BMW X1 Getriebe kaputt
Guten Abend allerseits,
Ich habe vor 4,5 Jahren einen X1 als Neuwagen mit Automatikgetriebe gekauft. Dieser ist bis jetzt etwas mehr als 78.000 km gefahren. Nun ist im Urlaub in Österreich der Wagen kaputt gegangen. Diagnose: Getriebeschaden. Kosten alleine fürs Material 7700€!
Sowohl die Vertragswerkstatt vor Ort als auch mein Händler hier haben gesagt, das hätten sie bei einem Automatikwagen in dem Alter mit der Laufleistung noch nie erlebt. So ein Getriebe würde normalerweise mindestens 200-250000 km halten, bei einem Automatikwagen erst recht. Alle Services wurden ordnungsgemäß beim Vertragshändler durchgeführt. Mein Händler meinte, ich solle mich mit einer Kulanzanfrage persönlich an die Kundenbetreuung wenden, er könne sich nicht vorstellen, dass BMW die Kosten nicht vollständig übernimmt.
Nach über 2 Wochen Wartezeit nun die Antwort, man übernehme nur 70% der Materialkosten. Damit bleibt mir immer noch eine Rechnungssumme von knapp 3500€ inklusive Einbau übrig! ??
Ich habe zwar eine Rechtsschutzversicherung, habe diese allerdings erst vergangenes Jahr abgeschlossen, so dass die hier nicht greift. Was würdet ihr mir raten? Dennoch einen Anwalt einschalten unter der Annahme, dass das Getriebe von Vornherein fehlerhaft war und hier gar kein Kulanzfall vorliegt (zumindest ein entsprechendes Schreiben könnte man ja verfassen, ob man dann wirklich so weit gehen will, einen Gutachter einzuschalten ist wieder eine andere Frage....) oder übelst zähneknirschend das Angebot annehmen?
Hat jemand von euch schon ähnliche Erfahrungen mit defektem Getriebe bei BMW gemacht?
Danke für eine Einschätzung und sorry für den langen Text!
Beste Antwort im Thema
Zitat:
@Agathe44 schrieb am 23. Oktober 2020 um 12:17:53 Uhr:
Ich hab ein DKG in meinem Auto.... ich bin nicht blond.... und der Typ in der Werkstatt wohl auch nicht oder?????
...da würde ich jetzt mal gar keine Hilfestellung oder Rat mehr geben nach dieser Aussage! Sorry, so nicht...🙄
Xentres hat hier Recht mit seiner Antwort!
507 Antworten
Wo ist das Problem, ist wenn ein Getriebe mit 150.000 derart aufbereitet, mit neuen Teilen bestückt und geprüft wurde, dass es nach Endkontrolle als neuwertig (= einem neuen Getriebe gleich kommend) befunden wurde?
Alles was Verschleiß hatte, wurde ja getauscht.
Zitat:
@Rheobus schrieb am 28. September 2023 um 11:36:49 Uhr:
Und genau da sehe ich ein rechtliches Problem, woher weiß man dass man im Garantiefall beispielsweise bei einem Getriebeschaden mit 20.000 km nicht ein Getriebe bekommt welches schon 150.000 km runter hat und nur aufbereitet wurde.
Wobei in solch einem Fall natürlich niemand gegen einen Fahrzeughersteller klagen würde denn wie sollte man so etwas nachweisen.
Für mich ist das Ganze eine Grauzone die sich die Fahrzeughersteller zu nutze machen aber mit der man sich wohl abfinden muss
100-prozentig richtig oder falsch gibt es da irgendwie nicht
Zitat:
@Rheobus schrieb am 28. September 2023 um 11:36:49 Uhr:
Zitat:
@Saarländer schrieb am 28. September 2023 um 11:36:18 Uhr:
Viele vergessen, dass die Garantie eine freiwillige Leistung ist.
BMW gibt Gewährleistung soweit ich weiß ohne Beweisumkehr
Ich glaube du willst es einfach nicht verstehen. Das Austauschgetriebe was vielleicht 150000 km gelaufen hat ist bis auf das Gehäuse praktisch neu. Wurde hier ja auch schon ausführlich beschrieben. Das komplette Innenleben wird erneuert. Mir erschließt sich das Problem nicht.....
Deswegen hab ich es hier geschrieben- Generalüberholtes Teil muss nicht schlechter sein als neues Original.
Lichtmaschinen usw......es gibt ja mehrere Sachen die immer im Austausch eingebaut werden.
Ich meine mich nur zu erinnern, das mir der Mechaniker damals sagte das die überholte Pumpe
besser wäre, weil da irgendwas (Zahnrädchen, Dichtung, weiß ich nicht mehr nach 12-13 Jahren) von einem anderen Lieferanten drin wären und die sind dicht. Die neuen hatten da Probleme, meine ja auch, deswegen war ich in der Werkstatt. Also der Mechaniker hatte auf jeden Fall Informationen dazu und fing auch erst an zu erzählen nachdem wir beim reparieren nebenbei ins Gespräch kamen.
Hätte ich die gleiche Neu ! wieder reinbekommen mit den alten "Problemteilen", wäre sie nach ein paar Monaten vielleicht wieder verreckt. Ob Opel das wusste und deswegen ist es so gelaufen, oder ich hatte nur Glück...? Keine Ahnung.
Ich teile @Rheobus Sichtweise. Aus meiner Sicht haben sich die Hersteller hier auf Kosten der Kunden einen Trick einfallen lassen, mit dem Sie versuchen, sich billig ihrer Mangelbeiseitigungspflicht durch Einbau einer neuen Komponente zu entziehen.
Meiner Ansicht nach bewegen sich die Hersteller damit nicht nur in einem grauen, sondern rechtswidrigen Bereich.
Wenn etwas hier im Forum unumstritten ist, dann ja, dass der Kunde durch die Reparatur so zu stellen sei, als hätte die Sache den Mangel nicht.
Genau das passiert nicht, wenn ein vom Hersteller machinell gekapselt hergestelltes, hochkomplexes und bei Öffnung hochempfindliches Bauteil durch irgendeine unbekannte Noname-Drittfirma geöffnet wird und darin manuell herumgewurstelt wird. Das kann nie den gleichen Qualitätsstandard erfüllen wie die maschinell hergestellte Sache.
Hinzukommt, dass völlig unklar ist, was genau alles ersetzt und ausgetauscht wurde und welchen Belastungen bzw. welchem Verschleiß die nicht ausgetauschten Komponenten beim Vorbesitzer ausgesetzt waren. Das kann im Einzelfall vielleicht trotzdem ein besseres Bauteil sein als es das Originalgetriebe ohne seinen Mangel war. In anderen Fällen aber auch nicht.
Allein diese Unsicherheit ist ein Mangel, der durch die Art der Reparatur erst verursacht wird.
Wären die REMAN-Bauteile tatsächlich gleichwertig zu neuen, würden sie auch genauso viel kosten wie diese. Tun sie aber nicht. Der Markt bewertet ein REMAN-Bauteil deutlich niedriger als ein Neuteil. Das hat ja seinen Grund.
Wahrscheinlich muss halt mal wieder der EuGH den Herstellern eins auf die Mütze geben, damit diese von dieser zweifelhaften Praxis absehen müssen.
P.S. Auf die 'Freiwilligkeit' der Garantie zu verweisen, führt natürlich ins Leere. Nur die Abgabe derselben ist freiwillig, Danach ist es mit der Freiwilligkeit auch schon vorbei. Und schon gar nicht kann der Hersteller dann tun und lassen, was er willt
Ähnliche Themen
Zitat:
@Xentres schrieb am 28. September 2023 um 11:45:09 Uhr:
@RheobusWo ist das Problem, ist wenn ein Getriebe mit 150.000 derart aufbereitet, mit neuen Teilen bestückt und geprüft wurde, dass es nach Endkontrolle als neuwertig (= einem neuen Getriebe gleich kommend) befunden wurde?
Alles was Verschleiß hatte, wurde ja getauscht.
Allein so eine Behauptung des Herstellers wäre schon nicht glaubwürdig.
Absolut ALLES unterliegt ja Verschleiß bzw. Materialalterung.
Wenn alles, was Materialalterung unterliegt, ersetzt werden sollte, müsste entsprechend tatsächlich auch ALLES ersetzt werden. Das wäre aber ökonomisch Schwachsinn. Denn dann wäre es jedenfalls viel günstiger alles maschinell neu produzieren zu lassen statt die Komponenten allesamt manuell neu in das Getriebe zu fummeln.
Tatsächlich kann man wohl davon ausgehen, dass das Ganze sich ökonomisch erst dann so richtig lohnt, wenn der aller größte Teil der Komponenten gerade nicht ausgetauscht wird, sondern nur die Komponenten, von denen man weiß, dass sie schon mal häufig nach 200.000 km kaputt gehen.
Das heißt aber doch nicht, dass die anderen Komponenten, die normalerweise nicht als erstes kaputt gehen, deswegen sicher insgesamt 500.000 km wegstecken. Eher wahrscheinlich ist, dass die auch nach 250.000 300.000 km oder 350.000 km den Geist aufgeben.
Wenn also bei einem Gertriebe, das schon 200.000 km gelaufen ist, alle Dichtungen und Reibescheiben und dgl mehr ausgetauscht werden, heißt das nicht, dass die beispielsweise nicht ausgetauschten Zahnräder noch einmal sicher 200.000 km laufen werden. Das müssten sie aber, wenn das Getriebe bei 20.000 km Laufleistung getauscht wurde.
Denn nur das garantiert die insgesamt geschuldete Laufleistung und stellt den Kunden so wie wenn das Bauteil nicht mangelhaft gewesen wäre.
Ich frag mal anders: Wenn ich mir so das Foto des Getriebes anschaue, wie es hier abgelichtet ist mit seinen mindestens einem Dutzend Zahnrädern: https://...nal-content.duckduckgo.com/iu/?...
Welche der Zahnräder werden bei der Generalüberholung ausgetauscht? Alle? Oder nicht vielleicht doch eher kein einziges, weil man sonst dem manuellen Neubau des gesamten Getriebes sehr nahe kommen würde und das vielleicht nicht einmal möglich ist?
Zitat:
Zitat:
@felix011 schrieb am 28. September 2023 um 12:48:53 Uhr:
Ich glaube du willst es einfach nicht verstehen. Das Austauschgetriebe was vielleicht 150000 km gelaufen hat ist bis auf das Gehäuse praktisch neu. Wurde hier ja auch schon ausführlich beschrieben. Das komplette Innenleben wird erneuert. Mir erschließt sich das Problem nicht.....
Nicht glaubhaft. Wenn das gesamte Innenleben ausgetauscht würde, wäre es VIEL billiger das Bauteil komplett maschinell herstellen zu lassen.
Es wäre ökonomisch schwachsinnig, das komplette Innenleben erst manuell auszubauen, um danach alle Komponenten als neue manuell wieder zusammenzusetzen und alles einzubauen. Ein echt neues Bauteil würde viel weniger kosten.
Das ist ja der Grund, warum heute nichts mehr repariert wird - weil es ökonomisch einfach Wahnsinn ist. Neuherstellen ist billiger als reparieren.
Ich bin nicht der Meinung, dass ein Hersteller im Falle eines Defektes immer ganze Baugruppen tauschen muß - auch nicht in der Garantiezeit. Es reicht und so verstehe ich Garantiebedingungen, wenn der Hersteller einen bestehenden Defekt repariert. Wenn am Motor ein Injektor nicht richtig arbeitet, wird dieser ausgebaut und durch einen Neuen ersetzt, es wird nicht automatisch der gesamte Motor getauscht. Das Gleiche gilt auch für das Getriebe, wenn das Schaltverhalten nicht so erfolgt wie es normalerweise der der Fall ist und als Grund dafür ein Druckverlust im Getriebe verantwortlich ist, dann würde es ggf. reichen den Hydraulikblock zu tauschen. Da normale Autowerkstätten in der Regel keine Getriebespezialisten sind und die Arbeit an Automatikgetriebe sicherlich recht anspruchsvoll ist, ist es im Interesse Aller, hier ins Regal zu greifen und ein voll funktionsfähiges Getriebe zu nehmen und diese einzubauen. Das defekte Getriebe wird zu einem Spezialisten gebracht und dort nach Herstellervorgaben repariert. Wo ist also das Problem? Wenn ich nicht mehr in der Garantiezeit bin und auch keine Kulanz vom Hersteller bekomme, kaufe ich ( in der Regel) kein neues Getriebe sondern ich fahre zu einem Spezialisten und lasse das Getriebe reparieren und spare mir min. 50% der Kosten von einem Neuteil. Wenn ich natürlich explizit ein neues Getriebe bestelle, erwarte ich auch die Lieferung eines neuen Getriebes, diese Situation hat aber nichts mit einer Garantiearbeit oder einer Kulanzreparatur zu tun.
Die gesetzliche Vorgabe:
Der Käufer ist so zu stellen, als wäre die Sache von Anfang an mangelfrei gewesen.
Grundsätzlich müssen also nur die defekten Bauteile in genau denjenigen defektfreien Zustand versetzt werden, den sie zum Zeitpunkt des Auftreten des Defekts ohne selbigen hätten.
Grundsätzlich gibt es also in der Tat keinen Anspruch darauf, dass die defekten Bauteile durch neue ersetzt werden müssen und schon gar nicht darauf, dass mehr als die betroffenen defekten Bauteile durch neue ersetzt werden müssen.
ABER:
Das bedeutet umgekehrt gerade nicht, dass jedwede andere gebrauchte und ggf. schon viel stärker abgenutzte Komponente als Ersatz eingebaut werden darf, solange es nur im Zeitpunkt nach der Reparatur noch "tut".
Sondern es sind die ganz konkret betroffenen defekten Bauteile in genau den Zustand zu bringen, den sie als mangelfreie gehabt hätten.
Wenn also beispielsweise ein Bauteil aufgrund eines Materialfehlers gebrochen ist, ist genau dieses Bauteil in den Zustand zu versetzen, den es ohne Materialfehler hätte.
Man kann da als Hersteller also logischerweise nicht einfach die beiden Hälften zusammenkleben und behaupten, das geklebte Teil sei genauso gut wie ein Teil, das nicht gebrochen ist.
Weil ein zusammengeklebtes Teil eben zumindest in aller Regel nicht die gleiche Belastbarkeit hat wie ein Teil, das eben nicht gebrochen ist. Außerdem spricht einiges dafür, daß ein Bauteil mit einem Bruch durch vorzeitige Materialermüdung nicht nur an der Bruchstelle materialfehlerhaft ist, sondern an vielen weiteren Stellen.
Auch keine ordnungsgemäße Reparatur wäre es, das gebrochene Bauteil durch ein anderes gebrauchtes Bauteil zu ersetzen. Weil man nicht wissen kann, ob dieses andere Bauteil während des Gebrauchs durch einen anderen Besitzer nicht stärker verschlissen wurde als es ein mangelfreies Bauteil beim Besitzer des vom defekt betroffenen Bauteils gewesen wäre. Natürlich muss man es sich nicht gefallen lassen, das eine nach 20.000 km gerissene Steuerkette im Motor durch eine noch intakte, aber schon 200.000 km gelaufene Kette ersetzt wird. Ebenso wenig, dass sie durch eine andere gebrauchte Kette ersetzt wird, die nur 15.000 km gelaufen ist. Aus dem einfachen Grund, dass man nicht wissen kann, ob die andere Kette nicht durch einen Heißsporn am Steuer vielleicht nicht deutlich stärker nach 15.000 km Laufleistung abgenutzt ist, als es die kaputt gegangene, aber ohne Materialfehler nach 20.000 km gewesen wäre.
In der Praxis läuft es aus diesem Grund so gut wie immer darauf hinaus, dass kaputt gegangene Bauteile durch neue ersetzt werden müssen. Weil nur das sicherstellen kann, daß der Käufer so gestellt wird, als hätte die Sache von Anfang keinen Mangel gehabt.
In unserem Fall bedeutet das, dass das ganz konkret betroffene Getriebe so repariert werden müsste, dass die darin enthaltenen defekten Bauteile durch neue ersetzt werden UND gleichzeitig der ursprünglich bestehende Konstruktionsfehler behoben wird.
Genau das passiert aber nicht, wenn irgendein anderes gebrauchtes, repariertes Getriebe eingebaut wird. Da besteht immer die große Wahrscheinlichkeit, daß einzelne Komponenten eben doch schon stärker abgenutzt sind als im konkret kaputt gegangen Getriebe.
Wenn ein Bauteil im Zusammenhang mit Gewährleistung oder Garantie ersetzt wird, dann geht das rechtlich sauber nur durch Einbau eines nagelneuen.
Nochmals: der Tausch einer kompletten Baugruppe ist natürlich nicht erforderlich, wenn nur eine Komponente darin kaputt ist. Dann reicht der Tausch der defekten Komponente, wenn dadurch der mangelfreie Zustand hergestellt werden kann.
Theoretisch wäre es also BMW unbenommen, das kaputte Getriebe durch Austausch der darin enthaltenen kaputten Komponenten zu reparieren, sofern dadurch der geschuldete Zustand erreicht werden könnte.
Der Einbau einer gebrauchten anderen Komponente - mag sie noch so sehr angeblich "generalüberholt" sein - erfüllt die Verpflichtung zur ordnungsgemäßen Mängelbeseitigung jedenfalls aber nicht.
Es ist genau wie damals beim Bruder Querens.
Es macht überhaupt keinen Spaß mehr, hier im Forum zu lesen. Und ignorieren ist auch keine Lösung, weil dann jeder zweite Beitrag ignoriert wird, der komplette Zusammenhang fehlt und die Beiträge bei Zitaten dann doch mit angezeigt werden.
Aber das löst sich ja am 01.01.2024 wohl von selbst.
Was für ein Mehrwert oder Erkenntniss hat euch diese Unterhaltung mit 440 Andworten denn gebracht?
- Ja, es gibt kaputte A_Getriebe bei X1 mit sehr geringer Laufleistung
- Ja, wenn man in den ersten 5 Jahren alles bei BMW machen lässt, gibt ein REMAN oder "neues" Getriebe
- Da nur ein-zwei Chargen betroffen sind, sind nicht alle X1 schlecht?!
- Jetzt laufen wir alle zu VW und co.?!!
- Frust abbau?!
- Zeitvertreib???
Wollte mir eigentlich auch Chips und Cola holen....... aber nun gut, dann will ich doch noch etwas zum Getriebe sagen.
Auf dem Bild sieht man ja wunderbar das da einiges drinsteckt an Einzelteilen.
Und jetzt einfach mal nachdenken: Würde jemand das am schwersten erreichbare Bauteil wechseln, Zahnräder, Wälzlager und Axiallager sowie Scheiben die im gewissen Abstand anderer Bauteile penibelst passen müssen um zu funktionieren, abpressen von der Welle (bis man Komplettwellen rausbekommt muss oben alles rausgebaut werden).
Oder wäre der vor allem zeitlich und somit finanzielle bessere Weg, nicht ganze Baugruppen des Getriebes zu ersetzen?
Na?
Zweites Beispiel. Sagt euch "Kreuzverbau" etwas?
Also: Rechnet man einfach alle Bauteile in die Minustoleranz, wäre das Getriebe eigentlich 2cm kürzer bauen möglich.
Andersherum: Haben die Bauteile alle + Toleranzen, müsste das Getriebe 2cm länger sein. Geht ja nicht, deshalb, besteht jede Fertigungsstraße aus einer bauenden Linie und einer Kreuzverbaulinie.
D.h. ist das Getriebe fertig (ohne Dichtung und Deckel) erfolgt ein Testlauf (Spezielle Testvorrichtung vollautomatisiert). Ist Geil bei Handschaltern, da werden über die Seilzüge alle Gänge durchgeschaltet wie von Geisterhand). So, Ist alles grün wird komplett fertig montiert, gelabelt und befüllt und am Ende verpackt.
Passt es NICHT: Jetzt kommt die Fehlermeldung was nicht passt und der Mechaniker (das sind in meinen Augen wirkliche Profis) tauschen nun Baugruppen von einem ins andere Getriebe und testen erneut. Trefferquote beim ersten mal >95%.
Ohne Scheiß: die haben eine Ohrmuschel mit Stöckchen dran, halten das bei Problemtypen beim testen an das Gehäuse und sagen dir das Bauteil an, was gleich aufleuchten wird was nicht passt. Die hören das! Hammer was die für Ahnung haben, hätte ich nicht gegalubt wenn der mir das nicht ein paar mal hintereinander angesagt hätte. Beim schalten leichter rauszufinden als beim Automaten, da mehrere Komponenten gleichzeitig im Einsatz sind.
Zu guter letzt: Ein Autobauer muss doch nur Garantie oder Gewährleistung geben, damit die Kiste die gesetzl. Frist einhält. Wie er den Mangel bei einer Reklamation behebt ist sein Thema, durch die Reparatur muss er letztendlich "nur" sicherstellen, das diese Maßnahme bis zum Ende der Gewährleistung hält. Ansonsten hat der Kunde wieder das Recht auf Nachbesserung. Dadurch kann man ja auch wandeln wenn die gleichen Fehler trotz mehrmaliger Nachbesserung nicht abgestellt werden (ist aber nun ein anderes Thema).
Da ist BMW weder besser noch schlechter, weil ich KEINEN Autobauer kenne, der mehr ausgibt als er muss. Nennt sich Wirtschaftlichkeit. Kenne eher andere, die noch "billiger" reparieren und beim quietschen mit händisch zusammengerolltem Schaumstoffpfropfen versuchen Abhilfe zu schaffen in der Hoffnung das hält bis Ende der Garantie und der dumme Kunde merkts nicht. Da wir erst getauscht wenn alle anderen Hausmittelchen was die Werkstatt aufbieten kann, versagen.
Mist, wieder so ein langer Beitrag geworden, aber ich hoffe er hatte unterhaltenen Wert für den einen oder anderen.
wunderbar, dass hol ich mir schon mal das Popkorn.
Den Beitrag kann ein pansionierter Beamter oder Angestellter der Prozessindustrie niemals akzeptieren 😉
Nur den Gedanken solltest du nochmal überdenken, meine ich:
"Rechnet man einfach alle Bauteile in die Minustoleranz, wäre das Getriebe eigentlich 2cm kürzer bauen möglich."
Die Bauteile sind doch nicht seriell aneinander gebaut sondern ineinander. Die Toleranz ergibt sich dann doch durch ein akzeptables Maß für das tragende Bauteil in dem es montiert wird, würde ich vermuten.
Kreuzverbau machen vermutlich nur Unternehmen mit keinen zu großen Stückzahlen bzw Schlagzeiten, würde ich vermuten. Evtl auch nur für teuerere Komponenten bei denen die Toleranz kleiner ist bzw die Güteklassifizierung höher sein muss. Ich bin sehr viel bei allen gängigem Auomobilherstellern unterwegs und da ist mir in der Montage oder Vormontage noch kein Kreuzverbau untergekommen. Im Getriebebau kenne ich mich allerdings nicht aus.
Zitat:
@noVuz schrieb am 29. September 2023 um 10:54:09 Uhr:
Die Bauteile sind doch nicht seriell aneinander gebaut sondern ineinander. Die Toleranz ergibt sich dann doch durch ein akzeptables Maß für das tragende Bauteil in dem es montiert wird, würde ich vermuten.
Jaein. Eher sowohl als auch. Um es ganz einfach ausgedrückt zu erklären: Viele Einzelteile werden z.B. auf einer Welle aufgepresst. Dies ergibt dann eine Baugruppe, von denen es mehrere dann im Getriebe gibt.
Meine obige Erklärung soll eher in die Richtung gehen, das dann eben diese Welle mit den vielen aufgepressten Teile getauscht wird (bei einem defekt), als das alle Einzelteile von der Welle abgepresst werden, das kaputte dazwischen wird getauscht und alle anderen Einzelteile werden dann wieder aufgepresst (was auch nicht immer geht). Wie gesagt- jetzt ganz grob zum Verständnis für diejenigen die nichts mit der Materie zu tun haben.
Zitat:
Kreuzverbau machen vermutlich nur Unternehmen mit keinen zu großen Stückzahlen bzw Schlagzeiten, würde ich vermuten. Evtl auch nur für teuerere Komponenten bei denen die Toleranz kleiner ist bzw die Güteklassifizierung höher sein muss. Ich bin sehr viel bei allen gängigem Auomobilherstellern unterwegs und da ist mir in der Montage oder Vormontage noch kein Kreuzverbau untergekommen. Im Getriebebau kenne ich mich allerdings nicht aus.
Hmmmm, sind ein paar Jahre her (aber auch nicht allzuviele), da könnt ich dir schon Namen nennen, aber ich denke jeder versteht das das nicht gerade klug wäre in der heutigen Zeit. Belassen wir es einfach dabei es sind OEM die jeder kennt mit entspr. Stückzahlen.
Zu unterscheiden ist natürlich- bauen die noch selbst Getriebe oder läuft das alles über Zulieferer? Oder manche fahren auch parallel und fertigen halb/ halb. Der Anteil (damals zumindest) war bei Handschaltereigenfertigung hoch, Automaten mehr Zukauf.
Dann gab es eine Zeit wo Automaten selbst hergestellt wurden (oder Teillmontiert), um die Arbeitsplätze in den Werken zu sichern wo die Handschalteranteile sanken. Heute ist der Automatenzukauf denke ich auf Höchststand auch aufgrund der Komplexität (weiß ich aber nicht sicher).
"Früher" ('man bin ich alt geworden) sah ich auch immer nur die Montage (war da aber in anderer Mission unterwegs, das Getriebethema hab ich ja auch nur am Rande bzw. durch Bekannte die das berufl. gemacht haben- aufgegriffen. Daher nehme ich für mich nicht in Anspruch, ein Fachmann auf dem Gebiet zu sein), da siehst du nur was du sehen darfst. Mehr aus Zufall kam ich dann mal in die "Schattenfertigung", die weder für Key- Accountler, Besucher oder Besuchergruppen einsehbar /zugänglich sind. Und seitdem weiß ich das die alle auch nur mit Wasser kochen.
Aber wie geschrieben, sollten wir uns nicht zu stark vertiefen und das solls von mir auch gewesen sein, man hat ja sonst heute schneller Ärger am Hals als man denkt. Aber ich denke mal jeder weiß was ich mit obigem meine.
Nun gerne zurück zum Thema.