Rentner überfährt Zweijährigen auf Zebrastreifen - Reaktionstest oder Fahreignungstest sinnvoll?

Es ist schon wieder passiert: Ein Rentner (84) erfasst eine Mutter mit Kind auf einem Zebrastreifen in Berlin - das zweijährige Kind stirbt. Kurze Zeit vorher: 91-jähriger Autofahrer überrollt in Marzahn 89-Jährige an Zebrastreifen.

Findet ihr, dass Fahreignungstests ab 70 Jahren verpflichtend sein sollten? Oder auf freiwilliger Basis, dafür mit Anreizen wie z.B vergünstigte Versicherungstarife bei erfolgreichen Bestehen etc.?

Evt. kann auch seitens des Staates/ der Krankenversicherung mit Taxi-Gutscheinen für Arzt-Besuche unterstützt werden. Was meint ihr?

Euer Andre

537 Antworten

Melosine hat es hier sehr einfach aber sehr gut dargestellt.

https://www.motor-talk.de/forum/rentner-ueberfaehrt-zweijaehrigen-auf-zebrastreifen-reaktionstest-oder-fahreignungstest-sinnvoll-t8349479.html?highlight&page=18#post72650557

Zitat:@nogel schrieb am 29. August 2025 um 21:17:43 Uhr:
Nein. Nichts ist manipuliert. Aber bitte: nehmen wir die Zahlen aus der Tabelle:Die Fahrer im Alter von 35-45 stehen dort mit 33.330 UnfällenDie Fahrer im Alter von 65-75 stehen dort mit 18.543 UnfällenAber die Jüngeren fahren eben ein Vielfaches der Senioren, statt 5.000 eher 20.000 km/Jahr, also 4-mal so viel

Interessant. Also kostet ein Unfall eines Vielfahrers die Versicherung weniger als ein Unfall eines Gelegenheitsfahrers. Deshalb muss letzterer ein höhere Prämie zahlen. Seltsame Logik.

Zitat:
@Diedicke1300 schrieb am 29. August 2025 um 21:25:03 Uhr:
Es geht hier aber nicht um 35-45 gegen 65-75 sondern um Senioren gegen den „Rest“. Und im Vergleicht zu dem „Rest“ sind Senioren unauffällig.....

Du kannst dich drehen und winden soviel du willst. Fakten bleiben Fakten, auch wen sie dir nicht gefallen.

Zitat:
@Melosine schrieb am 29. August 2025 um 21:37:32 Uhr:
Interessant. Also kostet ein Unfall eines Vielfahrers die Versicherung weniger als ein Unfall eines Gelegenheitsfahrers. Deshalb muss letzterer ein höhere Prämie zahlen. Seltsame Logik.

Nicht dein Ernst. Daß die Vers.-Prämie fahrleistungsabhängig ist, ist Basiswissen.

Und die Prämie ist bei gleicher Fahrleistung bei Senioren deutlich höher. Aus gutem Grund.

Aber wurde alles schon erklärt.

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Zitat:
@nogel schrieb am 29. August 2025 um 20:30:45 Uhr:
Als (rein fiktives!) Zahlenbeispiel, damit das endlich mal verstanden wird: wenn die Altersgruppe 35-40 Jahre 1000 Unfälle pro Jahr macht, aber die Altersgruppe 75-80 nur 800, dann sind nicht die älteren die besseren Fahrer. Weil die 35-40 jährigen nunmal 3 mal so viel fahren pro Jahr.
Wurde hier alles schon mal erklärt, aber können (wollen?) manche nicht verstehen.
Und insofern ist auch die von @Uwe Mettmann zum zehnten Mal gepostete Tabelle ebenfalls Humbug, weil sie eben auch nicht gewichtet ist.

Das ist kein Humbug, sondern die absoluten Zahlen an Unfällen zählen.

Nach deiner Argumentation müsste man ja auch schöne alte Auto aus Umweltgründen von der Straße nehmen, z.B. den liebgewonnenen Trabi, weil dessen Schadstoffausstoß am höchsten ist.

Im Übrigen, wenn man die Unfälle in Bezug auf die Bevölkerungszahl setzt, sind deine 35 bis 40-jährigen, was Unfälle mit Personenschäden betrifft, wesentlich schlimmer als die 65 bis 75-jährigen.

Ist halt so, je nachdem, was man als Referenz nimmt, sind die Zahlen unterschiedlich.

Auch aus diesem Grund sind die absoluten Zahlen die richtigen, sprich, wenn ich bei einer Altersgruppe die Unfälle um x reduziere, dann geht auch die Gesamtzahl der Unfälle um x zurück.

Und zudem bezieht sie sich auf Unfälle mit Personenschäden.

Das ist der einzig sinnvolle Bezug. Abgesehen davon, dass Sachschäden in einer offiziellen Statistik nicht erfasst wird, sind sie kaum ein Grund einem Menschen den Führerschein zu entziehen.

Unfälle mit Todesfolge geben ein falsches Bild, weil eben oft die älteren Menschen selbst sterben. Klar, kann man argumentieren, davor müssen wir sie schützen. Wenn sie aber nicht mehr Autofahren, dann bewegen sie sich zu Fuß oder mit Fahrrad im Straßenverkehr und wenn es dann zu einem Unfall kommt, ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie dadurch sterben noch wesentlich höher.

Bleiben also die Unfälle mit Personenschäden.

Gruß

Uwe

Zitat:
@tartra schrieb am 29. August 2025 um 20:34:10 Uhr:
Und das zeigt sich in den Versicherungsbeiträgen immer mehr und da sitzen hochbezhalte Mathematiker, die den ganzen tag nichts anderes machen als Statistiken zu wälzen und Wahrschenlichkeiten aus zu rechnen

Versicherungen nehmen das, was sie bekommen können. Kennen wir das nicht auch von den Ölkonzernen mit den Spritpreisen.

Außerdem spielen da hauptsächlich Sachschäden eine Rolle, die aber aus meiner Sicht nicht unbedingt ein Grund sind, einem Menschen einen Führerschein zu entziehen, wenn er z.B. einen Parkunfall mehr baut als ein jüngerer Mensch.

Gruß

Uwe

Bin ich voll dabei.

Zitat:@nogel schrieb am 29. August 2025 um 21:43:42 Uhr:

Nicht dein Ernst. Daß die Vers.-Prämie fahrleistungsabhängig ist, ist Basiswissen.

Sag mal, merkst du wirklich nicht, dass du dir ständig selbst widersprichst? Eine hohe Fahrleistung bedeutet eine hohe Anzahl von Schadensfällen. Eine niedrige Fahrleistung bedeutet eine geringere Anzahl von Schadensfällen. Dass die Gruppe mit den geringeren Schadensfällen eine höhere Prämie zahlen muss lässt sich logisch nicht erklären. Da wird einfach nur zugelangt. Untermauert durch reißerische und einseitige Berichterstattung. Senioren kosten die Assekuranzen deutlich weniger Geld als die jüngeren Heißsporne, Da findet eine Querfinanziering statt.

Zitat:
@nogel schrieb am 29. August 2025 um 21:43:42 Uhr:
Nicht dein Ernst. Daß die Vers.-Prämie fahrleistungsabhängig ist, ist Basiswissen.
Und die Prämie ist bei gleicher Fahrleistung bei Senioren deutlich höher. Aus gutem Grund.
Aber wurde alles schon erklärt.

Nööö....meine Älteste und Schwiegervater sind bei der gleichen Versicherung mit 9tkm per Anno mit ähnlichen Fahrzeugen.

Rate mal wer viermal mehr Zahlt?

Zitat:
@der_Nordmann schrieb am 29. August 2025 um 22:50:57 Uhr:
Nööö....meine Älteste und Schwiegervater sind bei der gleichen Versicherung mit 9tkm per Anno mit ähnlichen Fahrzeugen.
Rate mal wer viermal mehr Zahlt?

Dein Schwiegervater, außer deine Tochter ist U21.

Den Wagen meines Vaters (83) habe ich längst auf mich (52) zugelassen, denn so liegt die Prämie um gut die Hälfte niedriger.

Wenn er nach 64 Jahren unfallfreier Fahrt doch einmal einen Unfall verursachen sollte, bezahle ich eben die Differenz zur Seniorenprämie nach.

Was das ursprüngliche Thema betrifft: Bei Unfällen mit Personenschäden pro gefahrenem Kilometer sind Fahrer Ü70 massiv überrepräsentiert, weshalb bei KfZ-Versicherungen und auch Mietwagenanbietern diese Altersgruppe als mindestens so problematisch gesehen wird, wie Fahranfänger.

Dass eine zyklische UNtersuchung der Fahrtauglichkeit absolut sinnvoll ist, stellen auch nur jene in Frage, die Angst haben, sie nicht zu bestehen. Weshalb überprüft man nicht einfach alle? DIe jungen Leute in längeren Interallen und das Ganze beim Hausarzt. Dabei werden sicherlich auch einige Krankheiten entdeckt, so dass rechtzeitig gehandelt werden kann. Also ein Vorteil für alle.

In der Schweiz z.B. funktioniert das einwandfrei.

Zitat:
@Uwe Mettmann schrieb am 29. August 2025 um 18:02:31 Uhr:
Zum Faktenzusammentragen gehört dann aber auch, Fußgängerüberwegunfälle mit Fahrer anderen Alters hier reinzustellen. Genau das macht unser tartra nicht, sondern stellt hier nur Links von Unfällen rein, die ältere Menschen verursacht haben.

Das ist heutzutage nun einmal modern, und es funktioniert auch. Bei anderen aktuellen Themen, bei denen behauptet wird, dass der Täter keine deutsche Staatsbürgerschaft hat, bis das Gegenteil bewiesen wurde, funktioniert es sogar noch besser.

Zitat:
@nogel schrieb am 29. August 2025 um 20:30:45 Uhr:
Falsch. Und Unsinn.
Wenn man wissen will, wer "besser" oder "schlechter" fährt, kann das NICHT festmachen an der Anzahl pro Unfälle je Altersgruppe. Sondern man muß es selbstverständich gewichten mit der Jahresfahrleistung.
Als (rein fiktives!) Zahlenbeispiel, damit das endlich mal verstanden wird: wenn die Altersgruppe 35-40 Jahre 1000 Unfälle pro Jahr macht, aber die Altersgruppe 75-80 nur 800, dann sind nicht die älteren die besseren Fahrer. Weil die 35-40 jährigen nunmal 3 mal so viel fahren pro Jahr.
Wurde hier alles schon mal erklärt, aber können (wollen?) manche nicht verstehen.

Ich verstehe die Rechnung schon, ignoriere aber nackte Zahlen ohne Zusatzinformationen.

Du hast dir eine Liste erarbeitet, aus der man erkennt, welche Altersgruppe wie viele Unfälle verursacht. (Dass die Zahlen fiktiv sind, spielt zunächst keine Rolle.) Gleichzeitig spekulierst du darauf, dass in dieser Altersgruppe alle die gleiche Fahrpraxis haben. Die Fahrpraxis spielt jedoch ebenfals eine wichtige Rolle.

Es gibt Leute im berufstätigen Alter, die täglich 100 km mit dem Auto zur Arbeit pendeln (bekannte Strecke). Es gibt Leute, die in der Woche nur 5 km zum Einkaufen fahren (bekannte Strecke). Es gibt Vertreter, die viele Kilometer durchs Land fahren (unbekannte Strecken). Es gibt Wenigfahrer, die mit dem Auto in den Urlaub fahren (unbekannte Strecken). Und es gibt einen Mix, zum Beispiel Pendler, die Routine auf ihrem täglichen 100 km langen Arbeitsweg haben, sich dann aber auf der unbekannten Urlaubsstrecke überschätzen.

Der Wunsch, dass Autofahrer regelmäßig ihre Fahrtüchtigkeit überprüfen lassen sollten, sollte daher für alle Altersgruppen gelten. Damit filtert man nicht nur die Leute mit Altersschwäche heraus, sondern auch diejenigen mit wenig Fahrpraxis und jene, die sich wegen ihrer Routine überschätzen. Nur endet dieser Wunsch bei zahlreichen Leuten sehr schnell, wenn sie selbst von dieser Regelung betroffen sind, auch wenn sie die Sicherheit im Straßenverkehr erhöhen würde.

Eine konsequente Prüfung bedeutet, dass man eine Fahrprüfung machen muss, nicht nur einen Reaktionstest beim Arzt.

Zitat:
@nogel schrieb am 29. August 2025 um 21:40:06 Uhr:
Du kannst dich drehen und winden soviel du willst. Fakten bleiben Fakten, auch wen sie dir nicht gefallen.

Da hast Du Recht, ich kann die Fakten nicht ändern, aber mir "gefallen" die Fakten.

Die Gesamtgruppe der Älteren ab 65 Jahren ist im Vergleich zu jüngeren Altersgruppen deutlich weniger an Unfällen mit Personenschaden beteiligt. Der Anteil der ab 65-Jährigen an der Gesamtgruppe der im Straßenverkehr Verunglückten beträgt 12,6 Prozent und ist, gemessen an einem Bevölkerungsanteil von 21,1 Prozent, deutlich unterrepräsentiert.

Das schreibt die BASt 2025.

Mir gefallen aber die Nebenkriegsschauplätze nicht die Du nun einbaust um die Senioren wieder ins schlechte Licht zu rücken. Du versuchst sie isoliert darzustellen bzw. vergleichst sie plötzlich mit einer kleineren jüngeren Altersgruppe die halbwegs gut dasteht und blendest die Gruppe der Hauptunfallverursacher aus.

Und du willst nicht verstehen, das die Wahrscheinlichkeit zur Zeit höher ist, das Du oder ich, in Zukunft einen Unfall mit einem jüngeren VT haben als mit einem Senior.

Und deshalb verstehe ich nicht, das Du die Senioren verpflichtend testen lassen möchtest und die jüngeren Altersgruppen weiter ohne Test fahren lässt.

Und wann denkst du ist Handlungsbedarf, ab wie viel Prozent Unfälle insgesamt?

Wann sollte man was tun, wenn man weiß, wie sich die Bevölkerungsgruppen in der Pyramide verschieben?

Zitat:
@MZ-ES-Freak schrieb am 30. August 2025 um 07:45:36 Uhr:
Und wann denkst du ist Handlungsbedarf, ab wie viel Prozent?
Wann sollte man was tun, wenn man weiß, wie sich die Bevölkerungsgruppen in der Pyramide verschieben?

Ich würde das nicht an Prozenten festmachen, ich würde die Entwicklung weiter auf Auffälligkeit auswerten.

Wenn es nach Handlungsbedarf geht sollte man erkennen, das viele VTs zum Test müssten, egal ob nun jung oder alt. Da muss man nur die Augen im Straßenverkehr aufmachen. Aber leider wird hier weggeschaut. Da hier im großen und ganzen weggeschaut wird, kann man nicht plötzlich sagen, Du musst nun aber....nur weil du alt bist.

Meine Meinung, alle oder gar keiner, oder nur auffällige Extreme.

Edit, das die Unfallhäufigkeit der Senioren auf Grund ihrer steigenden Anzahl in Zukunft hoch geht ist eine Spekulation. Vllt. kommt es auch anders, wenn die Masse der Senioren den Verkehr zb. entschleunigt.

Zitat:
@nogel schrieb am 29. August 2025 um 21:43:42 Uhr:
Nicht dein Ernst. Daß die Vers.-Prämie fahrleistungsabhängig ist, ist Basiswissen.
Und die Prämie ist bei gleicher Fahrleistung bei Senioren deutlich höher. Aus gutem Grund.
Aber wurde alles schon erklärt.

So pauschal ist das falsch, so wie vieles was hier einfach pauschal hingerotzt wird um Senioren in schlechte Bild zu rücken.

Mit zunehmenden Alter steigt die Prämie wieder, ja, erst moderat, dann später mit deutlich zugenommenen Alter stark, aber Senioren die schon als sie jung waren Unfälle gebaut haben sind hier stärker betroffen als langjährig unfallfreie Senioren. Von Versicherung zu Versicherung ist das aber unterschiedlich. Es gibt Versicherungen die nutzen das Reizwort "Alter" schamlos aus um Lücken im unteren Bereich zu füllen, und es gibt Versicherungen die sehen das gelassener bzw. weniger gewinnorientiert.

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