Distronic und Bremsenverschleiß
Von einem Audi Q7 Besitzer, ebenfalls mit Drive-Pilot (adäquat zu Mercedes) habe ich erfahren, das Er ca. alle 18.000 KM die Bremsbeläge erneuern muss. Vermutlich liegt das an der Distronic die wohl ständig den Abstand mit Bremseingriffen regelt.
Nun hatte ich angenommen, das die Distronic etwas vorausschauender regelt (Wegnahme vom Gas). Es muss doch nicht immer der Abstand zeitgleich bzw. 100%ig eingehalten werden. Es muss doch irgendeinen Toleranzbereich geben.
Wie wird denn die Abstandsregelung bei Mercedes vorgenommen? Gibt es schon irgendwelche Erfahrungen.
Wenn natürlich jemand vor Dir unmittelbar einschert, dann ist mir schon klar, das gebremst wird. Ich denke eher an die normale Situation. Die überwiegende Mehrheit auf Deutschlands Straßen fährt ohne Tempomat und daher mit ständig wechselnden Geschwindigkeiten.
Beste Antwort im Thema
Ich fahre seit es sie gibt Abstandsregeltempomaten. Die Regelung ist immer feinfühliger und schlauer geworden, die Bremsleistung immer höher. Die Distronic ist indessen so gut adaptiert, dass sie gerne einmal Bremsungen vermeidet, stattdessen Gas wegnimmt oder herunterschaltet. Daher ändert sich der Abstand zum Vordermann durchaus auch einmal im gleichen Geschwindigkeitsbereich, wie hier beschrieben. Z.B. bei einscherenden Fahrzeugen ist die Reaktion heute moderat, die Distronic toleriert eine Unterschreitung des eingestellten Abstandes kurzfristig. Auch die Fahrprogramme greifen, in S+ bremst der Wagen härter und beschleunigt schneller mit.
Auf den Bremsverschleiß bezogen, hat das relativ wenig Auswirkungen. Ein umsichtiger Fahrer kann im Vergleich zur Distronic etwas bremsenschonender fahren, keine Frage. Aber schon der normale Fahrer beansprucht die Bremsen mehr. Auch muss man wissen, die Distronic leitet sanfte Bremsungen mit der Hinterradbremse ein. Das ist gut, denn die Hinterradbremse ist bei moderaten Fahrern tendenziell unterbeschäftigt.
P.S.: Wer einen Q7 fährt, braucht einzelnen Funktionen nicht die Schuld an extremen Ressourcenverschleiß zu geben. Die Schuld trägt der Besitzer mit der Bestellentscheidung.
36 Antworten
Meiner Meinung nach hängt der Bremsverschleiß nach wie vor in erster Linie vom Fahrer und dessen Fahrweise ab.
Ich fahre rund 50.000 km jährlich fast ausschließlich Autobahn und fast ausschließlich mit Distronic.
Allerdings fahre ich auch extrem vorausschauend und versuche gar nicht erst in die Situation zu kommen, dass ich bremsen müsste.
D.h. sobald ich erkenne, dass ein Fahrzeug vor mir langsamer ist, schalte ich die Distronic aus und lasse mich an das vorausfahrende Fahrzeug im Segelmodus heranrollen.
Bei meinem vorigen 5er BMW wurden die Bremsen (Klötze und Scheiben) erstmalig kurz vor Ende der Leasinglaufzeit bei ca. 150.000 km getauscht. Und das war auch noch Theater mit BMW: weil sie immer noch nicht verschlissen waren wollte BMW sie erst nicht tauschen obwohl ich drei Wechsel im Wartungspaket inklusive hatte.
Aufgrund meiner oben beschriebenen Fahrweise ist der Segelmodus im C238 für mich auch mit das größte Ärgernis.
Beim BMW war der sehr binär. Gas weg: Segelmodus an und umgekehrt.
Bei Mercedes ist das ein klassischer Falll von Schreibtsich-Over-Engineering:
- Mindestgeschwindigkeit erreicht?
- Kein Fahrzeug voraus?
- Keine Distronic an?
- Maximalgeschwindigkeit undterschritten?
- ...
Der Quatsch führt dazu, dass ich jetzt jedes Mal wenn ich die Distronic ausschalte, erst mal das Gaspedal für 2-3 Sekunden streicheln muss, damit die Karre in den Segelmodus geht. Völlig idiotisch - mir fällt absolut keine plausible Begründung ein warum der Segelmodus nicht gehen darf wenn man die Distronic abschaltet. Das kann sich nur jemand ausgedacht haben, der selber nur in Stuttgart um Endlos-Baustellen und Umweltzonen rumkutscht und nie einen Segelmodus braucht.
Zitat:
@Daimler201 schrieb am 17. Oktober 2016 um 12:45:14 Uhr:
Mit Distronic hast Du auf jeden Fall einen größeren Bremsverschleiß als ohne. Übrigens: Der Tempomat hält auch bergab durch relativ frühes Bremsen die eingestellte Geschwindigkeit, hier wäre auch eine Toleranz von 10 km/h meiner Meinung nach besser.Wenn man das aber weiß kann man den Tempomat auch rechtzeitig herausnehmen.
MFG Sven
Eine Toleranz von 10 km/h kann in der Schweiz SEHR teuer werden. Daher eher lieber nicht.
Ist man, egal in welcher Hinsicht, preisbewusst, meidet man die Schweiz doch eh, oder?
PS: tolles Land, tolle Leute..
Zitat:
@Flodder schrieb am 11. Mai 2022 um 19:24:57 Uhr:
Ist man, egal in welcher Hinsicht, preisbewusst, meidet man die Schweiz doch eh, oder?
PS: tolles Land, tolle Leute..
Rein, raus, niemand wird verletzt. Kleines Land, kleine Entfernungen.
Genießen, aber außerhalb konsumieren 😉
Im Ernst: ein Land, voller Beton, voller vollkommener Flächen, nüchtern, sauber, unbestechlich.
Ideal für Menschen, die eher Volvo, RangeRover oder Tesla mögen.
Komme ich bei Thonon wieder "heim" (EU), fühle ich mich irgendwie wohler.
Hier natürlich im Vergleich "ärmer", dafür kommt man in den Pyrenäen (aus Spanien kommend) in den Wohlstand. Europa, Du geile Vielfalt 😁
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Ja, ist was dran. Habe mich dran gewöhnt, dass das preisniveau bis doppelt ist, dafür ist die Qualität in der Regel auch viel höher.
Eine Geschwindigkeitsüberschreitung von 14 km/h in der Stadt und eine 0,5 Sekunden rote Ampel sind je 250 Franken.
Daher Toleranz des drive Pilots wirklich nicht sehr günstig. Übrigens fehlt noch die ampelerkennung, das wäre top
Zitat:
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Daher Toleranz des drive Pilots wirklich nicht sehr günstig. Übrigens fehlt noch die ampelerkennung, das wäre top
Ich dachte, es gäbe eine breite Diskussion darüber, dass FAP / DistronicPlus eben leider nicht Toleranz einstellen lassen (im Gegensatz zu BMW), insbesondere nicht bei Schilderkennungsübernahme ???
Mit France darf man übrigens auch hadern, die speed Strafe macht glaube ich keinen Unterschied zwischen +5 und +25 !!!
Ich wünschte uns allen, eine Überschreitung von 10 ( bei 30) wäre zehnmal so teuer als 10 bei 120.
Da stimme ich zu: Wenn die Basis 0€ bei Tempo 30 + 10 ist - würden andere Lappalien derart bestraft und verfolgt (z. B Kippen überall hinschmeißen, Rasenmähen zu Ruhezeiten, usw. ) hätten wir hier einen Volksaufstand…
P.S. Ich meine damit nicht die „berühmten 30 vorm Kindergarten“ (wo eh, mangels Umsatzpotential, nie oder allenfalls nach 22:00 kontrolliert wird), sondern die neuerdings hippen 30er Zonen in 4-spurigen Transitstraßen in Verbund mit hochmodernen Laserblitzanlagen, neuerdings gerne auch noch 24/7 statt nur nachts wegen, angeblichem, Lärmschutz. Den Lärm ertragen dann andere Stadtteile, aufgrund von diesen Flaschenhälsen verursachten kilometerlanger Staus, die dann wiederum über Pförtnerampeln noch verschärft werden - wenigstens wird man an diesen Stellen garantiert nicht mehr geblitzt bzw. die dort noch aus „früheren Zeiten“ verbauten stationären Blitzer könnten eigentlich abgebaut werden… 😁