Reifenschaden bei 200km/h mit RFT -Erfahrungsbericht
Hallo Leute,
da hier immer mal wieder über die Pros und Contras von Runflats diskutiert wird, hier mal ein kurzer Erfahrungsbericht von mir zum Thema RFT und Sicherheit:
Letzte Woche fuhr ich mit knapp 200km/h eine AB-Linkskurve als der rechte Hinterreifen einen plötzlichen Druckverlust (=Reifenschaden) hatte. Der Wagen brach trotzdem nicht aus(!!). Es fühlte sich nur ganz kurz so an, als hätte mich eine Windböhe seitlich kurz erwischt. Keine 2 Sekunden später meldete die RDA auch schon einen Reifenschaden. Ich bin dann mit ca. 80 km/h auf den nächsten Parkplatz, habe die Reifen überprüft und eben festgestellt, dass der rechte Hinterreifen keine Luft mehr hatte. Bin dann vorschriftsmäßig die noch ca. 35km mit knapp 90 km/h auf der AB bis zum Freundlichen gefahren. Dort wurde beim Reifenwechsel festgestellt, dass sich ein nicht mehr zu identifizierender metallischer Gegenstand in die Lauffläche des Reifens gebohrt hatte. Bei einem Kaffee (während die Reifen gewechselt wurden), habe ich darüber nachgedacht, was ohne RFT´s in einer solchen Situation hätte passieren können.
Ich bin zwar seit jeher ein Verfechter der RFT´s gewesen, aber nach diesem Vorfall steht für mich definitiv fest, dass ich auf meinem E90 aus Sicherheitsgründen keine anderen Reifen mehr fahren werde.
94 Antworten
Zitat:
Original geschrieben von maximad
Zitat: Laut Statistischem Bundesamt werden pro Jahr 40 Menschen auf Grund technischer Mängel an der Bereifung getötet und 2400 verletzt.
Auch wenn ich ein RFT-Verfechter bin, möchte ich behaupten, dass diese Unfälle primär passieren mit Reifen, die
* abgefahren,
* überaltert,
* runderneuert
sind.
Und dennoch: wenn ich mit nagelneuen Reifen bei 160 durch 'nen Nagel oder 'ne Schraube fahre, möchte ich gern überleben (und mir allenfalls denken: nen Lottogewinn wär jatzt aber toller gewesen - ähnliche Wahrscheinlichkeit)
Grüße
Michael
Zitat:
Original geschrieben von drmrk
Auch wenn ich ein RFT-Verfechter bin, möchte ich behaupten, dass diese Unfälle primär passieren mit Reifen, die
* abgefahren,
* überaltert,
* runderneuert
sind.
Mit Sicherheit, aber würde das System nicht selbst dann noch helfen ?
Wenn RFTs genauso günstig wie herkömmliche Reifen wären, würden viele der lautstarken Kritiker sich vermutlich nicht hinter "Komfortverlust" o.ä. verstecken müssen.
Früher hatte ich auch einmal einen Reifenplatzer bei ca. 200 km/h, leider auch noch an der Hinterachse. Mich hat es kalt erwischt, nach Dreher habe ich den Wagen ohne Kollateralschaden stoppen können.
Wie? Pures Glück!
War übrigens früher Testfahrer, was den Reifen nicht beeindruckt hat. Fazit: Ich würde inzwischen nicht einmal mehr Gebrauchtreifen fahren wollen, mir (subjektive Einschätzung des Verfassers!!!) wäre auch der doppelte Preis nicht zu teuer.
So Jungs, weiter geht´s. Popcorn gefällig?
Zitat:
Original geschrieben von maximad
Wenn ich auf Deine SIG schaue, gehe ich mal davon aus, das Deiner etwa gleich schnell ist wie meiner. ;-)
Fährst Du, wie Deine Freundin max. 100 beim Platzer (keiner weiss, wann es passiert-ist halt Zufall) - OK, dann hast Du es ja (vielleicht) bestens im Griff.Das Mehrrisiko bei 200 betreitet doch niemand - aber Du ohne RFT // jemand anderes mit - wer hat dann bei gleichem Tempo das Mehrrisiko? - Also bitte die richtigen Schlüsse ziehen.
Vielleich hilft ja auch das ESP - aber wie, ohne Lauffläche, welches Rad wird dann noch eingebremst - die drei anderen ?
siehe im 2.Link von nexus22
Zitat: Laut Statistischem Bundesamt werden pro Jahr 40 Menschen auf Grund technischer Mängel an der Bereifung getötet und 2400 verletzt.Sicher passiert auch mit RFT noch immer was - aber vielleicht doch seltener oder weniger heftig?
...und letztendlich es ist doch niemand verboten (zum Glück, es muß nicht alles reglementiert werden) "nicht-RFT" zu kaufen und zu fahren, das gilt für alle PKW Marken - auch insbesondere für Sportwagen, (gibts RTF o.ä. eigentlich für Porsche, Lambo, Ferrari Co.)
BTW. Bist Du schon mal Runflats gefahren, wenn ja wie weit, welche Marke, trocken und/oder nass, welcher Wagen?
Wie man hier bei MT lesen kann gibt es ja schon gehörige Unterschiede zwischen den Reifenmarken und DOT in Bezug auf RFT - und meine Bridgestone gehören wohl zu den besseren - vielleicht versteh' ich es ja auch deshalb nicht unbedingt, warum einige sich hier die zusätzliche Sicherheit so "wegwünschen" ;-))
Jap, meiner fährt zwischen 220 und 230. Ich bin sicher auch kein Unschuldslamm und diese Geschwindigkeiten schon gefahren. Aber eher selten. Ich muss sagen, daß meine normale Reisegeschwindigkeit 130-160 deutlich angenehmer ist.
Es war auch nicht wirklich eine Kritik, wollte nur darauf hinweisen, daß man an anderer Stelle deutlich mehr zur Sicherheit beitragen kann als bei der Wahl der Reifen zwischen RFT und normal. Fand es daher nur irgendwie seltsam rein subjektiv ...
Das ESP kann sicher nicht zaubern und es wird noch genügend Abflüge geben. Aber ich denke mal, daß ESP das Fahrzeug dann mit Hilfe der anderen 3 Reifen zumindest versucht grob stabil und in der Spur zu halten bis man Abbremsen kann. Und das ist schon besser als die besten Fahrer das in Zeiten vor ESP konnten. Und wenn man mal sieht, welches Tempo einige mit geplatzten Reifen ohne RFT auf der Nordschleife beim 24h Rennen noch gehen, sieht man, daß ein geplatzter Reifen nicht zwangsweise gleich eine Katastrophe bedeutet.
Früher dachte ich auch, daß man immer sofort wegdreht, wenn ein Reifen platzt. Das sind aber eher die Extremfälle ...
Dazu gehört noch mehr Pech als der Umstand eines geplatzten Reifens.
Ich streite nicht ab, daß RFT in jeder Reifenschadensituation die Sicherheit erhöht.
Ich würde mir den Kauf bei einer Wahl gründlich überlegen. Eventuell würde ich auch zu RFTs schwanken, da mir gute Leistungen bei Trockenheit, die zusätzliche Sicherheit bei Reifenschäden sicher mehr Wert wären, als der mangelnde Komfort oder der Mehrpreis.
Ich wollte aber auf die anderen Argumente hinweisen und meine Entscheidung wäre keineswegs von vorneherein klar. Der RFT ist noch kein Wunderreifen, der alles besser macht. Ich hoffe aber, daß er das bald ist und alle Autos auf RFTs unterwegs sind ...
EDIT : PS : Konnte noch keinen RFT selbst fahren bisher und daher keine Erfahrungen machen. Würde ich vor einer Kaufentscheidung sicherlich machen ...
EDIT2 : Fahre übrigens die gleichen Reifen wie Du vermutlich, nur ohne RFT. Bridgestone Potenza RE50 ...
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Zitat:
Original geschrieben von RIP
Ich finde man sollte das etwas relativieren.
1. Finde ich es schon etwas seltsam davon zu schwärmen, wieviel Sicherheitsplus solche Reifen gegenüber normalen Reifen bringen, aber gleichzeitig offensichtlich öfter mit 200 km/h unterwegs zu sein. Ich denke das Mehrrisiko durch 200 statt sagen wir 130 ist beträchtlich höher, als das geringere Risiko bei einem Reifenplatzer von den RFT Reifen. Aber das nur als Anmerkung 😉
2. Sicherlich bieten diese Reifen bei einem Platzer ein Sicherheitsplus. Vielleicht täusche ich mich, aber nach dem Bericht zu urteilen, war das kein heftiger Reifenplatzer, sondern eher ein flotter Druckverlust.
Es gibt zich Erfahrungsberichte über Reifenplatzer bei hohem Tempo und lange nicht in allen endet so ein Reifenplatzer gleich in einem Dreher oder Überschlag. Gerade bei Neueren Autos mit ESP läßt sich glaube ich in den meisten Fällen noch normal an den Rand fahren. Meine Freundin hatte einen richtig deftigen Reifenplatzer, den sie nur in Form eines Schlages und danach einem leichten Ziehen bemerkte. Sie hatte gar keine Probleme aus 100 ranzufahren auf einen Parkplatz.
=> der gleiche Fall wäre nicht zwangsweise mit einem normalen Reifen eine Katastrophe geworden, aber die Chance dazu wäre sicher höher gewesen
3. Diese Reifen bieten (noch) einige Nachteile gegenüber normalen Reifen zur Zeit :
- Komfort (sicherlich der geringste Nachteil)
- Mehrkosten nicht nur durch den Preis, sondern auch durch einen höheren Verschleiß durch die steiferen Flanken
- bei Trockenheit zwar ein minimales Sicherheitsplus, dafür bei Nässe ein sattes Defizit (!)Es ist jetzt die Frage, welche Situation häufiger auftritt.
Das heftige Platzen eines Reifens bei hohem Tempo und dazu noch als Resultat eine Schleuderkatastrophe trotz ESP etc.?
Oder eine gefährliche Situation bei Nässe? Bei Nässe sind die Bremswege zwischen 3 und 5m länger im Notfall und auch das Grenzverhalten ist deutlich gefährlicher und aprupter. Das gesamte Handling des Autos bei Nässe und die Gefahr durch Aquaplaning sind erheblich höher.
Beim aktuellen Entwicklungsstand der RFT Reifen relativiert das diese Sicherheitsdiskussion sicherlich.
Komfort ist ein Randthema. Kosten sollten einem ein Sicherheitsplus sicherlich Wert sein. Aber ist der RFT in der Summe tatsächlich sicherer bei all seinen sonstigen Nachteilen?
Ich könnte mir vorstellen, daß man die 5m Bremsweg oder grundsätzlich mehr Grip bei Nässe eher brauchen kann, als das verminderte Risiko bei einem Reifenplatzer.
(mir ist bisher nie einer geplatzt in 7 Jahren)
Eventuell führt sogar die stärkere Tendenz zum Spurrillen folgen noch wahrscheinlicher zu einem Unfall beispielsweise in einer engen Baustelle neben einem LKW, als die wahrscheinlichkeit eines unglücklich verlaufenden Reifenplatzers.Ich denke, daß die Zukunft RFT Reifen gehört. Aber aktuell finde ich das Thema noch reichlich strittig.
Hoffentlich die nächste Generation der RFTs.
So schauts aus, und nicht anders!
Das Plus an Sicherheit bei nem xtrem selteten Druckverlust ect. gegen die schwächen bei Nasser Fahrbahn?
Sorry, wie oft Platzt Euch evtl. der Reifen, und wie oft fahrt Ihr im Regen?
Denkt mal drüber nach...
Zitat:
Original geschrieben von oThErSiDe
So schauts aus, und nicht anders!
Das Plus an Sicherheit bei nem xtrem selteten Druckverlust ect. gegen die schwächen bei Nasser Fahrbahn?
Sorry, wie oft Platzt Euch evtl. der Reifen, und wie oft fahrt Ihr im Regen?
Denkt mal drüber nach...
Naja, wenn es regnet, dann sehe ich das und stelle meine Fahrweise darauf ein und ob der Grip der RFTs nun 3km/h mehr oder weniger zulassen als Non-RFTs ist dabei ziemlich egal.
Aber wie wappne ich mich gegenüber einen Reifenplatzer? Nie schneller als 100km/h fahren und auch das wäre nur die halbe Miete --- oder niemals auf einen Randstein fahren und falls doch, vorsichtshalber den Reifen wechseln, denn es könnte ja irgendwo ein verdeckter Schaden sein? Das Auto grundsätzlich nie verleihen usw. ? Aber was ist wenn der Reifen einen Fabrikationsfehler hat? Den sehe ich in der Regel nicht.
Was ist da nun praxisnäher? IMHO eindeutig der RFT und was Komfort und Nässeverhalten angeht, ist der nächste Reifensatz schon besser, dessen bin ich mir sicher. Die RFTs stehen erst am Anfang ihrer Entwicklung.
Grüße
AB
Wie gesagt, wenn die RFT´s mal Serienreif sind, bin ich der erste, der bereit ist, auch mehr geld für die neue technologie auszugeben.
ABER im moment überzugen mich die RFT´s noch nicht.
Guß Rico
Zitat:
Original geschrieben von oThErSiDe
Sorry, wie oft Platzt Euch evtl. der Reifen, und wie oft fahrt Ihr im Regen?
Denkt mal drüber nach...
1. Fall - Du begibst Dich in jemand anderes Hand..
2. Fall - Du hast es selbst in der Hand (im Fuss)
Was ist Dir lieber, Schicksal oder Selbstkontrolle?
...und Serienreife haben die RFT's beim e90/91 schon erlangt 😁
Zitat:
Original geschrieben von maximad
...und Serienreife haben die RFT's beim e90/91 schon erlangt 😁
Dann sagen wir halt statt "Serienreif" einfach "Zumutbar". Ersteres sind sie, denn sie werden ja in grossen Stueckzahlen hergestellt. Zumutbar sind sie noch lange nicht. Merkt man bei jedem Schlagloch, bei jedem Gullydeckel und bei jeder Autobahnfuge. Wirft Dich einfach im Abrollkomfort um 30 Jahre zurueck.
Zitat:
Original geschrieben von RIP
Wenn ich mich nicht täusche war es die 6/2006 mit dem Audi RS4 Supertest.
Aber auch einige User hier können dir davon berichten :
"4. Bei nasser Fahrbahn ist der RFT-Reifen (auf der Rennstrecke) nahezu unfahrbar. Der Grenzbereich zwischen Grip und kein Grip ist extrem schmal (s.a Sportauto, die vor ca. 2 Monaten zum gleichen Ergebnis beim Vergleich RFT/nonRFT kamen)."
Das ist jetzt nicht euer Ernst? Weil der RFT auf Rennstrecken unter gewollten Extrembedingungen in Kurven nicht so toll ist, soll der auf normaler Strasse im Verkehr, wo solche Belastungen ja eher nicht auftreten, schlecht sein?
Also bitte....
Zeig mir den Test, wo die RFT bei normalen Testbedingungen extrem schlechter abschneiden.
Zitat:
Original geschrieben von LERunner
Das ist jetzt nicht euer Ernst? Weil der RFT auf Rennstrecken unter gewollten Extrembedingungen in Kurven nicht so toll ist, soll der auf normaler Strasse im Verkehr, wo solche Belastungen ja eher nicht auftreten, schlecht sein?
Also bitte....
Zeig mir den Test, wo die RFT bei normalen Testbedingungen extrem schlechter abschneiden.
Seh ich genauso. Hat zwar keiner hier direkt behauptet, aber:
Wenn jemand im Straßenverkehr bei Regen sein Auto so bewegt, dass der E90 griptechnisch an die Grenzen der Reifen kommt: Herr wirf Hirn vom Himmel 🙄
Das Argument zählt für mich deshalb nicht.
Zitat:
Original geschrieben von Cali65
Mir ist mal 1984 auf der Autobahn mit meinem Wartburg 353 bei 140 km/h ein Reifen geplatzt. ;-) Das habe ich ohne die heutige Fahrwerks-und Bremstechnik, ohne weitere Schäden und trotz voller Beladung des Wagens gut wegstecken können.
Von daher sehe ich das so, dass sich das jeder leisten sollte, der es gern hätte oder möchte, dass man aber nicht schon automatisch den Abflug buchen kann, wenn es mit normalen Reifen passiert.
Ich denke, dass hängt neben der Geschwindigkeit und der Achse an der der Reifen platzt sehr davon ab, ob man eine Kurve oder geradeaus fährt. Natürlich endet nicht jeder Reifenplatzer auf der AB in der Leitplanke. Aber imho doch die meisten...
In meinem Fall, d.h. ca. 200 km/h;rechtes hinteres Rad (stark belastet durch die Linkskurve und gleichzeitig Rad an der angetriebenen Achse) würde ich nicht davon ausgehen,dass ich das Auto wieder einfangen hätte können. Trotz mehrerer absolvierter Fahrerlehrgänge...
Einen Aspekt sollte man auch noch bedenken:
Es gibt teilweise massive Lieferprobleme bei den RFTs!
Ist mir erst kürzlich passiert -hätte mein Auto bis mind. Ende September abstellen müssen um an einen neuen Reifen zu kommen.
Allerdings konnte, dem Internet sei Dank, ein Reifen im benachbarten Ausland aufgetrieben werden.
Wenn mir sowas im Urlaub passiert (auf der Heimreise am Samstag oder Sonntag), fördert dieser Umstand die Laune auch nicht unbedingt.
Allerdings sind diese "Probleme" sicher verschmerzbar im Vergleich zu einem Abflug in die Botanik!
Den Komfort-Aspekt kann ich sowieso vergessen...fahre einen Z4 mit M-Fahrwerk.....
@masvha
Danke für den Bericht.
Hatte in meinen 13 Jahren noch keinen Reifenschaden. Stehe aber trozdem zu den RFT's und auch meine Winterreifen sind als RFT bestellt.
DC
Zitat:
Original geschrieben von masvha
Seh ich genauso. Hat zwar keiner hier direkt behauptet, aber:
Wenn jemand im Straßenverkehr bei Regen sein Auto so bewegt, dass der E90 griptechnisch an die Grenzen der Reifen kommt: Herr wirf Hirn vom Himmel 🙄
Das Argument zählt für mich deshalb nicht.
Das ist ueberhaupt nicht schwer. Bei meinem 330d sind die Reifen bei feuchter Fahrbahn eigentlich immer an der Gripgrenze. Selbst wenn Du das Gaspedal nur streichelst ist das DSC permanent am regeln.