"Smart Glasses" - eine neue Gefahr für die Verkehrssicherheit?
Hi,
die Kommunikationstechnologie schreitet in Riesenschritten voran und was heute "in" ist, kann morgen schon "mega-out" sein. Soeben bin ich über den folgenden Bericht einer neuen Innovation gestoßen, die zum Jahresende auf den Markt kommen soll:
http://www.n-tv.de/.../...-entwickelt-Smartglasses-article5617411.html
Ich kann mir durchaus vorstellen, daß es dann auch wieder Zeitgenossen geben wird, welche diese neue Technologie auch als Fahrer eines PKWs oder Motorrads nicht missen wollen.
Der Paragraph der StVO, welche das Verbot der Nutzung von Mobiltelefonen ohne Freisprecheinrichtung beim Fahren regelt, ist dann natürlich in der jetzigen Form obsolet.
Das Gefährliche an der neuen Technologie ist dann weniger das Telefonieren an sich (weil dies ja freihändig geschieht), sondern die Möglichkeit, sich visuelle Inhalte in die Brillengläser einspielen zu lassen (Internet, SMS, E-Mail etc.).
Wie beurteilt ihr hier die sicherheitsrelevanten Aspekte?
Meiner Meinung nach ist der Gesetzgeber hier gefordert, die gegenwärtigen Regelungen dringend anzupassen, bevor durch diese Technologie das Unfallaufkommen signifikant negativ beeinflußt wird.
Beste Antwort im Thema
Mir würd´s auf den Sack gehen.
Leben wir wirklich in einer Zeit, wo man wirklich nicht mal mehr die 1-2 Stunden im Auto ohne Handy und den ganzen Firlefanz auskommt?
Ich denke nicht, man glaubt es nur.
100 Antworten
Zitat:
Original geschrieben von Han_Omag F45
Da Autos heute ja schon "Schilder lesen", könnte ein roter Pfeil auf den "Gefahrenpunkt" in der Brille hilfreich sein. Nur damit sich niemand erschreckt, wenn das Auto bremst. Ein solches System kann durchaus hilfreich sein, wenn es gelingt, den "Unterhaltungswert" wirksam einzuschränken.
Ich glaube das ist des Pudels Kern der gesamten Consumer Elektronikindustrie heutzutage.
Ich hätte gerne Brems- und Schaltpunkte, sowie die Ideallinie hineinprojeziert. Und natürlich muss es Pflicht werden, dass die Autos untereinander kommunizieren, damit man auch in uneinsehbaren Kurven mit max. Kurvenspeed durchziehen kann, da Gegenverkehr ja angezeigt wird.
Ging doch ums zügiger Fahren oder? 😎
Zitat:
Original geschrieben von hoggae
Ein Aspekt, der mir da einfällt, ist das Blickfeld. Bereits jetzt fällt auf, dass Brillenträger ein geringeres Blickfeld haben, als "unbebrillte", bzw. die Einschränkung durch die Brille durch stärkere Kopfgewegungen ausgleichen müssen................
Wobei sich natürlich die Frage stellt, was tatsächlich die höhere Einschränkung ist: der Brillenträger, der mit optimal eingestellter Brille im Verkehr den unzähligen "Halbblinden" begegnet, die noch nicht gerafft haben, dass sie mit ihren 1 und mehr Dioptrien Fehlsichtigkeit ohne Brille (Eitelkeit? Unwissen?) viele Details gar nicht wahrnehmen.
Außerdem muss ich mit über 30 Jahren Fahrpraxis sowohl mit Brille als auch mit Kontaktlinsen korrigieren: Für mich gibt es hier keinerlei sicherheitsrelevante Unterschiede. Selbst wenn ein eventuelles geringeres Blickfeld mit Brille durch stärkere Kopfbewegungen ausgeglichen wird, so geschieht dieses unbewusst und automatisch.
Schlimmer sind die, die, egal ob mit oder ohne Brille, sich fast nicht bewegen und somit laufend Verkehrsgefährdungenverursachen. Ich sehe mindestens einmal am Tag auf der Autobahn, dass Fahrer auf der rechten Spur den Blinker setzen und im selben Moment auf die linke Spur wechseln, obwohl dort gerade ein Fahrzeug mit wesentlich höherer Geschwindigkeit schon fast auf deren Höhe ist.
Fakt ist: Jegliche Ablenkung ist verkehrsgefährdend und zwar unabhängig von der technischen Ausstattung. Ich kann wohl über Headset über belangloses plauschen, wenn ich aber geschäftliche Details besprechen würde stelle ich nach dem Gespräch folgendes fest: Entweder ist ein Teil der Gesprächsdetails verloren oder ich befinde mich auf einem Streckenabschnitt, von dem ich nicht weiss, wie ich dahin gekommen bin.
Daher nehme ich Telefonate nicht mehr an und melde mich zurück, sobald ich einen Parkplatz anfahren kann. Dadurch ist mir bislang noch kein geschäftlicher Schaden entstanden aber dies hat bestimmt gefährliche Verkehrssituationen verhindert.
Zitat:
Original geschrieben von Lewellyn
Ich hätte gerne Brems- und Schaltpunkte, sowie die Ideallinie hineinprojeziert. Und natürlich muss es Pflicht werden, dass die Autos untereinander kommunizieren, damit man auch in uneinsehbaren Kurven mit max. Kurvenspeed durchziehen kann, da Gegenverkehr ja angezeigt wird.
Genau! Und deine letze beste fahrt auf diese strecke wird als virtuelles auto vor dich gesetzt! :P
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Wenn man seinen Blick auf das Bild in der Brille, wie auf ein Staubkorn auf dem Brillenglas fixiert, blendet man die Umgebung aus.
Den selben Effekt kann man in wenigen Wochen, wenn die Fliegen wieder fliegen und als Leiche auf der Frontscheibe enden, risikoloser reproduzieren. Indem man im stehenden Fahrzeug, seinen Blick kurzzeitig, auf die Leiche an der Scheibe fixiert..
Solche Erfindungen wie diese und Projektoren oder Headup-Displays oder ähnliches haben nichts im öffentlichen Verkehrsraum verloren, die Vorraus- und Fernsicht des Fahrers wird abgeschaltet.
Zitat:
Original geschrieben von Hartgummifelge
Wenn man seinen Blick auf das Bild in der Brille, wie auf ein Staubkorn auf dem Brillenglas fixiert, blendet man die Umgebung aus.
Den selben Effekt kann man in wenigen Wochen, wenn die Fliegen wieder fliegen und als Leiche auf der Frontscheibe enden, risikoloser reproduzieren.
Das kann man mit einigen optischen Tricks mittlerweile ganz gut umgehen - so muss nicht (weit) umfokussiert werden. Ob die Technik allerdings serienreif ist und in diesen Brillen kommt, weiß ich nicht.
(EDIT: ich denke aber schon - ein Bild direkt auf dem Glas der Brille kann man gar nicht scharf sehen, weil viel zu nah)
Ansonsten sehe ich eher das Positive und glaube an das Gute im Menschen. Wir haben heute schon genug Technik, die potenziell ablenkt, und trotzdem klappt's bei weit über 99% der Leute mit dem Nachdenken und einfach Auslassen 😉
Herrgott, ich habe auch ein Smartphone, das ich als Fernsehersatz an die Winschutzscheibe pinnen könnte oder auf dem ich bei Tempo 180 'ne Runde Angry Birds spielen könnte - mach' ich aber nicht. Stattdessen läuft auf dem Handy maximal mal eine Navigationssoftware... oder nachts die HUD-App, die mir die Geschwindigkeit in die Windschutzscheibe spiegelt, weshalb ich nicht mehr umfokussieren muss 🙂
Ok stop: Filme gucke ich hin und wieder schon mal... nämlich wenn ich mal wieder im Stau stehe. Und sobald's wieder schneller als Schrittgeschwindigkeit vorwärts geht, gucke ich auf die Straße und drücke den Film aus. Ganz ohne Zwang oder irgendeine technische "ab-10kmh-wird-abgeschaltet"-Lösung.
Genauso würde ich es auch mit der Brille handhaben... und die berühmten 99% vermutlich auch.
Gruß
Ralle
Ich bin der Meinung bei einem Navi oder Handy muss ich nicht immer hinsehen, ich kann den Blick abwenden. Bei so einer Brille gelingt mir das nicht mehr, ich werden immer mit neuen Informationen tracktiert. Das lenkt meine Aufmerksamkeit automatisch auf diese Informationen und nicht mehr auf das Geschehen auf der Straße. Solange es Informationen sind, die das Fahren an für sich betreffen (Geschwindigkeitsbegrenzungen, Abstandswarnungen, etc.) hätte ich da kein Problem mit, aber für eingeblendete Börsennews wäre mir mein Leben und das Anderer einfach zu schade!
Und da es immer wieder und vielleicht auch immer mehr Unbelehrbare gibt, die nur den Spass an der Sache sehen und die Gefahr ignorieren, müssen leider wieder Gesetze her, um solche Dinge einzugrenzen.
Der gesunde Menschenverstand steht leider auf der roten Liste der bedrohten Arten!
Gruß
Karsten
Zitat:
Original geschrieben von Hartgummifelge
...
Solche Erfindungen wie diese und Projektoren oder Headup-Displays oder ähnliches haben nichts im öffentlichen Verkehrsraum verloren, die Vorraus- und Fernsicht des Fahrers wird abgeschaltet.
Du hast anscheinend nicht den Hauch einer Ahnung wohin das Bild eines HUD hin projiziert wird.
Deiner Theorie zufolge müssten gut ein Drittel der 5er im Graben gelandet sein, da hier das HUD sehr häufig an Bord ist. Ich glaube aber nicht, dass dem so ist.
Zitat:
Original geschrieben von saabi9-3
Du hast anscheinend nicht den Hauch einer Ahnung wohin das Bild eines HUD hin projiziert wird.Zitat:
Original geschrieben von Hartgummifelge
...
Solche Erfindungen wie diese und Projektoren oder Headup-Displays oder ähnliches haben nichts im öffentlichen Verkehrsraum verloren, die Vorraus- und Fernsicht des Fahrers wird abgeschaltet.
Deiner Theorie zufolge müssten gut ein Drittel der 5er im Graben gelandet sein, da hier das HUD sehr häufig an Bord ist. Ich glaube aber nicht, dass dem so ist.
er Scheint auch zu übersehen das es wohl gefährlicher ist wenn man auf den Analogen Tacho schauen muss, und deutlich länger abgelenkt ist.
Man kann auch eine Transparenz dazwischenbringen, so dass die Informationen "durchsichtig" sind.
Oder man kann sie optisch auf gleicher Distanz zur Ferne bringen, so dass die Fokussierung "auf die Fliege an der Scheibe" nicht so groß ist.
Ich kenne auch noch die gute Wählscheibe und auch ich habe ein Smartphone. Ich mache viele Dinge damit, die nützlich sind. Es ist ja nicht bloß zum Spielen da.
Nur weil das 15jährige machen, mache ich das noch lange nicht.
Und alleine aufgrund einer Panne im Niemandsland hat mir so ein blödes Internet-Telefon sehr den Hintern gerettet.
Also für mich hat sichs gelohnt 🙂 und ich bin ewig mit Barrenhandy ala C25 rumgelaufen. Ging auch.
Aber so ein Telefon ist eben bequem. Übers WLAN auf dem Sofa schnell was suchen, keinen Rechner anschmeißen müssen, geht sehr schnell... und telefonieren tue ich viel ... hach, so viele Sachen kann man damit machen 😉
cheerio
Ich freue mich schon auf das ding, vor allem auf HUD-funktionen beim Autofahren, wird bestimmt nett 🙂
Was heute schon im Handel erhältlich ist lässt einen staunen!
Augmented Driving
Das ist doch nur eine andere Art von "Head Up Display". Solange die Information auf Verkehrsinformationen beschränkt bleibt, und keine Filme vor dem Auge abgespielt werden und der Sichtbereich für das Verkrhsgeschehen frei bleibt - what shalls?
Schließlich stürzen Jagdpiloten und Hubschraubersteuermänner auch nicht ständig gegen was oder stürzen ab. und die haben so was schon seit jahrzehnten im Visier eingebaut...
Zitat:
Original geschrieben von tekkie330
Das ist doch nur eine andere Art von "Head Up Display". Solange die Information auf Verkehrsinformationen beschränkt bleibt, und keine Filme vor dem Auge abgespielt werden und der Sichtbereich für das Verkrhsgeschehen frei bleibt - what shalls?
Ich habe den entscheidenden Abschnitt mal fett markiert. Solange sich die Nutzung auf diesen Aspekt beschränkt und dieser Punkt hinsichtlich der Informationsaufbereitung und -darbietung auch noch entsprechend optimiert wird, sehe ich in der Nutzung durch Kraftfahrzeugführer auch keine zusätzliche Gefährdung.
Problematisch ist nur, was da noch an sonstigen Zusatzfeatures eingesetzt werden könnte und annähernd nicht das Fahren betrifft.