Panne durch defekten Turbo?

Mercedes

Hallo, wir sind gerade mit unserem S204 auf der Autobahn liegengeblieben.
Bei 140 km/h setzte ein Dröhnen/Stottern und ein plötzlicher Leistungsabfall ein, dann blieb auch ohne Gas die Drehzahl hoch.

Dann hat mein S204 in einer Qualmwolke Öl ausgestoßen (sicher Öl, Reste im Auspuff), es kam die Meldung "Ölstand prüfen". Danach hatte die Bordelektronik einen Aussetzer, der Motor ging aus und der Wagen ist nur noch gerollt.

Der Motor startet nicht, Ölstand ist niedrig, aber nicht null. Es kommt nur der Fehler "z.Zeit nicht verfügbar ABS/ESP". Der Abschlepper meinte, es wäre der Turbo. Was meint ihr? Der Wagen hat 295.000 km, ist da noch mehr hinüber und der Wagen ist Schrott?

33 Antworten

Hallo
Der Abschlepper kann meiner Erfahrung nach recht haben, aus folgendem Grund: Tuboladerwelle hat gefressen. Da der Motor noch weiterläuft ist die Ölversorgung des ATL nicht unterbrochen, so das jetzt Schmieröl über die Ladeluftleitung in den Brennraum gedrückt wird. Hierdurch läuft der Motor mit erhöhter Drehzahl kurzfristig weiter und es kommt auch zu der starken Ölwolke am Auspuffende.
Um zu ermitteln ob ein ATL Schaden vorliegt ist die Ladeluftleitung zum Motor am ATL zu enternen undvon Hand die ATL-Welle zu kontollieren. Wenn ATL defekt ist, kann die Welle ca 2-3 mm radieal bewegt werde und vielleicht auch das beschädigte Verdichterrad zu sehen.

Zitat:

@Janquisgran schrieb am 2. April 2021 um 12:26:51 Uhr:



Der Anlasser bewegt den Motor halt nicht, aber bei Zündung läuft der Anlasser gar nicht an, sondern Spannung ist weg und es ist sofort alles schwarz. Also vielleicht noch ein Elektronikproblem..

Das hört sich für mich nach einer jetzt leeren Batterie an.
Du wirst da im Dunkeln sicher längere Zeit den Warnblinker und vielleicht auch noch das Licht eingeschaltet haben.
Dann vielleicht auch noch diverse Startvorgänge vollzogen haben?

Das ist aber sicher nicht die eigentliche Fehlerquelle.

Das geht.

Zitat:

@astra1816 schrieb am 2. April 2021 um 18:36:24 Uhr:


Versuch mal den Motor eine Umdrehungen zu drehen. Rechts rum, wenn du davor stehst.

Das zeigt nur das er nicht fest ist.
Wie oft musstest du bei 2 ganzen Kurbelwellenumdrehungen sehr viel Kraft aufbringen?
Das wäre jetzt ohne Kompressionstester noch ein Test ob ein oder mehrere Zylinder keine Kompression mehr haben. Loch im Kolben?
Dreht sich dabei die durch den vorher entfernten Öldeckel sichtbare Nockenwelle mit?

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Ich denke mal bei der Sachlage kommt der TE ohne fachlich handwerkliche Hilfestellung nicht weiter. Such dir einen guten Motorinstandsetzer in deiner nähe und laß den das Motörchen anschauen. Der wird dir sagen ob eine Reparatur lohnt, oder ein gebrauchter Motor in Frage kommt. Das wiederum kommt auf den Zustand des Fahrzeuges an. Will sagen ob das dann noch lohnend ist.

Und lade erstmal die Batterie auf.

Zitat:

@wolfgangpauss schrieb am 3. April 2021 um 06:57:09 Uhr:


Und lade erstmal die Batterie auf.

Besser nicht, dabei kann auch was kaputt gehen. Wie schon eingangs geschrieben hilft hier nur eine fundierte Analyse am Fahrzeug. Da ist diese ganze Diskussion gehaltlos!

Wenn der Motor durchgedreht ist und sich per Hand/Adapter/Knarre verdrehen lässt besteht die Möglichkeit von 1 oder 2 verbogenen Pleueln. Dann spricht man vom Ölschlag.
Das entlarvt ein Kompressionstest.
Um die Ölwanne ausbauen zu können muss die Vorderachse abgesenkt werden.
Die Idee von einer gebrauchten Maschine vom Verwerter wäre auch ok.
Wie schon erwähnt, käme noch ein Motorinstandsetzer infrage falls sich der Wagen im Superzustand befindet.
Man kann einen Turboschaden vermeiden wenn man z.B. auf der AB Raststätte den Wagen nicht sofort abstellt, sondern 1 oder 2 Minuten laufen lässt, damit der Turbolader von ca. 600*C runter kommt.

Moin.und wie ging es weiter?

Das liebe ich so am Forum, erst fragen und dann verläuft alles im Sand.

Ja wenn mal geholfen ist meldet sich keiner zurück

Danke für die ausführliche Antwort, das klingt alles sehr plausibel.

Ich habe relativ radikal gehandelt und mir ein neues Auto gekauft, weil es für den S204 noch 3000€ Umtauschprämie gab - ohne das Fahrzeug nochmal in die Werkstatt zu bringen.

Ich hake mal bei dem Verwerter mach, was es war.

Zitat:

@KFZ-Amateur schrieb am 5. April 2021 um 17:47:31 Uhr:


Wenn der Motor durchgedreht ist und sich per Hand/Adapter/Knarre verdrehen lässt besteht die Möglichkeit von 1 oder 2 verbogenen Pleueln. Dann spricht man vom Ölschlag.
Das entlarvt ein Kompressionstest.
Um die Ölwanne ausbauen zu können muss die Vorderachse abgesenkt werden.
Die Idee von einer gebrauchten Maschine vom Verwerter wäre auch ok.
Wie schon erwähnt, käme noch ein Motorinstandsetzer infrage falls sich der Wagen im Superzustand befindet.
Man kann einen Turboschaden vermeiden wenn man z.B. auf der AB Raststätte den Wagen nicht sofort abstellt, sondern 1 oder 2 Minuten laufen lässt, damit der Turbolader von ca. 600*C runter kommt.

Ja, das war doof, dass ich nicht mehr reingeschaut habe, geb ich zu.. die Mails sind allerdings im Spam gelandet.

Zitat:

@Underground1 schrieb am 22. April 2021 um 07:08:11 Uhr:


Das liebe ich so am Forum, erst fragen und dann verläuft alles im Sand.

Ja und was kam jetzt dabei raus?

Nichts, war ja ein wirtschaftlicher Totalschaden. Ich habe das Fahrzeug von einem Verwerter an der Stelle abholen lassen, wo der Abschlepper ihn hingestellt hatte. Nochmal in die Werkstatt bringen hat keinen Sinn mehr gemacht. Für den Euro 5 gab es 3000€ Umtauschprämie.

Ich rufe mal den Verwerter an, was die rausgefunden haben.

Zitat:

@astra1816 schrieb am 22. April 2021 um 16:43:28 Uhr:


Ja und was kam jetzt dabei raus?
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