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Leasen oder Kaufen?

Themenstarteram 7. Oktober 2003 um 22:04

Tja, die Überschrift sagt schon fast alles... was ist für eine kleine Firma (GmbH) günstiger: Leasen oder Finanzieren?

Besten Dank!

Paider

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35 Antworten

Grundsätzlich ist Leasing günstiger:

- Man finanziert nur die tatsächliche Nutzung

- Der Wertverlust wird über die Raten linear (!) abgeschrieben

- Die volle Rate kann beim Finanzamt als Betriebskosten geltend gemacht werden - und zwar gleichbleibend über die Vertragsdauer.

Bei der Finanzierung gilt letzteres zwar auch für die Raten und laufenden Kosten (Wartung, Reparatur etc.), aber NICHT für den Wertverlust: Der muss nach einem bestimmten Schlüssel (im Einzelnen müsste ich das jetzt nachlesen) über die Jahre abgeschrieben werden, und zwar zu immer geringer werdenden Prozentsätzen. D.h. im ersten Jahr taucht das Fahrzeug mit vollem Wert als Betriebsausstattung in der Bilanz auf, außerdem ein Abschreibungsbetrag für den Wertverlust. Im nächsten Jahr wird der Fahrzeugwert als Differenz dieser Zahlen verbucht und die Abschreibung vermindert sich entsprechend und so weiter...

Der jeweilige Abschreibungsbetrag wird ja u.a. gegen den Unternehmensgewinn aufgerechnet, sodass bei der Finanzierung zunächst hohe, dann immer geringere Aufwendungen für Abschreibungen (AfA) auftreten, was u.U. den Gewinn vor Steuern entsprechend erhöht. Sowas kann günstig sein, etwa wenn die Firma von Beginn an hohe Gewinne abwirft, die sich später etwas relativieren (was wir ja nicht hoffen wollen *g*).

Beim Leasing bleibt dieser Abschreibungsbetrag jedoch konstant über die Vertragsdauer, selbst wenn z.B. im dritten Jahr der tatsächliche Wertverlust niedriger ist als die Raten. So sind die a) Kosten dafür besser kalkulierbar und b) können diese in voller Höhe den Gewinn vor Steuern dämpfen ...

Außerdem gehört das Fahrzeug nicht der Firma sondern dem Leasinggeber, taucht also nicht mit vollem Wert in den Büchern auf.

Beide Versionen haben ihre Vor- und Nachteile; ich kenne etliche (mittelständische) Unternehmen, die Ihren Fuhrpark bar kaufen, damit enorme Rabatte einstreichen und somit einen wesentlich geringeren Anschaffungspreis verbuchen müssen, das ist einfach ein Rechenexempel.

Also ich hab mich seinerzeit fürs Leasing entschieden, eben weil ich die Übersicht haben wollte, wenig Risiko und kaum Kapitalbindung. Hat sich bis jetzt bezahlt gemacht und auch der nächste Dienstwagen wird wieder geleast.

Sodele, ich hoffe das konnte schon etwas weiterhelfen ... ansonsten: fragen:-))

Habe zwar keine Firma, bin aber Freiberufler. Für mich kommt zwar wahrscheinlich Leasing nicht in Frage, aber wollte trotzdem mal fragen:

Gibt's sowas wie eine Anzahlung und Schlüßrate?

Wie ist's mit Steuern und Versicherung?

Und Reparaturen?

Könnte mir jemand das ganze klar erklären?

 

MfG.

Ja, gibt's:

1. Finanzierung:

a) Anzahlung (optional)

b) Ratenzahlung

c) Schlussrate (optional, mit Begleichung Eigentumsübergang)

Anzahlung und/oder Schlussrate vermindern den reinen Finanzierungsbedarf - je höher a) bzw. c) sind desto niedriger fallen die Raten b) aus. Nach Zahlung der Schlussrate (wenn denn eine vereinbart wurde) gehört das Auto Dir.

Bei der Finanzierung können sogenannte Serviceversicherungen mit in die Raten eingerechnet werden, damit sind Wartung/Verschleiß eingeschlossen, stellen also kein finanzielles Risiko dar

2. Leasing:

a) Sonderzahlung (optional)

b) Leasingraten (Finanz-L oder Full Service)

c) Restwert (optional, je nach Leasingvariante)

Die Raten b) decken den Wertverlust durch Abnutzung (Finanzleasing), können aber (vorzugsweise) auch Dienstleistungen wie Wartung/Verschleiss/Reifen etc. beinhalten, bis hin zum Komplettpaket inkl. Steuern, Versicherung, Gebühren usw. - dann wird's i.d.R. ziemlich teuer.

Mit einer Sonderzahlung a) lässt sich die mtl. Rate drücken, weil die Leasingsumme dadurch vermindert wird - macht aber fürs Geschäft weniger Sinn (=> Abschreibung)

Der Restwert c) ist der kritische Punkt, hier ist es wichtig zwei Leasingarten zu unterscheiden: Kilometer- oder Restwertabrechnung.

Bei der Kilometerabrechnung wird bei Vertragsbeginn eine Gesamtfahrleistung vereinbart, die das Fzg. bei Vertragsende voraussichtlich haben wird: Mehrkilometer werden berechnet, Minderkilometer erstattet, der tatsächliche Restwert ist Risiko des Leasinggebers, braucht Dich als Kunden nicht zu interessieren. Bei Vertragsablauf gibst Du den Wagen einfach zurück. Punkt.

Wird nach Restwert abgerechnet, trägt des Leasingnehmer das Risiko. Unabhängig von der Laufleistung muss er den vereinbarten Restwert c) bei Vertragsende an den Leasinggeber zahlen bzw. das Auto zurückgeben - ist das Fzg dann weniger wert (z.B. viele km, Unfall etc.), dann zahlst Du drauf und nicht zu knapp.

WICHTIG: Das Auto gehört die ganze Zeit der Leasingfirma, Du zahlst nur für die Nutzungsrechte. Man kann sich für Vertragsende ein Vorkaufrecht einräumen lassen, wenn man den Wagen selber übernehmen will, der Preis beträgt dann mindestens den angegebenen Restwert c)

Ich habe es bislang so gemacht, dass die reine Finanzierungsleasing separat lief und alle anderen Kosten direkt von der Firma gezahlt wurden. Die Kilometerbarechnung ließ sich gut kalkulieren und ich hatte um einen niedrigen Restwert gebeten: So ist unser Risiko relativ gering, weil ich ziemlich genau die Fahrleistung einhalte und das Auto immer noch mehr wert ist als der Restwert - Wir dürften kaum draufzahlen ;-)) Beim nächsten Wagen gibt's jedoch ein Komplettpaket, das alle Werkstattkosten und Reifen mit einschließt, lediglich Steuern und Versicherungen bleiben separat. Derlei Angebote vom Hersteller sind oft ziemlich günstig, gut zu kalkulieren und recht risikoarm, weil keine unvorhergesehene Zusatzkosten entstehen. Übrigens schnürt gerade Audi hier sehr attraktive Pakete - frag mal einen guten Verkäufer :-))

Gibt's auch wie bei einer Finanzierung bestimmte Voraussetzungen, wie z.B. Lohnabrechnungen o.ä.?

Ausserdem kann überhaupt ein Leasingfahrzeug für den privaten Gebrauch sinnvoll sein? Ich habe ja immer von allen Seiten gehört, daß Leasing nur für Geschäfte in Frage kommt. Ist ja auch klar, weil man die Leasingraten abschreiben kann. Ich könnte es zwar als Freiberufler auch, aber ich verdiene nicht soviel, daß ich Raten in Höhe von 800-1000 Euro monatlich bezahlen könnte. Und soviel ich weiß, sollen die ja schon so hoch sein, wenn man keine große "Anzahlung" leistet und es sich um ein ordentliches Auto handelt. Oder?

Themenstarteram 8. Oktober 2003 um 6:47

Besten Dank für die Antworten!

Zitat:

Original geschrieben von automatik

Ich könnte es zwar als Freiberufler auch, aber ich verdiene nicht soviel, daß ich Raten in Höhe von 800-1000 Euro monatlich bezahlen könnte. Und soviel ich weiß, sollen die ja schon so hoch sein, wenn man keine große "Anzahlung" leistet und es sich um ein ordentliches Auto handelt. Oder?

Also bei 36 Monaten Laufzeit und 40.000 Kilometer pro Jahr kannst du für 1000€ locker schon einen Boxster leasen. Einen XC90 für Listenpreis 48.000e gibt's z.B. bei selben Konditionen für 600€.... Full-Service dann nochmal so plus 100€ (auch von Auto zu Auto unterschiedlich). Preise alle von www.ald.de

Habe für Preise jetzt immer bei www.e-sixt.de und www.ald.de geguckt, kennt ihr noch andere Leasingfirmen?

Leasen

 

Hallo,

ich würde persönlich lieber ein günstigere Fzg als Jahreswagen KAUFEN, denn geleast wird vom Listenpreis und ein Jahreswagen liegt bei 20-30% schon unterm Listenpreis.

Da sparts du schon sehr viel!!!

Ich würde keinen Audi leasen, da laut Statistik ca 65% der Audis geleast sind (zumindest die grösseren).

Da weiss man gleich, gehört dem sowieso nicht (war in einer der letzten AMS als Übersicht, welche Autotypen am häufigsten geleast werden, ich glaube Japaner am interessantesten am wenigsten!).

Grüsse

Robs

Die Aussage, das nur vom Listenpreis geleast wird, ist schlicht und ergreifend falsch. Ich lease nun schon das zweite mal als Privatperson, und hab bisher weder den Listenpreis bezahlt noch gravierende Nachteile feststellen können. Finanziell ist ein Leasing sogar deutlich günstiger als eine Finanzierung, da beim Leasing die Restrate / der Restwert des Fahrzeugs nicht mit verzinst wird. Das macht bei einem nicht unerheblichen Restwert dank der Wertstabilität über drei Jahre eine recht anschauliche Summe aus.

Der einzige Punkt, dem man ein wenig mehr Beachtung schenken muss als bei anderen Finanzierungsarten ist ein sogenannntes Vorkaufsrecht. Damit sichert man sich schon zu Beginn des Leasings die Möglichkeit,das Fahrzeug nach Abauf des Leasingvertrags als erster zu kaufen, so man das denn möchte. Üblicherweise werden Leasingfarzeuge sonst schon einige Zeit im Voraus zum Verkauf angeboten.

Zitat:

Original geschrieben von Paider

Besten Dank für die Antworten!

Also bei 36 Monaten Laufzeit und 40.000 Kilometer pro Jahr kannst du für 1000€ locker schon einen Boxster leasen. Einen XC90 für Listenpreis 48.000e gibt's z.B. bei selben Konditionen für 600€.... Full-Service dann nochmal so plus 100€ (auch von Auto zu Auto unterschiedlich). Preise alle von www.ald.de

Hallo!

Bevor ich einen Boxter für 36000€ lease (Ich nehme an, dass dies ein Vertrag ohne Sonderzahlungen ist), würde ich diesen eher finanzieren. Schließlich kostet er laut Liste neu ja nur ca. 42.000€ oder so.

Gruß,

Patrick

Kaufen, nicht leasen ?!

 

Hi wodaso.

Werde mir in einer ruhigen Minute Deine diesbezüglichen Beiträge noch einmal zu Gemüte führen.

Ich habe mich aktuell zur Finanzierung (Anzahlung, Raten, Endbetrag) entschlossen.

Bezahle das Auto einem Jahr.

Der zu finazierende Betrag betrug etwas weniger als die Hälfte des Kaufpreises durch den Verkauf eines privaten Kfz.

D. h. bei der kalkulierten Abschreibung aus der Steuerspitze über fünf Jahre bezahle ich nur noch einen minimalen Rest.

Außerdem, und das ist für mich das ganz wichtige, weil das Auto meins ist, kann ich damit machen, was ich will.

Beim leasing gilt im allgemeinen, bis das der Tod oder die Laufzeit euch scheidet.

Gruß, Tempomat

falsch

 

ja, natürlich, entschuldigung aydan....lol

gemeint war natürlich der steuerliche ansatz beim leasen, das finanzamt geht vom listenpreis aus! das sollte man unbedingt beachten, gerade als selbstständiger mit kleinstem unternehmen.

grüsse

robs

Na gut, dann noch 'ne Frage: Wenn ich von Anfang an weiß, daß ich ein Auto leasen will und Es NICHT kaufen will, sondern gleich danach wieder (z.B. nach 3 Jahren Laufzeit) ein neues leasen würde, d.h. also das Auto zurückgebe, muss ich irgendwas zum Schlüß der Laufzeit bezahlen?

 

MfG.

Zitat:

Original geschrieben von AidanPryde

Finanziell ist ein Leasing sogar deutlich günstiger als eine Finanzierung, da beim Leasing die Restrate / der Restwert des Fahrzeugs nicht mit verzinst wird. Das macht bei einem nicht unerheblichen Restwert dank der Wertstabilität über drei Jahre eine recht anschauliche Summe aus.

Hi AidanPryde.

Jetzt war ich für einen Augenblick erschrocken, denn Dein Argument mit der unverzinsten Restrate hatte ich bisher nicht berücksichtigt.

Aber, ist das nicht nur ein `finanztechnisches´ aussparen, das Leasing betreffend.

Meine, der Restrate ist ja zu 100% vom Leasingspartner beim Erwerb des zu verleasenden Kfz im Kaufpreis übernommen worden. So wie das Auto physikalisch zu 100% den Besitzer gewechselt hat, muß der Kaufpreis auch zu 100% letztendlich finanziert werden, z.B. durch einen höheren Zinssatz als bei einer Finazierung?!

gruß, tempomat

Themenstarteram 8. Oktober 2003 um 15:42

Re: Leasen

 

Zitat:

Original geschrieben von robs

Ich würde keinen Audi leasen, da laut Statistik ca 65% der Audis geleast sind (zumindest die grösseren).

Da weiss man gleich, gehört dem sowieso nicht (war in einer der letzten AMS als Übersicht, welche Autotypen am häufigsten geleast werden, ich glaube Japaner am interessantesten am wenigsten!).

Grüsse

Robs

Ich fahre sicherlich nicht ein bestimmtes Auto, um irgendwelche Meinungen bei irgendwelchen Menschen zu erzeugen.

@automatik

 

Normalerweise nicht, ich erklär's mal am Beispiel 'Kilometerabrechnung', z.B. Laufzeit drei Jahre mit jeweils 40.000km:

Im Prinzip bezahlst Du mit der Leasingrate den Wertverlust des Wagens über diese drei Jahre. Nach Ablauf der Vertragsdauer stellst Du dem Händler das Auto einfach wieder auf den Hof, im Idealfall mit genau 120.000km auf der Uhr.

Damit hat er (quasi als Leasinggeber) das Auto mit seinem aktuellen Restwert (der idealerweise dem im Vertrag vereinbarten entspricht) wieder zurück.

Sind deutlich weniger Kilometer gefahren und ist das Auto in Topzustand, erhältst Du eine gewisse Erstattung für Mindernutzung. Bei vielen Mehrkilometern und/oder schlechtem Fahrzeugzustand wirst Du entsprechend Nachzahlen müssen. Im Zweifel sollte ein unabhängiger Gutachter den tatsächlichen Fahrzeugwert ermitteln.

Wenn man den Wagen nicht selbst übernehmen will, seine Fahrleistung relativ genau abschätzen kann und halbwegs vernünftig mit dem Auto umgeht, dann ist diese Leasingform die unkomplizierteste ... und soweit ich weiß auch die übliche.

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