Radmuttern und Bolzen Drehmoment und Folgen

Hallo alle zusammen.
Ich brauch mal eure Meinung und was ihr machen wuerdet. Ich hab vor der Tuer 2 PKW stehen und 1 Wohnmobil. Ich schraub eigendlich so gut wie geht alles selber. Aber letztens mussten alle 3 Fahrzeuge zur HU im Abstand von 2 Monaten. Dabei wurde z.b. beim Wohnmobil ein Radlager gewechselt und neue Bremsbelaege montiert. Bei dem anderen PKW kamen hinten neue Bremsscheiben drauf. Egal, was ich sagen will, bei meinen Fahrzeugen wurden die Raeder abgeschraubt und wieder drauf gemacht. Gestern hab ich bei dem einen PKW das Hinterrad abnehmen wollen. Ich bin bald ausgeflippt. Ich hab mit beiden Fuessen auf dem Schluessel gestanden, hab mich am Dach festgehalten und musste ordendlich Wippen. Mit einem lauten Knall bekam ich die Muttern los. Auf allen Fahrzeugen sin Alufelgen. Ich hab im Sommer und Winter immer selbst gewechselt und dabei mit einem Drehmomentschluessel von der Arbeit 120nm bei den PKW und 160nm beim Wohnmobil genommen. Nun hat die Werkstatt mit dem Luftschrauber die Muttern bei allen Fahrzeugen so angeknallt das ich die mit normalen Werkzeug nicht auf bekomme.
Was sind moegliche Schaeden und wie wuerdet ihr vorgehen bzw was wuerdet ihr der Werkstatt sagen oder verlangen. Ich bin stink sauer auf die Werkstatt

Beste Antwort im Thema

Alle Schrauben lösen und selber wie gehabt festziehen.
Was die Werkstatt betrifft: Sag das nächste Mal, dass Du zum Räder anschrauben angerufen werden möchtest, damit Du selber kurz vorbei kommen kannst, da sie das ja offensichtlich nicht können.

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Verstanden. Die Elastizität der Felgenschlüssel kann ebenso durch das wesentlich hohe Drehmoment verlorengehen, so dass, selbst wenn die Radmuttern anschließend korrekt angezogen werden, das Problem weiterhin akut ist, dass sich die Radmuttern durch lösen können. Eigentlich, wenn ich es richtig verstehe, muss, wenn man auf Nummer sicher gehen möchte, die Radbolzen und auch die Felgen erneuert werden, selbst wenn keine Beschädigung zu sehen ist. 🙁

Gruß

Uwe

Wie jedes Jahr zur Radwechselzeit die gleiche Diskussion:
Dazu mal hier ein link der Grundsätzliches dazu erklärt.

Klick mich

Hier nochmals ein älterer Thread von mir zum gleichen Thema

Hi,
Zum Thema Drehmonete an Radschrauben hier mal der Versuch zu erklären warum man das passende Drehmoment und Reibwerte für Radschrauben wichtig sind.
Beginn der kleinen Werkstoffkunde:
Beim Anziehen der Radschrauben, die im übrigen in der Regel KEINE Dehnschrauben sind, wird die Umgebung
des Felgenlochs etwas Verformt was eine Vorspannung auf die Schraube bringt. Dadurch wird eine elastische sozusagen selbstsichernde Verbindung erzielt. Reibung zwischen Schraube und Felge im Konus und im Gewinde wirken zusätzlich sichernd.
Wenn man jetzt mit zu wenig Drehmoment anzieht wird das Felgenloch nicht genügend verformt um eine ausreichende "Vorspannung" zu erzeugen und die Schraube könnte sich Lösen.
Zieht man mit zu viel an kann das Material der Felge über seine "Streckgrenze" verformt werden und seine Elastizität geht verloren. Das Material will nicht wieder in seine Ausgangsform zurück und es entsteht keine "Vorspannung" auf die Schraubverbindung mit der Gefahr das sich die Schraube Lösen kann.
Ggf könne Haarrisse in der Felge auftreten und das Material zerstören was besonders Gefährlich ist da man das nicht sieht.
Zusätzlich muss die Verbindung auch noch "atmen" können um unterschiedliche Ausdehnung des Materials durch "erwärmen" und "abkühlen" ausgleichen zu können.

Die Verbindungen sind vom Hersteller in Bezug auf Material der Felge / Schraube und der Gewinde und Konusgeometrie berechnet und man sollte sich schon so ungefähr mit den Drehmomenten dran halten.
Stahlfelgen halten natürlich mehr aus als Alu's aber prinzipell gilt das gleiche.
ÜBRIGENS:
Schmierung des Gewindes oder Konus verändert die Reibwerte und führt zu völlig unzuverlässigen Anzugsmomenten.. Die Schraube kann sich lösen, die Schraube kann abreißen, die Felge kann einreißen. DAHER KEIN FETT AN RADSCHRAUBEN.
Das ist wenigstens meine , oben begründete Meinung.

Zitat:

@kasemattenede schrieb am 10. September 2017 um 21:31:35 Uhr:


Wie jedes Jahr zur Radwechselzeit die gleiche Diskussion:
Dazu mal hier ein link der Grundsätzliches dazu erklärt.

Klick mich

Hier nochmals ein älterer Thread von mir zum gleichen Thema

Hi,
Zum Thema Drehmonete an Radschrauben hier mal der Versuch zu erklären warum man das passende Drehmoment und Reibwerte für Radschrauben wichtig sind.
Beginn der kleinen Werkstoffkunde:
Beim Anziehen der Radschrauben, die im übrigen in der Regel KEINE Dehnschrauben sind, wird die Umgebung
des Felgenlochs etwas Verformt was eine Vorspannung auf die Schraube bringt. Dadurch wird eine elastische sozusagen selbstsichernde Verbindung erzielt. Reibung zwischen Schraube und Felge im Konus und im Gewinde wirken zusätzlich sichernd.
Wenn man jetzt mit zu wenig Drehmoment anzieht wird das Felgenloch nicht genügend verformt um eine ausreichende "Vorspannung" zu erzeugen und die Schraube könnte sich Lösen.
Zieht man mit zu viel an kann das Material der Felge über seine "Streckgrenze" verformt werden und seine Elastizität geht verloren. Das Material will nicht wieder in seine Ausgangsform zurück und es entsteht keine "Vorspannung" auf die Schraubverbindung mit der Gefahr das sich die Schraube Lösen kann.
Ggf könne Haarrisse in der Felge auftreten und das Material zerstören was besonders Gefährlich ist da man das nicht sieht.
Zusätzlich muss die Verbindung auch noch "atmen" können um unterschiedliche Ausdehnung des Materials durch "erwärmen" und "abkühlen" ausgleichen zu können.

Die Verbindungen sind vom Hersteller in Bezug auf Material der Felge / Schraube und der Gewinde und Konusgeometrie berechnet und man sollte sich schon so ungefähr mit den Drehmomenten dran halten.
Stahlfelgen halten natürlich mehr aus als Alu's aber prinzipell gilt das gleiche.
ÜBRIGENS:
Schmierung des Gewindes oder Konus verändert die Reibwerte und führt zu völlig unzuverlässigen Anzugsmomenten.. Die Schraube kann sich lösen, die Schraube kann abreißen, die Felge kann einreißen. DAHER KEIN FETT AN RADSCHRAUBEN.
Das ist wenigstens meine , oben begründete Meinung.

Es ist ja auch nicht gemeint einen Klumpen dranzuschmieren, sondern nur minimalst ein fettiger Finger ist schon zuviel.....wie gesagt, mir sind schon gerade weil nichts dran war, zwei Schrauben abderissen..(genauer gesagt die Bolzen in der Nabe )

Opel befürwortet das sogar für bestimmte Modelle.
Kann leider keine Dateien anhängen.

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Beim letzten Reifenkauf hatte ich eine heftige Diskussion mit dem Reifenschrauber.
Ziieht am Mustang die Räder mit 120 Nm an, mein Hinweis, dass er sich doch bitte informieren solle, welches Drehmoment der Hersteller vorgibt, wurde mit einem Lächeln ignoriert.
"120 Nm ist für alle gültig"
Als ich ihm die Bedienungsanleitung unter die Nase hielt und er dort die 204 Nm entdeckte, wurde er ganz still und zog die Räder nach.

Moin moin. So eben in der Firma mit meiner C Klasse. Ich weiss das die Werkstatt alle 4 Raeder ab hatte. Vorderachse war zwischen 95nm und 130nm. Hinterachse rechte Seite zwischen 150 und 170nm. Und das linke Hinterrad zwang mich zum Schluesselwechsel. Da waren 2 Bolzen mit 395nm 1 Bolzen mit 405nm und 2 mit 410nm angeknallt. Geh jetzt wieder mit dem normalen Schluessel raus und mach rums rings 120nm drauf. 😉

Das Anzugsmoment und das Lösemoment sind zwei verschiedene Sachen und nicht identisch.

Wie haste denn das Lösemoment auf die 3 Stelle genau ermittelt?

Wenne natürlich den 2900 Dollar Drehmo hast dann geht das ,mit einem "normalen Drehmo nicht.

B 19

Ich hab hier schon die richtige Ausstattung, keine Angst. Wir verkaufen das Zeug. 😉

Wegen 410 Nm so einen Aufstand mit Wippen und so, .... 🙂

Da müssen halt Männer ran. 100 kg alleine sagt da nicht viel aus. Muskeln und Samenstränge müssen es sein.

PS:
hätte ich auch gerne 🙂

Hier wird ja schön mit Wikipedia Links begründet, darin steht das Porsche wohl spezielle Schmiermittel auf dem Gewinde erlaubt, welche sind das denn zum Beispiel?

Von Fett halte ich persönlich auch nicht viel und Öl oder WD40 hält nicht lang dort.
Ich nutze seit längerem schon die Bremsenpaste von Liqui Moly, welche auch für Gewinde geeignet ist, natürlich ist dort auch wieder "weniger ist mehr".

Zitat:

@Golfschlosser schrieb am 11. September 2017 um 08:22:05 Uhr:


Wegen 410 Nm so einen Aufstand mit Wippen und so, .... 🙂

Da müssen halt Männer ran. 100 kg alleine sagt da nicht viel aus. Muskeln und Samenstränge müssen es sein.

PS:
hätte ich auch gerne 🙂

Wenn du 400nm mit einer 1/2 Ratsche ohne Verlaengerung schaffst bist voll der Bienbulle😁

Zitat:

@Andy@Audi80 schrieb am 11. September 2017 um 08:39:52 Uhr:


Hier wird ja schön mit Wikipedia Links begründet, darin steht das Porsche wohl spezielle Schmiermittel auf dem Gewinde erlaubt, welche sind das denn zum Beispiel?

Von Fett halte ich persönlich auch nicht viel und Öl oder WD40 hält nicht lang dort.
Ich nutze seit längerem schon die Bremsenpaste von Liqui Moly, welche auch für Gewinde geeignet ist, natürlich ist dort auch wieder "weniger ist mehr".

Hallo,
Mit dem Link zu Wikipedia sollte folgendes rüberkommen:

Schmiermittel an Radbolzen/Muttern nur wenn es der Hersteller vorschreibt.
Dann nämlich sind diese verringerten Reibwerte des Gewinde in Anzugsdrehmoment und Materialfestigkeit mit berücksichtigt.
Ansonsten trocken anziehen.

Wenn vorgeschrieben, ein geeignetes,vorgeschriebenes Schmiermittel nutzen.
Wärme im Sommer, Nässe/Salz im Winter beeinflussen dessen Haltbar und Wirksamkeit über die Zeit.
Wie schon geschrieben ist bspw. WD40 eher langfristig ungeeignet, kurzfristig zum lösen festsitzender Bolzen kann es sicher helfen.

Will sagen, es gibt etwas zu beachten und man Informiert sich besser vorher was fürs eigene Fahrzeug gilt und wie's gemacht wird.

Und zu Porsche: Es ist wohl eher so, das die wenigsten Porsche Kunden ihre Räder selbst wechseln, und die Werkstatt wirds hoffentlich wissen. Wers gerne an seinem Porsche selber machen möchte, für den gilt das gleiche ,nämlich Informieren bei jemanden der's eben weiß. Foren oder Porschewerkstatt vielleicht.

Zitat:

@mattalf schrieb am 11. September 2017 um 08:58:14 Uhr:



Zitat:

@Golfschlosser schrieb am 11. September 2017 um 08:22:05 Uhr:


Wegen 410 Nm so einen Aufstand mit Wippen und so, .... 🙂

Da müssen halt Männer ran. 100 kg alleine sagt da nicht viel aus. Muskeln und Samenstränge müssen es sein.

PS:
hätte ich auch gerne 🙂

Wenn du 400nm mit einer 1/2 Ratsche ohne Verlaengerung schaffst bist voll der Bienbulle😁

Naja "überschlagen" wir mal kurz.
400Nm bei einer angenommenen Hebellänge von 0,4m ergibt nach Physikstunde 1000Nm benötigte Gewichtskraft, was wiederum eine Masse von ca 102kg benötigt.
Das geht nach nem guten Frühstück. Grins ;-))

Um vorzubeugen: Bei halber Hebellänge benötigt man natürlich die doppelte Masse, also bei 0,2m etwa 200kg. Das wird dann schwer.

Das Losbrech Moment ist deutlich höher wir das Anzugmomemt. Haft vs. Gleitreibung. Deine Räder vorne waren also zu locker. Hinten zu fest.
Das lässt darauf schließen das er mit dem Schlagschrauber angezogen hat ohne nachziehen auf Drehmoment.

Mein Hazet Akku Schlagschrauber mit 1/2" ist mit 540Nm maximales Moment angeben. Druckluft Schrauber haben noch mehr.

Zitat:

@Provaider schrieb am 11. September 2017 um 10:25:43 Uhr:


Das Losbrech Moment ist deutlich höher wir das Anzugmomemt. Haft vs. Gleitreibung...........

Grundsätzlich und in den meisten Fällen stimme ich Dir zu, allerdings kann das anders (geringer als das Anzugsdrehmoment) sein wenn sich das zu befestigende Material "gesetzt" hat. Sprich die Vorspannkraft aus irgendwelchen Gründen (Dehnung/Setzung) nachgelassen hat.
Auch das gilt es zu beachten wenn man jemanden kontrollieren möchte.
Zur Kontrolle eignet sich sicherlich die "Weiterdrehmethode" etwas besser als das lösen. Also die Schraube/Bolzen mit einem Drehmomentschlüssel weiter anziehen bis sie sich wieder dreht und dann ablesen. Aber auch hier wirkt ein deutliches "Weiterdrehmoment" bis die Schraube wieder in der Gleitreibung ist und verfälscht das Ergebnis teils erheblich.

In der Industrie werden das Drehmoment von hochbelastteten Schraubverbindungen möglichst während des Anziehvorgangs dokumentiert, weil die Kontrolle und Doku hinterher so schwierig ist

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