Rechtsfahrgebot heute noch zeitgemäß?
Ich wollte jetzt nicht im Aufreger thread darüber diskutieren.
Ich habe ein wenig das Gefühl, dass das Gesetz mit dem Rechtsfahrgebot aus einer Zeit stammt, als die Straßen noch wesentlich leerer waren. Da war es auch noch wesentlich leichter umsetzbar, schön rechts fahren, für schnellere mal kurz nach rechts gehen und dann gleich wieder nach links...
Mittlerweile habe ich eher das Gefühl man sollte ab einer gewissen Verkehrsdichte mehr auf die gleichmäßige Auslastung aller Fahrspuren achten anstatt die linke(n) Spuren nur für Überholvorgänge freizugeben.
Wäre es nicht besser den Verkehr auf zwei oder drei Spuren mit gleichmäßiger Geschwindigkeit durvhzubringen als das heute übliche immer mal wieder ein paar überholen weil man meint auf der anderen Spur, etwas schneller zu sein, was sich meistens eh nur als kurzes Glück herausstellt.
507 Antworten
Zitat:
@63er-joerg schrieb am 3. Mai 2021 um 14:02:02 Uhr:
Zitat:
@Diedicke1300 schrieb am 3. Mai 2021 um 13:49:28 Uhr:
Ach Jörgi, was soll das ? Schleicherfraktion ?Was hat die Einhaltung der Regel mit schleichen zu tun ?
Welcher Fraktion gehörst du an ? Der Raserfraktion ?
....
Gut, nehme Schleicher Fraktion zurück.
Und ersetze es durch Regelfraktion.Gruß Jörg.
Na hört sich doch schon viel netter an, und vor allem realistischer. 🙂
Die Einhaltung der Regeln ist ein großer Beitrag dazu das es reibungslos läuft, beim „mitdenken“ bin ich mir da nicht sicher, ja sogar der Meinung, das es unter Umständen sogar kontraproduktiv ist, wenn unterschiedliche Verkehrsteilnehmer, welche das selbe Ziel haben, aber unterschiedliche Wege gehen, aufeinander treffen.
Das beste wäre der geschmeidige Mittelweg, die Regelfraktion stellt sich auf die Mitdenker ein und die Mitdenker stellen sich auf die Regelfraktion ein. Das darf im Sinne des Verkehrsflusses aber nur in engen Grenzen passieren. Keine Fraktion darf an die andere Fraktion ein Anspruch stellen, es muss ein freiwilliges Entgegenkommen sein ohne Groll, was hier leider nicht der Fall ist, siehe „Schleicherfraktion“.
Bei genug Fahrpraxis und der Fähigkeit sich auf andere einzustellen, klappt das auch. Ich erkenne meine Schweine schon am Gang und stelle mich auf sie ein. Nicht weil ich es muss, sondern weil mir so am besten geht und mein Gegenüber kommt erst gar nicht auf dumme Gedanken.
Zitat:
@63er-joerg schrieb am 3. Mai 2021 um 13:36:12 Uhr:
Nun, der Knackpunkt ist ja, nach dem Denken entsprechend zu fahren 😕
Oder bin ich jetzt völlig daneben ?
Was nützt es mir zu denken, wenn ich es dann trotzdem anders mache 😕
Wenn Dein "selbständiges" Denken auf einen Verstoß gegen die Verkehrsregeln hinausläuft, nützt es Dir und anderen Verkehrsteilnehmern, wenn Du Dich trotzdem entsprechend der Verkehrsregeln verhältst. Es nützt Dir, weil Dir Bußgelder, Punkte und Fahrverbote mit Sicherheit erspart bleiben. Und mit höherer Wahrscheinlichkeit bleiben Dir auch Sachschäden, Verletzungen oder vorzeitiges Ableben erspart, als wenn Du selbstdenkend die Regeln ignorierst.
Zitat:
@63er-joerg schrieb am 3. Mai 2021 um 13:36:12 Uhr:
Deine Reaktion zeigt jedenfalls genau das, was ich erwartet habe.
Der denkt, handelt in deinen Augen NUR zu seinem Vorteil.
Bitte genau lesen. Das habe ich nicht geschrieben. Sondern: "
meistens aus der Motivation, für sich einen Vorteil auf Kosten anderer herauszuschlagen." Warum sonst sollte man gegen die Verkehrsregeln verstoßen? Weil man seinen Mitmenschen damit etwas Gutes tun will? Eher nicht.
Zitat:
@63er-joerg schrieb am 3. Mai 2021 um 13:36:12 Uhr:
Der "Regelfahrer" denkt nicht, sondern tut nur das Vorgeschriebene - Abweichungen sind nicht tolerabel.
Wenn man sich regelkonform verhält, hat das viel mit eigenem Denken zu tun. Dahinter steht nämlich der Denkprozess, dass man selbst im Straßenverkehr nicht das Maß aller Dinge sein kann. Soll ein Verkehrsteilnehmer aus eigenem Denken seine eigenen Regeln zimmern und auf der Straße umsetzen dürfen? Das kann nicht klappen, und da kommt man schnell drauf, wenn man darüber nachdenkt. Denk mal darüber nach. 😉
Zitat:
@63er-joerg schrieb am 3. Mai 2021 um 14:29:27 Uhr:
Ich fahre aber auch 20 drunter, wenn es die Situation verlangt. Nenne ich mitdenken - ist aber nicht erwünscht 🙁
Du kannst es nennen, wie Du willst. Wer schreibt denn, das so etwas nicht erwünscht sei? Es wird sogar verlangt, ausdrücklich. Das Folgende hast Du offenbar überlesen:
Zitat:
@tazio1935 schrieb am 3. Mai 2021 um 12:42:14 Uhr:
Geregelt ist es in der StVO sinnvollerweise so:
"Die Geschwindigkeit ist insbesondere den Straßen-, Verkehrs-, Sicht- und Wetterverhältnissen sowie den persönlichen Fähigkeiten und den Eigenschaften von Fahrzeug und Ladung anzupassen." Also ist da schon Eigenverantwortung gefragt.
So Tazio, was denn nun ?
Das zitierte, oder denken, oder was ?
Zitat:
@tazio1935 schrieb am 3. Mai 2021 um 12:20:12 Uhr:
Zitat:
@20vw10 schrieb am 3. Mai 2021 um 12:17:02 Uhr:
Schlussendlich ist es schon sinnvoll, auch selbst zu denken.
Und als Konsequenz dann auch entsprechend zu fahren?
Du kannst mir hier noch so viele § vor die Nase hängen.
Der Punkt daran ist, darüber brauche ich nicht nachzudenken.
Das sind alltägliche Abläufe, die jeder wissen sollte.
Aber selbst daran scheitert es ja schon oft.
Also, denken ? Oder einfach nur nach § fahren ?
Auch bei dir sage ich: Du kannst es nennen wie du willst.
Denken, bzw mitdenken, dafür hättest du dir das sparen können. Das hat nix mit denken zu tun, sondern mit befolgen. Damit ist dein Satz im Zitat, der als Frage gedacht ist, Blödsinn. Denn wenn ich nicht nach dem denken fahre, brauche ich damit erst garnicht anfangen. Dann handele ich einfach nach § und fertig ist es...
Genug mit dem OT-Quatsch jetzt, hat doch keinen Sinn..
Ähnliche Themen
Oder doch Sinn. Warum OT? Nach $ zu fahren erfordert denken oder entsprechend Sanktion.
Denn der Verkehr ist entsprechend variabel.
Oder wie sagte mir jmd. dann halt marxistisch, aber das hätte ebenso Konsequenzen. Kapieren nur die wenigsten.
Zitat:
@Diabolomk schrieb am 3. Mai 2021 um 15:29:14 Uhr:
Nach $ zu fahren erfordert denken oder entsprechend Sanktion.
$ ?
Da hast Du Dich auf der Tastatur zu sehr an das Rechtstippgebot gehalten. Eine Position weiter links wäre richtig gewesen. 😁
Zitat:
@63er-joerg schrieb am 03. Mai 2021 um 14:2:02 Uhr:
Sei es der Flaunbärtige, der seiner Else auf dem Beifahrerhocker imponieren will. Sei es der Neureiche, der sich 400PS leisten/mieten/leasen kann. Sei es wer auch immer..
Ach Schatzilein,lass doch bitte die Polemik raus.🙂😁
Zitat:
@tazio1935 schrieb am 3. Mai 2021 um 14:32:38 Uhr:
Zitat:
@63er-joerg schrieb am 3. Mai 2021 um 13:36:12 Uhr:
Nun, der Knackpunkt ist ja, nach dem Denken entsprechend zu fahren 😕
Oder bin ich jetzt völlig daneben ?
Was nützt es mir zu denken, wenn ich es dann trotzdem anders mache 😕
Wenn Dein "selbständiges" Denken auf einen Verstoß gegen die Verkehrsregeln hinausläuft, nützt es Dir und anderen Verkehrsteilnehmern, wenn Du Dich trotzdem entsprechend der Verkehrsregeln verhältst. Es nützt Dir, weil Dir Bußgelder, Punkte und Fahrverbote mit Sicherheit erspart bleiben. Und mit höherer Wahrscheinlichkeit bleiben Dir auch Sachschäden, Verletzungen oder vorzeitiges Ableben erspart, als wenn Du selbstdenkend die Regeln ignorierst.
Hier ging es aber eigentlich um das Rechtsfahrgebot. Da muss man eigentlich gar nicht für Denken können. Einfach mal daran halten...
Heißt: Rechts ist ausreichend frei, also rüber dort, wenn ich in 2 oder meinetwegen 15 Sekunden nicht wieder Wechseln muss. Insbesondere sollte man sich daran halten, wenn man schnellere Verkehrsteilnehmer hinter sich hat.
Nun kann man natürlich argumentieren, warum ist sein Tempo wichtiger als meines? Warum muss ich für kurze Zeit abbremsen? Alles nicht relevant: Er hat den gleichen Anspruch auf sein Tempo wie ich auf meines. Aber der Verkehrsfluss klappt am besten bei einem Miteinander. Ist jemand schneller, warum sollte ich ihm das nicht ermöglichen, auch wenn ich kurz mal meine Geschwindigkeit verringere? Das mache ich so und erwarte es aber auch von allen anderen.
Zitat:
@tazio1935 schrieb am 3. Mai 2021 um 15:53:23 Uhr:
Zitat:
@Diabolomk schrieb am 3. Mai 2021 um 15:29:14 Uhr:
Nach $ zu fahren erfordert denken oder entsprechend Sanktion.
$ ?
Da hast Du Dich auf der Tastatur zu sehr an das Rechtstippgebot gehalten. Eine Position weiter links wäre richtig gewesen. 😁
Man verzeihe mir, extra ohne Smilie
Zitat:
@Teksaz schrieb am 3. Mai 2021 um 17:24:33 Uhr:
Hier ging es aber eigentlich um das Rechtsfahrgebot. Da muss man eigentlich gar nicht für Denken können. Einfach mal daran halten...Heißt: Rechts ist ausreichend frei, also rüber dort, wenn ich in 2 oder meinetwegen 15 Sekunden nicht wieder Wechseln muss. Insbesondere sollte man sich daran halten, wenn man schnellere Verkehrsteilnehmer hinter sich hat.
Nun kann man natürlich argumentieren, warum ist sein Tempo wichtiger als meines? Warum muss ich für kurze Zeit abbremsen? Alles nicht relevant: Er hat den gleichen Anspruch auf sein Tempo wie ich auf meines. Aber der Verkehrsfluss klappt am besten bei einem Miteinander. Ist jemand schneller, warum sollte ich ihm das nicht ermöglichen, auch wenn ich kurz mal meine Geschwindigkeit verringere? Das mache ich so und erwarte es aber auch von allen anderen.
15 Sekunden wären schon viel, viel, viel zu lang. Das sind fast 15 LKW-Längen bei 150 km/h.
Zitat:
@Teksaz schrieb am 3. Mai 2021 um 17:24:33 Uhr:
Zitat:
@tazio1935 schrieb am 3. Mai 2021 um 14:32:38 Uhr:
Wenn Dein "selbständiges" Denken auf einen Verstoß gegen die Verkehrsregeln hinausläuft, nützt es Dir und anderen Verkehrsteilnehmern, wenn Du Dich trotzdem entsprechend der Verkehrsregeln verhältst. Es nützt Dir, weil Dir Bußgelder, Punkte und Fahrverbote mit Sicherheit erspart bleiben. Und mit höherer Wahrscheinlichkeit bleiben Dir auch Sachschäden, Verletzungen oder vorzeitiges Ableben erspart, als wenn Du selbstdenkend die Regeln ignorierst.Hier ging es aber eigentlich um das Rechtsfahrgebot. Da muss man eigentlich gar nicht für Denken können. Einfach mal daran halten...
Heißt: Rechts ist ausreichend frei, also rüber dort, wenn ich in 2 oder meinetwegen 15 Sekunden nicht wieder Wechseln muss. Insbesondere sollte man sich daran halten, wenn man schnellere Verkehrsteilnehmer hinter sich hat.
Nun kann man natürlich argumentieren, warum ist sein Tempo wichtiger als meines? Warum muss ich für kurze Zeit abbremsen? Alles nicht relevant: Er hat den gleichen Anspruch auf sein Tempo wie ich auf meines. Aber der Verkehrsfluss klappt am besten bei einem Miteinander. Ist jemand schneller, warum sollte ich ihm das nicht ermöglichen, auch wenn ich kurz mal meine Geschwindigkeit verringere? Das mache ich so und erwarte es aber auch von allen anderen.
Es geht wohl mehr um das wie als um das ob.
Zitat:
@HighspeedRS schrieb am 3. Mai 2021 um 19:15:02 Uhr:
Wenn die LKW stehen
Nein, bei 150 vs. 80.
Also ich brauche für einen kompletten Spurwechsel 6 Sekunden, das mal 19,5m (bei 70 km/h Überschuss), ergibt 117m Unterschied im Abstand, dazu dann mit 50m Abstand vor dem überholten LKW nach rechts wechseln und spätestens 150m hinter dem nächsten LKW wieder nach links rüber, macht dann in Summe 317m Abstand zwischen den LKWs, ohne das ich nen Stück geradeaus auf der rechten Spur gefahren bin.
Fahre ich die Strecke auf der linken/mittleren Spur durch, ergibt das 16 Sekunden von der vorderen Stoßstange des überholten LKWs, bis zum Heck des zu überholenden LKWs.
Es macht also schon Sinn, die 20sekunden Regel bei zwei Spuren und die 30 Sekunden für die mittlere Spur bei drei Spuren.
Und 15 LKWs mit 70km/h Überschuss, sind dann aber, bei Sattelaufliegern, nur jeweils 3m Abstand zw. den LKWs.
Ganz so extrem fahren die wohl doch nicht alle. 😉
PS:
Bei 70km/h Überschuss würde ich wohl eher bei mindestens 200 bis 250m Abstand nach links wechseln.
Zitat:
@towe96 schrieb am 3. Mai 2021 um 19:08:28 Uhr:
15 Sekunden wären schon viel, viel, viel zu lang.
20-Sekunden-Lücken sind zulässig, bezogen auf zwei Spuren je Fahrtrichtung. Bei drei Spuren je Fahrtrichtung muss man auch bei größeren Lücken als 20 s noch nicht rechts rüber.
Zitat:
Könnte ein Fahrer nach einem Überholvorgang deutlich länger als 20 Sekunden mit gleicher Geschwindigkeit auf der rechten Spur fahren, dann muss er dorthin wechseln. So hat es das Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf in einem Urteil im Jahr 1989 ( Az. 2 Ss (OWi) 318/89 – (OWi) 93/89 II ) ein wenig konkretisiert. Aber auch das ist noch vage.
Der Grund: Die Richter verwarfen lediglich die Regel, wonach Autofahrer zum Einscheren auf die rechte Spur verpflichtet sind, wenn sie dort 20 Sekunden mit gleichem Tempo weiterfahren können. Diese Pflicht, einst vom OLG Celle aufgestellt, gelte nur für Straßen mit zwei Spuren je Fahrtrichtung, stellten die Düsseldorfer Richter fest. Für dreispurige Straßen sei dagegen "die Dauer des möglichen Weiterfahrens mit gleicher Geschwindigkeit (...) erheblich größer zu bemessen".
Allerdings spukt die 20-Sekunden-Regel bis heute bei vielen Autofahrern auch im Hinblick auf dreispurige Autobahnen im Kopf herum. Klar ist: Die Behauptung, die mittlere Spur diene ausschließlich zum Überholen, ist ein Mythos, der vom Gesetz nicht gedeckt ist. Sicher ist auch: Wenn die Autobahn leer ist oder man erst ein am Horizont auftauchendes Fahrzeug überholen wird, hat man auf der mittleren Spur nichts verloren.
Quelle:
Die Zeit, 30. September 2012