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02.01.2022 10:35    |    notting    |    Kommentare (73)    |   Stichworte: Solarpflicht

Was würdet ihr in diesem Zusammenhang anders machen? (Mehrfach-Auswahl)

Logo Solaranlagen-Pflicht jetzt auch in ganz Baden-WürttembergLogo Solaranlagen-Pflicht jetzt auch in ganz Baden-Württemberg

Hallo!

 

Seit 1.1.2022 gilt in ganz Baden-Württemberg eine Solaranlagen-Pflicht (bezogen auf die Einreichung des Bauantrags). Für neue Wohngebäude erst ab dem 1.5.2022 (auch Einreichung Bauantrag) und bei grundlegenden Dachsanierungen ab 1.1.2023. Es ist nicht die erste Gegend in Deutschland mit einer Solaranlagen-Pflicht und wird sicher auch nicht die letzte sein, die so ein Gesetz bekommt.

Solaranlagen und E-Auto werden oft sozusagen als „Dream-Team“ bezeichnet. Leider läuft in diesem Zusammenhang IMHO gerade einiges schief. Schauen wir und das mal an.

 

Mein Artikel beschränkt sich im Wesentlichen auf Wohngebäude mit wenigen Parkplätzen. Zudem basiert er auf den Infos, die ich im Internet zu dem Thema gefunden habe. Korrektur-Vorschläge und Ergänzungen bitte in die Kommentare.

 

Situation vor der Solaranlagen-Pflicht

Wie war 2021 die Situation, wenn man eine neue Solaranlage auf einem Dach in Baden-Württemberg installieren wollte? Einen Teil davon hatte ich schon in einem früheren Artikel angesprochen (https://www.motor-talk.de/.../...nd-co-wie-geht-s-weiter-t7136513.html).

- Kein billiger Spaß. Insb. wenn Akkuspeicher dazukommen, wenn man tagsüber kaum Strom braucht, weil man z. B. mit dem Auto auf die Arbeit fahren muss um sich das alles leisten zu können. Generell muss die Solaranlage richtig dimensioniert sein, damit es unterm Strich möglichst günstig ist. Größere Änderungen der Situation der Nutzer können den Stromverbrauch massiv verändern. Beides erhöht unterm Strich die Kosten, da größere Solaranlage tendenziell pro kWp billiger ist (in absoluten Preisen ist eine größere Anlage natürlich teurer), aber eben auch ggf. mehr Strom erzeugt, den man selbst nicht sinnvoll selbst nutzen oder sinnvoll verkaufen kann. Als Beispiele möchte ich nennen z. B. Verbrenner- vs. E-Auto, Arbeitslosigkeit und Home-Office vs. mal längere bzw. vs. kürzere Pendlerstrecken und Veränderungen bei der Anzahl der Bewohnte bzw. Pendler im Haus (z. B. Scheidung, Kinder bekommen ihre ersten Fahrzeuge oder stellen auch von Verbrenner auf E-Fahreug um bzw. die Pendelsituation ändert sich, Kinder (oder gar ein ganzer Haushalt) ziehen aus, uvm.).

- Lächerlich niedrige bundesweit einheitliche Einspeisevergütung, die nur einen Bruchteil der Gestehungskosten deckt und viel bürokratischen Aufwand verursacht (für den Strom, den man nicht sinnvoll selbst nutzen kann). Dazu ggf. noch den bürokratischen Aufwand für den Eigenverbrauch (wenn man z. B. doch Mieter hat, die am Mieterstrom teilnehmen).

- Den eigenen Solarstrom vom Dach für den Allgemeinstrom zu nutzen um ihn dann auf die Mieter umzulegen, ist kompliziert.

- Selbst wenn man Mieter hat, darf man diese nicht dazu verpflichten am Mieterstrom-Modell teilzunehmen (dabei fällt eine Umlage weg, wodurch’s billiger wird). Auch nicht unter gewissen Rahmenbedingungen die Abzocke der Mieter durch den Vermieter vermeiden. Dadurch muss ggf. jedes Mal der Elektriker kommen, wenn der (ggf. Nachfolge-)Mieter es gerne (nicht) teilnehmen möchte. Dagegen z. B. einen Aufzug kann man problemlos umlegen, auch auf diejenigen die ihn nicht brauchen, weil sie z. B. im Erdgeschoss wohnen und somit nicht mal ihre Besucher ihn benutzen werden. Es gibt schon länger Forderungen, in diesem Punkt Gesetze zu ändern, siehe z. B. https://www.faz.net/.../...bnahmepflicht-fuer-solarstrom-17678910.html

- Für Wohneigentümergemeinschaften ist es sehr kompliziert, gemeinsam eine Solaranlage zu betreiben und die Vergünstigungen analog zu Eigenheim-Bewohnern mit eigener Solaranlage zu bekommen. Über Dienstleister geht das schon eher, aber die lassen sich logischerweise ihre Dienste auch bezahlen, sodass die Ersparnis eher gering ausfallen dürfte.

- Keine Landes-Förderung, außer seit 1.12.2021 1000EUR wenn ein BEV angeschafft wird und eine Solaranlage mindestens geplant ist. Aber nur bis 160kW Motorleistung des BEV. Spitzen oder Dauerleistung? Ggf. würde viele BEV mit höherer Reichweite rausfallen. Ggf. noch 500EUR dazu wenn eine Wallbox dazukommt.

- Manche insb. Großstädte fördern ein bisschen auf kommunaler Ebene.

- Bisschen KfW-Förderung durch angeblich günstigeren Kredit.

 

Situation seit der Solaranlagen-Pflicht

Was hat sich durch die Solaranlagen-Pflicht an o.g. Punkten geändert? Kurz: Nichts, außer dass eben eine Solaranlage auf immer mehr Gebäuden Pflicht wird bzw. dass man ggf. div. Kosten zahlen muss um zu beweisen, dass eine Solaranlage im jeweiligen Fall für denjenigen der es bezahlen soll keinen Sinn macht. Wobei man in einigen Fällen doch gezwungen ist eine Solaranlage installieren zu lassen, die unterm Strich finanziell sehr nachteilig sein wird.

 

An sich definiert ist die Solaranlagen-Pflicht im Klimaschutzgesetz (https://www.landtag-bw.de/.../17_0943_D.pdf). Allerdings so extrem wischiwaschi, dass man noch eine Verordnung brauchte, die Photovoltaik-Pflicht-Verordnung (PVPf-VO, https://um.baden-wuerttemberg.de/.../...-Wuerttemberg-barrierefrei.pdf).

 

Wann wird man in der Praxis betroffen sein?

Wie gesagt vor allem, wenn man ab dem 1.5.2022 einen Bauantrag für ein neues Wohngebäude einreicht und ab 1.1.2023 das Dach grundlegend saniert. Vermute hier wird vor allem das ersetzen aller Dachziegeln gemeint sein, was auch nach einem Sturmschaden sinnvoll sind kann.

Bei Dachisolierungen bin ich mir nicht sicher. Seit dem 1.2.2002 (seit fast 20 Jahren, also kein Tippfehler) gilt: Bei einem Hauskauf bzw. wenn man es erbt, muss man innerhalb von 2 Jahren gewisse Dinge tun, die der Energieeffizienz dienen. Ein Teil davon ist, dass die oberste Geschossdecke bzw. das eben das Dach gedämmt sein muss. Falls das auch als grundlegende Dachsanierung zählen würde, käme gleichzeitig zu den Kosten die Solaranlage dazu. Aua, da käme was zusammen.

 

Gibt’s denn keine Ausnahmen?

Allerdings gibt’s gewisse Grundvoraussetzungen - bzw. umgekehrt ausgedrückt Ausnahmen, wann generell keine Solaranlage Pflicht ist. Diese werde ich etwas vereinfacht wiedergeben.

Eine wichtige Grundvoraussetzung um tatsächlich eine Solaranlage installieren zu müssen ist, dass es in einer geeigneten Richtung mind. 20m² zusammenhängende Fläche gibt, die auch ausreichend gut beschienen wird. So wie ich es verstehe, muss man also z. B. keine Dachfenster oder Leitern/Stufen auf dem Dach die zum Kamin führen zubauen. Auch die Höhenunterschiede durch Dachgauben „zerschneiden“ offenbar so eine Fläche. Möglicherweise kann man hier auch etwas „optimieren“, wenn man keine Solaranlage will und die Baumaßnahme derartige Änderungen ohne größere Kosten zulässt.

Zudem sind Gebäude mit einer Nutzfläche von weniger als 50m² ausgenommen. Denke hier werden sich u.a. Besitzer von Tiny-Houses, kleinerer Carports und Gartenhäusern freuen. Wobei letztere z. T. über keinen Stromanschluss auf dem Grundstück verfügen, was ebenfalls eine Ausnahme ist.

Von diesen Flächen müssen bei Einzeldachflächen (und bei Stellplatzflächen) mind. 60% genutzt werden und bei Teildachflächen mind. 75%. Vermutlich gehören hier auch unter „nicht genutzt“ Abstände zwischen Solarmodulen.

Immerhin kann man sich durch solarthermische Anlagen genutzte Flächen anrechnen lassen.

 

Einerseits finde ich gut, dass so sehr kleine und aufwändige zusammengestückelte Anlagen verhindert werden. Zudem sind kleine Anlagen pro kWp also im Verhältnis zu dem was sie bei optimaler Sonneneinstrahlung und Nutzung bringen teurer als größere. Wobei größere Anlagen natürlich trotzdem in absoluten Kosten teurer sind als kleinere.

Andererseits: Laut meinen Infos von https://stromrechner.ibc-solar.de/ bekommt man mit heutiger Technik auf 5x4m also 20m² Fläche bestenfalls 3kWp unter. Wieviel „Verschnitt“ zwischen den Modulen dabei ist bzw. wieviel Rand man außen um die Solarmodule herum zu dieser 20m²-Fläche erlauben kann sodass man evtl. auch 1-2 Module weniger nehmen könnte, weiß ich nicht.

Bei einem auf https://www.finanztip.de/photovoltaik/pv-anlage-kaufen/ beschriebenen Test kamen im März 2021 bei ungefähr dieser Anlagengröße kWp-Preise von ca. 1500 bis ca. 2400EUR inkl. Planung heraus. Die meisten Angebote wurden als unwirtschaftlich eingestuft, offenbar obwohl nicht von den ungünstigsten Nutzungsprofilen ausgegangen wurde. Seit dem haben sich allerdings wiederum massiv die Strompreise erhöht. Höhere Strompreise und vor allem eine Solaranlagen-Pflicht dürften aber wiederum die Anlagen tendenziell teurer machen.

 

Was würde mir die kleinste verpflichtende Solaranlage bringen?

Laut der selben Webseite sollten aus einer 3kWp-Anlage unter optimaleren Bedingungen (Süddeutschland, 30° Dachneigung, Südausrichtung) üblicherweise ca. 3,8MWh/Jahr herauskommen. Bei ungünstigeren Umständen bleiben die Kosten gleich, aber der Ertrag ist geringer. Wird immer wieder Momente geben, wo die Sonne scheint und man mehr Strom verbraucht als die eigene Solaranlage gerade liefert.

Gerade wenn man z. B. an ein Einfamilienhaus denkt, was von zwei oder gar nur einer Person bewohnt wird, deren Auto(s) tagsüber meist auf der Arbeit steht, dürfte diese Solaranlage deutlich überdimensioniert sein. Aus dem gerade überflüssigen Strom Wärme zu machen und diese z. B. für die Nacht zu speichern macht meist nur Sinn, wenn das Haus gut isoliert ist. Das ist aber bei Altbauten trotz der o.g. Pflicht mit der Isolierung der obersten Geschossdecke/Dachs nicht zwangsläufig gegeben und würde somit weitere hohe Kosten verursachen. Die Einspeisevergütung ist zu niedrig als dass sich die Bürokratie lohnen würde. Verkauf als Mieterstrom ist in der Praxis auch nicht so einfach (insb. in einem Einfamilienhaus ohne Einliegerwohnung oder so). Dazu kommt auch ein ebenfalls hoher Bürokratieaufwand.

 

Es gibt aber durchaus Ausnahmen bei zu geringer Wirtschaftlichkeit bzw. zu hoher Kosten

Habe gerade die nicht so optimalen Bedingungen für eine Solaranlage angesprochen. Das Gesetz sagt u.a.:

Zitat:

Teildachflächen gelten als nur geringfügig verschattet, wenn die Jahressumme der auf sie fallenden solaren Einstrahlungsmenge mindestens 75 Prozent im Vergleich zu der Einstrahlungsmenge einer unverschatteten Fläche mit einer Neigung von 35 Grad in Richtung Süden beträgt.

Oje, klingt nach hohem Aufwand das herauszufinden, also teuer, selbst wenn dabei herauskommt, dass man gar keine Solaranlage installieren muss. Immerhin gibt es für Baden-Württemberg eine Karte, die in groben Kategorien offenbar nur aufgrund von Gebäudehöhen/-abständen und Sonneneinstrahlung, aber ohne z. B. Bäume zu berücksichtigen grob anzeigt, welche Dachflächen mehr oder weniger gut für eine Solaranlage geeignet sind: https://...ubw.baden-wuerttemberg.de/.../index.xhtml?...

Einige andere Bundesländer bieten übrigens ähnl. Karten.

 

Zudem gibt’s noch die übliche schwammige Härtefall-Klausel. Allerdings wurden folgende konkreten Grenzen definiert: Die Zusatzkosten durch die Solaranlage auf einer Dachfläche mit allem drum und dran wie Planung usw. dürfen max. 20% der Baukosten ohne Solaranlage betragen, bei Stellplatzflächen 30%.

Habe im Internet an verschiedenen Stelle die sehr allgemein gehaltene Info gefunden, dass eine Dacheindeckung ohne Dämmung ca. 80-130EUR/m² kostet. Möglicherweise ist das ohne evtl. nötiges Gerüst etc. gemeint. Nehmen wir an, wir haben ein aus Sicht der PVPf-VO optimales Dach mit den kleinsten Abmessung wo diese Verordnung greift. D.h. die eine exakt in Südausrichtung stehende unverschattete Satteldachhälfte hat 20m² im bestmöglichen Dachwinkel ohne Schornstein, Dachfenster & Co. D.h. eine Sanierung der 2*20 = 40m² Dachfläche würden 3200...5200EUR kosten (evtl. noch mehr, da irgendwo z. B. Dachfenster „im Weg“ sein werden die die Sache geringfügig verteuern und ggf. inkl. Gerüst). Die Kosten sind deutlich höher, wenn es zudem ohnehin sinnvoll ist, das Dach zu dämmen. Zudem könnte eine neue Dachentwässerung oder gar ein neuer Dachstuhl nötig sein. Wobei der neue Dachstuhl optimalerweise nur wegen dem Mehrgewicht durch die Solaranlage nötig wird, sodass man das den Solaranlagenkosten zuschlagen kann.

Auf Basis der weiter o.g. Angaben würde eine Solaranlage hier 4500...7200EUR kosten - ohne neuen Dachstuhl.

Und je mehr im Sinne der PVPf-VO nicht nutzbare Fläche auf einem Dach gibt, desto teurer wird die eigentliche Sanierung im Verhältnis zur Solaranlage.

Allerdings sind größere Solaranlagen (z. B. wenn man mehr Dachfläche nutzen muss weil größeres Dach) pro kWp etwas billiger.

 

Fazit

Wenn meine Berechnungen stimmen, haben Altbau-Besitzer durch die Solaranlagen-Pflicht in Baden-Württemberg außer den Kosten um zu beweisen dass es unzumutbar wäre nicht viel zu befürchten, weil es eben in den meisten Fällen unzumutbar sein dürfte :rolleyes:

Bei Wohn-Neubauten kann es insb. bei niedrigeren Häusern bzw. mit großer Grundfläche oder Eigentumswohnungen und zu vermietenden Wohneinheiten schon eher passieren, dass die Pflicht greift obwohl man mit dem Strom nicht ganz soviel sinnvolles anfangen kann. Wobei man evtl. bei der „Zerstückelung“ des Dachs etwas „optimieren“ kann um die Pflicht zu umgehen.

Bei Überdachungen über mind. 4 Stellplätzen könnte es schwieriger werden, da man an dem Punkt ankommen wird, wo man die Verschattung usw. beweisen muss. Vielleicht kann man aber auch stattdessen viele nicht zu große Überdachungen bauen, was allerdings auch wieder Mehrkosten verursachen könnte.

Kenne übrigens auch einige Carports, die für 3 Autos ausgelegt sind (pro Wohneinheit eines) und die Leute auf jeden Fall problemlos ihre beiden Autos pro Wohneinheit hintereinander hingestellt bekommen. Ist nur etwas mehr Arbeit, wenn man an das selbst zugeparkte Auto will oder man keine Stolperfalle beim gleichzeitigen Laden beider Autos schaffen will.

 

Sinnvoller wäre es aber gewesen, die Einspeisevergütung wieder mind. auf ein sehr sicher kostendeckendes Niveau anzuheben. Dann bräuchte man sehr wahrscheinlich auch keine Solaranlagen-Pflicht. Bzw. die Länder/Gemeinden/usw. die eine Solaranlagen-Pflicht einführen, sollten möglichst unbürokratisch dafür sorgen, dass diejenigen die deswegen eine Solaranlage installieren lassen müssen den Strom den sie nicht direkt selbst nutzen können kostendeckend einspeisen können oder einen Großteil der Solaranlage bezahlt bekommen.

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02.01.2022 11:02    |    Dr. Shiwago

Für Neubauten halte ich eine Solaranlagen-Pflicht grundsätzlich für sinnvoll. Allerdings müssen dafür bürokratische Hürden abgebaut werden. Es muss auch die Möglichkeiten geben, sich vom Stromversorger autark zu machen oder überschüssigen Strom an die Nachbarn verkaufen zu können. Das würde bei vielen Bauherren die Akzeptanz fördern. Auch sollten Solarsysteme möglich werden, die eine herkömmliche Dacheindeckung ersetzen.


02.01.2022 11:05    |    miko-edv

Moin,

 

wenn du jetzt für jede unscharfe Formulierung in der Analyse dieses schwammigen Regelwerks einen Zuschuß bekommen könntest, würde deine Anlage "für lau" am Dach hängen ;)

 

Wie kann man nur einen Gesetzentwurf vorlegen, der soviele Ungenauigkeiten beinhaltet - und warum wird so etwas dann in Kraft gesetzt?


02.01.2022 11:19    |    Dr. Shiwago

Diese Ungenauigkeiten in den Gesetzen sind heute leider die Regel. Siehe Dieselskandal, Corona, Windkraftanlagen, Steuerrecht....


02.01.2022 11:40    |    Dynamix

Jepp, will ja keine Regierung auf sowas festgenagelt werden. Dann lieber alles wischi waschi und die Gerichte sollen sich dann schon um die "richtige" Interpretation des Gesetzes kümmern.

 

Mal angenommen man hätte ins Gesetz geschrieben das jedes Haus, egal ob alt oder neu, verpflichtend eine Solaranlage auf dem Dach haben muss, was meint Ihr was da für ein Aufschrei durchs Land geht wenn plötzlich jeder einen 5-stelligen Betrag in sein Haus pumpen muss. Vor allem weil wir ja schon genug Leute die von Ihrem Gehalt schon nicht leben können und von Ihrem Gehalt nicht in der Lage sind eine Altersvorsorge aufzubauen. Wo soll da die Kohle für eine komplette Dachsanierung mit Solaranlage, Energiespeicher, Wall Box und so weiter kommen? Santander regelt?!


02.01.2022 14:33    |    notting

Zitat:

@Dr. Shiwago schrieb am 2. Januar 2022 um 11:02:42 Uhr:

Für Neubauten halte ich eine Solaranlagen-Pflicht grundsätzlich für sinnvoll. Allerdings müssen dafür bürokratische Hürden abgebaut werden. Es muss auch die Möglichkeiten geben, sich vom Stromversorger autark zu machen oder überschüssigen Strom an die Nachbarn verkaufen zu können.

Falls du hier mit "Nachbarn" "Bewohner von benachbarten Gebäuden" (also nicht im selben Gebäude) meint: So wie ich verstanden habe geht das zumindest theoretisch, Stichwort Mieterstrom (im selben Gebäude geht's auf jeden Fall). Ob eine Mieterstrom-konforme Verkabelung zwischen zwei Häusern mit jew. eigenem HAK zu sinnvollen Konditionen möglich ist, ist eine andere Frage. Aber du musst auch erstmal Nachbar haben, die mit dem Strom was anfangen können.

 

Zitat:

Das würde bei vielen Bauherren die Akzeptanz fördern. Auch sollten Solarsysteme möglich werden, die eine herkömmliche Dacheindeckung ersetzen.

Dachte das gibt's schon, wird aber steuerlich anders behandelt und ist suboptimal hinsichtlich Kühlung und damit geringere Effizienz?

 

notting


02.01.2022 14:34    |    notting

Zitat:

@Dr. Shiwago schrieb am 2. Januar 2022 um 11:19:10 Uhr:

Diese Ungenauigkeiten in den Gesetzen sind heute leider die Regel. Siehe Dieselskandal, Corona, Windkraftanlagen, Steuerrecht....

Traurig, aber wahr.

 

notting


02.01.2022 21:51    |    joseee

Zitat:

@Dynamix schrieb am 2. Januar 2022 um 11:40:15 Uhr:

Jepp, will ja keine Regierung auf sowas festgenagelt werden. Dann lieber alles wischi waschi und die Gerichte sollen sich dann schon um die "richtige" Interpretation des Gesetzes kümmern.

 

Mal angenommen man hätte ins Gesetz geschrieben das jedes Haus, egal ob alt oder neu, verpflichtend eine Solaranlage auf dem Dach haben muss, was meint Ihr was da für ein Aufschrei durchs Land geht wenn plötzlich jeder einen 5-stelligen Betrag in sein Haus pumpen muss. Vor allem weil wir ja schon genug Leute die von Ihrem Gehalt schon nicht leben können und von Ihrem Gehalt nicht in der Lage sind eine Altersvorsorge aufzubauen. Wo soll da die Kohle für eine komplette Dachsanierung mit Solaranlage, Energiespeicher, Wall Box und so weiter kommen? Santander regelt?!

Exakt das ist das Problem!! Und dem Klima bringt's nicht die Bohne. Indien, China, Südamerika und auch Nord-Amerika machen weiter wie gehabt. Der Anteil des CO2 Ausstoßes Deutschlands beträgt gerade mal 2%!! Selbst wenn wir uns wirtschaftlich bis 2030 vernichten ändert das am Klima rein gar nichts. Schon gar nicht wenn wir auf Kernkraft verzichten. Chinas freut's. Dort werden neue, billige, gigantische Kohlekraftwerke gebaut. (Kernkraft ist denen im Moment einfach zu teuer ;-)) Die Produktion wird somit dort immer interessanter. Bei uns werden die Schmelzen (nicht nur) und Arbeitsplätze abgebaut. Armes Deutschland. (im wahrsten Sinne des Wortes)


03.01.2022 11:22    |    MotorManiac2020

Damit wird Wohnen/Mieten noch teurer; eine Mindestvergütung würde von der Allgemeinheit bezahlt werden und wäre eine weitere Umverteilung von unten nach oben.

 

In Anbetracht der Wohnungsnot wäre es eher geboten, die Auflagen beim Bau allgemein zu senken, auch Grund- und Grunderwerbsteuern.


03.01.2022 15:50    |    ElektroBenzin

Grunderwerbssteuer find ich auch heftig. Das da mit so grossen Gewinnen mitgemacht werden darf.

Auch hohe Makler kosten ohne richtige Rechtsansprüche, Absurt.

 

Für ein Ein-oder-Zwei-Familienhaus dann noch Solarpflicht und Bürokratische Hürden ???

 

Das Mass ist doch schon lange überschritten.

 

Die Zuschüsse werden für den kleinnen Mann alle von den Hochpreisigen Installationsfirmen und derren Hochpreisiger Wahre aufgefressen.

 

Mal wieder eine Pflicht ohne auf die Gleichberrechtigung zu schauen .

 

Viele Idealisten kaufen sich die Bauteile selber zusammen, bekommen nix, auser noch Steine in den Weg gelegt.

 

Schönen Dank !

 

Es sollte ersteinmal die Pflicht für eine Norm bei Pkw´s, zur wechselseitigen Einspeise-Strom-Messung geben.

So, dass man wie bei Handy-Netzen frei Anbietertariefe wählen kann.

Dann würde automatisch ein besserre nutzbarkeit von Pkw-Akkus und Solarstrom entstehen.

 

Zudem muss doch jeder für seine Solar-Bauteilrechnung Zuschüsse bekommen können, damit es nicht wieder mehr

um die Markwirtschaft als um die Ökologie geht.


03.01.2022 15:58    |    MotorManiac2020

PS:

 

Wer eine Solaranlage betreibt darf sich dann auch noch mit Elster rumärgern oder kann gleich zum Steuerberater.


03.01.2022 16:01    |    ElektroBenzin

Ja solche Sachen auch noch.

Wo bleibt da eine schnelle frei Fahrt für die Umwelt


03.01.2022 16:27    |    notting

Zitat:

@MotorManiac2020 schrieb am 3. Januar 2022 um 15:58:08 Uhr:

PS:

 

Wer eine Solaranlage betreibt darf sich dann auch noch mit Elster rumärgern oder kann gleich zum Steuerberater.

Du meinst nicht das, was schon entschärft wurde? https://www.finanztip.de/photovoltaik/pv-steuer/

Zitat:

Hat Deine PV-Anlage nur maximal 10 Kilowatt Leistung, kannst Du Dir seit Juni 2021 aussuchen, ob Du Einkommensteuer auf Deinen Gewinn zahlst.

notting


03.01.2022 19:22    |    ElektroBenzin

Ja, solche Sachen muss mann dan vorher auch noch auf dem Schirm haben.

 

...und wenn man im Bezirk von eines Finanzamts fellt, welches einem vorsorglich erstmal zur kasse bittet.

 

Ja Bitte, ...wer hat da Bock drauf wenn soetwas nicht gleich von den Politischen Ministerien geklärt ist.

 

Mann kann in den meisten Fällen davon ausgehen:

Wenn einem etwas in Aussicht gestellt wird, das es dann in den selltesten Fällen für einen richtig gild und nicht wieder an anderrer Stelle das doppelte abgezogen oder die Freiheit geknäbelt wird.

 

In den meisten Fällen sind das alles Programm welch mehr Geld für Beamten-Arbeitsplätze schaffen.

Steuergelder für wichtiges verbrauchen und wenig für die ausgewiesenne Sache dabei rum kommt.

 

Wir haben eh zu wenig Producktive arbeitende Steuerzahler die solche Beamtenarbeitsplätze als Last nicht auch noch stämmen können.

 

Jemand der ein Haus zum Leben braucht und dafür auch noch Arbeitet (ewt. erst nach 9 Stunden wider zu hause ist ohne Einkauf und Famielienangelegenheiten), der soll dann noch Solarstrom-Buchhaltungsstunden drann hänngen mit kosten für den Steuerberater um das Richtig zu machen ???

 

Ganz Lolles Neubau-und-Umwelltförderrungs-Aushängeschild


03.01.2022 20:16    |    ElektroBenzin

Ich will ja nicht nur Mosern, sonder auch aufzeigen wie einfach soetwas gefördert werden kann. :

 

Prämien- Anschaffungskosten-Rückersattung (Anteilig).

Braucht erst nach der Inbetriebnahme mit der Ersten Anbieterrechnung und den Anschaffungskostenrechnungen zur Anteiligen Erstattungsabrechnung eingesant werden.

 

 

..und der Regenerrative Strom ist mind. XX Jahre Steuerfrei.


04.01.2022 11:39    |    Feldheld

Klimareligion, Corona-Religion, was kommt als nächstes?

 

Eins ist klar: wann immer eine Minderheit sich über alle anderen stellt und sich allwissende Kompetenz und totalitäre Macht anmaßt, ist höchste Gefahr im Verzuge.

 

Demokratie sind wir nur noch auf dem Papier. De Fakto sind wir eine Theokratie. Die obersten Gottheiten sind das Klima und COVID, die Kirche sind die Medien, und Macht hat nur, wer sich der Medienkirche unterwirft. Kurz: wir sind mindestens 500 Jahre zurückgefallen. Daß eine mittelalterliche Kultur keine Weltbevölkerung von 7.5 Milliarden Menschen am Leben halten kann, geschweige denn unseren westlichen Lebensstandard erhalten kann, sollte sich von selbst verstehen. Allerdings verstehen das die Wenigsten.


04.01.2022 12:02    |    GaryK

Wenn der aktuell eher typische "Elektro-Zweitwagen" (früher auch als "Muttis Einkaufshuddel" bekannt) rückspeisefähig wäre - dann hättest du die Kosten des Solarpuffers sowas von erledigt. Tanken für ca 12 Cent/kWh und so lange du den Strom über den Puffer auch noch selbst nutzen kannst - so übel sieht das nicht aus.

 

Bei uns in Hessen gibts noch keine "Pflicht", aber ich überleg mir das aufs Dach zu nageln. Alleine weil es sich leidlich rechnet. Und ich als Dachgeschossbewohner im Sommer billigen Solarstrom bekommen kann, der ne Klimaanlage per Smart-Steckdose befeuern kann.


04.01.2022 12:08    |    notting

Zitat:

@GaryK schrieb am 4. Januar 2022 um 12:02:26 Uhr:

Wenn der aktuell eher typische "Elektro-Zweitwagen" (früher auch als "Muttis Einkaufshuddel" bekannt) rückspeisefähig wäre - dann hättest du die Kosten des Solarpuffers sowas von erledigt. Tanken für ca 12 Cent/kWh und so lange du den Strom über den Puffer auch noch selbst nutzen kannst - so übel sieht das nicht aus.

Im Zweifel hast du dann gerade bei solchen Kleinwägelchen mit ohnehin wenig Reichweite im entscheidenen Moment zu wenig Reichweite im Auto. Auch gibt's für Akkuspeicher günstigere Akkus die weniger Kühlung brauchen und mehr Zyklen haben, also besser für stationäre Anwendungen geeignet sind.

 

Zitat:

Bei uns in Hessen gibts noch keine "Pflicht", aber ich überleg mir das aufs Dach zu nageln. Alleine weil es sich leidlich rechnet. Und ich als Dachgeschossbewohner im Sommer billigen Solarstrom bekommen kann, der ne Klimaanlage per Smart-Steckdose befeuern kann.

Wir hier im Haus stehen wie immer morgens früh auf und versuchen so die Wohnung zu kühlen. Die oberste Wohnung hat aber nur ein paar Dachschrägen. Darüber ist ein Speicher (nicht ausgebaut).

Wenn aber eine Klimaanlage unvermeidbar ist, hat man i.d.R. eine der wenigen Situationen, wo ein Gerät tendenziell dann am meisten Strom braucht, wenn eine Solaranlage am meisten Strom abwirft, also eine Solaranlage am meisten Sinn macht.

 

notting


04.01.2022 12:29    |    ElektroBenzin

Es soll ja auch noch Leute geben die Mittags zu Hause sind und mit Strom Kochen, wenn die Sonne dann noch scheint und aus den Früh aufsteigenden Flugzeugen/Flugzeugschadstoffausstoss noch nicht zu dicke Wolken entstanden sind.

 

So macht Solarstrom besonders mit Monokristalinen Zellen Sin und ist absolut Empfehlenswert.

 

Immer Wichtiger wird dann trotz Monokristalinen Zellen der Richtige Winkel, das die Dreckschliern noch von alleine wieder mit abgetragen werden können.


04.01.2022 12:54    |    notting

Zitat:

@ElektroBenzin schrieb am 4. Januar 2022 um 12:29:37 Uhr:

Es soll ja auch noch Leute geben die Mittags zu Hause sind und mit Strom Kochen, wenn die Sonne dann noch scheint und aus den Früh aufsteigenden Flugzeugen/Flugzeugschadstoffausstoss noch nicht zu dicke Wolken entstanden sind.

Ist eine der anderen wenigen Situationen wo eine Solaranlage Sinn macht. Aber das sind IMHO oft Rentner, wobei die nachvollziehbarerweise oft nicht mehr in eine Solaranlage investieren wollen. Kenne dank Corona viel mehr Leute im Home-Office. Die wollen aber um die Mittagszeit meist nicht soviel Zeit mit kochen verschwenden, auch weil Frau und Kinder eher nicht daheim sind. Die kochen lieber abends (=schlechte Zeit für Solarstrom) oder am Wochenende (also nur 1-2x/Woche). Ein bisschen mit der Mikrowelle aufwärmen (z. B. die Eigenkreationen von abends oder am Wochenende) braucht nicht soviel Strom.

 

notting


04.01.2022 13:46    |    ElektroBenzin

Denke auch so,

auch ein Grund dann den Strom aus der Autobaterie zurück holen zu wollen.

 

Dafür lieber dafür eine Pflicht; für eine einheitliche Norm-Schnittstelle bei der Pkw-Herstellung .

(als Anreitz-Schnittstelle für Solar)


04.01.2022 14:49    |    pcAndre

Zitat:

@notting schrieb am 4. Januar 2022 um 12:08:46 Uhr:

Zitat:

@GaryK schrieb am 4. Januar 2022 um 12:02:26 Uhr:

Wenn der aktuell eher typische "Elektro-Zweitwagen" (früher auch als "Muttis Einkaufshuddel" bekannt) rückspeisefähig wäre - dann hättest du die Kosten des Solarpuffers sowas von erledigt. Tanken für ca 12 Cent/kWh und so lange du den Strom über den Puffer auch noch selbst nutzen kannst - so übel sieht das nicht aus.

Im Zweifel hast du dann gerade bei solchen Kleinwägelchen mit ohnehin wenig Reichweite im entscheidenen Moment zu wenig Reichweite im Auto. Auch gibt's für Akkuspeicher günstigere Akkus die weniger Kühlung brauchen und mehr Zyklen haben, also besser für stationäre Anwendungen geeignet sind.

Morgen...!

Interessant ist das schon. Wenn mein kleiner Skoda bidirektional laden könnte, wäre es billiger das ganze Auto in den "Keller" zu stellen. ;) Ein 32,x kWh Akku (netto) für nicht mal 11 kEUR. ;)

 

Als Vergleich, so ein Fenecon Pro Hybrid 10 M 10-19.3 mit 19.3 kWh Speicher kostet aktuell 16 kEUR.

 

MfG André


04.01.2022 14:59    |    notting

Zitat:

@pcAndre schrieb am 4. Januar 2022 um 14:49:04 Uhr:

Interessant ist das schon. Wenn mein kleiner Skoda bidirektional laden könnte, wäre es billiger das ganze Auto in den "Keller" zu stellen. ;) Ein 32,x kWh Akku (netto) für nicht mal 11 kEUR. ;)

 

Als Vergleich, so ein Fenecon Pro Hybrid 10 M 10-19.3 mit 19.3 kWh Speicher kostet aktuell 16 kEUR.

Solche Gedanken hatte ich auch schon, aber denk mal nach über:

- Unterschiede bei der Förderung (für Akku gibt's bei uns höchstens auf kommunaler Ebene was, bei ähnl. Förderung dürfte aber der stationäre Akkuspeicher unterm Strich ein besseres Preis-Leistungsverhältnis haben, wenn's nur um die Akkuspeicher-Funktion geht)

- Garantie (selbst Tesla behält sich vor die Garantie zu verweigern, wenn das Auto zu sehr als Akkuspeicher für externe Verbraucher genutzt wird)

- Lebenserwartung in Zyklen

- Effizienz (bei den stationären Akkuspeichern dürften die Zellen auch geringere Ansprüche an ihre Umgebungstemperatur haben, während bei einem E-Auto recht viel gekühlt und erwärmt werden muss)

 

notting


04.01.2022 18:53    |    klaus16

Ich habe jetzt über 21 Jahre einen Ertrag von 1000kWh/kWp. Die fast 1300 sind auch mit neueren Anlagen nicht erzielbar. Ausrichtung Süd, 28 Grad Elevation, leichte Verschattung mit ca. 3% Verlust.

 

In PVGIS kann ja jeder seine Daten eingeben und berechnen lassen.

 

Ich bin gegen solche Zwangsmaßnahmen. Eine intelligentere Lösung wäre es, zu jedem Elektroauto statt der Förderung von 9560 Euro einen Eigentumsanteil an einer -neuen- Windkraft- oder Solaranlage mit verbrieftem Bezugsrecht über 3000 kWh/Jahr mitzuliefern. Alternativ sollte man dann auch eine Förderung in gleicher Höhe bekommen, wenn man selber solche Anteile kauft oder selber erstellt, z. B. die PV auf dem eigenen Dach.

 

Botschaft: Wir fördern den Brennstoff statt des Autos.

 

Es macht keinen Sinn, immer wieder alte Instrumente auszupacken, um Herausforderungen zu meistern, die kaum zu schaffen sind und uns mehrere Jahrzehnte begleiten werden.

 

Vorschriften, Gebote und Druck funktionieren in einer Demokratie auf Dauer nicht.


04.01.2022 22:50    |    ElHeineken

Bin etwas erstaunt über den rauen Ton in der Diskussion. Wir haben eine reguläre Solaranlage ohne Speicher installiert, 5000 Euro für 5 kWh peak und auch in vor-Corona-Zeiten können wir unseren Stromverbnrauch damit um ein Drittel reduzieren - Kühlschränke, Fritz!box, Standby, etc. verbrauchen auch ohne Anwesenheit und jede aktuelle Waschmaschine/Spülmaschine/Trockner hat heutzutage einen Timer und kann problemlos zur Mittagszeit laufen.

 

Das System ist wartungsfrei, macht keinen Ärger und möchte ich nicht mehr missen. Den Strom den ich nicht verbrauche nutzt ein anderer, man tut also auf jeden Fall was fürs Klima.

 

Wenn man natürlich alles was man herstellt selber nutzen will, seinen Nachbarn verkaufen, steuerlich optimieren, und sonst noch alles realisieren möchte wird es natürlich schwierig aber das muss ja nicht zwingend sein.


04.01.2022 23:57    |    ElektroBenzin

Deine Anwendung ist ja sehr Lobenswert,

dennoch has Du glaube ich nicht den Kontext der Vorredner verstanden.

Statt Pflicht, Anreitze für ein grösserres Nutzungs-Feld zu schaffen.


05.01.2022 09:17    |    Mr.Matthew

@ElektroBenzin

Eine Pflicht dürfte doch eigentlich Anreiz genug sein. Ich verstehe nicht, warum du noch mehr Anreize brauchst. Wir müssen übrigens bis 2045 komplett klimaneutral sein, da ist jetzt hartes durchgreifen angesagt anstatt Endlosdiskussionen mit Wutbürgern. Der Klimawandel ist Jahrzehnte bekannt und trotzdem ist viel zu wenig geschehen.


05.01.2022 09:56    |    notting

Zitat:

@Mr.Matthew schrieb am 5. Januar 2022 um 09:17:13 Uhr:

@ElektroBenzin

Eine Pflicht dürfte doch eigentlich Anreiz genug sein. Ich verstehe nicht, warum du noch mehr Anreize brauchst. Wir müssen übrigens bis 2045 komplett klimaneutral sein, da ist jetzt hartes durchgreifen angesagt anstatt Endlosdiskussionen mit Wutbürgern. Der Klimawandel ist Jahrzehnte bekannt und trotzdem ist viel zu wenig geschehen.

Und nachher kommt z. B. heraus, dass Windkraft klimaschädlich ist, weil die verschieden warme Luft nicht mehr so gut durchgemischt wird. Oder man trotz Recyling soviele Solarzellen und Akkus bräuchte, dass man die ganze Erde ausbeuten muss. Oder für die achso intelligente Steuerung des Stromnetzes bis zu den Geräten der Endverbraucher braucht man auch wg. ständiger Updates gegen Hacker soviele Resourcen, dass es am Ende klimaschädlicher ist.

 

Atomenergie hat man auch mal ganz toll gefunden und für die Lösung aller Probleme gehalten, bis die Probleme sichtbar wurden. Ich halte es für möglich, dass wenn man zu krass auf erneuerbare Energien geht, das recht ähnl. laufen wird wie bei der Atomenergie.

 

notting


05.01.2022 10:10    |    ElHeineken

Ich kann nachvollziehen, dass man nicht gezwungen werden möchte - das ist nur menschlich. Hypothetische Risiken sind allerdings ein schwieriges Terrain.

Eine Solaranlage gehört zu den unproblematischsten regenerative Energien - die Anlagen sind sehr zuverlässig, laufen deutlich länger und mit höherem Wirkungsgrad als ursprünglich veranschlagt. Ressourcen (Silizium) existiert in rauen Menge und ist auch kein Konflikt-Rohstoff.


05.01.2022 10:17    |    notting

Zitat:

@ElHeineken schrieb am 5. Januar 2022 um 10:10:00 Uhr:

Ich kann nachvollziehen, dass man nicht gezwungen werden möchte - das ist nur menschlich. Hypothetische Risiken sind allerdings ein schwieriges Terrain.

Eine Solaranlage gehört zu den unproblematischsten regenerative Energien - die Anlagen sind sehr zuverlässig, laufen deutlich länger und mit höherem Wirkungsgrad als ursprünglich veranschlagt. Ressourcen (Silizium) existiert in rauen Menge und ist auch kein Konflikt-Rohstoff.

Für Solaranlagen braucht man auch:

- div. sehr ungesunde Chemikalien. Da wird man auch nicht alles recyclen können -> giftiger Sondermüll.

- viel Energie bis aus dem Sand eine Solarzelle wurde

- Magnesium für die Alu-Halterungen. Da hat im Moment China stark den Daumen drauf und für den Rest der Welt den Export stark gedrosselt. Man müsste erst anderswo den Magnesium-Abbau wieder einrichten.

- Ich höre immer, dass bestimmte Teile an der Solaranlage nach 10-15 Jahren recht sicher kaputtgehen -> sind auch Resourcen.

 

Und wie gesagt, ohne genug Akkus kann man Strom aus Wind und Sonne nicht vernünftig nutzen.

 

notting


05.01.2022 11:04    |    ElHeineken

Kaum eine Maschine oder ein Kraftwerk besteht aus vollständig unkritischen Komponenten, da findet sich immer was. Auch Erdöl, Kohle und die sonstigen Energieträger sind leider nicht frei von Nebenwirkungen, selbst wenn man die CO2-Belastung weg lässt.

 

Die Frage dreht sich am Ende um die konkrete Belastung die entstehen. Bei einer kleinen Anlage ist das z.B. kaum mehr Alu als für ein Satz Felgen - da kenne ich solche Argumente aber bisher nicht.

 

Die Energiebilanz der Herstellung ist sehr schnell positiv. Das Frauenhofer-Institut rechnet hier mit 1,28 Jahren bis zur Armortisierung: https://www.volker-quaschning.de/datserv/kev/index.php

 

Eine kleine, einfach Anlage ohne Speicher auf dem eigenen Dach ist nicht technisch perfekt, z. B. kann ich nicht den ganzen Strom nutzen, aber trotzdem eine Sache mit sehr wenig Haken.


05.01.2022 11:09    |    ElektroBenzin

Wenn Pflicht einführung und bestimmung über Anderre zu gewoheit wird.

...und bei weiten nicht alle der Meinung sind, so wird es schnell dazu kommen das über Menschen falsches bestimmt wird.

 

Gotseidank handelt es sich hier Noch nur um eine Solar Anlage.

 

Es giebt anscheinent in dieser Zeit sehr viele Menschen die Wichtige Gründe haben um über anderre Menschen bestimmen zu wollen !

 

Gewähred nicht den Anfängen !


05.01.2022 11:14    |    MotorManiac2020

Was passiert eigentlich, wenn nicht ausreichend Monteure vorhanden sind, dürfen die Häuser dann nicht bezogen werden, oder kann man die Anlagen dann auch noch mit Jahren Verspätung nachrüsten?


05.01.2022 11:14    |    notting

Zitat:

@ElHeineken schrieb am 5. Januar 2022 um 11:04:48 Uhr:

Die Energiebilanz der Herstellung ist sehr schnell positiv. Das Frauenhofer-Institut rechnet hier mit 1,28 Jahren bis zur Armortisierung: https://www.volker-quaschning.de/datserv/kev/index.php

Dort steht weder was von Chemikalien noch von den Befestigungen.

 

Zitat:

Eine kleine, einfach Anlage ohne Speicher auf dem eigenen Dach ist nicht technisch perfekt, z. B. kann ich nicht den ganzen Strom nutzen, aber trotzdem eine Sache mit sehr wenig Haken.

Kleinere Anlagen sind wie gesagt teurer pro kWp, was z. T. auch davon her kommt, dass gewisse Komponenten effizienter eingesetzt werden können, sprich auch wieder etwas mehr Resourcen-Aufwand.

 

notting


05.01.2022 11:21    |    ElHeineken

Ist OK, ich hab' verstanden, dass ihr das einfach nicht wollt, bin hier raus :D


05.01.2022 11:39    |    notting

Zitat:

@ElHeineken schrieb am 5. Januar 2022 um 11:21:46 Uhr:

Ist OK, ich hab' verstanden, dass ihr das einfach nicht wollt, bin hier raus :D

Keine Ahnung wie du darauf kommst, dass ich die Sache nicht realistisch betrachten will. Leider versteifen auch in vielen Studien die Macher auf bestimmte Aspekte, aber in der Praxis sind eben noch andere Dinge relevant.

 

notting


05.01.2022 13:07    |    klaus16

Zitat:

@ElHeineken schrieb am 5. Januar 2022 um 11:21:46 Uhr:

Ist OK, ich hab' verstanden, dass ihr das einfach nicht wollt, bin hier raus :D

Wir wollen Solar- und Windstrom. Aber auch andere Lösungen.

Einseitige politische Vorgaben waren nie erfolgreich. Und Zwang ist in einer Demokratie keine gute Idee. Habeck hat es angekündigt, wird aber scheitern, wenn er mit den Bürgern nicht anders umgeht.

Und letztendlich sind nur europäische Lösungen eine tragfähige Basis für einen erfolgreichen Klimaschutz.

Und das wird eine breite Palette von Technologien und Strategien sein.


05.01.2022 15:36    |    pcAndre

Zitat:

@klaus16 schrieb am 5. Januar 2022 um 13:07:04 Uhr:

Zitat:

@ElHeineken schrieb am 5. Januar 2022 um 11:21:46 Uhr:

Ist OK, ich hab' verstanden, dass ihr das einfach nicht wollt, bin hier raus :D

[...]

Und letztendlich sind nur europäische Lösungen eine tragfähige Basis für einen erfolgreichen Klimaschutz.

Und das wird eine breite Palette von Technologien und Strategien sein.

Morgen...!

Haben wir doch und da steht auch alles drin..nennt sich "Europäischer Grüner Deal - Erster klimaneutraler Kontinent werden" ;)

 

https://ec.europa.eu/.../european-green-deal_de?...

 

Über einen Zeitraum von sieben Jahren werden 72,2 Mrd. EUR für die Sanierung von Gebäuden, den Zugang zu emissionsfreier und emissionsarmer Mobilität und auch für Einkommensbeihilfen bereitgestellt.

 

Neben Privathäusern und -wohnungen müssen auch öffentliche Gebäude saniert werden, damit mehr Energie aus erneuerbaren Quellen genutzt und die Energieeffizienz erhöht wird.

 

Die Kommission schlägt vor:

 

  • die Mitgliedstaaten dazu zu verpflichten, jährlich mindestens 3 % der Gesamtfläche aller öffentlichen Gebäude zu sanieren
  • einen Richtwert von 49 % an erneuerbaren Energien in Gebäuden bis 2030 festzulegen
  • von den Mitgliedstaaten zu verlangen, die Nutzung von erneuerbarer Energie zur Wärme- und Kälteerzeugung bis 2030 um jährlich 1,1 Prozentpunkte zu erhöhen

 

MfG André


05.01.2022 17:12    |    cafedelmar80

Zitat:

@MotorManiac2020 schrieb am 3. Januar 2022 um 15:58:08 Uhr:

PS:

 

Wer eine Solaranlage betreibt darf sich dann auch noch mit Elster rumärgern oder kann gleich zum Steuerberater.

Genau das.

Das Problem haben wir seit 11 Jahren auch.

 

Wie man es dreht und wendet, es ist eine sehr teure Investition, die sich leider viel zu spät rechnet, wenn man wie viele Eigenheimbesitzer die Anlage über eine Finanzierung installiert hat.

Bzw., man darf hoffen, dass sich angeblich wartungsfreie/wartungsarme Bauteile (Stichwort: Wechselrichter) nicht vor dem Ende der Finanzierung verabschieden. In diesem ungünstigen Fall zahlt sich die PV-Anlage leider erst noch deutlich später ab.


05.01.2022 17:28    |    Dynamix

Wobei das mit dem Steuerberater doch eh erst ab einer bestimmten Anlagengröße abzeichnet, richtig?

 

Ein alter Chef hat mir mal von seiner PV-Anlage auf dem Dach erzählt. Er musste dafür allen Ernstes ein Gewerbe anmelden, weil der überschüssige Strom ja ins Netz geht. Willkommen in Deutschland :rolleyes:

 

Ich denke bevor man den Leuten vorschreibt auf jeden Neubau eine Solaranlage zu setzen, sollte man erst einmal anfangen die ganze Bürokratie bei dem Thema abzubauen.


Deine Antwort auf "Solaranlagen-Pflicht jetzt auch in ganz Baden-Württemberg"

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