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E 300 de bewegt sich im P-Modus?

Themenstarteram 11. Dezember 2020 um 11:27

Hi,

Ich hab jedesmal wenn ich mein Auto im P stelle und noch drinnen sitze und auf jemand warte das die Kiste sich ganz lansgam paar mm bewegt. Er bleibt dann aber nach so 1-2 Bewegungen stehen....

Das ist doch nicht normal oder?

Passiert natürlich nur wenn man abschüssig steht...

Kennt das wer?

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9 Antworten

Nur mal zur Info, bei P wird nur ein ganz kleiner Zapfen arretiert, der vor wegrollen schützen soll. Dieser kann ein Auto bei Gefälle auf kein Fall halten. Daher immer die Feststellbremse dazu. Das er evtl. ein wenig rollt kann sein, wenn der Zapfen noch nicht "eingerastet" ist.

Besser kann ich das als Laie nicht erklären, aber du verstehst hoffentlich was ich meine.

Moin Gismo79,

moin Forenten,

das ist ganz normal. Die Parksperre ist ein Rad auf der Achse, die zur Kardanwelle führt. Es sieht so ähnlich wie ein Zahnrad aus, nur dass es Höcker und keine Zähne hat. Neben diesem Rad sitzt eine Sperrklinke, die man sich wie einen Haken vorstellen darf. Auf diesen Haken wird durch einlegen von P eine Feder freigegeben, sodass er zwischen zwei Höcker gedrückt und auf diese Weise das Parksperrrad arretieren kann. Wenn das Auto aber nun gerade so steht, dass die Sperrklinke auf einen Höcker und nicht einen Zwischenraum trifft, kann sich das Fahrzeug so lange bewegen, bis sich dieses Parksperrenrad so weit gedreht hat, dass nun ein Zwischenraum an der Sperrklinke anliegt und die Feder die Sperrklinke dort hineindrückt und auf diese Weise einrasten lässt.

In der Ebene fällt Dir das wahrscheinlich gar nicht auf. Möglich, dass die Parksperre dann gar nicht aktiv geworden ist, also eingerastet hat, obwohl Du P eingelegt hast. Nach Einlegen von P lässt sich ein Auto normalerweise ein paar Zentimeter vor- oder zurückschieben, bis die Sperrklinke einrastet. Dann bleibt das Auto abrupt stehen, während man die Sperrklinke einrasten hört. Das ist kaum zu übersehen.

Nachtrag: diese Parksperre ist derart stabil, dass sie das Auto, selbst zusammen mit der höchstzulässigen Anhängerlast, bei jeder von dem Auto oder Gespann erreichbaren Steigung zuverlässig hält. Viel zuverlässiger als es bei einem manuellen Getriebe bei eingelegtem ersten Gang der Motor je könnte (sonst könnte man ein Auto mit manuellem Getriebe gar nicht anschieben).

Was für den Einsatz der Feststellbremse spricht, ist, dass ohne Feststellbremse die gesamte durch das Gefälle und Fahrzeug- bzw. Gespanngewicht auftretende Kraft durch den halben Antriebsstrang (also über Gelenke, Achswellen, Differential, Kardanwelle) bis zurück ins Getriebe (!) geleitet wird und ihn entsprechend unter Spannung hält, was bei Verwendung der Feststellbremse vermieden werden kann.

Fingerzeig: wenn man erst die Parksperre und dann die Feststellbremse betätigt, ist die Spannung bereits im Antriebsstrang drin, wenn man die Feststellbremse betätigt (gilt nur bei Schrägen; ob in der Waagerechte die Parksperre überhaupt einrastest, wissen wir ja nicht sicher). Damit ist also nichts gewonnen. Wenn man erst die Feststellbremse betätigt und dann die Parksperre einlegt, kann das vermieden werden, weil dann alle Kräfte bereits von der Feststellbremse aufgefangen werden.

Ob die Feststellbremse dann allerdings eingerastet ist, ist ungewiss. Immerhin bleibt sie als doppelte Sicherung für den Fall, dass die Feststellbremse ausfallen sollte: dann würde das Auto von selbst in die Parksperre hineinrollen, welche dann einrastet und das Auto zuverlässig hält. Ich habe allerdings noch nie von einer Feststellbremse gehört, die während des Parkens ihren Geist aufgegeben hätte. Aber doppelt genäht hält besser.

Der Einwand von Jens ist unzutreffend. Die Parksperre ist ein sehr großes Bauteil im Getriebe, das extra so groß ausgelegt worden ist, dass sie allen eventuell auftretenden Kräften gewachsen ist. Nur während der Fahrt sollte man sie keinesfalls einlegen, denn dass kann dazu führen, dass sie zerstört wird. Und das kann dann richtig teuer werden, bis hin zu einem Austauschgetriebe. 5.000 Euro sind da nichts.

Nachtrag 2: ich habe ein Bild gefunden -- es ist die 7G-Tronic --, welches das Parksperrenrad vollständig und nicht ausgeschnitten zeigt, weswegen das besonders anschaulich ist. Nr. 1. Ich hab's mal fett rot umrandet. Es ist das große Rad mit den Höckern, deutlich größer als die Zahnräder, welche ja auch alle Kräfte zu übertragen in der Lage sind. Man sieht, dass es wirklich riesig ist, aus gutem Grund: es ist wirklich allen auftretenden Belastungen gewachsen.

Nachtrag 3: ich habe von JPAT noch eine Explosionszeichnung eines ZF-Getriebes (ZF 5HP 30) gefunden, auf der das Parksperrenrad sehr anschaulich dargestellt ist. Am rechten Bildrand ist es zu sehen, die Nr. 690. Man erkennt, dass das 15 bis 20 cm Durchmesser haben dürfte, also wirklich reichlich dimensioniert ist.

Wenn noch Fragen sind, bitte umgehend fragen. So ein Automatikgetriebe ist schon extrem kompliziert, finde ich.

Danke für Euer Interesse

Peter

Parksperre
Parksperre
Themenstarteram 12. Dezember 2020 um 9:57

Ok dass hat meine Frage zu 200% beantwortet :)

Yepp! Dank an musikgeniesser für diese tolle Erklärung!

Moin Forenten,

freut mich sehr, dass Ihr damit etwas anfangen konntet.

Weswegen ich schreibe:

Zitat:

@musikgeniesser schrieb am 11. Dezember 2020 um 12:30:39 Uhr:

Ob die Feststellbremse dann allerdings eingerastet ist, ist ungewiss.

Ob die Parksperre dann allerdings eingerastet ist, ist ungewiss.

... muss es natürlich heißen. Ist den meisten wahrscheinlich klar gewesen, aber der Fehler sei hiermit korrigiert.

Danke für Euer Interesse

Peter

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