Erster Erfahrungsbericht mit etwas Enttäuschung
Hallo,
ich schreibe mal die ersten Erfahrungen, weil ich momentan etwas enttäuscht bin.
Ich habe im letzten Juli meinen Passat B7 2.0 TSI Limousine erworben. Dieser stammt aus Anfang 2011 und war im ersten Leben ein Werksdienstwagen. Inzwischen entwickelt sich allerdings eine Art Hassliebe zu Ihm.
Liebe:
- Die umfangreiche Ausstattung
- Die Assistenten vorallem ACC & Front Assist
- Das Fahrgefühl und die Leichtfüssigkeit des Motors
- Die komfortablen Sport-Komfort-Sitze mit Memory
- Das riesige Platzangebot
- Die Usabillity
- Das DCC
Hass:
Am Anfang war ich schon ziemlich zufrieden mit dem Passat und hatte nur paar Kleinigkeiten die ich mir noch gewünscht hätte. Was mich aber mehr und mehr zu der Hassliebe drängt, sind die zunehmend Werkstattaufenthalte.:
- Erste große Tour -> Motornotlaufprogramm -> Hochdruckpumpe kaputt
- Standheizung lief nicht mehr
- Heckklappendämpfer kaputt
- Airbagfehler -> vermutlich etwas in der Lenkung defekt
Ich besitze dieses noch recht junge Fahrzeug (4x tkm) noch kein Jahr und bin schon 2x liegen gelieben. Der aktuelle Defekt, mit dem Airbagsystem ist vorgestern aufgetreten. Natürlich wäre damit eine Weiterfahrt noch möglich, aber ich fahre keine große Strecke, ohne funktionierendes Airbagsystem. Witzigerweise hat am Anfang der Spurhalteassistent noch versucht, mich von der Fahrbahn abzudrängen 🙄. Ich vermute deswegen, irgendwas ist hinter dem Lenkrad im Eimer. Auch weil die Defekte mit einem Knacken beim Lenken, hinter dem Lenkrad einhergehen.
Jetzt könnte ich schon darüber meckern, dass ich mit einem Auto, was neu mal etwas um die 50000 € gekostet hat, bereits öfter liegen geblieben bin, als mit den alten Nissans (7-16 Jahre alt), die ich vorher gefahren bin. Allerdings wird der Frust !etwas! durch die Garantie kompensiert.
Jetzt könnte ich dank der Garantie akzeptieren, dass ich vielleicht ein "Montagsauto" habe und das wirklich nur wenige betrifft. Dann kommt aber diese *** Mobilitätsgarantie ins Spiel, welche überhaupt nicht realitätsnah ist. Denn anders als es der Name sagt, bleibe ich nicht mobil. Das finde ich echt frustrierend, dass ich weniger mobil bin, mit einem Fahrzeug was auch gebraucht, noch wesentlich mehr, als die genannten alten Nissans gekostet hat. Mobilitätsgarantie heißt bei VW nämlich nur, dass ich nach der Panne für max. 3 Tage einen Leihwagen bekomme, ungeachtet von Sonn- und Feiertagen. Im aktuellen Fall heißt das, ich war bis heute Mobil, ohne dass die Werkstatt überhaupt schonmal den defekten Passat gesehen hat. Denn die Werkstatt ignoriert im Vergleich zur Mobilitätsgarantie die Sonn- und Feiertage nicht. Demzufolge bin ich trotz eines ziemlich teuren Autos also wieder ein paar Tage nicht mobil. Das natürlich auch Werktags, wo ich die Mobilität am meisten brauche. Witzigerweise war es bei der defekten Hochdruckpumpe genau das gleiche, da man als privater Nutzer natürlich die großen Touren am Wochenende hat. Logischweise treten solche defekte eben auch dann auf den großen Strecken auf.
Um es nochmal zusammenzufassen:
Ich könnte mit einem "Montagsfahrzeug" leben, was bereits ärgerlich genug ist. Aber dann möchte ich dies durch REALE Mobilität kompensiert haben. Wenn Volkswagen so haltbare Fahrzeuge produziert, dann sollte es ja kein wirtschaftliches Problem sein, die paar "Montagsautofahrer" mobil zu halten.
Ok mir fällt gerade auf, dass ich mir mehr den Frust von der Seele schrieb als einen Erfahrungsbericht zu schreiben. Aber das musste mal sein und keiner wird zum Lesen gezwungen 😁.
Ehrlichgesagt bin ich langsam verunsichert, ob ich mir in 1-2 Jahren wieder einen Volkswagen kaufen soll. Habt ihr Erfahrungen mit anderen Herstellern und der Mobilität?
P.S.: Kommentare sind sehr willkommen, aber bitte verzichtet auf Beiträge der folgenden Art: "Bisher X KM und keine Probleme"!
16 Antworten
Ins Klo greifen kann man mit jeder Marke. Ok willst Du zwar nicht hören, aber in den vergangenen 21 Jahren mit VAG Autos hatte ich nie einen Totalausfall und die teuerste Reparatur war 1100€ für die Klimaanlage. Aber was nicht ist...
Ich denke mal das mit der Mobilität hängt auch vom AH ab, ob die für 2 weitere Tage die Hand aufhalten.
Wie andere Hersteller das machen, kann ich Dir nicht sagen.
Aber ich kann Deine Enttäuschung gut verstehen.
Ich finde Deine Enttäuschung nachvollziehbar und alles andere als ungerechtfertigt. In meinem Familien-Fuhrpark existiert unter anderem ein B7 Variant, Bj. 2012, Neupreis 38.000 €, kleiner Diesel aber viel Ausstattung. Zufriedenheitsmindernde Phänomene sind folgende:
Aus der Mittelkonsole knarzt es unüberhörbar, die Verkleidung der Hecklappe dröhnt wie verrückt, bei Kälte tritt regelmäßig Zündunwilligkeit auf, die hinteren Türen frieren trotz Gegenmaßnahmen im Winter fast immer fest, was ungünstig ist, wenn man früh schnell die Kinder zur Kita bringen will, das MediaIn funktioniert mal und mal eben auch nicht, beim Schalten schepperts gewaltig, usw. Alles in allem viele Kleinigkeiten, die mich zunehmend nerven. Liegen geblieben bin ich zum Glück noch nicht.
Klar sind die Erwartungen an einen Passat hoch, deshalb besteht auch mehr Spielraum zu Enttäuschungen als bei einem weniger teuren Fahrzeug. Alle Fahrzeuge sind inzwischen so komplex, dass es bei der Vielzahl an Assistenten und Elektronik fast zwangsläufig irgendwann zu Fehlern kommt. Jeder Hersteller hat mit Rückrufen und Qualitätsproblemen zu kämpfen, egal ob VW, BMW oder Toyota.
Meine Schwiegermama fährt einen jungen Audi A3, bei dem nach 14.000 km der Turbo auf Garantie getauscht werden musste... Der Kundendienstmeister meinte nur, dass es bei einigen Fahrzeugen eben passiert, bei anderen eben nicht. Das hängt von vielen Faktoren ab (Fertigungstoleranzen, Montagefehler, Teilefehler) und manchmal auch von der Mondphase. Nur soviel mal zum Qualitätsimage von VAG-Fahrzeugen. Ich glaube nicht, dass es das klassische "Montagsauto" noch gibt, Du hast einfach relativ zeitig bestimmte technische Defekte an deinem Passat. Vielleicht hast du danach Ruhe vielleicht aber auch nicht. Das wäre schade, weil es natürlich ein tolles Auto mit einem tollen Motor ist.
Vielleicht sind ältere Fahrzeuge mit weniger Technik weniger anfällig. Dann hat man aber statt technischer Risiken das Verschleißteileproblem: Bremsen, Stoßdämpfer, Auspuff, Zahnriemen etc..
Ich hoffe, Dir vergeht trotz Enttäuschungen nicht die Freude an deinem Passat und wünsche Dir allzeit gute Fahrt!
Der Motor (1,6 TDI) springt manchmal nicht sofort an, der Anlasser dreht erst ein paar Sekunden. Manchmal springt der Motor auch erst beim 2. Startversuch an. Fahrzeug wird täglich bewegt, Batterie ist okay, die Werkstatt konnte nichts auffälliges finden. Laut VW ist das völlig normal und ein Startvorgang "darf" auch bis zu 5 Sekunden dauern, bevor von einem Komfortmangel ausgegangen wird.
Beim Ein- und Auskuppeln gibt es ein deutlich hörbares Nachscheppern bzw. ein scheuerndes Geräusch (6 Gang Handschalter).
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@Themenersteller
Mein Beileid und ich hoffe, dass die Werkstatt Dein Auto wieder flott bekommt. 🙂
Wenn ich bei VW etwas gelernt habe, dann dass das Wohlbefinden des Autos sehr stark mit der Werkstattleistung zusammenhängt - und die scheint gerade bei VW enorm zu schwanken.
Meine Werkstatt bekommt es nicht hin den Luftdruck der Reifen und das Licht zuverlässig einzustellen, macht aber im Gegensatz zu den beiden anderen im Umkreis nichts kaputt und sucht meist sogar erfolgreich nach Fehlern, wenn man diese zuvor penibelst genau beschrieben und auf dem Auftrag hat vermerken lassen. Von daher muss ich damit schon glücklich sein...
@Mobilitätsgarantie
Sei froh, dass es überhaupt einen kostenlosen Leihwagen für ein paar Tage gibt. Ich fahre neben dem Passat einen Jaguar XJ mit einem Listenpreis von - festhalten - 112.000 Euro. Rate mal was der Hersteller dort für Dich tut wenn Du mit dem Auto liegen bleibst? Nix! Was machen die drei zu dem Zeitpunkt ortsansäßigen Händler (war in Berlin)? "Ja einen Werkstatttermin können wir Ihnen frühestens in 3-4 Wochen geben." Ohne Worte. Dagegen ist der VW-Service spitze!
Zitat:
Original geschrieben von SmartGeist
Jetzt könnte ich schon darüber meckern, dass ich mit einem Auto, was neu mal etwas um die 50000 € gekostet hat, bereits öfter liegen geblieben bin, als mit den alten Nissans (7-16 Jahre alt), die ich vorher gefahren bin.
Die Japaner bauen eben die besseren Autos. Vielleicht nicht optisch, aber technisch auf alle Fälle.
Meine Erfahrungen mit VW sind wie folgt:
- 1999 Golf IV für ein Jahr, einmal sprang er nicht an, und ständig hatte ich das Gefühl das Armaturenbrett fällt gleich raus. Alles bei KM-Stand > 50tkm.
- 2011 Golf VI, sprang bereits mehrfach nicht an und musste abgeschleppt werden. Letztens ging ein FH nicht, am nächsten Tag gings wieder. KM-Stand 40tkm. Ansonsten ein gutes Auto, ohne Poltern oder Knarzen.
@TE
Wenn du ein Auto suchst das während der ersten 4 Jahre fehlerfrei bleibt bist bei VW bei der verkehrten Marke ( Aus eigener Erfahrung: Renault & Opel sind auch nicht besser)
Alle meine 4 selbstgekauften VW ( Polo, Golf, Golf Plus, seid 5 Monaten Passat) mussten oder werden noch außerplanmäßig mäßig in der Werkstatt müssen. Leckende Kühler, Luftmassensensoren, nicht öffnende Heckklappe ( natürlich mit Koffer drinnen) oder defekter Scheibenwischermotor das war bei meinen ersten 3 VWs alles während der Garantie fällig. Der Passat hat noch nichts aber hat ja noch ca. 3,5 Jahre zeit 😉
Wer sich nun fragt warum hat er sich denn wieder ein VW geholt: Ich bin im täglichen Gebrauch mit den Autos zufrieden. Praktische Bedienung, die Sachen die er kann funktionieren ohne Probleme. Sitze und Innenraum nach 7-10 Jahren super in Ordnung. Bisher immer Werkstätten die zügig repariert haben ( meistens 1Tag stillstand)
Abstürzende Navis, tausend Knöpfe Cockpits etc. wäre etwas was mich mehr stören würde, da ich mich jeden Tag bzw. wöchentlich damit rum ärgern würde.
Ich drücke auf jeden fall die Daumen das dies dein letztes Problem mit dem Auto war .
Eigentlich hatte ich bisher gedacht, dass das Thema in der VAG einheitlich ist, allerdings wurde ich überrascht. Bei Skoda scheint man mal was von Sonn- und Feiertagen gehört zu haben. Da gibts 3 Tage einen Mietwagen und bei Sonn- und Feiertagen bis zu 5 Tage. Noch witziger fand ich Seat, wo der Inhalt scheinbar nicht mehr ganz aktuell ist. Hier gibts ebenfalls 3 Tage und für Exeo und Alhambra (7N) bis zu 5 Tage. Dass Audi am besten da steht, verwundert mich dann am wenigsten. Bei Audi bis zu 5 Tage (plus direkt anschließende Wochenenden oder Feiertage).
Irgendwie fühle ich mich etwas veräppelt, dass man mit VW am schlechtesten da steht, im Vergleich zu Skoda & Seat. Und das, wo die VAG, Passat und höher schon im Premiumsegment sehen will... 😠
Ich fahr jetzt seit 37 Jahren Auto. Davon 25 Jahre VW.
Rückblickend muss ich sagen, dass die Autos in der Zeit eigentlich immer zuverlässiger geworden sind.
Die Elektronik war eingentlich nie das Problem, dafür aber zu schlechte Mikroschalter, regelmäßig ausfallende Magnetschalter, also eher mechanische Teile. Ausfälle von Motorelektronik hatte ich nur einmal beim Golf durch Masseprobleme wegen Korrosion.
Der Freundliche wollte mir da auch die Motorsteuerung nicht tauschen ohne dass ich das Risiko trag. Aber der Fehler war dann wieder weg.
Ansonsten meist nur Verschleiß der Radaufhängung und Spurstangen und sowas.
Alternde Gummischläuche und sowas.
Mobilitätsgarantie mit 3 Tagen ist wirklich ein Witz.
Als ich mal mit meinem Golf einen Motorschaden am Wochenende 300 km von zu Hause hatte, konnte ich mir aussuchen: 3 Tage Mietwagen über VW, eine Woche über ADAC plus. Über ADAC konnte ich den Wagen dalassen und am nächsten Wochenende mit dem Mietwage wieder hinfahren.
Mit Mobilitätsgarantie hätt ich nix vom Mietwagen gehabt.
Das einzige was mein B7 nach 2 Jahren bisher hatte, war, dass die Fahrertür sich nicht mehr zuschlagen lässt und ich offenbar die richtige Stelle zum ölen noch nicht gefunden habe.
Zitat:
Original geschrieben von icebeer87
... Wenn ich bei VW etwas gelernt habe, dann dass das Wohlbefinden des Autos sehr stark mit der Werkstattleistung zusammenhängt - und die scheint gerade bei VW enorm zu schwanken. ...
Dem kann ich aus eigener Erfahrung heraus nur zustimmen.
Wenn Du mit einem Arzt nicht zufrieden bist, dann suchst Du Dir ja auch Alternativen.
Warum also nicht eine andere, durchaus auch etwas weiter weg liegende Werkstatt mal ausprobiert.
So habe ich es auch gemacht, wenn auch die Entfernung zw. Händler -ALT- und Händler -Neu- nur ca. 15 km beträgt. Der erste Händler wollte mir weismachen, das ich mit der knarzenden Mittelkonsole leben müsste, denn sein Phaeton von 2009 knarzte auch an der Mittelkonsole, obwohl seine Werkstatt daran schon mehrfach gearbeitet hätte. "Ist halt so!".
Der zweite Händler wußte von alldem nichts und stellte das Knarzen ab, wenn auch nur vorübergehend.... 😉
Demnächst habe ich wieder einen Termin, dank Garantieverlängerung.
Die Mobilitätsgarantie kommt aber nicht vom Händler sondern ist direkt von VW und ist die schlechteste im VAG-Vergleich. Außerdem kann man bei einer Panne nicht wählen, was auch sinnlose wäre, weil diese in der Regel ja nicht Zuhause auftritt.