Der Traum des Oberlehrers: Überholverbot + Versetzt Fahren

Hurra, zwischen Offenburg und Appenweier ist in der Bausetelle jetzt Überholverbot + Versetzt Fahren angeordnet (siehe angehängtes Bild). Bei sehr hohem Verkehrsaufkommen mag das ganze ja noch eine gewisse Berechtigung haben, heute mittag um 13:30 Uhr eher nicht.

Akteure: 1 LKW, drei PKW. Situation: LKW rechts, PKW 1 (Oberlehrer) linke Spur, brav versetzt hinter dem LKW, Ich: rechte Spur, versetzt hinter PKW 1. PKW 3 kommt von hinten, überholt mich und möchte nun auch PKW 1 überholen. PKW 1 fährt allerdings seelenruhig weiter und deutet jedesmal auf das neue Verkehrszeichen, wenn wir dran vorbeifahren... Das ganze über ca. 5 km.

Also liebe Oberlehrer von Deutschland: Kommt nach Offenburg, hier könnt Ihr Euch richtig austoben...

2010-10-547
Beste Antwort im Thema

Wenn ich an die Überholmanöver mancher überbreiter SUV in Baustellen mit nur 2 m Breite auf der Überholspur denke (natürlich die rechten Räder auf oder rechts neben der Fahrstreifenmarkierung, dann muß ich leider sagen:

Ich begrüße das als Beitrag zur Verkehrssicherheit !

Gruß SRAM

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Zitat:

Ich sag ja: oft erlebe ich diese sturen Oberlehrer- Deppen, was bei mir als Gegenreaktion pure Gewalt auslöst.

Daß du zum Führen eines Kraftfahrzeuges weder die sittliche noch eine sonstwie geartete Reife besitzst bestätigst du hier jeden Tag aufs Neue.

Ich hoffe, daß du beizeiten in einer solchen Situation ertappt und aus dem Verkehr gezogen wirst:
Deutschland wird dann wieder ein kleines Stückchen sicherer geworden sein. 🙂

Gruß SRAM

Zitat:

Original geschrieben von con1970



Das Verstehen und die Einsicht der Reissverschlussregel sehe ich eher in denen die sich zügig einordnen als in denen die mit einem gehörigen Geschwindigkeitsüberschuss (a la so einige hier) vorbeiziehen um dann vorne sich rein zu bremsen. Sie haben dadurch mit Sicherheit einiges an Zeit gewonnen und die Bremswelle zieht sich nach hinten durch. Sieht man ja nicht.

???

An Deiner Stelle würde ich mir das Reißverschluss-System aber noch einmal durchlesen. Sinn der Sache sollte eigentlich sein, beide Fahrstreifen bis zur Verengung auszulasten und sich erst bei der Verengung zu sortieren: Jeder auf dem durchgehenden Fahrstreifen lässt genau einen (nämlich den jeweils vordersten) auf dem endenden Fahrstreifen vor. Da das aber vielen zu hoch ist, ist der endende Fahrstreifen meist schon mehrere hundert Meter vor seinem Ende völlig frei, der andere steht nahezu. Und

natürlich

ziehe ich dann mit einem gewissen Geschwindigkeitsüberschuss ganz nach vorne und ordne mich dann regelkonform auf dem anderen Streifen ein. Auf dem endenden Fahrstreifen verhungert bin ich dabei noch nie, eine Lücke tut sich immer auf. Ab und zu gibt es mal böse Blicke, aber dafür, dass diejenigen nicht in der Lage sind, das Reißverschlussprinzip zu erfassen, kann ich auch nichts. Wenn diejenigen bereits bei der ersten Ankündigung der Fahrbahnverengung panisch auf den durchgehenden Streifen ziehen um sich dann über die vermeintlichen Vordrängler aufregen, ist das ihr Problem.

Von der Sinnhaftigkeit des versetzten Fahrens zur Kapazitätssteigerung bin ich mittlerweile sogar einigermaßen überzeugt (wobei ich bei weinig Verkehr nach wie vor einen eiligen Mitverkehrsteilnehmer vorbeilassen würde, ohne deswegen schlaflose Nächte zu haben).

Zitat:

Original geschrieben von tec-doc



Mhm Drahkke... da sind wir aber beim Verständnis der Zielwerte - das macht erst Sinn, wenn wirklich eine hohe Verkehrsdichte erreicht ist. Wer vorher mit diesem streitbaren Schildla auf der Brust bei 3 Fahrzeugen (nur als plakatives Beispiel) die linke Spur verrammelt... der gibt sich nur seiner angriffslustigen und eskalationsfördernden privaten Lust hin. Man muss schon Sinn und Absicht im Auge behalten.

Exakt das meinte ich. Wenn die Bahn voll ist, ist das durchaus ein sinnvoller Ansatz. Bei insgesamt nur 4 Fahrzeugen (im Grunde nur 3, ich war ja eher stiller Beobachter im Hintergrund) sehe ich das ganze nur als gegenseitiges Dickkopf-durchsetzen...

Zitat:

Original geschrieben von rnevik


Und, tazio, ja, die STVO regelt in der Tat, wer durch darf und wer nicht. Du bist aber nicht der Auserwählte, der entscheidet, ob derjenige, der gerade gegen die StVO verstößt, nun durch kann oder nicht. Wie gesagt: Reaktion auf solche Sachen ist Aggression. Und ich lach mich kaputt (besonders gefährlich in Baustellen), wenn son kleines hysterisches Männeken jemanden (oder mich) nicht vorbeilässt, hupt und gestikuliert... das sieht so arm aus..

Ist man eigentlich noch unauffällig, wenn man überall hysterische, kleine, erfolglose, blockierende Rentner mit hässlichen Gattinnen zu sehen glaubt?

Wenn ich im Baustellenbereich bei dichtem Verkehr vor jemandem herfahre und mich an die StVO halte, entscheidet sich aufgrund der Lage von allein, wer nun vorbeikann kann oder nicht. Ich könnte am Vordermann schließlich auch nicht vorbei, unterstelle dem aber kein absichtliches Blockieren. Und weder neige ich selbst zum Hupen und Gestikulieren noch gebe ich etwas auf Typen, die im Rückspiegel solches Verhalten zeigen. Beim Beachten von Tempolimit, versetztem Fahren und Überholverbot, also bei korrektem Verhalten, ergibt sich automatisch, dass einige Blindgänger dahinter nicht in gewohnter Manier weiterkommen. Na und?

Elk_EN weist ja gerne auf die immense Gefahr des Spurwechsels hin. Soll man für die freie Fahrt einer bestimmten Risikogruppe die Spur wechseln und sich rechts zwischen zwei Lkw klemmen? Das schafft nur unnötig zusätzliches Gefahrenpotenzial. Daher besser, man lässt es.

Zitat:

Original geschrieben von rnevik


Die Leute hier glauben zu sehr an die Polizei.

Die Polizei ist nur ein sichtbarer Repräsentant von Recht und Gesetz - also der Regeln, die man sich zwecks zivilisierten Zusammenlebens gegeben hat. Nicht schlecht, daran zu glauben. Wenn Dir Moskauer Verhältnisse besser gefallen als hiesige, steht Dir frei, Dich dort dauerhaft als Verkehrsteilnehmer niederzulassen. Danke dafür vorab.

MfG, Tazio1935

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@tazio1935

Hervorragend formuliert!! Aber dass es in der von dir angesprochenen Gruppe Blindgänger gibt?😁😁 Einige haben eine Phobie (Radfahrer, Rentner, Schleicher etc.), die sie entweder noch nicht erkannt haben oder im Beweisfall weit von sich weisen. Wenn ein anderer VT sich an die StVO hält, reissen einige nach Kleinkind-Manier das Maul auf, weil ihren Willen nicht bekommen😉

Zitat:

Original geschrieben von tazio1935


Wenn Dir Moskauer Verhältnisse besser gefallen als hiesige, steht Dir frei, Dich dort dauerhaft als Verkehrsteilnehmer niederzulassen.

Das empfehle ich auch immer, wenn ich im RL eine diesbezügliche Diskussion führe. Meist stellt sich dann heraus, daß die hiesigen Diskutanten die dortigen Verhältnisse nicht mal als Beifahrer erlebt haben und daher nicht die geringste Vorstellung davon haben, was es bedeutet, in einem Off-Rules-Verkehr mitzuschwimmen...🙄

Drahkke, könntest du mal die Länder auflisten, die ohne eine Art von StVO auskommen!? Dann sprechen wir eine Reiseempfehlung aus für all jene, die sich in diesen Ländern dann eigentlich sauwohl fühlen müssten. Autofahren nach dem Motto: Ich bin das Gesetz!! Warten wir auf die ersten Anmeldungen😁

Da fällt mir Indien ein. Ägypten besonders der Großraum Kairo. sind besonders zu empfehlen🙂

Es gibt zwei gänzlich unterschiedliche Ansätze darüber, was Regeln eigentlich sind. Für die große Mehrheit sind Regeln dazu gedacht, das Miteinander und die Interaktion von Menschen zu erleichtern und Konfliktpotentiale zu entschärfen. Regeln dienen also den Menschen, erleichtern ihr Leben und schützen den Einzelnen. Dort wo Regeln nicht diesem Ideal entsprechen, wo sie grundlos behindern, sinnlos einschränken und insgesamt nur Schaden anrichten, ist es daher wichtig und richtig diese zu ignorieren. Und so wird es dann auch praktziert, wie jeder erkennen kann, der mit offenen Augen durch die Welt geht.

Und dann gib es leider noch die kleine Minderheit der notorischen Querulanten, der Regelfetischisten und Untertanen, für welche Regeln und Vorschriften eine ganz andere Bedeutung besitzen. Für diese Klientel sind die Regeln nicht für die Menschen da - nein - die Menschen sind für die Regeln da. Sinn der menschlichen Existenz ist nach ihrer Auffassung, sich jeder Vorschrift und jeder Regel kritiklos zu unterwerfen. Wohin es führt, wenn derartige Gestalten zu gesellschaftlicher Relevanz gelangen, ist in der Geschicht mehrfach eindrucksvoll gezeigt worden. Das ist auch der Grund, warum diese Ideologie heute weitgehen geächtet ist.

Interessant finde ich in dem Zusammenhang, wie unverblümt sich manche hier zu ewiggestrigem Gedankengut bekennen, jede Verantwortung an den Staat delegieren, jeden eigenen Gedanken als Zumutung begreifen und das dann als staatstragende Tugend stilisieren.

Zitat:

Original geschrieben von freddi2010


Drahkke, könntest du mal die Länder auflisten, die ohne eine Art von StVO auskommen!?

Spontan fällt mir da Somalia ein.

Zitat:

Original geschrieben von Elk_EN



Zitat:

Original geschrieben von Flinx1960


Nehmen wir mal an, der Verkehr ist dicht und ich bin Dein erster Verfolger: Dann fahre ich schräg mit (je nach Verkehrsdichte und Geschwindigkeit) 5 bis 50 m Abstand hinter Dir auf der linken Spur. Mein Verfolger entsprechend rechts usw.

Geht doch gut, oder? 😉

Du meinst, so gut wie das Reißverschlussverfahren mit Ende eines Fahrstreifens?

So gut wie es funktionieren

sollte

. Aber ich gehe mal davon aus, dass beides nicht komplett reibungslos funzt.

So Leute, und jetzt lese ich den Rest vom Thread. 😉

Zitat:

Original geschrieben von Hadrian


Dort wo Regeln nicht diesem Ideal entsprechen, wo sie grundlos behindern, sinnlos einschränken und insgesamt nur Schaden anrichten, ist es daher wichtig und richtig diese zu ignorieren.

Und wer entscheidet darüber? Du vielleicht? Wenn jeder Einzelne darüber entscheiden dürfte, welche Regeln für ihn gelten, würde die Zahl der Verkehrsverstöße und Straftaten drastisch ansteigen. Nötigung oder Körperverletzung ist per Gesetz verboten? Welch sinnlose Einschränkung meiner Art der effektiven Konfliktlösung! Kann man getrost ignorieren! Verfechter dieser Idee finden sich sogar in diesem Thread.

Demokratie sowie Recht und Gesetz funktionieren nur, wenn alle sich an die Regeln halten, die sich alle nach dem Mehrheitsprinzip durch Wahlen selbst gegeben haben. Wer diese Regeln für sinnlos hält, kann gegen sie vorgehen und sie manchmal auch kippen, aber nur auf rechtsstaatliche Wege. Wer statt dessen Recht und Gesetz einfach ignoriert, weil er seine eigene Privatauffassung für maßgeblicher hält, verstößt gegen die Regeln des Zusammenlebens. Er stellt sich gegen den Mehrheitswillen und handelt auf Kosten anderer. Dass ein schädigendes oder gar kriminelles Verhalten nicht durchgehen kann, liegt doch auf der Hand.

Und verbindliche Regeln existieren nicht für Regelfetischisten, sondern vor allem für Leute wie Dich, denen man alles haarklein aufschreiben muss - wie kleinen Kindern, denen die eigene Vernunft fehlt. Damit man diesen Querulanten im Ernstfall sagen kann: Da schau nach, da steht´s drin, und es gilt. Also halt Dich dran! Die meisten Leute halten sich aus eigenem Antrieb an Regeln und Gesetze, von deren Existenz sie oft gar nichts wissen. Man kann auch ohne das Wissen um Gesetze und Verordnungen auf gewisse Handlungsweisen verzichten.

Zitat:

Original geschrieben von Hadrian


Wohin es führt, wenn derartige Gestalten zu gesellschaftlicher Relevanz gelangen, ist in der Geschicht mehrfach eindrucksvoll gezeigt worden.
Interessant finde ich in dem Zusammenhang, wie unverblümt sich manche hier zu ewiggestrigem Gedankengut bekennen,

Gesetze sind KEIN Erkennungsmerkmal von totalitären Systemen, sondern von Staaten überhaupt, auch von Rechtsstaaten. Zur Unterscheidung kannst Dich ja mal informieren, welche staatlichen Grundrechts-Eingriffe in der Bundesrepublik zugelassen sind und welche Möglichkeiten 1933-45 durch Brandverordnung und Ermächtigungsgesetz bestanden. Damals wurde praktisch die bestehende demokratische Verfassung außer Kraft gesetzt, und es wurde so bis 1945 weiterregiert.

Das ist heute nicht möglich. Der Staat ist an Recht und Gesetz gebunden, zum Glück. Selbst gegen die gewaltsame Abschaffung der Demokratie, etwa durch einen Staatsstreich, sind im Grundgesetz Vorkehrungen getroffen: "Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist." Artikel 20, Abs. 4 - Also komme mir nicht mit der alten Leier, die Einhaltung von Gesetzen dieses Landes sei mit einem Glauben an den Obrigkeitsstaat gleichzusetzen, der schnurstracks in die Diktatur führt. Genau das Gegenteil ist der Fall.

MfG, Tazio1935

Tazio1935 vs Hadrian 1:0

An unserem Regelwerk fehlt die Behandlung jeder einzelnen möglichen Situation. Das würde das Denken natürlich auf 0 reduzieren. Manchmal ergeben sich Handlungen schon aus dem Kontext und bedürfen keiner Regelung.

Zitat:

Original geschrieben von Drahkke


Spontan fällt mir da Somalia ein.

Schönes Beispiel, wie angenehm es sich ohne funktionierende Staatsorgane lebt. Warum übernimmt man diesen Musterfall nicht auch in Zentraleuropa?

Ob es in Lagos eine StVO gibt, weiß ich nicht. Aber es sieht nicht danach aus.

MfG, Tazio1935

Zitat:

Original geschrieben von downforze94


Manchmal ergeben sich Handlungen schon aus dem Kontext und bedürfen keiner Regelung.

Sollte man meinen. Wenn man noch ein Beispiel haben will, warum in diesem Lande nichts ohne Ge- oder Verbot läuft, muss man nur den ersten Beitrag

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lesen. Braucht man wirklich ein Verbot, um zu wissen, dass Bier trinken am Steuer ein Unding ist? Manche kommen nicht ohne Verbote aus. Traurig, aber wahr.

MfG, Tazio1935

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