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el lucero orgulloso

21.10.2012 00:19    |    el lucero orgulloso    |    Kommentare (70)

Die Entwicklung von Mercedes aktuell u. in den letzten Jahren ist unter Beachtung des Anspruchs:

Wohin führt der Weg des Sterns?Wohin führt der Weg des Sterns?

Wir schreiben den 6. Oktober 2012.

 

Ich war mal wieder in der Mercedes-Niederlassung. Routinemäßig ging ich zunächst in die Gebrauchtwagenhalle und kam dort ungefähr genauso schnell raus wie sonst. Das einzige was meine Aufmerksamkeit erregte, war ein SL 280 der Baureihe R129, der seine schöne, kantige Formensprache, die in ein rubinrotes Blechkleid gegossen war, gegen alles Neuere, was sonst in der Halle stand, zu verteidigen versuchte. Ansonsten stand dort noch so das übliche, unzählige C-Klassen, mindestens genauso viele A-Klassen, eine R-Klasse und noch M-, S- und E-Klassen. Dazu noch natürlich in den üblichen Farbtönen, nämlich silber, grau und schwarz, was den zuvor zitierten R129 nochmals hervorhob.

 

 

 

Da mich das aber nicht mehr interessierte, ging ich also in den Neuwagenteil der Ausstellung. Dort weckten vor allem die neue A-Klasse und der taufrische CLS Shooting Brake mein Interesse, beides Autos, die auf den Fotos einen exzellenten Eindruck auf mich machen.

 

Auf der rechten Seite standen aber nochmals unzählige C-Klassen, alles Geschäftswagen, die zu attraktiven Konditionen an den Mann gebracht werden wollten. Aus Neugier setzte ich mich mal einfach mal in einen Wagen rein, da sein hellbraunes Interieur einen besonders gediegenen Eindruck auf mich machte. Was mich jedoch empfing, nämlich kein so allzu bequemer Sitz und keine außerordentlichen Platzverhältnisse für einen Mittelklassewagen(ich bin ca. 1,85m-1,86m groß) hielt mich nicht mehr in dem Wagen, was mich zu A-Klasse weiterwandern ließ.

Auch wenn sie mir immer gut gefiel, war ich doch etwas skeptisch. Schmale Fensterlinie, recht kompakte Form, aber siehe da: Ich hatte mehr Platz als erwartet und die Instrumente leuchteten mich an. Sitz fix eingestellt und ab auf die Rückbank und auch dort das selbe Bild, nämlich mehr Platz als erwartet. Was mich jedoch von Anfang an nicht überzeugte, waren die im Innenraum verwendeten Kunststoffe. Die sahen aus, als würden sie allein vom angucken Kratzer bekommen.

 

Dann also, vorbei an Fahrschul-B-Klasse, irgendwelchen E-Klassen, bei denen man bei den Preisschildern das DM durch ein € ausgetauscht hat, die Zahl aber unverändert ließ, ging es zum CLS Shooting Brake. Das war an dem Tag der einzige Wagen, der zu überzeugen wusste. Die ersten Impressionen nach dem Einsteigen ließen mich feines Leder und eine angenehme Haptik der restlichen Materialien spüren. Erstmals wusste auch die Kopffreiheit eines CLS zu überzeugen, denn das erhöhte Dach ermöglicht auch mir entspanntes Sitzen.

 

Ziehen wir ein Fazit: In jeder Hinsicht graue Gebrauchtwagen, eine merkwürdige C-Klasse, eine ungewohnte A-Klasse, eine überteuerte E-Klasse und ein gelungener Shooting Brake. Alles in allem viele sich stark unterscheidende Autos, allerdings nicht nur von der Form her unterschiedlich, sondern komplett und völlig verschieden.

 

 

 

Wir schreiben den 13. Oktober 2012.

 

Ich verbrachte ich einige Zeit in unserer Garage, um unseren E 320 zu reinigen. Ich war ihn einfach nur in „pico-bello“ gewohnt und wollte, wie ich es gerne mache, ihn von innen wieder auf Vordermann bringen. Das bedeutete zunächst das übliche Herausnehmen der Fußmatten. Aber keine Sorge, ich werde jetzt nicht meine Prozedur des Fahrzeugreinigens näherbringen.

Unvermeidbar ist jedoch zu sagen, dass man sich zum Putzen auch mal ins Auto setzen muss. Dass mir dieser Moment jedoch sogar ein Lächeln ins Gesicht zauberte, war so gar nicht beabsichtigt. Der Sitz des 18 Jahre alten und 292 000 Km gefahrenen 124ers schmeichelte meinen Körper. Jetzt hat er es noch mehr verdient, geputzt zu werden. Das fiel mir auch gar nicht schwer, da der Wagen aufgrund bester Materialien auch in dem Alter durchaus als pflegelicht zu bezeichnen ist.

Doch ich hielt noch ein mal Inne und beobachtete die Formensprache. Alles so ruhig, alles so abgeklärt, alles so ergonomisch, alles so selbstverständlich, als wäre es nie anders gewesen und würde nie anders werden. Ich schaltete kurz das Radio an. Das hat sich als gefährlich herausgestellt, da es mir noch schwerer fiel, aus dem Wagen auszusteigen. Dennoch wienerte ich noch etwas, bis ich mich dann vom Benz und aus der Garage verabschiedete.

Fazit: So stelle ich mir ein Auto vor. Danke.

 

 

 

Wir schreiben den "Dreifach goldenen Herbsttag" , 2011

 

Ein Tag, den ich so schnell nicht vergessen werde. Der Mercedes 219, mit welchem wir damals gefahren sind, war der Wahnsinn. Die alten Sitze, auf ihre Art unfassbar bequem, nein, gemütlich. Der Innenraum, ein Meisterwerk der Designerkunst. Die Jungs, die wussten, was sie vor irgendwas mit 60 Jahren da zeichneten und dann in die besten Materialien gossen. Der Dachhimmel war noch der erste, die Uhr wurde mit einer Feder aufgezogen, wobei der Fahrer immer darauf achtete, sie nicht zu überspannen. Sie sollte schließlich noch lange halten. Der Wagen hatte die 100 000 Km noch bei Weitem nicht erreicht. Die Instrumente beschränkten sich auf den Tacho, das Lenkrad beherbergte statt Airbag Hupring mit integrierter Blinkerbetätigung. Mir tat es weh, auszusteigen, doch wenn‘s am schönsten ist, sollte man ja aufhören.

Fazit: Das war ein alter, echter Mercedes. Danke.

 

Doch halt, es ging noch weiter, denn ich durfte an dem Tag ja noch in einen weiteren Mercedes einsteigen. Den W202, den C 220 Diesel. Jetzt werden einige sagen: Das ist kein Mercedes mehr, der hat eine Blechqualität von einer Eierschale. Ja, es mag stimmen, dass die Fahrzeuge rostanfälliger sind, als sie es sein dürften. Wenn man jedoch einsteigt, sitzt man definitiv in einem echten Mercedes, auch wenn man den Stern abklebt. Die Menge an Holz, die vertraut geformten Schalter und Hebel, allen voran der von Zeitschriften getadelte und der von Fahrern gelobte Kombihebel, und nicht zuletzt ein sanft-weiches Fahrgefühl, auch nach weit weit über 300 000 Km sagen mir, ich sitze in einem Mercedes. Doch halt, hatten wir das nicht schonmal? Einige Zeilen drüber? Was von feinem Fahrgefühl und so? Es wäre weit gefehlt, würde ich die C-Klasse mit einem Mercedes-Benz der 50er Jahre vergleichen. Doch irgendwie... Wenn ich mich so umschaue... Da ist durchaus was dran?

 

 

Aber wie wäre das heute?

 

 

Ich lese Autotests, in denen der Mercedes her vom Fahrwerk her straffer deklariert wird als der BMW. Dabei war Komfort eine Mercedes-Domäne.

 

Ich lese von Zahnrädern im Motor, die nach keinen 100 000 Km für kapitale Motorschäden sorgen können. Dabei war Qualität eine Mercedes-Domäne.

 

Ich sehe mit eigenen Augen Innenräume, die vor Hartplastik strotzen und nunmal gar kein „Willkommen zu Hause“-Feeling verbreiten. Dabei war eine besonders gediegene Innenraum-Gestaltung eine Mercedes-Domäne.

 

Ich lese von fehlerhaften Injektoren bei Dieselmotoren, die Mercedes massenhaft austauschen musste. Dabei hielten die alten Ölmotoren früher Ewigkeiten und fahren heute noch zahlreich auf unseren Straßen bei hohen Km-Ständen zuverlässig.

 

Ich machte (wenn auch als Beifahrer) eine Probefahrt in einem Lexus und hatte schlagartig überhaupt keine Lust mehr, mich in einen vergleichbaren Mercedes, ja auch nur reinzusetzen. Dabei gab es früher gar keine Alternativen für einen Mercedes.

 

Ich fuhr einige Male in einem Porsche Panamera mit und musste sagen, dass der Wagen leiser war und mir die Federung besser gefiel, als in der aktuellen Mercedes S-Klasse, dem W221. Dabei war die S-Klasse früher der Maßstab für alle Luxus-Limousinen.

 

Ich schaue auf einen Taxistand und konstatiere, dass dort immer weniger Fahrzeuge von Mercedes-Benz stehen und die Anzahl der älteren Exemplare relativ konstant bleibt. Dabei war es für einen Taxifahrer früher gar keine Frage, mit welchem Auto er sich ausrüsten soll (meines Wissens nach betrug der Anteil an E-Klassen in den frühen 90ern über 90% aus, heute liegt der gesamte Mercedes-Anteil bei ganzen zwei Dritteln).

 

Ich lese in nahezu jeder Mercedes-Kaufberatung, man solle das Auto auf Rost überprüfen. Es ist kein Geheimnis, dass beispielsweise die A-Klasse ungewöhnlich schnell frappierend vor sich her blühte. Allerdings ist das nicht mal das einzige Beispiel. Dabei frage ich mich: Was hat das mit dem Premium-Anspruch einer Automarke zu tun? Wie soll das die hohen Preise rechtfertigen?

 

Abschließend: Woran soll sich der Werbespruch „Das Beste oder nichts“ bemerkbar machen, wenn Mercedes weiterhin Fahrzeuge im Programm hat, jedoch keines von ihnen die Spitze des automobil Machbaren darstellt und Mercedes vor allen Dingen altgeliebte Tugenden verloren hat und noch nichtmal eine neue Definition der Philosophie der Marke feststellbar ist?

 

 

Vielleicht bin ich Nostalgiker, vielleicht verstehe ich den Fortschritt nicht, vielleicht bin ich mit meinen 17 Jahren zu altmodisch.

Das ist jedoch meine persönliche Einschätzung. Ich bin weiterhin Fan der Marke Mercedes-Benz, doch gerade deshalb meine ich es auch gut mit ihr. Das, was seit einiger Zeit in ihrem Hause passiert, stimmt mich jedoch sehr nachdenklich.

Vielleicht bin ich Traditionalist, nicht für die Innovation offen. Doch wem soll man treu bleiben, wenn nicht sich selbst?

 

Übrigens ist es für mich keine Ausrede, wenn Mercedes da nicht die einzige Marke mit dieser Problematik ist. Nicht umsonst zeigt die Redewendung „Das ist der Mercedes unter den _____“, dass Mercedes immer für etwas stand, was in meinen Augen nunmal irgendwo abhanden kam.

 

 

Bitte beachten, dass das nur meine ganz persönliche Meinung ist...

...doch vielleicht stehe ich mit dieser Ansicht ja nicht alleine?

 

Daher habe ich oben die Umfrage eingefügt, in der ihr, liebe Leser, abstimmen könnt, ob ihr meine Meinung teilt, oder nicht.

Seht ihr die Entwicklung des Sterns unter einem guten Stern? Oder wisst ihr auch nicht, wo das hinführen sollt?

Danke für‘s Lesen, ich freue mich auf euere rege Beteiligung. :)

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21.10.2012 00:20    |    Trackback

Kommentiert auf: Andi2011 Mein C MAX MK2:

 

Reality Check Club - Die Off Topic Tropic Bar

 

[...] Isch bräsendieröh ihnen die Blogue... ;)

[...]

 

Artikel lesen ...


21.10.2012 00:52    |    Andi2011

Moin,

 

der Blog und die Fragestellung ist interessant und recht komplex.

Ja Mercerdes hat sich verändert und musste das wohl auch - eben ein Stück weit weg vom reinen Luxus-Hersteller hin zum "Mercedes für Jederman" und das geht nicht ohne Kosten zu sparen - auch wenn Mercedes heute immer noch teilweise arg überteuert ist und man für den Namen eben auch bezahlt.

 

Deine Eindrücke im Autohaus hatte ich als ich für meine Frau u.a. nach der B-Klasse suchte auch.Die C-Klasse in der ich saß enttäuschte mich eher was Raum und Anmutung angeht,ich hatte da einfach meinen alten W202 als "besser" im Kopf.

 

Die alte A Klasse war für mich noch nie reizvoll, sonderen einfach nur teuer und dieses Model hat sich qualitativ Dinge geleistet, für die jeder Ford oder Opel gekreuzigt worden wäre, aber es steht Mercedes drauf und das sorgt auch heute noch für stabile Preise.

 

Bei der alten B-Klasse ging es mir was die Materialanmutung in Relation zum Preis angeht ähnlich. Allein die S-Klasse (vor allem als 1-3 Jahre alter Gebrauchter dann mit akzeptablem Preis) vermittelt mir noch das alte Mercedes-Gefühl und natürlich auch die aktuellen SL,CLS und der SLS sind für mich typische Mercedes.

 

Grüße

Andi


21.10.2012 04:09    |    joered

Erstens muss ich sagen, dass ich Deine Art zu schreiben einfach genial finde!

 

Zweitens muss ich Dir in allen Punkten die Du angesprochen hast recht geben! Mir geht es genau so, wenn ich in moderneren Mercedes-Benz Fahrzeugen sitze.

Es ist einfach nicht mehr das gleiche, die Konkurrenz (die vor 30 Jahren gar keine war) hat aufgeholt und MB hat Qualitativ stark abgebaut und versucht vom Image vergangener Zeiten zu profitieren.

 

Ich finde, wenn man heute "Mercedes" fahren will, muss man sich einen Bentley kaufen!;)

 

Mit dem neuen CLS-Shooting Brake und dem neuen SL ist MB aber wieder auf dem richtigen Kurs. in 15 Jahren werden wir sehen ob die Qualität der Technik sich auch etwas gebessert hat.

 

saludos

 

joered


21.10.2012 09:45    |    samstagnachtreiter

Mercedes hat seinen ureigenen "roten Faden" verloren und/oder aber bewusst aufgegeben (warum auch immer?). Ich habe daher ganz oben "durchschnittlich" angegeben.

Mercedes stand einmal für unverwechselbar, hochqualitativ, solide, exklusiv und auch ein bisschen bieder. Mercedes vermittelte im Inneren ein gediegenes und praktisches Wohnraumfeeling, ruhig, gelassen - physisch und psychisch abgeschottet zur Aussenwelt. Große Fensterflächen gestatteten eine perfekte Rundumsicht. Wer wollte, konnte, ganz gleich welchen der Sterne, ein und denselben ein Leben lang fahren.

Mercedes stand aber auch immer für innovationen im Bezug auf Sicherheit und Praktikabilität. Kein anderes Fahrzeug eignete sich z.B. besser als Taxe, Vertreterkarre oder gar Baustellenkuli wie die T-Modelle von Benz.

 

Mercedes hat sich jetzt angepasst an den "modernen Trend", wie immer das auch sein soll. Optisch verjapanisiert mit prolligem bösem Blick sticht er nicht weiter aus dem Einheitsbrei heraus. Mit bis zu Schießscharten verkleinerten Fenstern (wie alle anderen) ausgestattet, besteigt man eine dunkle Höhle aus hauptsächlich Plastik und Aluminium (wie alle anderen), ohne Rundumsicht und kontrolliert die Umgebung nun mittels Pipsern und TV-Kameras (wie alle anderen). Eine Unmenge an Modellen, Typen und Mopf`s (mit teilweise unausgereiften Triebwerken ausgestattet) verschwindet unidentifiziert einfach in der Menge.

Umgeben von zahlreichen (meist unnötigen) elektronischen Features sitzt man neuerdings zunehmend eingeengt auf unbequemen Sitzen und fährt auf zu harten, dafür aber filigranen Fahrwerken, die schon im Neuzustand rumpeln oder gar brechen, nicht weiter mercedestypisch durch die Gegend.

Niedrige buckelige Formen, Siecken und Kanten (ein Laderaumboden in Edelholz (!?)) lassen die T-Modelle zu überdimensionierten Golfkarren mutieren, für praktische Zwecke einfach ungeeignet.

Bleibt noch der Preis - der ist dagegen (im Gegensatz zu allen anderen) viel zu hoch angesezt. Prollige Angeberkarren gibt es wo anders billiger!

 

Mein Facit:

Es ist zu akzeptieren, wenn sich Daimler AG. eine andere Identität und ein neues Klientel sucht, um den Umsatz zu steigern und die Aktionäre zu befriedigen. Die Konsequenz daraus ist aber wenn ich in Zukunft einen "Mercedes" haben möchte, dann werde ich den wohl eher bei der Fernöstlichen Konkurrenz finden.

Gruß Marko


21.10.2012 09:52    |    mirabeau

Ich glaube, es sind irgendwelche Marketing-Fuzzies, die den Herstellern immer einbläuen, möglichst junge Käufer zu bekommen. Dabei waren Mercedesse in den erfolgreichen Jahren Autos, die man sioch gönnte, wenn man was im Leben erreicht hatte.

Mir fällt bei Mercedes dieser Wust an Modellvielfalt auf, die ich als Nicht-Mercedes-Fanboy einfach nicht mehr überblicke. Da gibts Coupés, zweitürige, viertürige, Cabrio-Coupés, Van-Coupés, Compact-Coupés und jetzt auch noch Kombi-Coupés. Und alles in den Größen C, E und S, achja, M und R gibts auch noch.

 

In der Panik, jede noch so klitzekleine Marktlücke ausfüllen zu wollen, hat man sich völlig verzettelt und das Programm verwässert. Die immensen Entwicklungs- und Logistikkosten versucht man dann durch Einsparungen an Qualität und Technik wieder reinzuholen. Der Laesingkunde bemerkt ja den Rost nicht, wenn er das Auto nur 3 Jahre fährt.

 

Mich wundert es eigentlich, dass Mercedes bei einigen Zeitgenossen immer noch ein gutes Image hat, ja manche sogar noch annehmen, "Qualität" zu kaufen. Opel, die lange Jahre mit die zuverlässigsten Autos überhaupt bauten, hat sich mit ein paar fauligen Kadetts und Astras scheinbar ewig in die Rostlauben-Ecke befördert. Und das waren keine Premiumkisten zu Premiumpreisen.

 

Ja, die Welt ist ungerecht.


21.10.2012 10:38    |    där kapitän

Den Witz schlechthin finde ich ja die aktuelle A-Klasse.

Da wirft man ein 15 Jahre altes Raumkonzept einfach weg. Super einsteigen, für Ältere genau das richtige Auto, die Gesellschaft wird in D ja auch nicht jünger.

Und dann gibt es jetzt ein jugendlich durchgestyltes "Ding", wo es nicht mehr auf das Wohlfühlen im Innenraum und Gediegenheit in Form und Funktion ankommt, sondern darum, wie schnell sich ein Auto mit dem iPad verbindet oder wie martialisch es doch mit TFL, Xenon und restlicher Frontpartie ausschaut. Man muss den VT von heute schließlich erschrecken, ihm Angst machen.

 

Zu dem Rest ist nichts hinzuzufügen. Wir hatten zwei Mercedes aus der guten Zeit vor 1993. Unvergleichlich. Wenn meine Frau es mir nicht verbieten würde (zu viele Autos :D), ich hätte wohl noch einen W124. Wohlfühlen, Rundumsicht, Ruhe im Innenraum, die Außenwelt bleibt draußen, diese "Unbeirrbarkeit" ... ich bin ein Mercedes, und da draußen sind "die Anderen"... das gibt es mMn kaum noch.

 

Übrigens, mein Vectra ist 13 Jahre alt - rostfrei.

Mein Astra ist 10 Jahre alt - rostfrei.

Image? Fehlanzeige.

 

Ungerecht? Durchaus.

 

cheerio


21.10.2012 10:42    |    basti245

Der Design-Weg von MB ist durchweg positiv,

fand Mercedes nie so schön wie zur Zeit, das C-Coupe, CLS, C-Klasse Mopf etc..

E-Klasse innen mehr als gelungen.

A-Klasse: Super designt,

 

Was mich persönlich stört:

DieselMotoren von Renault in der A und B Klasse die es auch im Dacia gibt.

Frontantrieb bei dem so sportlich-gut aussehenenden A-Klasse.

Vor allem dass sie ein Auto, das wegen Frontantrieb ca. 3-4 k€ billiger in den Herstellungskosten ist als ein Hecktriebler mehr kostet als das Konkurrenzmodell BMW 1er...

Und Qualitätiv zwar dieser Mehrpreis im Innenraum an den Kunden durch höherwertige Materialien zurückgegeben wird, jedoch niemals in der Höhe wie durch die Konstruktion als Fronttriebler eingespart wurde. :confused:

 

Teils billige Verarbeitung bei C-& E-Klasse.

Bsp: Bei der E-Klasse löst sich der Klarlack an der verchromten Spange am Kofferraum, weil ich Baumharz mit sehr wenig Spiritus am Lappen entfernt hab. (3 weitere Autos haben die Prozedur klag- und Schadlos überstanden)

 

die Teilledersitze in der C-Klasse reißen gern an den Nähten...

 

Mein Fazit:

MB-Design = Genial

Motoren = Toll (so lang es original MB Motoren aus UT oder Kölleda sind)

Qualität = leider stark bei Detailsachen gelitten.


21.10.2012 11:11    |    driver191

Es wurde halt bei Benz in den letzten Jahren viel Rumgemurkst, mit bestimmten Modellreihen hat Mercedes einfach überhaupt kein Geld verdient, Smart , A und B Klasse haben bisher einfach keine für komplett eigenständige Baumuster nötigen Stückzahlen gemacht, die A Klasse war international ein Flop und häufig das letzte Auto der gediegenen Kundschaft.

Der neue soll jetzt gutverdienende junge Leute ansprechen, die dann innerhalb der Marke aufsteigen können .

Wenn ich mal wieder bei Benz Teile für meine Oldies abhole trifft mich beim obligatorischen Rundgang häufig der Schlag bei den Preisschildern, völlig überteuert mit brutalen Wertverlusten nach schon ein paar Jahren .


21.10.2012 11:20    |    Chewie-GER

Das Qualitätsdenken wurde damals mit Reuter als Vorstandsvorsitzenden anfang der ´90 von den Groß-Aktionären entsorgt,

dann wurde mit Schremp (ja genau der,der Fokker mit Milliardenverlusten plattgemacht hat) die Shareholder-Value als goldenes Kalb eingeführt.

 

Das beste Beispiel für dessen Arbeit war die C-Klasse (W202) wo selbst die "Auto,Motor- und Sport" im ersten Test dem Wagen ein billiges Aussehen für einen Mercedes bescheinigte.Über seine anderen Ideen (Crysler,Mitsubishi usw...) möchte ich mich nicht auslassen.

 

Danach kam Zetsche (ja genau der,der bei Crysler versagte (siehe jetzt Fiat)) wo die amerikanisierung bei der Behandlung der Mitarbeiter und Zulieferer vorangetrieben wurde (überaus Motivierend!).

 

Solange die Groß-Aktionäre (Banken und Versicherungen) nur die kurzfristige Gewinnmaximierung im Auge haben,werden weder die Langzeit-Qualität verbessert,noch fähige Manager mit Verantwortungsbewusstsein eingestellt.


21.10.2012 11:26    |    Dr Seltsam

Ja, Mercedes :( Keine Automarke stimmt mich so traurig wie Mercedes.

 

Wenn ich die alten Benze sehe, über Strich8 rüber zu W123 und dann die letzten guten Jahre um E190 herrum, dass waren Benze. Solide, schwere Fahrzeuge.

 

Überzeugend im Auftritt und doch nicht irgendwie agressiv oder übertrieben. Deutsche Nüchternheit, aber auch deutsche Gründlichkeit. Soldie Fahrmaschinen mit dem entsprechenden touch Luxus. Man weiß was man hat und das was man hat ist gut und langlebig. Doch irgendwie.

 

Auch ich saß vor einiger Zeit in einem Teil der von dir beschriebenen Modelle. Genauer waren es SLK, B-, C- und E-Klasse. Mein rechtes Bein war die ganze Zeit zwischen Mittelkonsole und Zündschloss eingklemmt, ich war froh das ich nach 2 Minuten wieder raus war und dabei sollen das doch sogar Langstreckenfahrzeuge sein! Die Sicht durch die Frontscheibe war durch einen massiven Innenspiegel mit riesem Umfeld stark eingeschränkt, da kann man eine halbe Grundschulklasse hinter verstecken. Ich dacht ich werd nicht mehr.

 

Und dann weiter zum Schrottplatz. Dort lag ein W202, ich war dermaßen schockiert, dass ich einfach ein Foto machen musste. SO einen Rost, rundum, an allen Türen und Klappen, hab ich noch nicht mal beim abgerocktesten MK3 Fiesta gesehen der nur geschunden und getretten wurde, nie eine Garage sah und überall gegen gerammt wurde.

 

Bei sowas fällt man vom Glauben ab, vorallem wenn man an den Preisunterschied zwischen einem Kleinwagen und einem Oberklassekombimodell denkt. Allgemein hab ich so einen Rost in der Form noch nicht an einer Tür gesehen. Und wir reden hier wiegesagt nicht von irgend einem Opel oder Ford, sondern von einer DER deutschen Vorzeigemarken die jahrelang weltweit für ihre Qualität berühmt war.

 

Im Endeffekt, was bleibt ist einfach die trauer wie aus solche großartigen Fahrzeugen solche "Krüppel" wurden. Benz würde sich im Grabe drehen wenn man sieht was unter seinem Namen veranstaltet wird. Samstagnachtreiter hat es schon richtig ausgedrückt, Mercedes hat seinen roten Faden verloren.


Bild

21.10.2012 11:30    |    330d 6GangRacer

Mit der neuen A- Klasse hat mercedes sich ins eigene Knie geschossen. Hier wurden die ganzen zahlungskräftigen alten menschen vergrault. Bei BMW sieht das mit dem 1er BMW anders aus, da sind die käufer eh schon viel jünger als bei Mercedes.


21.10.2012 11:30    |    CaptainSlow

Zitat:

Es wurde halt bei Benz in den letzten Jahren viel Rumgemurkst, mit bestimmten Modellreihen hat Mercedes einfach überhaupt kein Geld verdient, Smart , A und B Klasse haben bisher einfach keine für komplett eigenständige Baumuster nötigen Stückzahlen gemacht, die A Klasse war international ein Flop und häufig das letzte Auto der gediegenen Kundschaft.

Imho hätte die neue A-Klasse besser ein Smart sein können...auch wenn ich denke, daß es schwer gewesen wäre, Smart quasie als Gegenstück zu BMWs Mini zu etablieren. Ansonsten ist es scahde, daß der Sandwichboden aufgegeben wurde, der könnte in den nächsten Jahren mit jeder Art von "alternativen" Antrieb (egal ob Hybrid, Elektro, Wasserstoff, Erdgas...) praktisch werden. Allerdings muss man auch sagen, daß dieses Konzept ja nicht aus der Welt ist. Sollte der Zeitpunkt günstig sein, wird MErcedes es weiterentwickeln und wieder bauen.

 

Sonst zu Mercedes

 

Das Design war mit den ULTRA langweilligen, rundgelutschten Mercedessen der 90er auf einem Tiefpunkt. Die Eckigen Vorgäänger à la W124 und W140 fand ich Klasse...die Nachfolger langweillig. Die aktuelle C- ,E- und S-Klasse gefallen mir recht gut. Allerdings geht es im Moment wieder in eine Richtung, die ich nicht mag: "Prolligkeit". Ich finde den MErcedesgrill mit dem riesigen, fetten Stern drin schon ziemlich prollig...und das passt einfach nicht zu Mercedes. Gleiches gilt für das Design der neuen A-Klasse. Es fehlt das "gediegene", das "etablierte", das "ruhige". MMn. hötte das Fahrzeug, wie weiter oben geschrieben, besser zu Smart gepasst wenn man es noch ein bischen mehr "funky" gemacht hätte.

Dieses Orientieren an Audi, immer fettere Schnauzen, Grills und Embleme zu verbauen finde ich aber wirkich furchtbar.

Auch scheint Mercedes, so wie es sich liest, immer mehr bei den Fahrwerken richtung Sport abzudriften. Schade. Wenn ich von EINER Marke einen auf Komfort getrimmten Kompaktklässler erwarte, dann ist es von Mercedes, vielleicht noch von Citroen mit einer Hydropneumatik. Aber nein, die neue A-Klasse muss ja unbedingt "sportlich" sein. Denn "Sportlichkeit" ist ja das, was man auf seinem täglichen Pendlerweg braucht. Und dann wird wieder rumgemeckert, wenn man mit dem harten Fahrwerk und den 19Zoll Reifen auf jeder der zahlreichen schlechten Straßen durchgeschüttelt wird.

Allerdings muss ich zugeben, daß ich diese ganzen Klein- und Kompaktsportler eh nicht verstehe. Bevor ich mir im Alltag, indem ich (und die meisten anderen) die "Sportlichkeit" eines GTI, OPC, ST oder sonstwas eh nie ausnutzen kann, mir sowas kaufen würde, würde ich mir lieber das Geld für mehr PS, breite Felgen etc. sparen, und mir eine gebrauchte Elise oder sowas kaufen. Damit kann man dann am Wochenende rausgehen um Spaß zu haben.


21.10.2012 11:39    |    Romiman

Eure Eindrücke kann ich bestätigen. Mercedes' sind nicht mehr solide, nicht mehr schön und nicht mehr komfortabel. Nur teuer sind sie noch. Also fahren die Taxler Oktavia, Touran oder sogar Dacia und ich fahre Zitrone.


21.10.2012 11:45    |    Moers75

Mercedes hatte ein Problem, die schönen 124er und Co. in den 90ern waren behäbige komfortable Rentnerautos und fanden entsprechend im Vergleich auch nur entsprechende Käufer. Man musste was tun um mehr Käuferschichten anzusprechen um mehr Fahrzeuge zu verkaufen, sonst wäre es irgendwann vorbei gewesen mit Mercedes.

 

Heute hat man bei den meisten Modellen die Wahl, komfortabler abgestimmt, mit Holz und Co. gediegender augestattete Elegance-Modelle oder sportlicher ohne Holz und Co. als Avantgarde. Dann vergleicht mal die Stückzahlen wo das überwiegende Kundeninteresse liegt, die Avantgarde liegen mit Abstand vorne. Und klar dass im Test ein Avantgarde mit sportlicherer Fahrwerksabstimmung und großen Alurädern nicht die ultimative Komfortwertung erreicht.

 

Wenn man auf diese Möchtegernsportlichkeit bei der Ausstattung verzichtet hat man auch heute noch Fahrzeuge auf extrem hohem Komfortniveau.

 

Wie sehr die Käufer auf CLS, neue A-Klasse gucken zeigt doch schon dieser Thread. An den "alten Limos" geht doch heute jeder gelangweit vorbei. Wer guckt denn noch nach einer C oder E Limousine in Elegance-Ausstattung mit Holzinterieur ohne große Alufelgen, einfacher dunkler Farbe usw..? Also dem was dem typischen 124er von damals entsprechen würde wie er heute gelobt wird?

 

Vom Fahrkomfort kenne ich jedenfalls nicht viel besseres als luftgefederte E- und S-Klassen mit Komfortsitzen OHNE Avantgarde-Ausstattung und riesen Alurädern.


21.10.2012 12:22    |    VolkerIZ

Mercedes hat lange Zeit gut davon gelebt, Autos für ältere Herrschaften zu verkaufen. Bei einer allgemein alternden Gesellschaft hätte das auch noch lange gut gehen können. Die Zielgruppe der Coolseinwollenden ist in der Preisklasse uninteressant.

Die A-Klasse war genial von der Idee, wenn auch schon bei der ersten Generation nicht konsequent zu Ende entwickelt. Und gut finde ich auch den Gedanken: Man hätte den als Smart auf den Markt bringen sollen. Langfristig ist es unschlau, sich dem Kleinwagenmarkt völlig zu verschließen, aber ein Kleinwagen von Mercedes, das paßt irgendwie nicht. Hat BMW intelligenter gelöst mit Mini als Zweitmarke.

W 202, 210 usw. sind einfache Gebrauchsgegenstände mit belastbarer Technik, für Leute, die in kurzer Zeit viele km fahren und sich davon trennen, bevor der Rost durchkommt. Im Taxigewerbe haben die sich aber auch ganz ordentlich bewährt. Was ihnen fehlt, ist eben der Charakter früherer Mercedes-Modelle, die waren irgendwie was besonderes.

Hier ist noch mal ein schöner Text aus der 124er Szene, läßt sich aber auch auf frühere Modelle übertragen:

http://forum.mb124.de/read.php?1,92938,93057


21.10.2012 13:07    |    A.Schopenhauer

"...Mich wundert es eigentlich, dass Mercedes bei einigen Zeitgenossen immer noch ein gutes Image hat, ja manche sogar noch annehmen, "Qualität" zu kaufen. Opel, die lange Jahre mit die zuverlässigsten Autos überhaupt bauten, hat sich mit ein paar fauligen Kadetts und Astras scheinbar ewig in die Rostlauben-Ecke befördert. Und das waren keine Premiumkisten zu Premiumpreisen..."

 

Wenn man sich ein klein wenig mit Werbe,- und Massenpsychologie und Marketing befasst und dann die grundlegenden Mechanismen versteht, wird einem sehr schnell klar, wie erschreckend einfach der Massenpöbel manipulierbar ist.


21.10.2012 14:05    |    norske

Die überdurchschnittliche Güte und Rostunempfindlichkeit alter und älterer Mercedes-Baureihen sollte man nicht überbewerten, vor allem weil sie ins Reich der Mythen gehören. Mercedes war zu keiner Zeit besser als die direkten Mitbewerber. Der einzige Vorteil, den Mercedes Fahrzeuge gegenüber Konkurrenzmodellen boten, waren die langen Modellzyklen von 10 und mehr Jahren, die den Käufern eine Wertbeständigkeit boten.

Mitte der '90er Jahre traf der Designwechsel vom klassisch kantigen Äußeren auf die eher rundgelutschte Seifen-Optik mit der Umstellung auf die neuen Lacke und den damit verbundenen Rostproblemen zusammen. Inzwischen sollte Daimler das im Griff haben, als sicher dürfte aber gelten, dass die Mercedes Keramik-Lacke zu den unempfindlichsten Lacken (mit den dazugehörenden Nachteilen) aller deutschen Hersteller zählen.

Das Design ist inzwischen wieder sehr ansehnlich geworden, auch wenn z.B. beim aktuellen CLS auf die eine oder andere Sicke durchaus hätte verzichtet werden können, und mit der aktuellen A-Klasse hat Mercedes auch endlich einen Pfeil für die jüngere Generation im Köcher.

Nachdem BMW jegliche sportliche Eleganz zu Gunsten eines unförmigen Klotzdesigns aufgegeben und Audi sein langweiliges Design in den letzten 40 Jahren nicht maßgeblich geändert hat, ist Mercedes der einzige deutsche Hersteller, der Fahrzeuge in seinem Portfolio bietet, die sogar mich ansprechen könnten.

 

Grüsse

Norske

 

PS: Dr Seltsam erfindet in sehr vielen Beiträgen zum Thema Mercedes einen E190. Vermutlich meint er die Baureihe W201, also den Vorgänger der C-Klasse, deren Typenbezeichnung für die seinerzeit angebotenen Benziner 190E lautete. Eine E-Klasse mit der Bezeichnung E190 gab und gibt es nicht.


21.10.2012 14:52    |    scion

Ich kann eigentlich nicht sagen, das nach der Aera W124, W201, W140 oder R129 nur noch Schrott kam. Mir gefielen auch der R230, die W208/209, der C215, R170, W211, W204 oder der W164. Klar üben die älteren Modelle, für manche von uns, eine besondere Anziehung aus. Das ist mit Erinnerungen, Legenden und teils verklärter Sicht verbunden. Ein W124 war seinerzeit ein tolles Auto und er macht auch heute noch eine gute Figur, aber die Entwicklung geht eben weiter und die Ansprüche der Neuwagenkäufer steigen immer mehr. Heute möchte jeder die Sicherheit für sich pachten und auf moderne Assistenzsysteme nicht mehr verzichten und gerade hier, ist die Marke Mercedes sehr innovativ.

 

Das Design orientiert sich an aktuellen Trends, dem einen gefällt es, dem anderen nicht. Ein BMW E38 und ein E65 waren auch total gegensätzlich, dennoch war der E65 das modernere, sicherere und bessere Fahrzeug.

 

Mir persönlich hat die eben verschiedene A-Klasse W169 überhaupt nicht gefallen, ich finde den W176 trotz aller Häme, richtig chic.

 

E-Klasse und C-Klasse sind die Brot-u. Butter-Autos, mit denen verdienen sie das große Geld. Hier müssen die Entwickler, bei jedem neuen Modell, den Spagat zwischen modern und traditionell und dem was technisch machbar ist, hinkriegen. Andere Nischenmodelle, sind eben teils Zuschußgeschäfte, siehe W240 oder früher der W100


21.10.2012 15:07    |    lukasn

Hervorragender Artikel zu einem hochinteressantem Thema!

 

Jede Automarke unterliegt einer Entwicklung. Die Entwicklung von Mercedes-Benz betrachte ich vorsichtig positiv, denn sie bauen immer noch sehr gute Autos. Wobei ein Hersteller, der mal Ikonen wie W123, 124, 126 auf den Markt brachte, einen Ruf zu verteidigen hat, den man in Zeiten wachsender Globalisierung nicht mehr verteidigen kann.


21.10.2012 15:46    |    Cruiser-Benz

Zitat:

Den Witz schlechthin finde ich ja die aktuelle A-Klasse.

Da wirft man ein 15 Jahre altes Raumkonzept einfach weg. Super einsteigen, für Ältere genau das richtige Auto, die Gesellschaft wird in D ja auch nicht jünger.

Der Witz ist nicht die A-Klasse - der Witz bist du. :D

 

Worin lag der Unterschied zwischen der A und B-Klasse, wie wir sie kannten? Es gab keinen, beide waren unfassbar emotionslos langweilig, beide Fahrzeuge wurden vorrangig von Rentnern gefahren.

 

Audi und BMW teilten sich den Rest aller Käufer mit A3 und 1er BMW auf. Es ist mehr als Konsequent und der richtige Schritt von Mercedes, hier etwas entgegen zu setzen. Die neue A-Klasse ist endlich ein Fahrzeug von Mercedes, dass mit dem fürchterlichen "Opa-Image" auf radikale Weise brach. Endlich hat Mercedes ein Fahrzeug unterhalb der C-Klasse, welches einen "Will haben" Effekt auslöst.

 

Zitat:

Vielleicht bin ich Traditionalist, nicht für die Innovation offen. Doch wem soll man treu bleiben, wenn nicht sich selbst?

Der Threaderöffner hat seine eigene Denkweise schon zum scheitern verurteilt. Warum? Nokia war der selben Meinung. Und heute? Heute spielen Apple und Samsung die Handy-Giganten, völlig zu Recht. Weshalb? Weil sich Nokia auf Altbewährtes berief und sich nicht dem Fortschritt und den Märkten angepasst hat...

 

 

 

Als letzte Anmerkung. Die neue Designsprache von Mercedes im Exterieurdesign ist sehr gelungen. Im gleichen Maße misslungen ist das neue Interieurdesign mit dem freistehenden "iPad" in der Mittelkonsole. Sieht fürchterlich aus und wäre ein Grund, das Auto nicht zu kaufen. Schade, dass die G-Klasse wie die A-Klasse damit vergewaltigt wurden und anscheinend auch die kommende C-Klasse. Schade...


21.10.2012 16:09    |    Dr Seltsam

Fehler in der Bearbeitung


21.10.2012 17:00    |    Monarch

Danke für diesen Beitrag, muss leider überwiegens zustimmen.

 

Bin ja im Grunde genommen ein unerschütterlicher Mercedes-Fan, doch die letzten Jahre waren schlimm. Das letzte innen wie außen vom Design her stimmige Fahrzeug war für mich der W211, technisch allerdings auch nicht so wirklich (SBC-Bremse).

 

Habe für "Mittelmäßig, durchschnittlich." gestimmt.


21.10.2012 19:18    |    sukkubus

der weg-ein satz:

 

weg vom soliden opaauto zum pannen-rostbomber der zielgruppe ???? (über die sich merde anscheinend selbst nicht klar ist)

:D


21.10.2012 20:21    |    bronx.1965

Ich stimme bei jedem geschriebenen Wort zu! Hoffentlich lesen das auch mal irgent welche Marketing-"Fuzzys" von MB. Die Entwicklung geht leider genau in die beschriebene Richtung.

Sehr gut beschrieben, danke für diesen klasse Artikel!


21.10.2012 23:21    |    124er-Power

@ Dr. Seltsam

 

Zur W202 Türe

Da hab ich schon schlimmeres gesehen!


21.10.2012 23:32    |    124er-Power

Früher war ich noch ausnahmslos von allen Mercedes Modellen begeistert (vor der A-Klasse).

 

Heutzutage frag ich mich eher, muss es ein MB sein?

BMW baut auch sehr schöne Autos!

 

Und jetzt haben die es auch noch geschafft, die G-Klasse zu verschandeln! :o


22.10.2012 11:36    |    gtspecial

Die alten Baureihen sind wirklich unerreicht, die neuen Modelle kommen mir auch immer so "grau" vor.

 

Die neue A-Klasse sah schon in Genf furchtbar aus, der Kunststoff im Innenraum furchtbar, das Design furchtbar, die Spaltmaße eines Unfallwagen etc. Das Alles ist beliebig und wirkt in 3 Jahren altbacken - gutes Design entsteht eben durch weglassen und nicht durch hinzufügen!

 

Und dann die angepeilte Zielgruppe (Jung - Leaser, DINK) - auf die würde ich mich nicht verlassen wollen......

Der Stern wird weiter sinken.....


22.10.2012 12:14    |    Maius

Mercedes entspricht mittlerweile dem Zeitgeist, sonst würden sich zu wenig verkaufen. Die Hauptkundschaft vor 30 Jahren bestand doch aus der Generation 50+. Erst der 190er verkaufte sich auch in Massen an Leute um die 40. Das Design war lebendiger, der Preis niedriger und der Fahrer hatte dennoch das "Der hat's geschafft"-Image eines Mercedes.

Die 90er Modelle waren qualitativ schlechter, da hat halt das "Controlling" eingesetzt und es wurden an jedem Pfennig gespart. Aber das haben die anderen Marken ja auch gemacht (Bsp. Golf 3).

 

Heute ist die Hauptzielgruppe bei Neuwagen nicht mehr der Abteilungsleiter um die 50 oder der Rentner Mitte 60, sondern die Leasing Kundschaft, hauptsächlich Firmenwagen. Der Vertreter um die 30, das mittlere Managment um die 40, ja sogar die 18-25 jährigen, die mithilfe von Papa, Oma und Krediten auch eine neue A-Klasse stemmen können.

 

Mercedes hat immer noch TOP Auto's, aber heute ist die Materialauswahl in den unteren Modellen halt eine andere als in den Modellen > 80.000€

Beispiel E-Klasse: Außen hui, innen weiß ich nicht so recht. Soll das nun sportlich oder edel sein? Es scheint der Versuch zu sein, Audi + BMW nachzuahmen, hat aber wenig Konsequenz.

 

Früher hatte Mercedes quasi keine Konkurrenz, erst Ende der 80er hatte BMW mit 5er und 7er adequate Pfeile im Köcher. Audi war damals garnichts. Heute kommen auch noch die Japaner mit Lexus und Infiniti. Dann gibt es ja auch noch Jaguar und Volvo. Wenn man einen Volvo oder Jaguar von heute mit deren Ahnen aus den 80ern vergleicht, kommt man sicher auch ins Grübeln.

 

Aber, trotz allem finde ich es immer noch schön, einen Stern auf der Haube zu sehen... :-)


22.10.2012 12:16    |    Lewellyn

Die A-Klasse hatte ich als A170CDIL, also als Langversion. Das praktischste Auto, das ich je gefahren bin.

 

Sitze mit einem Handgriff auszubauen, ebene Ladefläche, Platz für 4 + Gepäck, sparsam, ausreichend motorisiert und bis auf den zu großen Wendekreis schön handlich in der Stadt.

 

Praktisch ist heute bei den deutschen Herstellern ziemlich out. Dafür gibts gnadenlose Härte bei den Fahrwerken. Nicht das ein Autotester moniert, die Karosserie täte sich in der Kurve bewegen.

 

Wie out sieht man ja daran, dass Mercedes einen Renault Kangoo als Mercedes verkauft, um überhaupt sowas wie ein praktisches Auto im Programm zu haben.

 

Man stelle sich das mal in den 80ern vor. MERCEDES!!! Einen RENAULT!!!! Als MERCEDES!!!!

 

Edzart hätte wahrscheinlich schon den Mann mit der Idee fristlos entlassen.


22.10.2012 12:18    |    A.Schopenhauer

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22.10.2012 12:29    |    A.Schopenhauer

Tja, die Manager-Fehlbesetzung "Edzart" wurde nicht umsonst sehr treffend als "grösster Kapitalvernichter in Friedenszeiten" bezeichnet...


22.10.2012 12:53    |    gtspecial

Und das ist Edzarts Antwort:

 

"Der Wert eines Unternehmens richtet sich nach dem nachhaltigen Erfolg - und den drückt nicht die Börse aus."

 

Diese Aussage des Kapitalvernichters bezog sich auf den Plan, DB zu einem Technologiekonzern umzubauen und nicht auf

die Autosparte. Die Modelle nach der Edzart Zeit haben dafür das Kapital ihrer Eigner vernichtet - und den Ruf des Unternehmens.

 

Und ob Edzart mit seiner EADS Idee nun Recht hatte, oder nicht. Lieber EADS in Deutschland als vollständiger Know-How Transfer an BAE Systems! Niemand sollte diese Technologien aus der Hand geben.

 

Wenn schon Subventionen dann aber die Richtigen (in den richtigen Industrien) - den Kohle Pfennig hätte man sich hingegen sparen sollen!


22.10.2012 15:10    |    Lewellyn

Vermutlich war die "Kapitalvernichtung" durch Edzarts "Technologiekonzernpläne" eher im niedrigen prozemtbereich verglichen mit der DaimlerChrysler-Aktion.

 

Der Irrtum ist, es ginge um "Shareholdervalue". Richtig ist, es geht darum, die Aktie spekulativ zu machen. Konstante Kurse, am Produktivitätsfortschritt orientierte Gewinne, da kann doch keine Investmentbank Kohle mit machen.


22.10.2012 17:14    |    där kapitän

Zitat:

Original geschrieben von Cruiser-Benz

Der Witz ist nicht die A-Klasse - der Witz bist du. :D

Ich muss sagen, Deine Auffassung von Streitkultur, die wohl grundsätzlich (?) erst mal mit einer unangebrachten Bemerkung beginnt, ist schon merkwürdig.

 

cheerio


22.10.2012 19:30    |    AR147

Die neue A-Klasse finde ich sehr, sehr schick und auch reizvoll! Eines der schönsten Autos dieser Klasse. Da kann der 1er oder A3 lange nicht mithalten.

 

Die alte A-Klasse ewig zu verteidigen, weil Rückenkranke Invalide so bequem einsteigen konnten halte ich dagegen für zweifelhaft. Wer so kaputt ist braucht nen Zivi und kein eigenes Auto :D


22.10.2012 20:26    |    EcoflexCaravan

Weil sich über Geschmack ja bekanntlich so schön streiten läßt ...

 

Ich kann den Mercedes-Modellen wie CLS / CLS Shooting Brake, aber auch dem CL, aktuellem SL und SLK und der aktuellen S-Klasse nicht allzu viel abgewinnen. Auch die neue A-Klasse gefällt mir nicht. Insbesondere das Heck ist so gar nicht Mercedes. Für mich hat das aktuelle Design etwa unseriöses, gewollt sportlich-trendiges, das doch weit weg ist von der guten alten, aber zugegeben auch etwas biederen Mercedes-Welt früherer Jahrzehnte.

 

Der neue Mercedes-Look ist vermutlich aber auch eine Reaktion auf Bedürfnisse und Vorlieben auf wichtigen und stetig wichtiger werdenden Märkten in Asien, Nahost, Russland, Amerika etc. - und als Weltmarkte ist es legitim und notwendig, diese Märkte im Blick zu haben

 

Aber aus meinem Blickwinkel verstehe ich nicht, weshalb alle Hersteller - und eben immer mehr auch Mercedes - um so viel Sportlichkeit und Dynamik bemüht sind, gibt es doch zumindest hierzulande vermutlich sehr kaufkräftige und tendziell ältere Zielgruppen, die eher ein soldies und komfortables Fahrzeug mit einem etwas weniger extrovertierten Äußerem suchen. Da hat der Markt nicht mehr viel zu bieten, zumal ja auch bei Volvo mittlerweile alles dynamisch sein muss.

 

Aber 1) entscheidet ja der Markt am Ende darüber, ob die Linie von Mercedes richtig ist und 2) gibt es auch aktuelle Mercedes-Modelle, die mir gefallen, etwa das C-Klasse-Coupe, das für mich mit seinem zeitlosen Design eher als das derzeitige E-Klasse-Coupe in der Tradition der Coupes der Reihen W123 und W124 steht, und der GLK.


22.10.2012 23:50    |    croco82

Für mich sind die 80er-Jahre Modelle von Benz DIE Manifestation der Marke und des Markenkerns. Unkaputtbare, unaufdringliche und einfach erhabene Automobile, die keinem etwas beweisen mussten. Dieser "Burgcharakter" und dieses "aus dem Vollen geschnitzte" fehlt den heutigen Modellen völlig. Leider.

 

Irgendwie vermisse ich aber nicht nur die alten Modelle, sondern auch die Zeit. Das waren noch die letzten Ausläufer der stolzen Bonner Republik ohne Euro-Desaster, ohne RTL Dauerverblödung, wo Geiz noch nicht geil war und ohne Agenda 2010. Um es mit einer Allegorie zu verdeutlichen: Der W124 stand noch für das Deutschland der "Schwarzwaldklinik". Vielleicht haben wir es in der heutigen Zeit aber auch nicht anders verdient als mit automobilem 0815 Müll abgespeist zu werden - letztlich nur ein Spiegel der Gesellschaft und des Zeitgeistes.

 

 

 

Der letzte König seiner Art.

 

http://data.motor-talk.de/.../e500-w124-5285861580580988105.jpg

http://www.7-forum.com/.../e500_w124_1994_8410-b.jpg

http://www.7-forum.com/.../e500_w124_1994_8409-b.jpg

http://www.7-forum.com/.../e500_w124_1994_8412-b.jpg

http://www.allgonshow.info/.../LACE-0001%20009.jpg

 

http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=uNjPa_76kSs#!


23.10.2012 07:47    |    dani56

Hallo

Seit 24 Jahren fahre ich einen Mercedes geschäftlich und einen privat. Was mir als erstes auffällt ist, dass das "burgartige" bei Mercedes verloren gegangen ist. Bei älteren Modellen der 80-er und 90-er konnte man angreifen was man wollte, es knarrte nicht, es gab nicht nach, es war fest gefügt wie eine Burg. Heutige Modelle knarzen schon auf der Probefahrt. Schalter, Abdeckungen, Leitungen aller Art, Motorabdeckung, Armauflagen, Aussenspiegel, alles gibt leicht nach wenn man es angreift und knarzt auf schlechten Strassen nach weniger als einem Jahr, und dies bei einem Auto das über 100' Euro kostet (CLS). Dies ist sicher subjektiv, dürfte aber einen entscheidenden Einfluss auf die Langlebigkeit und dann später den Wiederverkauf haben da bekanntlich der Eindruck den Preis beeinflusst. Beim ML meiner Frau lösen sich Folien auf Glasblenden, Fahrwerksteile mussten auf meine Rechnung ausgetauscht werden, der Fahrersitz wackelt seit dem Neukauf, Gummidichtungen lösen sich, ecc. und dies bei ausschliesslichem Strasseneinsatz durch meine Frau die sehr vorsichtig fährt.

Entsprechend haben sich die Occasionspreise reduziert da Interessenten Angst vor hohen Unterhalts- und Reparaturkosten haben.


23.10.2012 11:06    |    BENZinblueter

Hallo, ich bin auch 17 Jahre alt und Fan von Mercedes-Fahrzeugen der alten Tugend.

 

Ich kann deine Gedanken bestätigen! Mein Vater fährt einen W204 als Avantgarde (VorMopf) und die Wertigkeit im Innenraum ist nicht die allerbeste, aber er fährt sich gar nicht mal so schlecht! Vorher hatten wir einen W203 VorMopf und da war kein Mercedes-Gefühl mehr vorhanden, statt des W203s hätte man auch einen Passat fahren können. Aber ich war bei der Abholung unseres W204s dabei und als wir die ersten 100m gefahren waren grinste mein Vater und sagte: "Jap, dieser Mercedes fährt wieder, wie ein Mercedes fahren muss." Ab dem Zeitpunkt dachte ich, dass Mercedes endlich wieder an alte Tugenden anschließen wollte, aber nun ließt man, wie du schon sagtest, dass die Autos Injektorenprobleme, oder diverse andere Qualitätsprobleme aufweisen.

 

Als ich in der AutoBILD gelesen hab', dass die A-Klasse ein zu straffes Fahrwerk habe, hat mich auch der Schlag getroffen, denn Mercedes stand immer für Komfort und Wohnzimmerfeeling.

Naja, diese Zeiten werden vorüber sein. Und spätestens in 20 Jahren wird man die Autos sowieso nur noch am Markenemblem aus dem ganzen Einheitsbrei unterscheiden können. Denn die ganze Individualität der Marken geht verloren- schade!

 

Dieses Gefühl: "So stelle ich mir ein Auto vor. Danke!", hatte ich auch schon einmal, als ich mit dem recht gut erhaltenen W123 als 240D von meinem Onkel fahren durfte. Das ist noch ein Fahrgefühl, was unbeschreiblich ist! Man sieht den Stern auf der langen und Waagerechten Haube und nicht wie bei unserem W204, wo man dank Avantgarde keinen Stern mehr vor sich hat.

 

 

Deine Beiträge treffen voll meinen Geschmack! Danke!

Und tolle Fahrzeuge, die ihr habt! Der 320er hats mir besonders angetan.

 

MfG


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