Nachfolger für den W246 gesucht
Da unser W246 (B220 4MATIC) jetzt 5 Jahre auf dem Buckel hat, haben wir uns mal mit potentiellen Nachfolgern befasst. Zuerst war die Überlegung, einen Plug-In-Hybrid anzuschaffen, aber nachdem ich mal eine gründliche Vollkostenrechnung durchgeführt hatte, kamen wir zum Ergebnis, dass sich das finanziell überhaupt nicht rechnet (Plugin-Hybrid laufende kosten in 5 Jahren 5 T€ teurer, als der Verbrenner). Erstens gibt es dafür keine Förderung mehr und zweitens haben wir keine eigene Solaranlage, und drittens fahren wir nur 10-15 Tkm pro Jahr.
Also nach einem würdigen Nachfolger ausgeschaut. 2,0 l Motor sollte es sein und natürlich wieder Allrad und Van-Karosserie. Da gibt es nicht viel Auswahl. Für uns kamen dann der BMW 223i xDrive Active Tourer und der W247 B220 4MATIC in Frage, beide sind Mild Hybrids. Finanziell liegen beide bei vergleichbarer Ausstattung sehr dicht beieinander. BMW wollte uns aber 2 T€ mehr für die Inzahlungnahme geben.
Eindruck von der Probefahrt mit dem BMW: Der Einstieg ist unbequemer und enger, als in der B-Klasse. Leider kann man den "Normalsitz" nirgendwo zur Probe sitzen. Der Vorführer hatte also die Sportsitze (nicht die M-Sportsitze). Wenn man die Mercedes Komfortsitze gewohnt ist, sind einem die BMW-Sitze definitiv zu eng. Auch im Fußraum geht es enger zu. Wenn man den Tempomat startet, weiß man gar nicht so recht, wohin mit den Füßen. Das Curved Display bietet leider derzeit keine Möglichkeit, Rundinstrumente anzuzeigen und ist total überfrachtet. Der Schalter für D/N/R ist am vorderen Ende der Mittelarmlehne angebracht. Beim Mercedes ist die Anbringung an der Lenksäule wesentlich praktischer. Meine Frau hatte immer Angst, dass sie unabsichtlich den Schalter betätigt. Das Handschuhfach hat keine 2. Ebene für z.B. die Sonnenbrillen. Besonders ärgerlich fällt auf, dass die Gurthöhenverstellung eingespart wurde, das gilt allerdings auch für den W247 (wiegt wohl zuviel?). Ist für alle Menschen, die nicht 1,80 m groß sind, wirklich hinderlich. Kommen wir zur Sonnenseite: Das Fahrwerk des BMW ist phänomenal. Da rumpelt nichts und er liegt super stabil auf der Straße. Man hat ein absolut sicheres Fahrgefühl. Dank der guten Dämmung bleiben die Geräusche im Innenraum niedrig.
Der W247 bietet den gewohnt großzügigen Einstieg und bequeme Komfortsitze. Die Platzverhältnisse sind wieder üppig, man fühlt sich nicht so eingeengt, wie im BMW. Wenn man sich die Schalter und Hebel anschaut, hat man den Eindruck, dass alles nicht mehr so qualitativ hochwertig ist, wie im W246. Wenn man sich jetzt mal vergegenwärtigt, dass der W246 vor 5 Jahren ca. 46 T€ Listenpreis kostete und der W247 in vergleichbarer Ausstattung nun ca. 56 T€ Liste kosten soll und damit in dieser Zeit um ca. 22% teurer wurde, hätte ich einen höherwertigeren Qualitätseindruck erwartet. Das Fahrwerk wurde verbessert, kommt aber an das des BMW nicht annähernd heran. Die Geräuschkulisse im Innenraum scheint mir etwas niedriger zu sein, als im W246. Die fehlende Gurthöhenverstellung läßt sich einigermaßen durch die Sitzeinstellungen kompensieren, wird aber weiterhin schmerzlich vermisst.
Was beim Vergleich noch auffällt: Der absolut unangemessene jährliche Inspektionstermin beim Mercedes. Da kommen in 5 Jahren schnell über 2 T€ zusammen. Der BMW bekommt alle 2 Jahre oder 30 Tkm eine Inspektion und es gibt ein Wartungspaket für ca. 900€ (5 Jahre, bis 60 Tkm)! Das ist konkurrenzlos günstig. Da wird der Mercedes-Kunde so richtig ausgenommen. Insgesamt hat man den Eindruck, dass man bei BMW den besseren Gegenwert erhält.
Wegen dem bequemen Einstieg und den komfortablen Sitzen wird es wahrscheinlich trotzdem der W247 werden, zumindest wenn der Preis passt. Oder wir behalten unseren W246 noch ein paar Jahre, dann wird er aber auf Teilkasko heruntergestuft und nicht mehr bei Mercedes gewartet.
19 Antworten
Zitat:
@wer_pa schrieb am 11. April 2023 um 09:45:50 Uhr:
@west-berliner45
Zitat:
@wer_pa schrieb am 11. April 2023 um 09:45:50 Uhr:
Zitat:
Kann man machen, aber Fernreisen stehen mehr im Focus ;-)
Die wären eindeutig die bessere Wahl. Mit zunehmenden Lebensjahren weiß man ja nie, wie lange man sein Urlaubsgepäck noch tragen kann 😉Gruß
wer_pa
So sieht’s aus 😉😎
Unsere B-Klasse wird dieses Jahr auch 11.Jährchen. Ich hatte am WE mal die Möglichkeit einen neuen X3 3,0 D fahren zu dürfen. Ist schon ein ganz schöner Unterschied. Aber ob ich wirklich soviel Geld dafür ausgeben würde....?
Ich finde unsere B-Klasse fährt sich immer noch sehr gut. Den jährlichen Service lasse ich schon seit ein paar Jahren in einer freien Werkstatt erledigen.Klappt prima. Das einzige was ich vermisse etwas mehr Tankvolumen würde ich mir wünschen. Ich glaube auch,dass unsere B-Klasse noch ein Weilchen unser Begleiter sein wird.
Nachdem der Mercedes Händler partout nicht weitere Zugeständnisse machen wollte, sind wir nochmals bei BMW gewesen und haben Probe gesessen. Sogar ein 2er Active Tourer mit Standardsitzen stand zur Verfügung. Nach mehreren Sitzproben ist es dann letztendlich ein X1 xDrive25e (Plug-in-Hybrid) geworden. Die Vollkostenrechnung sprach doch eindeutig dafür. Beim Einsteigen muss man nur 3cm höher mit den Beinen, als wie im Active Tourer. Die Sitzposition ist aber angenehmer, weil man mehr Platz hat. Leider wird der X1 erst Anfang nächsten Jahres geliefert. So fahren wir also bis dahin unseren B220 weiter.
Glückwunsch zum X1, gute Kaufentscheidung!
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Ich wollte noch berichten, wie es uns ergangen ist: Der BMW X1 xDrive25e wurde jetzt doch schon vor 2 Wochen geliefert (werden wohl offenbar nicht mehr so viele Stromer bestellt, wie erwartet ;-)), viel früher, als ursprünglich angekündigt (Anfang 2014). Das Fahrzeug ist absolut top: Verarbeitung, Materialanmutung, Haptik erscheint fast schon luxuriös. Tolles Raumgefühl, erstklassiges Fahrwerk (das Rumpeln der Hinterachse im B220 vermisst man nicht).
Der X1 ist bei 95% vergleichbarer Ausstattung deutlich günstiger, als der B250e und der GLA 250e (61.150€ zu 63.300 bzw. 65.800). Und das bei Allradantrieb, Verzicht auf eine teure jährliche Wartung, und einer höheren elektrischen Reichweite. BMW hat offenbar technologisch die Nase vorn. Man hat das Gefühl, einfach mehr fürs Geld zu bekommen. Wenn ich dann noch die höhere Inzahlungnahme und den besseren Discount berücksichtige, gab es keinen Grund bei Mercedes zu bleiben.
Aber da Hr. Källenius uns Hungerleider, die lediglich gut 50 T€ (!) für ein neues Kfz ausgeben wollen oder können, sowieso zukünftig nicht mehr zu seinen Kunden zählen möchte, ist das ja kein Problem für Mercedes.