Lexus-Attacke - Mercedes bald mehr als alt dagegen?
http://www.autobild.de/aktuell/neuheiten/artikel.php?artikel_id=6016#
Mercedes wurde ja bereits in den USA von Lexus verdrängt so wie alle anderen deutschen Premium Oberklasse wagen aber droht das nun auch in Deutschland?
304 Antworten
Vielleicht arbeiten sie einfach cleverer. Teamgeist, Kundenorientiertheit und Arbeitsethos sind nicht nur Schlagworte aus dem QS-Handbuch. Bei uns glauben immer noch mehr als genug Vorgesetzte primär durch Kontrolle, unterschwelligen bis offenen Konkurrenzdruck und Angstaufbau aus den Leuten mehr herausholen zu können. Obendrein sitzen durch Shareholder-Value zu viele kurzfristig denkende Kaufleute an den Schaltstellen, was für ein gefühlsbetontes und technisch komplexes Produkt wie ein Auto nicht nur dienlich ist. Dies alles funktioniert offensichtlich nicht und wird durch die negativen Rahmenbedingungen, die die Politik für die normalen Leute schafft, noch verstärkt.
DC setzt seine vielen Zulieferer einem massiven Kostendruck aus. Bei Toyota hingegen ist die Fertigungstiefe deutlich höher und der Kompromiss zwischen Preis und Qualität wird im Moment offensichtlich mit einem für Werk und Kunden zufriedenstellerenden Ergebnis gefunden. Mit der Folge, dass Toyota, und auch andere Japaner, Marktanteile gewinnen und bei den Preisen deutlich anziehen konnten.
Häufig hört man, dass aus Osteuropa bezogene Teile qualitativ nicht immer zufrieden stellen. Die Japaner lassen viel in Asien fertigen, wo Qualitätsstandards vielleicht leichter umzusetzen sind.
Dies sind nur ein paar Gedankenansätze, es ist aber einfach nicht mehr haltbar, den japanischen Erfolg mit ewig malochenden, unterbezahlten japanischen Werktätigen zu begründen. Laut Statistiken ist der Lebensstandard in Japan höher, lebenslange Fortbildung wird massiv gefördert und viele Leute sind quasi unkündbar.
Wie man sieht, lassen sich für die Japaner strukturell manche Vorteile vermuten, wodurch sie ähnlich gute bis bessere Autos defacto nicht teurer verkaufen müssen.
Bei Mercedes gibt es MPS = Mercedes benz Produktionssystem. Dieses System haben wir aus Japan übernommen seit dem Jahr 2002 (wen ichs richtig weis) Bei diesem Produktionssystem werden alle Arbeitsschrite Genau Festgelegt und nach Plan gemacht. Es gibt hierbei keine Abweichungen es ist immer der selbe Ablauf dies war vor eineigen Jahren noch nicht der fall. Mitarbeiter wurden einfach nur hingestellt und ihnen wurde nur gesagt was sie zu tun haben. Wie sie es machen sollen hat ihnen niemand gesagt. Die folgedarauß war das Teile falsch eingebaut wurden und es zum Ausfall des Autos kam und so kam es zu tausenden Werkstatt besuchen wegen defekten am Auto.
Da die Japanischen Automobil unternehmen schon früher auf diese Idee kamen haben sie nun mal diesen vorspung.
Und in Japen gibt es einfach wie JohnS gesagt hat eine bessere Arbeitsmoral.
@ suprawilli
Genau das ist das Problem, Bosch will billig Produzieren. Bosch macht Milliarden umsatz und Gewinne und baut in Deutshcland immer noch stellen ab!!!
Das ist ganz einfach wiel Bosch einfach seine teile aus dem osten bezieht und die entstehenden probleme sehen wir ja!
Zitat:
Original geschrieben von StefanDON
Und wie machen es die Japaner???
längere Produktionszeit? Mehr arbeiter? Qualitativere Teile? Da müssten Japanische Autos ja theoretischt teurer sein....
Mehr Arbeiter werden die nicht haben. Dafür aber Qualifiziertes Personal, welches auch permanent geschult wird!
In Deutschland -nicht nur Autoindustrie- wird um die Gewinne hoch zu setzen auf Leiharbeitsfirmen zurückgegriffen! In der Regel ungeschultes Personal!
willi
Zitat:
Original geschrieben von JohnS
Das Problem liegt in der Shareholder-Value-Manie Bodenhaftung verlierender Konzernoberer.
Einspruch, Euer Ehren 😉
Allzu ausgeprägt kann diese Manie nicht sein, immerhin hat Jürgen S. und Konsorten 2/3 des vorhandenen Aktienkapitals in wenigen Jahren vernichtet...
Es ist der Kopf, von dem aus der Fisch stinkt, der Schwanz stinkt allerdings genauso...
M.E. spielt die Identifikation JEDES EINZELNEN MITARBEITERS mit dem Unternehmen und dessen Produkten ebenfalls eine wesentliche Rolle für den Gesamterfolg des Unternehmens.
1999 war ich als Externer ein halbes Jahr in SiFi, T.. hiess die Abteilung. Was ich da an Faulenzern, Störenfrieden, Besitzstandswahrern, Dampfplauderern, Hauptbedenkenträgern und Schwätzern erlebt habe, die sich alle im grossen und warmen Schoss der Big Mama Mercedes-Benz ausgeruht haben und Ihre Unfähigkeit hinter einem faulen Kult aus Meetings, antrainiertem Business-Gelaber und überbordernden Titeln auf Ihren Visitenkarten versteckt haben, stellte alles bis dahin Erlebte weit in den Schatten
Das fängt beim Bandarbeiter an, der jeden früh mit Fahne zur Arbeit kommt, über Abteilungsleiter, die ihre Mitarbeiter nicht hochkommen lassen wollen bis zu persönlichen Zerwürfnissen zwischen Abteilungen, die jeglichen Erfolg pulverisieren lassen...
Ich wäre stark daran interessiert, ob sich diejenigen Mitarbeiter, die ein absolut fehlerfreies und perfektes Auto verlangen, auch dieselben Massstäbe für ihre eigene Tätigkeit beanspruchen.
Die japanische Arbeitnehmerkultur sieht da ganz anders aus. Man fühlt sich als Teil des Unternehmens, Unternehmenserfolg bedeutet dann auch persönlichen Erfolg und verschafft Selbstvertrauen für künftige Aufgaben. Sechs Monate in einem Tokioter Unternehmen haben mich deutlich spüren lassen, dass es auch anders geht als das deutsche "Firma, leck mich..", "wann isses denn endlich 17Uhr" resp. das ständige Lamento über "die da oben". So klischeehaft es auch klingen mag, die japanischen Tugenden Beharrlichkeit, Präzision und Disziplin bei gleichzeitiger Bescheidenheit sind die Winden, die der europäischen Automobilindustrie den Strick drehen.
Die Schattenseiten sind allerdings 10Tage Urlaub pro Jahr, horrende Krankenvers.kosten, hohe Selbstmordraten im mittlerem Management und vier Stunden Arbeitsweg pro Tag.
Grüsse,
wnd
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Zitat:
Allzu ausgeprägt kann diese Manie nicht sein, immerhin hat Jürgen S. und Konsorten 2/3 des vorhandenen Aktienkapitals in wenigen Jahren vernichtet...
Etwas, das man manisch verfolgt, muss ja nicht zwangsläufig im Erfolg enden.
Zitat:
Das fängt beim Bandarbeiter an, der jeden früh mit Fahne zur Arbeit kommt
...
... das endet beim Bandarbeiter, der ...
Zitat:
Es ist der Kopf, von dem aus der Fisch stinkt, der Schwanz stinkt allerdings genauso...
- aber der Kopf trägt einen größeren Teil der Verantwortung
ansonsten viel Zustimmung!
Zitat:
M.E. spielt die Identifikation JEDES EINZELNEN MITARBEITERS ...
- Ganz wichtiger Gedanke. Dafür müsste sich in manchen Firmen und im ganzen Lande einiges verändern.
@JohnS
Danke für die Korrekturen 😉
Musste ein wenig schludern, mein Kleiner hat wg. Eiersuche gequengelt 😉
Zitat:
Original geschrieben von wnd
....................
Das fängt beim Bandarbeiter an, der jeden früh mit Fahne zur Arbeit kommt, über Abteilungsleiter, die ihre Mitarbeiter nicht hochkommen lassen wollen bis zu persönlichen Zerwürfnissen zwischen Abteilungen, die jeglichen Erfolg pulverisieren lassen...
Ich wäre stark daran interessiert, ob sich diejenigen Mitarbeiter, die ein absolut fehlerfreies und perfektes Auto verlangen, auch dieselben Massstäbe für ihre eigene Tätigkeit beanspruchen.
......................
Grüsse,
wnd
Volle Zustimmung - auch aus eigenem Erleben!!! 😠
Allerdings - es wäre auch interessant, ob diejenigen Kunden, die ein absolut fehlerfreies und perfektes Auto verlangen (das war ja, wie jeder in diesem Forum weiß, leider bei Mercedes in letzter Zeit zu oft nicht der Fall), in ihrem eigenen Beruf auch so perfekte Arbeit abliefern?
Gruß
Lucas1610
@wnd
Ein eindeutig nicht "gefakedes" Posting.
Auch ich hatte die Ehre (Vergnügen war es nämlich keines) in Japan als Volontär zu arbeiten.
Zum MITSCHREIBEN für die UNGLÄUBIGEN: Ich bekam NULL (in Worten NULL) Bezahlung und mein Vater mußte sogar etwas dafür bezahlen(!!) daß ich dort arbeiten DURFTE!!
Jeden Morgen begannen wir, in Reih und Glied aufgestellt (jede Abteilung!) , den Tag mit einer Art lauten gemeinsamen Glaubnesbekenntnis zu Firma!!
Alles war streng hirarchisch aufgebaut und wurde mit militärischer Disziplin durchgezogen.
Firmentreue wurde mehr oder minder dadurch erzwungen, daß die Gehälter vergleichsweise niedrig waren, aber man über die FIRMA ein ganzes Paket an "Plastik-Karten" erhielt, mit denen man alle möglichen Vergünstigungen überall hatte, vom billigen Einkauf da übers Gratis-Essen dort bis zum Eintritt im Porno-Club.
So gelingt es den Firmen, daß die Mitarbeiter praktisch auch ihre Freizeit immer zusammen verbringen und nicht "fremdgehen".
Ohne FIRMA im Hintergrund gilts du in Japan als NIEMAND!
Es werden Pflicht-Teams in allen Abteilungen gebildet, die sich in ihrer FREIZEIT zusammensetzen müssen und Vorschläge zur Steigerung der Effizienz am Arbeitsplatz erbringen müssen. Werden solche Vorschläge umgesetzt, gibt es HOHE PRÄMIEN!
Als ich dort arbeitete, war FUJI ein vergleichsweise kleiner Komkurrent am Weltmarkt für den damaligen amerikanischen Monopolriesen KODAK.
Heute sieht das schon gaaaanz anders aus.....
Die gesamte Sozialstruktur ist anders. Hierzulande gilt ja jemand, der "clever" genug ist, eine ruhige Kugel zu schieben und dafür relativ viel Kohle zu kriegen, sogar als beneidenswert und "cool". In Japan bist du mit dieser Einstellung ein gesichtsloser Geächteter.
Nicht vergessen:
Japan ist das Land von HARAKIRI und KAMIKAZE!!
Und bei uns sind die "typischen" deutschen Werte FLEISS, TREU und REDLICHKEIT ja irgendwie ein bißchen abgekommen und gar nicht mehr so typisch....
MfG.,
CAMLOT
ja, das deckt sich auffällig mit meinen Erfahrungen...
...bis auf die Sache mit "NULL-Bezahlung" und dem Porno-Club
(verdammt...habe damals wohl schlecht verhandelt! 😁).
Zitat:
Original geschrieben von Camlot
<...>Japan ist das Land von HARAKIRI <...>
<klugscheisser-mode>
Harakiri ist im Japanischen nicht geläufig, Du meinst Seppuku 😉
</klugscheisser-mode>
Grüsse,
wnd
wahrhaft paradiesische Zustände dort (für den Arbeitgeber) für mich eine Horrovorstellung...der einzelne zählt nichts
Spiegelt sich aber auch in den Produkten wieder,die Produkte funktioneren perfekt wie die Menschen die sie bauen...sind aber genauso kreativ und emotional wie es bei solchen Robotermentalitäten zu erwarten ist.
Mag ein z.B. Alfa noch so viele Detailmängel haben,er spiegelt aber die schöpferische und gestalterische Kraft einer Mentalität wieder die mir 10x lieber ist...... mag das Endprodukt auch Detailmängel haben so spricht es mein Kaufempfinden und Motive deutlich mehr an.
Dies war auch mein Gedanke den ich weiter oben formuliert habe mit geringer Emotionaler Ansprache der Marke Toyota ich mag sie einfach nicht...zu kalt perfekt und wenig eigene Identität.
Andy
Ich war 6 Monate drüben und muss sagen mir hat es gefallen aber das mit der "perfekten Arbeit" war schon etwas übel..
Als ich und 2 weitere Kollegen aus Deutschland in Hiroshima auf dem Lehrgang waren mussten wir einen Kreiskolben komplett zusammenbauen also Dichtungen usw rein...ich war als erster fertig, aber er meinte das wäre nix nochmal,nochmal,nochmal beim fünften mal hat es mir dann gereicht und es war auch schon "feierabend" und ich wollte genauso wie meine 2 Kollegen gehen, da meinte er "Wisst ihr nicht wo ihr seid?" Und hat auf das auf der Wand zeigende Schild gezeigt
"REI - Rotary Engine´s Workshop with Takumis Skills and Advanced Technology"
Dann hat er mit seinem bescheidenden Deutsch versuch zu erklären das wenn man hier arbeitet geht es nicht um den pünktlichen Feierabend sondern um die ehre und darum was qualitatives zu produzieren...
Übrigens mussten wir alles erneut machen weil wir immer die "Sichtprüfung" am schluss vergessen hatten....
Der primitive "Gegen-die-da-oben" - Kampf, der in Deutschland weit verbreitet ist, existiert in Japan nicht.
Anstatt dessen haben die Mitarbeiter ERNSTHAFTES INTERESSE daran, ihr Produkt zu perfektionieren und dieses Interesse ist AUF ALLEN EBENEN zu finden.
Weiterhin arbeiten in Japan 99,99% INLÄNDER (also Japaner). Dadurch wird sichergestellt, dass nur EINE Mentalität vorherrscht - nämlich die gündliche, Japanische.
Zitat:
Weiterhin arbeiten in Japan 99,99% INLÄNDER (also Japaner). Dadurch wird sichergestellt, dass nur EINE Mentalität vorherrscht - nämlich die gündliche, Japanische
Das heisst die Ausländer in Deutschland sind schuld für die schlechte Qualität Deutscher Produkte?
Zitat:
Original geschrieben von Renesis2th
Das heisst die Ausländer in Deutschland sind schuld für die schlechte Qualität Deutscher Produkte?
Natürlich nicht!
Die japanischen Geschäfts- und Arbeitsstrukturen, gewachsen aus und gegründet auf der japanischen Mentalität und Historie, lassen sich nicht 1:1 auf europäische bzw. deutsche Verhältnisse übertragen.
Aber ein bisschen genauer hinschauen kann man schon, z.B. was die japanische Bildungspolitik betrifft. Selbstverständlich ohne den hohen Preis in Kauf zu nehmen, den Japaner dafür zahlen, denn das würde hier eh nicht funktionieren.
"Best of both worlds"! So wie es auch die Japaner selbst mit Erfolg praktizieren.
Gruß, wuddeline
Zitat:
Dadurch wird sichergestellt, dass nur EINE Mentalität vorherrscht - nämlich die gündliche, Japanische.
so eine diskussion möchte ich hier überhaupt nicht!
japanische und deutsche mentalitäten und verhältnisse zu vergleichen ist eine etwas uferlose geschichte. über den sinn und unsinn beider lebensweisen zu diskutieren genau so.
es ist einfach ein anderes land!
wer gerne japanische verhältnisse möchte, der möchte auch da hin gehen und unter deren verhältnissen leben müssen!