Der Traum des Oberlehrers: Überholverbot + Versetzt Fahren
Hurra, zwischen Offenburg und Appenweier ist in der Bausetelle jetzt Überholverbot + Versetzt Fahren angeordnet (siehe angehängtes Bild). Bei sehr hohem Verkehrsaufkommen mag das ganze ja noch eine gewisse Berechtigung haben, heute mittag um 13:30 Uhr eher nicht.
Akteure: 1 LKW, drei PKW. Situation: LKW rechts, PKW 1 (Oberlehrer) linke Spur, brav versetzt hinter dem LKW, Ich: rechte Spur, versetzt hinter PKW 1. PKW 3 kommt von hinten, überholt mich und möchte nun auch PKW 1 überholen. PKW 1 fährt allerdings seelenruhig weiter und deutet jedesmal auf das neue Verkehrszeichen, wenn wir dran vorbeifahren... Das ganze über ca. 5 km.
Also liebe Oberlehrer von Deutschland: Kommt nach Offenburg, hier könnt Ihr Euch richtig austoben...
Beste Antwort im Thema
Wenn ich an die Überholmanöver mancher überbreiter SUV in Baustellen mit nur 2 m Breite auf der Überholspur denke (natürlich die rechten Räder auf oder rechts neben der Fahrstreifenmarkierung, dann muß ich leider sagen:
Ich begrüße das als Beitrag zur Verkehrssicherheit !
Gruß SRAM
700 Antworten
@Drahkke
Zu viele legen die sog. Eigenverantwortung nach eigenem gusto aus - wie will man da auf einen allgemein gültigen Nenner kommen? Diese Klientel fordert ja ein Eingreifen seitens der Obrigkeit direkt heraus, um hinterher über Abzocke zu schimpfen.
Zitat:
Original geschrieben von zille1976
Also scheitert es mal wieder nicht an der Idee, sondern an der Fähigkeit einiger Verkehrsteilnehmer ihren Gasfuss für 4km unter Kontrolle zu halten.
Es scheitert daran daß das Überholverbot unsinnig ist. Unsinnige Regelungen werden zu Recht oft nicht beachtet. Das Problem ist: Je mehr unsinnige Beschilderungen existieren, desto weniger werden sinnvolle Beschilderungen beachtet.
Variante 1:
Rechts fahren in der Kolonne, 60 bis 80km/h, ständig wird gebremst und der LKW-Fahrer wird hinten ungeduldig.
Variante 2:
Links fahren mit mehr als genügend Abstand zum Vorder- und Hintermann, konstante Geschwindigkeit.
Mach mal ne Umfrage und erwähne erst hinterher daß der Gesetzgeber dort Variante 1 vorschreibt. Du wirst auf Unverständnis stoßen.
Übrigens kann die Verkehrsdichte im Kolonnenverkehr gar nicht legal steigen. Das Überholverbot wird nicht aufgehoben, d.h. die Sicherheitsabstände zum Vordermann sind immer gleich, egal ob er nun versetzt fährt oder nicht, da man ja immer bremsen muß wenn der Vordermann bremst.
Anstatt die Baustellen einfach fertig zu bauen (man sieht so gut wie nie dort jemand arbeiten) werden hier auch wieder Modellversuche unternommen und schärfere Kontrollen gefordert. Dabei gäbe es das Problem auf einer fertigen Autobahn gar nicht, aber so weit wird wieder nicht gedacht.
Zitat:
Original geschrieben von Incoming
Unsinnige Regelungen werden zu Recht oft nicht beachtet.
Nach deutschem Rechtsverständnis gibt es kein Recht im Unrecht.
Zitat:
Original geschrieben von Incoming
Oh je, man sieht, dir fehlt die Fahrpraxis.
Ich kenne genug Stellen an denen es völlig unmöglich ist sicher zu überholen obwohl dies nicht durch ein Überholverbot, eine durchgezogene Linie etc. explizit verboten wurde.
Man sieht, mir fehlt zwar nicht die Fahrpraxis, aber Dir das Grundlagenwissen:
Zitat:
StVO - § 5 Überholen
(1) Es ist links zu überholen.
(2) Überholen darf nur, wer übersehen kann, daß während des ganzen Überholvorgangs jede Behinderung des Gegenverkehrs ausgeschlossen ist. Überholen darf ferner nur, wer mit wesentlich höherer Geschwindigkeit als der zu Überholende fährt.
(3) Das Überholen ist unzulässig:
1. bei unklarer Verkehrslage oder
2. wo es durch Verkehrszeichen (Zeichen 276, 277) angeordnet ist.
An den Verkehrszeichen ist schon mal ablesbar, wo das Überholen nach den Verkehrsregeln unsicher und verboten ist. Wenn Du daraus ableitest, dass das Überholen überall sonst erlaubt und sicher sei, ist das völlig abwegig. Ein Blick in § 5 StVO, siehe oben, hilft Dir weiter.
Zitat:
Original geschrieben von Incoming
Oder willst du jetzt noch allen ernstes behaupten man dürfe dann nur rechts schneller fahren (=Überholen im Kolonnenverkehr) aber nicht links?
Info der Deutschen Verkehrswacht:
"
Es gibt nur eine Situation beim Fahren auf der Autobahn, bei der die Benutzung des rechten Fahrstreifens ausdrücklich verboten ist: zum Rechtüberholen." Ausnahmen hiervon gelten nur, wenn auf der Autobahn im Kolonnenverkehr links
höchstens 60 km/hgefahren werden. (Meine Güte, kannst Du Dich nicht mal selbst schlaumachen?)
Zitat:
Original geschrieben von Incoming
Manchmal frage ich mich, wie wenig Fahrpraxis einige Leute hier tatsächlich haben. Ich gehe nicht davon aus daß du schon öfters durch die Baustelle gefahren bist und dir ein reales Bild der Gegebenheiten gemacht hast.
Tut mir leid, Dich enttäuschen zu müssen, aber ich bin Langstrecken-Pendler und kenne einige Autobahnstellen in Norddeutschland in- und auswendig. Ansonsten bin ich seit 28 Jahren unfallfrei und ohne Punkte unterwegs.
Mit schweren Verkehrsunfällen bin ich sicher häufiger konfrontiert gewesen als Du, auch mit ihren Ursachen und Folgen, Foto-Beispiele hatte ich im Dezember hier und hier (Unfall mit Fußgänger) in einem anderen Thread gegeben. Ich weiß nicht, wie viele VUs mit Personenschäden über meinen Schreibtisch gewandert sind, aber die Zahl dürfte vierstellig sein. Du solltest mit Deinen Unterstellungen also etwas vorsichtiger sein, vor allem, wenn Du selbst erkennbar weniger Ahnung hast. Im Übrigen befreit auch Fahrpraxis nicht davon, sich an die Verkehrsregeln zu halten.
MfG, Tazio1935
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Zitat:
Original geschrieben von tazio1935
Man sieht, mir fehlt zwar nicht die Fahrpraxis, aber Dir das Grundlagenwissen:
Das Grundlagenwissen habe ich, du anscheinend nicht.
Zitat:
Wenn Du daraus ableitest, dass das Überholen überall sonst erlaubt und sicher sei, ist das völlig abwegig. Ein Blick in § 5 StVO, siehe oben, hilft Dir weiter.
Es war DEINE Aussage daß durch Zeichen angegeben wird, wann überholen sicher bzw. möglich ist.
Gedächtnisprobleme?
Zitat:
Tut mir leid, Dich enttäuschen zu müssen, aber ich bin Langstrecken-Pendler und kenne einige Autobahnstellen in Norddeutschland in- und auswendig. Ansonsten bin ich seit 28 Jahren unfallfrei und ohne Punkte unterwegs.
Zum GLück muß man Leuten wie dir im Süden nicht begegnen (vermutlich bist du einer dieser Oberlehrer, die zu Threadbeginn angesprochen wurden).
Übrigens hast du damit auch zugegeben daß du die Baustelle gar nicht kennst und dir daher die Erfahrungswerte fehlen diese auch zu beurteilen.
Zitat:
Nach deutschem Rechtsverständnis gibt es kein Recht im Unrecht.
Es ist halt immer die Frage wie man seine Prioritäten setzt. Ich fahre lieber sicher und komfortabel anstatt mich penibel an jedes Gesetz zu halten (von denen viele oft genug gegen andere Gesetze verstoßen) und andere dahingehend während des Fahrens zu belehren, wie das einige hier im Forum tun.
Als obs nicht genug andere Probleme gäbe als sich über Leute aufzuregen die in einer sicheren Verkehrslage vorbeifahren anstatt in die Eisen zu steigen und hinter einem zu bleiben.
Und wie schon erwähnt wird auch weiterhin nicht hinterfragt warum da überhaupt so lange so viele Baustellen sind. Das scheint der Oberlehrerfraktion im Forum ebenso völlig egal zu sein. Dabei würde eine Verminderung der Baustellen von alleine schon zur Verkehrssicherheit beitragen, ganz ohne unsinnige Beschilderung und Kontrolle.
Zitat:
Original geschrieben von Incoming
Es war DEINE Aussage daß durch Zeichen angegeben wird, wann überholen sicher bzw. möglich ist.
Gedächtnisprobleme?
Das gleitet bei Dir jetzt in Wortklauberei ab. Es ging auf Seite 35 darum, dass Fahrer im Bereich eines Überholverbotes angeblich "kriminalisert" würden. Ich habe dazu geschrieben: "Wo ein Überholen möglich und sicher ist, lässt sich übrigens einfach an den Verkehrszeichen ablesen." Damit war in dem Kontext gemeint: Im Bereich eines Überholverbotes ist das Überholen aufgrund der Beschilderung schon mal unmöglich und unsicher, und zwar rechtsverbindlich.
Dass damit NICHT gemeint sein kann, dass fehlende Verkehrszeichen generell ein Überholen möglich machen, ergibt sich ebenfalls aus der StVO. Das weiß aber eigentlich jeder aufgrund von Fahrpraxis und selbstständigem Denken ohnehin. Warum weißt Du es nicht? Im Übrigen kannst Du Dich im Ernstfall nicht darauf berufen, irgendwas zum Überholen in meinem MT-Beitrag gelesen zu haben. Auf die Verkehrszeichen und die StVO kannst Du Dich dagegen sehr wohl berufen.
Zitat:
Original geschrieben von Incoming
Zum GLück muß man Leuten wie dir im Süden nicht begegnen (vermutlich bist du einer dieser Oberlehrer, die zu Threadbeginn angesprochen wurden).
Schon wieder eine Unterstellung, und ich muss Dich schon wieder enttäuschen. Ich fahre sehr zügig, habe noch nie jemanden angezeigt und wurde noch nie angezeigt. Ich halte mich allerdings an die Verkehrsregeln. Dass das bei manchen schon als Oberlehrer-Verhalten empfunden wird, ist nicht mein Problem.
Zitat:
Original geschrieben von Incoming
Es ist halt immer die Frage wie man seine Prioritäten setzt. Ich fahre lieber sicher und komfortabel anstatt mich penibel an jedes Gesetz zu halten
Was für eine schräge Argumentation - als ob das eine das andere ausschließen würde. UNsicheres Fahren und Unfälle rühren meistens daher, dass Fahrer ihre eigene Prioritäten setzen, z. B. ihr schnelles Fortkommen als wichtiger einschätzen als das Überholverbot. Diese Einstellung wird sogar in dem Zeitungsartikel klar benannt:
Zitat:
"Ich will nicht wahrhaben, dass ich in meinem Fortkommen ausgebremst werde". Ego-Trips auf der Autobahn und dann noch im gefährlichen Baustellenbereich seien der Polizei ein Dorn im Auge. Klar sei leider: "Die bekommen sie auch mit riesigen Schildern in pink oder neongelb nicht" (Quelle )
MfG, Tazio1935
Zitat:
Original geschrieben von Incoming
Anstatt die Baustellen einfach fertig zu bauen (man sieht so gut wie nie dort jemand arbeiten) werden hier auch wieder Modellversuche unternommen und schärfere Kontrollen gefordert. Dabei gäbe es das Problem auf einer fertigen Autobahn gar nicht, aber so weit wird wieder nicht gedacht.
Obwohl ich die Regelung in ihrer jetzigen Form aufgrund ihrer Geltung unabhängig vom Verkehrsaufkommen für -vorsichtig gesagt- nicht zu Ende gedacht halte, muss ich den Bauherren speziell dieses Autobahnabschnitts mal in Schutz nehmen. Ich kenne keine Autobahnbaustelle, auf der es so zügig voran geht wie hier. Hier dreht sich auch nach 17:00 Uhr und Samstags noch der Bagger. Das liegt wahrscheinlich daran, dass hier eine private Firma und nicht die öffentliche Hand der Bauherr ist... Die Aussage "man sieht dort so gut wie nie jemanden arbeiten" ist jedenfalls für die Baustellen zwischen Baden Baden und Offenburg falsch.
Das ist übrigens auch so ein Kuriosum: Alle schreien nach 3-spurigen Autobahnen, die notwendigen Baumaßnahmen sind aber auch niemandem recht. Hier beschweren sich sogar die gleichen (Wirtschafts-)Kreise, die jahrzehntelang den Ausbau der A5 gefordert haben, über die aus der Erweiterung resultierenden Verkehrsbehinderungen.
Übrigens: Wer meint, dass die A5-Baustelle schlecht gemanaged ist und überdurchschnittlich hohe Behinderungen verursacht, der möge mal die A8 von Karlsruhe nach Stuttgart und zurück fahren. Im Bereich Pforzheim ist sogar zu verkehrsschwachen Zeiten regelmäßig Stau...
Moin!
Nochmal zu S.35, selbstverantwortliches Fahren: dies muss nicht erst innerhalb einer schwachsinnigen Regelung erfolgen, sondern könnte bereits vor deren Verhängung Anwendung finden. Konkret für unseren Fall hier könnte das z.B. bedeuten, einfach rechts zu fahren, wenn man nicht überholen möchte. Alles andere muss einen dann überhaupt nicht interessieren.
Ein Überholverbot in Baustellenbereichen mit den üblichen zwei völlig ausreichend breiten Spuren (selbst für meinen 2010er Ford Transit, Breite schätzungsweise 2,3m...) ist völlig überflüssig. Das braucht kein Mensch und befriedigt lediglich gelangweilte Verkehrsplaner und unfähige Regelerotiker.
Wer nicht fahren kann oder sich unsicher fühlt, kann doch rechts bleiben. Dann ist alles gut.
Weshalb sollen diejenigen, welche fahren können, ihr Fahrzeug kennen und nicht nur in 28 Jahren, sondern v.a. auf vielen 100.000 Km keinen Unfall gebaut haben, nicht zügiger fahren dürfen?
Wir haben bereits 40% überflüssige Schilder auf deutschen Straßen. Noch zusätzlich Neue zu erfinden ist wenig zielführend.
M.
Zitat:
Original geschrieben von Mr. Driveyanuts
Ein Überholverbot in Baustellenbereichen mit den üblichen zwei völlig ausreichend breiten Spuren (selbst für meinen 2010er Ford Transit, Breite schätzungsweise 2,3m...) ist völlig überflüssig. Das braucht kein Mensch und befriedigt lediglich gelangweilte Verkehrsplaner und unfähige Regelerotiker.
Die Regelung mit dem versetzten Fahren wurden doch gerade für die Fälle entwickelt, in denen bei der Anlage von 2 Spuren eben
keinausreichender Platz vorhanden ist, um der linken Spur die Standardbreite zu gewähren.
Zitat:
Original geschrieben von Drahkke
Die Regelung mit dem versetzten Fahren wurden doch gerade für die Fälle entwickelt, in denen bei der Anlage von 2 Spuren eben kein ausreichender Platz vorhanden ist, um der linken Spur die Standardbreite zu gewähren.Zitat:
Original geschrieben von Mr. Driveyanuts
Ein Überholverbot in Baustellenbereichen mit den üblichen zwei völlig ausreichend breiten Spuren (selbst für meinen 2010er Ford Transit, Breite schätzungsweise 2,3m...) ist völlig überflüssig. Das braucht kein Mensch und befriedigt lediglich gelangweilte Verkehrsplaner und unfähige Regelerotiker.
Das ist unlogisch. Wenn zwei Fahrzeuge nabeneinander fahfren können, und das muss auch beim versetzten Fahren sichergestellt sein, kann auch überholt werden.
M.
Zitat:
Original geschrieben von Mr. Driveyanuts
Ein Überholverbot in Baustellenbereichen mit den üblichen zwei völlig ausreichend breiten Spuren (selbst für meinen 2010er Ford Transit, Breite schätzungsweise 2,3m...) ist völlig überflüssig. Das braucht kein Mensch und befriedigt lediglich gelangweilte Verkehrsplaner und unfähige Regelerotiker.
Naja, eine Aufhebung des Überholverbotes befriedigt auch nur den Überholtrieb einer gewissen Klientel und erwiesenermaßen stellt Überholen im Baustellenbereich immer noch eine Gefahrenerhöhung dar. Nach dem Ende der Baustelle ist dafür immer noch genügend Zeit und Platz vorhanden und daß mit einem erheblich geringeren Gefahrenpotential.
@Driveyanuts
Beim versetzten Fahren bewegen sich die Fahrzeuge nicht nebeneinander: Sie fahren versetzt!! Der jeweils links oder rechts fahrende VT hat keinen neben sich. Das ist ja der Sinn der "versetzten Fahrens"! Das verhält sich ähnlich bei dem manchmal vor Brücken angezeigten Gebot für LKWs, die Brücke mit 50 m Abstand zum Vordermann zu passieren. Der Hintermann könnte das auch negieren und auf 20 m auffahren - Platz dazu wäre ja vorhanden.
Tach!
Es wird niemals sichergestellt werden können, dass bei einer Veränderung der V auf Spur A auch die Fahrer auf Spur B sofort entsprechend reagieren. Es wird in der Praxis (ich weiß, einige hier sind da nicht so fit...) nicht funktionieren, es werden immer wieder Autos nebeneinander fahren.
Insofern kann man dann auch gleich überholen.
M.
Wenn es einige Zeitgenossen nicht einmal gebacken bekommen, versetzt auf 2 Spuren zu fahren, sollte man sie nicht noch überfordern und das ungleich schwierigere Überholen unter beengten Platzverhältnissen erlauben.
Vorletzte Woche war ich auch auf der A5 unterwegs, weiß gar nicht was am besagten Teilstück so schlimm sein soll.
Durch die Versatzlücken kann man prima Slalom fahren und kommt zügig voran. 😁