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Autogasumbau Vectra 1.8 Caravan (XE18XE1), Teil 1

Themenstarteram 10. Mai 2003 um 22:58

Moin,

ich hatte versprochen, von meinem Autogasumbau zu berichten und nun ist es so weit - seit gestern fährt mein Dicker auf Gas.

Vorgeschichte:

Als ich Nov 1999 einen neuen Wagen suchte war die Frage, ob Diesel oder Benziner. Bei etwa 20.000 km im Jahr nicht leicht zu entscheiden. Da fiel mein Auge auf Autogas als Alternative zu Diesel. Die Fixkosten bei Steuer und Versicherung entsprechen denen des zugrundeliegenden Benziners, der Sprit an sich ist mit 45cent (hamburg) bis 60 Cent (Frankfurt) recht preiswert und hat imposante 120 Oktan. Durch den geringeren Heizwert bedingt steigt der Verbrauch um 15% gegenüber dem Benziner an. Folglich fährt man praktisch einen Wagen mit den Fixkosten eines Benziners zu den Kraftstoffkosten eines Diesels. Je nach Fahrstil können 50-60e auf 1000km realistisch sein. Die ganze Anlage rentiert sich bei einem Einbaukomplettpreis von 2200-2500e beim heutigen Preisniveau ab 60-70.000 km Gesamtfahrleistung unter Gas. Berücksichtigt man etwa 500-600e höhere jährliche Mehrkosten eines Diesels bei Steuer & Versicherung und den typisch 1000-1500e höheren Anschaffungspreis bei jungen Gebrauchten, so sollte man je nach Bilanzierung mit etwa 25-40.000 km schon im grünen Bereich sein. Ich rechne für meinen Teil mit etwa 700e weniger Kraftstoffkosten im Jahr.

Umbau:

Ende März war es dann so weit, der Umbau auf eine Landi-Renzo IGS Anlage (Sequentielle Gaseinspritzung) wurde in Auftrag gegeben. Nach nur 3 Wochen warten auf einen Termin kam dann der Umbau, der in einer Woche erledigt sein sollte. Wars leider nicht. Erst wurde der Meister krank und dann hatte ich einen Opel erwischt, der das Vorserienmodell der 2000er Serie (mit OBD Schnittstelle) war und nicht den normalen 1999er Spezifikationen entsprach. Es musste ein neuer Rechner her. Gut, nicht mein Problem. Nach weiteren 14 Tagen (in denen ich keine Zeit hatte und das Auto brauchte) wurde dann der neue Rechner eingebaut. Mechanisch war nun alles komplett. Ein Reserverad-Muldentank mit 48l Nettovolumen, ein zusätzlicher Tankstutzen, Steuerrechner, Verdampfereinheit, Gasverteiler und Einspritzanlage nebst einem kleinen Umschalter mit Tankanzeige im Armaturenbrett waren montiert. Der Kofferraumboden wurde im hinteren Bereich zwar 1-2cm höhergelegt, aber das stört absolut nicht und schränkt den Nutzwert exakt gar nicht ein.

Der erste Lauf war enttäuschend - die Kiste lief wie ein Ascheimer. Praktischerweise hatte die Werkstatt einen Leistungsprüfstand. Dort stellte sich heraus, daß die Lambda-Sonde einen Schuss hatte - unter Last magerte das Gemisch zu sehr ab, was im Leerlauf nicht wirklich auffällt. Durch die erheblich bessere Gemischaufbereitung im Gasbetrieb wird so ein Fehler viel eher deutlich, von dem Fehler war natürlich auch der normale Benzinbetrieb betroffen. Ich hatte den Wagen schließlich noch nicht lange und eine Lambda-Sonde stirbt eh einen schleichenden Tod. Mit einer neuen war der Spuk beendet und die Karre rennt besser als je zuvor.

Erste Fahreindrücke:

Laut Meister sollte ich den Wagen über Landstrassen und Autobahn scheuchen und möglichst unterschiedliche Fahrzustände realisieren damit der Gasrechner mit seinen integrierten Fuzzy-Algorithmen das zu Beginn programmierte 0815-Kennfeld optimieren kann. Nach den ersten Metern unter Gas war ich geschockt. Bei Lastwechseln heftiges Ruckeln, sehr schlagartig einsetzende Leistung, dafür starker Leistungsverlust im unteren Drehzahlbereich und das Anfahren ging überhaut nur mit viel Drehzahl. Gut, ein paar dutzend Kilometer und einige flotte Landstrassenetappen später war die Welt wieder in Ordnung. Man merkte, wie sich der Bord-PC dem Motor angepasst hat, die Symptome schwanden und zuletzt habe ich keinen echten Unterschied mehr zwischen Gas und Benzin bemerken können. Einzig verblieben ist eine leichte Anfahrschwäche, das Drehmoment in Leerlaufnähe ist etwas geringer. Aber auch hier erwarte ich noch eine Verbesserung, ich habe noch nicht viele Stadtverkehrsfahrten hinter mir.

Auf der Autobahn habe ich exakt gar keinen Unterschied zwischen Gas und Benzin feststellen können, ein Umschalten bei Vollgas von Flüssiggas auf Benzin brachte keine Änderung der V_max. Auch im Durchzug war mit der Stoppuhr nichts zu messen.

Zwischenfazit: ich bin erstmal happy, mit den 48l Gas sollte ich zusätzlich zu dem 60l Benzintank etwa 500 preiswerte Kilometer schaffen bis ich wieder an eine Gastankstelle muss. Ferner habe ich jederzeit die Option, den normalen Benzinmode zu nehmen. Bei Flüssiggaspreisen von 28 Cent z.B. in Belgien bis 60 Cent hier im Rhein-Main-Gebiet wäre ich jedoch schön blöd wenn ich nicht jeden Meter der geht unter Gas fahre ;-)

Gruss, GaryK

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6 Antworten

intressant, grätz zum erfolgreichen umbau

am 11. Mai 2003 um 10:55

hallo garyk.

ich will ebenfalls auf autosgas umrüsten.

nur meinte mein vater, er sei im unterhalt erheblich teurer! die gasanlage müsse oft überprüft werden und ich muss jedes jahr zum tüv. stimmt das??

ich hoffe du kannst mir weiterhelfen.

mfg martin

Themenstarteram 11. Mai 2003 um 13:12

Zitat:

nur meinte mein vater, er sei im unterhalt erheblich teurer! die gasanlage müsse oft überprüft werden und ich muss jedes jahr zum tüv. stimmt das??

Stimmt AFAIK nicht. Die Bestimmungen ändern sich gerade und soviel mir vom Umrüster mitgeteilt wurde, muß die Gasanlage lediglich zeitnah vor einer TÜV Prüfung abgenommen werden, also alle 2 Jahre. Das kostet etwa 15e und der Bescheid wird dann zum TÜV mitgenommen.

Im Unterhalt ändert sich exakt gar nichts. Gasanlagen verschleissen nicht (oder wie oft wechselst du was an der Benzin-Einspritzanlage?), sind sogar verschleissärmer als Benziner und die Versicherung entspricht der des jeweiligen Benziners. Mein Vectra wäre als ebenfalls vollkaskoversicherter Diesel (DTI) etwa 350e im Jahr teurer. Der geringe Steuersatz auf LPG ist übrigens bis Ende 2009 festgeschrieben, wie oft bis dahin noch am Benzinpreis gedreht werden wird kann sich jeder selbst ausrechnen, tendenziell wird die Amortisierung durch zukünftige Benzol-/Schwefel-/Öko-/Mineralöl- oder Deppensteuer eher schneller als langsamer. Meine Rechnung mit den 60.000 km ist recht pessimistisch, da der Frankfurter Raum wie üblich recht teuer ist (geringerer Preisunterschied), keine zukünftigen Steuererhöhungen drin sind [1] und durch das _noch_ geringe Tankstellennetz keine echte Konkurrenz stattfindet.

Ich würde davon ausgehen, daß sich eine Umrüstung generell lohnt solange noch keine 100.000km auf der Uhr sind und wenn das Fahrzeug ferner bis zum wirtschaftlichen Ende gefahren wird. Aber auch dann kann ein Teil der Gasanlage wiederverwendet werden.

Jedenfalls lasse ich mein Geld lieber in der Werkstatt, als es an der Tankstelle Eichel in den Hals zu stopfen. Autofahrer wehrt euch, es lebe der zivile Ungehorsam, Vive la Revolution!

Proleten aller Länder, vereinigt euch.

mit folglich proletarischen Grüssen,

GaryK

[1] 1993 hab ich etwa 1.20-1.30 DM bezahlt, 1996 waren es 1.55 bis 1.65DM und heute 2.15 DM. 5 Cent / Jahr scheinen also durchaus realistisch zu sein.

am 25. Mai 2003 um 8:08

...Bei Marx gelesen....

 

Es sind nicht die Proleten, sondern die Proletarier.....

Währ ja schlimm wenn sich alle VW-yuppis*² vereinigen...

*grins*

Legende:

*² nur Beispeilhaft für einen gesellschaftlichen Ausschnitt der Automobilscene..........möglich währe auch SEAT oder Skoda...

Zitat:

Original geschrieben von fyolek

hallo garyk.

ich will ebenfalls auf autosgas umrüsten.

nur meinte mein vater, er sei im unterhalt erheblich teurer! die gasanlage müsse oft überprüft werden und ich muss jedes jahr zum tüv. stimmt das??

ich hoffe du kannst mir weiterhelfen.

mfg martin

Keine Angst! Autogas: TüV normal alle 2 Jahre, der Gastank kommt nach 10 Jahren dran und die Anlage an sich gar nicht mehr.

Bei Erdgas siehts ein wenig anders aus: Tank alle 3 Jahre raus und zum TüV.

 

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