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physikalische zu crashtests

Themenstarteram 10. September 2007 um 22:34

ich hab mir neulich folgende frage gestellt:

man vergleiche:

a) ein VW Golf V mit 60 km/h (ca. 1300 kg) gegen eine betonwand

b) zwei VW Golf V mit 60 km/h frontal gegeneinander

Haben beide szenarien die selben auswirkungen oder ist vielleicht der golf gegen die wand nach dem crash noch besser in schuss als, wenn mein zwei golfs frontal gegeneinander fährt????

der hausverstand würde sagen, dass die beiden golfs gegeneinander stärker deformiert sein müssten weil 2x60 km/h doch deutlich mehr rumms erzeugt als nur 1x60 km/h....

andererseits, wenn man sich das ganze mit dem energieerhaltungssatz überlegt müssten beide szenarien in etwa gleich ausgehen, weil:

crasht man einen golf gegen eine wand ist ja viel kinetische energie vorhanden, die abgebaut werden muss.

crasht man zwei golfs gegeneinander so ist die doppelte menge an energie vorhanden, allerdings ist auch doppelt soviel blech und knautschzone vorhanden um diese wieder abzubauen, also endet es eigentlich darin, dass jedes auto seine eigene energie abbaut und es somit zu den selben auswirkungen wie bei einem crash gegen eine wand kommt.

was ist eure meinung dazu???

(sry, wollte eigentlich "physikalische frage zu crashtests" schreiben)

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51 Antworten

Letztens einen Bericht im Fernsehen geguckt wo genau das behandelt wurde. Kommt exakt auf das selbe raus.

richtig... solange es die selben Autos sind, kommt es auf das selbe raus, ob ein Golf mit 60km/h gegen eine Mauer donnert, oder zwei Golf's mit jeweils 60km/h aufeinander donnern. Weil Knautschzone A + Knautschzone B / 2 = Knautschzone jedes einzelnen ergibt.

Gruß

Berni

Weil aber nie weis wie schnell und schwer das gegnerische Auto ist sollte man lieber gegen die Mauer fahren wenn man die Wahl hat ;)

ja das ist egal....interessant wird es erst bei unterschiedlichen gewichten/geschwindigkeiten ;)

Vom rettungsdienstlichen her gesehen aus der täglichen Praxis, überleben mehr Menschen bei Frontalunfällen gegen andere Fahrzeuge als gegen starre Hindernisse wie Betonmauern. Ausschlaggebend ist die prozentuale Überdeckung der Gegner, die nie zu 100% gleich auf kollidieren. Es gibt immer einen Versatz welche auch die Gegner schräg gegen ´den Vorbau auftreffen lässt, mit der Folge eines Wegrutschens, Drehen etc. Hierbei erleiden die Insassen weniger Beschleunigungen. Hätt ich die Wahl starres Hindernis oder PKW würd ich versuchen den PKW zu touchieren. Hat man die Wahl PKW oder runter von der Strasse, dann lieber die Leitpfosten wegbügeln auf dem Strassenrand

Zitat:

Original geschrieben von D-WS

Weil aber nie weis wie schnell und schwer das gegnerische Auto ist sollte man lieber gegen die Mauer fahren wenn man die Wahl hat ;)

der mauer kann man aber keine schuld geben und sie ist nicht versichert. man wird auf dem schaden also sitzen bleiben. :p ;)

Kann mir das mal jemand physikalisch herleiten? (Formeln und so) ;)

Würds auch selber machen, komm aber grad aus der Arbeit und so... :p

Zitat:

Original geschrieben von D-WS

Weil aber nie weis wie schnell und schwer das gegnerische Auto ist sollte man lieber gegen die Mauer fahren wenn man die Wahl hat ;)

Kommt darauf an, welches Auto man selbst fährt ...

 

Fährt man ein 3,5 Tonnen SUV mag eine "Wand" (solange sie stabil ist - sprich z.B. Brückenpfeiler) der gefährlichere Gegner sein.

 

Ich denke bei dem Thema an eine gestellte Unfallsituation, die vor etlichen Jahren einmal im Fernsehen zu sehen war :

 

Ein Wagen (ich glaube es war ein Opel - werden ja generell fast nur Opel für solche Versuche verwendet) überholte einen 10 (oder mehr) achsigen Autokran !

Er hatte den entgegenkommenden Lastwagen (3-achsiger Kipper) übersehen.

Die Frage war nun, ob man besser die Böschung hinunter fährt oder den Lastwagen crasht ... Die Böschung wurde empfohlen.

 

Zitat:

Original geschrieben von BananaJoe

Kann mir das mal jemand physikalisch herleiten? (Formeln und so) ;)

Würds auch selber machen, komm aber grad aus der Arbeit und so... :p

 Formel und so hab ich nicht im Kopf und auch nachlesen will ich jetzt nicht ...

 

Zwei Autos fahren 60 km/h - die Energie, die die bewegte Masse hat, muss abgebaut werden.

 

Fährt ein Wagen gegen die Wand wird seine Energie nur durch seine Knautschzone abgebaut - die Wand nimmt keine Energie auf !

 

Fahren zwei Wägen gegeneinander hat man zwei Knautschzonen und zwei mal die kinetische Energie.

 

Somit läuft es fast auf dasselbe raus ...

 

Wie schon beschrieben wurde ist ein Crash zwischen 2 Autos mitunter besser, da die Energie auch durch eine Drehbewegung ... abgebaut werden kann. Zudem verhält sich die Knautschzone bei einem verformbaren Ziel anders als bei einem festen. Die Autos bohren sich womöglich weiter ineinader, da die Längsträger nicht auf ein festes Ziel treffen. Das kann einerseits besser sein, da die Knautschzone größer ist und somit die Kräfte niedriger, kann allerdings auch böse enden ...

 

Zu bedenken ist folgendes :

 

So und so ist der Unfallausgang erheblich schlechter als beim NCAP mit 60 km/h, da dort eine Geschwindigkeit durch 2 Knautschzonen abgebaut wird.

Zitat:

Original geschrieben von LSirion

So und so ist der Unfallausgang erheblich schlechter als beim NCAP mit 60 km/h, da dort eine Geschwindigkeit durch 2 Knautschzonen abgebaut wird.

Hmm das heist NCAP ist nur Augenwischerei und die Autos sind garnicht so sicher wie uns immer weis gemacht werden soll?

Zitat:

Original geschrieben von BananaJoe

Kann mir das mal jemand physikalisch herleiten? (Formeln und so)

stichwort energieerhaltung

energie eines sogenannten bewegten massepunktes ist m/2 * v² - diese energie muss bei einem crash auf eine mauer das auto zu 99,999% selbst abbauen - also (möglich) innerhalb seiner eigenen knautschzone, möglichst nicht mit der fahrgastzelle ;)

die energie zweier (gleichschneller und gleichschwerer) auto verdoppelt sich also, dafür sind auch zwei knautschzonen vorhanden, ändert sich also nicht soviel.

problem bei beiden: nicht nur das auto muss heile bleiben - auch die insassen. heißt: das auto muss möglichst langsam von seiner geschwindigkeit zum stehen kommen, sonst bringen einen die großen kräfte durch die negative beschleunigung um - trotz airbag, gurt und allem.

Zitat:

Original geschrieben von D-WS

Hmm das heist NCAP ist nur Augenwischerei und die Autos sind garnicht so sicher wie uns immer weis gemacht werden soll?

nein, das heißt nur, dass eine mauer halt keine knautschzone bietet wie ein anderes auto

Zitat:

Original geschrieben von D-WS

Zitat:

Original geschrieben von LSirion

 

So und so ist der Unfallausgang erheblich schlechter als beim NCAP mit 60 km/h, da dort eine Geschwindigkeit durch 2 Knautschzonen abgebaut wird.

 

Hmm das heist NCAP ist nur Augenwischerei und die Autos sind garnicht so sicher wie uns immer weis gemacht werden soll?

Was heißt sicher ?

 

10 % schneller oder langsamer machen über 20 % Energieunterschied aus.

Ob eine Knautschzone, die für 64 km/h pefekt entworfen ist bei 75 km/h genauso optimal wirkt oder nur mittelmäßig ist fraglich.

 

Viele moderne Autos haben sehr (!) stabile Längsverstrebungen - die bohren sich regelrecht in andere Verkehrsteilnehmer und missbrauchen diese somit als Verformungszone - in der aktuellen ADAC Motorwelt deutlich zu sehen.

Treffen diese Längsträger auf ein Hindernis, das nicht nachgibt wird auch die Verzögerung ganz anders ausfallen.

 

Der alte Fortwo ist derart stabil gebaut, dass er k(aum)eine Knautschzone hat. Beim NCAP wird ihm eine geboten - im Straßenverkehr halten dafür die relativ weich gebauten Mittelklassewägen her.

 

Zur Beruhigung sei allerdings gesagt, dass viel geschehen ist - die Fahrgastzellen und die Überlebensräume sind sehr viel stabiler, die Knautschzonen sind auf optimale Energieverteilung ausgelegt - Airbags, Kopfstützen, Gurtstraffer sind in jedem Wagen zu finden ...

Erschreckend ist dass z.B. eine C-Klasse genauso wie der 3er BMW und auch die meisten anderen Autos der frühen 90er damals nur mit knapper Mühe (wenn überhaupt) ihre 2 Sterne erreichten.

 

Sicher ist in meinen Augen relativ ...

 

Ich will hier aber keinem Hersteller seine Bemühungen schlecht reden - ich denke nämlich schon, dass die im Großen und Ganzen halten, was sie im NCAP versprechen.

Der EURO NCAP Standard sagt ganz einfach aus, wie sich ein Auto in einer definierten Situation verhält. Nicht mehr und nicht weniger. Kein Unfall in der Realität wird zu 100% nach diesem Crashstandard erfolgen. Somit werden sich auch die Resultate verschieben.

ABER: Bevor es diese Institution gab gab es überhaupt keine Vergleichsmöglichkeit. Da konnte man ausschliesslich auf Statistiken vertrauen, welche sich aus analysierten Vorkommnissen in der realen Welt ergaben. Dies bedingte aber dass ein Modell schon einige Zeit auf dem Markt war, in entsprechender Stückzahl, um representative Ergebnisse zu erzielen. Also quasi nur der Blick von Heute zurück.

Der Standardtest von NCAP lässt nun zu, neue und akutuelle Modelle innerhalb ein und der selben Situation vergleichen zu können. Sind 2 Fahrzeuge beteilingt, dann NICHT Klassenübergreifend, spielt sich der Unfall ähnlich dem Testszenario ab, also Auto gegen Hindernis, dann sind die Resultate mit Vorgehalt vergleichbar.

Die Frage ist jetzt was ist besser: Entweder überhaupt keine Vergleichsmöglichkeit oder andererseits ein theroretischer Laborwert, welcher gewisse Rückschlüsse auf die reale Welt erlaubt?

Diese Frage muss jeder für sich selbst beantworten...

Themenstarteram 12. September 2007 um 20:00

vielen dank für die rege teilnahme!

ich war natürlich auch nicht untätig und hab etwas gegoogelt

sollte jemanden von euch das thema aus mathematischer bzw. physikalischer sicht interessieren, gibt es hier einen ganz interessanten beitrag: Physik-Board

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