A6 3.0 Motor vorwärmen f. Kurzstrecke?
Hallo Fachleute,
ich plane, mir demnächst einen A6 Avant 3,0 TDI (aktuelles Modell) zuzulegen.
Leider wird das Fahrzeug zu 80% auf Kurzstrecken bewegt werden (ca. 5 km), aber ich brauche für die restlichen Fahrten halt ein großes durchzugstarkes Fahrzeug und habe keine Lust, mir deswegen 2 Fahrzeuge zuzulegen.
Nun meine Frage:
hilft eine Motorvorwärmung (z.B. durch eine Standheizung) den schädlichen Kaltstart und besonders die üblen Kurzstrecken und die damit verbundenen Folgen einzudämmen?
Mein Werkstattmeister rät mir von diesem Kauf dringend ab. Er meinte, dass so ein großer Motor immer erst mind. 10 bis 15 km warmgefahren werden müsste, damit Langzeitschäden vermieden würden -> eine alternative Lösung hat er mir aber nicht aufzeigen können.
Das Fahrzeug wird auf jeden Fall immer in einer Garage abgestellt werden und Strom ist auch vorhanden. Oder ist meine Sorge evtl. sogar übertrieben oder bei den neuen Motorgenerationen gar unbegründet?
Danke schon mal für eure Antworten und schönen Gruß.
17 Antworten
Zitat:
Original geschrieben von oetsi
wacken: du kennst disch anscheinend jar net aus! Ein Bentiner wird imer früher warm, ausserdem ist die kurzstrecke für den Turbolader schädlich. Aber du weisst ja besser... minge fress
Ja sicher,du bist der Experte...
Es geht nicht ums Warmwerden sondern ums Öl und Benzin!!!
Das Kurzstrecke für einen Diesel ungünstiger ist, als für einen Benziner hört man doch schon am harten Verbrennungsgeräusch wenn er kalt ist. Wie schon gesagt kommt noch die höhere Wahrscheinlichkeit eines Turboladerschadens hinzu, weil dieser die meiste Zeit nicht in seinem vorgesehenen Betriebszustand arbeited. Gegen sauer werdendes Öl hilft immer ein Ölwechsel oder eine gelegentliche Langstrecke.
Die Wahl für sein Auto muß jeder selber treffen. Bei 80% Kurzstrecke würde ich persönlich nie einen Diesel nehmen
Du kannst ruhig den Diesel nehmen. Auch ein Benziner leidet beim Kaltstart. Der Benziner hat noch den Nachteil der Verdünnung des Öls durch Kraftstoff, das ist beim Diesel (abgesehen von Motoren mit DPF) kein Thema.
Der Verschleiß läßt sich nicht verhindern, ist jedoch nicht so dramatisch, wie hier teilweise behauptet wird. Ich nehme an, dass Du den Wagen mit Partikelfilter bestellen willst, daher ist es sinnvoll folgende Grundregeln zu beachten:
- gutes vollsynthetisches Motoröl verwenden
- Wartungsintervalle einhalten
- den Motor schonend, aber nicht übertrieben langsam warmfahren (oder wie Wacken es ausdrücken würde: einfach ganz normal fahren 😉)
- den warmen Motor ruhig mal "powern", aus folgenden Gründen:
Die höheren Drehzahlen sind nötig, damit sich die Ventile sicher drehen. Wenn diese immer in einer Position stehen bleiben, verschleißen sie einseitig und leben kürzer. Dazu kommt, dass bei niedriger Last und Drehzahl mehr Abgas rückgeführt wird. Das Führt zur Verschmutzung des Ansaugtraktes und läßt sich ebenfalls durch ordentlich Luftdurchsatz (ohne AGR) mildern.
Hinzu kommt noch die Regeneration des Partikelfilters. Die benötigt hohe Abgastemperaturen, die bei langsamer Fahrt nicht von "Natur" aus vorhanden sind. Zur Regeneration wird also Diesel Nacheingespritzt, um die Abgastemperatur zu erhöhen. Dieser spät eingespritzte Diesel wird zum größten Teil erst im Kat verbrannt, daher kann ein Teil ins Motoröl gelangen. Wird der Motor nur kalt und langsam gefahren, gelangen beträchtliche Mengen Kraftstoff in das Öl und erhöhen den Verschleiß. Besonders der Zylinderlaufbahn im Bereich von OT sieht man so ein Fahrweise deutlich an. Auch die Beladung des Partikelfilters wird auf diese Weise immer nur unvollständig verbrannt, was den Verbrauch erhöht. Im Brennraum hinterlassen die Nacheinspritzungen ihre Spuren in Form von Ölkohle.
- wenn der Motor mit hoher Last bewegt wurde, sollte man ihn nicht sofort abstellen, sondern mit mäßiger Last abkühlen lassen
Ansonsten kann man dem Motor nicht viel gutes tun. Es besteht noch die Möglichkeit alle paar Tankfüllungen einen viertel Liter Zweitaktöl in den Tank zu geben. Das sorgt für sauberere Verbrennung, säubert und schmiert das Einspritzsystem besser. Dabei muss beim DPF auf einen geringen Aschegehalt des Öls geachtet werden. Ausserdem weiß ich auch nicht, ob sich Audi in diesem Fall gegen Kulanz, etc. sperren würde, wenn sie festellen, dass 2T-Öl verwendet wurde. Der Tipp ist also mit Vorsicht zu geniessen.