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Kalter Motor - Vollgas bei Steigung schädlich?

Themenstarteram 12. Dezember 2019 um 19:44

Hallo,

fahre einen Golf 6 1.6.

Da ich noch Student bin, habe ich in den nächsten 3 Jahren kein Geld für ein neues Auto, weshalb ich meinen Golf so schonend wie möglich fahren will.

Auf meinem täglichen Weg zur Uni (25 km), bin ich gleich auf der Landstraße. Durch das Fünfganggetriebe ist der Golf leider schon bei 100 auf 3000 Umdrehungen - daran kann ich, außer langsamer zu fahren - leider nichts ändern.

Das Problem wo ich nicht weiß, wie ich fahren soll, kommt nach etwa 6 km.

Das Wasser hat etwa 70 Grad, es folgt eine ziemlich steile Steigung von etwa 1 km. Die ersten 600 m sind auf 70 km/h begrenzt, auf den letzten (steilsten) 300 m sind es dann 100 km/h.

Wenn ich im fünften Gang den Berg rauf fahre, muss ich das Gas schon auf Anschlag durchtreten, um sehr langsam von 70 auf 100 zu beschleunigen. Ich sehe, wie ziemlich schnell das Wasser von 70 auf 90 Grad hochschießt.

Oder ich schalte in den 4. und kann dezent schneller beschleunigen, aber mit wesentlich höherer Drehzahl.

Mich interessiert also, ob es dem Motor schadet, bei geringer Drehzahl Vollgas zu geben, oder ob es besser ist, unter höherer Drehzahl mit weniger Last zu fahren.

Frage 2: Bei z.B. 70 kmh oder höherer Geschwindigkeit beim Überholen muss ich zurückschalten in den 4. oder gar 3. (Hier merke ich, dass der Motor sein höchstes Drehmoment erst bei 3800 hat) - Wie schalte ich am besten, ohne dass es zu einem Ruck durch die unterschiedlichen Drehzahlen kommt?

Beste Antwort im Thema

Antwort zu Frage 1: Am besten die Mischung aus beiden. Weder volles Drehmoment noch hohe Drehzahlen gebe ich einen kalten Motor. Bleib im 4.Gang und erspare die wenn möglich die Beschleunigung von 70 auf 100km/h in der Steigung. Das kannst du tun wenn die Steigung vorbei ist...spart Kraftstoff, Abgase, Belastung und dann klappt das auch im fünften Gang besser.

Antwort zu Frage 2: Zwischengas! Kupplung treten, Gang raus auf neutral, Kupplung loslassen, Gasstoß, Kupplung treten, Wunschgang einlegen.... Klingt kompliziert, wenn man es kann geht das aber blitzschnell.

Weiterer Tipp wenn du den Wagen was gutes tun willst. Ölwechsel einmal im Jahr oder nach 10-15.000km. VW502 00 5W40 A4/B3 bekommt du 5L für unter 25€.

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Zitat:

@Deti4000 schrieb am 14. Dezember 2019 um 14:27:40 Uhr:

Irgendwie willst du den Kolben und die Lager vermenschlichen, daher kommt da auch nichts Sinnvolles raus.

Sachliches Gegenargument. ;)

Was ist denn an meinem letzten Post falsch?

Ist es denn nun schädlicher oder besser für den Motor den vierten Gang zu wählen. Ist es schädlicher, warum?

 

Gruß

Uwe

Zitat:

@Uwe Mettmann schrieb am 14. Dezember 2019 um 14:37:25 Uhr:

Ist es denn nun schädlicher oder besser für den Motor den vierten Gang zu wählen. Ist es schädlicher, warum?

Vielleicht. Wenn, dann wegen der höheren Kolbengeschwindigkeit, die jedesmal an den Totpunkten auf Null gebracht werden muss, und dies auch noch viel häufiger. Rechne doch anhand der Motordaten aus, welche Kolbengeschwindigkeit bei 2100 und welche bei 3000 Umdrehungen anliegt und wie oft die jeweils auf 0 gebremst und wieder auf volle Geschwindigkeit beschleunigt werden muss. Dann fällt dir vielleicht auch ein Vergleich mit der menschlichen Hand ein.

Abgebremst und beschleunigt im Sinusverlauf, das ist keine schlagartige Belastung.

Jetzt wird also im Trüben gefischt. Eine Wohlfühldrehzahl für einen Benzinmotor von 3000 U/min ist also schädlich.

 

Nun gut, lassen wir es dabei.

 

Gruß

Uwe

Der Motor des TE hat einen Hub von 77,4 mm. Das ergibt eine mittlere Kolbengeschwindigkeit von

ca. 20 km/h bei 2100 Umdrehungen

ca. 28 km/h bei 3000 Umdrehungen

2100 Umdrehungen sind 4200 Takte, 3000 Umdrehungen sind 6000 Takte.

Bei 2100 Umdrehungen wird der Kolben pro Minute 4200 mal auf 20 km/h beschleunigt und 4200 mal wieder auf 0 abgebremst, also insgesamt 8400 mal. Das sind pro Sekunde 140 Brems-/Beschleunigungsvorgänge 20-0-20-0 usw.

Bei 3000 Umdrehungen wird der Kolben pro Minute 6000 mal auf 28 km/h beschleunigt und 6000 mal wieder auf 0 abgebremst, also insgesamt 12000 mal. Das sind pro Sekunde 200 Brems-/Beschleunigungsvorgänge 28-0-28-0 usw.

Bei der höheren Drehzahl hat also der Motor eine höhere Kolbengeschwindigkeit und diese muss auch noch öfter auf Null gebremst und dann wieder erreicht werden.

Davon geht natürlich der Motor nicht kaputt, aber es ist nicht erkennbar, warum das die "Wohlfühldrehzahl" sein soll oder warum diese Drehzahl verschleißärmer als 2100 Umdrehungen sein soll. Das gilt auch bei kaltem Motor.

Nochmal, Abbremsen und Beschleunigen im Sinusverlauf ist keine schlagartige Belastung. Schaue dir mal einen Sinus an. Es wir langsam bis 0 abgebremst und dann langsam wieder beschleunigt. Das zu vergleichen mit einer Explosion, die schlagartig eine hohe Kraft auf den Kolben und somit die Lager ausübt, na ich weiß nicht.

3000 U/min laufen gerade Motoren auf der Autobahn viele km und gerade diese halten meist mehrere 100.000 km.

Gerade jemand, der in den Raum stellt, diese Wohlfühldrehzahl könnte den Verschleiß fördern, sollte die Argumente anderer nicht als Unsinn bezeichnen. ;)

Im Übrigen habe ich nicht behauptet, dass die Drehzahl von 2100 U/min verschleißfördernd sein könnte, sondern es geht um die hohe Last bei dieser Drehzahl, so dass der Motor sogar gequält brummt.

 

Aber ich sehe, wir kommen nicht weiter. Die Argumente sind dargelegt, soll der TE diese selber bewerten, denn es ist sein Auto.

 

Gruß

Uwe

Die Kolbengeschwindigkeit, die ich angegeben habe, war die mittlere Geschwindigkeit. Sie ist also bei manchen Kurbelwinkeln kleiner, an anderen dafür größer und sie ist allenfalls näherungsweise sinusförmig.

Die Verbrennung ist übrigens auch keine Explosion, die schlagartig wirkt, sondern sich allmählich ausbreitet - natürlich in den Relationen eines schnelldrehenden Motors betrachtet.

Bei typisch 33° Frühzündung bei hoher Drehzahl und Gas ist die Dauer der Verbrennung ("Explosion") an sich wenigstens 50° Kurbelwinkel weit, eher mehr. Eine echte Explosion wäre klingeln und klopfen. Und dass das "nicht gut" ist - unbestritten.

@GaryK

Hallo Gary,

wie siehst du denn die Situation, Saugermotor 100 PS, 2100 U/min, Steigung 6%, Motor, brummt und der Last im fünften Gang. Ist es da besser in den vierten zu schalten oder im fünften zu bleiben?

 

Gruß

Uwe

Wozu schalten? Ich wohn in den Mittelgebirgen, bin teilweise mit 1300 Touren die Berge hoch. V6 statt R4, aber sch**** drauf. Mein aktueller Automat schaltet ab 2000 typisch hoch. Weil er es kann.

Davon ab, wenn du dir den Verbrauch ansiehst bei diesem gefühlt hunderte Kilometer langen täglichen Teilstück - eh akademisch. Wer mag, der schaltet und wer nicht, der schaltet nicht. Merkste nicht.

Gary, richtig, ob nun 6 oder 4 Zylinder ist egal. Ich würde da auch nicht schalten, weil mein Auto selbst bei 1500 U/min noch 150 PS liefern kann, also eine Steigung von 6% locker nimmt und dazu nur einen Bruchteil dieser Leistung benötigt wird. Dies ist bei deinem Auto ähnlich.

Anders sieht es bei dem Fahrzeug des TEs aus, das nur 100 PS hat, bei 2100 U/min vermutlich unter 30 PS und unter der Belastung (beim Beschleunigen) schon brummt.

Was ist besser, trotzdem im fünften Gang weitere oder in den vierten schalten.

Wie bereits geschrieben, ich würden den vierten Gang wählen.

Ich kenne das noch von früher, von den Kassler Bergen. 3/4 Gas und man konnte die Geschwindigkeit gerade so halten. Der Motor hat gequält gegrummelt. Das zu hören tat mir fast weh und ich habe daher immer einen Gang runtergeschaltet.

 

Gruß

Uwe

Ich weiß, dass du nicht mich gefragt hast, aber warum soll es bei deinem Auto unschädlich sein, obwohl da schon 150 statt 30 PS anliegen? Nach deiner Schlag-auf-die Hand-Theorie haust du dir doch 5-mal so fest auf die Hand, die auf dem Tisch liegt und nicht ausweichen kann. ;)

Eine niedrige Motorleistung ist doch gerade keine Belastung.

Zitat:

Bei 3000 Umdrehungen wird der Kolben pro Minute 6000 mal auf 28 km/h beschleunigt und 6000 mal wieder auf 0 abgebremst, also insgesamt 12000 mal. Das sind pro Sekunde 200 Brems-/Beschleunigungsvorgänge 28-0-28-0 usw.

Bei der höheren Drehzahl hat also der Motor eine höhere Kolbengeschwindigkeit und diese muss auch noch öfter auf Null gebremst und dann wieder erreicht werden.

Davon geht natürlich der Motor nicht kaputt, aber es ist nicht erkennbar, warum das die "Wohlfühldrehzahl" sein soll oder warum diese Drehzahl verschleißärmer als 2100 Umdrehungen sein soll. Das gilt auch bei kaltem Motor.

Ist doch ganz einfach.

Die Fliehkräfte sind an den Totpunkten bei 3000U/min noch nicht so brachial. Der Kolben selber entflieht aber mit höherer Abwärtsgeschw. dem Explosivdruck des Arbeitstaktes, wodurch die Druckbelastung der Verbrennung auf die Lager und Pleuel geringer ist.

Hinzu kommt, das bei geringerer Drehzahl und identischer Leistungsabgabe ein höheres Drehmoment anliegt, welches natürlich mit noch mehr Kraft, die gleichzeitig länger pro 4.Takt wirkt, auf den Kolbenboden drückt.

Mal ein ganz einfaches einfaches anschauliches Gedankenspiel.

Du legst einen Ball vor einer Wand und lässt ein größes, plötzlich auftretenes Kraftmoment in Richtung Wand auf ihn einwirken. Im anderen Fall gibt es diese Wand nicht, so das der Ball diesem Kraftmoment entfliehen kann.

Und kalten Motor kann ich aus dem Eingangspost sowieso nicht entnehmen. Da steht was von anfänglich 70° Wassertemperatur, bevor es einen steileren Berg hinauf geht.

Zitat:

@Deti4000 schrieb am 14. Dezember 2019 um 17:20:40 Uhr:

Ich weiß, dass du nicht mich gefragt hast, aber warum soll es bei deinem Auto unschädlich sein, obwohl da schon 150 statt 30 PS anliegen?

Sorry, dass muss dir doch klar sein.

Die Pleuellager meines Autos sind natürlich für ganz andere Belastungen ausgelegt. Die Kurbelwelle von meinem Auto kann bis zu 700 Nm vertragen. Gib dieses Drehmoment mal auf die Kurbelwelle des 100 PS Motors, der nur ein maximales Drehmoment von 148 Nm abgeben kann. Was wird wohl passieren? Vergleichbares gilt natürlich auch für die anderen Teile des Motors, so z.B. für die Pleuellager.

 

Gruß

Uwe

Lass den brummen. Wenns ein Problem gibt (wie mit dem ZMS) macht der eh "aus". Hast halt Kolbenmitteldruck, geht nicht anders. Und ich glaub im Leben nicht, dass das den Lagern oder gar der Kurbelwelle schadet. Die mittels Torsion dauerhaft zu schädigen geht quasi nicht.

Zitat:

@Rainer_EHST schrieb am 14. Dezember 2019 um 17:21:51 Uhr:

Und kalten Motor kann ich aus dem Eingangspost nicht entnehmen.

Siehe Betreffzeile. Das Öl wird noch nicht volle Betriebstemperatur haben. Aber das spielt bei 2100 Umdrehungen alles keine Rolle. Solange ein tragfähiger hydrodynamischer Schmierkeil die Bauteile in den Lagern voneinander trennt, und das tut er, ist es ganz egal, wie schnell der Kolben dem Verbrennungsdruck davon eilt.

Da könnt ihr mit den Händen schlagen oder Bälle vor Wände legen, so viel ihr wollt. ;)

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