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Lada 2101 Shiguli Frage zur Kühlung / Überhitzung

Lada
Themenstarteram 7. April 2019 um 16:10

Hallo zusammen,

ich habe im Januar einen wunderschönen Lada erworben. Es handelt sich um einen Lada 1200 / VAZ 2101 mit der 44 kW-Maschine, Erstzulassung 1982. Der Wagen fährt super, hängt perfekt am Gas, alles läuft, wie es soll. Bis auf eines, das mich etwas stutzig macht.

Im Winter fiel es mir nicht auf, jetzt aber, wo es draußen wärmer wird: Wenn ich eine Weile mit 100 km/h über die Landstraße heize und dann in Ortschaften komme oder gar einige Minuten an einer roten Ampel halten muss, geht die Temperaturanzeige vergleichsweise schnell hoch. Ich habe mich noch nicht getraut, sie bis in den roten Bereich klettern zu lassen, sondern dann kurz vorher die Heizung angemacht und das Gebläse, um dem Motor Wärme abzusaugen. Damit rette ich mich über die Wartephase; sobald der Wagen wieder ab 80 km/h genügend Fahrtwind hat, geht der Zeiger wieder in den mittleren Bereich.

Der Lüftermotor dreht, ist ja per Keilriemen angetrieben und hat keinen eigenen Elektromotor.

Könnt ihr mir sagen, ob das beim Lada normal ist? Leider kenne ich das Kühlkreislaufsystem nicht, möglicherweise schaltet ja auch der Temperaturschalter erst sehr spät um?

Freue mich über Tipps und Hinweise. Danke.

Lada
Beste Antwort im Thema

Ernsthaft, wundert es Dich wirklich, dass Dein Oldtimer überhitzt?

Das ist ein sehr altes Auto mit entsprechenden Alterserscheinungen. Die Konstruktion geht auf das Jahr 1966 zurück - es ist alles selbsterklärend und sehr einfach auszutauschen. Umso länger du dir jetzt damit Zeit lässt und im Hochsommer durch die Gegend fährst umso höher ist die mechanische Belastung aber so ein Ersatzmotor kostet ja nicht viel, nicht wahr? ;-)

Das Kühlsystem zu erneuen ist so ziemlich die erste Aktion die durchgeführt werden sollte. Ich habe es bereits hinter mich gebracht. Dazu gehören die folgenden (wie ich finde) sehr einfachen Schritte:

a) Kühlwasser komplett ablassen (am Motor direkt neben der Benzinpumpe & Kurbelgehäuseentlüftung sitzt eine Ablassschraube).

b) Danach Thermostat inkl. aller "dicken" Schläuche abmontieren, danach kann der Wärmetauscher und die Wasserpumpe raus. Geht alles ohne Hebebühne ganz easy und vorne quasi durch den Kühlergrill.

c) Es empfiehlt sich bei der Gelegenheit das Lüfterrad sowie die Aufnahme für den Keilriemen welches auf der Wasserpumpe sitzt ebenfalls zu tauschen weil dieses sehr gerne mit der Zeit eine Unwucht bekommt und Du willst sicherlich nicht, dass Deine Welle der neuen Wasserpumpe dadurch beeinträchtigt wird. Gleiches gilt für den alten Zahnriemen und bestelle Dir keinesfalls einen von "Master Sport" oder ähnlichen Schrott aus Russland. Diese Ersatzteile sind auf dem erbärmlichen Qualitätsstandard der Sowjetunion die bekanntermaßen untergegangen ist. Setze lieber auf Continental (AVX 10x935) dann läuft sowohl die Wasserpumpe und der Lüfter ganz ruhig sofern Du es hinbekommen hast die Schrauben so fest zu ziehen, dass es alles sauber zentriert ist.

Bei der Gelegenheit ruhig mal mit einem Kärcher in alle Öffnungen vom Motor und Wärmetauscher. Ruhig mal ordentlich durchspülen. Vor der Befüllung mit BASF G48 ruhig nochmal 10-15 Liter destilliertes Wasser und eine Dose "Radiator Flush" kostet nicht viel - Du wirst Dich wundern was da alles an stinkender und ekelhafter Russen Brühe heraus kommt.

 

Mein 1200er ist selbst schwer beladen und im Hochsommer bei über 30°C komplett Vollgasfest - ganz nützlich sofern man irgendwo im Gebirge unterwegs ist oder längere Strecken mit Richtgeschwindigkeit absolvieren möchte,..

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32 Antworten
Themenstarteram 8. April 2019 um 18:58

Auch wenn die von Thermostat abgehenden Schläuche heiß sind ?

Thermostat regelt den kleinen Kreislauf (Wapu - Motor - Wärmetauscher innen) zum großen Kreislauf zum Kühler. Da beide Schläuche heiß sind, wird der Kühler ja durchspült. Evtl mal die Lamellen der Kühlers anfassen (Motor aus) , ob die auch über die ganze Fläche heiß sind.

Themenstarteram 8. April 2019 um 22:47

So. Ich nochmal. Wenn ich mir die Zeichnung hier ansehe ...

 

http://www.lada-welt.de/.../Lada-2101-Motor-3.pdf

 

...

 

dann müsste von der Logik her ja die Kühlflüssigkeit blasenfrei aufgrund der Schwerkraft vom Ausgleichsbehälter 8 über Schlauch 10 in den Kühler fließen.

 

Was mich irritierte: Als ich den Kühlerdeckel 15 aufschraubte, war der Kühler beim Blick von oben in die Öffnung nicht gerade "nass". Ich konnte einen knappen halben Liter Kühlmittel einfüllen. Streng genommen müsste doch der Kühler "bis oben hin" voll mit Kühlmittel sein, oder?

 

Meine Theorie: Möglicherweise ist Schlauch 10 verstopft, denn im Ausgleichsbehälter steht das Kühlmittel oberhalb der "MIN"-Markierung. Oder aber es ist Luft im Kühlsystem.

 

Habe ich da einen Denkfehler?

 

Leider ist es inzwischen dunkel und ich kann mir das ganze Geraffel jetzt gerade nicht ansehen - aber würdet ihr mir prinzipiell zustimmen?

 

Was für mich im Moment GEGEN einen defekten Thermostaten spricht ist, dass die Schläuche 5 und 7 sehr sehr warm sind, wenn die Situation eintritt, dass das Anzeigeinstrument im Cockpit einen halben Millimeter vor der ROT-Markierung steht.

 

Wie auch immer: Ich habe heute Kühlmittel nachgefüllt, den Wagen im Stand über den Choke auf satten 1.500 Touren drehen lassen und 10 Minuten gewartet; das Anzeigeinstrument ging bis zur MIttelstellung und blieb dann dort stehen.

 

Na mal sehen, ich werde weiter berichten :) Danke an alle, die hier mit Tipps und Ideen helfen.

Themenstarteram 8. April 2019 um 22:50

ach ja, Tommel, sehe gerade erst deinen Beitrag: Als ich die Lamellen befühlte (bevor ich die Idee hatte, Kühlflüssigkeit nachzukippen), waren sie eher so handwarm als heiß.

Beim Warmlauf den Heizungsschieber auf warm stellen, dann geht die Luft auch aus dem Heizkörper im Innenraum raus.

Themenstarteram 8. April 2019 um 23:20

Das heißt: Kühler vollkippen, Deckel offenlassen, Heizung an, Motor im Leerlauf laufen lassen, ggf. nachkippen, wenn voll Deckel drauf?

Schöner Wagen!

Mit Lada kenne ich mich leider nicht genau aus... aber grundlegend stellt sich mir erstmal die Frage nach der Wasserpumpe. Ist die OK?

Dann wäre noch die Frage, ob der Lüfter wirklich statisch angetrieben wird oder ein Viskokupplung hat.

Wasserpumpe ist vorne am Motor. Lüfterrad ist mit der Riemenscheibe an der Wapuwelle befestigt, also läuft immer mit. Laß mal den Deckel vom Ausgleichbehälter auf. Beim Gasgeben sollte es sprudeln, bzw man müßte Bewegung sehen, daß was umgewälzt wird. Warm/Heiß am Kühler ist normal, ist es eher kalt, oder nur ein kleiner Teil warm, könnte er innen verstopft sein.

Lüfter ist starr, kein Visco.

Bei jap.Autos ist im Kühlerverschluß je ein Ventil für Unter und Überdruck.Somit der Ausgleichsbehälter drucklos.

Beim Lada sollte das nicht so sein, also Schlauch zu?

Wichtig beim Lada ist, das die Spanneinrichtung an der Steuerkette mithilfe einer Feder nur einen sehr geringen Weg stellt.

Also muß man ab und zu die 22 oder 24er Hutmutter daran lösen, mit der Hand reindrücken.Dabei den Motor zwei Kurbelwellenumdrehungen durchdrehen und Mutter festdrehen.Andernfalls beginnt die Kette zu schlagen und macht Kleinholz aus beiden Spannerschuhen.Weiter, die halbkugelförmige Glocke unten am Block mit dem Schlauch für Kurbelgehäuseentlüftung abnehmen und Öldreck entfernen ab und zu.

Auf verschlissene Nockenwellen achten, sieht man schlecht, da eigenes Gehäuse im Kopf und Ventilspiel nicht vernachlässigen.

Wenn da nur wenig Bewegung ist, dann dreht sich das Flügelrad in der WaPu nicht mit... es könnte auf der Welle rutschen.

Zitat:

@micha23mori schrieb am 9. April 2019 um 19:57:02 Uhr:

Lüfter ist starr, kein Visco.

Bei jap.Autos ist im Kühlerverschluß je ein Ventil für Unter und Überdruck.Somit der Ausgleichsbehälter drucklos.

Beim Lada sollte das nicht so sein, also Schlauch zu?

Wichtig beim Lada ist, das die Spanneinrichtung an der Steuerkette mithilfe einer Feder nur einen sehr geringen Weg stellt.

Also muß man ab und zu die 22 oder 24er Hutmutter daran lösen, mit der Hand reindrücken.Dabei den Motor zwei Kurbelwellenumdrehungen durchdrehen und Mutter festdrehen.Andernfalls beginnt die Kette zu schlagen und macht Kleinholz aus beiden Spannerschuhen.Weiter, die halbkugelförmige Glocke unten am Block mit dem Schlauch für Kurbelgehäuseentlüftung abnehmen und Öldreck entfernen ab und zu.

Auf verschlissene Nockenwellen achten, sieht man schlecht, da eigenes Gehäuse im Kopf und Ventilspiel nicht vernachlässigen.

Wenn der V - Deckel abgebaut ist läßt sich die Kette auch besser spannen. Mutter lösen (ist so eine Klemmutter) Motor in Drehrichtung drehen. Die Kettengleitschine am Spanner etwas in Richtung Kette drücken, Mutter festziehen. Nochmals durchdrehen, und Kettenspannung prüfen. Ketten spannen, Ventilspiel einstellen, sollte in dem dicken Wälzer von Bedienungsanleitung stehen.

Bremstrommeln hinten würde ich auch mal begutachten. Alutrommel und Stahlradnabe fressen sich gerne fest, dann bekommt man die nicht mehr ohne Gewalt runter.

Aber bekomm erstmal die Temperatur in den Griff.

Die Trommelbremsen hinten haben keine Nachstellfunktion, es muß von Hand über Nocken am Ankerblech gestellt werden.

Ernsthaft, wundert es Dich wirklich, dass Dein Oldtimer überhitzt?

Das ist ein sehr altes Auto mit entsprechenden Alterserscheinungen. Die Konstruktion geht auf das Jahr 1966 zurück - es ist alles selbsterklärend und sehr einfach auszutauschen. Umso länger du dir jetzt damit Zeit lässt und im Hochsommer durch die Gegend fährst umso höher ist die mechanische Belastung aber so ein Ersatzmotor kostet ja nicht viel, nicht wahr? ;-)

Das Kühlsystem zu erneuen ist so ziemlich die erste Aktion die durchgeführt werden sollte. Ich habe es bereits hinter mich gebracht. Dazu gehören die folgenden (wie ich finde) sehr einfachen Schritte:

a) Kühlwasser komplett ablassen (am Motor direkt neben der Benzinpumpe & Kurbelgehäuseentlüftung sitzt eine Ablassschraube).

b) Danach Thermostat inkl. aller "dicken" Schläuche abmontieren, danach kann der Wärmetauscher und die Wasserpumpe raus. Geht alles ohne Hebebühne ganz easy und vorne quasi durch den Kühlergrill.

c) Es empfiehlt sich bei der Gelegenheit das Lüfterrad sowie die Aufnahme für den Keilriemen welches auf der Wasserpumpe sitzt ebenfalls zu tauschen weil dieses sehr gerne mit der Zeit eine Unwucht bekommt und Du willst sicherlich nicht, dass Deine Welle der neuen Wasserpumpe dadurch beeinträchtigt wird. Gleiches gilt für den alten Zahnriemen und bestelle Dir keinesfalls einen von "Master Sport" oder ähnlichen Schrott aus Russland. Diese Ersatzteile sind auf dem erbärmlichen Qualitätsstandard der Sowjetunion die bekanntermaßen untergegangen ist. Setze lieber auf Continental (AVX 10x935) dann läuft sowohl die Wasserpumpe und der Lüfter ganz ruhig sofern Du es hinbekommen hast die Schrauben so fest zu ziehen, dass es alles sauber zentriert ist.

Bei der Gelegenheit ruhig mal mit einem Kärcher in alle Öffnungen vom Motor und Wärmetauscher. Ruhig mal ordentlich durchspülen. Vor der Befüllung mit BASF G48 ruhig nochmal 10-15 Liter destilliertes Wasser und eine Dose "Radiator Flush" kostet nicht viel - Du wirst Dich wundern was da alles an stinkender und ekelhafter Russen Brühe heraus kommt.

 

Mein 1200er ist selbst schwer beladen und im Hochsommer bei über 30°C komplett Vollgasfest - ganz nützlich sofern man irgendwo im Gebirge unterwegs ist oder längere Strecken mit Richtgeschwindigkeit absolvieren möchte,..

Das ist dann vernüftige Arbeit, um weitere Kühlprobleme auszuschließen. Hatte mal ne Originale WAPU vom Lada Händler verbaut, beim Wassereinfüllen war die schon undicht. Im Aluguß war wohl eine Luftblase, wo das Material hauchdünn war, und an der Stelle undicht wurde. Hatte zwar ne andere bekommen, aber die ganze Arbeit mußte ich nochmal machen. Genauso die Originalen Kopfdichtungen, hatten beim Auspacken schon Macken gehabt :(

Stimmt! Genau diese Erfahrung habe ich ebenfalls gemacht. Die Ersatzteile die es heute gibt sind teilweise wirklich komplett untauglich und es gibt einige Händler vor allem auf eBay die als Betrüger unterwegs sind - diese Leute wären früher am Galgen gelandet.

Ich möchte keine Werbung machen aber es ist oftmals besser einfach auf deutsche Qualität zu setzen z.B.: das Thema Zündspule,.. ich habe lange probieren müßen bis die Zündung optimal gelaufen ist. Dies ist meiner Ansicht nach ebenfalls eine Schwachstelle des Motors bzw. der kompletten Konstruktion und was da so oftmals angeboten wird ist leider B-Ware. Bewährt hat sich eine BOSCH 0221 119 027 statt dem Russenquatsch.

Lada fahren heißt leiden zumindest wenn man davon überzeugt ist, dass alles Original sein muss. Ich bin der Ansicht, dass auch bei älteren Fahrzeugen bzw. insbesondere dort - so viel wie möglich auf moderneren Stand gebracht werden sollte z.B. Reifen, Beleuchtung usw. vor allem wenn es um Sicherheit und Zuverlässigkeit geht. Das Thema Optik hingegen ist mir heilig, hier habe ich darauf geachtet nicht abzuweichen.

Im Moment steht meine Mühle trotz schönem Wetter aber wieder in der Garage still - dieses mal hat es den Anlasser erledigt. Hier werde ich wohl ebenfalls mal schauen müssen wie das Thema aufgearbeitet werden kann. Sehr empfehlenswert ist das Niva-Wiki man sollte aber aufpassen da zwischen dem 2121 und dem 2101 doch einige Unterschiede bestehen,..

Allzeit gute Fahrt!

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