Gültigkeitsdauer des Führerscheins von Anfang an Begrenzen.

Standard:

Mit 18 FS->2 Jahre Probezeit + erster Zyklus 10 Jahre. Sprich mit 30 läuft der FS ab und wird nur nach Untersuchung verlängert. Ab dann jeweils alle 5 Jahre.

Wieso sollte also ein 30, 35, 40.... jähriger bitte auch nur im Ansatz ein Problem damit haben alle 5 Jahre nal zur Untersuchung zu gehen ?

Nur so erreichst du dein Ziel.

Wie auch schon geschrieben: Manche Fähigkeiten bauen mitunter ganz erheblich früher ab und nicht erst ab 70.

Es tut auch keinem ein bisschen weh !

Dieses vehemente wehren gegen ein generelle Gültigkeitsbeschränkung und dieses schönreden alle "..ja, aber die jüngeren lernen doch aus ihren Fehlern..." ist Blödsinn.

Ich gehe sogar soweit dass, wenn die Fahrzeuge nicht Assistenzsysteme, angefangen von banalem ABS und ESP hätten, würden die Statistiken eher zu ungunsten unserer Altersgruppe ausfallen.

"Meine Überlegung ist ganz einfach. Mal ein Beispiel. Verbiete ich allen Autofahrern über 75 Jahre das Autofahrern, gibt es 19000 weniger Unfälle mit Personenschaden wegen Fehlverhalten. Werden alle zwischen 25 und 35 von der Straße genommen, sind es 37000. Welche Variante ergibt wohl weniger Verletzte auf unseren Straßen."

Die genannten Listen beruhen auf Statistiken, die i.d.R. auch Raum zur Interpretation bieten. Ein anderes Beispiel: 25% aller Unfälle sind alkoholbedingt, 75% werden von nüchternen Fahrern verursacht (die Zahlen sind nur als Beispiel zu verstehen). Eine Schlussfolgerung könnte nun sein, dass die nüchternen Autofahrer die gefährlicheren sind...

Meine Überlegung ist, dass die Statistik eben nicht hergibt nur eine Gruppe zu betrachen sondern alle, wenn man etwas unternehmen möchte.

Genau das trifft auch für dein Beispiel zu eben nicht alleine die 25% Alkoholfahrer, nicht alleine die anderen 75%, sondern alle, die 100%.

Gruß

Uwe

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Leute Leute, alles und alle schreien nach weniger Bürokratie und hier wird darum gerungen die noch weiter auszuweiten. Junge, ich kapier´s nicht.

@KapitaenLueck

Ja, daher nochmal die Frage, wie sieht es mit meinem anderen Lösungsvorschlag aus:

Besser wären andere Maßnahmen, wie z.B. die Beratungsmöglichkeiten der Angehörigen und Unterstützung der Angehörigen, die älteren Menschen zu überzeugen, nicht mehr Auto zu fahren. Das ist ein menschlicher Weg und so etwas wird hier in Deutschland immer mehr vergessen. Stattdessen wird Kontrolle und Maßnahme des Staates gefordert.
Mir wäre es auch wesentlich lieber, über solche alternativen Maßnahmen zu diskutieren, als über die Kontrolle von Menschen, hier für nur eine Altersgruppe. Wie seht ihr das? Stimmt ihr mir da zu?

Wie siehst du das? Wie seht ihr das?

Wollt ihr keine Antwort geben?

Gruß

Uwe

Einfacher denken und auf das Wesentliche zu reduzieren ist leider nicht gefragt. Heute wird sogar eine Vereinfachung solange zerlegt und analysiert, bis das Ergebnis hinterher noch komplizierter ist. Dafür sind wir ja auch eine "ja, aber"- Gesellschaft.

Und um Dir eine Antwort zu geben: Ein Test für alle Führerscheininhaber alle zwei Jahre. Damit ist alles getan.

Hi

Die Lösung gibt die europähische Union doch seit langen bekannt, autonomes Fahren

bis 2050 mit dem Ziel Null Verkehrstote.

Erst werden die PKW Fahrer mit Assistenzsysteme zum Verblöden gebracht und daraus

die Schlussfolgerung das nur autonomes Fahren erlaubt ist.

Tom

Zitat:
@Uwe Mettmann schrieb am 30. August 2025 um 09:12:14 Uhr:
@KapitaenLueck
Ja, daher nochmal die Frage, wie sieht es mit meinem anderen Lösungsvorschlag aus:
Wie siehst du das? Wie seht ihr das?
Wollt ihr keine Antwort geben?
Gruß
Uwe

Uwe, dazu hatte ich mich geäußert. Allerdings hatte sich jemand dazwischen gedrückt mit einer anderen Aussage.

Aber ich wäre genau dafür und unterstütze dies vorgehen. Auch wenn ich weiß, dass das ein schwieriges Thema ist.

@Taunusrenner Wenn wir das machen haben wir Bürokratie ohne Ende und der staatliche Wasserkopf wird noch unerträglich größer.

Wir sollten eher überlegen wie wir diesen abgebaut bekommen. Denn die sind genau die die alles eher blockieren und kompliziert machen.

Noch mehr Bürokratie ist genau das was ich auf keine Fall will.

Zitat:
@Uwe Mettmann schrieb am 30. August 2025 um 08:38:32 Uhr:
Ich habe keine Liste erarbeitet, denn die Liste ist vom statistischen Bundesamt. Ich habe lediglich einen Screenshot von der Liste erstellt.
Meine Überlegung ist ganz einfach. Mal ein Beispiel. Verbiete ich allen Autofahrern über 75 Jahre das Autofahrern, gibt es 19000 weniger Unfälle mit Personenschaden wegen Fehlverhalten. Werden alle zwischen 25 und 35 von der Straße genommen, sind es 37000. Welche Variante ergibt wohl weniger Verletzte auf unseren Straßen.

Wir wissen, dass im Alter die Reaktionszeit abnimmt, und ignorieren dabei fleißig die anderen Faktoren. Die Liste zeigt nur das Alter, aber nicht die Fahrweise.

Man weiß, dass drei Viertel aller Unfälle im Stadtverkehr passieren. Nun könnte man sich aus dieser Zahl zusammenreimen, dass im Stadtverkehr hauptsächlich Rentner unterwegs sind: Die fahren doch nur noch zum Arzt oder zum Einkaufen. Die Jüngeren pendeln über die Autobahn zur Arbeit... und man sieht ja, wie wenige Unfälle auf der Autobahn passieren.

Man kann aber auch an eine andere Möglichkeit denken. Der Stadtverkehr ist anspruchsvoller als eine Autobahn. Rentner fahren also auf anspruchsvolleren Strecken, wo die Wahrscheinlichkeit, einen Unfall zu bauen, höher ist.

Zitat:@KapitaenLueck schrieb am 30. August 2025 um 09:09:25 Uhr:

Leute Leute, alles und alle schreien nach weniger Bürokratie und hier wird darum gerungen die noch weiter auszuweiten. Junge, ich kapier´s nicht.

Die ganze Diskussion ist doch rein theoretischer Natur, weil so eine Maßnahme hier in Deutschland niemals kommen wird bzw. kommen kann. Und das ist auch gut so, weil es einer Aufweichung des Artikel 3 GG gleich käme. Und dann wäre die Büchse der Pandorra geöffnet.

Dann müsste man das ja auch nicht diskutieren.

Und viele was mal als unmöglich erschien traf dann dennoch irgendwann ein.

Also sage niemals nie und wehret den Anfängen.

@MvM

Ja, ältere Menschen passen sich an und fahren oft nur da, wo sie sicher sind, so dass die ihre Unfallzahlen mit Personenschäden nicht auffällig gegenüber anderen Altersgruppen sind und das ist gut so.

Was willst du mit deinem Beitrag bewirken, dass man die älteren Menschen auf die Autobahn schickt oder in eine Großstadt, damit sie Unfälle bauen?

Nein, das Einzige was interessiert, ist die aktuelle Situation und wieviel Unfälle daraus resultieren und basierend daraus muss man überlegen, ob Maßnahmen notwendig sind und wenn ja welche.

Dass Untersuchungen usw. nur der älteren Menschen nicht viel bringen, da das Abbauen der Fähigkeiten von älteren Menschen oft innerhalb kurzer Zeit geschieht, so dass es schon ein Zufall ist, wenn das dann gerade mit einer Untersuchung zusammenfällt, wurde schon erläutert.

Außerdem zeigt ja die Statistik, dass die älteren Menschen nicht signifikant das Unfallgeschehen mehr beeinflussen als andere Altersgruppen. Daher ist es fraglich, ob es überhaupt rechtlich möglich ist, nur für diese eine Altersgruppe Untersuchungen vorzuschreiben.

Insofern sind andere sinnvolle Maßnahmen gefragt, so dass man z.B. die Angehörige unterstützt, dass sie den älteren Menschen überzeugt das Auto stehen zu lassen.

Nun auch an dich die Frage, was hältst du von so einer Idee?

Gruß

Uwe

Zitat:
@NeuerBesitzer schrieb am 30. August 2025 um 08:52:56 Uhr:
.Wie auch schon geschrieben: Manche Fähigkeiten bauen mitunter ganz erheblich früher ab und nicht erst ab 70.

...

So funktioniert ein Staat nicht, er kann sich nicht nach Einzelfällen ausrichten, wie Opa Heinz mit 90 noch top fit ist und dann einfach nichts machen ... Maßnahmen die eine Gesellschaft dienen sollen, müssen an Wahrscheinlichkeiten ausgerichtet werden .. und da zeigen alle Statistken der Peak ab wo die Masse körperlich abbaut ist 70-75, also sollte man bei diesem Alter mit verpflichtenden Test ansetzten.

Und sicherlich wär der test auch evtl. für 1 von 1000 .. 30 Jährigen sinnvoll, man würde dann aber 999 von 1000... 30 Jährige sinnlos überprüfen, obwohl bei dem Test OK rauskommen würde ... das 1 von 1000 körperlich bedingt einen Crash baut ist dann eben so.

Ja auch wenn das einen Angehörigen von mir umhauen würde, das ist schlicht Lebensrisko und der Staat ist nicht dafür da den Einzelnen zu schützen, sondern immer das optimum/Kompromiss für die gesammtbevölkerung rauszuholen ..

Das verstehen viele Leute leider nicht, ein Bereich der auch so funktioniert, ich traue es mich garnicht zu schreiben, weil von einigen so Hass besetzt ist .. RKI, das ist im Grunde auch nichts anderes als ein riesen Informatik/Mathematik Institut was nach gigantischen Rechnungen und Simulationen Empfehlungen für die Bevölkerung (wie der Staat handeln sollte) empfiehlt...und da geht es auch um die Bevölkerung und nicht um das einzelne Individium...

Zitat:@tartra schrieb am 30. August 2025 um 11:04:00 Uhr:
……. und der Staat ist nicht dafür da den Einzelnen zu schützen…..

Aber selbstverständlich ist der Schutz des Einzelnen Aufgabe des Staat. Das ist eine der zentralen Eigenschaften einer Demokratie.

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