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14.11.2012 13:32    |    PowerMike    |    Kommentare (5)    |   Stichworte: ContiAlpineChallenge, Continental, Ford Taunus M12, MOTOR-TALK, Winterreifen

Der Instruktor gibt die Startfreigabe. 30.. 40.. 45km/h. Nach Links einlenken. Die Reifen quietschen. Die Reifen rutschen. Mist, das Heck versucht zu überholen. Leichtes Rutschen über alle 4 Räder nach außen, und schon ist die 180 Grad-Kurve überstanden. Sicherheit durch Premium-Reifen? Ja, denn langsam fahren wäre die Alternative.

 

Das Vorspiel

Alle Autos sind da und wartenAlle Autos sind da und warten

Oktober 2012 in der Schweiz: Continental und MOTOR-TALK haben zum Winterreifentest eingeladen. Und wo testet man Winterreifen? Genau, in den Bergen bei tiefen Temperaturen und Schnee. Also ging es für 10 MOTOR-TALKer zuerst in die Schweiz nach Zürich, und dann mit dem Conti-Shuttle ins maleriche Ulrichen. Schon auf dem Weg wurden wir uns schnell einig, ob wir den Weg mit dem dunklen Tunnel wählen, oder die traumhafte Landschaft bei einer Bergüberquerung genießen wollen. Bei schönstem Sonnenschein zog es uns natürlich in die Höhe. Belohnt wurden wir mit einem hervorragenden Ausblick. Und natürlich auch mit etwas Schnee.

 

 

Dr. Andreas Topp erklärt mit vollem EinsatzDr. Andreas Topp erklärt mit vollem EinsatzDoch die Landschaft ist nur Beiwerk. Richtig ans Eingemachte ging es am Abend, als Dr. Andreas Topp (ihr kennt ihn aus den Expertenchats mit Conti) uns viele Einblicke in die Thematik Winterreifen gegeben hat. Und nicht nur mit einfachen Infos welcher Reifen gerade Testsieger ist, sondern im Detail bis hin zu den chemischen Verbindungen im Reifen. Ab dem Punkt war klar: Was auch immer an Fragen kommt, wird nicht mit Platitüden aus Pressemitteilungen beantwortet, sondern mit echtem technischen Wissen. Also genau so, wie wir es lieben und in den Foren auf MOTOR-TALK zelebrieren.

 

Abgerundet wurde der Tag mit einem köstlichen Abendessen und vielen Benzingesprächen. Sowohl untereinander als auch mit den Experten. Denn eine ordentliche Stärkung für den morgigen Tag war ratsam.

 

 

Die Teststrecke ruft

...mit Billigreifen fliegen Hütchen......mit Billigreifen fliegen Hütchen...

Sonntag Morgen 08:30 Uhr. Wer zu so früher Stunde unterwegs ist, hat was Großes vor. Reifen testen war angesagt. Und zwar so, dass die armen kleinen Dinger um Mitleid kreischen.. oder besser quietschen. Nach kurzer Fahrt zur Conti-Teststrecke ging es zuerst zum Briefing. 10 MOTOR-TALKer, 3 unterschiedliche Automodelle, 3 Stationen. Langweilig sollte uns nicht werden. Und die Tagesaufgabe war ganz einfach: Versetzt Euch in die Rolle eines Reifentesters von Continental.

 

 

 

Station 1: Auf 80km/h beschleunigen und vor einem Hindernis ausweichen. Eine leichte Übung? Mit dem bereitgestellten Audi TT RS war zumindest die Beschleunigung das geringste Problem. Beim Ausweichen selbst war aber deutlich zu spüren woher der Reifen kommt. Denn ein TT RS war mit Premium-Winterreifen ausgestattet, und der andere mit Winterreifen aus Fernost. Wo die guten Pneus bei 80km/h die Spur halten konnten, waren die Billigreifen schon weit über ihrem Limit. Ausweichmanöver müssen wir im normalen Straßenverkehr selten fahren. Doch wenn es einmal notwendig ist, muss man sich auf den Reifen verlassen können. Das wurde uns hier eindrucksvoll demonstriert.

 

 

... das Heck lässt sich nicht mehr abfangen ...... das Heck lässt sich nicht mehr abfangen ...Station 2: Die 180 Grad-Kurve. 4 Minis warten nur darauf von uns in die Kurve geschmissen zu werden. Zwei komplett bestückt mit Conti-Reifen, und zwei bei denen hinten Reifen aus Fernost aufgezogen sind. Ein unrealistisches Szenario. Oder doch nicht? Nein, sagt Conti, denn bei Autos die Frontantrieb haben, werden die vorderen Reifen automatisch schneller verbraucht. Somit sind vorne die Reifen am Ende, während hinten noch genügend Profil drauf ist um damit weiterzufahren. Also werden aus Kostengründen oft nur zwei Reifen getauscht. Der Fehler an der Stelle: Es wird vergessen, dass die besseren Reifen immer nach hinten gehören! Denn die Hinterachse sorgt dafür, dass wir nicht wie ein Rallye-Fahrer um die Kurve driften. Und genau das wurde an dieser Station simuliert.

 

 

Hat Spaß gemachtHat Spaß gemachtVollgas, Einlenken, zu hohe Geschwindigkeit und wir fliegen über alle 4 Reifen rutschend aus der Kurve. Einmal beherzt bremsen - das Auto fängt sich wieder. Das geht aber nicht, wenn hinten billige oder halb abgefahrene Reifen drauf sind. Dann sieht das nämlich so aus: Vollgas, Einlenken, Pirouette. Nochmal. Vollgas (diesmal nicht ganz so schnell), Einlenken, das Heck setzt zum Überholen an, Gegenlenken, das Heck kommt trotzdem rum. Bremsen hat an der Stelle nur geholfen, um komplett quer auf der Strecke zum Stehen zu kommen. Auch nicht so prickelnd wenn dann die Scheinwerfer vom hinterfahrenden Auto immer näher kommen. Wo die Conti-Reifen uns noch sicher durch die Kurve geschickt haben, war mit der Mischbereifung kein Blumentopf zu gewinnen. Vermeiden lässt sich das natürlich auch, wenn die guten Reifen hinten aufgezogen werden.

 

 

Reifenabrieb zeigt wo es lang gehtReifenabrieb zeigt wo es lang gehtStation 3: Mythos Breitreifen. Im Winter gehören schmale Reifen auf das Auto! Diese Aussage war lange Zeit gültig. Doch wie ist das heute?

 

Das sagt Conti dazu: "Früher hat man eher die schmalen Reifen empfohlen – mit „althergebrachter“ Profiltechnologie haben die breiteren Reifen im Schnee nicht mithalten können. Diese Zeiten sind mit den neuen Profilen und Mischungen vorbei. Breite Reifen bieten ebenso viel Sicherheit auf Schnee, und dazu ein Plus an Handling-Performance auf trockener Straße.

 

Und wie ließe sich einfacher herausfinden ob diese Aussage stimmt, als mit einem Test. Also eingestiegen in die Autos und ab in den Slalom. Zuerst mit den 205er Reifen. Die Strecke ist frei, lassen wir das Auto um die Hütchen tanzen. Bis knapp 50km/h beschleunigen, zuerst links um das Hütchen, dann rechts herum um das nächste Hütchen und so weiter. Unwillkürlich wird die Geschwindigkeit langsamer. Denn das Auto muss ja trotz der ganzen Lastwechsel weiter auf Kurs gehalten werden. Am Ende des Parcours bleiben trotzdem noch gute 40km/h auf dem Tacho stehen. Ein gutes Ergebnis.

 

Nun wollen wir doch mal sehen wie das ganze mit 225er Reifen aussieht. Wechsel in die nächste C-Klasse und beschleunigen. Wieder beginnt die Hatz um die Hütchen mit knapp 50km/h. Doch wo die C-Klasse mit den schmaleren Reifen leichter rutscht, liegen die 225er Reifen etwas satter auf der Straße. In Zahlen ausgedrückt ist die Geschwindigkeit am Ende zwar nur minimal höher, doch das Fahrgefühl gibt einem mehr Sicherheit.

 

 

Fertigmachen zum Kurvenräubern

Der Ford Taunus M12 vor der BergkulisseDer Ford Taunus M12 vor der Bergkulisse

Nach den 3 Teststationen haben wir uns alle wieder versammelt. Denn eine Sache stand ja noch aus: Mit den Testautos auf der normalen Straße fahren. Die Minis waren schnell geentert. Mit dem Go-Kart-Feeling Serpentinen bewältigen - das klang super. Dementsprechend ging es gut motorisiert auf den Nufenpass, wo ein Ford Taunus M12 auf uns gewartet hat. Das Auto feiert dieses Jahr seinen 60. Geburtstag. Genau wie Conti - die vor 60 Jahren ihren ersten Winterreifen, den M+S 14, vorgestellt haben. Doch das Alter ist nicht die einzige Gemeinsamkeit. Mit dem Ford Taunus M12 und dem M+S 14 wurde 1952 erstmals der verschneite St. Gotthard Pass bezwungen. Das ist heute mit den modernen Winterreifen kein Problem. Damals war das allerdings noch keine Selbstverständlichkeit.

 

Seltener MG am Lago della PiazzaSeltener MG am Lago della PiazzaVom Nufenpass ging es nach dem Fototermin natürlich auch wieder runter in wärmere Gefilde. Geradewegs Richtung St. Gotthard. Denn auch dieser Pass wollte bezwungen werden. Fahrspaß bei Sonnenschein. So muss das sein. Über Nebenstrecken mit Kopfsteinpflaster, gesäumt von alten Bäumen, kamen nicht nur wir am Lago della Piazza an. Auch Sportwagen und Raritäten wurde von ihren Besitzern Auslauf gewährt. So konnte ein seltener Schnappschuss gelingen.

 

 

 

 

Continental sagt TschüssContinental sagt TschüssEs hat sich gelohnt

 

Irgendwann hat jeder Reifentester Feierabend. Und so wurde es nach einem anstrengenden Tag, mit vielen Eindrücken, auch für unsere 10 MOTOR-TALKer Zeit sich von den Testfahrzeugen und dem Continental-Team zu trennen. Übrig bleibt die Frage, ob ein Test bei Sonnenschein und ohne Schnee wirklich so aussagekräftig ist. Dabei liegt die Antwort auf der Hand Straße. Denn die ist im Winter überwiegend trocken oder nass. Aber nur selten mit Schnee bedeckt.

 

Begrüßung am Abend Begrüßung am Abend


14.11.2012 23:47    |    Opel-Corsa-Driver

Ein absolut geniales Wochenende. Vielen Dank nochmal. :)

Wir wurden ja die ganze Zeit von der Kamera begleitet - Ist eigentlich schon raus, ob man sich irgendwo diesen "Conti-Film" anschauen kann?


14.11.2012 23:49    |    Opel-Corsa-Driver

Ach ja, habe letzte Woche Winterreifen für unseren Touran gekauft. Natürlich Contis. Preis/Leistung war unschlagbar. :D


15.11.2012 00:42    |    124er-Power

Scheint ja richtig Spaßig gewesen zu sein. Wie gern wäre ich dabei gewesen, aber es sollte halt nicht sein.

 

Ab Bild 38 wirds besonders schön, was gibt es besseres als diese malerischen Landschaften?

Dazu noch ein schickes Auto, perfekt!


15.11.2012 22:14    |    RS-125

Ja das war schon schön, vor allem der TTRS hats glaube ich jedem angetan :D.

Gibts eig. irgendwo oder irgendwann die Bilder von dem Fotografen, sprich vom "Shooting" sonntags?

 

Grüße


18.11.2012 13:04    |    peter_pott

war das eine Werbeveranstaltung?


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