Ölpreispolitik und die Diskussion darüber:-(((

BMW 3er E46

Hallo Leute,

ich hab gerade die vielen Freds gesehen, wo über den Spritpreis lamentiert wird. Ich komm aus der Finanzbranche und hab relativ viel mit den Märkten zu tun.

1. Wirbelstürme und Naturkatastrophen hat es wie Ölarbeiterstreiks immer gegeben und diese sind zu 5% bereits im Preis enthalten.

2. Kerosinzuschlag bei den Fluggesellschaften, dass ich nicht lache. Die Lufthansa beispielsweise verfliegt derzeit den Sprit, den sie 2002 per Optionsgeschäft billig gesichert hat. --> Der Zuschlag fliesst also bis 2008 in die Geschäftskasse, ohne verbraucht zu werden. Bis 2008 werden wir noch viele Erhöhungen sehen. So lässt sich nämlich stillschweigend und ohne Protest das Geschäftsergebnis erhöhen.

3. Benzinpreise werden momentan nicht per Angebot und Nachfrage an der Tanken gemacht, sondern an den Rohölmärkten in New York und Rotterdam. Solange die Kontrakte ein Spielball der Hedgefonds und der Zocker sind, kommt da keine Beruhigung rein. Momentan liegen ca 20 USD pro Barrel an Spekulation im Rohölpreis. Also ca. 30%.

Solange die Spekulanten nicht einsehen, dass damit die Weltwirtschaften nachhaltig geschädigt werden ändert sich halt nix.
Die Saudis sind mit der Produktion bei 100% angelangt, mehr geht nicht mehr. Russland hat noch kleine Reserven im Öl und riesige im Gas.
Und China wächst............!!!

Fazit: Die Bevölkerung muss sich an höhere Preise für Energie gewöhnen. Mit der neuen Regierung und den geplanten Erhöhungen der MWSt und der Nichtrücknahme der Ökosteuer werden wir in D
noch v iele Arbeitsplätze verlieren. Derzeit Infineon und Siemens Stammwerk in München, da wackeln 3500 AP.
Hintergrund ist die steigende Sparquote und die höheren Ausgaben. Da bleibt kein Geld für Konsum und die Binnenkonjunktur, die für uns wichtig wäre bleibt auf der Strecke.
Deutschlang produziert nicht zu teuer, weil der Export unserer Qualität und dem Preis recht gibt. Die Unternehmensgewinne werden kleiner und das ist für die Kurse schlecht.
Und da der normale Arbeitnehmer in Fonds anlegt und Kursgewinne von über 10% sehen will, sägt er damit selbst an seinem AP.

So, soviel zur Erklärung bzw. Einschätzung der Märkte.
Alle von uns die arbeiten wollen/müssen um ihre Familie zu ernähren oder sich mal was zu leisten , denen bleibt keine Wahl:
Sie müssen fahren und tanken --> auch wenn der Sprit 1,90 kostet.

Ciao, Sascha

10 Antworten

Re: Ölpreispolitik und die Diskussion darüber:-(((

Zitat:

Original geschrieben von sash2811


Hintergrund ist die steigende Sparquote und die höheren Ausgaben. Da bleibt kein Geld für Konsum

Richtig, die Leute sparen mehr, weil sie in eine ungewisse Zukunft blicken. Ist aber die Entscheidung jedes Einzelnen. Will heißen: Es bleibt schon Geld für Konsum, aber wir sparen lieber. Die Amis machen es anders (was ich keinesfalls gutheiße).

Dennoch ließe sich über Angebot und Nachfrage viel regeln. WENN sich die Leute nicht durch Rabattkärtchen binden ließen, sondern konsequent beim Billigsten tanken!!!

Viele Grüße, Timo

PS: Warum sagst du, in vielen Threads werde nur "lamentiert"? Deine Aussagen sind auch nicht viel mehr als das, was BILD jeden Tag schreibt - wenn auch aus erster Hand.

Die Theorie mit Angebot und Nachfrage ist schön, funktioniert aber nur regional. Es wird damit nämlich unterstellt, dass du alle Tankstellen kennst und dementsprechend die billigste anfährst. Das ist aber den vielen Kollegen im Aussendienst nicht/nicht immer möglich. Damit und den wie du richtig sagst ''Rabattkärtchen- oder Punktesammlergebundenen'' fällt das Modell in sich zusammen.

Ich weis ja nicht was du beruflich machst Timo, aber die generelle Aussage, dass Geld für den Konsum da sei halte ich für falsch.

Ich wenn mich mal in unsere Filialen begebe und höre, wie ein Familienvater, 2 Kinder und in Miete wohnt knapp 1300,-- Euro verdient, dann frage ich mich, wie der Ohne Darlehen mal einen neuen Wagen kaufen will oder natürlich auch anderes. Und nciht mal das bekommt er.
Schau dir doch mal die Beleihungsprüfung/Kapitaldienstrechnung der Banken an: 700 (erster Erwachsener)+ 300 (weiterer Erwachsener)+200 (jedes Kind)+200 werden als Lebenshaltungskosten angesetzt zuzgl!!! der Miete. Also Darlehen passé.

Und mit dem Konsum siehts bei solchen Familien dann auch nicht gut aus. . Ist aber kein Einzelfall!! Die Schröderaussage ''Die paar leutchen in D die unter 2000,-- netto verdienen muss amn angleichen'' grenzt ungefähr 65% der Gesellschaft aus.

Bitte nix in den Ausführungen persönlich nehmen!! Danke :-))

Sascha

Zitat:

Original geschrieben von sash2811


Beleihungsprüfung/Kapitaldienstrechnung der Banken an: 700 (erster Erwachsener)+ 300 (weiterer Erwachsener)+200 (jedes Kind)+200 werden als Lebenshaltungskosten angesetzt zuzgl!!! der Miete. Also Darlehen passé.

Dafür gibts beim MediaMarkt den neuen Fernseher auf (meißt überteuerte) Raten... Die prüfen fast nix ab und "treiben" viele, die nicht überdurchschnittlich verdienen ins Unheil.

Sicher muß jeder selber wissen, wann und für was er nen Kredit aufnimmt. Nur leider ist es bei der Bank mittlerweile schwer, nen günstigen Kredit zu bekommen, auf der anderen Seite wird teueres Geld relativ einfach vergeben...

Ganz zu schweigen von den Problemen der mittelständischen Unternehmen bei der Kreditaufnahme...

Gruß
Jan

@jan

Leider ist das so.
Das hochgelobte Basel II sollte es vereinfachen. Aber bei den Grundvorschriften mit z.B. externes Rating durch Moody's oder Fitch.
Welcher Betrieb mit bis 40 Arbeitnehmer kann sich ein Rating in der Größenordnung leisten??? Und als ungerateter fällt er bei der Kreditvergabe durchs Raster.

Ja, leider machen es Unternehmen wie CC-Bank usw. vor, wie man Leute in dei Privatinsolvenz treibt. Zinsen von effektiv 15% und mehr fangen den Verlust von einzelnen Ausfällen wieder auf.
Die Hausbanken prüfen (zu) streng und die machen dich fertig.
Blöde Perspektiven für den kleinen Privatmann.

Aber keine Sorge, im Bankenrating für Privatkunden würden viele Bankberater nicht mal selber ein Darlehen bekommen.

Sascha

Ähnliche Themen

Zitat:

Original geschrieben von sash2811


@jan

Leider ist das so.
Das hochgelobte Basel II sollte es vereinfachen. Aber bei den Grundvorschriften mit z.B. externes Rating durch Moody's oder Fitch.
Welcher Betrieb mit bis 40 Arbeitnehmer kann sich ein Rating in der Größenordnung leisten??? Und als ungerateter fällt er bei der Kreditvergabe durchs Raster.

Ja, leider machen es Unternehmen wie CC-Bank usw. vor, wie man Leute in dei Privatinsolvenz treibt. Zinsen von effektiv 15% und mehr fangen den Verlust von einzelnen Ausfällen wieder auf.
Die Hausbanken prüfen (zu) streng und die machen dich fertig.
Blöde Perspektiven für den kleinen Privatmann.

Aber keine Sorge, im Bankenrating für Privatkunden würden viele Bankberater nicht mal selber ein Darlehen bekommen.

Sascha

Die Banken haben halt auch nix zu verschenken und je höher die Ausfallrisiken sind, desto höher ist der Risikozuschlag bei den Prozentsätzen.

Bis auf die Lufthansageschichte schreibst Du hier nichts neues aber was sollte man Deiner Meinung nach machen? Sich ärgern wenn sein Depot steigt? Die Spekulanten ausrotten? Es ist ein Teufelskreis, logisch. Davon loszukommen ist natürlich die Lösung nach der alle Wirtschaftspolitiker in unserem Land streben allerdings ohne Erfolg sonst hätte man demjenigen sofort ein Denkmal gesetzt.

MfG Y

@Y2

Aufgrund deiner Aussagen gehe ich davon aus, dass auch aus der Ecke kommst.

Eben an den Risikozuschlägen krank es. Kleinere Unternehmen können sich ein externes Rating nicht leisten. Und die dann aufgebrummten Risikozuschläge brechen vielen dann das Genick.
Klar haben wir nix zu verschenken. Ausfallen tun aber meistens Großkredite welche dann immer auf den Kleinen ausgeritten werden.

Die Spekulanten ausrotten?? Nein, natürlich nicht. Ich freu mich auch über einsteigendes Depot. Aber ein Beispiel aus den USA: Uptick oder Downtick Rules. So werden hohe Spekulationen auf Werte rechtlich ausgeschlossen. Das wäre eine Möglichkeit, die Preistreiberei einigermaßen in Grenzen zu halten.
Ebenso gibt es in den USA eine Wohlverhaltensrichtlinie für Hedgefonds, nicht Wirtschaftsgefährdend zu agieren.

Das wären Möglichkeiten, die der Staat prüfen sollte.

Sascha

Zitat:

Original geschrieben von sash2811


@Y2

Aufgrund deiner Aussagen gehe ich davon aus, dass auch aus der Ecke kommst.

Eben an den Risikozuschlägen krank es. Kleinere Unternehmen können sich ein externes Rating nicht leisten. Und die dann aufgebrummten Risikozuschläge brechen vielen dann das Genick.
Klar haben wir nix zu verschenken. Ausfallen tun aber meistens Großkredite welche dann immer auf den Kleinen ausgeritten werden.

Die Spekulanten ausrotten?? Nein, natürlich nicht. Ich freu mich auch über einsteigendes Depot. Aber ein Beispiel aus den USA: Uptick oder Downtick Rules. So werden hohe Spekulationen auf Werte rechtlich ausgeschlossen. Das wäre eine Möglichkeit, die Preistreiberei einigermaßen in Grenzen zu halten.
Ebenso gibt es in den USA eine Wohlverhaltensrichtlinie für Hedgefonds, nicht Wirtschaftsgefährdend zu agieren.

Das wären Möglichkeiten, die der Staat prüfen sollte.

Sascha

Hab eine Banklehre gemacht, deshalb bin ich nicht ganz ahnungslos, allerdings kann ich hier nicht wie Du mit Hedgefonds etc. argumentieren weil mir da einfach der Background fehlt. 😉

Versteh ich das richtig, daß es dann in den USA verboten ist größere Massen von Anteilen einer Firma zu erwerben. Hab von diesen Uptick/Downtick Rules noch nie was gehört.

Was machst Du denn genau beruflich? Fondsmanager?
Hört ich ja nicht uninteressant an

MfG Y

@Y2

Nein, bis zum Fondsmanager hat's mich noch nicht verschlagen.

Bin Bankbetriebswirt und eigentlich für die Abteilung Electronic Banking und Online-Wertpapierhandel verantwortlich. Habe jedoch durch meine Ausbildung sehr gute Kontakte zu den Börsen München,Stuttgart und Frankfurt. Ebenso sind einige meiner Kommilitonen von damals zu Banken ins Ausland gegangen. Daher der Background.
Überlege aber durchaus, an die Börse MUC zu wechseln.

Zu den Uptick bzw. Downtick Rules.

Diese werden vom ltd. Makler ausgerufen, wenn sich offensichtlich große Käufer oder Verkäufer auf einen Titel, im Markt befinden. Sollte der Dow Jones in einer Sitzung mehr als 220 Punkte fallen greift Uptick im Gegenzug 220 steigen Downtick. Dann wird der Handel ausgesetzt. Zuerst für 15 Minuten um im Equal-Board zu beobachten. Zeigt sich keine Beruhigung kann für die gesamte Sitzung geschlossen werden. Weitere Schliessungen dann nur noch durch die SEC.

Ähnlich Beschränkungen wurden nach dem 11.09.2001 für den Warenterminhandel eingeführt.

So konnte zwar der Ölpreisanstieg auch in den USA nicht gänzlich verhindert werden, die starke Preisvolatilität an den Tanken und im Preis gibt es in USA jedoch nicht. Klares Anzeichen, dass sich die Multis in den USA das nicht holen können was sie wollen. Deswegen werden wir geschröpft. Ausserdem kommt unser Öl großteils aus dem Wirbelsturm und streikfreien Russland.
Die lecken sich natütrlich die Finger. Yukos, Surgutneftegaz, Gazprom und Konsorten Produzieren ab einem Barrelpreis von 23,30 USD gewinnbringen.

Ciao, Sascha

Zitat:

Original geschrieben von sash2811


@Y2

Nein, bis zum Fondsmanager hat's mich noch nicht verschlagen.

Bin Bankbetriebswirt und eigentlich für die Abteilung Electronic Banking und Online-Wertpapierhandel verantwortlich. Habe jedoch durch meine Ausbildung sehr gute Kontakte zu den Börsen München,Stuttgart und Frankfurt. Ebenso sind einige meiner Kommilitonen von damals zu Banken ins Ausland gegangen. Daher der Background.
Überlege aber durchaus, an die Börse MUC zu wechseln.

Zu den Uptick bzw. Downtick Rules.

Diese werden vom ltd. Makler ausgerufen, wenn sich offensichtlich große Käufer oder Verkäufer auf einen Titel, im Markt befinden. Sollte der Dow Jones in einer Sitzung mehr als 220 Punkte fallen greift Uptick im Gegenzug 220 steigen Downtick. Dann wird der Handel ausgesetzt. Zuerst für 15 Minuten um im Equal-Board zu beobachten. Zeigt sich keine Beruhigung kann für die gesamte Sitzung geschlossen werden. Weitere Schliessungen dann nur noch durch die SEC.

Ähnlich Beschränkungen wurden nach dem 11.09.2001 für den Warenterminhandel eingeführt.

So konnte zwar der Ölpreisanstieg auch in den USA nicht gänzlich verhindert werden, die starke Preisvolatilität an den Tanken und im Preis gibt es in USA jedoch nicht. Klares Anzeichen, dass sich die Multis in den USA das nicht holen können was sie wollen. Deswegen werden wir geschröpft. Ausserdem kommt unser Öl großteils aus dem Wirbelsturm und streikfreien Russland.
Die lecken sich natütrlich die Finger. Yukos, Surgutneftegaz, Gazprom und Konsorten Produzieren ab einem Barrelpreis von 23,30 USD gewinnbringen.

Ciao, Sascha

Hmm klingt echt interessant. Wär bestimmt mal interessant sich mit Dir zu unterhalten.

Naja, aber al einzelner kann man dagegen wahrscheinlich eh nix machen außer dort zu tanken wo es am günstigsten ist.

MfG Y

Zitat:

Original geschrieben von sash2811


Bitte nix in den Ausführungen persönlich nehmen!! Danke :-))

Nein nein, mache ich nicht! 😉

Und ich spüre auch nicht direkt, dass ich zu viel Geld hätte...

Aber du erwähnst ja eingangs die steigende Sparquote. Was ja (Gott sei Dank) auch stimmt. Also wird Geld zurückgelegt, statt zu konsumieren! Deine Worte, ich schließe mich an.

Regulierend auf die Finanzmärkte einzuwirken fände ich auch gut. Und auch hier schließe ich mich deinen Ausführungen an: Es wird tendenziell nur schlimmer, je "neoliberaler" die Regierungen eingestellt sind.

Zum Thema Privatkredite: Seit ich 18 wurde, bekomme ich laufend Post von (fremden) Banken, was ich mir doch alles einfach mal gönnen soll... Urlaub, Auto, usw. Seit ich eine Kreditkarte habe sogar meistens ohne Bonitätsprüfung!! Wahrscheinlich nur, weil ich als Dipl.-Ing. im Telefonbuch stehe.

Wer alle diese Lockvögel leichtfertig einfängt, der ist schon so gut wie ruiniert. Banken kalkulieren den Verlust in die Zinsen ein. Die Kunden sind kaputt.

Aber wir schweifen ab... 😉 😛

Viele Grüße, Timo

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