Audi A4 B7 Avant 2.0 TDI – kapitaler Motorschaden bei 176.000 KM

Audi A4 B7/8E

Hallo Forum,

ich fahre bzw. fuhr einen A4 Avant MJ 2007 mit der 2.0 TDI 140 PS Maschine (Motorkennung BPW), Laufleistung ca. 176000 KM. Vor 3 Tagen hat sich während einer Autobahnfahrt irgendwann beim Beschleunigen im 4. Gang ein deutlich spürbarer Leistungsverlust bemerkbar gemacht, begleitet von einem leichten, drehzahlabhängigen Schnattern. Ich habe dabei zunächst an ein Problem im Bereich des Turboladers gedacht. Die beschriebenen Symptome blieben die restlichen 30 KM der Fahrt über bestehen und haben sich nicht verändert oder verschlimmert.
Einen Tag später haben wir mit dem Wagen eine Strecke von ca. 25 KM in unsere Werkstatt zurücklegen wollen. Nach kurzer Fahrt von vielleicht 5 KM wurde das Geräusch lauter und veränderte sich zunehmend in Richtung eines metallischen, drehzahlabhängigen Klapperns / Schlagens das schließlich auch als Vibration in der Pedalerie und im Lenkrad deutlich spürbar wurde. Auch der Leistungsverlust wurde noch einmal deutlich größer. Alles in allem klang das jedenfalls sehr ungesund und der Wagen war auch nur noch sehr bedingt fahrbar. Ich habe mich daraufhin entschlossen, den Wagen abzustellen und über den ADAC einen Schlepper zu rufen. Gestern bekam ich dann den Anruf der Werkstatt mit einer ersten Vorabdiagnose.
Nach Ansicht der Werkstatt handelt es sich vermutlich um einen Lagerschaden. 😰 Heute hat sich das Ganze noch ein zweiter Meister angehört. Man ist sich nicht sicher und kann es ohne eine Zerlegung nicht mit Gewissheit sagen, aber es könne auch ein Ventilschaden sein. Letztlich ist es entweder Pest oder Cholera, denn egal was es ist – es bedeutet im Grunde, dass es ein wirtschaftlicher Totalschaden ist.
Ich habe den Wagen vorletztes Jahr für rund 10.000 EUR aus meinem auslaufenden Leasingvertrag herausgekauft. Der Restwert des Wagens beliefe sich heute mit seiner sehr guten Ausstattung und im fahrbereiten Zustand vorsichtig geschätzt auf vielleicht 8000 - 8500 EUR.

Bei der Werkstatt handelt es sich um eine freie Werkstatt, die ich für sehr vertrauenswürdig und kompetent halte und mit der ich durchweg gute Erfahrungen in der Vergangenheit gemacht habe. Ohne bisher eine Teilzerlegung des Motos vorgenommen zu haben oder den genauen Schaden wirklich ausgemacht zu haben, hat man mir dort im besten Fall Instandsetzungskosten von mindestens 2.000 – 2.500 EUR prognostiziert. Im schlimmsten Fall kann es noch wesentlich teurer werden.
Bei einem Lagerschaden z.B. wäre wohl auf jeden Fall ein überholter Austauschmotor fällig. Und dann stellt sich die Frage ,wie nachhaltig es wäre, einen ATM mit einem Getriebe, einem Turbolader, einer Kupplung oder einem Zweimassenschwungrad mit oben genannter Laufleistung wieder zu verpflanzen.

Ich habe den Wagen wirklich sehr gemocht und bin ihn gerne gefahren, aber diese Summen in ein Auto mit dieser Laufleistung bzw. mit diesem Restwert zu investieren, erscheinen mir absolut sinnfrei. Sie stünden derzeit auch gar nicht zur Verfügung. So oder so wird es teuer, und welche Kosten im Falle einer Instandsetzung genau auf mich zukämen, weiß ich erst, wenn ich vorab mindestens 400 EUR in die Hand genommen habe, damit man für die Ermittlung des Schadens eine Teilzerlegung vornimmt. Ebensowenig ist momentan Geld für die Anschaffung eines neuen Fahrzeugs da.

Ich bin völlig ratlos, wie es jetzt weitergehen soll. Wie würdet IHR in diesem Fall vorgehen?

Danke und Gruß.

Beste Antwort im Thema

Bist Du sicher, dass die Öldruckkontrollleuchte nicht an war? Gerade bei diesem Motor gibt es ja das häufige Problem mit dem Sechskantantrieb der Ölpumpe. Das Rattern könnte natürlich auch ein "hin und wieder" durchrutschen des Antriebs gewesen sein und es stand dann einfach nicht mehr genug Öldruck zur Verfügung, bis der Motor Schaden genommen hat. So oder so .... Sch....e! Mein herzliches Beileid.
Wenn der Wagen ansonsten in einem guten Zustand war, ist es tatsächlich zu überlegen einen ATM einzupflanzen. Getriebe muss ja nicht gleich sein. Wenn es ein Schalter war, ist das Getriebe eigentlich sehr langlebig. Je nach Schadensbild ist der Turbo zu überlegen, weil er mangels Öl auch Schaden genommen haben könnte. Lag es nicht am Öldruck, kannst Du Dir das Geld dafür auch erst einmal sparen. Den Motorwechsel würde ich dann aber nicht bei AUDI machen lassen, da das viel zu teuer wäre. Die, die generalüberholte Motoren anbieten, bieten auch häufig das Abholen und Bringen des Fahrzeuges an. Oder Du fragst einen ortsansässigen Motorinstandsetzer, was der für eine Instandsetzung Deines Motors haben will. Mit einem ATM kannst Du dann sicherlich noch einmal eine solche Laufleistung fahren. Da wird höchstens mal ein bisschen Fahrwerk fällig, was Du aber nach und nach überholen kannst, wie eben die Kohle reicht.
Jedenfalls bekommst Du für das Geld eines ATM kein solches Auto auf dem Markt. Das ist mal Fakt. Dann wohl eher investieren und fahren bis zum bitteren Ende.

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Mal ein kleines Update.. oder auch nicht wirklich.
Die Werkstatt ist tatsächlich immer noch dabei, den genauen Schaden zu suchen. Der Kopf ist mittlerweile runter, soweit sieht alles unauffällig aus. Ein Ventilschaden scheint es allem Anschein nach jedenfalls nicht zu sein.
Man stehe wohl mittlerweile mit AUDI in Kontakt, um das weitere Vorgehen bei der Suche abzuklären. Alles sehr rätselhaft.

Letzte Info war jetzt, dass wohl auf jeden Fall der Turbo ebenfalls fritte ist (rotzt Öl) und ebenfalls mit neu gemacht werden müsse. Unter 3000 EUR wird eine Instandsetzung laut Werkstatt auf jeden Fall nicht ablaufen.

Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung, wie es jetzt weitergehen soll.
Aktuelle sehe ich zwei Möglichkeiten:

A) den Wagen unrepariert abzustoßen (Aufkäufer, Verwerter, Bastler was auch immer..)
B) sich die weitere Suche und Zerlegung (die ebenfalls Kosten verursacht) sparen und sich günstig einen überholten Rumpfmotor sowie einen überholten Turbo zu organisieren und umzustricken
C) sich einen kompletten funktionsfähigen ATM zu besorgen und einzubauen

Feststeht, dass wir den Wagen anschließend nicht weiterfahren werden. Schon allein deshalb, weil sich ein TDI wirtschaftlich (und in diesem Fall auch technisch) schon länger nicht mehr für uns eignet.
Was tun, wenn wir den Wagen also sicher nicht behalten werden?

Die entscheidenen Frage ist, ob sich eine wie auch immer durchgeführte Instandsetzung rechnen würde.
Was bekomme ich für den Wagen im derzeitigen, nicht fahrbereiten Zustand noch? Was bekäme ich für den Wagen (unter Berücksichtigung der ganzen Vorgeschichte), wenn er nochmal repariert würde? Würde man die für die Reparatur erneut reingesteckte Kohle bei einem Verkauf wieder rausbekommen?

Wie sind hier die Erfahrungen?
Was würdet ihr tun?

Danke und Gruß,
Lasse

Erfahrungen habe ich keine.
Was ich tun würde:

Wenn Du den Wagen auf keinen Fall behalten willst, stell ihn mit Motorschaden ins Netz.

ATM oder überholten ATM setzt man nur rein, wenn man den Wagen dann bis zum Ende fährt (oder er sehr neu und entsprechend wertvoll ist). Wenn Du 3000€ für einen ATM investierst, bekommst Du diese beim Verkauf nicht wieder...

Das ist alles einfach mal so dermaßen zum Kotzen.
Und sowas dann zu allem Überfluss noch zu einem Zeitpunkt, der finanziell gesehen nicht ungünstiger liegen könnte.

Also gut:
Audi A4 Avant 2.0 TDI DPF mit reichhaltiger Ausstattung und Motorschaden gegen Gebot zu verkaufen :-(

Wer Interesse hat oder jemanden kennt, der Interesse hat, bitte melden!

Gruß

Hallo allerseits,

der Wagen wurde dann heute mit dem unreparierten Motorschaden für 2500 EUR verkauft :-(
Tut schon echt weh irgendwie..

Damit geht die B7-Ära für mich nun definitiv zu Ende, weshalb ich mich auch aus diesem Forum verabschiede und mich für die in der Vergangenheit oft hilfreichen Beiträge bedanken möchte. Ich wünsche allen eine gute Fahrt und vor allem weniger Stress mit ihrem Audi, als ich ihn hatte.

Gruß

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Autsch...ganz schön wenig. Da wird jetzt jemand für paar Tausend € einen ATM reinbauen und sich einen freuen.
Dennoch, Danke für Deine Rückmeldung und viel Glück in Zukunft bei Autos. Was soll es denn nun für ein Wagen werden?

DAS würde mir auch weh tun. Tut mir leid für Dich. Ich wünsche Dir mehr Glück mit Deinen zukünftigen Fahrzeugen!

Für das Geld hät ich ihn auch genommen.

Aber traurig schon so eine Geschichte.

Dennoch gute Fahrt mit deinem neuen gebrauchten.

Mein Beileid hast du auch. Schade, wenn das so ausgehen muss. Verstehen kann ich dich natürlich. Wer weiß, wie lange der nächste Schaden auf sich warten lässt. Denn selbst wenn der Motor neu ist, das Auto ist und bleibt alt.
Weißt du denn, was letztendlich die Ursache für den Schaden war?

Es ist jetzt zwar für die Füß aber ein Regenerierter AT Motor ohne Anbauteile kostet knappe 3000 Euro mit dem Fehlenden Teilen wie Turbo und Ventilhaube, Abgassystem Zahnriemen Dichtungen usw. Wäre er locker bei 5.500 Euro gewesen...selbige Entscheidung hatte ich auch ... Ich habe ihn halt machen lasse und bin bei über 3000 Euro und er muckt immer noch....:-(

Moin,

es tut mir wirklich sehr leid für dich. Ähnliche negative Erfahrungen durfte ich letztes Jahr mit meinem BPW auch machen 🙁. Zuerst fiel die Ölpumpe aus (Neues AGW-Modul, neue Ölwanne, neuer Turbolader, Kosten: ca. 3300 €) und ca. zwei Monate später waren der Zylinderkopf sowie die PD-Elemente hinüber (Nockenwelle eingelaufen, Hydrostößel abgenutzt, Fassungen der PD-Elemente im Zylinderkopf ausgeschlagen, PD-Elemente an den Fassungen abgeschert, KVA: ca. 5000 €). Den ersten Schaden ließ ich noch beheben. Ich hätte dabei jedoch auf eine weitere Zerlegung des Motors bestehen müssen, denn dann hätte man wahrscheinlich die da­hin­sie­chenden Zylinderkopf sowie PD-Elemente auch schon entdeckt. Die Folge wäre dann ein kapitaler Motorschaden mit Kosten weit über 6000 €. Die hätte ich dann nicht mehr getragen. Das Fahrzeug wurde übrigens für ca. 400 € wieder fahrtüchtig gemacht und in einem Autohaus mit dem Verweis auf den Schaden in Zahlung gegeben.

Gruß
Danny

@DannyN85 genau wie bei mir....der Vorbesitzer hatte NW Schaden, Oilpumpe und Wanne waren getauscht...bei ca. 145.000Km bei mir ca 190.000Km drückte er Oil aus der Ventildeckelhaube.... durch Überdruck ...der kam von 2 Rissen im Kopf weil die PD Elemente im Kopf ausgeschlagen waren... Turbo war auch mit Wellenspiel behaftet....ab Kopf ist alles Neu mit Zahnriemen und Bremsschläuche hinten sowie DPF reinigen hat mich das knappe 4000 Euro gekostet.... Und ich weis jetzt schon was nächstes Jahr gemacht werden muss unter anderem für TÜV..... Noch mal 700 Euro....:-( Und verblüffender Weise waren die Nockenwellenlagerschalen schon wieder eingelaufen ...

Danke für Eure Anteilnahme.
Es gut auf jeden Fall gut zu wissen, dass man nicht der einzige ist, der mit seinem Wagen viel zu viel Ärger hat bzw. hatte.

Klar, es fahren A4 mit BPW Motoren wie Sand am Meer umher und viele haben mit diesem keine Probleme, ich persönlich halte nach den gemachten Erfahrungen und dem was man so hört GAR NICHTS mehr von diesem Motor.
Einen Nockenwellenschaden hatte ich bei 145.000 ja auch schon mal. Nun ist es allem Anschein nach wohl ein Pleuellagerschaden gewesen. Mit Sicherheit wissen wir es nicht, da wir die weitere Zerlegung und Diagnose schlichtweg abgebrochen haben, nachdem klar war, dass zusätzlich auf jeden Fall auch der Turbo hinüber ist und die PD-Elemente undicht sind.
Ich ärgere mich zwar heftigst darüber, wieviel Geld hier in kürzester Zeit vernichtet worden ist, versuche aber jetzt aber, gedanklich schnell einen Strich unter die Sache zu machen und froh zu sein, dass ich mir über die Dreckskarre nicht weiter den Kopf zerbrechen muss. Der Wagen wird jetzt halt nach Polen, die Ukraine oder ein anderes osteuropäisches Land weiterverkauft und dort entweder noch wirtschaftlich lohnend wieder aufgebaut oder als Teilespender zerlegt. Die Hälfte der Teile kann man dann später wahrscheinlich in der Bucht wiederfinden.

Eigentlich war ich kurz davor, vielleicht mal ernsthaft über einen Wechsel zu einer anderen Marke nachzudenken.
Wie der Zufall es aber will, hat mir ein ortsansässiger Audi Dealer zum richtigen Zeitpunkt ein Leasingangebot unterbreitet, zu dem ich einfach nicht nein sagen konnte. Nun wird es ab Oktober also ein nagelneuer, recht nett ausgestatteter B8 1.8 TFSI multitronic.
Ich gebe Audi also nochmal eine Chance :-)

Gruß

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Sieht Gut aus!

Ja, das finde ich auch.
Soviel Audi bzw. Auto bekomme ich momentan für das vergleichsweise kleine Geld so schnell bestimmt nicht wieder.
Und zumindest eingeschränkt konnte ich mir den Wagen dabei sogar noch konfigurieren.
Ich hätte zwar trotzdem gerne darauf verzichten können, aber zumindest insofern kam der Motorschaden zu einem passenden Zeitpunkt.
Bin nur mal gespannt, ob ich auch mit der Motor-/ Getriebekombination und, ganz allgemein, mit den veränderten Bedingungen an der Zapfsäule glücklich werde. Bin weder den TFSI noch die Multitronic vorher schon mal gefahren.

Nagelneu? Mit MT? Jetzt muss ich nochmal nachfragen... Ich dachte, die MT sei schon seit Jahren nicht mehr im Programm!?

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