Audi 80 B4 ABT: Motor startet nicht - Steuerzeiten ?!?

Audi 80 B4/8C

Hallo,
und wieder einmal nach relativ langer Zeit treibt mich meine Wanderdüne fast in den Wahnsinn:

Was vorher geschah:
Nachdem ich Öl im Kühlwasser hatte, habe ich beschlossen meine Zylinderkopfdichtung zu wechseln. Da mein ABT immer schon etwas mehr ÖL verbraucht hat, beschloss ich die Ventile neu einzuschleifen und die Ventilschaftdichtungen zu erneuern. Bei dieser Gelegenheit habe ich die Ölwanne neu abgedichtet und diverse defekte Simmerringe erneuert. Zusätzlich kam der Zahnriemen und die Spannrolle neu.

Das aktuelle Problem:
Jetzt habe ich den ganzen Krempel wieder laut Reparaturleitfaden zusammengebaut und wollte starten, jedoch ist mein Auto etwas anderer Meinung. Vor dem anlassen, habe ich natürlich noch die Steuerzeiten kontrolliert und den Motor von Hand durchgedreht. Kein Problem soweit jedoch bleibt es dabei, dass der Anlasser nur orgelt, jedoch will der Motor einfach nicht starten.

Wie man in den angehängten Bildern sehen kann, ist die Kurbelwelle laut 0-Markierung am Schwungrad auf OT und die Nockenwelle auf OT auf die Markierung der Plastikmarkierung ausgerichtet. Wenn man von Hand durchdreht erkennt, man sehr schön, dass die Ventile im Zylinder OT geschlossen sin (Bild 3). Ich habe sicherheitshalber die Kompression gemessen und komme je nach Zylinder zwischen 9,8 und 10,1 Bar. Der Zündverteiler ist auf die 6° Markierung auf der Schwungscheibe eingestellt und die Zündkabel stecken in der richtigen Reihenfolge (1-3-4-2) im Uhrzeigersinn beginnend bei OT Zündverteiler.

Ich habe bereits nachgeschaut und Zundfunken und Benzin sind ausreichend vorhanden. Testweise habe ich die Zündspule von meinem 2t Audi 80 angeschlossen, jedoch brachte dies keine Verbesserung.

Was zum Teufel könnte einen Motorstart denn noch verhindern?

Eine vage Überlegung:
Bei jeder Nockenwellenumdrehung erfolgen ja 2 KW Umdrehungen --> Die Kurbelwelle hat 2 Totpunkte
Könnte es sein, dass ich trotz der korrekten Markierung auf der Schwungscheibe einfach um eine KW Umdrehung verschoben bin?

Kann so etwas passieren obwohl ich volle Kompression habe? Ich habe bereits von einigen gelesen, dass die die NW verdreht eingebaut haben, dass ist jedoch bei mir nicht der Fall.

Was dafür sprechen würde, ist dass als ich versucht habe das Auto mit Bremsenreiniger zu starten der Bremsenreiniger aus dem Ansaugkrümmer heraus verpufft ist. Dann wäre ich ja theoretisch gesehen im Falschen Takt gelandet. Wie kann es dann sein, das ich volle Kompression habe.

Wenn das zutreffen würde, würde es ja theoretisch gesehen ausreichen, wenn ich den Zahnriemen abnehme, die NW ausbaue (damit alle Ventile oben sind) und die KW um eine Volle Umdrehung (360°) verdrehe, so dass die 0-Markierung auf der Schwungscheibe wieder oben steht?

Bitte um Hilfe, bzw. um Hinweise, da ich mit meinem Latein langsam aber sicher am Ende bin und mein Auto am Montag wieder brauche.

Danke im Voraus und für die Ausdauer meinen Roman durchzulesen.

Beste Antwort im Thema

UPDATE: Es lebt!

Nachdem ich einen gebrauchten Zündverteiler eingebaut und den ZZP grob eingestellt habe, ist er nach kurzem Orgeln zu Leben erwacht.

Und ich hatte schon fast an meinen handwerklichen Fähigkeiten gezweifelt, den Zahnriemen bei so einem Primitivmotor richtig zu montieren...

Da ich eigentlich immer neugierig bin und mich für das warum interessiere, habe ich den alten Zündverteiler genauer untersucht.

Beim zerlegen ist aufgefallen, dass die Rotorblende leicht verformt war und Teile vom Hallsensor weggehobelt hat. Im Verteiler lagen kleine Kunststoffspäne. Ich habe mit einer Zündblitzpistole nochmals testweise den alten Verteiler abgeblitzt und die Funken von der Zündspule kamen sporadisch und unreproduzierbar an der verschiedensten Stellen.

Das ist einmal ein recht komischer Defekt für einen Hallgeber. Aber der Schuldige ist gefunden und ausgemerzt.

Jetzt muss ich den ganzen Plunder wieder anbauen und die Zündung noch vernünftig einstellen.

Danke für alle nützlichen Hinweise und Grafiken.

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Hi,
is doch gar kein Problem,
wenn Zündkabel 1 auf Zyl. 4 steckt, muss doch nur der Zahnriemen wider runter und die Nockenwelle um 180° verdreht werden 😁😁😁

Vergiss es, war nur spaß....... (wenns auch stimmt)

Zitat:

Original geschrieben von sirpomme


Hi,
is doch gar kein Problem,
wenn Zündkabel 1 auf Zyl. 4 steckt, muss doch nur der Zahnriemen wider runter und die Nockenwelle um 180° verdreht werden 😁😁😁

Vergiss es, war nur spaß....... (wenns auch stimmt)

Ja Spaß .. genau.. ich wollt schon sagen.. 😁 😁 😁

Löst man schnell indem man die Kerzenstecker an richtigen Ort und stelle steckt :-) bzw auf der Verteilerkappe tauscht .. das lange ganz lange ist Zylinder 1 das am Kühler .. nicht zu verwechseln mit dem kurzen dem ganz Kurzen das ist Zyl 4 :-)

nochmal das Bild hier

Dvigatel-audi-80-b4-20-2-0-90-ls-abt-0

Also Zylinder werden von vorne nach hinten beginnend bei 1 gezählt.
Alle Wellen stehen auf OT Zylinder 1 wie man auf den Bildern erkennen kann und der Zündverteiler steht richtig auf Position.

"Deutsche" 4-Zylindermotoren zünden 1-3-4-2 eigentlich ohne Ausnahmen. Einige Asiaten, Briten und vor allem fehlkonstruierte Franzosen und Italiener weichen hier ab. Ich kenne einige FIAT welche eine Markierung für OT Zylinder 4 haben. Bei VW 4 Zylinder immer und überall 1-3-4-2.

Wieder zurück:
Der Zündverteiler steht mit seinem Läufer auf der Kerbe für OT Zylinder 1,
die Kabel sind in Laufrichtung (Rechts und im Uhrzeigersinn) aufgesteckt.
Ich werde nochmal die Einspritzdüse der Motronic checken und versuchsweise eine anderen Zündverteiler von einem Kollegen einbauen. (meiner hat doch bereits etwas Spiel)

Also steckt dein Zyl 1 auch bei dem Zylinder 1 am KÜHLER???

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natürlich

Ich habe ja schon letztes Jahr bei meinem 2t Auto Verteilerläufer und Zündkabel gewechselt, deshalb bin ich schon in der Lage die Zündkabel in der richtigen Reihenfolge (und zusätzlich beschriftet) anzustecken

Hi,
die laufrichtung "Uhzeigersinn" für den Verteiler, stimmt die? Ich weiß es auswendig nicht mehr.
Wenn ja, sollte deine Einstellung stimmen!
Hast Du noch ne gute alte Blitzpistole? Zum kontrolieren des Zündzeitpunkt.
Vieleicht hat ja der Hallgeber einen weg und zündet im falschen Moment.
Hast du schonmal Startpilot in die Monotronil gespritzt, vieleicht bekommt er nur kein Sprit, oder zu viel.
Wie sehen die Kerzen aus? trocken nass? Läuft die Spritpumpe?

Sorry, falls ich Dinge frage die schon erwähnt wurden, habe jetzt einfach kein Bock mehr mich durch die ganzen unnötigen Beiträge zu wälzen 😁

Das mit den unnötigen Beiträgen verstehe ich.

Die Spritpumpe läuft und fördert auch ausreichend laut ELSA Testanleitung knapp 900cm³ auf 30 Sekunden. Das Relais schaltet auch einwandfrei.

Wie ich gesagt habe werde ich Anfang kommender Woche testweise einen anderen Zündverteiler inklusive Hallgeber einsetzten.

Der Hallgeber ist so ein Punkt ich hatte schon einmal Probleme mit einem Wackelkontakt am Stecker, habe die Kabel damals aber repariert. Dazu ist die Rotorblende vom Hallsensor ab gekommen.

Wenn der Hallgeber komplett ausfallen würde, so sollten zwar keine Zündfunken erkennbar sein, vielleicht trifft wirklich deine Variante zu und der übermittelt einfach ein falsche Signal.

Mit dem anderen Zündverteiler sieht man dann ja, ob sich die Lage verbessert.
Sonst bleibt fast nur noch das MSTG. Wobei die Einspritzung einwandfrei funktioniert und das Ventil am Anfang wie immer klickt.

Ich glaube mich jedoch daran zu erinnern, das bei der Mono-Motronic die Zündung ím MSTG mitgesteuert wurde. Das war ja der Große Vorsprung durch Technik im Gegensatz zur alten Mono-Jettronic.

Wenn ich Startpilot/Bremsenreiniger einspritze schießt er ebenfalls in den Ansaugtrakt zurück aber eben nur manchmal. Wegen Zündlichtblitzpistole muss ich nochmal einen Kollegen fragen, ob er mir seine ausleihen kann. Kerzen kamen vor 2000km neu und sind schön rehbraun, so wie sie eigentlich sein sollten.
Sie sind auch feucht, jedoch noch nicht zu nass.

Da der Motor mechanisch in Ordnung ist (Gute Kompressionswerte)
Die Einspritzung und die Benzinzufuhr funktioniert
Die Steuerzeiten zumindest Hardwaremäßig stimmen

Kommt für mich eigentlich nur die Zündung und evtl. das Steuergerät in Frage.

Ich werde auf jeden fall weiter berichten.

Wenn die Nockenwelle 180° zur KW verdreht ist , so sind dann die falschen Ventile offen und der Motor läuft nicht . Da nützen dann alle Markierungen nichts .

schau dir bitte die Bilder im ersten Post an

man sieht, dass die Nocken beim Zylinder 1 im OT beim zünden oben sind (Ventile geschlossen), wenn sie um 180° verdreht wären, so müssten die Ventile im Zylinder 1 auf Überschneidung und die im 4ten Zylinder zu sein. sind sie aber nicht.

Außerdem würde ja die Markierung auf dem Zahnrad der Nockenwelle nicht mehr stimmen.
Dann wäre ja der kleine Punkt und nicht die O|T Markierung oben.

Oder bin ich jetzt komplett auf dem Holzweg?

Wenn Zyl.1 auf OT steht , die Ventile geschlossen sind kann nur der Zündverteiler ( Aufnahme im Motor ) um 180° verdreht sein .
Also den Zahnriemen nochmal runter und die Aufnahme für den Zündverteiler 180° weiterdrehen .

Sollte so funktionieren .

Olli .

Fangt nicht schon wieder mit dem Mist an.
Wir hatten doch geklärt, dass alle Wellen und der ZV richtig stehen.

Hier mal ein Bild , ich hoffe B4 ABT 1994 stimmt .

A80-b4-1994

Das ist mal ein schönes Bild und gut erklärt :-)
Kann durchaus möglich sein das die Markierung am ZV nicht die ist die sie vorzugeben scheint und vielleicht der Läufer falsch steht um ggf 180°.

Hatte an meinem Damals auch ne Kerbe die hat nen Vorbesitzer selbst rein gemacht. Warum auch immer.. Habs zum glück mitbekommen und zeichne vor ausbau generell alles mit nem weißen Edding ind 10 nach 10 Stellung an :-) ich sag mir immer Sicher ist sicher :-)

Mensch schade wollt Fotos machen aber mein Bruder sein Auto is bisher nicht Griffbereit.. seine Dame fahrt damit durch die Weltgeschichte :-(

Jo sehr gute Bilder aus ELSA-Win. Hat mir auch zur Inspiration bei Zusammenbau gedient.
Leider entspricht die Kerbe der original von VW eingeschlagenen. Sie sieht auf meinem 2t Audi exakt gleich aus und entspricht auch der Reparaturleitfaden Abbildung.

Den Schmäh mit der irrelevanten OT Markierung und dem Punkt am Zahnrad der Nebenwelle kenn ich bereits.

Vielleicht hat ja wirklich mein Hallgeber einen weg wer weiß...
Ich werde nach dem Einbau vom Tauschverteiler einfach mal mit einer Blitzpistole rübergehen.
Dann sehe ich ja ob alles an seinem Platz ist und der Funke bei der 6°vOT Markierung an der Schwungscheibe überspringt.

UPDATE: Es lebt!

Nachdem ich einen gebrauchten Zündverteiler eingebaut und den ZZP grob eingestellt habe, ist er nach kurzem Orgeln zu Leben erwacht.

Und ich hatte schon fast an meinen handwerklichen Fähigkeiten gezweifelt, den Zahnriemen bei so einem Primitivmotor richtig zu montieren...

Da ich eigentlich immer neugierig bin und mich für das warum interessiere, habe ich den alten Zündverteiler genauer untersucht.

Beim zerlegen ist aufgefallen, dass die Rotorblende leicht verformt war und Teile vom Hallsensor weggehobelt hat. Im Verteiler lagen kleine Kunststoffspäne. Ich habe mit einer Zündblitzpistole nochmals testweise den alten Verteiler abgeblitzt und die Funken von der Zündspule kamen sporadisch und unreproduzierbar an der verschiedensten Stellen.

Das ist einmal ein recht komischer Defekt für einen Hallgeber. Aber der Schuldige ist gefunden und ausgemerzt.

Jetzt muss ich den ganzen Plunder wieder anbauen und die Zündung noch vernünftig einstellen.

Danke für alle nützlichen Hinweise und Grafiken.

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