Ölmessstab zu viel Öl oder doch nicht?
Hallo zusammen,
gestern wurde in der Werkstatt Öl gewechselt, heute morgen habe ich mir das Ölmessstab angeschaut (am kalten Motor) und festgestellt das es über Maximal ist, siehe Bild.
Ist es arg schlimm oder tolerierbar, muss es leicht abgesaugt werden?
Ich habe Betriebswarm das Auto abgestellt und 10 Minuten später nachgemessen, gleiches Resultat wie im kalten Zustand.
Danke euch und VG
56 Antworten
Der Hintergrund ist, das sich Öl mit zunehmender Temperatur ausdehnt. In meinem damaligen W203 C180 Kompressor habe ich vor der Urlaubsfahrt einen Ölwechsel gemacht,und bis zur Max Markierung aufgefüllt. Auf der Autobahn später stand ich im Stau, und alle 30 sec. ging es dann 10m vorwärts. Das ganze zog sich über eine Stunde so hin. Dann bekam ich eine Meldung im KI, das der Motorölstand zu hoch sei und Öl abgelassen werden müsste. Glücklicherweise löste sich der Stau kurze Zeit später auf, und es ging mit mäßiger Geschwindigkeit weiter. Ich fuhr dann im großen Gang mit 70 bis 80 km/h Lastfrei dahin und rollte dann noch einen Berg runter. Die Meldung verschwand wieder und kam nicht wieder. Ein anderes Beispiel: Bei meinem 911 Oldtimer sind 9 Liter Öl im Öltank. Zieht man im kalten Zustand den Peilstab, ist kein Öl daran zu sehen. Lösung: Bei diesem Fahrzeug wird der Ölstand bei betriebswarmen laufenden Motor geprüft. Ist er betriebswarm stimmt der Ölstand. Soviel zum Thema Ausdehnung.
Man bedenke kaltes Öl ca. 20 Grad. Während der Fahrt über 100 Grad.
Das stimmt.
Kann ich eigentlich wenn ich 7 Liter vom 229.5 einfülle und weil ich eine 1 Liter Flasche vom 229.3 noch habe, diese bei Bedarf mischen?
Meine Idee ist, beim nächsten Mal 7 Liter original Mercedes Öl powered bei Petronas zu kaufen, statt 8 Liter, diese dann wenn es nötig ist mit der einen Flasche aufzufüllen?
Ich habe noch eine ungeöffnete 229.3, Abfüllung ist Nov. 2019.
Das 229.3 ist zulässig. Du darfst mit diesem Öl aber keine Longlifeintervalle fahren. D. h. 15000km nicht 25000km pro Jahr. Ich würde es trotzdem nicht mischen, außer es ist der selbe Hersteller und die selbe Viskosität.
Öle die nach 229.3 und 229.5 von Daimler zugelassen sind können miteinander gemischt werden. Meines Erachten wird hier viel zu viel über die Ölqualität geredet. Die heutigen Markenöle sind so gut, so daß diese ohne weiteres gemischt werden können. Spezifikation sollte der Daimlerspezifaktion entsprechen.
Habe 2020 zwei Motoren aus Lkw mit einer KM-Leistung von über 350 000 Km, komplet demontiert gesehen.
1. Motor - regelmäßig Ölwechsel nach Vorschrift.
2. Motor - Ölstand regelmäßig kontr. und gegebenfalls Ölstand auf max. aufgefüllt. Ölfilter wurden alle 30 000 Km gewechselt.
Nach Aussage der Ing. des Motorenherstellers ist an kein wesentlicher Unterschied festzustellen, d.h. Laufbild Kolben, Kolbenringe, Laufbuchsen und Pleuel- und Grundlager sahen für diese Laufleistung indentisch aus.
Soweit meine Erfahrung mit Öl und Laufleistung bzw. Laufbild bei Dieselmotoren.
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Würde es trotzdem nicht mischen. Wie gesagt bei gleichem Hersteller und gleicher Viskosität. Bleibt noch zu prüfen ob auch beide vollsyntetisch sind oder nicht. Würde kein mineralisches Öl mit einem Vollsynthetiköl mischen. Letztendlich mußt du selbst entscheiden. Ich an deiner Stelle würde das Öl in den Kofferaum stellen, für Notfälle. Ich hab immer einen Liter im Kofferaum. Da spielt es dann eine untergeordnete Rolle. Wenn ich im Notfall auf der Autobahn, in der Urlaubsfahrt mal was brauche, hab ich was dabei. Was aber noch nie vorkam. Ist nur zur Gewissensberuhigung.
1 Liter Öl und 1 Liter Wasser incl. Frostschutz gehört in jeden gut sortierten Kofferraum 😉
Hatte ich früher auch, sehe ich mittlerweile aber anders. Habs alles rausgeschmissen.
Beim Kühlwasser tuts im Notfall auch Leitungswasser von der Tanke. Und beim Öl hat man bei plötzlichem starken Verlust eh andere Sorgen, als das dann munter wieder aufzufüllen und weiterzufahren.
Habe da jetzt lieber ne Packung Not-Windeln liegen. Die braucht man schon eher ... für den Nachwuchs natürlich 😛
"Zuviel Öl schadet dem Motor" usw..... irgendwo mal gelesen, aber keiner versteht, was er da abschreibt.
Wann is zuviel Öl drin? Wenn der Ölstand so hoch ist, das die Kurbelwelle den Ölspiegel berührt und diesen aufschlägt. Das Öl kann dann beginnen zu schäumen und wird von den Kolben hoch in den Brennraum gerissen. Das führt zur starken Verkokung der Zylinder.
Wann ist zu wenig Öl drin? Wenn der Ölstand so niedrig ist, das der Ansaugstutzen der Ölpumpe nicht mehr unterhalb des Ölspiegels ist und Luft saugt.
Beides passiert erst weit deutlich ausserhalb der Meßstabmarkierungen, hier hat man großzügig Sicherheitsspielräume gelassen. Allerdings sind hier auch bereits Kurvenfahrten berücksichtigt. Denn in Kurven mit hohen Seitenkräften schwappt auch das Öl von links nach rechts und umgekehrt. Gleiches gilt für Beschleunigung (Ölstand sinkt am Pumpenstutzen) oder beim starken Abbremsen, wo der Ölstand dort ansteigt. Bei einigen Sportmotoren hat die Ölpumpe zwei Ansaugstutzen, damit bei hohen G-Belastungen in Kurven immer einer davon unterhalb des Ölspiegels bleibt. Hängt auch von der Motokonstruktion ab.
Kurz, ist der Ölstand nur wenige mm ausserhalb der Markierungen, ist das kein Grund nervös zu werden. Wer viel Kurzstrecke fährt sollte geringeren Meßstand haben, weil die Ölmenge durch Benzinkondensat etwas zunimmt.
Werkstätten die sorgfältig arbeiten, füllen auf Mitte, viele machen sich aber keine Mühe, die füllen die Kanne einfach nach Listenangabe und rein damit. Daher kommt es oft vor, das mehr als nötig drin ist. Und wie oben angesprochen, bei einigen Motortypen ist das Ölrohr suboptimal ausgeführt. Wie von mir geschrieben, den Meßstab ein- zweimal drehen.
@CaptnDifool,
was heißt konkret weit über dem Ölmessstab bzw oder der max Markierung? Wenn man diese Frage klären könnte, wäre alles Easy.
Bei mir sind es 1.2 Liter zu viel über max. Markierung gewesen.
Es ist zu beachten das durch zuviel Öl auch ein höherer Druck entsteht.
Ich werde ab jetzt immer 7 Liter befüllen statt 8 wenn der Wagen komplett leer gelaufen ist, denn zwischen min und max sind laut Mercedes 2 Liter, somit hätte ich 1 Liter über min., also genau die mitte.
Wenn der Wagen kein Öl verbraucht und auch wenn, kann man immer diesen einen Liter nachfüllen.
Wer hat dir erzählt, das bei zuviel Öl in der Wanne, der Öldruck steigt? Mit welcher Begründung sollte der Öldruck steigen? Für den Öldruck ist die Ölpumpe verantwortlich,und der ist wurscht Ob die aus einem 7Liter Ölvolumen saugt oder aus einem 5Liter Ölvolumen.
Zitat:
@CGIDRIVER schrieb am 6. April 2021 um 13:32:47 Uhr:
Wer hat dir erzählt, das bei zuviel Öl in der Wanne, der Öldruck steigt? Mit welcher Begründung sollte der Öldruck steigen? Für den Öldruck ist die Ölpumpe verantwortlich,und der ist wurscht Ob die aus einem 7Liter Ölvolumen saugt oder aus einem 5Liter Ölvolumen.
Ich vermute der "MC280" meint einen steigenden Druck im Motorgehäuse. Womit er dann auch absolut richtig liegt.
Luft läßt sich kompremieren.
Bei Ölen sieht das natürlich anders aus.
Das mußt du mir jetzt aber erklären, wo der höhere Druck im Gehäuse herkommen soll, wenn 1Liter Motoröl zuviel eingefüllt wird, bzw in der Ölwanne ist.
Zitat:
@CGIDRIVER schrieb am 6. April 2021 um 14:04:56 Uhr:
Das mußt du mir jetzt aber erklären, wo der höhere Druck im Gehäuse herkommen soll, wenn 1Liter Motoröl zuviel eingefüllt wird, bzw in der Ölwanne ist.
Erklären muss ich hier garnichts. 😁
Dazu frage doch einfach deinen Vater dem du doch angeblich immer begeistert in seiner KFZ Werkstatt zugeschaut hast.
Wenn er es dir nicht beantworten kann (was bei einem ausgelernten KFZ Schlosser ganz schön traurig wäre), hilft dir aber sofort die Google Suche.
Irgendwann drückt er natürlich auch das zuviel eingefüllte Öl irgendwo raus und es führt dann vielleicht auch zu einem KAT Schaden weil das überschüssige Öl einfach mit verbrannt wurde.
Da muß aber mehr als 1 Liter zuviel drin sein das das zu Schäden führt. Mit Druck hat das nichts zu tun. Die größre Gefahr ist das die Kurbelwelle das Öl aufschlägt wie ein Mixer, und Luftblasen mit dem Öl transportiert werden, die zum Abriß des Schmierfilms führen. So wird ein Schuh draus.
Kann man hier eurer Meinung nach noch von einem Ölstand innerhalb der "Toleranz" reden, oder ist hier zu viel eingefüllt?
OM651 C220CDI, gemessen wurde in diesem Bild kalt (Wagen stand über Nacht)
Warm war der Stand noch ein Ticken höher, als ich gestern von der Werkstatt heim bin (gemessen 30 Minuten nach abstellen)
Von der Werkstatt bis nach Hause bin ich ca. 6km gefahren.
Manche Motore (der erwähnte C63 z.B.) reagieren ja recht penibel auf einen Ölstand über Max, beim 220CDI hätte ich davon jetzt noch nix gehört.
Wenn ich aus meinem Bauchgefühl raus handeln müsste, würde ich wohl 0,5L absaugen.
Oder ist der Ölstand bei diesem Motor eurer Meinung nach noch i.O.?
Eingefüllt wurden laut Rechnung 6,3L.