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Crashtest mit 80 km/h : 10 km/h entscheiden über Leben und Tod

Themenstarteram 20. August 2008 um 18:18

Bei adac.de mit 80 km/h, wurde der neue Renault Laguna gecrasht.

Der mit 5 Sternen, beim Euro-Ncap Crashtest mit 64 km/h sehr gut abgeschnitten, vergleichbar mit der neuen C-Klasse von Mercedes, versagt beim 80 km/h Crashtest vom ADACgleichen Randbedingungen wie beim Euro-Ncap Crash, nur mit um 16 km/h erhöhter Geschwindigkeit!

Der Versuch zeigt eindeutig, dass die Insassen auch in sehr sicheren Fahrzeugen nicht unverwundbar sind.Die Bewegungsenergie, die beim Unfall in der Knautschzone abgebaut werden muss, steigt mit dem Quadrat der gefahrenen Geschwindigkeit-also doppeltes Tempo, gleich vierfache Energie.

Die Knautschzone des Fahrzeugs ist vollständig aufgebraucht.Die Fahrgastzelle ist nicht mehr stabil.Das Lenkrad und das Armaturenbrett dringen ein.Die Fahrertüre ist verklemmt und lässt sich nur mit erheblichen Kraftaufwand öffnen.Das erschwert die Bergung der Insassen.Die Fahrzeuge stoßen deshalb an eine natürliche Grenze:

ab einer gewissen Geschwindigkeit reichen die zu Verfügung stehenden Knautschzonen und Fahrgastzellengrößen einfach nicht mehr aus, um Verletzungen zu verhindern.

Extrem ansteigende Belastungen für Brust, Knie, Oberschenkel und Hüfte!

Beste Antwort im Thema

Zitat:

Original geschrieben von Bucklew2

Zitat:

Original geschrieben von Amen

D.h. 10 km/h über der zulässigen Höchstgeschwindigkeit, was in diesem Forum gerne als Kleinkram abgetan wird, kann über Leben und Tod entscheiden. Spricht eigentlich vor allem für ein TL von 80km/h auf Landstrassen (den wahren Todesstrecken).

ist die frage wie realistisch man ein stehendes, plötzlich auftauchendes objekt 50m vor einem findet...

Das nicht. Aber der Verlust der Kontrolle über das Fzg mit anschliessendem Bremsen vor dem Alleebaum ist nicht so selten. Ebensowenig der Überholunfall, bei denen beide sich begegnenden Fzg noch bremsen und noch leicht ausweichen (daher 50% Überdeckung in NCAP). Der Abbieger, der das herannnahende Fzg übersieht kommt leider auch öfter vor als man denkt. Und 64 km/h kommen ja nicht aus der Luft sondern weil es eine halbwegs realistische maximale "Rest"geschwindigkeit in Unfällen allgemein darstellt.

Man sollte halt immer darüber nachdenken, wieviel die Aufprallgeschwindigkeit steigt, bei Steigerung der Fahrgeschwindigkeit: Als grobe Faustregel kann man auch sagen, dass, wenn man bei 30km/h noch zum Stehen kommt, man bei 50km/h mit restlichen 30km/h aufprallt. Und das macht auch einen Unterschied für das Kind, das durchaus schonmal plötzlich auf die Strasse rennt.

Alex

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Zitat:

Original geschrieben von Bucklew2

Zitat:

Original geschrieben von Mr. Highspeed

Allerdings nicht auf eine verformbare Barriere sondern auf einen LKW.

und vorallem glück, dass es die beifahrerseite war und nicht die fahrerseite. die ergebnisse des lagunas auf der beifahrerseite waren ja auch sehr gut für einen 80km/h crash, weil der ncap die überlappung auf der fahrerseite hat.

Dann schau dir mal an wie die C-Klasse auf der Beifahrerseite aussieht, und wie der Laguna auf der Fahrerseite aussah. Beim Laguna sind die Dachholme und der Boden geknickt, bei der C-Klasse nicht. Außerdem konnte die C-Klasse die Energie nicht über einen so großen Bereich aufnehmen wie der Laguna beim Crashtest, schließlich ist das heck eines LKW im Vergleich zu dieser Barriere recht zerklüftet.

Zitat:

Original geschrieben von Mr. Highspeed

 

Hier mal ein Unfall eine C-Klasse mit ca. 80 kmh:

http://www.motor-talk.de/.../...nfall-mit-w-204-c-klasse-t1940724.html

Allerdings nicht auf eine verformbare Barriere sondern auf einen LKW.

Und auch nicht mit 40% Überdeckung, sondern erheblich mehr (schätzungsweise 80%)

am 21. August 2008 um 19:48

Zitat:

Original geschrieben von Mr. Highspeed

Dann schau dir mal an wie die C-Klasse auf der Beifahrerseite aussieht, und wie der Laguna auf der Fahrerseite aussah. Beim Laguna sind die Dachholme und der Boden geknickt, bei der C-Klasse nicht. Außerdem konnte die C-Klasse die Energie nicht über einen so großen Bereich aufnehmen wie der Laguna beim Crashtest, schließlich ist das heck eines LKW im Vergleich zu dieser Barriere recht zerklüftet.

die c-klasse konnte sie aber WESENTLICH zentraler aufnehmen, im ncap wird nur die linke seite belastet, die c-klasse konnte sie wesentlich besser auf beide seiten verteilen. und mal im ernst, jemand der mit 180 auf einen lkw zufährt und dann mit ner vollbremsung drauffährt - wie gesichert ist wohl dessen geschwindigkeitsangabe? eben ;)

Zitat:

Original geschrieben von Bucklew2

Zitat:

Original geschrieben von Mr. Highspeed

Dann schau dir mal an wie die C-Klasse auf der Beifahrerseite aussieht, und wie der Laguna auf der Fahrerseite aussah. Beim Laguna sind die Dachholme und der Boden geknickt, bei der C-Klasse nicht. Außerdem konnte die C-Klasse die Energie nicht über einen so großen Bereich aufnehmen wie der Laguna beim Crashtest, schließlich ist das heck eines LKW im Vergleich zu dieser Barriere recht zerklüftet.

die c-klasse konnte sie aber WESENTLICH zentraler aufnehmen, im ncap wird nur die linke seite belastet, die c-klasse konnte sie wesentlich besser auf beide seiten verteilen. und mal im ernst, jemand der mit 180 auf einen lkw zufährt und dann mit ner vollbremsung drauffährt - wie gesichert ist wohl dessen geschwindigkeitsangabe? eben ;)

Wie auch immer. Die Tatsache, dass Mercedes die kinetische Energie im Crashfall über die Kardanwelle ins Heck leitet und dadurch die Sicherheit bei höheren Geschwindigkeiten steigert lässt sich nicht wegdiskutieren. ;)

Ich persönlich glaube nicht dass ein Laguna auch bei 80 kmh auf dem Niveau einer Mercedes liegt. Zumindest solange wie ich nicht gegenteiliges sehe ;)

am 21. August 2008 um 20:26

Zitat:

Original geschrieben von Mr. Highspeed

.... schließlich ist das heck eines LKW im Vergleich zu dieser Barriere recht zerklüftet.

genau viele kleine Dinge (Unterfahrschutz, Rückleuchtenhalter, evtl Luftkessel etc.) bremsen das aufgefahrene Fahrzeug noch weiter ab, bevor es auf den eigentlichen Block/Barriere, die Hinter(ste)Achse, trifft

und das die Geschwindigkeitsangabe (des Fahrers) nicht so genau ist, hatte ich ja bereits erwähnt

am 21. August 2008 um 20:29

Zitat:

Original geschrieben von Mr. Highspeed

Wie auch immer. Die Tatsache, dass Mercedes die kinetische Energie im Crashfall über die Kardanwelle ins Heck leitet und dadurch die Sicherheit bei höheren Geschwindigkeiten steigert lässt sich nicht wegdiskutieren.

das problem ist nicht die energieableitung - zumindest nicht in so einem unfall. da geht es darum, die insassen möglichst sanft und langsam von Vx auf 0 zu bringen - was alleine ne sache der knautschzone ist. die kinetische energie, die über die kardanwelle abgeleitet wird, bringt nur der fahrgastzelle was und die war ja auch im laguna noch soweit intakt, wie es sinnvoll war. merke: so hart wie nötig (=mehr oder weniger intakt fahrgastzelle), aber so weich wie nur irgend möglich.

Zitat:

Original geschrieben von Mr. Highspeed

Ich persönlich glaube nicht dass ein Laguna auch bei 80 kmh auf dem Niveau einer Mercedes liegt. Zumindest solange wie ich nicht gegenteiliges sehe

eben, glauben, was nicht viel mit fakten zu tun hat, vorallem angesichts der signatur :p

ohne einen vergleichtest, wissen wir das also nicht...

Zitat:

Original geschrieben von razor23

Es ist kaum ein Problem, Fahrzeuge so stabil zu bauen, dass sie bis 100 km/h genug Überlebensraum lassen, nur sind die Belastungen auf die Insassen dann um ein vielfaches höher und sie sterben vermutlich an inneren Verletzungen.

So ist es, schlicht und einfach keine Chance . Da schlägt die Physik gnadenlos zu...

Und noch ein paar ergänzende Infos .

Ciao!

Gut man könnte die Autos auch so bauen dass man selbst sowas überlebt - dann gibt's aber ein drastisches Komfort-Problem.

Massiver Käfig - Schalensitze und der Fahrer festgeschraubt mit 10cm breiten H-Gurten.

...kein Durchrutschen unterm Gurt - kein Kontakt mit Lenkrad, Armaturenbrett - keine gebrochenen Rippen durch zu schmalen Gurt.

Racing-Stile - besser als jeder Airbag - aber dem Kunden wohl kaum zu vermitteln. ;)

Endgültige Grenze liegt dann halt in etwa da wo die Halswirbelsäule nachgibt - ausser man baut noch HANS ein. ;)

am 21. August 2008 um 21:31

Zitat:

Original geschrieben von Stefan_Raba

Massiver Käfig - Schalensitze und der Fahrer festgeschraubt mit 10cm breiten H-Gurten.

...kein Durchrutschen unterm Gurt - kein Kontakt mit Lenkrad, Armaturenbrett - keine gebrochenen Rippen durch zu schmalen Gurt.

Racing-Stile - besser als jeder Airbag - aber dem Kunden wohl kaum zu vermitteln.

da bist du bei 100km/h genauso tot wie im golf, außer du bist ein EXTREM durchtrainierter sportler.....

Zitat:

Original geschrieben von Bucklew2

Zitat:

Original geschrieben von Mr. Highspeed

Wie auch immer. Die Tatsache, dass Mercedes die kinetische Energie im Crashfall über die Kardanwelle ins Heck leitet und dadurch die Sicherheit bei höheren Geschwindigkeiten steigert lässt sich nicht wegdiskutieren.

das problem ist nicht die energieableitung - zumindest nicht in so einem unfall. da geht es darum, die insassen möglichst sanft und langsam von Vx auf 0 zu bringen - was alleine ne sache der knautschzone ist. die kinetische energie, die über die kardanwelle abgeleitet wird, bringt nur der fahrgastzelle was und die war ja auch im laguna noch soweit intakt, wie es sinnvoll war. merke: so hart wie nötig (=mehr oder weniger intakt fahrgastzelle), aber so weich wie nur irgend möglich.

Zitat:

Original geschrieben von Bucklew2

Zitat:

Original geschrieben von Mr. Highspeed

Ich persönlich glaube nicht dass ein Laguna auch bei 80 kmh auf dem Niveau einer Mercedes liegt. Zumindest solange wie ich nicht gegenteiliges sehe

eben, glauben, was nicht viel mit fakten zu tun hat, vorallem angesichts der signatur :p

ohne einen vergleichtest, wissen wir das also nicht...

So wie ich das sehe war das Problem bei dem Crash die kollabierende Zelle und die Sitze die die Belastung nicht ausgehalten haben. Und es ist sehr wohl ein Problem der Energieableitung. Wenn die Energie sowohl in der Front als auch im Heck abgebaut wird erfolgt die Abbremsung auch nicht stärker als wenn nur die Front betroffen ist. Es erscheint nur so, weil die Front dadurch weniger stark deformiert wird.

 

P.S: Der Spruch in meiner Signatur stammt nicht von mir. Das ist das Zitat von einem Meganefahrer, der mir seine Leidensgeschichte erzählt hat, als ich ein Praktikum bei der Dekra gemacht habe:p

am 21. August 2008 um 21:48

Zitat:

Original geschrieben von Mr. Highspeed

So wie ich das sehe war das Problem bei dem Crash die kollabierende Zelle und die Sitze die die Belastung nicht ausgehalten haben. Und es ist sehr wohl ein Problem der Energieableitung. Wenn die Energie sowohl in der Front als auch im Heck abgebaut wird erfolgt die Abbremsung auch nicht stärker als wenn nur die Front betroffen ist. Es erscheint nur so, weil die Front dadurch weniger stark deformiert wird.

was hat die energieableitung mit dem bloßen problem zu tun, dass der mensch von Vx nach 0 abgebremst werden muss? gar nichts, ab einer gewissen geschwindigkeit, ist die energieableitung völlig schnuppe, weil der mensch einfach durch die kräfte zerrissen wird - solange wir keine 5m motorhaube an ein auto dran bauen ;)

vergleiche dazu auch den kinderdummy, der berührt nix und die zelle um ihn herum ist auch ok, aber durch die hohe verzögerung kann er dennoch getötet werden.

Es müssen ja nicht mal 5m sein, aber einfach Trend Richtung weniger aufhalten und ein Stück weit umkehren.

Wo kollabiert denn beim Laguna die Zelle?

Der Fahrer ist ja nicht eingeklemmt, der Kopf ist gar nur einer geringen Verletzungsgefahr ausgesetzt.

Mal im Vergleich ein E46 mit 64 km/h, da sind die Werte nicht viel besser...

http://www.euroncap.com/tests/bmw_3_series_2001/98.aspx

http://www.adac.de/.../default.asp?...

Oder auch noch ein Mondeo aus 2002.. http://www.euroncap.com/tests/ford_mondeo_2002/115.aspx

Für 3-4 Sterne wäre der Laguna wohl noch immer gut...

am 21. August 2008 um 23:37

Zitat:

Original geschrieben von razor23

Auch wird wohl recht selten jemand mit 80 km/h Differenz auf der Autobahn auf einen Spurwechsler auffahren (also nach einer Vollbremsung)

Und selbst wenn: Bei einem Aufprall auf einen (ähnlich schweren) Spurwechsler sähe z.B. der Laguna weit weniger schlimm aus, als beim Test des ADAC. Der Aufprall auf die deformierbare, unbewegliche Barriere repräsentiert nicht einen Aufprall auf einen ähnlich schweren PKW mit einer Differenzgeschwindigkeit von 80km/h.

Wie schon mal hier im thread angeklungen ist, stellt bereits der 64km/h-crash gem. ncap einen Gegenverkehrsunfall mit einer Differenzgeschwindigkeit von etwa 110km/h (2*55) dar.

@bucklew

Schön ist auch, dass der ADAC die Verzögerung in m/s bemisst.

Innovativ!

:D;)

am 22. August 2008 um 0:02

Zitat:

Original geschrieben von Elk_EN

@bucklew

Schön ist auch, dass der ADAC die Verzögerung in m/s bemisst.

Innovativ!

ähnlich innovativ, wie den beifahrer nicht richtig zu verlinken, den graphen auf anderen seiten nach zu urteilen, hätte der nahezu unverletzt überlebt....

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