Preisschraube bei Porsche: Ab wann ist sie überdreht?
Vor ein paar Tagen sah ich einen jetzt 12 Monate alten Test des neuen Cayenne S Coupé. Listenpreis ab € 113 k. Das war schon nach der stattlichen Preiserhöhung zum Modellwechsel auf das Facelift-Modell. 1 Jahr später steht das gleiche Fahrzeug sogar mit € 124 k in der Liste, also ca. 10% Mehrpreis, ohne dass sich irgendetwas geändert hätte (mit Ausnahme des Preisschilds).
Was sich im Vergleich zum Vorgänger allerdings geändert hat, ist der Qualitätseindruck, speziell im Interieur. Drei Beispiele: Schaltkulisse und Schaltknauf wurden durch einen fitzeligen Plastiknippel ersetzt. Die Türöffner innen waren bisher aus Aluminium, jetzt sind das billigste Plastik-Hebelchen, wie sie auch bei Seat und Cupra verbaut werden. Die Abdeckung der Armaturen wurde nicht durch eine billigere Lösung ersetzt, nein, sie wurde gleich ganz gestrichen. In der Fachsprache nennt man solche Maßnahmen De-Contenting.
Preiserhöhung bei Mehrleistung und/oder besserer Ausstattung: gekauft. Deftige Preiserhöhungen bei gleichzeitiger Produktabwertung: unangemessen.
Viele Teilnehmer in diesem Forum können sich einen Porsche leisten. Die Frage ist: Ab wann springen Kunden ab, weil sie der Preispolitik überdrüssig sind?
1897 Antworten
Zitat:
@Scotty18 schrieb am 19. März 2025 um 08:48:17 Uhr:
na da freut man sich doch schon auf seinen "ersten" Porsche 😉 der Start im allgemeine seit der Bestellung läuft auch schon sehr unschön (bei mir) und hätte ich mir definitiv anders vorgestellt....
da werde ich bei einer ID3 GTX Bestellung 10x besser betreut; informiert und auf dem laufenden gehalten
Ich hoffe, Du kannst im Rahmen der Neulieferung an einem Event im PEC Hockenheim teilnehmen. Dann sieht die Welt schon ganz anders aus. Und wenn Du erst Mal in Deinem Porsche sitzt, dann kann Dir die Betreuung piepegal sein.
Ich kann nachvollziehen, dass jeder Kunde bei den von Porsche aufgerufenen Preisen eine hohe Erwartungshaltung in punkto Betreuung hat. Die Betreuung ist leider personenabhängig. Ich hatte bisher, mit einer Ausnahme, stets sehr gute Porsche Betreuer, egal ob Verkauf oder Service. Und die eine Ausnahme bekommt einfach keine Unterschrift mehr von mir.
Ja der Termin PEC Mitte Mai schon gebucht ; die Einladung kam gute 2 Wochen nach meiner Bestellung
vorher erhoffe ich mir - das meiner dann da ist; sollte in der ersten April Woche kommen (911 GTS Coupe) ; wurde aber aufgrund von Lieferprobleme bei den RaceTex Sonnenblenden und Carbon Extr. auf erst 8 Wochen nach hinten verschoben; dann wieder vorgezogen auf Ende April.. Mehr infos bekomme ich zur Zeit nicht
Ich hoffe das sich mein Bild noch ändert und ja natürlich ist das oft Personenbezogen. Daher bleibe ich erstmal noch Neutral und warte den weiteren Verlauf ab
Also ich kann bisher nur positives von der persönlichen Betreuung bei Porsche berichten (um hier auch mal etwas positives zu schreiben). Alles sehr zuvorkommend und genau so wie man es von Porsche erwarten würde. Definitiv auch eine Stufe über den anderen deutschen Premiumherstellern wie BMW (aber auch hier natürlich Personenabhängig).
Fahrzeugübergabe war auch ein schönes Erlebnis, alles wie es soll, es wurde sich auch sehr viel Zeit genommen alles am Fahrzeug ganz genau zu erklären.
Zitat:
@MatC21 schrieb am 19. März 2025 um 11:00:43 Uhr:
Also ich kann bisher nur positives von der persönlichen Betreuung bei Porsche berichten (um hier auch mal etwas positives zu schreiben). Alles sehr zuvorkommend und genau so wie man es von Porsche erwarten würde. Definitiv auch eine Stufe über den anderen deutschen Premiumherstellern wie BMW (aber auch hier natürlich Personenabhängig).Fahrzeugübergabe war auch ein schönes Erlebnis, alles wie es soll, es wurde sich auch sehr viel Zeit genommen alles am Fahrzeug ganz genau zu erklären.
Das steht außer Frage. Die Mitarbeiter im PZ sind kompetent und freundlich und immer lösungsorientiert. Egal ob Servicetechniker, Teiledienst, Verkäufer oder Assistenz.
Es hakt eine Stufe drüber: das PZ kann nichts machen, wenn Teile oder Komponenten erst zwei bis drei Monate später lieferbar sind oder das Fahrzeuge so schlecht zusammengezimmert wurden, das sie sich nach alter abgelutschter Karre anhören, statt nach neuem Sportwagen.
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Zitat:
@LBJ5000 schrieb am 19. März 2025 um 08:05:57 Uhr:Zitat:
Andere Hersteller verschicken nicht einmal Fragebögen. Vielleicht hätte sich ja Porsche mit Dir in Verbindung gesetzt wenn Du Nein angekreuzt hättest.
Haben sie leider nicht. Aber der Gedanke kam mir auch.
Viele verschicken Fragebögen. Kundenbefragungen sind üblich.
Das die Kundenmeinung was ändert im Verhalten der Werke, eher unüblich. Schuld sind die Händler und die sollen es auch richten, den das Werk hat ja nichts mit den Kunden direkt zu tun.
Ich hatte eine nette Unterhaltung mit einem Mitarbeiter „meines“ PZ. Der hätte dem Werk aber ganz schän was zu erzählen! Der Frust bei den Händlern sitzt ganz schön tief.
Alle Punkte, die wir hier (Preisschraube und Strategie) diskutieren sind denen natürlich völlig klar, aber die fühlen sich von Zuffenhausen völlig im Stich gelassen.
War schon immer so. Der Händler am Puls des Kunden, Absatzes zählt nichts. Seine Erfahrung, Erkenntnisse aus Kundengesprächen werden gehört und nicht beachtet. Das Werk hat eigene Umfragen und Erkenntnisse, die wissenschaftlich hinterlegt sind und natürlich genauer sind, wie eine Händlermeinung von einem Handwerker, der meistens nicht studiert hat. Die Händler rennen seit Jahrzehnten wie Don Quijote gegen die Werkwindmühlen an, ohne Erfolg.
Ich könnte mir gut vorstellen, dass die Absatzprobleme, die Porsche aktuell verzeichnet, gar nicht markentypisch sondern segmentspezifisch sind. Hält man sich die Erosion der Absatzzahlen von Maserati, Aston Martin und Bentley vor Augen, stellt sich folgende Frage: Vielleicht ist in dem Markt nördlich der € 150 k schlicht und einfach die Luft raus (siehe auch Mercedes SL). Die oben genannten Hersteller haben sich kollektiv aus den Budgets ihrer Kunden rausgepreist und erhalten jetzt die Quittung dafür.
Wenn es wirtschaftlich unsicherer wird, Krieg, Trump, Putin , China, Umstellung auf CO2 frei, führt, wie immer, dazu, das die Menschen/Firmen sparen, das Geld nicht ausgeben wollen. Sie kaufen, wenn überhaupt, kleiner, günstiger, später.
Wenn sich der Markt/Kunde verändert, sollte sich der Hersteller mit anpassen, also günstiger anbieten.
Und das trifft immer am härtesten die mittleren Luxusgüter. Ist übrigens aktuell bei anderen Luxusmarken ausserhalb der Automobilbranche auch nicht anders.
Die absolute Oberklasse (Ferrari und Supersportler) ist da aussen vor, diese Leute haben so viel Geld das sie durch Konjunktur wenig in ihren Kaufentscheiden beeinflusst werden
Und dann gibt es immer auch noch wenige Marken die dem ganzen einfach sowieso trotzen…da sind die Gründe vielschichtig. Aber im Grundsatz ist aktuell auch politisch nicht die Zeit für Porsche - das wird sich auch wieder ändern.
Einmal unterstellt, die letzten drei Einträge in diesem Thread treffen zu:
Dann wäre es doch an der Zeit, Einstiegsmodelle zu offerieren. Nachdem die 718 Modelle aus dem Programm genommen und die Nachfolger ins nächste Jahrhundert verschoben wurden: Ein abgespeckter 911er in schwarz oder weiß, Basis-Motor mit 394 PS und Heckantrieb, Innenausstattung schwarz Racetex, Sitze und Lenkradverstellung manuell, als Coupé oder als Cabrio, keine Individualisierung, Online-Bestellung, pop-up-stores bei Events. Das gleiche für den Macan und den Cayenne: Ich kann mir gut vorstellen, dass man damit Neukunden gewinnt. Mit den teilweise pomadigen Verkäufern in den PZs und den aktuellen Produkten scheint es nicht mehr so gut zu funktionieren: einfach old school. Erstkundenprämie für die Neuen, Treueprämie à la Seat/Cupra für die Bestandskunden, alles Instrumente, um der temporär aufgetretenen Lähmung der rechten Hand der Kundschaft entgegenzuwirken. Es wäre nur an der Zeit, endlich mal in die Gänge zu kommen. Porsche und "langsam" passen für mich nicht zusammen.
Mein Heimat-PZ scheint aktuell eine große Gebrauchtwagen-Offensive zu starten: dort wurde gestern jede Menge 718 Boxster GTS 4.0 und Cayenne E-Hybrid vor-FL herumjongliert und mit roten Kennzeichen versehen, um wohl Gebrauchtwagenkäufer anzulocken.
@xkman hat's geschrieben: Porsche hat sich aus seinem Kundenstamm rausgepreist. Die Anwälte/Zahnärzte/Gesellschafter mittelständischer Unternehmen, der typische Kundenstamm, hat eine gewisse Preisschmerzgrenze, die Porsche überschritten hat. Und da wie geschrieben die wirtschaftliche Lage in D aktuell bescheiden ist (es sei denn man produziert Rüstungsgüter oder ist erfolgreicher Influencer), spürt das ein Heersteller mit hochpreisigen und begrenzten Portfolio sofort.
Die beschriebenen Marken wie Ferrari, McLaren, Pagani & Co haben einen ganz anderen Nimbus und einen viel begrenzteren Kundenstamm, der aber sehr viel Geld besitzt. Diese Marken setzen auf eine weltweiten Kundenstamm und nicht wie Porsche auf bestimmte Märkte. Kauft der chinesische Taycoon keine drei Ferraris mehr pro Tag, macht das der indische Miliadär oder der kasachische Oligarch. Aber die kaufen keine Porsche, weil Porsche denen viel zu profan ist.
Selbst die beschriebenen Influencer kaufen lieber zum Protzen einen Ferrari statt eines Porsche.
Genau, das ist auch meine Meinung zu diesem Thema.
Es findet eben auch eine Verschiebung der Neuwagenkäufer statt. Wenn der Skoda Käufer plötzlich Dacia, der VW Käufer Skoda und der Audi Käufer VW kauft dann bedeutet das eben auch etwas für den Porsche Käufer.
Dann stimmt dort eben das Preisleistungsverhältnis nicht mehr und die Menschen kaufen günstigere Alternativen.
Es ist ja nicht so, dass der Durchschnitt mehr Geld für Autos zur Verfügung hat wie vor 20 Jahren und die Käuferschicht dünnt nach oben aus. Also kann das nicht gut gehen wenn man die gleichen Stückzahlen produzieren möchte.
Und ja, da könnte man durchaus mit günstigeren Einstiegsmodellen gegensteuern aber genau diese schafft man ja aktuell ab.
Und man darf dabei nicht vergessen dass Einstiegsmodelle immer auch eine Art "Einstiegsdroge" in die Marke waren. Fallen diese Einstiegsmodelle weg, finden viele keinen Zugang mehr zur Marke und erfüllen sich dann eben mit 50 nicht mehr den Traum vom "Midlifecrisis 911er" (hoffe hier fühlt sich niemand vor den Kopf gestossen, das ist nicht meine Absicht).
Also ist das ganze auch langfristig eine gefährliche Strategie, die wahren negativen Früchte kommen dann in ein paar Jahren.