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Themenstarteram 10. November 2005 um 14:35

Hallo zusammen,

mich würde mal interessieren wie oft sich so ein Russ-Filter von Renault in der Praxis reinigt. Bekommt man da was mit von diesem Vorgang? Wie muss man sich so ein Reinigungsvorgang technisch vorstellen?

Grüße

kk1305

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17 Antworten

In die Abgasanlage integrierte und aus Keramik gefertigte System integriert Rußfilter und Katalysator effizient und Platz sparend in einem Gehäuse. Es besteht aus winzigen, quadratischen Kanälen mit nur 0,4 Millimeter starken Zwischenwänden. Diese sind mit einer katalytisch wirkenden Substanz beschichtet. Außerdem besitzen sie feinste Poren, die Abgase zwar durchlassen, für Rußpartikel aber zur Falle werden. Durch die Vielzahl von Kanälen und Zwischenwänden entsteht eine große Oberfläche. Da die Kanal-Enden zudem wechselseitig geschlossen sind, wird das Abgas praktisch „gezwungen”, die Trennwände zu passieren. Als Folge kann der Filter besonders viele Partikel auffangen.

 

Filter regeneriert sich regelmäßig selbst

 

Die Katalysatorschicht wandelt die gasförmigen Stoffe und einen Teil der Rußpartikel in Wasser und Kohlendioxid um. Was an Ruß übrigbleibt, wird bei der so genannten Filterregeneration einfach verbrannt. Dies ist je nach Fahrweise alle 500 bis 1.000 Kilometer der Fall. Der Fahrer merkt von alledem nichts. Der Prozess setzt ein, sobald die Abgastemperatur 570 Grad Celsius beträgt. Sollte dieser Wert im normalen Fahrbetrieb nicht erreicht werden – etwa bei andauerndem Kurzstreckenbetrieb – erhöht das Einspritzsteuergerät die Abgastemperatur durch eine verzögerte Haupteinspritzung und eine zusätzliche Nacheinspritzung.

Die Reinigungszyklen des FAP sind abhängig von der Fahrweise des Fahrers und der Benutzung des Fahrzeugs. Der Filter eines Autos, das viel im Stadtverkehr gefahren wird setzt sich eher zu, als ein Auto was hauptsächlich Autobahn gefahren wird. Soweit ich weiss, kann ein Reinigungszyklus alle 1000km stattfinden. Das Fahrzeug weisst darauf hin. Man wird aufgefordert in der nächsten Zeit oder in den nächsten 100km einen Reinigungszyklus zu fahren. D.h. mit einer bestimmten Geschwindigkeit, eine gewisse Zeit lang fahren, so dass der Filter eine Reinigungstemperatur erreicht und gefilterte Partikel verbrennt. Dabei kann es ein, dass es zu einer geringfügigen Rauchentwicklung (weisser Rauch) kommen kann. Befolgt man die Aufforderung zur Reinigung nicht, schaltet das Fahrzeug in ein Notlaufprogramm und man ist gezwungen eine Renaultwerkstatt anzufahren in der der Reinigungszyklus mittels Clip durchgeführt wird. Es sind sämtliche Verkleidungen im Motorraum und unterm Fahrzeug zu entfernen, da es zu einer starken Hitzeentwicklung kommt. Das Steuergerät erzeugt die Hitze indem es nach der eigentlichen Einspritzung eine zusätzliche Einspritzung vornimmt, dadurch kann es zu einer Ölverdünnung kommen. Deshalb soll man vor dem Zyklus ca. 0,5l Öl ablassen und danach einen Ölwechsel durchführen. Im Grossen und Ganzen eine ziemlich aufwendige, und für den Kunden kostspielige, Sache, als wenn man mal vorher ne viertel Stunde auf die Autobahn gefahren wäre. Ich für meinen Teil freue mich auch den ersten Reinigungszyklus in unserer Werkstatt...

T.S.

Themenstarteram 10. November 2005 um 20:48

Danke für Eure ausführliche Antworten.

...dann müsste ich eigentlich bei mittlerweile 2500km schon einen Reinigungsprozess hinter mir haben!? Habe aber nichts mitbekommen. Sollte der Hinweis auf dem Display erscheinen?

Nun ja, vielleicht fahre ich ja besonders rußmindernd.

Kommt dann wahrscheinlich noch.

kk1305

Normalerweise sollte der Hinweis auf den Instrumenten erscheinen. Aber vielleicht fährst du öfter Autobahn oder so, dass die benötigte Temperatur erreicht wird und dadurch die Reinigung ermöglicht ist. Der Hinweis kommt nur, wenn die benötigten Parameter für die Reinigung nicht zur Verfügung standen. Steht in deiner Bedienungsanleitung vielleicht was zu diesem Thema?

T.S.

Themenstarteram 10. November 2005 um 22:06

..ja, wie Ihr schon erwähnt habt, aber nur halt nicht so detailiert: z.B. ...unregelmäßige Selbstreinigung....Aufforderung kurzzeitig eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 80km/h.....vom Vorgang selbst ist nichts zu merken....

Sonst ist nichts genaueres zu lesen. Fahre regelmäßig 2X35km zur Arbeit, also ca 2X35 Min. Landstrasse. Vielleicht passierts ja da? Wie macht es sich denn bemerkbar, sollte der Filter nicht gereinigt werden?

kk1305

Der Filter reinigt sich wie gesagt selber, wenn er die Möglichkeit bekommt und das kann sich, wie auch schon gesagt, durch eine weisse Rauchentwicklung bemerkbar machen...kann, muss nicht. Ich glaube nach 90000km muss der Filter erneuert werden und kostet ca. 800,-€, wenn ich richtig informiert bin. Aber der Wechselintervall und der Preis sind ohne Gewähr.

T.S.

P.S. Ach, jetzt habe ich verstanden, wie du das meinst: Das Steuergerät schaltet in ein Notlaufprogramm, heisst keine Leistung mehr da, Fehlermeldung usw..

Widersprechen sich diese beiden Beiträge nicht?

Zitat:

Original geschrieben von mr.saxe

Sollte dieser Wert im normalen Fahrbetrieb nicht erreicht werden – etwa bei andauerndem Kurzstreckenbetrieb – erhöht das Einspritzsteuergerät die Abgastemperatur durch eine verzögerte Haupteinspritzung und eine zusätzliche Nacheinspritzung.

Zitat:

Original geschrieben von ThorSteinar

Befolgt man die Aufforderung zur Reinigung nicht, schaltet das Fahrzeug in ein Notlaufprogramm und man ist gezwungen eine Renaultwerkstatt anzufahren in der der Reinigungszyklus mittels Clip durchgeführt wird.

Den ersten Beitrag verstehe ich so, dass die erhöhte Temperatur quasi künstlich erzeugt wird und die Reinigung trotzdem dadurch stattfindet. Den zweiten Beitrag verstehe ich so, dass eine Lösung ohne Werkstatt nicht mehr möglich ist.

Bin etwas verwirrt. Grüße

Also...Aufklärung!

Wird im Alltagsbetrieb kein Betriebszustand erreicht, indem der Reinigunszyklus durchgeführt werden kann, wird man über die Instrumente dazu aufgefordert(eine gewisse Zeit mit der und der Geschwindigkeit fahren). Kommt man dieser Aufforderung nicht nach(ich glaube innerhalb von 400km), schaltet das Steuergerät in ein Notlaufprogramm(keine Leistung usw.) und man ist gezwungen in eine Renaultwerkstatt zu fahren, in der der Reinigungszyklus dann durchgeführt werden muss. Bei dieser Prozedur erfolgt genau das, was in den vorherigen Beiträgen beschrieben wurde.

T.S.

Danke.

Das heißt, der erste von mir zitierte Beitrag ist falsch? Oder nur falsch von mir verstanden?

Themenstarteram 13. November 2005 um 20:43

noch kurz zum Wechselintervall des Filters: Im Wartungsheft steht klein als Fußnote, dass das Filterelement nach 150000km gewechselt wird. Habe es erst nach langem Suchen gefunden.

kk1305

Das erste Zitat ist in der Tat falsch, denn das Steuergerät erhöht erst die Abgastemperatur bei dem Reinigungszyklus in der Werkstatt. Im normalen Fahrbetrieb wird die Abgastemperatur durch die Reinigungsfahrt erhöht oder ebend schon vorher bei einer Autobahnfahrt oder dergleichen.

T.S.

so wie ich es geschrieben habe steht es in der Pressemeldung von Renault Deutschland

www.renault-presse.de

Moin,

Es gibt im Grunde 2 Systeme von Russpartikelfiltern. Beide Systeme filtern zuerst den Russ aus dem Abgas heraus. Dann unterscheiden sich beide Systeme.

Das erste System, wie es von Peugeot verwendet wird (FAP) spritzt in den Auspufftakt ein Cer/Eisen-basierendes Additiv ein. Dieses katalysiert dann die totale Oxidation des Russ zu CO2 und erhöht zusätzlich die Temperatur auf die benötigte Höhe. In diesem Fall muss das Additiv nach derzeitigem Stand der Technik zwischen 50 und 100.000 km mal aufgetankt werden. Passiert automatisch bei der Inspektion. Dieses Additiv ist ungiftig, daher keine Gefahr. Dies kann entweder "permanent" passieren, indem das Additiv permanent dem Diesel beigemischt wird, oder nach Bedarf über eine eigenes Dosierungssystem.

Das andere System nutzt einen mit Cer beschichteten Katalysator als Filtermaterial. Damit dieser den Russ abbrennen kann benötigt er eine gewisse Temperatur. Diese wird üblicherweise erreicht, indem in den Auspufftakt etwas Diesel mit eingespritzt wird, so dass es im Partikelfilter während der Regeneration zu einer sogenannten Nachverbrennung kommt. Damit das klappt ... muss das Abgas bzw. der Kat mindestens 500°C haben.

Die Regeneration des Partikelfilters findet im Normalfall alle paar 100 km statt, sobald der Drucksensor einen gesteigerten Gegendruck des Partikelfilters feststellt. Also ... keinen Kopf machen, du bemerkst davon rein gar nichts, wenn das System gut läuft. Du wirst es erst dann bemerken, wenn das System eben NICHT mehr Korrekt arbeiten sollte.

MFG Kester

Ist es eigentlich möglich, dass bei Additivlosen Systemen z.B. bei sehr schneller Autobahnfahr, also viel Vollastanteil, die zum abbrennen nötigen Temparaturen quasi "von selbst" entstehen und sich so der Russfilter ohne Fremdeinwirkung durch eine Nacheinspritzung reinigen kann?

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