Ist Volvo wirklich (noch) Premium?

Volvo V60 2 (F)

Ist Volvo wirklich Premium?

Seitdem ich den V60 D5 AWD GT Summum (mein dritter Volvo) mein Eigen nennen kann, frage ich mich mittlerweile wegen einiger kleinerer und größerer Unzulänglichkeiten am Auto, ob Volvo seinem eigenen Anspruch, zu den Premium-Herstellern zu gehören, gerecht wird. Immerhin hat mein Elch einen Listenpreis um 60K €. Da kann man schon was erwarten. Aber was eigentlich? Was bedeutet eigentlich Premium und woran kann man das heute festmachen? Ist es der Preis, die Größe? Sind es bestimmte Features oder Funktionen? Oder ist es auch ein Gefühl das sich beim Kunden einstellen muss? Wenn ich sehe, dass das meiste zwar gut ist, aber die Details dann doch nicht, bin ich am Zweifeln. Premium ist zunächst meistens teurer und sollte doch eigentlich dafür "das etwas mehr, etwas durchdachter, etwas besser" bieten. Aber ist es bei den aktuellen Modellen wirklich so?

Ein paar Beispiele: Die Sprachsteuerung für Telefon und Navi. Ich habe das Gefühl, dass das andere (nicht-Premium-Hersteller) auch und zum Teil besser können. Jedenfalls nervt mich das Ding regelmäßig, weil es mich so schlecht versteht und so nervtötend langsam und umständlich ist. Ich nutze das eigentlich kaum noch. Oder das umständliche Eingeben (mit dem Stellrad) und Abspeichern von Zielen im Navi. Gefühlt ist jede zweite Adresse, die man eingeben will nicht vorhanden, meistens ist es die Hausnummer, die nicht akzeptiert wird. Von vielen funktionalen Fehlern im Detail im Navi will ich gar nicht weiter reden. Da sind doch einige Nachlässigkeiten im Detail. Es nervt mich, wenn bei der Rückwärtsfahrt der schwarze Kasten mit der Meldung Verkehrsfunk großflächig in das Kamerabild eingeblendet wird. Es nervt mich, wenn die Navi-Stimme in die Verkehrsdurchsage reinquatscht. Es nervt mich, wenn Volvo stolz mitteilt, das der neue D5 (215 PS) mehr Leistung bei weniger Verbrauch bietet und ich feststelle, dass ich mit 180 PS genauso schnell war und weniger verbraucht habe. Was ist mit den 35 PS mehr, immerhin rund 20% mehr Leistung, passiert?
Das alles sind nur sogenannte Kleinigkeiten. Aber ist nicht das durchdachte Funktionieren dieser Kleinigkeiten das, was Premium ausmacht? Wenn man erkennt, dass sich da jemand, der richtig gut ist, gute Gedanken gemacht und diese auch umgesetzt hat? Bis ins Detail?

Für mich bedeutet Premium unter anderem:

• Ernsthaftes Nachverfolgen der Anliegen der Kunden, insbesondere, wenn "richtige" Fehler in der Funktion im System sind.
• Der Kaffee, den ich bekomme, wenn ich zum Händler gehe, die freundliche Bedienung, der innen und außen gereinigte Wagen nach dem Werkstattbesuch.
• Durchdachte Lösungen bis ins Detail, also z.B. nicht nur viele Funktionen in der Software, sondern auch die sinnvolle Gestaltung der Benutzerführung, die Ergonomie.
• Die gute Haptik der Bedienelemente. Es muss sich gut anfühlen.
• Das Wohlfühlen im Auto. Bei mir entscheidet sich das innerhalb von einer Sekunde, ob ein Auto für mich grundsätzlich in Frage kommt oder nicht, sobald ich mich reinsetze.
• Das Wohlfühlen auch nach mehreren Stunden Fahrt aufgrund z.B. einer guten Klimatisierung und bequemer Sitze.

Oder liege ich da vollkommen falsch?

Was meint Ihr?

Beste Antwort im Thema

Hallo zusammen, bei mir wird es wie so oft ein wenig ausführlicher. Ich versuche aber zu erklären, warum Volvo „mein“ Premium Hersteller ist.
Ich definiere „Premium“ immer als die Gesamtheit aus dem Auftreten und dem Umgang der Werkstatt mit uns Kunden und mit der Qualität und Funktionalität des Fahrzeugs. Hier habe ich bei Volvo in Summe den besten Kompromiss gefunden. Ich hatte vor meinem V70 (07/12) einen Audi mit einem nicht ganz geringen Listenpreis. Nach der Neuwagenabholung hat der Service bei Audi geendet. Ich war nicht mit Namen bekannt, jeder Besuch beim Händler war für mich unangenehm. Ich bin IT-Projektleiter und gleichzeitig auch Gesellschafter in einem mittelständischen Softwareunternehmen, trage aber so gut wie immer (sofern es gewisse Kundentermine nicht doch erfordern) Turnschuhe, Jeans und T-Shirt. Mich hat bei Audi keiner dieser Schnösel Verkäufer und Service-Mitarbeiter mit dem „Arsch“ angesehen. Alles noch OK, damit konnte ich irgendwie leben, als ich dann aber vergangenes Jahr einen Vorführer VW Touran für meine Frau kaufen wollte und um den Preis verhandelte, teilte mir die freundliche Verkäuferin im Hosenanzug mit, dass dieser nicht zu verhandeln wäre und auf Leute wie mich als Kunde „kein Wert gelegt werde“. Diese Aussage traf mich dann doch etwas unerwartet, hatte ich doch eben bei dieser Dame 1,5 Jahre zuvor für rund 50tsd Euro einen gut ausgestatteten A4 Avant quattro gekauft. Für mich war damit das Thema Audi/VW absolut durch und ich hatte in dieser Niederlassung dann auch gleich meinen noch zuvor vereinbarten Termin zur 60tsd km Inspektion abgesagt. Damit konnten diese Audianer gar nicht umgehen und haben mir mit dem Anruf ihrer Geschäftsführung bei meinem „Chef“ gedroht, was dann auf meine Bitte auch erfolgte. Die Situation schien zu eskalieren. Zu deren Leidwesen wurde den feinen Herren und Damen von Audi nur mitgeteilt, dass der Herr N. (meine Person) sein Partner ist und mit seinem Auto tun und lassen kann was er will. Die Audianer redeten sich dann peinlich berührt raus („Missverständnis“ usw. …). Mittlerweile haben wir all unsere Firmenfahrzeuge (14) dort abgezogen.
Ähnliche Erlebnisse hatte ich jetzt dieses Jahr auch bei den anderen deutschen „Premium“ Herstellern BMW und Mercedes als Nachfolger für den Audi. Auf der Suche nach einem 5er hatten die Herren keine Zeit für eine Probefahrt, konnten mir auch keinen Termin nennen, ich sollte mich in 2-3 Wochen noch mal melden. Auf die Bitte hin mir schon einmal ein Angebot zu erstellen, wurde nicht eingegangen. Bei Mercedes liebäugelte ich mit dem GLK, hier stellte mir ein und dieselbe Niederlassung für ein identisches Fahrzeug 2 Angebote (2. Angebot war dann die Kalkulation des Kaufvertrags). Diese differierten um rund 7500Euro. Mit der Aussage des Verkäufers „man kann es ja mal versuchen“, habe ich die Niederlassung verlassen. Meine anderen Liebeleien mit einem Skoda Superb lassen wir mal lieber unter den Tisch fallen. Bei Volvo, die waren direkt neben dem BMW Händler, dorthin bin ich dann direkt marschiert (mit Turnschuhen T-Shirt und Jeans), wurde ich sofort freundlich empfangen, Probefahrten waren kein Problem (XC60, V70). Damit war auch schnell die Entscheidung gefallen. Ich war jetzt noch zweimal da um andere Fußmatten zu kaufen und das Licht nachzujustieren. Jeder kannte mich und Firma mit Namen. Beim Lichtjustieren (konnte wohl nicht gleich erledigt werden) wurde mir Kaffee, kostenloser Leihwagen oder Fahrdienst, Autowäsche usw. angeboten. Ich war beeindruckt und habe das auch der Firmenleitung dankend und lobend mitgeteilt.
Probefahrten helfen im Übrigen ungemein um festzustellen, ob die „Schwächen“ eines Fahrzeugs akzeptabel sind. Ich fand das Audi MMI und den Audi Regensensor besser als die vergleichbaren Volvo Lösungen. Aber für mich war dies kein KO Kriterium. Wenn nicht muss ich mich als Kunde im Vorfeld umorientieren. Die Gesamtheit Volvo gefällt und ist für mich nach meinen Erlebnissen „Premium“. Sorry für die Ausschweife.

avaj

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Zitat:

Original geschrieben von Gigamax



Ich habe meinen Volvo in Jeans und Poloshirt gekauft. Der Verkäufer hat sich in keinster Weise abschätzig oder gar arrogant verhalten. Ganz im Gegenteil zu den Herrn der Ringe und blauweisen Bajuwaren. Ich durfte sogar direkt probefahren und man hat sich viel Zeit genommen.

Darum ist für mich Volvo premium.

Ja, das kenne ich...

Ein Freund von mir wollte sich den A4 Quattro kaufen und Probefahren.
Er (kein Osteuropäer) geht in Jogginghose und Sweatshirt zum Verkäufer, der guckt ihn von oben bis unten an und sagt " Sie sehen nicht so aus als ob Sie sich den Wagen leisten können".

Für einen anderern Bekannten von mir kam die C-Klasse in Frage. Beim Gespräch kam dann die Frage nach einer Inzahlungnahme. Welches Auto wollen Sie denn in Zahlung geben ? Draussen den Escort..
Der Verkäufer dreht sich rum, schüttelt den Kopf und lässt meinen Bekannten einfach da stehen.

Noch Fragen?

Andreas

Zitat:

Für einen anderern Bekannten von mir kam die C-Klasse in Frage. Beim Gespräch kam dann die Frage nach einer Inzahlungnahme. Welches Auto wollen Sie denn in Zahlung geben ? Draussen den Escort..
Der Verkäufer dreht sich rum, schüttelt den Kopf und lässt meinen Bekannten einfach da stehen.

Eigentlich müsste man solche Leute dem Vertriebsvorstand von Mercedes oder BMW melden... aber wenn man sich über jede Nase mit schlechten Service beschweren will, dann vergeht einfach zu viel kostbare Zeit... Diese arroganten Typen werden vermutlich über ihr Gehalt abgestraft, da doch ein Großteil variabel und damit vom Vertriebserfolg abhängig ist. Wir waren bei allen Autohäusern in Jeans und Poloshirt etc., mit einem älteren Zweitwagen ... haben dann aber cash gezahlt :-PPP Wenn man genug Zeit hätte, müssten man dann mit dem Neuwagen bei den arroganten Typen vorfahren, aber auf der anderen Seite: Zu viel Liebesmühe für solche Idioten.

Ok, das Service-Thema haben wir jetzt, ich denke, hier braucht sich Volvo wirklich nicht zu verstecken.

Aber was ist nun mit den Autos? Sind die technisch wirklich von den drei üblichen Verdächtigen entfernt?

Ok, das Thema Getriebe ist klar. Aber sonst?
Motoren? Ein 6-Zylinder Diesel fehlt, aber gegen die schwachbrüstigen 4-Zylinder hat Volvo doch die Nase vorn.
Navi? Die großen Lösungen von Audi (MMI plus) und BMW (Nav prof) sind eindeutig besser als die Volvo-Lösung. Die kleineren Varianten aber bieten m. E. aber sogar weniger, kosten aber deutlich mehr.
Assistenzsysteme? Ist Volvo klar vorn.
Und sonst? Ist das Leder bei den anderen etwa dicker? Oder der Stoff straffer? Oder die verwendeten Materialien besser? Der Lack dicker?

Und ist ein Volvo zu teuer, wenn er fast soviel kostet wie ein Audi, dafür aber auch auf Augenhöhe liegt? Oder ist ein BMW am Ende sein Geld gar nicht wert, weil er gar nicht so viel besser ist?

Fragen über Fragen ...

Vom erzbmw

Zitat:

Original geschrieben von Gigamax


Er (kein Osteuropäer) geht in Jogginghose und Sweatshirt zum Verkäufer, der guckt ihn von oben bis unten an und sagt " Sie sehen nicht so aus als ob Sie sich den Wagen leisten können".

... sorry, aber ich würde in Jogginghose gerade mal abends im Dunkeln die Mülltonne rausstellen, aber sicher nicht in ein Autohaus damit gehen. 😰

Nichts desto trotz ist die Reaktion des Verkäufers schlicht dumm.

Schönen Gruß
Jürgen

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Zitat:

Original geschrieben von gseum



Zitat:

Original geschrieben von Gigamax


Er (kein Osteuropäer) geht in Jogginghose und Sweatshirt zum Verkäufer, der guckt ihn von oben bis unten an und sagt " Sie sehen nicht so aus als ob Sie sich den Wagen leisten können".
... sorry, aber ich würde in Jogginghose gerade mal abends im Dunkeln die Mülltonne rausstellen, aber sicher nicht in ein Autohaus damit gehen. 😰

Nichts desto trotz ist die Reaktion des Verkäufers schlicht dumm.

Schönen Gruß
Jürgen

Warum legst Du mir Sachen in den Mund, die ich gar nicht geschrieben habe? 😉

Zitat:

Original geschrieben von erzbmw


Ok, das Service-Thema haben wir jetzt, ich denke, hier braucht sich Volvo wirklich nicht zu verstecken.

Aber was ist nun mit den Autos? Sind die technisch wirklich von den drei üblichen Verdächtigen entfernt?

Ok, das Thema Getriebe ist klar. Aber sonst?
Motoren? Ein 6-Zylinder Diesel fehlt, aber gegen die schwachbrüstigen 4-Zylinder hat Volvo doch die Nase vorn.
Navi? Die großen Lösungen von Audi (MMI plus) und BMW (Nav prof) sind eindeutig besser als die Volvo-Lösung. Die kleineren Varianten aber bieten m. E. aber sogar weniger, kosten aber deutlich mehr.
Assistenzsysteme? Ist Volvo klar vorn.
Und sonst? Ist das Leder bei den anderen etwa dicker? Oder der Stoff straffer? Oder die verwendeten Materialien besser? Der Lack dicker?

Und ist ein Volvo zu teuer, wenn er fast soviel kostet wie ein Audi, dafür aber auch auf Augenhöhe liegt? Oder ist ein BMW am Ende sein Geld gar nicht wert, weil er gar nicht so viel besser ist?

Fragen über Fragen ...

Vom erzbmw

Hallo,

also Design laß ich mal außen vor ist ja eh Geschmackssache und somit sieht das eh jeder anders. Also ich hab vor kurzem mit einem XC 70 geliebäugelt aber hab dann am Schluß nichts gekauft weil mich nichts so richtig überzeugt hat und fahre meinen A6 jetzt weiter weil an dem einfach nichts kaputt geht. Warte auf den Kracher der nichts braucht und geht ohne Ende
Nachteile Volvo:
Motor-Getriebe konnte gar nicht mithalten mit Audi und BMW war aber jetzt nicht so schlecht das man damit gar nicht klarkommt
Fahrwerk war eindeutig in schnellen Autobahnkurven zu schwammig. Auch mit ähnlichem Komfort können das andere eben besser
Navi, wie schon beschrieben kann mal nicht mithalten, wäre in meinen Augen der größte Nachteil
Anbindung Telefon / mit Außenantenne funken
Sitze könnten auch etwas Seitenkräfte aufnehmen
eingie Optionen gibts bei Volvo weder für Geld noch für gute Worte
Vorteile
Die Innenraummaterialien waren sehr robust, man schaut sich mal bei einigen Konkurenten die Ledersitze an!
Die Assistenzsysteme sind wirklich gut
Platzverhältnisse sind gut, vor allem im Kofferaum
Volvocall oder wie das Teil wieder heißt war Konkurenzlos, sauber gemacht mit Notruf und Fahrtenbuch, Fernsteuerung

Naja jetzt warte ich mal auf den "neuen" XC 70 und dann schau ich mal was Ford mit dem Mondeo so bietet und vielleicht kommt ja Audi von dem hohen Preisroß wieder runter oder BMW bietet bis dahin auch was an mit Platz an und ein neuer Passi mit ordentlich Dieseldampf soll ja auch kommen

Das Autohaus bei uns ist gut hab aber auch mit meiner Audiniederlassung keine Probleme eher mit der hochnäsigen Art von Audi selbst

Gruß

Wusler

Zitat:

Original geschrieben von erzbmw



Ok, das Service-Thema haben wir jetzt, ich denke, hier braucht sich Volvo wirklich nicht zu verstecken.

Aber was ist nun mit den Autos? Sind die technisch wirklich von den drei üblichen Verdächtigen entfernt?

Ok, das Thema Getriebe ist klar. Aber sonst?
Motoren? Ein 6-Zylinder Diesel fehlt, aber gegen die schwachbrüstigen 4-Zylinder hat Volvo doch die Nase vorn.
Navi? Die großen Lösungen von Audi (MMI plus) und BMW (Nav prof) sind eindeutig besser als die Volvo-Lösung. Die kleineren Varianten aber bieten m. E. aber sogar weniger, kosten aber deutlich mehr.
Assistenzsysteme? Ist Volvo klar vorn.
Und sonst? Ist das Leder bei den anderen etwa dicker? Oder der Stoff straffer? Oder die verwendeten Materialien besser? Der Lack dicker?

Und ist ein Volvo zu teuer, wenn er fast soviel kostet wie ein Audi, dafür aber auch auf Augenhöhe liegt? Oder ist ein BMW am Ende sein Geld gar nicht wert, weil er gar nicht so viel besser ist?

Klar, in den wesentlichen von Dir genannten Dingen hinkt Volvo hinterher. Die Motoren hören leistungsmäßig da auf, wo bei den großen 3 Deutschen bei den Dieseln die zweitschwächste und bei den Benzinern die drittschwächste Motorisierung im Prospekt steht. Automatikgetriebe, Navi: Auch klar. Individualisierungsmöglichkeiten: Da braucht man nur mal die Preisliste, bzw. das Preisbuch vom Audi A6 und BMW 5er zur Hand nehmen. Unglaublich, was es da für Firlefanz, aber auch tolle Details gibt, die bei Volvo weder für Geld, noch für gute Worte erhältlich sind. Alleine das Farbangebot bei Leder und Innenraum stellt einen vor die Qual der Wahl.

Wie sieht aber die Realität auf der Straße aus? Der Großteil fährt als C220 CDI, C180 Kompressor, A4 2,0 TDI, 2,0 TSI/TFSI, 320d, 320i, Q5 2,0 TDI, 2,0 TFSI, E220 CDI, 520d, A6 2,0 TDI usw. ohne Vollausstattung herum. Den Premiumglanz versprüht die Masse auf der Straße sicher nicht. Das geschieht nur durch die möglichen High-Tech- und Luxusoptionen und fette Varianten wie RS6, 63 AMG, M550d, A8 W12 etc., die zwar das Machbare demonstrieren, aber nur in homöopathischen Dosen in freier Wildbahn anzutreffen sind.

Kürzlich war eine Bekannte mit einem Mietwagen bei mir auf Arbeit. Das war ein aktueller A6 Avant 2,0 TDI. Ich habe mir den Wagen natürlich genau angeschaut. Halogenscheinwerfer, 300 km/h-Tacho beim 177 PS-Diesel, Stoffsitze, keine Alu- oder Holzleisten, billigstes Hartplastik an Sitz- und Türverkleidungen, Türeinstieg und Gepäckraum. Die Innenverkleidung der Heckklappe ist ein einziges, billiges Formteil ohne Teppicheinlage. Lediglich der große Navimonitor mit toller Grafik setzte einen Glanzpunkt im tristen, schwarzen Innenraum. Ansonsten nicht mal ein Hauch von Premium in der Hütte. Das zahlreich verbaute Billigplastik fiel mir schon in einem fett ausgestatteten A6 Avant im Audi-Zentrum trotz viel Bling-Bling negativ auf. Neben dem tristen Miet-A6 wirkte mein V70 Momentum mit bestens verarbeitetem und wohlriechendem Leder, Aluleisten, hochwertigen Kunststoffen und Teppich an der Heckklappenverkleidung plötzlich wie ein Luxusbomber. Rüstet man den A6 auf gleiches Niveau auf, kann ich aber nur max. Gleichstand erkennen, statt Distanz. Innenraumambiente konnte Audi beim alten A6 besser. Wenig Premium ist an meinem V70 allerdings der im Volvo-Werkskindergarten ausgeschnittene Dachhimmel und gelegentliches Knarzen und Knistern im Gebälk. Das können A6 und 5er aber auch, wenn man mal in deren Foren querliest.

Mit der o.g. Falscheinschätzung des Kunden durfte ich auch schon mal Erfahrung sammeln, das ist aber schon einige Jahre her. Ich war 22,5 Jahre jung und war bei Opel im Neuwagenbereich. Ich schlenderte mehrere Minuten um einen Astra GSi herum, öffnete und schloss die Türen und Kofferraum, machte mich also durch Geräusche aufmerksam. Die Verkäufer blickten ímmer wieder mal aus ihren verglasten Büros mit geschlossenen Türen in meine Richtung. Keine Reaktion. Erst als ich aktiv wurde, kümmerte man sich verhalten um mich. Was sie nicht wussten: Ich hatte eine Woche zuvor beim Prokuristen des Autohauses, der ein paar Tage zuvor sein neues Büro im Hauptgebäude bezogen hatte und daher nicht mehr dort saß, einen Astra GSi bestellt, welchen ich damals bei Auslieferung in bar bezahlt habe. Meine anschließende Beschwerde wirkte später Wunder.

Als ich vor knapp 2 Jahren auf der Suche nach einem neuen Wagen war, besuchte ich u.a. BMW in meiner Heimatstadt. Ich wurde sofort gefragt, ob man mir helfen könnte, winkte aber ab, da ich mich erst mal umschauen wollte. Als ich dann mehrere Minuten um einen X1 herumlief, offensichtlich Interesse bekundete, aber keiner der Verkäufer, die mich sehr wohl sahen und gemeinsam am Empfangstresen rumstanden, Anstalten machte, zu mir zu kommen, machte ich mich aus dem Staub. Dabei musste ich an Ihnen vorbei, aber niemand regte sich.

Bei Skoda machte man mir den Superb schmackhaft, der Verkäufer nahm sich viel Zeit und bot mir auch eine längere Probefahrt an, welche ich aber dankbar ablehnte (da der Superb einfach nicht "mein Auto" ist).

Ein Etage höher bei VW war es der Tiguan, welcher mich interessierte. Die Beratung war okay, Kaffee bekam ich auch angeboten. Aber verhandlungswillig war der Verkäufer nicht, rechnete mir eher vor, welche Marge er machen muss...?!? Was bitteschön soll das denn?

Bei Volvo schneiten wir nur per Zufall rein, da wir erst an diesem Tag durch einen Verkäufer bei Opel - die bei uns auch Honda, Citroen und... (?) verkaufen) - auf die Idee kamen, einen SUV zu kaufen. Bei Volvo fühlten wir uns sofort wohl. Der damalige Verkäufer war mir Feuer bei der Sache, man sah ihm seine eigene Begeisterung der Marke Volvo an. Zuvor war er bei BMW... Ein XC60 Testwagen von Freitag auf Samstag war kein Problem, aber einen DRIVe konnte man mir nicht besorgen. Und Kaffee gab es immer. Der Verkäufer bot uns sogar an, uns zur Vertragsunterzeichnung zu Hause abzuholen, als wir unseren alten Wagen schon verkauft hatten, um nicht mit dem ÖPNV zu fahren.

Auch heute noch werde ich sehr gut behandelt, wenn ich mal für Inspektion oder Garantieangelegenheiten vor Ort bin. Kaffee gibt es immer und die Mitarbeiter sind stets freundlich und bemüht, auch wenn ich schon mal nerven kann 😉 Unterlagen, welche bei Abholung des Fahrzeuges nach der Montage von Heico ausgehändigt werden mussten aber nicht fertig waren, wurden später nach Hause gebracht, da ich keine Zeit hatte, sie persönlich abzuholen.

Zitat:

Original geschrieben von Südschwede



Zitat:

Original geschrieben von erzbmw



Ok, das Service-Thema haben wir jetzt, ich denke, hier braucht sich Volvo wirklich nicht zu verstecken.

Aber was ist nun mit den Autos? Sind die technisch wirklich von den drei üblichen Verdächtigen entfernt?

Ok, das Thema Getriebe ist klar. Aber sonst?
Motoren? Ein 6-Zylinder Diesel fehlt, aber gegen die schwachbrüstigen 4-Zylinder hat Volvo doch die Nase vorn.
Navi? Die großen Lösungen von Audi (MMI plus) und BMW (Nav prof) sind eindeutig besser als die Volvo-Lösung. Die kleineren Varianten aber bieten m. E. aber sogar weniger, kosten aber deutlich mehr.
Assistenzsysteme? Ist Volvo klar vorn.
Und sonst? Ist das Leder bei den anderen etwa dicker? Oder der Stoff straffer? Oder die verwendeten Materialien besser? Der Lack dicker?

Und ist ein Volvo zu teuer, wenn er fast soviel kostet wie ein Audi, dafür aber auch auf Augenhöhe liegt? Oder ist ein BMW am Ende sein Geld gar nicht wert, weil er gar nicht so viel besser ist?

Klar, in den wesentlichen von Dir genannten Dingen hinkt Volvo hinterher. Die Motoren hören leistungsmäßig da auf, wo bei den großen 3 Deutschen bei den Dieseln die zweitschwächste und bei den Benzinern die drittschwächste Motorisierung im Prospekt steht. Automatikgetriebe, Navi: Auch klar. Individualisierungsmöglichkeiten: Da braucht man nur mal die Preisliste, bzw. das Preisbuch vom Audi A6 und BMW 5er zur Hand nehmen. Unglaublich, was es da für Firlefanz, aber auch tolle Details gibt, die bei Volvo weder für Geld, noch für gute Worte erhältlich sind. Alleine das Farbangebot bei Leder und Innenraum stellt einen vor die Qual der Wahl.

Wie sieht aber die Realität auf der Straße aus? Der Großteil fährt als C220 CDI, C180 Kompressor, A4 2,0 TDI, 2,0 TSI/TFSI, 320d, 320i, Q5 2,0 TDI, 2,0 TFSI, E220 CDI, 520d, A6 2,0 TDI usw. ohne Vollausstattung herum. Den Premiumglanz versprüht die Masse auf der Straße sicher nicht. Das geschieht nur durch die möglichen High-Tech- und Luxusoptionen und fette Varianten wie RS6, 63 AMG, M550d, A8 W12 etc., die zwar das Machbare demonstrieren, aber nur in homöopathischen Dosen in freier Wildbahn anzutreffen sind.

Kürzlich war eine Bekannte mit einem Mietwagen bei mir auf Arbeit. Das war ein aktueller A6 Avant 2,0 TDI. Ich habe mir den Wagen natürlich genau angeschaut. Halogenscheinwerfer, 300 km/h-Tacho beim 177 PS-Diesel, Stoffsitze, keine Alu- oder Holzleisten, billigstes Hartplastik an Sitz- und Türverkleidungen, Türeinstieg und Gepäckraum. Die Innenverkleidung der Heckklappe ist ein einziges, billiges Formteil ohne Teppicheinlage. Lediglich der große Navimonitor mit toller Grafik setzte einen Glanzpunkt im tristen, schwarzen Innenraum. Ansonsten nicht mal ein Hauch von Premium in der Hütte. Das zahlreich verbaute Billigplastik fiel mir schon in einem fett ausgestatteten A6 Avant im Audi-Zentrum trotz viel Bling-Bling negativ auf. Neben dem tristen Miet-A6 wirkte mein V70 Momentum mit bestens verarbeitetem und wohlriechendem Leder, Aluleisten, hochwertigen Kunststoffen und Teppich an der Heckklappenverkleidung plötzlich wie ein Luxusbomber. Rüstet man den A6 auf gleiches Niveau auf, kann ich aber nur max. Gleichstand erkennen, statt Distanz. Innenraumambiente konnte Audi beim alten A6 besser. Wenig Premium ist an meinem V70 allerdings der im Volvo-Werkskindergarten ausgeschnittene Dachhimmel und gelegentliches Knarzen und Knistern im Gebälk. Das können A6 und 5er aber auch, wenn man mal in deren Foren querliest.

Hallo,

also beim A6 oder 5er sind meist Diesel verbaut mit mehr als 200PS, beim A6 ist der 2.0tdi eher die Ausnahme meist ist da ein 3.0tdi unter der Haube.
Ob jetzt der eine das schönere Plastik hat oder nicht da würde ich jetzt nicht entscheiden wollen aber auch in meinen Augen ist es so das wenn der Audi schön aussehen sollte dann kostet das Geld. Was auch so ist das der neue A6 von der Verarbeitung nicht mehr das ist wie der alte, der extrem gut war. Ich sehe das bei meinem A6 jetzt geht er ins 5te Jahr bald 200tkm drauf und immer noch wie eine Burg und man sieht dem Atuo weder das Alter an noch die Kilometer. Das kann aber ein Volvo nach meiner Erfahrung ähnlich gut

Gruß

Wusler

Premium ist doch an sich totaler Blödsinn. Als die Fahrzeuge sich von einander nicht mehr durch ihre Eigenschaften unterscheiden konnten, musste eben etwas anderes her. Mittlerweile bieten doch nahezu alle Hersteller in nahezu jeder Nische Modelle an. Die Autos sind heute alle sehr zuverlässig und es sticht kaum noch einer nach oben raus. Es bieten fast alle angenehme Innenräume, viel Ausstattung, Sicherheit, sparsame 4-Zylinder-Einheitsmotoren etc. Wo liegt genau der Vorteil eines A250 Sport gegenüber einem Renault Mégane GT?
Die drei deutschen Hersteller noblerer Automobile hatten vor einigen Jahren mal klare Schwerpunkte. BMW war sportlich, Mercedes komfortabel und Audi, naja, eben Audi. Wo ist heute der BMW M1? Der kommt als SLS AMG und R8 aus Stuttgart und Ingolstadt. Wo ist der seidige Komfort eines kleinen Mercedes, wo die A-Klasse härter ist als der letzte 1er mit M-Sportfahrwerk? Wo ist im aktuellen A3 der edle Innenraum, bietet der ausgelaufene Golf VI die gleichen Materialien und Spaltmaße? Die Hersteller müssen halt immer versuchen dem anderen Marktanteile abzugraben. Die Produkteigenschafte reichen dafür nicht mehr aus, also muss mit einem riesen Marketingaufwand versucht werden dem potentiellen Kunden, gehirnwäschenartig, eine Mehrleistung einzureden. Diese erreicht man über Werte abseits der Autos. Wer BMW fährt ist automatisch eine Größe im Motorsport. Wer Audi fährt hat ungefragt hippe Hobbies und wer Mercedes fährt ist modisch und setzt Trends. Wodurch kommt's? Ausgesuchtes Sponsoring, das weit darüber hinaus geht den eigenen Namen bekannter zu machen. Man verschafft sich damit künstiliche Markenwerte, man erfindet sogar eine Marke. Ich war vor ein paar Wochen auf der i-born Präsentation von BMW in Düsseldorf. Man hat zum Thema Nachhaltigkeit der neuen i-Modelle eine Jundesighering eingeladen, die aus alten Poltern und Klamotten neue, hippe und teure Kleidungsunikate zaubert. Ein Filz-Schneider war zu Gast und hat seine modischen Taschen präsentiert, die alles besser können, als der bekannte Jutebeutel. Es war ein Architekt eingeladen, der nachhaltig Großstädte umkrempelt. Ökologisch sinnvoll oder nicht, da kommt ein neuer Betonklotz hin. Dann gab es da noch den Interiour-Designer der i-Modelle. Auch er war vollkommen nachhaltig, alles war neu, die Autos der letzte Schrei. Das Leder umweltfreundlich gegerbt, das Holz aus heimischer Produktion und nachhaltig gebleicht. Alles super, aber das so ein Elektromonster eine vielfach schlechtere Gesamtökobilanz hat als ein X6M interessierte im nachhaltig eingenebelten Publikum niemanden.
Was hat die ganze Premiumblase also mit dem Produkt zu tun? Nur einen einzigen Grund: Es gibt etwas, worauf der Nachbar neidisch ist. Und dafür legen viele ein Bündel 100er extra auf den Tisch.

Für mich war Volvo noch nie im klassischen Sinne "Premium" und wird es wohl auch nicht werden. Dafür ist der Hersteller zu wenig Marke und zu leise, zu wenig arrogant und legt die Prioritäten falsch. Mit spießiger Sicherheit kann man keinen neureichen Aufsteiger anlocken.

Das spiegelt sich auch in den oben genannten Problemen wieder. Mit Premium hat das nichts zu tun, wohl aber damit, dass einige Unzulänglichkeiten das Preis-/Leistungs-Verhältnis in eine unschöne Richtung rutschen lassen. Aber auch wenn TMC mich nicht um einen Stau herumbeamt (und ich vielleicht mal selbst auf die Karte schauen müsste ...), es Stellen gibt, wo der Handyempfang schlechter wird und die Valium-Schwedin mich beim Diktieren einer Telefonnummer für geistig umnachtet zu halten scheint, fühle ich mich total premium beim Aussteigen nach 1.000km.

Zitat:

Original geschrieben von Gigamax


Warum legst Du mir Sachen in den Mund, die ich gar nicht geschrieben habe? 😉

... sorry, da hatte ich den Post falsch editiert und den andreasp36 rausgelöscht. 😮

Schönen Gruß
Jürgen

Zitat:

Original geschrieben von Benjamin2111



...fühle ich mich total premium beim Aussteigen nach 1.000km.

Diesen Satzteil finde ich einfach herrlich. 😁 Geht mir genauso. Ich habe schon einige Autos besessen und gefahren, aber die Sitze in meinem V70 sind die besten, auf denen mein edles Gesäß jemals geruht hat. Entspanntes Aussteigen nach mehreren 100 Kilometern dank der Sitze und einem komfortablen statt "sportlichen" Fahrwerk ist Premium und genau das, was ich mir von einem Reiseauto wünsche.

Zitat:

Original geschrieben von Südschwede



Zitat:

Original geschrieben von Benjamin2111



...fühle ich mich total premium beim Aussteigen nach 1.000km.
Diesen Satzteil finde ich einfach herrlich. 😁 Geht mir genauso. Ich habe schon einige Autos besessen und gefahren, aber die Sitze in meinem V70 sind die besten, auf denen mein edles Gesäß jemals geruht hat. Entspanntes Aussteigen nach mehreren 100 Kilometern dank der Sitze und einem komfortablen statt "sportlichen" Fahrwerk ist Premium und genau das, was ich mir von einem Reiseauto wünsche.

Hallo,

und ihr meint echt das gibt es bei anderen Marken nicht? Na denn

Gruß

Wusler

Es mag sein, dass andere das bei anderen Marken auch so empfinden.

Ich bin auch jedes Mal beeindruckt und neugierig, wenn ich in einen Audi oder BMW einsteige. Im Alltag bewegt bin ich die Dinger aber schnell Leid. Besonders nervende Beispiele: VW Sharan, Audi S3 und BMW X1. 😉

Könnte mal bitte jemand VCG aus dem Dornröschenschlaf wecken, in diesem Thread wird gerade Pflichtlektüre geschrieben. 😁

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