Listen "gasfester" Motoren

Hallo,

hier im Forum liest man immer wieder über Listen zur Umrüstbarkeit von Motoren. Habe natürlich auch schon in diese Listen geschaut.
Aber mich Interessiert, was ist die Basis für die Erstellung dieser Listen.
Die Listen der Gasanlagenhersteller basieren wahrscheinlich auf Rückmeldungen der Umrüstbetriebe.
Worauf basiert die Borel Liste?
Ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendein Autohersteller Infos zu den verwendeten Materialien (Legierungen von Ventilsitzen etc.)
rausrückt.
Sollten die Gasanlagenherstellerseiten auf Rückmeldungen der Umrüster basieren, so würden hier auch die verpfuschten Umbauten der Umrüster einfließen und das Bild verfälschen. Wird denn auch geprüft, ob die entsandenen Schäden tatsächlich durch Gasbetrieb verursacht wurden?
Was ist die Basis dieser Listen (auch Borel) und wie glaubwürdig können die sein ?

Gruß
Gasfürst

Beste Antwort im Thema

Nach meiner Meinung müsste man schon zwischen 500 und 1.000 Stück der als bedenklich eingestuften Motoren mit eindeutig gasseitigem Schaden begutachtet haben, um eine eindeutige Aussage machen zu können - ich kann mir nicht vorstellen, daß dies so gehandhabt wird.

Zusätzlich muß man bei der Borel-Liste beachten, daß Autos in Frankreich regelmäßig nicht mit so hohen Geschwindigkeiten auf der Autobahn betrieben werden, wie bei uns.
Das schont natürlich die Motoren und könnte sie so für eine ausreichende Laufleistung gasfest machen.

Es mag sein, daß einige für den alleinigen Benzinbetrieb konstruierte Motoren über so viel Reserve verfügen, daß sie auch im Gasbetrieb allen Anforderungen gewachsen sind.
Der überwiegende Anteil der Motoren dürfte allerdings auf Grund ihrer Konstruktion allein deshalb eine ähnliche Laufleistung wie im reinen Benzinbetrieb überstehen (wenn überhaupt), weil der Fahrer übermäßige Leistungsanforderung konsequent vermeidet.
Nicht umsonst werden die werksseitig angebotenen Gasautos in der Regel mit anderen Bauteilen (z.B. verstärkten Zylinderköpfen) gesondert gastauglich gemacht - zum Teil sogar extra für den dt. Markt.

Gerade die kontroverse Diskussion zu den BSE-VW-Motoren läßt mich oft an den pauschalen Aussagen zur Gastauglichkeit bestimmter Motoren zweifeln.
Ich nehme solche Empfehlungen zwar Ernst, sehe in ihnen aber mehr einen Trend, als einen allgemeinen Freifahrtschein.

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Die Situation in der LPG-Branche ist in jeder Sichtweise seit Jahren alles andere als befriedigend und wasserdicht: Die beteiligten Akteure, wie z. B.

die Automobil-Hersteller - kennen die Fehlerquote an allen Bauteilen ihrer Produkte mehr als genau und könnten ab Werk Komponenten für gasfeste Motoren verbauen oder wenn nicht schon von wenigen Herstellern realisiert, gegen Aufpreis anbieten. Es soll aber Hersteller geben, die aus Wettbewerbsgründen gasungtaugliche Motoren mit LPG-Technik in den Preislisten ausweisen ...

die Erdöl-Industrie - führende Lobbyisten

die Polik - lässt die LPG-Branche an einer langen Leine

die Autogas-Anlagen-Hersteller - kennen die Problem-Zonen der am Markt befindlichen Fahrzeuge nicht nur im Neuzustand, sondern auch die zu erwartenden laufleistungsbedingten Ereignisse, wenn mehr als gut eingefahrene Kandidaten mit einer LPG-Anlage ausgerüstet werden sollen

die Umrüster - ein Risikofaktor, der selbst gasfeste Motoren erschlagen kann

der Interessent - der trotz aller Parameter, die über seine Zufriedenheit oder seinen Ärger entscheiden können, über alle Zweifel erhaben sein und bedenkenlos Kunde werden soll

Es ist daher nicht verwunderlich, wenn es schwer fällt, zu erkennen, wer die Spreu und wer der Weizen ist ... und Vertrauen in die LPG-Technik zu gewinnen und zu behalten.

In meinem Fahrzeug, ein Mercedes-Benz E200, Baujahr 1997, ist ein Motor mit der Baumuster-Nummer M111.942 verbaut und für exakt diese Baumuster-Nummer habe ich noch keine "Unbedenklichkeitbescheinigung" in einer Liste für gasfeste Motoren gefunden, sehr wohl positive Erfahrungsberichte. Mir ist aber bekannt, daß es Probleme mit den Zündspulen und dem Motorkabelbaum geben kann, wenn dessen Ummantelung brüchig wird.

Hut ab für die wenigen guten Umrüster, die sich noch am Markt halten!

LG, Walter

man kann auch schwarz malen 🙂

Respekt für die Hersteller, die noch vernünftige Ventile und -sitze verbauen...

Meine LPG-Fahrzeuge liefen bislang alle einwandfrei.

Man sollte halt keine neueren Modelle kaufen. Ganz einfach.

Und mit ihren Downsizing-Motörchen auf Benzin werden die Hersteller untergehen, wenn sie nicht bald LPG liefern. Und das ist nicht in Sicht.

Denn sehr viele Private, die mit Diesel oder Benzin fahren, werden kein Geld mehr für neue Fahrzeuge haben.

Die LPGler schon. Es wird also Zeit für ein echtes Werks-LPG - nicht für Nachrüstanlagen, die dann im Werk oder Tochterfirma in alte Motoren eingebastelt werden ohne die Benzinanzeige auch für die Gasanzeige zu verwenden wie es z.b. schon die uralte Vialle AMS im Vectra A konnte.

Es wird Zeit für Anlagen wie die Vialle, die auch Direkteinspritzer umrüstbar macht und sogar das Fahrzeug monovalent, da kein Startbenzin mehr nötig.

Warum zum Geier machen hier die Autohersteller nichts? Würde in der Serie vielleicht 900 Euro kosten, 2000 würden sie verlangen - wäre ein Geschäft.

Achso - genau! Es gibt ja keine Radmulden mehr - wohin blos mit dem Tank...?

Genau so muss man es machen - um hier an uns garantiert keine Fahrzeuge mehr zu verkaufen...

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