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el lucero orgulloso

24.01.2014 20:34    |    el lucero orgulloso    |    Kommentare (14)    |   Stichworte: Lexus, LS, XF10

Lexus LS400Lexus LS400

Dieser Artikel hat ausnahmsweise mal nichts mit der eigentlich in diesem Blog laufenden Serie "Hans zu Ehren" zu tun (die Autoren arbeiten fleißig an Artikeln, weshalb es sich spätestens im Februar auch wieder lohnen wird, in den Blog reinzuschauen).

 

Ich musste diesen Blog aber dennoch raushauen, weil er einen Grund meiner persönlichen Evolution vom Japan-Hasser über den Japan-Dulder über den Japan-Liebhaber über den Japan-Fahrer bis zum absoluten Japan-Fan darstellt und das Ganze zufriedenstellend illustriert.

 

In Hans' Gasthaus (Blog von italeri1947, dort halte ich mich oft auf!) habe ich meiner Bewunderung für japanische Autos freien Lauf gelassen und dieser in einem teils fordernden und schnippischen Ton kund gemacht, wohinter ich weiterhin stehe.

 

Ich will den überzeugten Fahrern deutschen Autos jetzt keine Gehirnwäsche machen - bitte also, das hier nicht falsch zu verstehen!

 

Das Video zeigt einen Bericht aus der polnischen Sendung "Automaniak" (bedeutet so viel wie "auto maniac", also einfach nur Autoverrückter) über den ersten Lexus überhaupt, den Lexus LS400. Um euch das Verständnis zu ermöglichen, habe ich das Video eigens fast wortwörtlich übersetzt (dabei jedoch nie auf Online-Übersetzer zurück gegriffen, sonst würdet ihr ja nichts verstehen).

 

So hoffe ich, dass sich trotz Bundesliga-Restart jemand für diesen Artikel mit dem Video interessieren kann - ich wünsche viel Spaß! :)

 

 

Skript zum Video - "Automaniak Lexus LS 400"

 

Minute 0:00-0:20

*Intro, Einleitung*

 

Minute 0:21-0:48

1. Einstellung: Reporter an Mauer.

Lange habe ich überlegt, welches 80er-Jahre-Auto ich wählen soll. Denn seien wir ehrlich, die 1980er waren keine gute Zeit für die ganze Automobilindustrie. Autos, die von den ersten Computern entwickelt wurden, quadratisch und kantig. Die Verarbeitungsqualität ließ wirklich viel zu wünschen übrig. Und außerdem: Firmen, die Bankrott gingen. Sogar Marken, die ein paar Jahre früher sogar den „Car of the Year“ Preis erhielten, mussten einfach schließen.

Die 80er-Jahre waren einfach ein wirkliches automobiles Drama.

 

Minute 0:49-0:54

*Ansichten des Autos*

 

Minute 0:55-1:05

2. Einstellung: Reporter kommt am Auto vorbei.

Angesichts der damaligen Lage erscheint das Kreieren einer völlig neuen Marke fast unmöglich. Jedoch nicht für den Hauptchef von Toyota, welcher behauptete, dass er die weltbeste Limousine herstellt.

 

Minute 1:06-1:15

3. Einstellung: Heckansicht, Scheinwerfer, Totale.

Im Jahre 1983 begann man die Arbeiten an diesem Projekt. Es gab keine finanziellen Beschränkungen. 1400 Ingenieure bauten dieses Auto.

 

Minute 1:16-1:43

4. Einstellung: Reporter kommt Richtung Heck, lehnt sich an Hecktür, Totale des Autos, Reporter an Hecktür.

Bevor dieses Auto in die Herstellung ging, entstanden 450 Prototypen. Aber dies war unwahrscheinlich erforderlich, weil sich die Japaner ein fast unerreichbares Ziel für die damalige Zeit vorgaben. Sie wollten ein Auto bauen, welches 250 Km/h fährt, in welchem eine totale Stille herrscht und welches unter 10 Litern auf 100 Kilometer verbraucht. ?Dies war unmöglich zu erreichen, unter anderem für solche Hersteller wie Mercedes-Benz oder BMW.

 

Minute 1:44-1:59

*Ansichten: Innenraum, Motor, Antenne, Lenkrad*

 

Minute: 2:00-2:05

5. Einstellung: Reporter auf dem Fahrersitz, legt „D“ ein.

Dieses Auto wurde ab dem Jahr 1989 in Serie hergestellt.

 

Minute: 2:06-2:17

*Fahraufnahmen außen, innen, Kurve*

 

Minute: 2:18-2:32

6. Einstellung: Aufnahme außen, Reporter beim Fahren.

Aber wisst ihr, wann das erste Auto mit L-Logo in Polen erschien? Im Jahre 1991.

Wisst ihr was - es ist genau dieses Exemplar, der erste in Polen zugelassene Lexus, gekauft in einem Berliner Autohaus.

 

Minute 2:33-3:20

7. Einstellung: Reporter beim Fahren, Innen- und Außenaufnahmen.

Dieses Auto hat heute eine Laufleistung von 210 000 Km und fährt so, als hätte es gerade eben erst das Werk verlassen.

Man braucht sich nicht zu wundern, denn für Toyota war dieses Projekt von immenser Wichtigkeit.

Niemals früher wurden Autos so getestet, wie Toyota die Lexus getestet hat.

Über 4,5 Millionen gefahrene Testkilometer.

Die Autos wurden zum Beispiel mit offenen Seitenscheiben in Sandstürme gestellt, um zu sehen, welche Auswirkungen ein Sandsturm auf den Innenraum des Fahrzeugs hat, ob das Auto nicht zu sehr beschädigt wird.

In Windkanälen stellt man Mikrofone auf, um jedes Rauschen zu eliminieren.

Man baute eine eigene Teststrecke, welche 26 Km lang war und jegliche Fahrbahnbelagstypen hatten.

Diese Autos wurden wirklich unter dem Mikroskop getestet.

 

Minute: 3:21-3:25

*Fahraufnahmen außen*

 

Minute: 3:26-3:36

8. Einstellung: Fahraufnahmen außen, Reporter beim fahren.

Wusstet ihr, dass man in dem Auto zwei verschiedene Soundsysteme verbaute?

In Abhängigkeit davon, ob du die Version mit Leder- oder mit Veloursausstattung hattest, weil sich der Ton anders im Fahrzeuginnenraum ausbreitete - etwas Unglaubliches!

 

Minute: 3:37-3:48

9. Einstellung: Auto von hinten in die Kurve.

Aber auch so ließen sich nicht alle Konstruktionsfehler vermeiden.

Einige Monate nach der Einführung des Lexus auf den amerikanischen Markt:

Eine Rückrufaktion, etwas, was das Ende der völlig neuen Marke hätte besiegeln können.

 

Minute: 3:48-3:56

10. Einstellung: Reporter beim Fahren.

Wisst ihr, was verbessert werden musste?

Ein nicht sehr deutliches drittes Bremslicht und in einem Auto hatte sich der Tempomat aufgehängt.

 

Minute: 3:57-4:02

*Fahraufnahme außen*

 

Minute: 4:03-4:42

11. Einstellung: Reporter beim Fahren (Gestik rechte Hand), Fahraufnahmen.

Heute klingen diese Fehler natürlich ziemlich banal, aber in der damaligen Zeit konnte das ein großer Rückschlag für die völlig neue Marke werden.

Aber Toyota beschloss, diese Gelegenheit zu seinen Gunsten umzudrehen:

Man stellte fest, ein Rückruf-Team aus Japan nach Amerika zu schicken - die Autos wurden nicht in die Werkstatt geholt. Die Rückruf-Stände wurden vor den Häusern der Lexus-Besitzer aufgebaut. Zusätzlich wurden die Autos gewaschen und vollgetankt wieder zurück gegeben.

Eine bessere Werbung kann man kaum machen. Als die Nachbarn sahen, wie die neue Marke ihre Kundenbindung pflegt und wie sie im Stande ist, innerhalb von 2 Wochen 8000 Fahrzeuge zu warten, eroberte der Lexus sofort die Herzen der Amerikaner.

 

Minute: 4:43-4:52

12. Einstellung: Reporter, Fahraufnahmen.

In den letzten 10 Jahren war es eben Lexus, welcher der Hersteller mit den meistverkauften Luxuslimousinen war - unter anderem Mercedes und BMW hinter sich lassend.

 

Minute: 4:53-5:29

13. Einstellung: Reporter, Außenaufnahmen.

Ich sage es euch ehrlich, dass Lexus für mich bis vor einiger Zeit eine sehr blasse/charakterlose Marke auf unserem Markt war, eine Marke, welche keine interessante Geschichte zu bieten hatte.

Aber in dem Moment, wenn du die Herangehensweise der Japaner kennen lernst, wie sie eine Luxuslimousine kreieren wollen, ergibt sich, dass das ein Auto ist, welches eine Seele haben kann, welches wirklich überrascht. Es ist ein technisches/technologisches Meisterstück!

Aber wirklich weltmeisterlich ist der Antrieb - V8!

 

Minute: 5:30-5:45

*Aufnahme Motor, Auto wird auf der Hebebühne angehoben*

 

Minute: 5:46-6:03

14. Einstellung: Reporter in den Motorraum gelehnt, Motor.

Der 8-Zylinder-Motor mit 4 Ventilen pro Zylinder hatte eine Leistung von 245 PS.

Er wurde gebaut von Formel1-Konstrukteuren.

Und selbst wenn es nicht darum ging, einen Motor mit 15 000 Umdrehungen zu bauen.

Es ging darum, einen Motor zu bauen, welcher eine außergewöhnliche und unnachahmliche Laufkultur besitzt!

 

Minute: 6:04-6:20

15. Einstellung: Zuklappen der Haube, Reporter an Haube/A-Säule.

Im Übrigen zeigt die erste Fernsehwerbung dieses Lexus etwas völlig Unglaubliches:

Auf der Motorhaube des Fahrzeuges stellt man eine Pyramide aus Sektgläsern auf.

Man beschleunigte das Fahrzeug auf dem Rollenprüfstand auf 240 Km/h und keines der Gläser zitterte auch nur einen Millimeter.

 

Minute: 6:21-6:36

*Reporter stellt Gläser auf*

 

Minute: 6:37-6:46

16. Einstellung: Reporter hinter‘m Lenkrad.

Denkt ihr dass diese Nummer auch noch 21 Jahre später gelingt?

Ich glaube nicht daran. Aber probieren wir‘s aus.

 

Minute: 6:47-7:03

17. Einstellung: Betätigen der Zündung.

Jetzt kommt eines der schwierigsten Dinge: Das Starten des Motors.

Okay... Die Gläser stehen noch.

Wir legen D rein und beginnen die Fahrt.

 

Minute: 7:04-7:09

*Drehendes Rad*

 

Minute: 7:10-7:59

18. Einstellung: Reporter, Tacho- und Gläseraufnahmen.

Diese erste Werbung zeigt, wie ideal ausgeglichen der komplette Antrieb (Antriebsstrang) ist, dass der Motor und die ganze Kraftübertragung überhaupt keine Vibrationen überträgt und wir, wenn wir eine ideale Straße haben, überhaupt nichts im Auto spüren werden.

 

Wir fahren 90 Km/h, die Gläser stehen immer noch.

Wir beschleunigen auf 120, 160 Kilometer in der Stunde, in der Werbung beschleunigte man auf 240 Km/h!

Ich habe schon 180, 200 - sie zittern, aber sie stehen, 220 - wird man die Haube lackieren müssen, oder nicht, 240!

240 Stundekilometer, es reicht...

 

Minute: 8:00-8:14

19. Einstellung: Reporter, Gläserpyramide.

Das ist wirklich was, über die ganzen Jahre hat sich der Lexus nicht verändert.

Er ist weiterhin ideal/optimal.

 

Minute 8:15-8:22

*Outro*

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05.01.2014 18:15    |    nick_rs    |    Kommentare (35)    |   Stichworte: Ford, Scorpio

Als die Frage aufkam, über was ich denn einen Artikel schreiben möchte, schoss mir sofort der Scorpio in den Kopf.

Warum? Es ist ein Ford vom alten Schlag und erinnert mich immer an unseren alten Escort.

Als die Scorpios noch oft auf der Straße zu sehen waren, war ich noch im Kindergarten. Ich erinnre mich noch grob an einen Nachmittag mit ein paar Freunden. Ich dürfte höchstens fünf Jahre alt gewesen sein. Wir machten die ersten Versuche mit den Inline Skater auf einem Parkplatz. In den Pausen saßen wir im Kofferraum eines Scorpio der ersten Generation in ausgeblichenem rot, der mit der riesen Heckklappe und den knatsch orangenen Blinkern, die optisch in 3 geteilt waren. Wir hörten laut Radio. Nach ein paar Stunden ging das Radio aus. Batterie leer. Ein netter Mann überbrückte.

Des weiteren fiel mir immer wieder der Scorpio Tunier auf. Mein Onkel hatte damals einen Ford Sierra Tunier. Eine Sache war mir immer suspekt: Da gibt es einen Ford, der sieht fast genauso aus, nur hat der komplett Orangene Rückfahrstrahler :eek:. Ja, als Kind fällt einem so etwas auf. Der mit den komplett orangenen Leuchten (also der Scorpio) machte auf mich aber immer den edleren Eindruck :)

 

Soweit zu meiner persönlichen Verbindung zum Scorpio, nun zum Auto an sich:

 

 

 

 

Scorpio mk1

 

Der Scorpio wurde im April 1985 auf dem Genfer Salon vorgestellt. Er war der letzte Heckgetriebene Ford und der letzte Ford der oberen Mittelklasse. Er sollte an den Erfolg des Granada anknüpfen, was er aber nie tat. Vom Scorpio wurden insgesamt rund 850.000 Exemplare verkauft, vom Granada im vergleichbaren Zeitraum fast das Doppelte. Die Ursache dafür ist simpel. Den Scorpio gab es anfangs nur mit dem "Aero-Heck" genannten Fließheck, welches seinerzeit nicht sehr populär war (ich persönlich finde es sehr schön, gerade durch das durchgehende Chromband an der Fensterkante). Die Limousine folgte erst viereinhalb Jahre später und der Kombi, der beim Granada weit über die Hälfte der Zulassungen ausmachte, kam erst mit dem kleinen Facelift 1992. Bis dahin waren Granadakunden längst zu Opel oder Mercedes gewechselt.

An der Tatsache änderte auch die Begeisterung der Fachpresse nichts. Diese war überzeugt vom Scorpio. So wurde er "Auto des Jahres 1986" und gewann im selben Jahr das "Goldene Lenkrad".

Der Scorpio hatte aber auch viel zu bieten. Fordtypisch hielt er sein Versprechen und bot viel Auto für wenig Geld: So bot der Scorpio Platz en masse im Innenraum. Die Beinfreiheit im Fond beispielsweise war wesentlich größer, als in dieser Fahrzeugklasse üblich. Auch der Kofferraum war riesig und durch die große Kofferraumklappe einfach zu beladen. Auch löblich war das ergonomische Cockpit, an dem sich alle Bedienelemente in nächster Nähe des Lenkrads befanden.

Der Scorpio war eine innovative Komfortschleuder. Schon damals hatte er vieles an Board. Dazu gehören unter Anderem: Bordcomputer, Sitzheizung, el. Sitze mit Memoryfunktion, elektrische Rücksitze, beheizte Frontscheibe, höhenverstellbarer Gurt.

Wegweisend war das ABS, dass der Scorpio als erstes Großserienfahrzeug serienmäßig an Board hatte sowie seine sehr gute Aerodynamik.

 

Motoren waren folgende verfügbar:

- 1,8L Vergasermotor mit 90 PS

- 2,0L Vergasermotor mit 105 PS

- 2,0L Einspritzmotor mit 115 PS <- Diesen gab es auch mit Katalysator, allerdings hatte er dann nur noch 101 PS

- 2,8L V6-Einspritzmotor mit 150 PS <- Dieser war ab 86 mit dem 4x4 Allradantrieb zu haben.

- 2,5L Diesel mit 69 PS <- Dieser Motor kam von Peugeot

 

Serienmäßig war ein 5-Gang Schaltgetriebe verbaut, alternativ konnte man eine 4-Gang Wandler-Automatik wählen.

 

1987 brachte Ford eine neue V6 Motorengeneration heraus.

- 2,4L V6-Einspritzmotor mit 130PS

- 2,9L V6-Einspritzmotor mit 150PS

Beide Motoren waren mit Katalysator lieferbar und hatten dann 5 PS weniger. Der 2,4L V6 ersetzte den alten 2,3L V6 des Granadas, der 2,9L V6 den 2,8L V6.

Beide Motoren basieren auf dem alten 2,8L V6, besitzen aber eine Elektronische Benzineinspritzung. Diese hat den Vorteil, dass der Motor schon bei niedrigen Drehzahlen nicht ruckelt und kraftvoll ist, so lässt sich der Scorpio schaltfaul fahren. Außerdem ist er wesentlich laufruhiger geworden. Trotzdem war der Verbrauch mit jenseits der 12L nicht mehr zeitgemäß.

Der AutoBild-Test der V6 Motoren zum Download als PDF

Im selben Jahr bekam der Peugeot-Diesel einen Turbo und leistete nun 92 PS

 

 

Facelift 1992

 

1992 brachte Ford ein kleines Facelift des Scorpios heraus. Mit dem Facelift kam auch der Tunier genannte Kombi. Der Kombi bat neben der großen Beinfreiheit wie bei der Limousine auch noch einen riesen Kofferraum. Allerdings war die Fensterkante so niedrig, das die Abdeckung nicht auf höhe der Rücksitzlehnen angebracht werden konnte.

 

Die Änderungen des Facelifts waren dezent. Vorne wurden die Leuchten kleiner und die Stoßstange wurde überarbeitet. Die Blinker wurde weiß und "zeigten" nun nach unten. Am Heck bekamen die Rückleuchten eine neue Grafik und wurden dunkel eingefärbt. Optisch wurden die Leuchten durch einen dunklen Streifen verbunden, in dem nun auch das Logo und der Schriftzug Platz fanden. Auch das Cockpit wurde überarbeitet. Es wirkt nun wuchtiger und edler.

Der Diesel kam nun nicht mehr von Peugeot sondern von VM aus Italien und leistete 115 PS.

Außerdem war nun der "Cosworth" verfügbar. Er beinhaltete Ausstattungsdetails sowie einen 2,9L 24 Ventil V6 Motor, der inklusive Katalysator 195PS brachte und an eine Automatik gekoppelt war.

 

 

Scorpio mk2

 

Nachdem sich der erste Scorpio nur schleppengdverkaufte sollte das mit dem Scorpio mk2 anders werden. ANDERS. Das war das Wort, das Ford beim Scorpio mk2 so ernst nahm, wie kein anderes...

Mit dem Thema auch bewarb Ford 1994 den neuen Scorpio. Die Braut steht am Altar, schaut sich um, Mann, Trauzeuge, Priester, Gäste, alle sehen gleich aus. "NEIN!" schreit sie, rennt raus über den Parkplatz auf dem langweilige, gleichaussehende schwarze Limousinen stehen. Am Ende wartet ein Scorpio. Begeistert steigt sie ein. "Der neue Scorpio. Einer wie keiner." heißt der Slogan. (Werbespot)

 

Als Ford den neues Scorpio im Herbst 1994 vorstellt, ist dieser der Hoffnungsträger. Er soll durch sein besonderes Design zur Konkurrenz aufholen und sich positiv auf die Ford Palette auswirken. Dass dieser Schuss komplett nach hinten los gehen wird, mag Ford nicht geahnt haben.

 

Der Scorpio war genau genommen nur ein umfangreiches Facelift. Trotzdem änderte Ford die Typenbezeichnung auf Mk2 (wie VW beim Passat B6/B7. Alles schon einmal da gewesen, genauso wie der "das Auto" Slogan :rolleyes:)

Das Fließheck entfiel wegen mangelnder Nachfrage. Nur der Kombi und die Limousine wurden weitergebaut (komisch, beim Facelift des Mondeo Mk4 entfiel die Limousine und das Fließheck blieb ;)).

Wie schon erwähnt polarisierte das Design. Die Scheinwerfer wurden rund und wanderten nach außen. Dazwischen prunkte ein riesiger verchromter Grill. Hinten erhielt der Scorpio ein durchgängiges Leuchtband, dass an amerikanische Limousinen erinnerte. Das Heck des Kombis blieb unverändert. Alles war ein wenig runder gestaltet, auch der Innenraum.

Fahrer und Beifahrerairbag waren jetzt serienmäßig, auch Seitenairbags waren lieferbar, die später dann auch serienmäßig wurden.

 

Motorentechnisch kam ein neuer 2 Liter 16 Ventiler hinzu, der eine obenliegende Nockenwelle besaß und damit moderner war. Er hatte einen Kat und leistete 136 PS. Die Vergasermotoren und der 2,3 L V6 fielen aus dem Programm. Der 2 Liter 8 Ventiler leistete mit Kat nun 115 PS.

Der 2,9 Liter 24V Cosworth Motor leistete nun 207 PS.

Der 2,9 Liter Mit Kat und nun 150 PS wurde nur wenige Monate gebaut. Er wurde 1996 durch den neuen 2,3 Liter 4 Zylinder mit 147 PS ersetzt.

Auch wurde 1996 der 2,5L Diesel von 115 PS auf 125 PS aufgeblasen. Er erfüllte nun Euro 2.

 

(Hier das o.g. Schulungsvideo)

 

 

 

 

Facelift 1997

 

1997 wurde der Scorpio ein letztes Mal überarbeitet. Die Scheinwerfer wurden schwarz hinterlegt, neben den Nebelleuchten war nun ein kleiner Lufteinlass zu finden. Die dicke Chromspange um den Grill wurde in Wagenfarbe lackiert. Nur eine schmale Chromleiste war noch zu finden. Das Ford-Logo rutschte in den Kühlergrill. Am Heck der Limousine entfiel das Chromband über den Leuchten und diese enthielten eine neue Grafik.

 

 

 

 

 

 

Leider ließ sich auch damit der Misserfolg des Scorpio nicht beenden. So wurde er im Juni 1998 endgültig eingestellt.

Als Nachfolger sollte der Lincoln LS zu uns kommen, aber dann musste es in letzter Minute doch der brave Mondeo mit V6-Motor richten.

 

Was bleibt ist ein Youngtimer Klassiker, den Fans der 80er und 90er oder von Ford zu schätzen wissen, denn ein schlechtes Auto war der Scorpio keineswegs. im Gegenteil: Er war immer einer der Besten seiner Klasse und ist auch heute noch ein Geheimtipp in Low-Budget Gebrauchtwagenmarkt.

Auch Hans, als bekennender 90er Fan gönnte sich zum 65. Geburtstag einen 1996er Scorpio in weiß, der ungefähr so aussehen dürfte, natürlich ist seiner wesentlich gepflegter.

 

 

Auch ich habe beim recherchieren gefallen am Scorpio gefunden und nun verabschiede ich mich nachdenklich und mit einem dicken Dankeschön an Hans.

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