Gesalzte Strassen im Sommer

In den Niederlanden werden Kommunalstrassen bei der derzeitigen Hitze mitunter mit Salzwasser gekuehlt:
https://www.spiegel.de/.../...kuehlen-strassen-mit-salz-a-1278725.html
Oldtimer: Fernbleiben!

Ciao
Ratoncita

Beste Antwort im Thema

In den Niederlanden werden Kommunalstrassen bei der derzeitigen Hitze mitunter mit Salzwasser gekuehlt:
https://www.spiegel.de/.../...kuehlen-strassen-mit-salz-a-1278725.html
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Ratoncita

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Ich wage zu bezweifeln, ob die es selbst wissen. Der Siedepunkt des Wassers wird etwas hochgesetzt, aber ohne Verdunstung keine Kühlung. Das Salz müsste permanent Feuchtigkeit aus der Luft nehmen und diese wieder abgeben. Nur warum soll das Salz Feuchtigkeit abgeben, wenn es diese gerade aufnehmen will und andersrum? Und wer sagt dem Salz, dass es auf der Straße liegen bleiben muss? Ich sehe das etwas skeptisch, bis mir jemand erklären kann, wie und dass es tatsächlich klappt.
Meine Vermutung ist bisher, dass die Straße für einen kurzen Zeitraum allein durch das Wasser gekühlt wird. Das Salz haftet sicherlich auch besser, wenn man es mit Wasser aufbringt, aber nachdem das Wasser verdunstet ist, das Wasser wird beim Verdunsten mit Salz vermutlich die selbe Wärmemenge abtragen, bezweifle ich den Sinn des Salzes.

Vielleicht hätten die verantwortlichen Behörden erst mal bei Motor-talk nachfragen sollen, ob die Aktion Sinn macht.

Ist irgendwie schon spannend.

Im Winter streuen die Gemeinden z. T. Salz, um die abtauende Wirkung zu haben. Der "gemeine Anwohner" in derselben Gemeinde darf das aber aus angeblichen Umweltschutzgründen nicht, sondern muss Splitt (irgendwas rutschhemmendes halt) nehmen.

Und hier wird dann eine Salzlake zum "Schutz" des Fahrbahnbelags verwendet.

Ok, ist die Schweiz (iirc), aber im Prinzip doch auch wurscht wo.

Bei der Verdunstung von Wasser aus der (Kochsalz- ?)Lösung wird mehr Energie benötigt als wenn Leitungswasser verwendet würde. Es ist die Umkehr der zuvor stattgefunden habenden Solvatisierung, die Teil der Prozesse ist, wenn das Salz in Wasser gelöst wird..
Wenn die Kochsalz-Kristalle später durch ihre hygroskopischen Eigenschaften Wasser binden sollten, wird diese Energie wieder frei. Insgesamt ein Nullsummenspiel.

Das ist nicht zu verwechseln mit der Veränderung des Schmelzpunktes der Salzlösung, die im Winter zum Abtauen genutzt wird.

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Zumindest in Dresden wird das Salzen allein schon aus Umweltschutzgründen abgelehnt. Meinen Segen haben sie.

Recklinghausen macht das jetzt auch, probiert es zumindest:
https://www1.wdr.de/.../streusalz-zur-abkuehlung-100.html

Zitat:

@Manitoba Star schrieb am 25. Juli 2019 um 17:16:39 Uhr:


Recklinghausen macht das jetzt auch, probiert es zumindest:
https://www1.wdr.de/.../streusalz-zur-abkuehlung-100.html

Bescheuert!

Die Idee koennte also vom Scheuer sein... 🙄

Ciao
Ratoncita

Dann sollen die lieber die Straßen weis Streichen.....

Die Tiefbauexperten unter sich. 😉 Schade, dass die echten Experten immer woanders tätig sind. Mit Vorliebe an Tastaturen. Kann denn nicht mal einer den Niederländern sagen, wie es wirklich geht? 😉

Grüße vom Ostelch

Zitat:

@HighspeedRS schrieb am 25. Juli 2019 um 21:05:01 Uhr:


Dann sollen die lieber die Straßen weis Streichen.....

Würde sicher mehr bringen. Frage ist für mich, auf welcher sachlichen Grundlage diese Idee fusst. Regelmässiges Wässern hätte denselben Effekt, ohne fragwürdige Folgen für die „Umwelt“.

Zitat:

@Moewenmann schrieb am 25. Juli 2019 um 13:47:32 Uhr:


Bei der Verdunstung von Wasser aus der (Kochsalz- ?)Lösung wird mehr Energie benötigt als wenn Leitungswasser verwendet würde.

Da der Siedepunkt höher ist. Jedoch dürfte das marginal sein, da eine gesättigte Kochsalzlösung einen Siedepunkt von 108°C hat und das Salz beim Verdunsten nicht mitgenommen wird und somit keine zusätzliche Energie weg trägt. Ich bezweifle, dass das Salz einen Vorteil hat, so lange mir jemand schlüssig erklären kann, worin der Vorteil besteht.
Klar, es zieht Feuchtigkeit an, die aber nur kühlt, wenn diese verdunstet und Feuchtigkeit anziehen und Verdunsten wird meiner Meinung nach nicht zur selben Zeit passieren, sprich wenn Wasser weg, dann weg, ob mit oder ohne Salz. Nachts kann ich mir vorstellen, dass eventuell Wasser gebunden werden könnte, aber dazu darf meines Wissens die Straße nicht wärmer (vielleicht mit Salz auch nicht wesentlich wärmer) als die Luft sein, denn dann würde die Straße eher Feuchtigkeit abgeben. Und selbst wenn eine Dünne Salzschicht ganz wenig Wasser bindet, wie schnell ist es nach den ersten Sonnenstrahlen weg?

Die Luftfeuchtigkeit sammelt sich in der kühleren Luft, also eigentlich nicht über der heißen Straße, womit die Luftfeuchtigkeit über der Straße eh geringer als am Rand sein sollte.
Beispiel Keller, der im Sommer nicht gelüftet werden darf, da sich ansonsten die Feuchtigkeit von außen an den kalten Kellerwänden nieder schlägt. Will man den Keller trocken haben, dann lüftet man im Winter, wenn der Keller wärmer als die Außenluft ist. Viele denken, dass ein lüften des Kellers im Sommer angebracht ist und holen sich erst recht Feuchtigkeit rein.

Vielleicht dachte auch einfach jemand, dass er bei der Natur abgucken könne, da Menschen salzig schwitzen. Dieses hat jedoch den Hintergrund, dass Wasser nicht als solches im Körper gefördert wird, sondern dort Salz angelagert wird, wo geschwitzt werden soll, um das Wasser aus dem Körper zu ziehen, an dessen Oberfläche es dann auch rasch verdunstet, sofern die Luftfeuchtigkeit nicht zu hoch ist (zudem hatte ich heute den Eindruck, dass als die Haut kälter als die Außenluft war, die Haut wesentlich nasser war).

Ja, vielleicht hätten die Verantwortlichen erst bei Motor-Talk fragen sollen ;-)

Mich würde aber brennend die Erklärung interessieren, wie das Salz für eine ständige Verdunstungskälte sorgen kann.
Meeressalz z.B. wird durch die Verdunstung des Wassers in der Sonne gewonnen. Da wäre es wohl schlecht, wenn es die Feuchtigkeit wieder anziehen würde und man es mit Restfeuchtigkeit einlagert. Aber vielleicht gibt es zwischen dem Verdunsten des Wassers und dem Einlagern noch einen Zwischenschritt, so genau habe ich mich damit bisher nicht beschäftigt.

Natürlich ziehe ich alles zurück und behaupte das Gegenteil, wenn es mir jemand erklären kann.

Zitat:

@Moewenmann schrieb am 25. Juli 2019 um 21:25:08 Uhr:



Zitat:

@HighspeedRS schrieb am 25. Juli 2019 um 21:05:01 Uhr:


Dann sollen die lieber die Straßen weis Streichen.....

Würde sicher mehr bringen. Frage ist für mich, auf welcher sachlichen Grundlage diese Idee fusst.

Ich glaub, man denkt hier an die reflektierende Wirkung einer weissen Fläche. Sprich, sie heizt sich nicht so stark auf.

Zitat:

@Schubbie schrieb am 26. Juli 2019 um 01:31:20 Uhr:



Mich würde aber brennend die Erklärung interessieren, wie das Salz für eine ständige Verdunstungskälte sorgen kann.
Meeressalz z.B. wird durch die Verdunstung des Wassers in der Sonne gewonnen. Da wäre es wohl schlecht, wenn es die Feuchtigkeit wieder anziehen würde und man es mit Restfeuchtigkeit einlagert. Aber vielleicht gibt es zwischen dem Verdunsten des Wassers und dem Einlagern noch einen Zwischenschritt, so genau habe ich mich damit bisher nicht beschäftigt.

Kochsalz ist wie Meersalz auch immer noch hygroskopisch. In den Verdunstungsbecken wird, wenn das Salz beim Erreichen der Sättigung ausfällt, viel Licht reflektiert (erkennbar an der weißen Färbung), wodurch es bei weitem nicht so heiß wird wie Asphalt. Z. B. enthält das Produkt "Fleur-de-Sel" immer noch gebundenes flüssiges Wasser, was man auch sehr gut selbst spüren kann, wenn man es zwischen den Fingern zerreibt. Es fühlt sich feucht an.

Wenn dieses Salz auf der Strasse überhaupt Wasser in nennenswertem Umfang anziehen sollte, so wird das in den Abend- und Nachtstunden geschehen, wenn keine Kühlung nötig ist. Diese Feuchtigkeit würde dann bereits in den Morgenstunden bei der ersten Besonnung verdunsten, wenn auch noch keine Kühlung nötig ist, weil sich der Boden über Nacht auch abgekühlt hat. Von einer ständigen Kühlung kann keine Rede sein, weil alle möglichen Prozesse spontan reversible sind und netto keine Energie-Abfuhr ermöglichen können, die über die normale Abstrahlung und Konvektion hinausgehen.

@Gleiterfahrer
Dieser Effekt ist in der Tat nicht auszuschließen, hat aber keinen Weg in die Berichterstattung gefunden.

Zitat:

Wenn dieses Salz auf der Strasse überhaupt Wasser in nennenswertem Umfang anziehen sollte,

Salz zieht schon ganz gut Wasser aus der Luft.
Wir hatten bei der Armee in unseren Funkgeräten auch immer einen kleinen Stoffbeutel der ein salzhaltiges Mineral enthielt. Das Gerät wird ja im Betrieb warm und warme Luft kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen.
Dieses Mineral hat dann einen nicht unbedeutenden Anteil der Feuchtigkeit der Luft entzogen und somit verhindert, das sich bei abgeschaltetem Gerät und der damit verbundenen Abkühlung, Kondeswasser im Inneren Bilden kann.

War das Mineral rötlich eingefärbt, wurde das Beutelchen rausgenommen und um es wieder "abtrocknen" zu lassen, sprich, bis dessen Inhalt wieder weiß war.

Aber ansonsten halte ich auch nicht allzuviel von dem Salzen der Straßen. Gibt ja dann wieder nen Feinstaubproblem.

Zitat:

@Gleiterfahrer schrieb am 26. Juli 2019 um 06:54:40 Uhr:



Zitat:

@Moewenmann schrieb am 25. Juli 2019 um 21:25:08 Uhr:



Würde sicher mehr bringen. Frage ist für mich, auf welcher sachlichen Grundlage diese Idee fusst.

Ich glaub, man denkt hier an die reflektierende Wirkung einer weissen Fläche. Sprich, sie heizt sich nicht so stark auf.

daher werden auch in einigen Ländern die Schienen weiß angemalt....

Das wäre auf der Straße jedoch nicht so klug 😉

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