Ist Volvo wirklich (noch) Premium?
Ist Volvo wirklich Premium?
Seitdem ich den V60 D5 AWD GT Summum (mein dritter Volvo) mein Eigen nennen kann, frage ich mich mittlerweile wegen einiger kleinerer und größerer Unzulänglichkeiten am Auto, ob Volvo seinem eigenen Anspruch, zu den Premium-Herstellern zu gehören, gerecht wird. Immerhin hat mein Elch einen Listenpreis um 60K €. Da kann man schon was erwarten. Aber was eigentlich? Was bedeutet eigentlich Premium und woran kann man das heute festmachen? Ist es der Preis, die Größe? Sind es bestimmte Features oder Funktionen? Oder ist es auch ein Gefühl das sich beim Kunden einstellen muss? Wenn ich sehe, dass das meiste zwar gut ist, aber die Details dann doch nicht, bin ich am Zweifeln. Premium ist zunächst meistens teurer und sollte doch eigentlich dafür "das etwas mehr, etwas durchdachter, etwas besser" bieten. Aber ist es bei den aktuellen Modellen wirklich so?
Ein paar Beispiele: Die Sprachsteuerung für Telefon und Navi. Ich habe das Gefühl, dass das andere (nicht-Premium-Hersteller) auch und zum Teil besser können. Jedenfalls nervt mich das Ding regelmäßig, weil es mich so schlecht versteht und so nervtötend langsam und umständlich ist. Ich nutze das eigentlich kaum noch. Oder das umständliche Eingeben (mit dem Stellrad) und Abspeichern von Zielen im Navi. Gefühlt ist jede zweite Adresse, die man eingeben will nicht vorhanden, meistens ist es die Hausnummer, die nicht akzeptiert wird. Von vielen funktionalen Fehlern im Detail im Navi will ich gar nicht weiter reden. Da sind doch einige Nachlässigkeiten im Detail. Es nervt mich, wenn bei der Rückwärtsfahrt der schwarze Kasten mit der Meldung Verkehrsfunk großflächig in das Kamerabild eingeblendet wird. Es nervt mich, wenn die Navi-Stimme in die Verkehrsdurchsage reinquatscht. Es nervt mich, wenn Volvo stolz mitteilt, das der neue D5 (215 PS) mehr Leistung bei weniger Verbrauch bietet und ich feststelle, dass ich mit 180 PS genauso schnell war und weniger verbraucht habe. Was ist mit den 35 PS mehr, immerhin rund 20% mehr Leistung, passiert?
Das alles sind nur sogenannte Kleinigkeiten. Aber ist nicht das durchdachte Funktionieren dieser Kleinigkeiten das, was Premium ausmacht? Wenn man erkennt, dass sich da jemand, der richtig gut ist, gute Gedanken gemacht und diese auch umgesetzt hat? Bis ins Detail?
Für mich bedeutet Premium unter anderem:
• Ernsthaftes Nachverfolgen der Anliegen der Kunden, insbesondere, wenn "richtige" Fehler in der Funktion im System sind.
• Der Kaffee, den ich bekomme, wenn ich zum Händler gehe, die freundliche Bedienung, der innen und außen gereinigte Wagen nach dem Werkstattbesuch.
• Durchdachte Lösungen bis ins Detail, also z.B. nicht nur viele Funktionen in der Software, sondern auch die sinnvolle Gestaltung der Benutzerführung, die Ergonomie.
• Die gute Haptik der Bedienelemente. Es muss sich gut anfühlen.
• Das Wohlfühlen im Auto. Bei mir entscheidet sich das innerhalb von einer Sekunde, ob ein Auto für mich grundsätzlich in Frage kommt oder nicht, sobald ich mich reinsetze.
• Das Wohlfühlen auch nach mehreren Stunden Fahrt aufgrund z.B. einer guten Klimatisierung und bequemer Sitze.
Oder liege ich da vollkommen falsch?
Was meint Ihr?
Beste Antwort im Thema
Hallo zusammen, bei mir wird es wie so oft ein wenig ausführlicher. Ich versuche aber zu erklären, warum Volvo „mein“ Premium Hersteller ist.
Ich definiere „Premium“ immer als die Gesamtheit aus dem Auftreten und dem Umgang der Werkstatt mit uns Kunden und mit der Qualität und Funktionalität des Fahrzeugs. Hier habe ich bei Volvo in Summe den besten Kompromiss gefunden. Ich hatte vor meinem V70 (07/12) einen Audi mit einem nicht ganz geringen Listenpreis. Nach der Neuwagenabholung hat der Service bei Audi geendet. Ich war nicht mit Namen bekannt, jeder Besuch beim Händler war für mich unangenehm. Ich bin IT-Projektleiter und gleichzeitig auch Gesellschafter in einem mittelständischen Softwareunternehmen, trage aber so gut wie immer (sofern es gewisse Kundentermine nicht doch erfordern) Turnschuhe, Jeans und T-Shirt. Mich hat bei Audi keiner dieser Schnösel Verkäufer und Service-Mitarbeiter mit dem „Arsch“ angesehen. Alles noch OK, damit konnte ich irgendwie leben, als ich dann aber vergangenes Jahr einen Vorführer VW Touran für meine Frau kaufen wollte und um den Preis verhandelte, teilte mir die freundliche Verkäuferin im Hosenanzug mit, dass dieser nicht zu verhandeln wäre und auf Leute wie mich als Kunde „kein Wert gelegt werde“. Diese Aussage traf mich dann doch etwas unerwartet, hatte ich doch eben bei dieser Dame 1,5 Jahre zuvor für rund 50tsd Euro einen gut ausgestatteten A4 Avant quattro gekauft. Für mich war damit das Thema Audi/VW absolut durch und ich hatte in dieser Niederlassung dann auch gleich meinen noch zuvor vereinbarten Termin zur 60tsd km Inspektion abgesagt. Damit konnten diese Audianer gar nicht umgehen und haben mir mit dem Anruf ihrer Geschäftsführung bei meinem „Chef“ gedroht, was dann auf meine Bitte auch erfolgte. Die Situation schien zu eskalieren. Zu deren Leidwesen wurde den feinen Herren und Damen von Audi nur mitgeteilt, dass der Herr N. (meine Person) sein Partner ist und mit seinem Auto tun und lassen kann was er will. Die Audianer redeten sich dann peinlich berührt raus („Missverständnis“ usw. …). Mittlerweile haben wir all unsere Firmenfahrzeuge (14) dort abgezogen.
Ähnliche Erlebnisse hatte ich jetzt dieses Jahr auch bei den anderen deutschen „Premium“ Herstellern BMW und Mercedes als Nachfolger für den Audi. Auf der Suche nach einem 5er hatten die Herren keine Zeit für eine Probefahrt, konnten mir auch keinen Termin nennen, ich sollte mich in 2-3 Wochen noch mal melden. Auf die Bitte hin mir schon einmal ein Angebot zu erstellen, wurde nicht eingegangen. Bei Mercedes liebäugelte ich mit dem GLK, hier stellte mir ein und dieselbe Niederlassung für ein identisches Fahrzeug 2 Angebote (2. Angebot war dann die Kalkulation des Kaufvertrags). Diese differierten um rund 7500Euro. Mit der Aussage des Verkäufers „man kann es ja mal versuchen“, habe ich die Niederlassung verlassen. Meine anderen Liebeleien mit einem Skoda Superb lassen wir mal lieber unter den Tisch fallen. Bei Volvo, die waren direkt neben dem BMW Händler, dorthin bin ich dann direkt marschiert (mit Turnschuhen T-Shirt und Jeans), wurde ich sofort freundlich empfangen, Probefahrten waren kein Problem (XC60, V70). Damit war auch schnell die Entscheidung gefallen. Ich war jetzt noch zweimal da um andere Fußmatten zu kaufen und das Licht nachzujustieren. Jeder kannte mich und Firma mit Namen. Beim Lichtjustieren (konnte wohl nicht gleich erledigt werden) wurde mir Kaffee, kostenloser Leihwagen oder Fahrdienst, Autowäsche usw. angeboten. Ich war beeindruckt und habe das auch der Firmenleitung dankend und lobend mitgeteilt.
Probefahrten helfen im Übrigen ungemein um festzustellen, ob die „Schwächen“ eines Fahrzeugs akzeptabel sind. Ich fand das Audi MMI und den Audi Regensensor besser als die vergleichbaren Volvo Lösungen. Aber für mich war dies kein KO Kriterium. Wenn nicht muss ich mich als Kunde im Vorfeld umorientieren. Die Gesamtheit Volvo gefällt und ist für mich nach meinen Erlebnissen „Premium“. Sorry für die Ausschweife.
avaj
144 Antworten
Zitat:
Original geschrieben von gseum
... aber trotzdem noch aus Sehnsucht den Volvo im Avatar... 😉 😉 😉 🙂 😁Schönen Gruß
Jürgen
Stimmt......, in der Tiefe meines Herzens bin ich ja auch noch Volvojaner😉
Grüße
Patrick
als ehemals zufriedener Audi TT Fahrer, und den hatte ich in Neckarsulm selbst abgeholt, was übrigens echt eine Show war und viel Spaß gemacht hat,
war ich vor allem maßlos über das Auftreten von Audi selbst enttäuscht.
Die vierteljährlich erscheinende Werkszeitschrift, ein Hochglanz Prospekt gefüllt mit Nonsens und purer Arroganz.
Jedes Mal wenn ich das Teil durch geblättert habe wusste ich, dass dies nicht mein Umfeld sein kann und ich mich mit solchem nicht identifizieren kann.
Leider gab es kein Abbestell Link :-(
Schade dass es von Volvo keine solche Zuschriften gibt, zumindest für mich als Käufer eines gebrauchten.
Wenn Audi also Premium ist, dann bitte soll Volvo es nicht sein und bleiben wie sie sind,
dann lieber nicht Premium Kunde und dafür die Kiste die passt.
…mein Geschäftsbesuch aus England hatte neulich einen A4 Leihwagen, bis wir die Klima im Griff hatten, waren wir auch schon im Restaurant :-)
Zitat:
Original geschrieben von darkgrey88
…mein Geschäftsbesuch aus England hatte neulich einen A4 Leihwagen, bis wir die Klima im Griff hatten, waren wir auch schon im Restaurant :-)
Was ist denn so schwer, die Klimaautomatik eines A4 in den Griff zu bekommen? Temperatur einstellen, Automatik wählen und das war´s... oder was war das Problem?
Zitat:
Original geschrieben von meraka
Was ist denn so schwer, die Klimaautomatik eines A4 in den Griff zu bekommen? Temperatur einstellen, Automatik wählen und das war´s... oder was war das Problem?Zitat:
Original geschrieben von darkgrey88
…mein Geschäftsbesuch aus England hatte neulich einen A4 Leihwagen, bis wir die Klima im Griff hatten, waren wir auch schon im Restaurant :-)
ja das genau hatte ich auch gehofft, aber das Bedienfeld und die gefühlten tausend Knöpfe erinnerten mich eher an einen Kampfjet, als an ein Auto.
Spaß bei Seite, es sind für ungeübte Audifahrer zu viel Informationen und müssten erst mal studiert werden.
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Zitat:
Original geschrieben von erzbmw
Aber was ist nun mit den Autos? Sind die technisch wirklich von den drei üblichen Verdächtigen entfernt?Ok, das Thema Getriebe ist klar. Aber sonst?
Motoren? Ein 6-Zylinder Diesel fehlt, aber gegen die schwachbrüstigen 4-Zylinder hat Volvo doch die Nase vorn.
Navi? Die großen Lösungen von Audi (MMI plus) und BMW (Nav prof) sind eindeutig besser als die Volvo-Lösung. Die kleineren Varianten aber bieten m. E. aber sogar weniger, kosten aber deutlich mehr.
Assistenzsysteme? Ist Volvo klar vorn.
Und sonst? Ist das Leder bei den anderen etwa dicker? Oder der Stoff straffer? Oder die verwendeten Materialien besser? Der Lack dicker?Und ist ein Volvo zu teuer, wenn er fast soviel kostet wie ein Audi, dafür aber auch auf Augenhöhe liegt? Oder ist ein BMW am Ende sein Geld gar nicht wert, weil er gar nicht so viel besser ist?
Ist dickeres Leder denn besser als dünneres? 😁
Für das Wort "Premiumhersteller" gibt es keine eindeutige Definition. Dahinter verbirgt sich Image, Wahrnehmung, Öffentlichkeitsarbeit, Sponsoring und daraus abgeleitete Assoziationen, die mögliche Käufer oder Interessenten mit der Marke verbinden. Sich ein passfähiges Image aufzubauen, ist sehr schwer - es durchzuhalten, aber noch viel schwerer. Fakt ist, dass Volvo ein gutes Image beim Thema Sicherheit hat und dafür auch sehr viel tut (und es auch sagt). Fakt ist aber auch, dass die anderen Hersteller in diesem Punkt nicht mehr hinterherfahren und teils sogar komplett aufgeschlossen haben. Der neue V40 hat mit dem Fußgängerairbag zwar ein Alleinstellungsmerkmal, die restlichen Assistenzsysteme werden inzwischen aber sogar von VW angeboten bzw. teils sogar serienmäßig verbaut. Einzig BMW geht hier (mit Ausnahme des 7ers) noch einen anderen Weg, weil sie nicht wollen, dass Assistenzsysteme aktiv eingreifen und den Fahrer bevormunden.
Ob Volvo ein 6 Zylinder fehlt weiß ich nicht. Schön ist, dass sie einen 5 Zylinder anbieten, den es sonst bei kaum einem anderen Hersteller mehr gibt. Was hilft mir aber dieses Alleinstellungsmerkmal, wenn der verbaute 5 Zylinder mehr säuft als die Konkurrenzfahrzeuge mit 6 Zylindern? Vielleicht wäre ein sparsamer, gepflegter, starker 4 Zylinder dann doch die bessere Wahl? Audi hat einen 2.0 TFSI/2.0 TDI, BMW einen 28i/25d und Mercedes einen 220/250 CDI/CGI und diese Motoren sind ganz sicher nicht schlecht.
Im deutschen Markt scheint es obendrein sehr wichtig zu sein, im gehobenen Segment eine (vermeintlich) fortschrittliche Technik anzubieten (s. die ganzen Spielereien, die mit einem 3er oder A4 möglich sind). Just in diesem Bereich schmiert Volvo ggü Audi/BMW/MB ab. Die Teile werden ja noch nicht einmal von Volvo selbst produziert, so dass es ein leichtes sein müsste, den Lieferant zu wechseln bzw. die Teile einfach zu kaufen und gegen Aufpreis anzubieten. Vielleicht passt das aber auch nicht in die Einkaufsstrategie oder die Lieferantenverträge sind zu langfristig verhandelt... oder Volvo geht einfach einen anderen Weg, weil sie dieses Thema nicht wichtig genug einschätzen, denn es gibt ja auch noch andere (wichtigere) Märkte für Volvo. China gehört sicher zu den wichtigen Märkten, aber auch dort werden solche Kleinigkeiten bei vermeintlichen Premiummarken geschätzt. In China hatte Volvo übrigens auch Absatzeinbrüche.
Vergleiche ich die reinen Produkteigenschaften eines V60 mit denen von Passat/C-Klasse/A4 oder 3er, dann bin ich mir sicher, dass Volvo für den Bruttolistenpreis einen guten Gegenwert anbietet. Dumm ist nur, dass der Anteil der Firmenkunden in diesem Segment verdammt hoch ist und Volvo keine Strategie (oder Willen) besitzt, in diesem Segment zu punkten. Um es deutlicher zu sagen: Für Großkunden ist ein S/V/XC60 teurer als ein deutsches Auto! Und die Zeit, in der die Mitarbeiter lediglich über die 1% Versteuerung am Auto beteiligt werden, sind in der großen Anzahl auch vorüber, weshalb es halt doch sehr wichtig ist, auch gute Leasingkonditionen anzubieten.
Der V60 fährt m.E. nicht schlechter als die deutschen Kombis, aber er fährt auch nicht besser als Passat/3er/C-Klasse oder A4. Das geiche gilt für den XC60. Der Tatsache, dass es immer andere Präferenzen bei den Käufern gibt, tragen die deutschen Hersteller dadurch Rechnung, dass man das Auto bis ins letzte Detail selbst zusammenstellen kann und somit auch selbst darüber entscheidet, ob das Auto eher bretthart oder eher komfortabl sein soll. Auch dafür geben die Deutschen sehr viel Geld aus. Bei Volvo ist das etwas anders, aber der Individualisierungsgrad ist noch immer höher als bei den sonstigen Import-Fahrzeugen, bei denen man kaum Extras dazu bestellen kann.
Sind die Produkte von Volvo nun fühlbar schlechter als die von Audi/BMW oder Mercedes? Ich glaube nicht... Sie sind m.E. aber auch nicht besser als die Produkte von VW. Der letzte Satz ist sicher provokant, weil der Anteil an Hartplastik bei VW nochmals um einiges höher ist. Die Käufer scheint es aber nicht zu stören.
Imagemäßig steht Volvo den deutschen Premiummarken im deutschen Markt ganz sicher nach, verteuert aber dafür gerade seine Produkte über Gebühr, so dass der Preisunterschied immer geringer wird. Diese Strategie ist für mich nicht nachvollziehbar, denn nur weil etwas teurer wird, ist es noch lange nicht besser. Was glaubt ihr wohl, welches Auto sich die Mehrheit der Deutschen bei weitgehender Preisgleichheit kaufen?
Zitat:
Original geschrieben von darkgrey88
ja das genau hatte ich auch gehofft, aber das Bedienfeld und die gefühlten tausend Knöpfe erinnerten mich eher an einen Kampfjet, als an ein Auto.
Spaß bei Seite, es sind für ungeübte Audifahrer zu viel Informationen und müssten erst mal studiert werden.
Ich hatte schon lange keinen Audi mehr, aber die Bedienung ist doch wirklich nicht schwerer als bei Volvo: Es gibt zwei Drehregler, die deutlich gekennzeichnet sind, und mit denen man die Temperatur in halben Grad Schritten einstellen kann. Dazu gibt´s eine Taste, auf der deutlich Automatik steht und damit ist klar, dass bei Aktivierung dieser Taste die Klimaautomatik ihren Dienst verrichtet. In Zeiten, in denen iPads selbst von älteren Herrschaften bedient werden, sollte das doch eigentlich kein Problem mehr sein? 😕
Genau den Teil mit teurer = besser finde ich interessant. Ein 530d x-Drive kann seine 80.000€ also eher rechtfertigen, als ein XC70 T6 seine 67.000€? Ist der BMW, mal ohne Marken-Kirmes, 13.000€ mehr wert?
Bei Volvo liegt es wahrscheinlich nur zu etwa 1% daran, dass man technisch keine bessere Lösung bauen kann. Das Thema Navi ist doch eigentlich recht simpel. Da ist was verbaut, dass mich zum Ziel bringt. Das ganze ist gut bedienbar (imho zwar schlechter als beim iDrive aber tausend Mal besser als beim MMI) und bietet einige nette Features wie z.B. einen DVD Player für die Pause. Sie könnten mehr, aber warum sollten sie?
Das erinnert mich ein wenig an das Duell iPhone 5 gegen Samsung Galaxy S3. "Mein Galaxy hat aber 1000 Einstellungsmöglichkeiten und ich kann selbst Apps schreiben!" - "Toll, mein iPhone funktioniert einfach."
Ich habe es selbst bei vielen Fahrten erlebt. Man spielt die ersten zwei, drei Stunden in den Menüs. Danach kommt dann aber die große Langeweile und im Endeffekt ist das zwar alles nett, aber nicht die bunten Menüs und die in der Tonlage einstellbare PDC bringt mich ans Ziel, sondern das bisschen Blech rundherum. Auch beim V40 vor einigen Wochen war ich total begeistert vom Tacho, dem Sensus und allem Spielkram. Nach 200km und 4h Fahrt durchs Ruhrgebiet habe ich dann die Sitze entdeckt, die unauffällige Lenkung, den leisen Motor, die tatsächlich nahezu perfekt arbeitende Geartronic, die Entspanntheit beim Fahren. Die neuen, deutschen Tugenden nervten mich recht schnell. Knüppelhartes Fahrwerk, ständig irgendwelche Meldungen im Zentraldisplay, im Tacho und den Außenspiegeln und Start/Stop.
Anscheinend gehöre ich da zu den konservativen Autofahrern. High-Tech Elektronik nutze ich lieber zu Hause oder in Form von Handies und Tablets. Bis mein Auto ausgeliefert ist, ist das doch eh schon wieder vom nächsten Mittelklassehandy eines asiatischen Herstellers in den Schatten gestellt worden.
Zitat:
Original geschrieben von darkgrey88
genau, total easy
Wir reden hier nicht über alle möglichen Funktionen. Schau dir doch einfach das Drehrad an, das eindeutig als Temperatureinheit zu sehen ist und drehe dann. Direkt daneben gibt´s eine Auto-Taste, die leuchten muss und perfekt ist die richtige Klimaeinstellung. Ich weiß echt nicht, was daran schwierig sein soll... Wir reden hier nicht von der komplexen Navi-Struktur oder der Telefon- / iPhone Bedienung.
Zitat:
Original geschrieben von Benjamin2111
Genau den Teil mit teurer = besser finde ich interessant. Ein 530d x-Drive kann seine 80.000€ also eher rechtfertigen, als ein XC70 T6 seine 67.000€? Ist der BMW, mal ohne Marken-Kirmes, 13.000€ mehr wert?
Nein, ganz sicher nicht. Ein Vergleich der Leasingkosten wird aber eine saftige Überraschung bringen. Falls du willst, kalkuliere ich beide Autos gerne mal - ich bin mir aber recht sicher, dass der BMW mit einem Leasingfaktor von deutlich unter 1 (bei einer jährlichen Fahrleistung von 25 TKM) angeboten wird, wohingegen der XC70 eher bei 1,15 / 1,20 liegen wird.
Ich sagte auch niemals, dass die Volvos schlechter sind als die deutsche Konkurrenz 🙂 Ein großer Vorteil der Volvos ist das entspannte Fahren, was ganz sicher auch sehr viele Fahrer schätzen. Dass alle deutschen Hersteller aber nur noch bretthart gefederte Autos anbieten, stimmt auch wiederum nicht. Schau dir den neuen 3er an - der ist inzwischen so gut gefedert, dass im BMW Forum Threads herumgeistern, die sich mit dem Thema "mein M-Fahrwerk ist zu schwammig" beschäftigen 😁 Gerade BMW bietet aktuell m.E. sehr gute Fahrwerke für die Langstrecke an. Und wenn man den Aufpreis für die Sportlenkung bezahlt (um die 250 €), dann erhält man sogar ein Auto, das auf der AB keine nervöse Lenkung hat.
BMW verliert da ja auch gerade seine deutschen Tugenden. 😁
Das Thema Leasing sehe ich nicht so schwarz/weiß. BMW schreibt jährlich ca. eine Milliarde!! Euro über ihre Bank ab. Sie machen schlicht Verluste und reduzieren den Konzerngewinn um diesen Betrag, sprich er wird auch nicht versteuert. Das kann uns bundesweit recht wumpe sein, da ja nur München Gewerbesteuer durch die Lappen geht. Aber allein diese Geschäftspolitik, eine riesige Spekulationsblase, würde ich nicht bewusst unterstützen wollen. Wo wir landen, wenn man anfängt virtuell zu handeln, haben wir 2008 gesehen. Ganz so dramatisch wird es bei einer Autobank nicht laufen, aber dieses, meiner Meinung nach, unrechte Geschäftsgebaren, muss man nicht unterstützen. Zumal da wieder eine große Lobby erkennbar ist. Jeder Handwerksmeister mit Firma und Tochterfirma wird vom Finanzamt nach einiger Zeit das rote Stoppschild gezeigt bekommen, sollte die Tochterfirma (am besten im Abrechnungswesen) durchweg Verluste schreiben.
Das ganze auch noch als Maßstab für Firmen zu sehen, die auf solch unmögliche Methoden verzichten, zeigt, wie verdreht in Deutschland die Ansicht zur Realität ist ... 🙁
Letztlich ist es doch vollkommen wurscht, wie BMW seine horrenden Bruttolistenpreise reduziert. Einen Aufpreis von mehreren Tausend Euros zu vergleichbaren Produkten anderer Hersteller würde doch auch ein Geschäftskunde nicht lange mitmachen. Mit den Leasingkonditionen wollte ich nur zum Ausdruck bringen, dass ein BMW nicht unbedingt teurer sein muss als ein Volvo.
Damit die Verwirrung noch etwas größer wird: Über die BMW-Leasing (alphabet) kann man sogar Volvos günsiger leasen als über die Volvo-Leasing (Santander). Bei Volvo werden nur die getätigten Subventionen deutlicher, weil sie auch den Fremdleasings zur Verfügung gestellt werden. Insofern subventioniert nicht nur BMW, sondern auch die anderen Hersteller, was angesichts der Leasingkonditionen ja auch keine Verwunderung darstellt.
Zitat:
Original geschrieben von Benjamin2111
BMW verliert da ja auch gerade seine deutschen Tugenden. 😁Das Thema Leasing sehe ich nicht so schwarz/weiß. BMW schreibt jährlich ca. eine Milliarde!! Euro über ihre Bank ab. Sie machen schlicht Verluste und reduzieren den Konzerngewinn um diesen Betrag, sprich er wird auch nicht versteuert. Das kann uns bundesweit recht wumpe sein, da ja nur München Gewerbesteuer durch die Lappen geht. Aber allein diese Geschäftspolitik, eine riesige Spekulationsblase, würde ich nicht bewusst unterstützen wollen. Wo wir landen, wenn man anfängt virtuell zu handeln, haben wir 2008 gesehen. Ganz so dramatisch wird es bei einer Autobank nicht laufen, aber dieses, meiner Meinung nach, unrechte Geschäftsgebaren, muss man nicht unterstützen. Zumal da wieder eine große Lobby erkennbar ist. Jeder Handwerksmeister mit Firma und Tochterfirma wird vom Finanzamt nach einiger Zeit das rote Stoppschild gezeigt bekommen, sollte die Tochterfirma (am besten im Abrechnungswesen) durchweg Verluste schreiben.
Das ganze auch noch als Maßstab für Firmen zu sehen, die auf solch unmögliche Methoden verzichten, zeigt, wie verdreht in Deutschland die Ansicht zur Realität ist ... 🙁
Gibt es zu der Aussage, "BMW schreibt ja jährlich ca. eine Milliarde!! Euro über ihre Bank ab" eine seriöse Quelle?
Zitat:
Original geschrieben von meraka
Fakt ist, dass Volvo ein gutes Image beim Thema Sicherheit hat und dafür auch sehr viel tut (und es auch sagt). Fakt ist aber auch, dass die anderen Hersteller in diesem Punkt nicht mehr hinterherfahren und teils sogar komplett aufgeschlossen haben. Der neue V40 hat mit dem Fußgängerairbag zwar ein Alleinstellungsmerkmal, die restlichen Assistenzsysteme werden inzwischen aber sogar von VW angeboten bzw. teils sogar serienmäßig verbaut.
Im Bereich der Asisstenzsysteme, also der aktiven Sicherheit, ist Volvo gut aufgestellt. Da hat der eine deutsche Hersteller vielleicht einen Tick mehr zu bieten, der andere einen Hauch weniger. Dass die Deutschen aber im Bereich der passiven Sicherheit nicht alles ausgeschöpft haben, drängt sich mir seit dem iihs-Crashtest auf, bei dem der Volvo S60 zeigte, dass die Schweden auch diese Eventualität in ihre Entwicklung mit einbezogen haben. Da leistet sich ein kleiner nordischer Hersteller ein großes und weltweit beachtetes Sicherheitszentrum, weil Unfallsicherheit schon immer eine Philosophie von Volvo war/ist und die skandinavische Gesellschaft ein hohes Maß an Sicherheitsbedürfnis hat.
Zitat:
Vergleiche ich die reinen Produkteigenschaften eines V60 mit denen von Passat/C-Klasse/A4 oder 3er, dann bin ich mir sicher, dass Volvo für den Bruttolistenpreis einen guten Gegenwert anbietet. Dumm ist nur, dass der Anteil der Firmenkunden in diesem Segment verdammt hoch ist und Volvo keine Strategie (oder Willen) besitzt, in diesem Segment zu punkten. Um es deutlicher zu sagen: Für Großkunden ist ein S/V/XC60 teurer als ein deutsches Auto! Und die Zeit, in der die Mitarbeiter lediglich über die 1% Versteuerung am Auto beteiligt werden, sind in der großen Anzahl auch vorüber, weshalb es halt doch sehr wichtig ist, auch gute Leasingkonditionen anzubieten.
Für Leasing- und Geschäftskunden mag das zutreffen und es ist für diesen elementar wichtigen Kundenkreis sicher etwas teurer, einen Volvo zu fahren als einen Audi, Mercedes oder BMW, aber vielen ist es das wohl trotzdem wert, weil ein Volvo ein anderes Statement ist als einer der 3 o.G. und reizvolle Eigenschaften und Qualitäten hat. Ich könnte mir vorstellen, dass in gewissen Branchen, der kreativen z.B., ein Volvo beim Kunden besser ankommt als der deutsche Standard.
Ich als Privatkäufer sehe den Preisfaktor für meine Bedürfnisse natürlich anders. Ich wollte einen großen, möglichst jungen Kombi für +/- 28.000 Euro. Dafür gibt es Passat- und Superb-Jahreswagen, Mondeo Vorführer, 3 Jahre alte A6 Avant und 5er-Touring oder meinen beim Kauf 1 3/4 Jahre alten V70. Für mich war der Volvo der beste Kandidat, weil er 1. meine Bedürfnisse am Besten befriedigt und er 2. aus meiner Sicht als junger Gebrauchtwagen
preiswertist. Vergleichbare A6 Avant 2,7 TDI oder 520/525d Touring waren bei dem Preis mindestens 1,5 Jahre älter und hatten mindestens 25.000 km mehr auf der Uhr.
Zitat:
Sind die Produkte von Volvo nun fühlbar schlechter als die von Audi/BMW oder Mercedes? Ich glaube nicht... Sie sind m.E. aber auch nicht besser als die Produkte von VW. Der letzte Satz ist sicher provokant, weil der Anteil an Hartplastik bei VW nochmals um einiges höher ist. Die Käufer scheint es aber nicht zu stören.
Die Frage besser oder schlechter kann man heutzutage wohl nicht mehr so einfach beantworten und hängt viel von persönlichen Kriterien ab. Da gewinnt ein Skoda Superb Combi einen Vergleichstest gegen ein E-Klasse T-Modell, weil er von den Eigenschaften nur marginal schlechter ist, aber mal eben schlappe 15.000 Euro weniger kostet. Ein überzeugter E-Fahrer wird die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Ein V70 muß sich mit einem Passat messen und sich von dem scheinbar nahzu perfekten Allrounder auf den 2. Platz verweisen lassen, da der V70 teurer ist, der Passat aber nichts viel schlechter macht und kann.
Zitat:
Imagemäßig steht Volvo den deutschen Premiummarken im deutschen Markt ganz sicher nach, verteuert aber dafür gerade seine Produkte über Gebühr, so dass der Preisunterschied immer geringer wird.
Was ist Image? Warum steht Volvo den Deutschen nach? Ich finde den Auftritt von Audi mittlerweile nur noch großkotzig und mit riesigen Kühlermasken und gefühlten 200 LED´s durch alle Baureihen nur noch auf Überholprestige und "hoppla, hier komme ich" ausgelegt. Audi ist jetzt das, was früher BMW war. Eine Marke für aggressive Aufsteiger und bissige Abteilungsleiter, die sich im Straßenverkehr auch so benehmen. Mercedes ist und bleibt für mich trotz jeder krampfhaft besetzten Nische und versuchten Imagewandels eine Marke für Leute nahe am oder im Ruhestand. Daran kann auch ein SLS oder ein schmutziger E63 AMG nichts ändern. Und Volvo? Wird meiner Ansicht nach eher wohlwollend wahrgenommen, ohne Neid zu provozieren oder protzig zu wirken. Das Volvo-Image gründet eher auf Solidität und Sicherheit als auf Auftritt und High-Tech. Das liegt mir und ich mag Volvo auch wegen des Images. Als ich den V70 kaufte, kamen in meinem Umfeld ausschließlich positive und wohlwollende Reaktionen darauf. Einen neueren Audi oder BMW hätte ich vielleicht rechtfertigen müssen. 😁
Ich habe mal kurz bei Wikipedia vorbeigeschaut und diese Definition von Image gefunden:
Meine Aussage, dass die "Deutschen Drei" ein höheres Image haben, gründet sich auf die jährlichen Untersuchungen der Autozeitschriften. Vollkommen korrekt ist, dass es deutliche Standardabweichungen in dieser "Statistik" (Abfrage) gibt. Vollkommen richtig ist auch, dass Volvo die zurückhaltendste (sympathischste) der drei Marken ist. Wie es aber so ist, gibt es auch innerhalb der Volvo-Fahrer einige Unverbesserliche Oberlehrer und Raser - ebenso wie es Jungdynamiker unter den Mercedesfahrern gibt 🙂
Hat jemand von euch eine Quelle darüber, wie hoch das Alter der Durchschnittskäufer bei Audi/BMW/Mercedes/Volvo/VW ist? Der Mercedes-Käufer dürfte durchschnittlich am ältesten sein, der Audi-Käufer wohl am jüngsten. Volvo sehe ich knapp hinter Mercedes. Würde mich interessieren, ob ich falsch liege.